Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Über uns Impressum

Monatsarchiv für September 2008

“Die Wolke” – Graphic Novel nach Gudrun Pausewang

Dienstag, den 30. September 2008

cover_wolke.jpgNach Sara Varons “Robo und Hund” und der Comicversion des Jugendbuchs “Die Welle” von Morton Rhue und Stefanie Kampmann ist bei Ravensburger nun eine weitere Graphic Novel erschienen, die sich an ein jĂĽngeres Publikum wendet: Gudrun Pausewangs beklemmendes Jugendbuch “Die Wolke” wurde von Anike Hage in Comicform umgesetzt.

“Versagen gehört zu unserer Welt. Es gibt keine absolute Sicherheit. Jede Technik hat Schwachstellen. Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich. Die Atomwirtschaft setzt auf technische Wunderwerke, die nicht versagen. Sie haben versagt.” Ein Land nach dem atomaren GAU. Die fĂĽnfzehnjährige Janna und ihr kleiner Bruder Uli fliehen nach Bad Hersfeld. Dort, so heiĂźt es, seien sie sicher. Wovor genau sie sich in Sicherheit bringen mĂĽssen, wissen sie nicht. Alle reden immer nur von einer Wolke, die den Tod bringt.

Den mit dem “Deutschen Jugendbuchpreis 1988″ ausgezeichneten Klassiker adaptierte die Zeichnerin Anike Hage als Comic. Bislang war Anike Hage vor allem fĂĽr ihre Manga-Serie “Gothic Sports” (erschienen bei Tokyopop) bekannt.

Die Wolke, ISBN 978-3-473-35294-4, 176 Seiten, Hardcover, 16,95 EUR

Coverabbildung © Ravensburger

“Blutspuren” von Rutu Modan – Besprechung auf satt.org

Montag, den 29. September 2008

Blutspuren FĂĽr das Kulturportal satt.org bespricht Christopher Pramstaller Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne):

Hadera, Israel. Ein Bombenanschlag am Busbahnhof. Eine der fünf Leichen ist so stark verbrannt, dass ihre Identität nicht geklärt werden kann. Doch niemand ist gekommen, um sie zu identifizieren: keine Angehörigen, keine Freunde. Schon wenige Tage später scheint der Anschlag in Vergessenheit geraten zu sein. In Haifa hat es eine noch größere, noch mehr Tote fordernde Explosion gegeben.

Auch für den Taxifahrer Kobi Franco ist der Anschlag in Hadera eigentlich kein Thema mehr, als er drei Wochen danach von der Soldatin Numi eine Nachricht erhält, und sich mit ihr in einem Park trifft. Zu alltäglich ist die Bedrohung durch den Terror, als dass jeder Anschlag lange im Gedächtnis verhaftet bleiben würde. Doch Numi, die sich als Geliebte seines Vaters ausgibt, äußert die Vermutung, dass es sich bei der nicht identifizierten Leiche um Kobis Vater Gabriel handelt. mehr

Buchvorstellung “Fashionvictims, Trendverächter”

Freitag, den 26. September 2008

fashionvictims_avant_cover_72.jpg Am Dienstag, dem 30. September, wird im Berliner Monarch im Rahmen der Verbrecherversammlung, der regelmäßigen Veranstaltungsreihe des Berliner Verbrecher Verlags, Ulli Lusts Buch “Fashionvictims, Trendverächter – Bildkolumnen und Minireportagen aus Berlin” (avant-verlag) vorgestellt.

Kai Pfeiffer (Redakteur/Koautor, Comiczeichner) wird das Buch per Gedankensprung, Bildbetrachtung und zielgerichteter Abschweifung vorstellen. Danach liest und kommentiert Ulli Lust ausgewählte Strips und Comic-Passagen, gefolgt von einer kleinen Diskussionsrunde, bei der sich Oliver Grajewski (Comiczeichner, “Tigerboy”) und Jörg Sundermeier (Verleger und Journalist, Verbrecher Verlag) zusammen mit Ulli Lust und Kai Pfeiffer ĂĽber die Form des Reportagecomics und die Berlin-Darstellung in Ulli Lusts Werk unterhalten.

fashiontrend_ausschnitt.jpg
Es gib acht Millionen Geschichten in der Nackten Stadt. Dies war eine von ihnen.“ So endet der Film noir „The Naked City“. Ulli Lust hat einige Momente der dreieinhalb Millionen Geschichten in Berlin belauscht und zeichnend notiert. Von der Szene zur Shopping Mall, zwischen Ost und West, über Prenzlauer Babyboom und Seniorentreff bis zum Waschpulver im Varieté. Dies sind die Protokolle ihrer breitgefächerten Bespitzelungsaktion: Comicreportagen, Bildkolumnen, Minireportagen-Strips, zuvor veröffentlicht in diversen Zeitschriften, Magazinen und Anthologien, nun zum ersten Mal gesammelt.

Ulli Lust lebt seit Mitte der 90er Jahre in Berlin und zeichnet mittlerweile vorrangig Comics fĂĽr erwachsene Leser. Neben der erotischen Serie “springpoems”, die auf einem prähistorischen FrĂĽhlingsritual basiert, gilt ihr Hauptinteresse der Comicreportage und dokumentarischen Comics. Sie betreibt den Webcomic-Verlag www.electrocomics.com, der internationale Autorencomics publiziert. 2009 erscheint der umfangreiche autobiographische Comicroman ihrer exzessiven Jugend, “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” im avant-verlag .

Monarch, Skalitzer Str. 134, D-10999 Berlin
Beginn: Dienstag, 30. September, 20.30 Uhr

“Ulli Lust – Bildkolumnen und Minireportagen aus Berlin”

Freitag, den 26. September 2008

illu_87_m.jpgChristiane Krämer bespricht auf dem Berliner Frauenportal aviva Ulli Lusts “Fashionvictims, Trendverächter” (avant-verlag):

Ulli Lust – Bildkolumnen und Minireportagen aus Berlin

Ein scharfes Bild von “Fashionvictims und Trendverächtern” die eine ähnliche Mode zelebrieren zeichnet die zugezogene KĂĽnstlerin in der Ansammlung ihrer schönsten Berliner Momentaufnahmen

Ulli Lust hat in ihren in verschiedenen Tageszeitungen abgedruckten Zeichnungen BerlinerInnen portraitiert und ihre Gespräche belauscht. Dabei fielen der “Alltagsspionin” die witzigen und tragischen Situationen quasi vor die FĂĽĂźe: unterwegs in den Ă–ffentlichen, auf den kinderĂĽberschwemmten BĂĽrgersteigen des Prenzlauer Bergs und in Kreuzberger Kaschemmen, in den piefigen Shopping Malls in Ost und West und unzähligen aufgesuchten Orten bespitzelt Ulli Lust die Szenerien der Metropole.

Im drastisch zu spĂĽrenden Wandel der Zeit nähern sich Fashionvictims und Trendverächter“modemäßig immer mehr an”. CafeschlĂĽrfende DesignerInnen und hawaiihemdtragende Zugezogene sind von gealterten Cowboys und Jutebeutel schwingenden Alteingesessenen kaum zu unterscheiden. Die solventen MittdreiĂźigerInnen vom Prenzelberg mit ihren Trendholzfahrräder tretenden Kindern finden Sinnstiftung beim Kauf von Gummistiefeln und unzähligen Milchcafes. Einige Arbeitslose laufen morgens vor dem Behördengang diszipliniert und pĂĽnktlich am Imbiss auf und schauen denen hinterher, die eine Arbeit haben. mehr

“Holocaust im Comic – Tabubruch oder Chance?” – Fachtagung in Berlin

Freitag, den 26. September 2008

154db9b9f7.jpgEine eintägige Fachtagung des Berliner Anne-Frank-Zentrums, die in der Nordrhein-Westfälischen Landesvertretung in Berlin stattfinden wird, befasst sich am 10. Oktober 2008 mit dem pädagogischen Aspekt des Comics “Die Suche” von Eric Heuvel, Ruud van der Rol und Lies Schippers.

Im Jahr 2007 erschien im Anne-Frank-Haus der pädagogische Comic “Die Suche”, der in den Niederlanden entwickelt und erprobt wurde. Von Februar bis Juli 2008 testete das Anne-Frank-Zentrum den Einsatz von “Die Suche” im Geschichtsunterricht an verschiedenen Schulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Parallel zu der Testphase in Deutschland wurde das Material an Schulen in Polen und Ungarn erprobt.

Auf der Fachtagung werden in Vorträgen und Workshops Fragen zur pädagogischen Arbeit mit Graphic Novels zum Thema Holocaust diskutiert. Die Veranstaltung soll einen Diskurs über die historisch-politische Bildungsarbeit anregen und gleichzeitig eine Plattform für Erfahrungsaustausch unter Fachkolleginnen und -kollegen bieten.

74657c1226.jpgNeben verschiedenen Pädagogen, die aus der Praxis berichten, wird es eine Podiumsdiskussion und eine Signierstunde mit Co-Autor und Zeichner Erik Heuvel geben. Die Podiumsdiskussion befasst sich mit “Herausforderungen, Chancen und Grenzen der pädagogischen Arbeit mit Graphic Novels zum Thema Holocaust” und wird vom Kölner Comic-Publizisten Klaus Schikowski moderiert. Als Gäste geladen sind der Germanist Dr. Jens Birkmeyer (MĂĽnster), die Pädagogin Jutta Weiler (DĂĽren), Thomas Heppener vom Anne Frank-Zentrum Berlin, die Publizistin und Comic-Herausgeberin Jutta Harms, und als Vertreter der Kultusministerkonferenz Robert Siegel.

Das Programmheft kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden, eine Anmeldung ist bis zum 30. September und online hier möglich. Das Buch kann im Online-Shop des Anne Frank-Zentrums bestellt werden.

Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Hiroshimastr. 12-16, D-10785 Berlin-Tiergarten

Abbildungen © Anne-Frank-Zentrum

JĂĽdische Zeitung ĂĽber “Ein neues Land”

Dienstag, den 23. September 2008

Cover Shaun TanBereits in der August-Ausgabe berichtete Florian Hunger fĂĽr die “JĂĽdische Zeitung” ĂĽber Shaun Tans “Ein neues Land”:

“Ein neues Land” von Shaun Tan

Ein Mann packt seinen Koffer, streicht zärtlich über ein gerahmtes Foto seiner Familie, bevor er auch dieses sorgsam auspolstert und vorsichtig verstaut. Seine Frau legt liebevoll tröstend ihre Hand auf seine, dann erwacht die kleine Tochter, es folgt ein letztes gemeinsames Frühstück, schon brechen die drei auf. Die zeitlos-düsteren Straßen der Stadt werden von furchterregenden Schatten verdunkelt, die an riesenhafte Drachenschwänze erinnern. Es ist eine trostlose, kafkaesk anmutende, graue Graphitstift-Welt, die der namenlose Protagonist in Shaun Tans großartiger, ganz ohne Worte auskommenden Graphic Novel verlässt. mehr

Dank an Heiko Kaminski / Buchhandlung Rombach, Freiburg

“Bom! Bom! Bom! Bom! Ăśber jĂĽdische Comicwelten”

Montag, den 22. September 2008

Cover Katze des RabbinersEine Blick in die Comic- und Graphic-Novel-Szene aus jĂĽdischer Sicht wirft Sonja Galler in der aktuellen Ausgabe der “JĂĽdischen Zeitung”:

Bom! Bom! Bom! Bom!

Ăśber jĂĽdische Comicwelten

«Lest mehr Comics!», rufe ich von Zeit zu Zeit meinen Freunden zu. Deren spontane Begeisterung hält sich dann oft in Grenzen. Verbinden die meisten von ihnen mit Comics doch vor allem altbekannte Klassiker: die mit den großohrigen Mäusen, den düsteren Superhelden und den streitbaren Galliern. Erschienen in Massenproduktion und in einfacher Paperback-Qualität, erhältlich vor allem am Zeitungskiosk. Meist ein Relikt aus Kindheitstagen und ein unerschütterlich im Gedächtnis eingegrabener Zitatfundus. Aber darüber hinaus?

Dass es außerhalb einer allzeit florierenden Heftchen-Industrie, neben all den Fix und Foxis, erzählerische Eleganz und die unterschiedlichsten Bilderwelten zu entdecken gibt, beginnt hierzulande erst allmählich bekannt zu werden. Und dennoch gibt es auch in Deutschland längst eine kleine lebendige Comicszene: Mit einer Reihe fabelhafter Independent-Verlage wie Reprodukt und Avant. Mit Comic-Läden, in denen zwischen Kundschaft und Verkäufern so kenntnisreich und beherzt gefachsimpelt wird, wie man es sich in manch anderen Buchhandlungen wünschen würde. Mit Musenstuben und Galerien, in denen in bester «Support your local heroes»-Manier produziert und druckfrisch Handverlesenes verkauft wird. Und mit einem Angebot, das von Heftchen mit dem Charme des Schäbigen, Billigen ebenso lebt wie von in Druck und Koloration höchst aufwendig gestalteten Bänden. Comicleser sind Bücherliebhaber, soviel steht fest. mehr

“Molch” – Neue Graphic Novel von Nicolas Mahler und Heinz Wolf

Montag, den 22. September 2008

molch CoverIm Luftschacht-Verlag ist ab sofort eine neue Graphic Novel der beiden Ă–sterreicher Nicolas Mahler und Heinz Wolf lieferbar. Nicholas Mahler, vor allem bekannt als Autor und Zeichner der Comicserie “Flaschko – Der Mann in der Heizdecke” (Comic-Strip aus der “Welt Kompakt”, Alben erschienen bei Edition Moderne) und seiner autobiografischen BĂĽcher wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” (Reprodukt) tritt hier nur als Autor auf und lässt seine kĂĽhle Mördergeschichte von Zeichnerfreund Heinz Wolf in dynamische Bilder umsetzen.

molch leseprobe

Schwarz-weißer Alltag und grauenerregende Morde in der Großstadt: „Molch“ lautet die mit Blut verfasste Signatur eines Serienkillers, zu dessen Opfern vornehmlich schöne Frauen zählen. Und während sich ein deprimierter Gebrauchtwagenhändler mit den Lasten des Alterns und Vereinsamens plagt, gerät er – nicht ganz zu Unrecht – ins Visier der polizeilichen Ermittlungen.

Eine mehrseitige Leseprobe zum Band lässt sich hier im PDF-Format herunterladen.

Molch, ISBN 978-3-902373-37-3, Klappenbroschur, 21 x 14,8 cm, 92 Seiten, schwarzweiĂź, 14,90 EUR

Barbara Yelin erhält den Sondermann fĂĽr den “Newcomer des Jahres 2008″

Sonntag, den 21. September 2008

Barbara Yelin… und den “Bernd Pfarr-Sondermann fĂĽr Komische Kunst” erhält 2008 Stephan RĂĽrup (“RĂĽrups bessere Welt”, “Monstersonntag”). Das berichten erstmals schon vor der Verleihung der Preise am Samstag, den 18. Oktober die Frankfurter Buchmesse und das “Börsenblatt”.

Barbara Yelins Geschichten erscheinen in deutscher Sprache regelmäßig in “Spring”, dem von einem Kollektiv von Zeichnerinnen herausgegebenen Magazin fĂĽr Comics und Illustrationen. In französischer Sprache sind bei Editions de l´an 2 mit “Le visiteur” und “Le retard” bereits zwei BĂĽcher von ihr erschienen. Ihr neuester Comic wurde in dem Sammelband “Pomme d’ amour – 7 Geschichten ĂĽber die Liebe” (Die Biblyothek) veröffentlicht. Nach einem Szenario von Peer Meter (“Haarmann” mit Christian Gorny, Carlsen) arbeitet die Berliner Zeichnerin derzeit an einer Geschichte ĂĽber die Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried, die im Herbst 2009 bei Reprodukt erscheinen wird und aus der auch die folgende Abbildung entnommen ist.

Die Giftmörderin, Seite 20

Barbara Yelin, Jahrgang 1977, hat an der Hochschule fĂĽr angewandte Wissenschaften in Hamburg Illustration studiert und arbeitet seit 2004 freiberuflich als Illustratorin und Comiczeichnerin.

“Robo und Hund” auf der Empfehlungsliste von Oprah Winfrey

Samstag, den 20. September 2008

34740.jpg

“Robo und Hund”, die Graphic Novel von Sara Varon, wurde in die “Kid´s Reading List” von Oprah Winfrey aufgenommen. Ebenso findet sich das Buch in der Liste der “150 besten BĂĽcher 2007″ von “Publisher´s Weekly”. In den USA ist “Robo und Hund” bei First Second (ein Ableger von Holtzbrinck) erschienen, die deutsche Ăśbersetzung hat der Ravensburger Verlag veröffentlicht.

Aus dem Pressetext von Ravensburger: Robo und Hund sind die besten Freunde. Robo putzt, Robo räumt auf und Robo kocht Hund jeden Tag etwas Leckeres. Nach einem gemeinsamen Badeausflug am Strand kann Robo nicht mehr aufstehen und Hund geht alleine nach Hause. Was soll das? Robo hat doch bisher immer funktioniert! Hund beschlieĂźt sich neue Freunde zu suchen, doch schlieĂźlich erkennt er, was wahre Liebe ist … Eine Geschichte ĂĽber Freundschaft und Loyalität, die (fast) ganz ohne Worte auskommt.

Robo und Hund, ISBN 978-3473347407, 212 Seiten, farbig, 20,8 x 15 cm, 12,95 EUR

Comicblogs auf “Zeit online”

Freitag, den 19. September 2008

bellstorf.com

Auf der Website der “Zeit” findet sich ein kleiner virtueller Rundgang durch einige Blogs von ComickĂĽnstlerinnen und -kĂĽnstlern. Neben Reprodukt-Zeichnern wie Line Hoven und Arne Bellstorf werden zum Beispiel auch die Seiten von Dominique Goblet und FĂ©lix Diaz besucht. Hier kann man sich durch die Galerie klicken.

Abbildung: Montage © Zeit online

“Persepolis – eine Erfolgsgeschichte”: Vincent Paronnaud im Gespräch

Freitag, den 19. September 2008

WinshlussAn ein interessiertes Publikum aus dem Bereich Comic und Animation richtet sich eine Veranstaltung der im Kulturbereich tätigen Weiterbildungseinrichtung Focal in der Schweiz. Am 1. November wird dort eine Veranstaltung mit dem Regisseur und Comiczeichner Vincent “Winshluss” Parronaud stattfinden.

“Persepolis” ist eine rundum gelungene Produktion: ein niedriges Budget (weniger als 8 Mio. Euro), ein gutes Produktionsteam, eine erfolgreiche europäische Auswertung und eine gesicherte internationale Vermarktung. Vincent Parronaud, Comicfans vor allem unter dem Pseudonym “Winshluss” bekannt, trug mit seiner Erfahrung als Comiczeichner und Filmemacher massgeblich zur erfolgreichen Adaption der gleichnamigen Graphic Novel von Marjane Satrapi bei. In enger Zusammenarbeit schufen die beiden Drehbuch, Storyboard, Backgrounds, Cutouts und zeichneten einen Grossteil der Bilder. Szenekenner Christian Gasser wird im Gespräch mit Vincent Parronaud alle Aspekte rund um “Persepolis” diskutieren und die Vorgeschichte des unabhängigen Underground-KĂĽnstlers Winshluss ergrĂĽnden.

Die in Luzern stattfindende Veranstaltung kostet pro Teilnehmer 150 CHF. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich hier.

Neuerscheinungen zu wortlosen Bildromanen

Donnerstag, den 18. September 2008

In der Geschichtschreibung der Comics besteht nach wie vor Uneinigkeit darĂĽber, ab wann man von einem Comic sprechen kann, bzw. welcher Comic der erste war. Die Startpunkte werden beim “Yellow Kid”, bei den Bildergeschichten Rodolphe Töpffers, beim Teppich von Bayeux oder gleich bei den alten Ă„gyptern gesehen.

Ă„hnlich verhält es sich bei den Graphic Novels. Die weitverbreitete Ansicht, dass Will Eisners “A Contract with God” die erste Graphic Novel war, wird ebenfalls von vielen Seiten in Frage gestellt. Je nachdem, wie der Begriff definiert wird, wird auch hier bis in vergangene Jahrhunderte zurĂĽckgegangen, zum Beispiel zu den illustrierten BĂĽchern William Blakes (“The Marriage of Heaven and Hell”, 1793). Auch im Comicbereich werden frĂĽhe Graphic Novels erkannt, so bei einigen längeren, zusammenhängenden Geschichten wie Gil Kanes “His Name is… Savage” von 1968 oder Steve Ditkos “Doctor Strange”.

lynd ward

31126-23-1.jpgWährend bei vielen dieser Vorgänger noch die Verwandtschaft zu ihren Ursprungsgenres im Vordergrund steht (Roman, Superheldencomics etc.) gibt es mit den wortlosen Bildnovellen des frĂĽhen 20. Jahrhunderts Vorgänger, deren Ă„hnlichkeit in Aufmachung und Anspruch den heutigen Graphic Novels sehr nahe kommen. Zu diesem Thema ist soeben in den USA mit David A. Beronäs “Wordless Books: The Original Graphic Novels” bei Abrams ein Buch erschienen, das sich mit diesen Geschichten auseinandersetzt. Vorgestellt werden Frans Masereel, Otto NĂĽckel, Lynd Ward und viele weitere Klassiker des grafischen Erzählens. Auf kurze biografische Texte folgen zum Teil umfangreiche Vorstellungen der Hauptwerke der Autorinnen und Autoren. Und tatsächlich werden die BezĂĽge zu heutigen Comicromanen offensichtlich: Abgeschlossene Geschichten, komplexe Plots, vielschichtige Charaktere und vor allem ein tiefgehender Bezug zum realen Leben kennzeichnet diese, ähnlich den heutigen Geschichten. Dass sie dabei weitgehend ohne Worte auskommen, ist zum einen der Tradition des Holzschnitts geschuldet – was in diesem Buch auch nachgezeichnet wird –, aber vor allem dem inhaltlichen Anspruch, allgemein verständlich zu sein. Nicht selten ging es, zum Beispiel bei Frans Masereel, um eine Zivilisations- und Kapitalismuskritik, die nicht plakativ, aber unmissverständlich sein sollte.

Mit E.O.Plauen nimmt David A. Beronä zwar auch einen Autoren in seinem Buch auf, dessen Strips wenig mit Graphic Novels gemein haben, trotzdem ist “Wordless Books: The Original Graphic Novels” eine gelungene EinfĂĽhrung in ein Gebiet, bei dem sich literarisches Erzählen mit der Umsetzung in Bildern verbindet.

nĂĽckel

cover wordlessVier der auch in David A. Beronäs Buch erwähnten Geschichten sind passend dazu als Sammelband verlegt worden: In dem von George A. Walker herausgegebenen “Graphic Witness: Four Wordless Graphic Novels” finden sich abgeschlossene Erzählungen von Frans Masereel, Lynd Ward, Giacomo Patri und Laurence Hyde. Da die von David A. Beronä aufgefĂĽhrten Werke nur noch antiquarisch oder im Ausland bestellbar sind, ist der Band eine lohnende Ergänzung. Im GroĂźformat können die Geschichten darĂĽber hinaus ihre grafische Kraft besser entfalten als in den kleinformatigen Originalausgaben.

Wordless Books: The Original Graphic Novels, ISBN 978-0-810994690, 256 Seiten, schwarzweiss, $35

Graphic Witness: Four Original Graphic Novels, ISBN 978-1-554072705, 424 Seiten, schwarzweiss, $29,95

Abbildung Lynd Ward © Rutgers University
Abbildung Otto Nückel © Edition IMHO

Interview mit Sebastian Oehler

Samstag, den 13. September 2008

gn-flyer.jpgFĂĽr www.satt.org hat Felix Giesa mit Sebastian Oehler ein kurzes Interview ĂĽber die Intention des Graphic-Novel-Flyers gefĂĽhrt. Der Gegenstand des Interviews, die von Sascha Hommer gestaltete BroschĂĽre mit dem Titel “Was sind Graphic Novels?”, ist aus einer Zusammenarbeit der Verlage Avant Verlag, Carlsen, Edition 52, Reprodukt und S. Fischer entstanden und soll Lesern und Buchhändlern als kurze EinfĂĽhrung – auch in das Thema dieser Website – dienen.

Line Hoven in “Le monde diplomatique”

Freitag, den 12. September 2008

In der aktuellen Ausgabe von “Le monde diplomatique” ist mit “The Kiss of the Bee” ein neuer Comic von Line Hoven (“Liebe schaut weg”) erschienen. Es ist bereits seit ein paar Jahren eine schöne Tradition bei “Le monde diplomatique”, dass auf der letzten Seite der Zeitung ein exklusiv gezeichneter Comic erscheint. Demnächst: Olivier Schrauwen.

thekissofthebee.jpg

Graphic-Novel-Flyer zum Download

Mittwoch, den 10. September 2008

Der momentan in der Auslieferung befindliche verlagsĂĽbergreifende Graphic-Novel-Flyer kann nun auch online angesehen werde. Ab sofort steht ein PDF-Dokument (8,2 MB) zum Download bereit.

gn_flyer_vorneklein.jpg

Im Auftrag von fünf Verlagen, die Graphic Novels veröffentlichen – Avant Verlag, Carlsen, Edition 52, Reprodukt und S. Fischer – haben Sebastian Oehler (Text) und Sascha Hommer (Text und Zeichnungen) einen Flyer gestaltet, in dem interessierten Lesern und Buchhändlern in einfachen Worten und anhand von Bildbeispielen erklärt wird, was eine Graphic Novel ausmacht.

gn_flyer_hintenklein.jpg

“TrĂĽmmer eines israelischen Lebens”

Montag, den 8. September 2008

BlutspurenBereits am 2. September besprach Andreas Platthaus Rutu Modans “Blutspuren” in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”:

TrĂĽmmer eines israelischen Lebens

Rutu Modan erzählt in ihrem Comic “Blutspuren” aus den Jahren der Attentate

Am Busbahnhof der israelischen Stadt Hadera, auf halbem Wege zwischen Tel Aviv und Haifa gelegen, besucht ein junges Paar die Cafeteria. Im Coca-Cola-Regal vor dem Eingang stehen Kerzen und Porträtfotos, Kränze liegen auf dem Boden, Blumen kleben an der Wand, und israelische Fahnen umrahmen das Ganze. Vor einigen Wochen ist hier im Lokal eine Bombe hochgegangen, die fĂĽnf Menschen das Leben gekostet hat: vier Gäste und Jossi, den Betreiber der Cafeteria. Nun sind die Räume wieder notdĂĽrftig gereinigt, das Gedenken wurde vor die TĂĽr verbannt, und Jossis Frau fĂĽhrt, noch mit bandagierter rechter Hand, die Geschäfte fort – immer nahe an den Tränen, wenn ihr die Erinnerung an den Toten kommt oder ein Kunde sich beklagt: “Bei Jossi ging der Tee immer aufs Haus.” mehr

Sondermann 2008 – Nominierungen online

Montag, den 8. September 2008

sondermannAuch in diesem Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Sondermann ein Comicpreis verliehen. In Erinnerung an Bernd Pfarr und seine vor allem aus dem Satiremagazin “Titanic” bekannten Figur Sondermann werden Preise in fĂĽnf Kategorien verliehen: Comic International, Comic National, Cartoons, Manga/Manhwa International und asiatisches aus deutschen Landen. Die Gewinner werden in einer Publikumsabstimmung ermittelt.

Cover Sache mit SorgeCover Hempels SofaNominiert sind mit Isabel Kreitz´“Die Sache mit Sorge” (Carlsen) und Ralf Königs “Hempels Sofa” (Rowohlt) auch zwei Graphic Novels in der Kategorie Comic National.

Der zusätzlich von einer unabhängigen Jury verliehene Sondermann für einen Newcomer wird wie alle anderen Preise Mitte Oktober auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben. In den vergangenen Jahren wurden Arne Bellstorf, Moki und Dirk Schwieger als beste Newcomer ausgezeichnet. Auch der Bernd-Pfarr-Sondermann für Komische Kunst wird von der Jury vergeben, die dieses Jahr mit Gaby Roth-Pfarr, Rudi Hurzlmeier, Constanze Döring, Christian Schlüter, Achim Frenz, Stefan Pannor und Andreas Platthaus besetzt ist.

Weitere Informationen zum Preis und allen Nominierten finden sich auf den Webseiten von “Spiegel Online”, “Frankfurter Rundschau” und der Frankfurter Buchmesse. Ein Abstimmungsformular kann hier als PDF heruntergeladen werden, ebenso kann man online bei comicforum.de seine Stimme abgeben.

Abbildung Sondermann © 2008 FR

Interview mit Daniel Clowes

Donnerstag, den 4. September 2008

bilde.jpg

FĂĽr die amerikanische Tageszeitung “The Herald” hat Autor Andy Rathburne in englischer Sprache ein Interview mit Daniel Clowes (”Ghost World”) gefĂĽhrt, in dem der in Oakland lebende Zeichner unter anderem ĂĽber seine Erfahrungen mit dem Schreiben von DrehbĂĽchern spricht.

Daniel Clowes an unusual figure in comic world

What can people expect from the Bumbershoot appearance?

I don’t want to promise anything, because I actually have no idea, but I think they put together slides, a PowerPoint kind of thing, and show various panels and images, and we use that as a springboard to talk about the process and the different aspects of the exciting world of cartooning.

Do you think of yourself as a cartoonist or screenwriter first?

As a cartoonist. But I think of screenwriting as a hobby, really, but it’s a hobby that pays more than my career. mehr

Interview mit Chester Brown

Donnerstag, den 4. September 2008

9783938511961.jpg

FĂĽr www.du9.org hat Nicolas Verstappen im August dieses Jahres eines der selten veröffentlichten Interviews mit Chester Brown gefĂĽhrt, dessen Buch ”Fuck” im Oktober bei Reprodukt erscheinen wird.

Chester Brown

Nicolas Verstappen: Aged twelve, you started with strips about your family (reminding of Doug Wright’s Family). Do you think it was already a need of working on autobiography or more a way of finding materials as you had a hard time on making fictional plots at that time?

Chester Brown:
I wouldn’t say that those Doug-Wright-like strips had actual plots. They were short gaga-strips. And there was certainly no desire then to express any sort of autobiographical truth. Dough Wright’s strips gave me a formulaic template that looked easy to imitate. At that age I also did gag-strips that were fictional. mehr

Fuck, ISBN 978-3-938511-96-1, 200 Seiten, schwarzweiĂź, 21,5 x 13,9 cm, Klappenbroschur, 16 EUR