Graphic Novels
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Monatsarchiv für November 2008

Art Spiegelman bei “FAZ.net”

Sonntag, den 30. November 2008

FAZ.netZur Veröffentlichung von Art Spiegelmans “Breakdowns” bei S. Fischer gibt es nun auf einer Sonderseite eine ganze Reihe von Texten bei “FAZ.Net”, die in der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” vom 29. November erschienen sind. Einige der Artikel sind nur fĂŒr Abonnenten zugĂ€nglich, andere sind in ihrer gesamten AusfĂŒhrlichkeit auch im Netz zu lesen. Neben einer “Breakdowns”-EinfĂŒhrung in vier Teilen hat Andreas Platthaus einen Artikel zu “Maus” II geschrieben und Patrick Bahners referiert ĂŒber “Holocaust und Hitler im Comic”. Leseproben, eine kurze Biografie und ein Interview mit Art Spiegelman runden die Serie ab.

In den nĂ€chsten Tagen wird die Serie auf “FAZ.Net” noch fortgefĂŒhrt. Bereits online sind ein Comic zum Thema “Breakdowns”, den Volker Reiche (“Strizz”) gezeichnet hat und ein Kommentar von Ralf König.

Carlsen Sommerprogramm 2009

Samstag, den 29. November 2008

Ma Maman est en AmĂ©riqueBei Carlsen Comics sind fĂŒr das Sommerprogramm 2009 neben vielen neuen Alben aus dem französischsprachigen Raum auch eine Handvoll neue Graphic Novels angekĂŒndigt.

Im April 2009 erscheint “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen” , eine amĂŒsante und tiefsinnige Geschichte um den kleinen Jean, der bei seinem Vater aufwĂ€chst und sich das Leben der abwesenden Mutter in Gedanken ausmalt. Der im Original bei Gallimard veröffentlichte Comic wurde von Émile Bravo nach einem Szenario von Jean Regnaud gezeichnet. Émile Bravo, der sich lange ein Atelier mit Lewis Trondheim und anderen bekannten jungen französischen Zeichnern geteilt hat (und auch einen Gastauftritt in “Approximate Continuum Comics” bestreitet), ist in Deutschland bislang nur durch ein ebenfalls bei Carlsen erschienenes “Spirou Spezial”-Album (Band 8 der Serie) aufgefallen.

LÂŽhomme qui marcheEbenfalls im April erscheint “Der spazierende Mann”, ein neues Werk des vielbeachteten Jiro Taniguchi. “Der spazierende Mann”, mit dem Jiro Taniguchi in der französischen Fassung bei Casterman in den Neunzigerjahren seinen Durchbruch im frankobelgischen Sprachraum erlebte, ist ein Meisterwerk ĂŒber das stille GlĂŒck und die kleinen Überraschungen des tĂ€glichen Lebens, vergleichbar mit der AtmosphĂ€re in den Filmen Ozu Yasujirƍs.

“RG” ist eine weitere Übersetzung aus dem Hause Gallimard. Bei Gallimard erscheint die Serie unter dem Label Bayou in einer Reihe, die von Joann Sfar herausgegeben wird und aus der bereits Maguerite Abouets und ClĂ©ment Oubreries “Aya” bei Carlsen vorgelegt wurde (ein vierter Band von “Aya” ist in Frankreich angekĂŒndigt).

RGIm Juli 2009 erscheint bei Carlsen der erste Band der mit dem zweiten Teil bereits beendeten Fortsetzungsgeschichte “RG” von Autor Pierre Dragon und dem Genfer Zeichner Frederik Peeters (“Blaue Pillen”, Reprodukt). Held und Autor dieser Geschichte tragen denselben Namen: Hinter dem Pseudonym Pierre Dragon verbirgt sich ein Mitglied der Direction centrale des Reseignements Generaux (abgekĂŒrzt RG), des französischen Nachrichtendienstes. Authentisch fĂŒhrt er sein Alter Ego bei der Ermittlung gegen terroristische Netzwerke durch die dunklen Seiten der VorstĂ€dte von Paris.

Hervorzuheben ist aber vor allem die packende Umsetzung des Stoffes durch Frederik Peeters, der sowohl die AtmosphĂ€re des ewigen Wartens in muffigen Hinterzimmern als auch rasante Actionszenen hervorragend in Bilder umzusetzen weiß.

BlanketsMit Craig Thompsons “Blankets” schließlich erfĂ€hrt ein moderner Klassiker im August 2009 eine lĂ€ngst fĂ€llige Neuauflage. Das ursprĂŒnglich bei Speed Comics erschienene, 582-seitige Magnum Opus von Craig Thompson, das die Geschichte der zartbitteren Liebe von Craig und Raina erzĂ€hlt, wird in einer ĂŒberarbeiteten Neuedition veröffentlicht.

“Blankets”, das gerne als wegweisende Graphic Novel bezeichnet wird und auf der Frankfurter Buchmesse 2005 als “Comic des Jahres” ausgezeichnet wurde, erscheint nun bei Carlsen in gehobener Ausstattung im Hardcover und mit neuem Handlettering.

“We can still be friends” von Mawil als Weihnachtsgeschenk

Samstag, den 29. November 2008

mawilwecanstillbefriends_thumb.jpgAuf der sehr empfehlenswerten Seite The Comics Reporter empfiehlt Tom Spurgeon neben vielen anderen Neuerscheinungen aus dem laufenden Jahr die englischsprachige Ausgabe von “Wir können ja Freunde bleiben” als Weihnachtsgeschenk: “The cartooning is lovely.” mehr

Goethe-Institut – Comics aus Deutschland

Freitag, den 28. November 2008

Unter dem Titel “Geheimnisvolle Bilderwelten – Comics aus Deutschland” stellt das Goethe-Institut auf einer deutlich umfangreicheren Website als bisher Comics von deutschsprachigen Zeichnerinnen und Zeichnern vor.

Goethe-Institut

Auf einen kurzen Überblick zur Geschichte der deutschsprachigen Comics folgen Abhandlungen ĂŒber verschiedene Genres wie etwa “Autobiografische Comics”, “Avantgarde” oder “Cartoon/Humor”. Unter diesen verschiedenen Rubriken wiederum werden die wichtigsten Autoren des jeweiligen Genres vorgestellt. So findet man etwa bei “Avantgarde” sowohl Anke Feuchtenberger als auch ATAK oder CX Huth, bei “Autobiografische Comics” Mawil und Andreas Michalke und viele andere mehr.

Neben den AutorenportrĂ€ts von Matthias Schneider, die zu einem großen Teil vom Goethe-Institut Stockholm in Auftrag gegeben wurden, haben auch Jan-Frederik Bandel und Andreas Platthaus neue, aufschlußreiche Texte beigesteuert. Eine Liste von zwei Buchtipps zu jedem Autor ist eine zusĂ€tzliche neue ErgĂ€nzung der Seite.

SĂ€mtliche Texte sind sowohl in deutscher Sprache als auch in Englisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch abzurufen – insgesamt eine sehr gelungene PrĂ€sentation, die es vor allem den Interessierten im Ausland einfach macht, sich ĂŒber deutsche Comics zu informieren.

“Breakdowns” in der “SĂŒddeutschen Zeitung” und auf “FAZ.net”

Donnerstag, den 27. November 2008

Art SpiegelmanZu recht unterschiedlichen Bewertungen von Art Spiegelmans neu aufgelegter und um eine 19-seitige EinfĂŒhrung erweiterter Kurzgeschichtensammlung “Breakdowns” (S. Fischer Verlage) kommen Thomas von Steinaecker in der heutigen Ausgabe der “SĂŒddeutschen Zeitung” und Andreas Platthaus auf “FAZ.net”.

WÀhrend Thomas von Steinaecker die KomplexitÀt des Bandes dahingehend bemÀngelt, dass sich Art Spiegelmans Arbeit nur Experten wirklich erschliesst, hebt Andreas Platthaus in seiner umfangreichen Untersuchung gerade das als qualitatives, geniales Moment heraus.

BreakdownsZeichen der Leidenschaft (Thomas von Steinaecker in der “SĂŒddeutschen Zeitung” vom 27. November 2008)

[...] Mal im Drogenfarbrausch, mal holzschnittartig, am deutschen Expressionismus geschult, mal mit dĂŒnnem Strich karikierend, mal höchst realistisch: die formale Bandbreite Spiegelmans ist bestechend. Seine Themen sind es weniger. Der Titel, „Breakdowns”, wird hier ganz wortwörtlich genommen. Entweder liegt in tagebuchartigen EintrĂ€gen der Fokus auf Spiegelmans mannigfachen Neurosen; oder es werden in einem trockenen intellektuellen Spiel die Comics auf ihre Bestandteile „heruntergebrochen” und die Kombinationsmöglichkeiten von Text und Bild ausgelotet. So schleichen sich in die Groschenromanhandlung von „Kleine Zeichen der Leidenschaft” Zitate aus einem Handbuch fĂŒr kreatives Schreiben sowie pornografische Zeichnungen ein. All das wird dann in immer anderer Zusammenstellung durcheinander gewirbelt, bis die Formelhaftigkeit der SĂ€tze und Bilder hervortritt. mehr

BreakdownsWas der Comic zu leisten vermag (Andreas Platthaus auf “FAZ.net” vom 26. November 2008)

[...] Man spĂŒrt den Ernst des Inhalts, und deshalb steht die Form gar nicht mehr in Frage. Doch das Terrain dazu wurde durch „Breakdowns“ bereitet. Schon das macht den Band zu einem der interessantesten der Comic-Geschichte. Durch die Zugabe der gezeichneten Autobiographie hat Art Spiegelman diese Bedeutung aber noch erhöht. Denn daran kann man nicht nur ablesen, wie dieser KĂŒnstler wurde, was er ist, sondern auch, was fĂŒr eine gewaltige Entwicklung er hinter sich gebracht hat. Denn gegen die meisterhaften Bildfindungen der neuen Einleitung verblasst sogar die Leistung von „Maus“. Spiegelman hat sein zweites Hauptwerk geschaffen – paradoxerweise mit seinem DebĂŒt. Ein Endpunkt aber ist das gewiss nicht. mehr

Foto © Nadja Spiegelman

Neuerscheinungen: “Fuck” von Chester Brown

Dienstag, den 25. November 2008

FuckMitte Dezember erscheint mit “Fuck” bei Reprodukt eine Neuausgabe der ursprĂŒnglich Mitte der Neunzigerjahre in deutscher Sprache bei Jochen Enterprises veröffentlichten Graphic Novel des kanadischen Zeichners Chester Brown.

Zwischen Orientierungslosigkeit, Selbstzweifeln und stummer Wut: Chester Brown dokumentiert in “Fuck” seine Jugend in einer kanadischen Kleinstadt. FĂŒr Chester beginnt die Zeit der ersten GefĂŒhlsregungen fĂŒr MĂ€dchen aus der Nachbarschaft, die er bislang nur als Spielkameradinnen wahrgenommen hatte. Die Krankheit seiner Mutter und ihr BedĂŒrfnis nach Liebesbeweisen ihres Sohnes verkomplizieren die Welt des pubertierenden Jungen noch zusĂ€tzlich. Chester Browns genaue Beobachtungsgabe und die pointierte Auswahl der geschilderten Episoden erzeugen eine persönliche, beinah intime Wirkung.

Chester Brown, 1960 in MontrĂ©al geboren, begann seine Laufbahn als Comiczeichner mit der Veröffentlichung von “Yummy Fur”, das zunĂ€chst als selbstverlegter Mini-Comic erschienen ist und spĂ€ter bei Drawn & Quarterly als Heftreihe fortgefĂŒhrt wurde. Neben “Fuck” gehören “Die Playboy-Stories” und “Ed the Happy Clown” zu seinen bekanntesten Arbeiten. Chester Brown hat vor allem mit seinen autobiografischen Comics einen großen Einfluss auf die junge amerikanische Szene und auch auf deutsche Zeichner wie Arne Bellstorf, Sascha Hommer oder Mawil.

Fuck Seite 131

“Chester Browns Seitenarchitektur ist ein Modell von Erinnerung: Einzelne Szenen ragen aus dem Wust vergessenen Alltags und machen die ZwischenrĂ€ume unsichtbar. In den Abenteuern von Browns Alter Ego meint man zwar die eigene Jugend zu entdecken, doch es bleibt auch eine seltsame Distanz. Das Autobiografische ist immer das Wahre und das Unwahre zugleich – uns dies mit großer Sparsamkeit der Mittel vorzufĂŒhren, ist das KunststĂŒck dieses Buches.” – Sascha Hommer

“Mein Lieblingscomic!” – Mawil

Fuck, ISBN 978-3-938511-96-1, 192 Seiten, schwarzweiß, 21,5 x 13,9 cm, Softcover

“Superman und Golem: Der Comic als Medium jĂŒdischer Erinnerung” – Ausstellung in Frankfurt

Dienstag, den 25. November 2008

Ab dem 18. Dezember wird im Frankfurter JĂŒdischen Museum die bis zum 22. MĂ€rz 2009 laufende Ausstellung “Superman und Golem: Der Comic als Medium jĂŒdischer Erinnerung” eröffnet, die zuvor mit großem Erfolg in Paris und Amsterdam gezeigt wurde.

Auch in den bunten Bildern mit den Sprechblasen finden sich zahlreiche BezĂŒge zu jĂŒdischen Themen: Superhelden und ihre jĂŒdischen “VĂ€ter”, witzige, skurrile und tragische Geschichten, jĂŒdischer Alltag und die Schatten des Holocaust. “Superman” ist trotz seiner jĂŒdischen Schöpfer kein jĂŒdischer Held, und das Medium Comic wurde auch nicht von jĂŒdischen Zeichnern erfunden. Dennoch fĂ€llt auf, dass sich viele bedeutende ComickĂŒnstler auf jĂŒdische Geschichte oder individuelle jĂŒdische Biografien beziehen. Sie tragen so selbst wiederum zur Ausformung eines kollektiven jĂŒdischen GedĂ€chtnisses und Selbstbildes bei.

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Gezeigt werden Werke von mehr als vierzig Comiczeichnern von Comic-Strips aus Zeitungen des frĂŒhen Zwanzigsten Jahrhunderts ĂŒber Comic Books, die in den 1930er Jahren einen Boom erlebten, bis hin zu aktuellen Titeln und Projekten. Neben den “Superman”-Erfindern Joe Shuster und Jerry Siegel sind beispielsweise Altmeister des Comics wie Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott”, Carlsen) und Joe Kubert (“Fax aus Sarajevo”, Carlsen) vertreten, es werden aber auch Arbeiten zeitgenössischer KĂŒnstler wie etwa Art Spiegelman (“Maus”, S. Fischer), Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne), Ben Katchor (“The Jew of New York”, in Vorbereitung beim avant-verlag), Elke R. Steiner (“Die anderen Mendelssohns”, Reprodukt) oder Joann Sfar (“Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag) ausgestellt.

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Die Ausstellung wird mit einer EinfĂŒhrung in das Thema eröffnet. Am Mittwoch, dem 17. Dezember 2008 um 18.30 Uhr referiert Anne-HĂ©lĂšne Hoog, Paris, ĂŒber “Superhelden und Holocaust im Comic”. Der Vortrag ist Teil einer begleitenden Veranstaltungsreihe, die im Januar fortgesetzt wird, bei der eine Reihe namhafter Comic-Experten Comics vor allem in Hinblick auf jĂŒdische Aspekte untersuchen werden. ZusĂ€tzlich wird am 1. MĂ€rz 2009 die israelische Comicautorin Rutu Modan zu Gast sein, um ihr preisgekröntes Werk “Blutspuren” (Edition Moderne) vorzustellen.

JĂŒdisches Museum Frankfurt am Main, Untermainkai 14/15, D-60311 Frankfurt am Main
Tel. (069) 212 350 00, Fax (069) 212 307 05
info@juedischesmuseum.de
Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr

Abbildung “Golem” © Marvel Comics
Abbildung “Sabraman” © Uri Fink
Abbildung “Die Katze des Rabbiners” © avant-verlag

“Stuart liebt Astrid”

Montag, den 24. November 2008

In der aktuellen Ausgabe der “Zeit” schreibt David Hugendick ĂŒber einen Werkstattbesuch bei Arne Bellstorf, der von seiner Arbeit als Comiczeichner und seinem nĂ€chsten Buch “BabyÂŽs in black – The story of Astrid Kirchherr and Stuart Sutcliffe” erzĂ€hlt. Verlinkt wird ebenfalls auf ein PortrĂ€t von Reprodukt, das Frank SchĂ€fer im MĂ€rz 2008 fĂŒr “Zeit Online”geschrieben hat.

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Stuart liebt Astrid

Vorstadtödnis, Vaterfreuden und die Beatles: Ein Werkstattbesuch beim Comic-KĂŒnstler Arne Bellstorf

Es gibt in BuchlĂ€den einen Ort fern der Tellkamps und Eragons, im Sicherheitsabstand zum reclamgelben Goethe. Das Comicregal, brr, da schĂŒttelt es immer noch manchen Literaturkenner. Etwas fĂŒr Kinder, spotten die einen; aber nein, widersprechen die anderen und sagen: Graphic Novel. Ein Genre, das sich deutsch kaum ĂŒbersetzen lĂ€sst, obwohl einige Deutsche es beherrschen. Arne Bellstorf ist einer der interessantesten. Seit ein paar Wochen sind die ersten Seiten seines neuen Comics zu sehen, auf der Homepage des Reprodukt-Verlags, Grund fĂŒr einen Werkstattbesuch. Auf nach Hamburg-EimsbĂŒttel! mehr

“Tagesspiegel” startet Comic-Plattform

Donnerstag, den 20. November 2008

Auf der Website der Berliner Tageszeitung “Der Tagesspiegel” ist ein neues Comicportal erreichbar. Dort werden ab sofort Artikel, Rezensionen und Bilder aus der Welt der Comics prĂ€sentiert, die zum Teil exklusiv fĂŒr diese Seite erstellt, zum Teil aus der Printausgabe ĂŒbernommen werden. Ebenfalls wird der jeweils aktuelle Comic aus der Sonntags-Ausgabe dort zu finden sein. Seit rund zwei Jahren werden im “Tagesspiegel” exklusive Comics von Mawil, Flix, Tim Dinter und Arne Bellstorf abgedruckt. FĂŒr die Zukunft sind auch wöchentliche Artikel und Kolumnen von Lars von Törne und weiteren, bisher nicht benannten AutorInnen geplant, die sich mit dem aktuellen Geschehen in der Comicszene auseinandersetzen.

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Reprodukt auf der Buch Wien 2008

Mittwoch, den 19. November 2008

Erstmalig findet dieses Jahr vom 20. bis zum 23. November die Buch Wien 2008 statt. Im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes der Jungen Verlage ist der Berliner Verlag Reprodukt vor Ort, um in der Vorweihnachtszeit Neuerscheinungen und Backlist einem österreichischen Publikum vorzustellen. Neben dem in Wien lebenden Nicolas Mahler (“Die Zumutungen der Moderne”, Reprodukt) wird auch Wahlberliner Max Andersson (“Bosnian Flat Dog”, Reprodukt) zugegen sein!

Max Andersson Kranke Ideen

Die Buch Wien soll von nun an jĂ€hrlich und als Publikumsmesse mit internationalem Fachbesucherbereich veranstaltet werden. Als Kooperationspartner fungiert der Hauptverband des österreichischen Buchhandels. Außerdem ist die Buch Wien die neue Heimat der erfolgreichen “Buchwoche”, die 2007 bereits zum sechzigsten Mal im Wiener Rathaus abgehalten wurde.

Buch WienBuch Wien

Am Samstag, den 22. November findet ab 21 Uhr in Zusammenarbeit mit Pictopia eine Comic-Party im Phil statt, die Max Andersson mit einem Vortrag zum Thema “Wie kranke Ideen entstehen” einleitet. Anschließend wird die Journalistin Karin Krichmayr den Verlag in einem GesprĂ€ch mit Max Andersson und Dirk Rehm vorstellen und Nicolas Mahler zeigt Zeichentrickilme und signiert seine BĂŒcher.

Reed Messe Wien GmbH, Messeplatz 1, Postfach 277, A-1021 Wien
Tel. (0043) 1 727 20-0, Fax (0043) 1 727 20-443
email: info@messe.at, www.buch-messe.at

Phil, Gumpersdorferstr. 10-12, A-1060 Wien
www.phil.info

20 Jahre “Sandman”

Mittwoch, den 19. November 2008

Die Welt der Graphic Novels mag man sich wie eine Etage in einer Buchhandlung vorstellen, in der es neben den bestimmenden Titeln aus den Segmenten “Romane” und “Biographien” noch eine Vielzahl von Veröffentlichungen gibt, die an anderer Stelle zu finden wĂ€ren. Da gibt es eher lyrische Titel, eher humorige – und auch jene, die ins Fantasyregal eingeordnet werden wĂŒrden. Der wahrscheinlich bekannteste und prĂ€gendste Titel in diesem Sub-Genre feiert in diesen Tagen ein rundes JubilĂ€um.

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Im November jĂ€hrt sich das Erscheinen des ersten Heftes der von Neil Gaiman entwickelten und geschriebenen Serie “The Sandman” zum zwanzigsten Mal. Die in 75 monatlich veröffentlichten Heften erschienene Geschichte wurde inzwischen in zehn BĂŒchern gesammelt (auf Deutsch ehemals bei Egmont, derzeit in Neuauflage bei Panini Comics), die jeweils fĂŒr sich stehen können, aber ein alle BĂ€nde ĂŒberspannendes, ĂŒber 2000-seitiges Narrativ behandeln. Im Mittelpunkt des Fantasy-Epos steht Morpheus, der Herr der TrĂ€ume, der zu Beginn der ErzĂ€hlung Anfang des 20. Jahrhunderts von einem englischen Mystiker gefangen genommen wird. Die Auswirkungen dieser Gefangenschaft sind wiederkehrendes Element in den zum Teil ausschweifenden ErzĂ€hlungen. Die ĂŒbergeordnete Handlung spielt in der Zeit der Erscheinung der Hefte, grob gesagt in den frĂŒhen 1990ern, und Neil Gaiman webt immer wieder Elemente und Personen aus Mythologie und Geschichte ein.

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Photo GaimanEine Besonderheit des Erfolges von “The Sandman” war, dass die Serie, die im hauptsĂ€chlich fĂŒr ein junges, mĂ€nnliches Publikum ansprechendes Superhelden-Programm bekannten Verlag DC Comics (“Superman”, “Batman” etc.) erschien, ihrerseits von Mittzwanzigern und zu ĂŒber der HĂ€lfte von Frauen gelesen wurde. Der Comic-Mainstream öffnete sich damit nicht nur inhaltlich neuen Horizonten, sondern wurde auch fĂŒr neue Leserschichten interessant, die mit dem sonstigen Comic-Mainstream nichts zu tun hatten. Der Serie folgten eine Vielzahl weiterer Titel, die sich der in “The Sandman” kreierten Welt widmen. Neil Gaiman hat inzwischen auch als Autor von Fantasyliteratur (“Niemalsland”, Heyne), KinderbĂŒchern (“Die Wölfe in den WĂ€nden”, Carlsen) und nicht zuletzt von DrehbĂŒchern (unter anderem “Stardust”) Bekanntheit erlangt.

“THE SANDMAN lesen heisst, mehr als einen einfallsreichen neuen Comic zu lesen: es heisst, einen kraftvolle neue Art Literatur zu lesen, in der auf erfrischende Art zeitlose Mythen mitschwingen.” – Rolling Stone

“Das sind großartige Geschichten und wir können uns glĂŒcklich schĂ€tzen, sie zu haben. Wir können sie jetzt oder spĂ€ter lesen, wenn wir das brauchen, was nur eine gute Geschichte vermag:  uns in Welten entfĂŒhren, die nie existierten, in Begleitung von Leuten, die wir gerne selbst wĂ€re… oder Gott sei Dank nicht sind.” – Stephen King

“Ein Comic Book fĂŒr Intellektuelle.” – Norman Mailer

Neil Gaimans deutsche Website (vom Heyne-Verlag betrieben) findet sich hier, ein Bericht zu einem öffentlichen Interview Neil Gaimans anlĂ€sslich des JubilĂ€ums auf der Website von “PublisherÂŽs Weekly”.

Graphic Novels from Europe in New York

Montag, den 17. November 2008

Graphic Novels New YorkBereits zum fĂŒnften Mal findet in diesem Jahr die Veranstaltungsreihe “New Literature from Europe” in New York statt. Verschiedene Kulturinstitutionen schliessen sich dabei zusammen und prĂ€sentieren ab dem 17. November einen europĂ€ischen Querschnitt durch ein literarisches Themengebiet. In diesem Jahr steht die Reihe ganz im Zeichen der Graphic Novels, und es werden sechs europĂ€ische Comic-AutorInnen eingeladen, deren Werke zum Teil auch umfassend ausgestellt werden.

Das Goethe-Institut New York lĂ€dt als deutschsprachige ReprĂ€sentantin Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, Carlsen) ein, die am 19. November an einer Diskussionsrunde zum Thema Graphic Novels und am folgenden 20. November im Museum of Comic and Cartoon Art (MoCCA) an einem BuchprĂ€sentation mit anschließender Signierstunde teilnehmen wird. Neben Isabel Kreitz sind zu beiden Veranstaltungen David B. (“Die heilige Krankheit”, Edition Moderne), Nicolas de CrĂ©cy (“Prosopopus”, Reprodukt), Max (“BardĂ­n der Superrealist”, Reprodukt), JaromĂ­r 99 und Jaroslav RudiĆĄ eingeladen.

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Bereits am 17. November eröffnet das Instituto Italiano di Cultura eine Ausstellung mit Werken Igorts (“5 ist die perfekte Zahl”, avant-verlag). Tags darauf wird in der Kulturabteilung der Französischen Botschaft eine Ausstellung aller beteiligter KĂŒnstlerInnen eröffnet. Am 19. November sind diese dann an der School of Visual Arts zur besagten Diskussionsrunde unter der Leitung David Mazzucchellis (“Paul Austers Stadt aus Glas”, Reprodukt) zu Gast. Am folgenden 20. November findet die BuchprĂ€sentation im MoCCA statt, bevor die Reihe am 21. November im Maison Francaise an der NYU mit einer Diskussion mit Nicolas de CrĂ©cy ihren Abschluss findet.

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Genaue Informationen, Termine und Adressen finden sich auf der Seite des New Yorker Goethe-Instituts.

Interview: Dirk Schwieger on “Moresukine”

Freitag, den 14. November 2008

MoresukineRick Marshall hat mit Dirk Schwieger zum Erscheinen der amerikanischen Ausgabe von “Moresukine” (NBM) ein Interview fĂŒr die Website “Comicmix” gefĂŒhrt.

Interview: Dirk Schwieger on “Moresukine”

Online comic puts the creator’s fate in the hands of readers… in Japan!
Dirk Schwieger’s Moresukine is different from other series I’ve focused on in these weekly webcomic creator Interviews for a few significant reasons — first and foremost of which being that it’s no longer updated. The last comic was posted more than two years ago, back in in June 2006. However, when I saw that the German creator was a guest of NBM Publishing at this year’s Comic-Con International, I jumped at the chance to include a Q&A with him in this series. mehr

Barbara Yelin – Neue Website

Donnerstag, den 13. November 2008

neu.barbarayelin.deBereits seit Mitte Oktober aufgerĂ€umt und frisch gestrichen prĂ€sentiert sich die Website von Sondermann-PreistrĂ€gerin Barbara Yelin. Auf der neuen Website gibt es einen Überblick ĂŒber die neuesten Illustrationsarbeiten und Buchveröffentlichungen. Und viele neue Bilder!

“Im langen Schatten der Maus”

Donnerstag, den 13. November 2008

BreakdownsJonas Engelmann schreibt in der Ausgabe der “Jungle World” Nr. 45 vom 6. November ĂŒber “Breakdowns – PortrĂ€t des KĂŒnstlers als junger %@∂★!” von Art Spiegelman (Fischer Verlage):

Im langen Schatten der Maus

Wie er wurde, was er zeichnet: Art Spiegelman hat seine Autobiografie in einem großartigen Comicroman erzĂ€hlt.

Die Rezeption Art Spiegelmans in Deutschland sei zu ignorieren, hat der Literaturwissenschaftler Ole Frahm einmal in einem Artikel zu »In the Shadow of No Towers«, Spiegelmans Aus­ein­an­der­setzung mit dem 11. September, geschrieben, da sie entweder seine Kritik auf Antiamerikanis­mus verkĂŒrze oder aber, wie im Falle von »Maus«, dem Comic, mit dem Spiegelman ĂŒber die Gren­zen der Comicszene hinaus berĂŒhmt wurde, diesen positiv von der sonstigen »Bilderflut« aus Amerika abhebe, ansonsten dem Genre Comic aber kritisch gegenĂŒber eingestellt sei. mehr

“Gipfel der Götter” von Jiro Taniguchi und Baku Yumemakura

Donnerstag, den 13. November 2008

titel289-1.jpgMit dem nun erschienenen fĂŒnften Teil findet “Der Gipfel der Götter” (Schreiber & Leser) seinen Abschluss. In Zusammenarbeit mit Baku Yumemakura hat Jiro Taniguchi ein fesselndes Bergsteiger-Drama verfasst, das insgesamt ĂŒber 1500 Seiten umfasst.

Acht Jahre lang hat sich Habu Yoshi auf seinen Alleingang auf den Everest ĂŒber die SĂŒdwestflanke im Winter und ohne Sauerstoff vorbereitet. Er hat die Route bis ins kleinste Detail geplant, die WetterverhĂ€ltnisse am Berg studiert, an der AusrĂŒstung herumgetĂŒftelt. Habu weiß, mit welchem Fuß er in eine Wand einsteigt, und mit welchem Fuß er oben ankommt. Jetzt ist es soweit.

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Der Fotograf Fukamachi Makoto hat immer wieder Habus NĂ€he gesucht und es tatsĂ€chlich erreicht, dass der ihm gestattet, Aufnahmen von seinem Gipfelversuch zu machen. Doch unter einer Bedingung: „Jenseits des Basiscamps treten wir nicht mehr in Kontakt.“ Und damit das ganz klar ist, setzt Habu hinzu: „Glaub ja nicht, dass ich dir helfe, wenn du in Schwierigkeiten gerĂ€tst. Und du kĂŒmmerst dich nicht um mich, wenn ich vor einer vereisten Wand im Seil hĂ€nge.“

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Die Geschichte um den genialen Alpinisten Habu Yoshi erschien von 2000 bis 2003 in der japanischen Zeitschrift “Business Jump” und wurde 2001 beim Festival fĂŒr Kunst und Medien des japanischen Kultusministeriums mit dem 1. Preis fĂŒr den besten Manga ausgezeichnet. Jiro Taniguchi ist hierzulande vor allem fĂŒr seine bei Carlsen Comics erschienene Graphic Novel “Vertraute Fremde”, das als “Comic des Jahres 2007″ und auf dem Comic-Salon Erlangen 2008 mit dem “Max und Moritz-Preis” fĂŒr den besten Manga ausgezeichnet wurde.

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Weitere Informationen finden sich auch im Online-Magazin des Verlages.

Gipfel der Götter 5, ISBN 978-3-937102-99-3, 304 Seiten, broschiert, schwarzweiß, 16,95 EUR, erschienen bei Schreiber und Leser

“Nazis, Piraten, Spione – gezeichnete Geschichte(n)”

Mittwoch, den 12. November 2008

Insel Bourbon 1730Die Sache mit SorgeBerlin 2Peer Goebel stellt in der Reihe “Neue Comics” bei www.zoomer.de “Insel Bourbon 1730″ von Appollo und Lewis Trondheim vor. Weitere BeitrĂ€ge der Reihe befassen sich mit “Berlin” von Jason Lutes, “Die Sache mit Sorge” von Isabel Kreitz, der Sondermann-NachwuchspreistrĂ€gerin Barbara Yelin und Graphic Novels ganz allgemein.

Nazis, Piraten, Spione – gezeichnete Geschichte(n)

Mit “Insel Bourbon 1730″ legt einer der wichtigsten Zeichner des aktuellen französischen Comics ein fast 300-seitiges Buch vor. Seit der ersten Herrn-Hase-Geschichte von 1992 hat Lewis Trondheim nichts Ă€hnlich Umfangreiches mehr gemacht. Nach Fantasy-, Funny-, Autoren- und Kunstcomic folgt eine Piratengeschichte, ein historischer Roman, ein mĂ€chtiger Kolonialkrimi in Schwarz-Weiß. Zusammen mit dem Literaturprofessor und Comicautor Apollo entwarf Trondheim eine fiktive Handlung, die an historische Begebenheiten anknĂŒpft – wie das ausfĂŒhrliche Glossar am Ende des Buchs verrĂ€t. mehr

Finanzminister, Comicleser

Mittwoch, den 12. November 2008

corto malteseProminenten Besuch erhielt am vergangenen Wochenende die Comicbörse “Intercomic” in Köln: Wie die “Kölnische Rundschau” berichtet, schaute Finanzminister Peer SteinbrĂŒck nicht nur auf eine Stippvisite vorbei, sondern gilt als Stammgast auf der vor allem fĂŒr ihr Angebot an Second-Hand-Comics bekannten Veranstaltung. DarĂŒber hinaus erklĂ€rte er sich als großer Fan der literarisch angehauchten Abenteuercomicsdes Italieners Hugo Pratt, vor allem von “Corto Maltese” (deutsch bei Kult Editionen). In den zahlreichen Abenteuern um den KapitĂ€n ohne Schiff streift Pratt durch die Geschichte des frĂŒhen 20. Jahrhunderts und lĂ€sst den charismatischen Protagonisten auf viele Personen der Zeitgeschichte treffen, darunter Ernest Hemingway oder Hermann Hesse.

Die “Intercomic”-Börse hatte darĂŒber hinaus noch mehr zu bieten: Mit Pieter van Dongen (“Rampokan”, avant-verlag) und Reinhard Kleist (“Cash – I see a darkness”, Carlsen) waren noch einige namhafte Autoren zu Signierstunden geladen.

Video-Interview mit Jason Lutes

Dienstag, den 11. November 2008

9783551766762.jpgAuf der Frankfurter Buchmesse fĂŒhrte das Online-Video-Magazin “Folge” ein lĂ€ngeres GesprĂ€ch mit dem amerikanischen Graphic Novel-Autor Jason Lutes. Nach anderen Personen des öffentlichen Lebens wie Schauspieler Axel Prahl und Radiomoderator Klaus Fiehe ist Lutes nun der erste Comiczeichner, der vor die Kamera geholt wurde. Dieser erzĂ€hlt dort unter anderem von den VorzĂŒgen der ErzĂ€hlung in Comicform und wie er gerade auf das Thema der ausgehenden Weimarer Republik fĂŒr seine Buchtrilogie “Berlin” gekommen ist, von der aktuell der zweite Band bei Carlsen Comics erschienen ist. Das schick aufbereitete Interview kann man sich auf der Magazins-Website in voller LĂ€nge ansehen.

Lutes Folge Mag

Joe Sacco ĂŒber die BĂŒcher von Guy Delisle

Freitag, den 7. November 2008

Aufzeichnungen aus BirmaJoe Sacco (“Palestine”, “Safe Area Gorazde”) bespricht fĂŒr “The National” die Graphic Novels von Guy Delisle (“Shenzen”, “Pjöngjang”, “Aufzeichnungen aus Birma”, alle Reprodukt):

Burmese days

Guy Delisle has entered the comics scene like a breath of fresh air, and may all young autobiographically-minded cartoonists fill their lungs with his example. With endless curiosity but without seeming to try too hard, Delisle lives a life worth documenting. He has travelled to Shenzhen, China and Pyongyang, North Korea to supervise animation projects, and he turned those adventures into two critically- acclaimed works of comics (Shenhzen, A Travelogue From China and Pyongyang, A Journey In North Korea). mehr