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Bibliotheken

„Katze hasst Welt“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Freitag, den 17. Juni 2016

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurden „Katze hasst Welt” von Kathrin Klingner (Mami Verlag) vorgestellt:

„Seit Ende 2015 veröffentlicht Reprodukt die Comics des MamiVerlags (bisher hier nicht besprochen). Er wurde 2007 von Anke Feuchtenberger und Stefano Ricci gegründet, um Comic- und Animationsprojekte von Studenten und jungen Zeichnern zu veröffentlichen. K. Klingner (1. Comic Veröffentlichung) zeichnet eine von anthropomorphen Tieren, Fantasiewesen und Menschen bevölkerte Welt. Die Figuren sind daher gewöhnungsbedürftig, teils eher angedeutet, Panels und Bildgestaltung sind abwechslungsreich und gut gelungen. Gut eingefangen ist die AtmosphĂ€re der Studentenpartys und die Arbeitswelt des Kiezes; ein Blick in eine Welt, die sonst nur Eingeweihten zugĂ€nglich und verstĂ€ndlich ist. Katze treibt durch ihr Leben, durch eine gescheiterte Beziehung, die Arbeit im CafĂ© auf St. Pauli, die Kunsthochschule. Die Episoden sind locker verbunden, der zeitliche Ablauf ungewiss. WĂ€hrend über und um sie geredet wird, bleibt Katze meist stumm, ihre erahnte Haltung ist einsam, misanthropisch und losgelöst von ihrer Umwelt, Teil einer orientierungslosen Generation. Für Bibliotheken mit Schwerpunkt auf junge deutsche Comics.“
Katja Ganzenmüller

„Cinerama“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Freitag, den 10. Juni 2016

9783956400605Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurden „Cinerama” von Charles Berberian (Reprodukt) vorgestellt:

„Nachdem der mit der Serie „Monsieur Jean“ (zuletzt „Vom Wahren des Gleichgewichts“) bekannt gewordene Charles Berberian seinen ganz eigenen Blick auf die Musikwelt der letzten Jahrzehnte geworfen hat („Jukebox“, ID-G 14/12), wendet er sich nun den „besten schlechtesten Filmen“ zu. Er beschrĂ€nkt sich dabei auf die Filme seiner Kindheit und Jugend. Über die stark biografisch geprĂ€gte Auswahl lĂ€sst sich trefflich streiten, einige „Perlen“ der Filmhistorie sind aber schon dabei. Unter den schlechtesten Filmen finden sich u.a. ein türkischer Star-Wars-Verschnitt, die Filme des arabischen Superstars Faris el Atrache und “Frankensteins Tochter”. Die einzelnen Filme werden nur kurz angerissen und durch kurze biografische Einschübe miteinander verbunden. Die Zeichnungen variieren je nach Film im Stil, der Farbgebung und im Aufbau der Seiten. Einzusetzen wie die oben genannte Graphic Novel „Jukebox“. (2-3)“
Jürgen Maiworm

„Shit is Real“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Dienstag, den 31. Mai 2016

9783956400636Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurden „Shit is real” von Aisha Franz (Reprodukt) vorgestellt:

„Selma, von ihrem Freund verlassen, entscheidet sich für einen Neuanfang. Sie kündigt ihren Job und zieht in eine eigene Wohnung. Doch auf der Suche nach sich selbst verliert Selma zunehmend den Bezug zur RealitĂ€t und entfremdet sich von ihrer Freundin Yumi. Franz (vgl. “Brigitte und der Perlenhort”, ID-B 29/12) legt einen Entwicklungsroman in Comicform vor, dessen symboltrĂ€chtigen Einschübe von Selmas Gedanken und Ängsten wunderbar gelungen sind. Sie ertrinkt beispielsweise wortwörtlich in Verzweiflung bzw. in einem Wasserstrudel oder irrt allein durch ödes Land. Auch mit der GrĂ¶ĂŸe und Anordnung der Panels spielt die Zeichnerin gekonnt. Die minimalistischen schwarz-weißen Darstellungen der Personen sind für Comic-Einsteiger jedoch vermutlich schwer zugĂ€nglich. Daher wird das Buch grĂ¶ĂŸeren Graphic-Novel-BestĂ€nden zum Kauf nahegelegt.“
Franziska Kunz

„Eindringlinge“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Dienstag, den 24. Mai 2016

9783956400711Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurden „Eindringlinge” von Adrian Tomine (Reprodukt) vorgestellt:

„A. Tomine (zuletzt 2016 “Szenen einer drohenden Heirat”, 2008 “Halbe Wahrheiten”, beide hier nicht angezeigt) gilt als einer der wichtigsten amerikanischen Comickünstler der Gegenwart, zeichnet regelmĂ€ĂŸig für den New Yorker und veröffentlicht seine Comic-Serie “Optic Nerve”, seit er 16 ist. Die versammelten 6 Kurzgeschichten entstanden über Jahre hinweg. Der Zeichenstil ist Tomine-typisch – Ligne claire des modernen Amerika (s. Daniel Clowes, Chris Ware) -, aber auch divers in der Stilisierung, in Detailtreue, Seitenarchitektur und im VerhĂ€ltnis von Text und Bild; eine Story ist wie ein Zeitungsstrip aufgebaut, eine andere in Hommage an Yoshihiro Tatsumi gezeichnet. HĂ€ufiges Thema ist das Scheitern, die Charaktere sind wie die ErzĂ€hlungen vielschichtig. Von außen betrachtet passiert nicht viel, Entwicklungen sind teils versteckt in den PanelzwischenrĂ€umen oder Details und hĂ€ngen wie die Stimmung oft vom Leser ab. Mit dem ruhigen Cover vielleicht kein Ausleihrenner, ist “Eindringlinge” vielfĂ€ltig, gehaltvoll und ein wunderbarer Comic. Bereits kleinen BestĂ€nden sehr empfohlen.“
Katja Ganzenmüller

„Añma“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Mittwoch, den 18. Mai 2016

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurden „AĂąma 3: Die WĂŒste der Spiegel” und „AĂąma 4: Du wirst wunderbar, mein Kind“ von Frederik Peeters (Reprodukt) vorgestellt:

9783956400568„Weiter geht es mit diesem bildgewaltigen und wendungsreichen Zyklus über die nicht enden wollende Expedition auf dem ins Chaos abgleitenden Planeten Ona(Ji). In dieser Fortsetzung von “Die unsichtbare Menge” (vgl. ID-A 1/16) hilft der vom Roboter Churchill gerettete Wissenschaftler Rajeev der Gruppe, dem Ursprung von AĂąma nĂ€her zu kommen – eine Reise, die letztlich Rajeev und auch Verlocs Bruder Conrad das Leben kostet. Einzig mit dem treuen Churchill und einem Wesen, das eine WiedergĂ€ngerin seiner Tochter Lilja zu sein scheint, erreicht Verloc das Epizentrum von AĂąma. Mit jeder neuen Antwort, die er findet, lösen sich seine Grenzen zwischen Körper, Verstand und Zeit auf. Er merkt, dass er schnell auf die Erde zurückkehren sollte, falls er die Menschheit vor den zerstörerischen PlĂ€nen der Firma Muy-Tang retten möchte … Faszinierend ist an F. Peeters, dass er sein gewohntes Spiel mit Raum und Zeit und seiner Vermischung von Vernunft mit IrrationalitĂ€t, in “AĂąma” meisterlich auf die Spitze treibt, was zugleich höchst irritierend und mitreißend ist. Passt in jeden Bestand, ggf. BĂ€nde 1 und 2 nachkaufen!“
David Cappel

9783956400780„,Na los! Komm! Überraschung!’ scheint die Lilja so Ă€hnliche Erscheinung nicht nur zu Verloc, sondern auch zum Leser zu sagen, bevor sie ihn in das Zentrum von AĂąma zieht. Verloc erkennt, dass seine Tochter und er elementare Teile von Muy-Tangs Plan sind, mithilfe der Urmaterie das Schicksal der Menschen für immer zu verĂ€ndern. Wie Puzzleteile setzen sich für Verloc verschiedene Erinnerungen und Erlebnisse zusammen und er spürt, wie AĂąma selbst von ihm Besitz ergreift. Zurück auf der Erde werden Verlocs Bemühungen, die Menschheit vor der Übernahme durch AĂąma zu bewahren, zu einem Wettlauf gegen die Zeit und sich selbst, da AĂąma zunehmend sein Handeln zu bestimmen droht … 4 BĂ€nde können lang sein, für dieses originelle Sci-Fi-Epos trifft jedoch das Gegenteil zu: Kolorierung, Zeichnungen und Text gehen spielend Hand in Hand und zeigen den Schweizer Comic-Künstler F. Peeters auf der Höhe seines Schaffens, seine Fantasie gebiert stets neue, unerwartete und spannende Ideen. Unabdingbar dort, wo die ersten 3 BĂ€nde vorhanden sind – unbedingt empfohlen dort, wo diese nachgekauft werden müssten!“
David Cappel

„Arsùne Schrauwen“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Mittwoch, den 27. April 2016

9783956400773Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde „ArsĂšne Schrauwen“ von Olivier Schrauwen (Reprodukt) vorgestellt:

„Eine Hommage der besonderen Art: In Erinnerung an seinen Großvater ArsĂšne erzĂ€hlt der belgische Comic-Künstler Olivier Schrauwen in Form einer kunstvollen Graphic Novel von dessen Reise ins ehemalige Belgisch-Kongo im Jahr 1947. Nach der Ankunft wird er von seinem Cousin Roger und dessen Frau Marieke, in die sich der unerfahrene ArsĂšne sofort verliebt, empfangen. Von Ängsten geplagt, durch afrikanisches Wasser von Elefantenwürmern befallen zu werden, gestalten sich ArsĂšnes erste Wochen als reine Tortur. Roger wünscht sich seine Hilfe beim Projekt, im Auftrag des Gouverneurs eine Bergarbeiterstadt mitten im Dschungel zu errichten. Als Roger jedoch wegen angeblicher Verwirrung in eine Klinik eingewiesen wird, erhĂ€lt ArsĂšne die Projektführung. Gemeinsam mit Marieke führt er den 1. Bauarbeitertrupp durch den geheimnisvollen Dschungel an … Wie Schrauwen (geboren 1977) mit simplem Zeichenstil und einzig in blau und rot gehaltenen Panels Zeitgeschichte mit Biografischem verbindet, ist anspruchsvoll und liebevoll zugleich und allemal gelungen. Gehört in jeden Graphic-Novel-Bestand für Erwachsene.“
David Cappel

Anna und Froga: Und was jetzt?“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Freitag, den 22. April 2016

9783956400964Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde „Anna und Froga: Und was jetzt?“ von Anouk Ricard (Reprodukt) vorgestellt:

„Anna will für einen Wettbewerb einen Tanz- und Singbeitrag einreichen. Aber das lĂ€uft nicht so, wie sie sich das vorstellt. Auch der Beitrag für den Fotowettbewerb fĂ€llt anders aus als gedacht. Als die Freunde Tennis spielen wollen, nervt Bubu alle anderen mit seiner Profiausrüstung. Auch als sie einen Schneemann bauen, kommt Bubu mit seiner Rechthaberei nicht gut an. Ebenfalls nicht gut an kommt Froga, als die Freunde an einem heißen Sommertag einen See aufsuchen wollen. Denn der See entpuppt sich als dreckiger, winziger Tümpel. Und RenĂ©s fieser Cousin sorgt ebenfalls für ungute Stimmung bei den Kindern. Überraschende Pointen, z.T. fiese, aber trotzdem realistische Verhaltensweisen der Kinder, und einfache, klar strukturierte Zeichnungen machen diesen Comic aus (zuletzt ID-A 10/16). Er verschweigt nicht, dass Kinder, v.a. MĂ€dchen, nicht immer nur suÌˆĂŸ und nett sind und bietet damit nicht nur Identifikationspotenzial für kleine Leser/-innen, sondern bildet auch Alltag ab. Allerdings ist diese Art von Humor nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Trotzdem empfohlen.“
Ulrike Dansauer

„In China“ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Mittwoch, den 20. April 2016

9783956400575Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde „In China“ von Sascha Hommer (Reprodukt) vorgestellt:

„Der deutsche Comicautor (zuletzt bei Reprodukt „Dri Chinisin“, 2011) erzĂ€hlt von seinem 4-monatigen Aufenthalt in der chinesischen Metropole Chengdu. Im Alltag wird er von seinen Expat-Freunden begleitet, die dort ein Stadtmagazin herausbringen. Wichtige Themen sind die unerfreuliche Wohnungssuche, bei der er sich mit Ratten oder Kakerlaken anfreunden muss, das leckere Essen in chinesischen Lokalen, der zunehmende Verkehr, sowie ein unbestimmtes Gefühl zwischen Kulturschock und Isolation, mit dem er dort zu kĂ€mpfen hat. Durchbrochen wird diese etwas langatmige Schilderung durch kurze Einschübe, wie andere Reisende China in der Vergangenheit erlebt haben. Kennzeichnend ist für diesen Comic darüber hinaus, dass Hommer seine Figuren durch Masken verfremdet und so anthropomorphische Figuren kreiert, die aus der Welt gerückt scheinen. Trotz guter Ideen gelingt es diesem Werk nicht zu überzeugen. Zu vage und unreflektiert sind die Eindrücke, die er aus China mitbringt, zu unklar was er mitteilen möchte. Deutlich überzeugender ist z.B. Guy Delisles Graphic Novel „Shenzhen“ (Reprodukt, 2006).“
Maria-Inti Metzendorf

“Ariol 5″ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Mittwoch, den 9. MĂ€rz 2016

9783956400599Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Ariol 5 – Mach die Fliege, Surrsula” von Emmanuel Guibert & Marc Boutavant (Reprodukt) vorgestellt:

“Surrsula liebt Esel Ariol. Der aber will sie nur ausnutzen: Sie soll ihm und Ramono ein Referat schreiben. Ein andermal hilft Surrsula Ariol beim Augenarzt. Als Ariol mit seinen Eltern kuscheln will, haben diese keine Zeit für ihn. Bei Ariols Großeltern erleben er und Ramono Abenteuer am Pier und versuchen sich am Spiel ‘Brabbel’. Und an Weihnachten rettet Ariol den Ruf des Kaufhaus-Weihnachtsmannes. Eines Tages trifft der kleine Esel sein KindermĂ€dchen Rika wieder und versucht sich an sie zu erinnern. Bei einer Autopanne will Ariol seinem Vater helfen, aber der hĂ€lt das nicht für eine gute Idee. Der neue Band (zuletzt ID-A 35/15) enthĂ€lt wieder Geschichten, die oft wie aus dem Leben gegriffen wirken und sich damit gut zur Identifikation mit den Figuren eignen. Auch Eltern können sich z.B. gut mit Ariols Eltern identifizieren, denn die Hilfe der Kinder und deren Ideen arten oft in zusĂ€tzliche Arbeit aus. ‘Ariol’ zeigt – ohne Beschönigung, dabei aber humorvoll – alle Facetten der Kindheit aus der Sicht des Kindes. Empfohlen.”
Ulrike Dansauer

“Die anderen Mendelssohns: Karl Mendelssohn Bartholdy” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Dienstag, den 2. Februar 2016

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Die anderen Mendelssohns: Karl Mendelssohn Bartholdy” von Elke R. Steiner (Reprodukt) vorgestellt:

“Die Autorin legte bereits 2004 den 1. Band der Serie über die weniger bekannten Mitglieder der Familie Mendelssohn vor (“Die anderen Mendelssohns”, Band 1: “Dorothea Schlegel, Arnold Mendelssohn”, Standing Order Comics für Erwachsene 1/05). Der 2. Band erzĂ€hlt das Leben des Ă€ltesten Sohnes des berühmten Komponisten Felix Mendelsson-Bartholdy, Carl. Er musste nach dem Tod beider Eltern auf Wunsch des Onkels erst Rechtswissenschaften studieren, bevor er sich seiner Leidenschaft, der Geschichte, erfolgreich widmen durfte. Er wurde Professor in Heidelberg und Freiburg und war entschiedener Demokrat. Trotzdem verlief sein Leben tragisch: Seine 1. Frau starb und nach seiner 2. Ehe erlitt er einen psychischen Zusammenbruch, der ihn bis zu seinem Tode in eine Nervenheilanstalt verschlug. Die ausdrucksstarken, grob gezeichneten Illustrationen überzeugen durch ihre Dynamik. Trotzdem ist die Graphic Novel nur mit Vorkenntnissen zur Epoche und zur Familiengeschichte der Mendelssohns gut verstĂ€ndlich. Zumindest ein Voroder Nachwort, das die geschichtliche Einordnung erleichtert, hĂ€tte man sich gewünscht. (2-3)”
Maria-Inti Metzendorf

“AĂąma 2″ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Dienstag, den 12. Januar 2016

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “AĂąma 2: Die unsichtbare Menge” von Frederik Peeters (Reprodukt) vorgestellt:

“Die Fortsetzung von “Der Geruch von heißem Staub” (vgl. ID-A 38/14) beschreibt aus Verlocs Sicht die gefĂ€hrliche Suche nach der künstlich erzeugten Urmasse AĂąma. Neben seinem Bruder Conrad und dem Schutzroboter Churchill begleiten ihn nun die Wissenschaftlerin Frienko und ein so schweigsames wie unnahbares MĂ€dchen – welches auf verblüffende Weise Verlocs eigener Tochter Lilja Ă€hnelt, zu der er keinen Kontakt mehr hat. War bereits Teil 1 von spannender Aufbruchstimmung geprĂ€gt, bereichert der Schweizer Comickünstler F. Peeters die an sich klassische Sci-Fi-Handlung nun um neue Elemente – etwa durch Verlocs Traumsequenzen, die nicht nur das von Peeters in “Sandburgen” verarbeitete Thema plötzlicher Zeitverschiebung aufgreifen, sondern auch geschickt den Leser auf neue FĂ€hrten locken. Seine Bildersprache und sein Spiel mit den Zeitebenen, wie er Verlocs Vergangenheit mit der Suche nach AĂąma und dem Geheimnis seiner Tochter verbindet, sind meisterlich und zeigen beeindruckend, warum Lem und Asimov zu seinen Vorbildern zĂ€hlen. Wie der VorgĂ€nger allen Bibliotheken empfohlen, ggf. den 1. Band nachkaufen!”
David Cappel

“Palatschinken” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Dienstag, den 5. Januar 2016

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Palatschinken” von Caterina Sansone & Alessandro Tota (Reprodukt) vorgestellt:

“Die italienische Fotografin Caterina Sansone wandelt zusammen mit dem Comiczeichner Alessandro Tota auf den Spuren ihrer Mutter Elena, die nach dem 2. Weltkrieg mit ihrer Familie die nunmehr jugoslawische Grenzstadt Rijeka verließ, um ins italienische Exil zu gehen. Von 1951 bis 1963 lebte die Familie in verschiedenen Flüchtlingslagern. Im Comic wird die gelegentlich von Widrigkeiten begleitete Reise des Paares zu den Wegmarken der Flucht schwarz-weiß in feinen Strichen erzĂ€hlt und im Rückblick den damaligen Ereignissen vorwiegend in matten Brauntönen nachgespürt. Mit alten Familienfotos, Bildern von Dokumenten und Sansones aktuellen Aufnahmen. Humorige Episoden, wie Großmutters Fall in die Sickergrube kontrastieren zu bedrohlichen Erlebnissen, wie einem Barackenbrand in Capodimonte. In einem Interview meint Sansone zur gegenwĂ€rtigen Flüchtlingssituation in Europa, “Palatschinken” sei für sie auch ein Versuch, ‘die Menschen daran zu erinnern, dass einst wir EuropĂ€er die Geflüchteten waren’ (www.profil.at).”
Ulrich Kühne

“Roses LĂ€cheln” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Mittwoch, den 18. November 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Roses LĂ€cheln” von Sacha Goerg (Reprodukt) vorgestellt:

“Rose scheint eine nette Bekanntschaft zu sein, doch bald bringt sie Desmond und seinen Sohn in Gefahr. Verfolgung, Prügeleien, angedrohte Folter und Entführung – und das wegen eines FlĂ€schchens mit 2 ZĂ€hnen? Sacha Goerg, belgischer Comiczeichner und Mitgründer eines Comicverlags, wurde in Deutschland bisher als einer der vielen Zeichner von ‘Sechs aus 49′ (s. zuletzt ID-A 19/15) veröffentlicht. ‘Roses LĂ€cheln’ erschien zunĂ€chst als Fortsetzungsgeschichte im Online-Magazin Professor Zyklop. Die Beweggründe der Beteiligten sind mitunter unbefriedigend: wortlose Interpretationssache, ungeklĂ€rt oder erstaunlich einfach und freimütig erklĂ€rt. Viele Themen werden angestoßen, z.B. Roses’ Selbstverletzung oder Theos Verunsicherung wegen der Trennung seiner Eltern werden weniger in Worten als in Bildern behandelt. Dies wirkt vertraut und nahe, bezieht die Interpretation des Lesers ein. Auf Panelumrandungen verzichtet Goerg, wobei er meist in traditionell voneinander getrennten Bildern verbleibt. Zur ErgĂ€nzung ab mittleren BestĂ€nden.”
Katja Ganzenmüller

“Q-R-T: Der neue Nachbar” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Freitag, den 13. November 2015

QRT_Cover.inddIm Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Q-R-T: Der neue Nachbar” von Ferdinand Lutz (Reprodukt) vorgestellt:

“QRT ist ein Außerirdischer vom Planeten Rzzz, auf dem nur Kinder leben. Jetzt soll er einen anderen Außerirdischen auf der Erde ablösen und die Erdlinge beobachten. Das ist gar nicht so einfach, denn QRT fĂ€llt durch sein seltsames Verhalten auf: Einmal verursacht er einen Stromausfall, weil er ein Hologramm verschicken will. Ein anderes Mal spielt er mitten in der Nacht PC-Spiele und stört damit die Nachbarn. Außerdem wirft er den stĂ€dtischen Weihnachtsbaum um und fĂ€llt durch eine Glasscheibe. Nicht nur das ruft die neugierige Nachbarin Lara und einen Außerirdischenforscher auf den Plan. Der 1. Band bietet den jungen Leserinnen und Lesern die ersten spannenden Geschichten rund um QRT, dessen Abenteuer seit Ende 2011 in “Dein Spiegel” erscheinen. Gleich zu Anfang wird der Leser durch die perspektivischen Zeichnungen, die vom Großen des Weltraums bis hin zum kleinen Ort, in dem QRT landet, in die Abenteuer hineingezogen. Der Leser bibbert mit QRT mit, wenn er wieder mal droht aufzufliegen, und schmunzelt, wenn sich QRT seltsam benimmt. Insgesamt humorvolle, leichte Unterhaltung für Kinder. Empfohlen.”
Ulrike Dansauer

“ZuckerschĂ€del” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Donnerstag, den 15. Oktober 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “ZuckerschĂ€del” von Charles Burns (Reprodukt) vorgestellt:

“Der lange angekündigte 3. Teil der Erlebnisse von Doug (Teil 2: ‘Die Kolonie’, ID-A 31/12) zeigt diesen in der realen(?) Welt nun als Erwachsenen (der an Elvis Presley erinnert). Er lebt als PlattenverkĂ€ufer ein durchschnittliches Leben mit einer sehr verstĂ€ndnisvollen Partnerin und ist seit mehr als einem Jahr trockener Alkoholiker. Doch dann geht er zu einem Konzert seiner ehemaligen Band, trifft dort auf alte Bekannte und wird, getrieben von Erinnerungen, rückfĂ€llig. Nachdem er so mit der Vergangenheit konfrontiert wurde, macht er sich auf den Weg, seine alte Liebe wiederzufinden und sich seiner Schuld zu stellen. Aufgrund dieser Geschichte werden auch die Erlebnisse von Johnny in der albtraumhaften Parallelwelt verstĂ€ndlicher. Abschluss der Trilogie, deren Ende jedoch weiterhin offen bleibt. Optisch den klassischen Comics verbunden, inhaltlich aber deutlich experimenteller ist die Trilogie für erwachsene Leser geeignet, die Comics jenseits des Mainstreams lesen. Als Einzelband nicht sinnvoll, als Abschluss der Trilogie jedoch unverzichtbar.”
Frauke Tensfeldt

“Pablo 4: Picasso” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Dienstag, den 22. September 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Pablo 4: Picasso” von Julie Birmant & ClĂ©ment Oubrerie (Reprodukt) vorgestellt:

“Der 4. und letzte Band der Picasso-Biografie in Graphic-Novel-Form (1. Teil “Max Jacob”, IDA26/13, 2. Teil “Apollinaire”, ID-A 10/14, 3. Teil “Matisse”, ID-A 8/15) erzĂ€hlt davon, wie die Beziehung zwischen Picasso und Fernande langsam in die Brüche geht. Nachdem die beiden beschließen, ein Waisenkind zu adoptieren, stellt Fernande fest, dass sie keine gute Mutter ist und gibt das Kind kurzerhand zurück, was Picasso verĂ€rgert. WĂ€hrend sich die beiden zunehmend auseinanderleben, entdeckt Picasso die afrikanische Kunst und malt das berühmte und zunĂ€chst kaum verstandene Skandalwerk “Les Demoiselles d’Avignon”.
Georges Braque ist der Einzige, der seinen neuen Stil versteht und zu ihm hĂ€lt. Doch auch die restliche Kunstszene entdeckt bald, dass Picasso eine neue Epoche in der Malerei erfunden hat. Fernande aber verblasst in seinen Erinnerungen. Wie schon in den vorherigen BĂ€nden trĂ€gt der wackelig-grobe Zeichenstil zur künstlerischen AtmosphĂ€re des Werks bei. Der Schluss ist leider etwas abrupt. Ein Nachwort hĂ€tte das 4-bĂ€ndige Werk sicherlich abgerundet. Zur abschließenden ErgĂ€nzung des Werks empfohlen.”
Maria-Inti Metzendorf

“Ariol 4″ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Freitag, den 28. August 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Ariol 4 – Eine ganz schöne Kuh” von Emmanuel Guibert & Marc Boutavant (Reprodukt) vorgestellt:

“Ariol ist mit seinem Freund Ramono bei seinen Großeltern zu Besuch. Wegen einer Stechmücke wandert er nachts aufs Sofa aus – aber Oma Annette hat die gleiche Idee und setzt sich auf Ariol drauf. Damit ist die Nacht zwar gelaufen, trotzdem wartet noch eine schöne Überraschung auf die Kinder. In der Stadt und in der Schule herrscht Panik: Die Vogelgrippe geht um! Ein andermal soll Ariols Klasse fotografiert werden. Ariol nutzt die Gelegenheit, beim Fotograf ein Foto seiner angebeteten Petula zu bestellen. Aber als er den Umschlag öffnet, erwartet ihn eine böse Überraschung. Außerdem gehen in der Schule Flöhe um. Die Geschichten rund um Esel Ariol (zuletzt ID-A 50/14) sind recht realitĂ€tsnah, sowohl aus der Sicht des Kindes als auch aus der Sicht des erziehenden Erwachsenen. Bei “Diskokwien” merkt man allerdings, dass die Geschichten schon Ă€lter, aber trotzdem durch die Grundmuster des Eltern-Kind-Alltags aktuell sind. Manchmal sind die Pointen recht schwach; die Reihe “Baby Blues” (zuletzt ID-A 33/14) ist im Vergleich ebenso treffend, aber witziger und bissiger. Trotzdem empfohlen.”
Ulrike Dansauer

“Die Heimatlosen” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Donnerstag, den 6. August 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Die Heimatlosen” von Paco Roca (Reprodukt) vorgestellt:

“Der erfolgreiche spanische Comiczeichner Roca (zuletzt “Kopf in den Wolken”, ID-A 43/13, “Der Winter des Zeichners”, ID-B 47/12) erzĂ€hlt in diesem sehr umfangreichen Werk die vergessene Geschichte der im 2. Weltkrieg auf Seiten der Alliierten kĂ€mpfenden, republikanischen Spanier. Dies gelingt ihm, indem er historische Ereignisse in ein individuelles Schicksal einzubetten weiß. Eine dem Autor Ă€hnliche Figur besucht einen in Frankreich lebenden, hochbetagten Senior, den Kriegsveteran Miguel, und beginnt, Erinnerungen an dessen Kampfjahre zu wecken. So wechselt der Comic zwischen dem mehrtĂ€gigen GesprĂ€ch der beiden und den Berichten Miguels über seine Flucht aus Spanien, die Jahre in nordafrikanischen Arbeitslagern und die KĂ€mpfe in den Freien Französischen StreitkrĂ€ften. Die an die Ligne claire angelehnten Zeichnungen differenzieren aufgrund der unterschiedlichen Koloration (ein Markenzeichen Rocas) die verschiedenen ErzĂ€hlstrĂ€nge gekonnt. Das mit historischen Details reich gespickte, empfehlenswerte Werk beleuchtet eine bisher eher unbekannte Facette des 2. Weltkriegs. Für historisch Interessierte.”
Maria-Inti Metzendorf

“Blast 4″ – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Montag, den 6. Juli 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Blast 4: Hoffentlich irren sich die Buddhisten” von Manu Larcenet (Reprodukt) vorgestellt:

“‘Die Qualen des unförmigen Riesen Polza Mancini und jene seiner Opfer werden am Ende der Reise nebeneinandergestellt: Jahre nach Mancinis Verhör lĂ€sst Manu Larcenet die beiden Polizisten einem Fernsehteam von ihren Ermittlungen berichten und stellt damit die Eindrücke und Erwartungen des Lesers auf den Kopf. Wie ein Puzzlespiel fügen sich die einzelnen Teile der ErzĂ€hlung zu einem einheitlichen Ganzen und lassen Polza Mancinis abgründige Seele erahnen.’ (Verlagstext). 4. und abschließender Band der naturalistischatmosphĂ€risch gezeichneten ErzĂ€hlung, die auch die düstere Seite der menschlichen Natur zeigt (zuletzt Band 3: “Augen zu und durch”, ID-A 22/14). Verstörend und bewegend, zur Komplettierung in allen Bibliotheken.”

“Ethel & Ernest” – Besprechung des ekz.bibliothekservice

Montag, den 27. April 2015

Im Besprechungsdienst fĂŒr öffentliche Bibliotheken des ekz.bibliotheksservice wurde “Ethel & Ernest” von Raymond Briggs (Reprodukt) vorgestellt:

“Ethel und Ernest lernen sich 1928 kennen und führen bis zu ihren Tod 1971 ein völlig normales Leben in Zeiten großer Umbrüche. Selten sind sie einer Meinung: WĂ€hrend der sozialistisch eingestellte Ernest sich vom Fortschritt begeistern lĂ€sst, bleibt Ethel konservativ und vergeblich bestrebt, nicht zur Arbeiterklasse zu gehören. Dennoch spürt man eine stille, eheliche Harmonie, wenn R. Briggs, vor allem bekannt für seine Kinderbücher, z.B. “Der Schneemann”, liebevoll, aber mit einer gewissen objektiven Ehrlichkeit von seinen Eltern erzĂ€hlt. Briggs geht auf den knapp 100 Seiten nicht in die Tiefe, vielmehr reiht er (sehr) kurze Episoden lose und teils etwas abrupt aneinander. Im Original bereits 1998 erschienen, wirken die Zeichnungen nicht altmodisch, eher zeitlos. Mit ihren bunten Kreidefarben und ihrer vermeintlichen Einfachheit lassen sie dem Leser Raum, zwischen den Panels zu lesen, was trotz der vielen zeitgeschichtlichen Ereignisse ohne tiefere Kenntnisse möglich ist. Die Stimmungen der Zeichnungen und des Seitenaufbaus werden schön durch das Handlettering unterstützt. Gern empfohlen.”
Katja Ganzenmüller