Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Über uns Impressum

Monatsarchiv für April 2008

Mawil auf watchberlin.de

Dienstag, den 29. April 2008

Das Internetportal www.watchberlin.de stellt in kurzen Videos typische Bewohner der Hauptstadt vor. Neben Schauspielern, Currywurstbratern, Musikern und Busfahrern prÀsentiert sich auch Comiczeichner Mawil!

Joe Matt auf www.satt.org

Montag, den 28. April 2008

Ein aus dem Amerikanischen ĂŒbersetztes Interview mit Joe Matt sowie eine Kurzbiografie und eine ausfĂŒhrliche Rezension von “Peepshow” (Edition 52), geschrieben von Christopher Pramstaller, finden sich auf auf der Website von SuKuLTuR.

Joe Matt

Der arme Bastard Joe Matt
Ein Interview gefĂŒhrt von “Two Handed Man”
Übersetzung von Manfred Merbaul

Ich werde nie das erste Mal vergessen, als ich Joe Matts Comics las. Ich hatte nie zuvor etwas so Unterhaltsames und EnthĂŒllendes gelesen. Sein sauberes, klares Artwork und der schmerzhaft persönliche, manchmal derbe Stoff wirkten an der Schaffung eines wirklich einzigartigen und unvergesslichen Lese-Erlebnisses zusammen. Dennoch konnte ich mir nicht zusammenreimen, was sein Werk zu einer sooo lustigen LektĂŒre machte, also dachte ich mir, ich sollte nach Toronto fahren und versuchen, es herauszufinden. Durch Herrn Matts Intelligenz und Offenheit machte mir dieses Interview richtig Spaß. Hoffentlicht gefĂ€llt’s Ihnen! (Two Handed Man)

Two Handed Man (THM): Was einem wirklich auffĂ€llt, wenn man Ihre zwei BĂŒcher liest („Peepshow: The Cartoon Diary of Joe Matt“ und „The Poor Bastard“) ist die Zunahme Ihrer zeichnerischen FĂ€higkeiten vom ersten zum zweiten Buch. Was ist dafĂŒr verantwortlich? In welcher Weise waren die Einseiter im “Tagebuch” ein Experiment, ein Training fĂŒr Sie?

Joe Matt (JM): Wenn etwas dafĂŒr verantwortlich ist, dann nur Sachen wie das Studium von Spiegelmans „Maus” und des Werks anderer Zeichner, der Versuch zu vereinfachen. In meinen letzten zwei Heften war das Artwork einfacher, weil ich wie Spiegelmann versuchte, in OriginalgrĂ¶ĂŸe zu zeichnen. Ich wollte keine Verkleinerung des Artworks, ich wollte es zu hundert Prozent, also machte ich die Seiten in der GrĂ¶ĂŸe von Comicseiten, 8 mal 10 Zoll. Man muss vereinfachen, wenn man so klein arbeitet. Doch schließlich verkleinerte ich es im Comic auf 80%, weil es besser aussieht, wenn man es etwas strafft. Doch ja, ich bemĂŒhte mich bewusst um Vereinfachung. Was das Experimentieren mit den frĂŒheren One-Pagern betrifft, da war ich eher stark beeinflusst von „Krazy Kat“ und „Raw“ und dachte, ich hĂ€tte die Seiten gern groß oder so … Die ersten acht Ausgaben von „Raw“ liebte ich und dachte, eines Tages wĂ€re mein Buch so groß. Deshalb stopfte ich so viele Panels auf eine Seite, aber so hat’s nicht geklappt. So große BĂŒcher verkaufen sich nicht. Mir war damals nicht klar, dass die Leute keine riesigen BĂŒcher bestellen. Die GeschĂ€fte wollen sie nicht. mehr

AuszĂŒge aus diesem Interview sind in der aktuellen Nummer 102 des Comicfachmagazins “Comixene” erschienen.

Illustration © Joe Matt

“Lost Girls” – Neue Graphic Novel von Alan Moore und Melinda Gebbie

Freitag, den 25. April 2008

Moore gebbieMit “Lost Girls” erscheint bei Cross Cult pĂŒnktlich zum Comic-Salon in Erlangen eine neue Graphic-Novel aus der Feder von Alan Moore (“From Hell”, “Watchmen”, “V wie Wendetta”), der dort, wie bereits berichtet, fĂŒr sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Mit der von Melinda Gebbie umgesetzten Geschichte befasst Alan Moore sich mit einem Genre, das im Comic bisher nur selten mit literarischer QualitĂ€t verbunden wurde: Der Erotik.

Aus dem Pressetext: Lost Girls ist eine anspruchsvolle, fantasievolle, erotische Graphic Novel, die die sexuellen Abenteuer von drei der bekanntesten weiblichen Figuren des spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts beschreibt: Alice aus ALICE IM WUNDERLAND, Dorothy Gale aus DER ZAUBERER VON OZ und Wendy Darling aus PETER PAN. Sie treffen sich als Erwachsene 1913 in einem österreichischen Hotel und erzĂ€hlen sich ihre erotischen Abenteuer und TrĂ€ume. Historische Ereignisse wie das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand werden ebenso in die ErzĂ€hlung eingewoben wie pornografische Literatur und Kunst dieser Zeit. Jedes Kapitel wird in dem Stil eines anderen KĂŒnstlers der Epoche prĂ€sentiert, darunter Oscar Wilde, Aubrey Beardsley, Alfons Mucha und Egon Schiele.

buch2_6_7_kl2.jpg

Einige Pressestimmen:

“Wunderschön, literarisch und bewegend.” – Publishers Weekly

“Wie so vielen literarischen Werken, die einen Sturm aus EntrĂŒstung entfacht haben, ist auch “Lost Girls” die Ironie zueigen, ein Werk von höchster moralischer IntegritĂ€t zu sein, ernst und aufrichtig zugleich. Angewidert von der forensischen Seelenlosigkeit von modernern Pornographie, haben Moore und Gebbie schöngeistige Kunst, philosophische Tiefe und lebendige Figurenzeichnungen mit Zurschaustellung von Lust und Erregung verwoben.” – The Guardian

lostgirls_gesamt_smallrgb.jpg

FĂŒr den amerikanischen Verlag Top Shelf Comics war “Lost Girls” trotz des gewagten Themas und der aufwĂ€ndigen Aufmachung in drei Hardcover-BĂŒchern im Schuber ein voller Erfolg und musste mehrmals nachgedruckt werden.

Weitere Informationen und Leseproben finden sich hier.

Lost Girls, ISBN 978-3-936480-00-9, 336 Seiten, farbig, 3 Hardcover im Schuber, 75 Euro

Reprodukt: Neuer Vertrieb fĂŒr den Buchhandel Deutschland

Donnerstag, den 24. April 2008

Neben dem MSW Medien Service, der nach wie vor den Comicfachhandel beliefert, liefert Reprodukt ab Anfang Mai 2008 an Buchhandel und Barsortimente ĂŒber die Leipziger Verlagsauslieferung LKG aus.

LKG

Die Ansprechpartnerin fĂŒr den Handel in allen Fragen Reprodukt betreffend ist Kerstin Lauterbach. Zu den mehr als hundert Verlagen, die LKG im Vertrieb hat, gehören unter anderem Eichborn, Antje Kunstmann, Die Gestalten oder Verbrecher Verlag, wir befinden uns also in guter Gesellschaft. Den Außendienst fĂŒr Reprodukt ĂŒbernimmt – ebenfalls ab Anfang Mai – Sebastian Oehler.

AUSLIEFERUNG BUCHHANDEL DEUTSCHLAND:
LKG – Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH
Pötzschauer Weg
D-04579 Espenhain

Ansprechpartner LKG:
Kerstin Lauterbach
Tel. (034206) 65 168
Fax (034206) 65 1737
email: klauterbach@lkg-service.de, www.lkg-va.de

Neues bei Reprodukt zum Comic-Salon Erlangen

Donnerstag, den 24. April 2008

Rechtzeitig zum Comic-Salon Erlangen werden bei Reprodukt nicht nur drei neue Comics druckfrisch aus der Presse erwartet – nĂ€mlich “Drei Schatten” von Cyril Pedrosa, “Die RĂŒckkehr aufs Land” von Manu Larcenet sowie “Mein Junge” von Olivier Schrauwen –, sondern auch eine brandneue Plastiktragetasche, in mĂŒhsamer Kleinarbeit gestaltet von keinem geringeren als Mawil!

Die PlastiktĂŒte ist in Verpackungseinheiten von 100 StĂŒck (EK 10 EUR) ab Ende Mai fĂŒr den Comichandel auch ĂŒber den MSW Medien Service zu beziehen. Hier das vorlĂ€ufige Layout:

Plastiktuete

“Comic-Szenen Hamburg/Berlin”

Dienstag, den 22. April 2008

Sascha HommerMatthias Schneider hat fĂŒr das neue “Intro” (Mai 2008) zum Rundumschlag ĂŒber die deutsche Comiclandschaft angesetzt und spricht unter anderem mit Sascha Hommer und Andreas Michalke ĂŒber Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Hamburger und der Berliner Szene.

Comic-Szenen Hamburg/Berlin
Jenseits der Knollennase

Die Geister der deutschen Comic-Fans scheiden sich: Spaß oder Ernst, Kunst oder Unterhaltung, Avantgarde oder Mainstream. Ob die Szene-Hochburgen Berlin und Hamburg bestimmte Richtungen reprĂ€sentieren – und wie sich deren ReprĂ€sentanten Sascha Hommer und Andreas Michalke dazu verhalten -, untersucht fĂŒr uns Matthias Schneider.

Hamburg und Berlin sind seit jeher die Brennpunkte der deutschen Comic-Szene. Nirgendwo sonst gibt es so viele Verlage und ZeichnerInnen wie in der Hanse- und der Hauptstadt. Nach Jahren der Berliner Dominanz scheint sich nun ein Wandel zu vollziehen. Aus Hamburg kommt frischer Wind. Zwar ist es fast unmöglich, allen in Berlin und Hamburg ansĂ€ssigen ZeichnerInnen ein stadtspezifisches Branding aufzudrĂŒcken – zu verschieden sind sie in ihrer kĂŒnstlerischen Art, in Arbeitstechnik und Publikationsform, als dass man sie einer bestimmten Richtung zuschreiben könnte -, dennoch gibt es charakteristische Besonderheiten. Grund genug fĂŒr ein paar nĂ€here Betrachtungen. mehr

Das komplette Heft lÀsst sich als PDF-Datei (24,6 MB) herunterladen, der Artikel findet sich dort ab Seite 74.

Isabel Kreitz in der Galerie Linda, Hamburg

Montag, den 21. April 2008

Die Sache mit SorgeNachdem so ziemlich alle ĂŒberregionalen Zeitungen ausfĂŒhrlich ĂŒber das neue Buch von Isabel Kreitz berichtet haben und der Comic-Salon Erlangen sie gleich mit drei Nominierungen fĂŒr den Max und Moritz-Preis geehrt hat, prĂ€sentiert die Hamburger Zeichnerin nun Originale aus “Die Sache mit Sorge” (Carlsen Comics) in der Galerie Linda in Hamburg.

Vom 2. bis zum 11. Mai zeigt Isabel Kreitz Originalzeichnungen, EntwĂŒrfe und Recherchematerial zu ihrem Buch im Kunst und Kulturverein LINDA e.V. Die Vernissage findet am Freitag, den 2. Mai ab 20 Uhr statt. Die Eröffnungsrede hĂ€lt Andreas C. Knigge, langjĂ€hriger Redakteur und Herausgeber der Zeichnerin.

Kunst- und Kulturverein LINDA e.V., Hein-Hoyer-Str. 13, D-20359 Hamburg-St. Pauli
email: info@chezlinda.de, www.chezlinda.de

Max und Moritz-Preis: Nominierungen bekannt gegeben

Montag, den 21. April 2008

Comic-Salon Erlangen 2008Der auf dem 13. Internationalen Comic-Salon in Erlangen (22.-25. Mai 2008) verliehene Max und Moritz-Preis ist die renommierteste Comic-Auszeichnung in Deutschland. Bevor die Preise am 23. Mai im Erlangener Markgrafentheater verliehen werden, sind nun die Nominierungen bekannt gegeben worden.

FĂŒr sein herausragendes Lebenswerk wird der britische Comic-Autor Alan Moore (“From Hell” und “V wie Vendetta”, erschienen bei Speed, “Lost Girls”, in KĂŒrze bei Cross Cult) ausgezeichnet. Spezialpreise gehen darĂŒber hinaus an Hansrudi WĂ€scher (“Sigurd) und Hannes Hegen (“Digedags”), die in den 50er Jahren den Comicszenen in West- und Ostdeutschland maßgebliche Impulse geben konnten.

FĂŒr die verschiedenen Comicpreise sind auch einige Graphic Novels, bzw. deren AutorInnen, nominiert. Vorgeschlagen fĂŒr die erstmals mit 5.000,- Euro dotierte Auszeichnung fĂŒr den “Besten deutschsprachigen ComickĂŒnstler” sind mit Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, Reprodukt) , Reinhard Kleist (“Berlinoir”, Edition 52) und Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, Carlsen Comics) gleich drei in diesem Gebiet tĂ€tige Comic-AutorInnen. DarĂŒber hinaus ist Line Hovens Erstveröffentlichung “Liebe schaut weg” (Reprodukt) fĂŒr die Auszeichnung als “Bester deutschsprachiger Comic” im Rennen. Desweiteren sind in der Kategorie “Bester Internationaler Comic” nominiert: “Gus 1: Nathalie” von Christophe Blain (Reprodukt), “Die heilige Krankheit: Geister” von David B. (Edition Moderne), “Komm zurĂŒck, Mutter” von Paul Hornschemeier (Carlsen), “Der alltĂ€gliche Kampf 3: Kostbarkeiten” von Manu Larcenet und “Die Katze des Rabbiners 5: Jerusalem in Afrika” von Joann Sfar (avant-verlag).

Eine vollstĂ€ndige und ausfĂŒhrliche Auflistung lĂ€sst sich als PDF-Dokument von der Internetseite des Comic-Salons herunterladen.

Ringvorlesung an der UniversitÀt Göttingen

Montag, den 21. April 2008

Scott McCloudAuch wenn es nur peripher mit Graphic Novels zu tun hat, spricht doch auch die BeschĂ€ftigung mit Comics an UniversitĂ€ten fĂŒr eine weitere Anerkennung des Mediums. Neben einer historischen BeschĂ€ftigung fehlt es noch an theoretisch orientierten Forschungen auf einer breiten Basis. Da freut es umso mehr, wenn sich getraut wird, dafĂŒr eine akademische Bresche zu schlagen:

Bereits am Donnerstag, dem 17. April fand die erste von insgesamt zwölf geplanten Vorlesungen ĂŒber Comics des Zentrums fĂŒr komparatistische Studien an der Georg-August-UniversitĂ€t in Göttingen statt (Ein Bericht findet sich hier). Unter dem Titel “Bild/Schrift – Intermediales ErzĂ€hlen im Comic” wird dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln das VerhĂ€ltnis von Bild- und Schriftelementen untersucht und hat dafĂŒr einige bekannte Comic-Journalisten und -Forscher als Redner verpflichten können, darunter Ole Frahm und Jens R. Nielsen von der Arbeitsgemeinschaft fĂŒr grafische Literatur and der UniversitĂ€t Hamburg (ArGL) sowie Andreas Platthaus (FAZ, “Im Comic Vereint”, erschienen bei Suhrkamp Insel).

Folgende VortrÀge sind geplant:

24. April 2008 – Was ist ein Cartoon? – Psychosemiotische Überlegungen im Anschluss an Scott McCloud
Stephan Packard (Institut fĂŒr Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, MĂŒnchen)

8. Mai 2008 – Unvereinbar: Die Independent-Comics und ihre UnabhĂ€ngigkeit von bĂŒrgerlichen Kunstbegriffen (Werk, Genie, Avantgarde)
Ole Frahm (Arbeitsstelle fĂŒr Graphische Literatur, Hamburg)

15. Mai 2008 – Menschliches, Übermenschliches: Mythos und Alltag in Superheldencomics
Stephan Ditschke (Promotionskolleg der VolkswagenStiftung “Wertung und Kanon”, Göttingen), Gast: Anjin Anhut (Comiczeichner, Berlin)

22. Mai 2008 – Entenhausen: Eine Mythologie
Joachim Kalka (Übersetzer, Stuttgart)

29. Mai 2008 – Aus dem Lande der Sowjets zur Alpha-Kunst: Das Studio HergĂ© und der franco-belgische Comic im 20. Jahrhundert
Tom Kindt (Seminar fĂŒr Deutsche Philologie, Göttingen)

5. Juni 2008 – Acquefacques, OuBaPo & Co: Medienreflexive Strategien in der Đ°ktuellen französischen Bande dessinĂ©e
Rolf Lohse (Seminar fĂŒr Romanische Philologie, Göttingen)

12. Juni 2008 – Manga: Comics aus einer anderen Welt?
Jens R. Nielsen (Arbeitsstelle fĂŒr Graphische Literatur, Hamburg)

19. Juni 2008 – Comic und Film
Ralf Stockmann (Göttinger Digitalisierungszentrum)

26. Juni 2008 – Comic-Adaptationen von literarischen Texten
Monika Schmitz-Emans (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Bochum)

3. Juli 2008 – Comics und Geschichte
René Mounajed (Didaktik der Geschichte, Göttingen)

10. Juli 2008 – ErzĂ€hlen in Echtzeit: Der amerikanische Traum in ‚Gasoline Alley‘
Andreas Platthaus (FAZ, Frankfurt)

Die Vorlesungen finden Donnerstags um 12-14 Uhr im Sprachlehrzentrum, Goßlerstraße 10, Raum AP26, statt.

Illustration: © Scott McCloud

“Wie malt man das Erinnern?”

Montag, den 21. April 2008

Fun HomeIn der heutigen Ausgabe der “Jungen Welt” wird Alison Bechdels “Fun Home” (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch) besprochen:

 ”Wie malt man das Erinnern?

Als Schritt hin zur VeralltĂ€glichung des Umgangs mit Comics hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch »Fun Home« in sein regulĂ€res Literaturprogramm aufgenommen, die erste Graphic Novel der Autorin und Zeichnerin Alison Bechdel, der die Heftserie »Dykes to watch out« vorausging. Bechdel erzĂ€hlt die tragikomische Coming-out-Geschichte ihres Alter ego, die sich unglĂŒcklich mit dem Unfalltod des Vaters kreuzt, der sich gerade zu seiner lange verheimlichten HomosexualitĂ€t bekannt hatte. Das Comic beweist, daß IntertextualitĂ€t originell sein kann. Und ist so manches darĂŒber hinaus.” mehr

Anke Feuchtenberger in Montréal, Québec

Sonntag, den 20. April 2008

Die Hure H wirft den HandschuhEingeladen vom Goethe-Institut in MontrĂ©al hat die Hamburger Zeichnerin Anke Feuchtenberger vom 28. April bis zum 5. Mai in Kanada ein vielfĂ€ltiges Rahmenprogramm zu bestreiten: Von einer Ausstellung der Originale aus ihrem jĂŒngsten Buch “Die Hure H wirft den Handschuh” (Reprodukt) ĂŒber diverse Podiumdiskussionen bis zur PrĂ€sentation ihres Animationsfilms “Somnambule” reicht das Spektrum der Veranstaltungen.

Genaue Termine lassen sich der Website des Goethe-Instituts Montréal entnehmen, das Anke Feuchtenberger in Zusammenarbeit mit dem Festival littéraire international de Montréal Metropolis bleu und der UniversitÀt UQAM eingeladen hat:

Anke Feuchtenberger
Ein schönes Programm mit der renommierten deutschen Zeichnerin: Austellung, Workshop und Paneldiskussion

Mit wenigen Worten, oftmals ohne Worte, lĂ€sst die deutsche Zeichnerin Anke Feuchtenberger in ihren Comics und Graphiken lebhafte und rĂ€tselhafte Labyrinthe von trĂŒgerischer Einfachheit entstehen. In dieser Welt, bewohnt von kindlichen Wesen, verschmelzen Zartheit und Schrecken, Freude und Verzweiflung zu einer ruhigen Verschwörung. Nach ihren AnfĂ€ngen in der ostdeutschen KĂŒnstlergruppe „GlĂŒhende Zukunft“ machte Feuchtenberger nach dem Fall der Mauer durch ihre Gabe, die verstaubten Ecken des Unbewussten auf eine rohe aber geschickte Art auszuleuchten, auf sich aufmerksam.

Ihre ersten Comics wurden 1993 veröffentlicht. Seit 1997 ist sie Dozentin fĂŒr Medienillustration an der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Goethe-Institut Montréal , 418, rue Sherbrooke Est, Montréal, Québec, Canada H2L 1J6
Tel. (001) 514 4990159, Fax (001) 514 4990905
email: info@montreal.goethe.org, www.goethe.de/montreal

“Mitleid mit den Monstren”

Samstag, den 19. April 2008

Die Sache mit SorgeThomas Lindemann hat Isabel Kreitz in ihrem Atelier besucht und fĂŒr “Die Welt” einen Bericht ĂŒber die KĂŒnstlerin und ihr Buch “Die Sache mit Sorge” (Carlsen Comics) verfasst.

Mitleid mit den Monstren

Isabel Kreitz, Deutschlands beste Comic-Zeichnerin, hat ein aufwÀndiges PortrÀt des Japan-Spions Richard Sorge gezeichnet. Ein Atelierbesuch

Ihre ersten Comic-Hefte musste sie verstecken. “Clever und Smart” und die “Donald”-TaschenbĂŒcher hĂ€tte ihr Vater sofort weggeworfen. Also sorgte Isabel Kreitz dafĂŒr, dass er sie nicht findet – der Dachboden spielte dabei eine Rolle – und sie blieb ein Fan.

Heute ist Kreitz 40 und darf sich die beste Comic-Zeichnerin Deutschlands nennen. Der Titel geht auf einen Preis zurĂŒck, den sie 1997 erhielt und der, weil die zugehörige Comic-Messe scheiterte, nie wieder verliehen wurde. Allerdings macht sie ihm mit jedem Buch neue Ehre – ob sie Erich KĂ€stner zur Bildergeschichte umformt, Uwe Timms Roman “Die Entdeckung der Currywurst” adaptiert oder ihre Stories um den frechen S-Bahn-Surfer Ralf zeichnet. mehr

Interview mit Dupuy-Berberian

Samstag, den 19. April 2008

Dupuy-BerberianPhilippe Dupuy und Charles Berberian waren kĂŒrzlich in New York zu Gast, um Philippe Dupuys neues Buch “Haunted” (Drawn & Quarterly) vorzustellen. Neben einer öffentlichen BuchprĂ€sentation, die von Comiczeichner Matt Madden moderiert wurde, hatte auch Brian Heater fĂŒr “The Daily Cross Hatch” die Gelegenheit, ein interessantes und ausfĂŒhrliches Interview mit Dupuy-Berberian zu fĂŒhren:

Interview: Charles Berberian and Philippe Dupuy

It’s perhaps the ultimate sign of how insular a nation we’ve become that, even in a world as tightly knit as the American independent comics scene, the names Charles Dupuy and Philippe Berberian remain largely unknown. This can, at least in part, be chalked up to the fact that, until two years ago, it was nearly impossible to find translated versions of their work in North America.

That changed in 2006, when Canadian publisher Drawn & Quarterly simultaneously released two fantastic examples of the French artists at the top of their form. Get a Life anthologized the first three volumes of their best-known work, Monsieur Jean, the story of a successful novelist living in Paris, which, in many ways has served as something of a literary nome de plume for both Berberian and Dupuy. mehr

“Das böse Spiel der Zahlen”

Samstag, den 19. April 2008

ott_cover.jpgEine lesenswerte Besprechung Fritz Göttlers von Thomas Otts neuer Graphic Novel “The number 73304-23-4153-6-96-8″ findet sich in der “SĂŒddeutschen Zeitung” vom 18. April:

Das böse Spiel der Zahlen

Nein, es wird nichts dramatisiert in diesem Buch, hier sieht man nur, wie das Leben so spielt, wie es uns allen mitspielt. Was es uns versagt und wie es uns zwingt, unsere TrĂ€ume immer wieder aufs Neue zurĂŒckzuschrauben, aber auch – noch schlimmer –, wie schnell wir dafĂŒr bĂŒĂŸen mĂŒssen, wenn es uns diese TrĂ€ume doch mal zu erfĂŒllen scheint.
„Good people are always so sure they’re right”, steht dem Buch als Motto voran, der Satz ist Barbara Graham zugeschrieben, die hingerichtet wurde in San Quentin, am 3. Juni 1955. Drei Jahre spĂ€ter wurde ein Film ĂŒber sie gedreht, ein leidenschaftliches PlĂ€doyer gegen die Todesstrafe, Susan Hayward spielte Barbara Graham. Die Geschichte einer Frau, die nie auf der richtigen Seite des Lebens stand. Ja, die anstĂ€ndigen Leute können sich immer so sicher sein, dass sie recht haben, dass sie wissen, wo’s lang geht.
In einem Todestrakt beginnt auch die Geschichte, die Thomas Ott in einem Oktett exakt abgemessener Kapitel erzĂ€hlt, in den morgendlichen Stunden vor einer Hinrichtung. Die ErzĂ€hlung ist da auf reine AblĂ€ufe reduziert, auf Momente des Wartens und Lauschens, auf einfache Bewegungen und Handgriffe. Der Todeskandidat, ein Doppelmörder, wĂ€lzt sich auf seiner Pritsche herum, raucht eine letzte Zigarette, schlĂ€gt die Bibel neben sich auf, findet einen Papierstreifen mit einer merkwĂŒrdigen Zahlenkombination: 73304-23-4153-6-96-8.” mehr

“Art Spiegelman und die verbotenen Bilder”

Freitag, den 18. April 2008

Cover Maus kompletteAm Montag, den 14. April, hielt der amerikanische Graphic Novel-Autor Art Spiegelman (“Maus”, in deutscher Sprache bei S. Fischer Verlage) einen so unterhaltsamen wie interessanten Multimediavortrag in Berlin. “Welt Online” resĂŒmiert Spiegelmans AusfĂŒhrungen ĂŒber kĂŒnstlerische und Meinungsfreiheit, seinen Auftritt in einer bekannten, amerikanischen Zeichentrickserie und noch vielem mehr.

Art Spiegelman und die verbotenen Bilder

Der amerikanische Zeichner ist mit dem Holocaust-Comic-Roman “Maus” berĂŒhmt geworden. Er beleidigte George W. Bush und streitet fĂŒr die Mohammed-Karikaturen. WELT ONLINE hat Art Spiegelman in Berlin getroffen – und zugeschaut, wie er ein paar echt gruselige Fotos und Zeichnungen prĂ€sentierte.

spiegelman berlin

In Wirklichkeit ist Art Spiegelman erst jetzt berĂŒhmt. Ja, der Zeichner hat mit seinem Comic-Roman „Maus“ ĂŒber den Holocaust das Medium Comic revolutioniert, und er stellte einige sehr bekannte, stets kontrovers diskutierte Cover der Zeitschrift „New Yorker“ her. Er ist der Avantgarde-Pate aller US-Zeichner jenseits von Superheldencomics. Und Spiegelman hat sich mit der Geschichte „In den Schatten keiner TĂŒrme“ aufsehenerregend schmerzhaft von Amerika nach dem 11. September verabschiedet. In der patriotischen Stimmung nach dem Terroranschlag berscherte ihm das wenig Freunde.

Doch das ist wenig im Vergleich zu Art Spiegelmans Auftritt vor ein paar Monaten bei den „Simpsons“. mehr

Fotos: © Holger Kreitling

“The Number 73304-23-4153-6-96-8″ – Besprechung auf comicsreporter.com

Donnerstag, den 17. April 2008

ott_cover.jpgDas jederzeit lesenswerte Blog www.comicsreporter.com von Tom Spurgeon befasst sich hauptsĂ€chlich mit dem Geschehen auf dem nordamerikanischen Comicmarkt, wirft aber auch immer wieder den Blick hinĂŒber nach Europa. Eine eigene Kolumne fĂŒr europĂ€ische Comics wird dort vom Comicologen Bart Beaty betreut, der selbst als umtriebiger Besucher von Comicfestival bekannt ist. Zuletzt veröffentlichte er mit “Unpopular Culture: Transforming the European Comic Book in the 1990s” ein lesenswertes Buch ĂŒber die UmwĂ€lzungen in der europĂ€ischen Comicszene, die nicht zuletzt den Boden fĂŒr die Verbreitung von Graphic Novels bereiteten.

Nun erschien auf comicsreporter.com eine erste sehr positive Besprechung von Thomas Otts soeben neu erschienenem Buch “The number 73304-23-4153-6-96-8″, das zeitgleich zur Ausgabe der Edition Moderne in Nordamerika bei Fantagraphics veröffentlicht worden.

“Comics don’t come much cooler than the heavily stylish, moody stories-with-a-twist created by Thomas Ott. His scratchboard comics tend to be a revelation to those who see them, a perfect marriage of form and content and as they’re almost entirely “silent,” or visuals-only, accessible to readers around the globe. They’re comics that college students buried in Jim Thompson and even The Beats would probably conceptualize out of whole cloth were you to capture them in tipsy mid-ramble at 2 AM. They’re greatly pleasurable, and Fantagraphics presentation of this latest work to the North American market adds to the sensuality of the experience.” mehr

“So etwas wie eine Graphic Novel gibt es nicht.”

Dienstag, den 15. April 2008

Drei SchattenDass der Begriff “Graphic Novel” nicht unumstritten ist, soll auch an dieser Stelle nicht verheimlicht werden. Ob sie eine mehr oder weniger genaue definierte Art von Comics sind oder ob es sich dabei nur um einen Begriff aus den Marketingetagen handelt – zwischen diesen beiden Polen wird grob gesagt die Diskussion gefĂŒhrt. Unsere Position dazu findet sich hier, aber gerade einige ComickĂŒnstler wehren sich gegen diese Bezeichnung – darunter auch Cyril Pedrosa, dessen “Drei Schatten” im Mai bei Reprodukt erscheint. Auf dem Blog seines amerikanischen Verlags First Second Books sinniert er ĂŒber seine TĂ€tigkeit als Comiczeichner und den Begriff der Graphic Novel.

train_sketch_2.jpg

There’s No Such Thing as a Graphic Novel

[From the drawing board of Cyril Pedrosa]

That was probably a bad way to start my blog entry. I already regret it bitterly. I would’ve been better off talking about the arrival of spring or rambling about French trains. Telling you that I’m uncomfortably seated on seat 27, aisle side, heading towards a small town on the Atlantic coast of France where, with the pretext of signing some copies of Three Shadows at the local bookstore, I’m mainly hoping to stretch out as much as I can the pleasure of having lunch at a restaurant facing the port, praying that they’ll still have some room for smokers on the terrace


But what can I say, I got myself stuck in this argument about graphic novels being non-existent. mehr

Abbildung: © Cyril Pedrosa / First Second Books

“Vier Augen” online

Sonntag, den 13. April 2008

Vier AugenAuf seinem Blog prĂ€sentiert Sascha Hommer unregelmĂ€ĂŸig sehenswerte Fragmente aus der leider nur langsam voranschreitenden Arbeit an seinem neuen Buch “Vier Augen”.

Vier AugenFĂŒr den Herbst ist bei Reprodukt nun zunĂ€chst eine erste Buchveröffentlichung von “Im Museum” geplant, dem tĂ€glichen Strip, den Jan-Frederik Bandel und Sascha Hommer seit beinah einem Jahr gemeinsam fĂŒr die “Frankfurter Rundschau” gestalten.

Vier Augen 8

“TodkĂ€ppchen und die böse Welt”

Sonntag, den 13. April 2008

Yonen BuzzKein Beitrag zum Thema “Graphic Novel”, aber einen interessanten Blickwinkel auf die Entwicklung der deutschsprachigen Manga-Zeichnerinnen hat Christoph Haas fĂŒr die “SĂŒddeutsche Zeitung” eingenommen. Nicht sehr hoffnungsvoll erscheint etwa die These, dass sich diametral zur Steigerung der inhaltlichen und zeichnerischen QualitĂ€t von Christina Plakas “Yonen Buzz” deren Leserschaft gegenĂŒber “Prussian Blue” (dem VorlĂ€ufer zu “Yonen Buzz”), um zwei Drittel verringert hat. Das scheint ernĂŒchternd, auch wenn die grĂ¶ĂŸere PopularitĂ€t von “Prussian Blue” sicher nicht zuletzt dem Vorabdruck in dem Manga-Magazin “Daisuki” geschuldet war.

TodkÀppchen und die böse Welt

Eine Zeitlang fielen sie nicht weiter auf. Mit ihrem Taschenbuchformat und den schwarz-weißen Zeichnungen wirken sie im Vergleich zu den großen, bunten Alben westlicher Herkunft zunĂ€chst etwas Ă€rmlich. Inzwischen aber beanspruchen Mangas eigene WĂ€nde. Und mit ihnen hat sich in den Comic-Buchhandlungen auch ein neues Publikum eingefunden: die MĂ€dchen und jungen Frauen. Viele von ihnen zeichnen selbst, und einige haben daraus einen Beruf gemacht. UngefĂ€hr dreißig professionelle Manga-Zeichnerinnen gibt es bereits in Deutschland, fĂŒr die insgesamt noch stark mĂ€nnlich geprĂ€gte Comic-Szene ist das eine erstaunlich hohe Zahl. mehr

Auszeichnungen fĂŒr Max Goldt

Freitag, den 11. April 2008

Der Autor des fabelhaften Duos Katz und Goldt, wird 2008 mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet. Er erhĂ€lt den Kleist-Preis, der ihm im November in Berlin verliehen werden wird und den Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens. Seit vielen Jahren schon produziert Max Goldt zusammen mit dem Zeichner Stephan Katz Comics, die regelmĂ€ĂŸig in “Die Zeit” oder in der Satirefachzeitschrift “Titanic” erscheinen.

globus.jpg Der jĂŒngste Sammelband von Katz und Goldt, “Der Globus ist unser Pony. Der Kosmos unser richtiges Pferd” ist in der Edition Moderne erschienen. Ein weiterer Band ist fĂŒr 2009 geplant. Immer wieder neue wunderbare Strips finden sich auch unter www.katzundgoldt.de

Mehr ĂŒber den Kleist-Preis und den Hugo-Ball-Preis.