Graphic Novels
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Monatsarchiv für August 2008

“Insel Bourbon 1730″ – Neue Graphic Novel von Appollo & Lewis Trondheim

Sonntag, den 31. August 2008

INsel Bourbon 1730Traumhafte Strände, dichte Regenwälder, Piraten, die ihre Waffen niedergelegt haben, um als friedliche Plantagenbesitzer Kaffee anzubauen… Auf der Suche nach dem seltenen Vogel Dodo finden zwei Ornithologen 1730 auf der Insel Bourbon paradiesische Zustände vor. Doch der Schein trĂĽgt. Der Gouverneur lässt entflohene Sklaven in den Bergen mit Bluthunden jagen, die idealistische Tochter eines reichen Siedlers flieht von zu Hause, um ihnen zu helfen, und als La Buse, der letzte Freibeuter, gefangen und gehängt werden soll, steht die Insel kurz vor einem Aufstand.

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Daniel Defoe meets “Der Fluch der Karibik”. Die Zusammenarbeit zwischen Lewis Trondheim und Appollo, der auf der Insel Bourbon, der heutigen ĂŽle de la RĂ©union, lebt, ist nichts weniger als ein Meisterwerk: Ein Abenteuerepos, dessen reduzierte SchwarzweiĂźzeichnungen eine wahre historische Begebenheit ĂĽberaus spannend und humorvoll erzählen – und das dabei ganz nebenbei auch zur Parabel auf den Preis der Freiheit und der Globalisierung wird.

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“Insel Bourbon 1730″ soll Anfang Oktober ausgeliefert werden, rechtzeitig zur deutschlandweiten Signiertournee von Lewis Trondheim und einem anschlieĂźenden Besuch des Zeichners auf der Frankfurter Buchmesse. Auf der Buchmesse gibt es zweimal die Gelegenheit, sich ĂĽber das Werk und den Autor zu informieren: Am Freitag, den 17. Oktober um 17 Uhr fĂĽhrt Andreas Platthaus (“FAZ”) im Comic-Zentrum ein öffentliches Interview, und am Samstag, den 18. Oktober um 14 Uhr moderiert Christian SchlĂĽter (“FR”) am Stand von arte tv ein Gespräch mit Lewis Trondheim und JĂĽrgen Boos, dem Leiter der Buchmesse.

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Insel Bourbon 1730, ISBN 978-3-938511-87-9, 288 Seiten, schwarzweiĂź, 21 x 14,5 cm, 17 EUR, erscheint bei Reprodukt

“Liebe zwischen zwei Anschlägen”

Freitag, den 29. August 2008

BlutspurenChristian Gasser schreibt in der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” vom 29. August ĂĽber “Blutspuren” von Rutu Modan (Edition Moderne).

Liebe zwischen zwei Anschlägen
«Blutspuren» – der erste Comic-Roman der Israeli Rutu Modan

Ein Mann verschwindet kurz vor einem Terroranschlag; sein Sohn und seine Geliebte machen sich auf die Suche nach ihm. Ohne den Nahostkonflikt offen anzusprechen, reflektiert Rutu Modan in ihrem Comic-Roman «Blutspuren» seine Wirkung auf das Leben in Israel.

Ob er sich an den Anschlag in Hadera vor drei Wochen erinnere, fragt die Unbekannte den Taxifahrer Kobi Franco. «Hadera?», entgegnet dieser kopfschüttelnd. «Du meinst Haifa.» «Nein», betont die junge Frau, «nicht der im Restaurant. Der in der Cafeteria im Busbahnhof.» Sie sitzen auf einer Parkbank, rauchen eine Zigarette, die Atmosphäre ist ungemütlich. Eine der Leichen, fährt die junge Frau fort, habe nicht identifiziert werden können, aber gewisse Indizien wiesen darauf hin, dass es sich um seinen Vater handle. Die junge Frau – sie heisst Numi, ist nicht besonders hübsch und so lang, dass ihre Kollegen sie spöttisch «die Giraffe» nennen – überredet mit Müh und Not den mürrischen Kobi, der zwei Jahre zuvor jeglichen Kontakt zu seinem verhassten Vater Gabriel abgebrochen hat, die Leiche mit einem DNS-Test zu identifizieren. mehr

Graphic Novel Flyer

Freitag, den 29. August 2008

Im Auftrag von fĂĽnf Verlagen, die Graphic Novels veröffentlichen – Avant Verlag, Carlsen, Edition 52, Reprodukt und S. Fischer – haben Sebastian Oehler (Text) und Sascha Hommer (Text und Zeichnungen) einen Flyer gestaltet, in dem interessierten Lesern und Buchhändlern in einfachen Worten und anhand von Bildbeispielen erklärt wird, was eine Graphic Novel ausmacht.

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Der Flyer geht in der ersten Septemberwoche in Druck und wird nach Fertigstellung über die beteiligten Verlage ausgeliefert. Ab Ende September dürfte er bundesweit im Comic- und Buchhandel ausliegen. Gerne kann er auch an der Frankfurter Buchmesse an den Verlagsständen mitgenommen werden.

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“Comics, Filme, Mutationen” – Filmfestival in Köln

Donnerstag, den 28. August 2008

Banner Comics Filme Mutationen
Vom 19. bis 21. September richtet das Kölner Filmhaus das Comicfilmfestival “Comics, Filme, Mutationen” aus, das einen Bogen spannt zwischen anspruchsvollen Graphic Novel-Adaptionen auf der einen bis zu leichterer Kost aus dem Manga-Umfeld auf der anderen Seite.

Gezeigt werden die empfehlenswerte Graphic-Novel-Umsetzung “American Splendor” nach Harvey Pekars autobiografischer Heft- und Buchserie, Terry Zwigoffs “Ghost World” (nach Daniel Clowes’ Vorlage, in deutscher Sprache erschienen bei Reprodukt), Marjane Satrapis “Persepolis” (Edition Moderne) und David Cronenbergs Umsetzung von John Wagners und Andrew Lockes “A History of Violence”.

screenshot perspolis

Neben den Filmen wird ein buntes Rahmenprogramm geboten: Im Filmhaus werden während des Festivals Aufzeichnungen von Reinhard Kleists Aufenthalt auf Kuba gezeigt. Reinhard Kleist (“Cash – I see a darkness”) ist auch Teilnehmer eines Podiums zum Thema “Comic und Film”, zu dem auĂźerdem noch Ralf König (“Der bewegte Mann”, Rowohlt) und Ralf Keiser von Carlsen Comics geladen sind. Zusätzlich wird Manga-Autorin Judith Park eine Signierstunde abhalten und die Comiczeichner Ralph Ruthe, Flix und Christian Moser ihre unterhaltsame Multimedia-Lesung “Monster, Mädchen, Missgeschicke” vortragen.

Neben Informationen auf der Website des Filmhauses wurde auch eine eigene MySpace-Seite eingerichtet. Das Programmheft kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Kölner Filmhaus e.V., Maybachstr. 111, D-50670 Köln

Abbildung “Persepolis” (Film) © 2007 Universal

“Iran and the Culture of the West” – Vortrag von Marjane Satrapi in Berlin

Mittwoch, den 27. August 2008

foto marjane satrapiIn der Reihe “Kontinentaldrift 3.0 – Amerika zwischen Europa und Asien”, die in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung organisiert wird, ist am 8. September Marjane Satrapi in Berlin zu Gast. Sie wird zum Thema “Iran and the Culture of the West” sprechen und sich anschlieĂźend der Diskussion stellen.

Weltweit wurde sie durch ihre Comic-Autobiografie “Persepolis” bekannt. Darin zeichnet und beschreibt sie in einfachen schwarzweiĂźen Einzelbildern ihre Kindheit in Persien und ihre Jugendjahre in Wien und Teheran. Sie verbindet ihre Lebensgeschichte eng mit der iranischen Geschichte und zeigt die Auswirkungen der Politik der Revolutionswächter und der Regierung auf den Alltag iranischer Jugendlicher.

em_persepolis_1.gifSatrapi wuchs in einer eher linksliberalen Mittelstandsfamilie in Teheran auf. 1984 schickten ihre Eltern sie nach Wien, damit sie den Auswirkungen der islamischen Revolution und dem 1. Golfkrieg entfliehen konnte. Vier Jahre später kehrte sie nach Teheran zurück und studierte an der Kunstfakultät Visuelle Kommunikation. 1994 emigrierte sie nach Frankreich, wo sie heute lebt.

Moderiert wird die Veranstaltung von der amerikanischen Journalistin Anjana Shrivastava (“Welt Online”) und dem deutschen Journalisten Claus Christian Malzahn (“Spiegel Online”). Im Anschluss wird Marjane Satrapis Film “Persepolis” gezeigt.

“Iran and the Culture of the West” – Vortrag mit Marjane Satrapi, anschliessend FilmvorfĂĽhrung “Persepolis”
HAU 1, Hebbel am Ufer, Stresemannstr. 29, D-10963 Berlin
Veranstaltungsbeginn: Montag, 8. September, 19.30 Uhr

Foto © 2008 Random House

“Japan on a dare”

Mittwoch, den 27. August 2008

Cover Moresukine USDie bei NBM Publishing erschienene amerikanische Ausgabe von Dirk Schwiegers “Moresukine” (Reprodukt) wird auch in der Presse wahrgenommen. Eine positive Besprechung erschien nun in der gedruckten sowie der Online-Ausgabe von “Publisher´s Weekly”:

Moresukine – Japan on a dare

Moresukine is a do-or-dare journal divided by “assignments”, maintained in its eponymous notebook, properly known as the moleskin to anyone actually fluent in English. Really a blog turned into a work of comics, its author Dirk Schwieger, a German living in Tokyo, offered to take on any assignment by his readers, who challenge him to experience everything Japanese from “gender” to “roller coasters”. But if mocking the misappropriation of a European notebook product in its title was going to be any indication, I expected the book to offend me. mehr

Shaun Tan und die Preisentwicklung

Mittwoch, den 27. August 2008

Ein neues LandFelix Giesa stellt auf www.satt.org das im Carlsen Verlag veröffentlicte und auf dem Comic-Festival in AngoulĂŞme als “Bestes Album” ausgezeichnete “Ein neues Land” von Shaun Tan vor und kommentiert in einem zweiten Beitrag unter dem Titel “Sind Comics billiger Schund und Graphic Novels teurer Luxus?” die Preispolitik bei Graphic Novels, wie sie in der jĂĽngsten Zeit beispielsweise bei Carlsen oder in der Edition Moderne erschienen sind.

Ein neues Land

Gleich vor ab: „Ein neues Land“ ist ein tolles Buch, ganz egal ob man es Bilderbuch, Comic oder Graphic Novel nennen will. Und mit dieser Bemerkung ist man auch schon mittendrin, in Shaun Tans Werk über einen Immigranten. Der Illustrator macht nämlich, nach seiner Selbsteinschätzung, Bilderbücher, bedient sich dabei aber Erzählstrategien des Comics und die Verlage nennen es eine Graphic Novel. Aber letztendlich ist jegliche Kategorisierung sowieso hinfällig, da „The Arrival“, so der Originaltitel, einfach eine tolle Geschichte erzählt. Und das tut sie ohne die Verwendung von Worten, nur mit der indexikalischen Kraft ihrer Bilder. mehr

Graphic Novels for Beginners

Montag, den 25. August 2008

FĂĽr die Sonntagsausgabe der “Washington Post” vom 24. August hat Autor Bob Thompson unter dem Titel “Drawing Power” eine EinfĂĽhrung in die Welt der Graphic Novels geschrieben.

Washington Post

Begleitet wird sein informativer Artikel von einer eigens zu diesem Anlass gestalteten kleinen Comic-Reihe von Jonathan Bennett, die den Leser auf einen Ausflug in die ehemaligen Redaktionsräume des “RAW”-Magazins von Francoise Mouly und Art Spiegelman und zu den Anfängen der Graphic Novel mitnimmt, dann in eine Bar zum Gespräch mit Literaturagent Bob Mecoy fĂĽhrt und schlieĂźlich im RedaktionsbĂĽro endet.

“Fuck” – Leseprobe online

Montag, den 25. August 2008

cover chester brown fuck 260Zu Chester Browns behutsamer Coming-of-age-Geschichte “Fuck” (Reprodukt), die im Oktober erscheinen wird, ist nun eine Leseprobe online. Das zehnseitige PDF-Dokument lässt sich hier einsehen.

Zerrissen zwischen Orientierungslosigkeit, Selbstzweifeln und haltloser Wut gegen alles und jeden: Chester Brown dokumentiert in “Fuck” seine Jugend im Alter von neun bis sechzehn Jahren. FĂĽr Chester beginnt die Zeit der ersten GefĂĽhlsregungen fĂĽr Mädchen aus der Nachbarschaft, die er bislang nur als Spielkameradinnen wahrgenommen hatte. Die Krankheit seiner Mutter, die sich in zunehmendem geistigen und körperlichen Verfall äuĂźert, und ihr BedĂĽrfnis nach Liebesbeweisen ihres Sohnes sorgen fĂĽr zusätzliche Verstörung.

Chester Browns genaue Beobachtungsgabe und die pointierte Auswahl der geschilderten Episoden erzeugen eine persönliche, beinah intime Wirkung.

Fuck Panel

Chester Brown SelbstportraitChester Brown, 1960 in MontrĂ©al geboren, begann seine Laufbahn als Comiczeichner mit der Veröffentlichung von “Yummy Fur”, das zunächst als selbstverlegter Mini-Comic erschienen ist und später bei Drawn & Quarterly als Heftreihe fortgefĂĽhrt wurde. Neben “Fuck” gehören “Die Playboy-Stories” und “Ed the happy clown” zu seinen bekanntesten Arbeiten. Chester Brown hat vor allem mit seinen autobiografischen Comics einen groĂźen Einfluss auf die junge amerikanische Szene und auch auf deutsche Zeichner wie Arne Bellstorf, Sascha Hommer oder Mawil. Die drei genannten Titel wurden bereits zu Beginn der neunziger Jahre von Jochen Enterprises vorgelegt und sind seit langem vergriffen.

“Mein Lieblingscomic!” – Mawil

Fuck, ISBN 978-3-938511-96-1, 200 Seiten, schwarzweiĂź, 21,5 x 13,9 cm, Klappenbroschur, 14 EUR, erscheint bei Reprodukt

Selbstportrait © 2008 Drawn & Quarterly

“Blondinen im Bonsaiwald”

Sonntag, den 24. August 2008

Halbe WahrheitenNoch einmal “Halbe Wahrheiten”: Diesmal schreibt Jonas Engelmann in der Wochenzeitung “Jungle World” vom 21. August ĂĽber die neue Graphic Novel von Adrian Tomine:

Blondinen im Bonsaiwald

In Amerika ist Adrian Tomine einer der Stars der unabhängigen Comicszene. Seine Comicreihe »Optic Nerve«, die er 1991 mit 16 Jahren als selbstkopiertes Heft startete, wird seit 1995 von der kanadischen Independent Comic-Institution Drawn & Quarterly verlegt, mit einer Auflage von mittlerweile über 16.000 Exemplaren pro Ausgabe.
Die aus der Reihe entstandenen Alben, in denen seine frĂĽhen, zwischen autobiografischen und fiktiven Elementen changierenden Geschichten orientierungsloser Menschen zwischen 20 und 30 zusammengefasst sind, erschienen ebenfalls bei Drawn & Quarterly.

Auch wenn diese verkĂĽrzte Beschreibung ein wenig klischeehaft klingen mag, hat Tomine mehr zu bieten als orientierungslose Comics fĂĽr Verlierer. Autobiografische Selbstfindungscomics gibt es wahrlich genug. Und schon gar nicht kann man Tomine auf die Imitation des Stils seines Freundes Daniel Clowes reduzieren, was in der Kritik bis heute häufig nahegelegt wird. Er warte auf den Tag, an dem ein Artikel ĂĽber ihn erscheint, der nicht Clowes’ Namen enthalte, so Tomine in einem Interview. mehr

Lewis Trondheim auf Signiertour durch Deutschland

Sonntag, den 24. August 2008

Lewis TrondheimIn der Woche vor und während der Frankfurter Buchmesse, die dieses Jahr vom 15. bis zum 19. Oktober stattfindet, wird Lewis Trondheim zu Gast in Deutschland sein und Comic-Shops in verschiedenen Städten besuchen.AuĂźer den vielen bislang erschienenen Alben der Reihen “Donjon” und “Herr Hase” (Carlsen Comics) wird der französische Zeichner auch Einzeltitel wie “A.L.I.E.E.N.”, “Die Fliege”, “AuĂźer Dienst”, “Mister O”, “Insel Bourbon 1730″ und viele andere Comics signieren.Die Rundreise durch Deutschland endet mit einem dreitägigen Besuch auf der Frankfurter Buchmesse. Neben einem Interview, das Andreas Platthaus mit Lewis Trondheim im Comic-Zentrum fĂĽhren wird, findet am Stand von Arte ein zweites Podiumsgespräch gemeinsam mit JĂĽrgen Boos, dem Leiter der Frankfurter Buchmesse statt, das Christian SchlĂĽter (“Frankfurter Rundschau”) moderieren wird. Der genaue Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.

Folgende Termine stehen bereits fest:

Montag, 13. Oktober – Frankfurt am Main
Terminal Entertainment – 16 Uhr

Dienstag, 14. Oktober – Nürnberg
Ultra Comix – 16.30 Uhr

Mittwoch, 15. Oktober – Basel
Comix Shop Basel – 17 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober – Freiburg
X für U – 16 Uhr

Freitag, 17. Oktober – Frankfurter Buchmesse
Podiumsgespräch mit Andreas Platthaus im Comic-Zentrum – 15 Uhr
Signiertermin im Comic-Zentrum – 16 Uhr

Samstag, 18. Oktober – Frankfurter Buchmesse
Podiumsgespräch mit Juergen Boos & Christian Schlüter bei arte tv – 14 Uhr
Signiertermin im Comic-Zentrum – 16 Uhr

Sonntag, 19. Oktober – Frankfurter Buchmesse
Signiertermin im Comic-Zentrum – 12 Uhr

Frankfurter Buchmesse
Tel. (069) 21 02 223, Fax (069) 21 02 227/-277
email: comics@book-fair.com, www.buchmesse.de

Graphic Novels von Jeff Lemire und Uli Oesterle bei der Edition 52

Donnerstag, den 21. August 2008

Auch 2009 werden im Wuppertaler Verlag Edition 52 eine Reihe bemerkenswerter Graphic Novels erscheinen. Geplant sind Veröffentlichungen von Jeff Lemires “Essex County”-Trilogie und eine Luxusausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra”.

Essex County Promo

In der mehrfach ausgezeichneten “Essex County”-Trilogie porträtiert Jeff Lemire das Leben in einer ländlichen kanadischen Kleinstadt, eine fiktionalisierte Version seiner eigenen Heimat. Im ersten Teil freundet sich der verwaiste Lester mit einem Tankwart an, mit dem er sich in eine Fantasiewelt aus Superhelden, auĂźerirdischen Invasoren und Hockey flĂĽchtet. Im zweiten Teil wird die vielschichtige Beziehung eines Bruderpaares ĂĽber mehrere Jahrzehnte verfolgt. Der abschlieĂźende dritte Teil zeigt einen Tag im Leben der örtlichen Krankenschwester, an dem sich alle Handlungsstränge der vorhergehenden Bände noch einmal kreuzen.

UrsprĂĽnglich erschienen die einzelnen Teile der Trilogie beim US-Verlag Top Shelf Comics (“Blankets” von Craig Thompson und “Tricked” von Alex Robinson). Zum ersten Teil, “Tales From The Farm”, kann man sich bei Top Shelf einen animierten Trailer ansehen.

Hector Umbra johnny cash luxusausgabeDer MĂĽnchner Comiczeichner Uli Oesterle hat “Hector Umbra” zum Abschluss gebracht und Edition 52 wird im Herbst 2009 eine Luxusausgabe der ĂĽber zweihundert Seiten starken Geschichte erscheinen, deren erster Teil 2004 von der Jury des ICOM als “Bester Independent Comic” ausgezeichnet worden war. Die reguläre Ausgabe wird bei Carlsen erscheinen, während die Ausgabe von Edition 52 neben einer hochwertigen Ausstattung noch mit weiteren Extras aufwarten und voraussichtlich 59,90 EUR kosten wird.

Bereits 2007 wurde eine Luxusausgabe der ebenfalls bei Carlsen erschienenen Graphic Novel-Biographie “Cash – I see a darkness” von Reinhard Kleist veröffentlicht, die mit schöner Aufmachung (Hardcover, Schutzumschlag, exklusives Cover), einem exklusiven Druck und einer Musik-CD von Bear Family Records aufwartete.

In “Hector Umbra” erzählt Uli Oesterle auf 208 Seiten ein Epos ĂĽber Freundschaft, Liebe und Wahnsinn. Hector Umbra trifft während seiner Odyssee durch die dunklen Seiten MĂĽnchens jede Menge skurrile Gestalten und deckt im MĂĽnchner Untergrund schlieĂźlich eine finstere Verschwörung auf.

Reprodukt-Blog

Dienstag, den 19. August 2008

Reprodukt-BlogDie Autoren des Graphic-Novel-Blogs, Christian Maiwald, Sebastian Oehler und Dirk Rehm sowie Pressebeauftragte Jutta Harms, schreiben ab sofort auch für einen zweiten Blog, den Reprodukt-Blog, in dem natürlich (noch) mehr in eigener Sache verhandelt wird. Etwas persönlicher als hier wird in individuell gekenzeichneten Beiträgen über das Geschehen rund um den Verlag berichtet.

Beispiel ist der sehr empfehlenswerte Blog, den Peggy Burns, Jessica Campbell, Tom Devlin, Chris Oliveros und Jamie Salomon schon seit mehr als zwei Jahren fĂĽr Drawn & Quarterly fĂĽhren. Es wird also auch mal Zeit…

Drawn and Quarterly-Blog

“Fahrradmod” – eine Graphic Novel entsteht

Dienstag, den 19. August 2008

Der in Utrecht (NL) lebende Zeichner Tobias Dahmen lässt sich beim Erstellen seiner ersten Graphic Novel ĂĽber die Schulter schauen. Unter fahrradmod.blogspot.com gibt er beinahe täglich Einblick in den Fortschritt, den seine autobiographische Geschichte mit dem Titel “Fahrradmod” nimmt.

Fahrradmod Beispielseite

In “Fahrradmod” beschreibt Tobi Dahmen seine Faszination fĂĽr die Mod-Kultur, die seine Jugendzeit bestimmte. Seine Begeisterung fĂĽr diese Subkultur, ihre Musik, Kleidung und noch viel mehr, wird fĂĽr ihn zum Ausweg aus der Tristesse der Provinz und gleichzeitig zum Eintritt in die Welt der Erwachsenen. Festgehalten wird das in stimmungsvollen und klaren Bildern. Das Buch ist angelegt auf rund 300 Seiten und noch wurde kein Veröffentlichungsvertrag abgeschlossen – interessierte Verlage können sich beim Autor melden.

foto tobi dahmen

cover sperrbezirk tobi dahmenSeit seiner ersten Comicveröffentlichung 2002 hat Tobi Dahmen seinen von klaren Linien bestimmten Stil in Beiträgen in Anthologien wie “Panik Elektro” oder dem von ihm mitbegrĂĽndeten “Herrensahne” verfeinert. 2007 veröffentlichte er mit “Sperrbezirk” (Schwarzer Turm) eine Sammlung von Kurzgeschichten, die 2008 auf dem Comic-Salon Erlangen mit dem ICOM Independent Comic Preis 2008 als “Bester Kurzcomic Realistisch” ausgezeichnet. In der Laudatio heisst es: “Es sind sensible Geschichten ĂĽber Einsamkeit, Exfreundinnen und Beobachtungen im Rotlichtviertel der groĂźen Stadt. Es sind mutige Geschichten, ehrlich erzählt, traurig und trotzdem optimistisch.”

Abbildungen © 2008 Tobias Dahmen

“Comiczeichner auf journalistischen Pfaden”

Dienstag, den 19. August 2008

FĂĽr die Rostocker Stadtzeitung “0381-Kulturmagazin” hat Ronald Zeug einen längeren Artikel zum Thema “Comiczeichner auf journalistischen Pfaden” geschrieben. Besprochen werden darin “Pjöngjang” von Guy Delisle sowie “Moresukine” von Dirk Schwieger und “Der Fotograf” von Didier LefĂ©vre, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier. Leider liegt der Artikel online (noch) nicht vor.

Comiczeichner

“Hoffnung ist nur da, wo wir nicht sind”

Mittwoch, den 13. August 2008

ott_cover.jpgBrigitte Helbling in der “Berliner Zeitung” vom 12. August ĂĽber “The Number 73304-23-4153-6-96-8″ von Thomas Ott.

Hoffnung ist nur da, wo wir nicht sind

Aus einem kultischen Untergrund: die fatalistischen Schabkarton-Comics des Schweizer Zeichners Thomas Ott

Vor einer Weile fand in Luzern eine Werkschau des ComickĂĽnstlers Thomas Ott in der Steinkapelle eines ehemaligen Schwesternhauses statt – ein passender Ort fĂĽr ein grafisches Universum, das aus einem kultischen Untergrund zu kommen schien. Man sah Jesus mit gekreuzten PatronengĂĽrteln auf der Brust – oder Herzen, eingefasst von Dornenkränzen. Im strengen SchwarzweiĂź der Objekte schimmerten unheilige Allianzen auf, Madonnenbilder verbanden sich mit Horror-Comics aus den 50er-Jahren, Kirchenliedergut mit Film Noir; und der Kapellenraum nahm sie auf, als seien sie schon immer da gewesen. Zwischen Otts Exponaten hingen auch Einzelwerke aus der engeren Familie, Gemälde des Vaters und der Schwester, die unaufwändig Herkunft definierten: Ott ist in einem kĂĽnstlerischen Umfeld aufgewachsen und mit seinem Erbe eigene Wege gegangen. mehr

“Junk Word”-Ausstellung im Neurotitan, Berlin-Mitte

Mittwoch, den 13. August 2008

Junk WordKeine Graphic Novel, aber ein guter Ausgehtipp in Sachen Comics: Vom 23. August bis zum 13. September sind sechs Zeichnerinnen und Zeichner, die bereits seit zehn Jahren regelmäßig auf der letzten Seite der Wochenzeitung “Jungle World” ihre Comic-Strips veröffentlichen, mit einer Ausstellung ihrer Arbeiten zu Gast in der Galerie Neurotitan in Berlin-Mitte.

Jeden Mittwoch aufs Neue bietet “Junk Word” ein Zuhause fĂĽr 18Metzger (“Totes Meer”), Digirev (“Zuhause während der digitalen Revolution”), Leo Leowald (“Zwarwald”), Andreas Michalke (“Bigbeatland”), Fil (“Mädchenworld”), Oliver Naatz (“Lilli & Poldi”) und Minou Zaribaf (“Rockrätseln”).

Die Vernissage zur Ausstellung im Neurotitan findet am Freitag, den 22. August ab 20 Uhr statt.

Neurotitan, Rosenthaler Str. 39, D-10178 Berlin-Mitte
Tel. (030) 3087 2576, Fax (030) 282 9033
email: mail@neurotitan.de, www.neurotitan.de
Ă–ffnungszeiten: Mo-Sa 12-20 Uhr

“Wenn Japaner auf Blondinen stehen”

Mittwoch, den 13. August 2008

Halbe WahrheitenIn der heutigen Ausgabe der “SĂĽddeutschen Zeitung” bespricht Thomas von Steinaecker Adrian Tomines aktuelle Graphic Novel “Halbe Wahrheiten” (Reprodukt):

Wenn Japaner auf Blondinen stehen

Adrian Tomine, als Sohn japanischer Eltern 1974 in den USA geboren, genießt seit seinem Sammelband „Sommerblond” den Ruf, der Nick Hornby des Alternativen Comics zu sein: Wenige andere konnten derart präzise in kurzen Episoden das Lebensgefühl der Generation des Autors auf den Punkt bringen. Auf den ersten Blick scheint Tomine diesem Erfolgsrezept auch in seinem Graphic- Novel-Debüt treu geblieben zu sein. Da ist der dreißigjährige Ben – die Personifikation dessen, was man landläufig einen „Geek” nennt: Betreiber eines erfolglosen Kunstkinos in Berkeley, ansonsten ohne besondere Begabungen, daher orientierungslos und überdurchschnittlich aggressiv sowie bebrillt und besessen von Sex, insbesondere mit weißen Mädchen. Kein Wunder also, dass Bens Launen seine langjährige Beziehung mit Miko gefährden. Der einzige Mensch, mit dem er sich gut versteht, ist die gewitzte Alice, Lesbe und US-Koreanerin, für die er auch schon mal den Freund spielt, wenn ihre Eltern auf Besuch sind. In die Lethargie des Alltags kommt mit einem Mal Bewegung, als Miko ein Angebot aus New York für ein Praktikum als Filmwissenschaftlerin annimmt. mehr

Graphic Novels in der “New York Times”

Mittwoch, den 13. August 2008

Bereits seit einigen Monaten werden in der “New York Times” Woche fĂĽr Woche einzelne Kapitel von Kurzgeschichten rennomierter Graphic Novel-AutorInnen veröffentlicht. Beiträge der unter dem Namen “The Funny Pages” laufenden Serie stammen u.a. von Seth (“Eigentlich ist das Leben schön”, Edition 52), Daniel Clowes (“Ghost World”, Reprodukt), Jason (“Pssst”, Schwarzer Turm) und Chris Ware (“Jimmy Corrigan”, in Vorbereitung bei Reprodukt). Die derzeitig fortgefĂĽhrte Geschichte “The Terminal Patient” stammt von Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne). Alle Beiträge sind online verfĂĽgbar und lassen sich als PDF-Dokumente abrufen.

New York Times Rutu Modan

DarĂĽber hinaus ist online eine unterhaltsame und informative Flash-Präsentation mit dem Titel “The Visual Language of Comics” abrufbar, in der verschiedene Graphic Novel-Autoren von sich und ihrer Herangehensweise ans Schreiben und Zeichnen berichten. Chester Brown, Joe Sacco, Art Spiegelman, Seth und Chris Ware berichten dabei nicht nur aus der Werkstatt, sondern legen auch die besonderen Qualitäten der Erzählweise in Form von Graphic Novels dar.

New York Times Graphic Novels

Abbildungen © 2008 nytimes.com

“Langeweile im Niemandsland”

Dienstag, den 12. August 2008

Halbe WahrheitenSven Jachmann schreibt fĂĽr www.textem.de ĂĽber “Halbe Wahrheiten” von Adrian Tomine:

Langeweile im Niemandsland

Adrian Tomine war schon immer der Beobachter der kleinen Gesten, jener Steuerungselemente der zwischenmenschlichen Beziehungen, die augenscheinlich so wenig bedeuten und doch umso mehr zerstören können. Mit “Halbe Wahrheiten” legt Reprodukt nun, nach zwei Kurzgeschichtensammlungen (“Echo Avenue” und “Sommerblond”), seine erste lange Erzählung vor, und auf den ersten Blick hat sich nicht viel geändert: Den frĂĽheren Protagonisten nicht unähnlich bestimmen auch hier Tristesse, unterschwellige Aggressionen und zerfahrene Kommunikation die Beziehung zwischen Ben Tanaka und Miko Hayashi, einem jungen Paar Anfang 30 aus Berkley. Oft wird aus derlei Sachverhalten, besonders wenn das Alter des Autors und das seiner Figuren so deckungsgleich ausfallen, das Sittengemälde einer ziellosen Generation gemalt. mehr