Graphic Novels
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Monatsarchiv für Februar 2008

“Die Suche” – Holocaust-Comic in der Presse

Mittwoch, den 27. Februar 2008

Die SucheDer Comic “Die Suche”, der im Zeichenstitl der belgischen Ligne Claire die Shoah thematisiert, wurde bereits vielerorts besprochen und als Phänomen wahrgenommen, beispielsweise auf Spiegel Online oder in “Die Welt”).

Jutta Harms, verantwortlich fĂĽr die Pressearbeit von Editon Moderne, Reprodukt – und seit kurzem auch fĂĽr den Berliner Avant-Verlag und die Wuppertaler Edition 52 –, wurde in der vergangenen Woche von Michael Kimmelmann von der “New York Times” zu diesem Thema befragt, nicht zuletzt, weil sie 2005 gemeinsam mit Katja LĂĽthge die Ausstellung “Mit Supermann fing alles an – JĂĽdische KĂĽnstler prägen den Comic” kuratiert hatte, die in der Galerie Neurotitan im Haus Schwarzenberg gezeigt wurde. Im Haus Schwarzenberg in Berlin ist auch das Berliner Anne Frank-Zentrum beheimatet, ein Pendant zum Anne Frank-Haus in der Niederlande, das als Herausgeber von “Die Suche” verantwortlich zeichnet. Pressestimmen zur Ausstellung “Mit Supermann fing alles an” von 2005 finden sich bei “Der Tagesspiegel” und www.hagalil.com.

Auch der Artikel der “New York Times” lässt sich online nachlesen:

No Laughs, no Thrills and Villains All Too Real

BERLIN — The other morning Jens Augner, slight and owlish, a schoolteacher in his 40s, quizzed his eighth-grade class of 13- and 14-year-olds at the Humboldt Gymnasium, a local school. As part of a trial program, he has just introduced a new history textbook into the curriculum: to be exact, a comic book about the Holocaust, called “The Search.”

Among other things, the book shows how far comics have come as a cultural medium taken seriously here, but also that the Holocaust has come a long way too, as a topic to be freshly considered by a new generation of German teenagers.

(…) Ask many Germans now in their 20s, 30s and 40s, and they will describe elementary and high school history classes that virtually cudgeled them into learning about Nazis and the Holocaust. The other morning Jutta Harms recalled her class in a small town in the north of West Germany during the late 1970s. Ms. Harms now works for Reprodukt, a leading Berlin publisher of graphic novels.

“Students had to fight to talk freely about the war,” she recounted, “and, being confronted in class by the emotions of the teachers, there wasn’t any space to feel for ourselves.” The comic book, she went on, is therefore a welcome sign of change.” mehr

“Die Allgegenwart des groĂźen FĂĽhrers”

Montag, den 25. Februar 2008

9783938511312.jpgIn der heutigen Ausgabe der Berner Tageszeitung “Der Bund” bespricht Christian Gasser (siehe Meldung von gestern) “Pjöngjang” von Guy Delisle:

Die Allgegenwart des Grossen FĂĽhrers

Der Comic-Autor Guy Delisle legt mit «Pjöngjang» seine Chronik des nordkoreanischen Alltags vor

Zwei Monate verbrachte der Frankokanadier Guy Delisle in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang, um die Produktion eines Animationsfilms zu beaufsichtigen. Die Eindrücke verdichtete er zu einem unterhaltsamen Buch, einer Mischung aus Tagebuch und Reportage.

In Nordkorea wird der ausländische Besucher am Flughafen von Pjöngjang mit einem Blumenstrauss begrüsst. Der Blumenstrauss ist aber nicht für den Gast bestimmt: «Das war der erste Kulturschock», erinnert sich Guy Delisle, «ich wurde vor eine 22 Meter hohe Statue von Kim Il-Sung geführt und musste die Blumen dort ablegen und mich dann tief und respektvoll vor dem Grossen Führer verbeugen.»

Den ganzen Artikel kann man bei www.espace.ch lesen und als PDF-Datei herunterladen.

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Comics im Deutschlandradio

Sonntag, den 24. Februar 2008

3938511621.jpgAm 21. Februar war Christian Gasser in der Sendung “Corso” im Deutschlandradio zu Gast. Anlass war die Lesereise zu seinem neu erschienenen Erzählungsband “Blam! Blam! Und Du bist tot!” (erschienen bei Edition Tiamat).

Im Interview erzählt der Schweizer Autor und Journalist von seiner Faszination für Comics und spürt der Anziehungskraft von Arbeiten der Autoren wie Marjane Satrapi (Edition Moderne), Frederik Peeters (Reprodukt) oder Art Spiegelman (S. Fischer Verlage) nach. Der rund zehnminütige Beitrag lässt sich im empfehlenswerten Radio-Player des Deutschlandfunks anhören.

“Die Drecksarbeit der Erinnerung”

Freitag, den 22. Februar 2008

3938511664.jpgAutobiografische und autobiografisch inspirierte Graphic Novels stellen Stefan Pannor und Jörg Böckem auf Spiegel Online vor.

Unter dem Titel “Die Drecksarbeit der Erinnerung” werden mit “Liebe schaut weg” von Line Hoven , “AuĂźer Dienst” von Lewis Trondheim (beide Reprodukt), “Warum ich Pater Pierre getötet habe” von Alfred und Olivier Ka (Carlsen Comics), “Little Star” von Andy Watson (Modern Tales) sowie “Fun Home” von Alison Bechdel (Kiepenheuer & Witsch) “tragische und komische Lebensbeichten” vorgestellt.

“Grafische Romane” statt Comics

Freitag, den 22. Februar 2008

Veränderungen auf dem Buchmarkt beobachtet Jens Dirksen in einem Artikel auf der Internetseite der “Westfälischen Rundschau”:

“Grafische Romane” statt Comics

Zehn Jahre ist es her, dass die japanischen Mangas auf ihrem weltweiten Eroberungsfeldzug auch deutsche Kinder- und Jugendzimmer besetzten. Heute haben sich die Kulleraugen-Strips zu Stammgästen der groĂźen deutschen Buchmessen entwickelt. Die halbwĂĽchsigen Fans spielen in Ganzkörper-KostĂĽmen filmreif “Anime”, Mangas gibt es ja auch auf der Leinwand. Von den zehn erfolgreichsten Comics 2007 waren sieben Mangas, MarktfĂĽhrer Carlsen hat mit den Autoren Masashi Kishimoto und Eiichiro Oda die beiden stärksten Zugpferde im Stall.

Ăśberbordende Massenproduktion

Doch mit 1,5 bis 2 Millionen Lesern scheint der Manga-Markt hierzulande die Grenzen des Wachstums erreicht zu haben; er ist dank einer überbordenden Massenproduktion ziemlich gesättigt. So sinnen die findigen Verlagsmanager der Comic-Branche schon seit einer geraumen Weile auf neue Marktlücken, die sie in lukrativer Manier stopfen können.

Das dĂĽrfte die Stunde der “Graphic Novels” sein, mit denen sich auch mancher Buchhändler leichter anfreundet als mit Manga-Heftchen: Diese Mischform aus Roman und Comic gibt es schon länger, aber sie ist bislang eher mit einzelnen Titeln hervorgetreten denn als Genre. mehr

“Black Hole” – Verfilmung geplant

Donnerstag, den 21. Februar 2008

3931377067.jpgWie das Branchenfachblatt “Variety” meldet, kĂĽndigt sich eine interessante Verfilmung eines Graphic Novel-Stoffes an. Charles Burns “Black Hole” (erschienen bei Reprodukt), eine so behutsam wie dĂĽstere Mischung aus Coming-Of-Age-Geschichte und Körperhorror, die im Seattle der späten 1970er angesiedelt ist, soll in absehbarer Zeit in die Kinos kommen. Regie fĂĽhren soll David Fincher, der sich mit verschiedenen psychologischen Horrorfilmen (z.B. “Sieben”) einen Namen gemacht hat, das Drehbuch stammt aus der Feder Roger Avarys (“Pulp Fiction”) und Neil Gaimans, der als Roman- und Comicautor (u.a. “Sandman”, “Die Wölfe in den Wänden”, erschienen bei Carlsen) bekannt ist. Auch wenn noch kein genauer Termin bekannt ist, so lassen die Namen der Beteiligten schon Bestes hoffen.

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Comicverfilmungen hatten sich in der Vergangenheit hauptsächlich an Vorlagen aus dem Superhelden-Genre gehalten. “Spiderman”, “Batman” etc. wurden so auch in ihren Adaptationen fĂĽr die Leinwand zu groĂźen Kassenerfolgen. Doch es hat auch eine Reihe von weiteren Ăśberschneidungen bezĂĽglich Comics und Film gegeben: Zum einen Verfilmungen von Graphic Novels, oder allgemein von Nicht-Superhelden-Comics, wo zum Beispiel Terry Zwigoffs gelungene Verfilmung von Dan Clowes “Ghost World” (Comic erschienen bei Reprodukt) zu nennen wäre. DarĂĽber hinaus haben sich Comic-Autoren auch als Film-Autoren einen Namen gemacht, darunter auch besagter Dan Clowes mit “High School Confidential” oder der nun auch an “Black Hole” beteiligte Neil Gaiman.

“Pauls Ferienjob” von Michel Rabagliati

Mittwoch, den 20. Februar 2008

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Montreal in den später 1970ern: Nachdem Paul die Schule vorzeitig verlassen hat, verbringt er, pleite wie er ist, zwangsläufig den Sommer bei seinen Eltern. Als ein Freund ihm anbietet, als Begleiter in ein Feriencamp mitzukommen, willigt er ein und betreut einige Wochen lang unterprivilegierte Kinder. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, beginnt er zunehmend die Zeit mit den Kindern und anderen Begleitern und vor allem Begleiterinnen zu genießen.

“Pauls Ferienjob” erzählt eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von Freiheit und Verantwortung. Lustig und ergreifend zugleich erzählt der kanadische Autor Michel Rabagliati eine Geschichte, die so oder ähnlich jeder von uns schon selber erlebt hat.

Michel Rabagliati wurde 1961 in Montreal geboren und wuchs mit den französischen Comic-Klassikern wie “Spirou”, “Gaston” und “Tim und Struppi” auf. Bevor er sich dem Zeichnen von Comics zuwandte war er einige Jahre als Designer und Illustrator tätig, seine Arbeiten wurden unter anderem im “Wall Street Journal” und in der “Chicago Tribune” veröffentlicht. Als er vom kanadischen Comicverlag “Drawn & Quarterly” gefragt wurde, ob er ihnen ein neues Verlagslogo gestalten könnte, flammte seine Liebe zu Comics neu auf und er wurde schlieĂźlich selbst zum Autor. Seit 1999 hat er – vor allem eben bei “Drawn & Quarterly” – eine Reihe von Comics veröffentlicht und erhielt 2001 den renommierten Harvey Award als bestes Talent.

Pauls Ferienjob, ISBN 978-3-935229-58-6, 156 Seiten, s/w, broschiert, 17 Euro, erscheint im Mai bei Edition 52

“The King” – Neue Graphic Novel bei Edition 52

Dienstag, den 19. Februar 2008

king_cvr.jpgEin mysteriöser Elvis-Imitator, der sein Gesicht stets unter einem goldenen Helm verbirgt, reiĂźt mit seinen verblĂĽffend authentischen BĂĽhnenauftritten sein Publikum allabendlich zu BegeisterungsstĂĽrmen hin. Er umgibt sich mit einer seltsamen Entourage aus mehr oder weniger zwielichtigen Personen, die ihn – genau wie seine wachsende Fangemeinde – als messiasähnliche Figur verehren. Der erfolglose Reporter Paul Erfurt heftet sich an die Fersen des „King“ in der Hoffnung, dessen wahre Identität herauszufinden. In mehreren Interviews versucht er, sein Geheimnis zu lĂĽften, doch der „King“ weicht den Fragen des Reporters geschickt aus. Auch die Recherchen des mit Erfurt befreundeten Privatdetektivs Dave fĂĽhren vorerst zu keinem Ergebnis.

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Immer tiefer tauchen die beiden ein in die Gedankenwelt des „King“, zunehmend fasziniert und immer weniger in der Lage, professionelle Distanz zu wahren. – doch dann nimmt die Geschichte eine verblĂĽffende Wendung …

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Eine wunderbare Geschichte des IGNATZ- Preisträgers Rich Koslowski, nicht nur für wahre Elvis-Fans.

ISBN 978-3-935229-59-3, 226 Seiten, zweifarbig, broschiert, 17 Euro, erscheint im Mai bei Edition 52

“Mawil, der ‘Woody Allen des deutschen Comics’”

Dienstag, den 19. Februar 2008

Am Freitag, dem 15. Januar 2008 erschien im deutschsprachigen, aber in Belgien erscheinenden “Grenz-Echo” eine ganze Seite zu Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, “Action Sorgenkind”, Reprodukt) als Beispiel fĂĽr die vielbeachtete deutsche Autorenszene. Leider lässt sich der Artikel nicht online nachlesen, hier aber zumindest ein Eindruck von der Seite.

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“Olaf G.” von Lars Fiske und Steffen Kverneland

Montag, den 18. Februar 2008

Olav G.Olaf Gulbransson war der Star des legendären Satire-Magazins «Simplicissimus». Zwei junge Norweger feiern ihren Landsmann jetzt mit einer gezeichneten Biografie.

Seine Blätter «sind nahezu zeitlos. Der Strich ist so modern, dass er von morgen sein könnte»: Das sagt sein Landsmann und Kollege Steffen Kverneland (*1963). Zusammen mit dem drei Jahre jüngeren norwegischen Comic-Künstler Lars Fiske hat Kverneland sich aufgemacht, das kulturelle Erbe des grafischen Genies mit dem Janusgesicht zu suchen.

Gulbransson, der 1902 zum Münchner Satire-Magazin «Simplicissimus» gestossen war und rasch zu dessen Star avancierte, war in Norwegen zeitweilig Persona non grata – hatte er doch die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen und auf Wunsch auch für die Nazis gezeichnet. Die knapp 190-seitige biografische Graphic Novel «Olaf G.», die von den beiden Comiczeichnern 2004 vorgelegt wurde und die jetzt auf Deutsch erschienen ist, beschönigt da nichts. Als Faksimile ist etwa der Brief von 1933 abgedruckt, in dem der kritische, bissige Gulbransson zusammen mit anderen Redaktionsmitgliedern der Gleichschaltung des «Simplicissimus» zustimmt und unterschreibt, jede «Verächtlichmachung oder Verhöhnung» der «heutigen Bewegung» zu vermeiden.

Olaf G., ISBN 978-3-939080-26-8, 184 Seiten, farbig, 21 x 16,5 cm, Hardcover, 24,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Joann Sfars politischer «Klezmer»-Comic verdient eine Hymne”

Sonntag, den 17. Februar 2008

illu_78_m.jpgAlexandra Kedves lobt im ZĂĽrcher “Tagesanzeiger” vom 16. Februar Joann Sfars “Klezmer”:

“Joann Sfars politischer «Klezmer»-Comic verdient eine Hymne” 

Klezmer ist mehr als Folklore: Joann Sfar zeichnete eine Bildergeschichte ĂĽber eine wilde Musikertruppe.

Hier spielt die Musik! Ein Gesang ist allein schon der 15-seitige Essay, den der studierte Philosoph Joann Sfar an seinen Comic «Klezmer, Die Eroberung des Ostens» angehängt hat. Dieses Lied geht übers Judentum, schliesslich ist Sfars Mutter aschkenasischer und der Vater sephardischer Herkunft. Es geht über Palästina und Unterdrückung, Holocaust und Erinnerung, über Kunsthandwerk, das Tradition bloss konserviert, und Kunst, die Tradition neu belebt. Es geht um Chagall und Sempé, den Erzähler Isaak Babel und den Zeichner Hugo Pratt und, natürlich, über Musik. mehr

Arne Bellstorf – “Vom Leben gezeichnet”

Samstag, den 16. Februar 2008

Vom Leben gezeichnetIm Kunsthaus Dresden sind erstmalig Originalseiten aus Arne Bellstorfs Serie “Vom Leben gezeichnet” zu sehen, die seit 2006 alle vier Wochen in der Sonntagsausgabe des Berliner “Tagesspiegel” erscheint – abwechselnd zwischen Beiträgen der Berliner Zeichner Tim Dinter, Flix und Mawil. Auf www.bellstorf.com gibt es die oben gezeigte Seite in einer größeren, besser lesbaren Variante zu sehen.

Während die sehenswerte Ausstellung Kopfkino im Kunsthaus Dresden noch bis zum 20. April gezeigt wird, läuft ein Rahmenprogramm, auf das wir hier in unregelmäßigen Abständen hinweisen möchten. Der nächste Termin, ein Vortrag von Klaus Fischer zu e.o. plauens “Vater und Sohn”, findet am Donnerstag, den 28. Februar um 19 Uhr statt. Näheres zu dieser und weiteren Veranstaltungen findet sich auf der Website des Kunsthaus Dresden.

“Ghost World” von Daniel Clowes – Neuauflage im März 2008

Samstag, den 16. Februar 2008

Ghost WorldKnapp zwei Jahre war eine wegweisende Graphic Novel der neunziger Jahre vergriffen: Daniel Clowes’ “Ghost World”. Zur Leipziger Buchmesse im März 2008 wird nun die Neuauflage bei Reprodukt vorgelegt.

Die 90er. Irgendwo in den USA. Ein Städtchen wie jedes andere: Shopping Malls, Sexshops und Fast Food Restaurants. Die Zeit steht still, seit die beiden unzertrennlichen Freundinnen Enid und Rebecca ihren College-Abschluss gemacht haben.

Ghost World Seite 6

Ihre Langeweile vertreiben sie sich damit, sich ĂĽber ihre ehemaligen MitschĂĽler lustig zu machen und fantastische Zukunftspläne zu schmieden. Und obwohl sie eigentlich “nur so rumhängen”, ist am Ende des Sommers nichts mehr so wie es einmal war. Die Teenager haben sich in junge Frauen verwandelt, eine innige Freundschaft ist auseinander gegangen und die Stadt, die doch immer so vertraut schien, zur “Ghost World” geworden.

Daniel ClowesDaniel Clowes erzählt höchst subtil eine nur auf den ersten Blick bekannte Coming-of-Age Geschichte. Seine knappen Dialoge, die mit sparsamen Mitteln die Figuren präzise charakterisieren, und seine meisterhaften Zeichnungen haben “Ghost World” zu einem Kultbuch gemacht.

2001 wurde “Ghost World” erfolgreich von Terry Zwigoff nach einem Drehbuch von Daniel Clowes verfilmt. Thora Birch (“American Beauty”) und Scarlett Johansson, in einer ihrer ersten tragenden Rollen, bringen Enid und Rebecca auf der Leinwand zum Leben.

Ghost World, ISBN 978-3-931377-24-380 Seiten, zweifarbig, 26 x 17 cm, Softcover, erscheint im März 2008 bei Reprodukt

Foto © Peter DaSilva fĂĽr “The New York Times”

Adrian Tomine – Neue Website

Donnerstag, den 14. Februar 2008

Adrian Tomine WebsiteAdrian Tomine zum Zweiten: Seit einigen Tagen hat Adrian Tomine endlich eine eigene Website online, einfach und ĂĽbersichtlich gestaltet von Jonathan Bennett. Auf www.adrian-tomine.com gibt es einen Ăśberblick ĂĽber Adrians Schaffen als Comiczeichner und Illustrator fĂĽr “The New Yorker”, “The New York Times Magazine” sowie “Giant Robot” und andere Zeitungen und Zeitschriften.

AuĂźerdem präsentiert er seine (beinahe) komplette Bibliografie und bietet Originale wie die unten abgebildete Illustration aus “Halbe Wahrheiten” zum Verkauf an.

Titel Shortcomings

“Halbe Wahrheiten” – Neue Graphic Novel von Adrian Tomine bei Reprodukt

Donnerstag, den 14. Februar 2008

Mit ein wenig Verspätung erscheint im Mai bei Reprodukt eine neue Graphic Novel von Adrian Tomine. Nach dem Erfolg des inzwischen fast ausverkauften “Sommerblond” markiert “Halbe Wahrheiten” einen weiteren Schritt im Schaffen des Amerikaners. War er bis jetzt vor allem fĂĽr sein Talent zu knappen und präzisen Kurzgeschichten aus dem Alltag von Jugendlichen seiner Generation bekannt, wird der neue Band aus einer kompletten Erzählung ĂĽber eine Strecke von 96 Seiten bestehen.

Halbe Wahrheiten
Ben Tanaka ist Ende 20, sarkastisch, egozentrisch, orientierungslos. Seine Arbeit als Filmvorführer in Kalifornien füllt ihn nicht wirklich aus, die Beziehung mit Miko ist nach vielen Jahren festgefahren, auch die sonst so anregenden Gespräche mit seiner beste Freundin, der lesbischen Alice, interessieren ihn nicht mehr so recht. Als Miko wegen eines Jobs für einige Zeit vom heimischen Kalifornien nach New York zieht, spitzen sich die Dinge plötzlich zu: Im Kino übt eine blonde Performance-Künstlerin eine unwiderstehliche Anziehung auf Ben aus…

Halbe Wahrheiten S2 tomin_portrait.jpgAdrian Tomine, geboren am 31. Mai 1974, veröffentlichte schon im Alter von 16 Jahren seine ersten Comics. 1994 begann er, die vorher im Eigenverlag erschienene Reihe “Optic Nerve” bei Drawn & Quarterly zu veröffentlichen, in der seine Comics bis heute erstveröffentlicht werden.

Seit Mitte der Neunziger gehört Adrian Tomine, der neben seiner Comic-Karriere noch die Zeit fand, Englische Literatur in Berkeley zu studieren, zu den gefragtesten Zeichnern in den USA. Seine Illustrationen zieren Magazine wie den “Rolling Stone”, “The New Yorker” und “Time Magazine” und auch Bands wie Weezer und vor allem die Eels, fĂĽr die er schon zwei CD-Booklets gestaltet hat, sind von seinen Arbeiten begeistert.

Reprodukt bietet zwölf Seiten aus “Halbe Wahrheiten” als ProbelektĂĽre zum Download an.

Halbe Wahrheiten, ISBN 978-3-938511-39-8, 104 Seiten, schwarzweiĂź, 26 x 17 cm, Klappenbroschur, 13 EUR, erscheint im Mai bei Reprodukt

“Gezeichnet fĂĽrs Leben”

Mittwoch, den 13. Februar 2008

Fun HomeUnd gleich noch mal Presse: Sebastian Fasthuber hat fĂĽr “Der Standard” vom 13. Februar 2008 Alison Bechdels “Fun Home” besprochen:

“Gezeichnet fĂĽrs Leben”

Die US-Cartoonistin Alison Bechdel hat ihre Geschichte in einem Comic-Roman verarbeitet. “Fun Home” wurde in den USA zu einem sensationellen Erfolg

Wien – Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. KĂĽrzlich wurde Alison Bechdel bei sich zu Hause in Vermont von einem deutschen Kamerateam besucht, das in ihre Privatsphäre eindrang, um eine Homestory ĂĽber sie zu drehen. Die Comic-Zeichnerin schnappte sich ihre Digitalkamera, filmte ihrerseits die Journalisten bei der Arbeit und stellte das Video unter dem Titel “German Invasion” auf YouTube.

Dykes To Watch Out For (“Lesben, vor denen man sich in Acht nehmen sollte”): So heiĂźt die Cartoon-Serie, die Bechdel seit 1983 zeichnet und die in den USA in diversen schwul-lesbischen Medien abgedruckt wird. Ihr bis dato größter Erfolg und das Crossover zur sogenannten Hochkultur samt Eintrag in der New York Times-Bestsellerliste gelang der 47-Jährigen jedoch 2007 mit dem “Familiy Tragicomic” (so der Untertitel) Fun Home, einem autobiografischen Comic-Roman ĂĽber ihr Heranwachsen in einem kleinen Ort in Pennsylvania. mehr

“Subtile Liebe zum Stereotyp”

Mittwoch, den 13. Februar 2008

KopfkinoOle Frahm schreibt in der “Frankfurter Rundschau” vom 12. Februar einen intelligenten Artikel zur Ausstellung Kopfkino im Kunsthaus Dresden:

Subtile Liebe zum Stereotyp

Zwei vermummte Kinder lungern vor dem Klassenzimmer. Es sind Heiden, die am Gottesdienst nicht teilnehmen mĂĽssen. Durch die Lautsprecher dringt verknackst die Stimme des religiösen Rektors. Die Kinder wissen, dass es keinen Gott gibt: “Es gibt nur Bilder von Gott” – und eines dieser Bilder versteckt der Rektor im Luftschutzkeller der Schule. Es ist eine Micky Maus mit einem Krummsäbel in der Hand.

Amanda Vähämäkis verstörender Comic “Ein Abbild Gottes” eröffnet die Ausstellung “Kopfkino” im Kunsthaus Dresden. Gott ist tot, wie schon Nietzsche feststellte, aber seine Schatten werden uns noch in dem weltberĂĽhmten Bild von Disneys Maus gezeigt. Dass die heidnischen Kinder mit ihren Motorradmasken an die Selbstinszenierung fundamentalistischer Terroristen erinnern, macht die Deutung nicht einfacher.

Vähämäkis Bildserie versammelt aber alle wichtigen Motive der ersten großen Comic-Ausstellung aktueller wie unabhängiger europäischer Produktion seit vielen Jahren. Es ist eine Reflexion bestehender Bilder und Stereotypen durch einen persönlichen Strich, der aber nicht einfach der Typisierung der Massencomics entgegensteht, sondern dessen Bildstragien eingehend reflektiert. Die Protagonisten dieser Reflexion sind Kinder. Sie lesen nicht nur gerne Comics, sondern leben in der entsprechenden Bildwelt. mehr

“Nicht ansteckendes Lächeln”

Dienstag, den 12. Februar 2008

9783938511312.jpgEinen groĂźartigen Verriss von “Pjöngjang” hat Lena Schiefler fĂĽr die “Junge Welt” vom 6. Februar geschrieben:

Nicht ansteckendes Lächeln

Vielen Dank für die Kimjongilijas: Ein Comiczeichner hat Nordkorea bereist. Er wäre wohl besser zu Hause geblieben

Der frankokanadische Comiczeichner Guy Delisle hat vor einiger Zeit erst China bereist, dann Nordkorea. Im Dezember ist sein Buch »Pjöngjang« auf Deutsch erschienen. In Bildern, die nicht gerade sparsam beschriftet sind und selten überraschen, erzählt es vom eintönigen Dasein des Protagonisten Guy, der im Handgepäck kein Wörterbuch, dafür Orwells »1984« und die übliche Portion antikommunistischer Vorurteile mit sich führt. Sie werden alle bestätigt. Sonst passiert nichts.

Guy ist für eine große französische Animationsfirma tätig. Er beaufsichtigt als Supervisor die Arbeit an einem Zeichentrickfilm. Die Firma hat sich aus rein ökonomischen Gründen für das Billiglohnland entschieden. Es werden nur die Bilder gemalt, bei denen nichts schief gehen kann. Der Rest kommt aus Paris. Guy findet den Job zäh, die Zeichner lahm. Auf den Straßen dominieren Erscheinungsformen von Kim Jong Il und Kim Il Sung – Statuen, Gemälde, Lieder und rote Sternblumen, sogenannte Kimjongilias. mehr

“Dri Chinisin”, “Im Museum” im Literaturhaus Stuttgart

Montag, den 11. Februar 2008

Dri ChnisinKeine Graphic Novel, aber ein Schnittpunkt zwischen Literatur und Comic wird in einer Ausstellung in Stuttgart präsentiert: Das Literaturhaus Stuttgart zeigt vom 4. April bis zum 29. Mai eine Ausstellung mit AuszĂĽgen aus “Im Museum”, dem Comic-Strip, den Jan-Frederik Bandel und Sascha Hommer seit fast einem Jahr täglich und in vier Farben fĂĽr die “Frankfurter Rundschau” gestalten.

Auch Originalzeichnungen aus Sascha Hommers Adaption von “Dri Chnisin”, entstanden nach einer Kurzgeschichte von Brigitte Kronauer fĂĽr das “Schreibheft” Nr. 68 (Thema Comic und Literatur), wird gezeigt. Die Vernissage findet am Donnerstag, den 3. April ab 20 Uhr statt. Im Mittelpunkt wird dabei ein Gespräch zwischen Jan-Frederik Bandel, Sascha Hommer und Brigitte Kronauer stehen, ergänzt um eine Lesung von Brigitte Kronauer.

Literaturhaus Stuttgart, BreitscheidstraĂźe 4, D-70174 Stuttgart
Tel. (0711) 22 02 17 3, Fax (0711) 22 02 17 48
email: info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de

Comixfestival Fumetto Luzern, Schweiz

Montag, den 11. Februar 2008

Fumetto-KleberBei den zahlreichen Ausstellungen des empfehlenswerten Comixfestivals Fumetto in Luzern, das vom 12. bis zum 20. April stattfinden wird, werden auch Arbeiten der Reprodukt-Zeichner Christophe Blain (“Isaak der Pirat”, “Gus”, “Donjon – Morgengrauen”), CX Huth (“Hasenhäschen”) und ATAK (“WondertĂĽte”) ausgestellt. CX Huth und ATAK thematisieren in ihren Bildern – gemeinsam mit Kathi Käppel und Doerthe Elsterlehner, mit denen sie die KĂĽnstlergruppe “The Raindrops” bilden –, das Werk James Ensors.

Wer das Fumetto kennt, wird ahnen, dass auch die anderen Ausstellungen Interessantes und Überraschendes zu bieten haben: Ausgestellt werden in diesem Jahr: Ben Katchor, Nicolas Robel, Henning Wagenbreth, Christophe Badoux, Editions Drozophile, Florent Ruppert & Jerôme Mulot und Igort. Artist in Residence wird 2008 der Brite Tom Gauld sein. Zusätzlich werden die Gewinner des Zeichenwettbewerbs gekürt und ausgestellt. So gibt es wie jedes Jahr reichlich gute Gründe, der malerischen Stadt am Vierwaldstätter See im Frühling einen Besuch abzustatten.

Fumetto, Postfach 5163, CH-6000 Luzern 5
Tel. (0041) 41 412 1122, Fax (0041) 41412 1123
email: comix@fumetto.ch, www.fumetto.ch