Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Über uns Impressum

Monatsarchiv für Dezember 2008

“Das Leben, ein Strudel”

Mittwoch, den 31. Dezember 2008

ausgetrickst_cvr.jpgAuf www.tagesspiegel.de preist Lars von Törne Alex Robinsons “Ausgetrickst” (Edition 52):

Das Leben, ein Strudel

Der US-Zeichner und Autor Alex Robinson hat mit dem Drama „Ausgetrickst“ ein Meisterwerk des Autorencomics geschaffen. Jetzt ist es auf Deutsch erschienen.

Besser spĂ€t als nie. In der amerikanischen Comicszene hat sich in den vergangenen zehn, fĂŒnfzehn Jahren eine kleine, aber stĂ€ndig wachsende Gruppe anspruchsvoller Autoren und Zeichner etabliert, deren Arbeiten aus dem Meer der kunterbunten, qualitativ extrem heterogenen Durchschnittsware wie elegante LeuchttĂŒrme herausragen. Seth und Chester Brown, Adrian Tomine und Daniel Clowes, Craig Thompson und Chris Ware dĂŒrften zu den in Deutschland bekannteren Namen gehören. Aber sie sind nur die Vorhut. Nach und nach werden jetzt auch Arbeiten von bei uns weniger bekannter nordamerikanischen Autoren ins Deutsche ĂŒbertragen, sodass breitere Leserkreise sie entdecken können.

Eine Perle des US-Autorencomics hat kĂŒrzlich der sehr engagierte Verlag Edition 52 nach Deutschland gebracht: Das 350-Seiten-Epos „Ausgetrickst“ von Alex Robinson, 2005 erstmals erschienen und seitdem mit diversen Comicauszeichnungen bedacht. mehr

Die besten Comics des Jahres 2008

Sonntag, den 21. Dezember 2008

Faire semblantMumins 1Fashionvictims, TrendverÀchter

Es wird auch Zeit: Nachdem auf amerikanischen Blogs wie “PublisherÂŽs Weekly” oder “The Comics Reporter” schon seit Wochen Bestenlisten kursieren, legt nun auch www.satt.org vor.

Felix Giesa und Klaus Schikowski haben Comiczeichner, Journalisten und Lektoren nach ihren Empfehlungen aus dem vergangenen Jahr befragt. Kurze Kommentare von Barbara Yelin, Sascha Hommer, Digirev oder Olli Fereira machen Lust, sich die erwÀhlten Comics einmal nÀher anzuschauen.

Thomas von Steinaecker bei buecher-magazin.de

Samstag, den 20. Dezember 2008

Thomas von SteinaeckerMarkus Weckesser hat mit fva-Autor Thomas von Steinaecker ein kurzes Interview fĂŒr www.buecher-magazin.de gefĂŒhrt. Im Anschluss gibt es noch einige Lesetipps. Schon im Interview verweist Thomas von Steinaecker unter anderem auf “Ein neues Land” von Shaun Tan, “Persepolis” von Marjane Satrapi oder “Maus” von Art Spiegelman.

„Die Jungen werden immer besser“

Thomas von Steinaecker ĂŒber die emotionale Wirkung von Bildern, fehlende Comic-Tradition und talentierte Nachwuchszeichner.

Was macht die QualitÀt von Graphic Novels aus?

Die Balance zwischen einer relativ konventionell erzĂ€hlten Geschichte und einer ausgefallenen grafischen Form: Darin liegt die große Chance des Comics.

Was spricht Sie denn persönlich an?

Eben genau das: postmoderne, komplexe Inhalte, die ĂŒber die Form unterhaltsam vermittelt werden. mehr

Guy Delisle – PortrĂ€t im Bayerischen Rundfunk

Freitag, den 19. Dezember 2008

delisle_birma_coverausschnitt.jpg

Carmen LĂŒnsmann stellt in einem Radiobeitrag den fĂŒr seine Comic-Reiseberichte aus China und Nordkorea (“Shenzhen”, “Pjöngjang”) bekannten frankokanadischen Zeichner Guy Delisle vor. Besonderes Augenmerk legt sie auf sein im MĂ€rz erscheinendes neues Buch “Aufzeichnungen aus Birma” (alle Titel erscheinen bei Reprodukt). Der im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlte Bericht kann hier angehört werden.

“Smalltown Boy” – Best of the Year (1999)

Donnerstag, den 18. Dezember 2008

Smalltown BoyBereits 1999 ist Andreas Michalkes “Smalltown Boy” (Reprodukt) erschienen, das nun als “Best of the Year”-Empfehlung von Eva Baillie vom Goethe-Institut in Glasgow auf dem Blog von “Forbidden Planet International” genannt wird:

Best of the Year – Eva Baillie

For today’s Best of the Year we’re taking a more European view as Eva Baillie from the Glasgow Goethe Institut (if you’re not familiar with them, the Goethe Institut promotes German language, learning and culture around the world) talks us through the work of one of her favourite German comics creators, Andreas Michalke:

Andreas Michalke, born in 1966 in Hamburg, grew up with a passion for music, particularly punk rock, and comics. During the 1980s, he was involved in the music scene as DJ, drummer and writer for fanzines. His first publication in 1991 was the magazine series Artige Zeiten that he published together with Minou Zaribaf. They started off self-publishing short stories of their lives, later on the series was continued by comic publisher Reprodukt. mehr

Neuerscheinung bei Luftschacht

Donnerstag, den 18. Dezember 2008

cover miller pynchonDer Literaturverlag Luftschacht aus Österreich hat mit Leopold Maurers DebĂŒt “Miller & Pynchon” eine weitere Graphic Novel angekĂŒndigt. Nachdem dort die Anthologie “Perpetuum” und Nicolas Mahlers und Heinz Wolfs Krimi “Molch” erschienen sind, erweitert der Verlag bestĂ€ndig sein Programm um österreichische Autorinnen und Autoren.

Ihr inneres Konzept ist das der geordneten Welt, ihre TĂ€tigkeit deren mögliche Abbildung in der gemessenen Zahl. Sowohl dem melancholischen Pynchon als auch dem draufgĂ€ngerischen Miller bedeuten diese abstrakten Zahlen den Zusammenhalt ihrer ganz persönlichen Existenz, ermöglichen ihnen eine Art Verankerung im Konkreten: fĂŒr Pynchon, der ĂŒber den Tod seiner geliebten Frau nicht hinwegkommt, fĂŒr Miller, der sich unablĂ€ssig weiter in sexuellen Ausschweifungen und ihren emotionalen Bedeutungslosigkeiten verliert.

Gemeinsam stellen sie sich anfangs der Aufgabe des Ziehens einer Demarkationslinie, die sie fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere unterbrechen: die Messung des Venusdurchgangs, mittels dessen die Entfernung der Erde zur Sonne berechnet werden soll. Doch mit der GrĂ¶ĂŸe der Aufgabe scheint auch beider ganz persönliche Ausweglosigkeit zu wachsen und je genauer die Entfernungen definiert werden, desto enger und unĂŒberwindlicher ziehen sie auch ihre eigenen Grenzen.

millerpynchon53.jpgmillerpynchon61.jpg
millerpynchon71.jpg

Mit literarischen Mitteln und in einem eindringlich reduzierten Zeichenstil entfĂŒhrt uns Leopold Maurer in gleichermaßen berĂŒhrenden wie komischen Szenen in die nicht ausschließlich rational erfassbare Welt der beiden Protagonisten, die nicht nur von Zahlen sondern auch von schießwĂŒtigen ZwillingsbrĂŒdern und seltsamen Heiligen bevölkert wird.

Miller & Pynchon, ISBN 978-3-902373-41-0 , 21 x 14,8 cm, s/w, ca. 200 Seiten, 20,40 EUR, 21 EUR (A), 37,20 Sfr, erscheint im MĂ€rz 2009 bei Luftschacht

“Rampokan – Celebes” von Peter van Dongen

Dienstag, den 16. Dezember 2008

cover rampokan celebesAnfang Januar erscheint der zweite und abschließende Teil von “Rampokan” geschrieben und gezeichnet von dem NiederlĂ€ndischer Peter van Dongen. Nachdem im FrĂŒhjahr 2008 der erste Band dieser ganz im klassischen Stil der Klaren Linie gezeichneten Graphic Novel – “Rampokan – Java” – erschienen ist, findet die Geschichte nun ihren Abschluss in “Rampokan – Celebes”.

Der Zweiteiler befasst sich mit einem totgeschwiegenen dunklen Punkt der niederlĂ€ndischen Historie: “Rampokan” spielt vor dem Hintergrund der Geschichte von NiederlĂ€ndisch-Ostindien, auch bekannt als NiederlĂ€ndisch-Indien oder Insulinde, unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg. NiederlĂ€ndisch-Ostindien war der unter niederlĂ€ndischer Herrschaft stehende VorlĂ€ufer der Republik Indonesien. Die Bevölkerung von NiederlĂ€ndisch-Ostindien versuchte das Machtvakuum nach der Kapitulation der japanischen Besatzer zu nutzen, was zum indonesischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg fĂŒhrte, einer Auseinandersetzung zwischen den Niederlanden und der indonesischen Republik, die von 1945 bis 1949 dauerte.

rampokan celebes beispielseite
Wir begleiten Johan Knevel, der als Kolonialsoldat in seine indonesische Heimat zurĂŒckkehrt, aufgrund dramatischer UmstĂ€nde aber gezwungen ist, die Fronten zu wechseln. Von den eigenen Leuten gejagt, findet er Unterschlupf bei den indonesischen Nationalisten. Seine Suche nach dem verlorenen Paradies seiner Kindheit findet im zweiten und letzten Band seinen Abschluss. Ein spannendes StĂŒck europĂ€ischer Kolonialgeschichte, erzĂ€hlt von einem neuen Autor aus den Niederlanden: Peter van Dongen.

Eine vierseitige Leseprobe lÀsst sich hier im PDF-Format herunterladen (600kb).

Rampokan – Celebes, ISBN 978-3-939080-30-5, 88 Seiten, zweifarbig, SC, Preis 17,95 Euro, erscheint im Januar im avant-verlag

Video-Trailer zu “Das Zeichen des Widders”

Dienstag, den 16. Dezember 2008

Zum im Aufbau-Verlag erschienenen Krimi “Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas (Szenario) und Edmond Baudoin (Zeichnungen) lĂ€sst sich nun ein Internet-Trailer ansehen. Wie bereits bei den BĂŒchern “Liebe schaut weg” von Line Hoven (Reprodukt) und “Die Sache mit Sorge” von Isabel Kreitz (Carlsen) bewirbt man eine Graphic Novel mit bewegten Bildern.

Das Zeichen des Widders, 978-3-351-03250-0, 230 Seiten, schwarzweiß, 22,95 EUR

“Aus der Hölle auf den Gabentisch”

Montag, den 15. Dezember 2008

From Hell CoverJörg Böckem schreibt auf “Spiegel Online” ĂŒber die Neuauflage des Jack-the-Ripper-Comics “From Hell” von Alan Moore (Szenario) und Eddie Campbell (Zeichnungen), der bei Cross Cult dieser Tage erschienen ist:

Aus der Hölle auf den Gabentisch

Wer sich Weihnachten so richtig vermiesen will, sollte zu Alan Moores Meisterwerk “From Hell” greifen. Der Comic ist eine mitreißende Meditation ĂŒber Jack The Ripper – und erscheint jetzt in einer aufwendigen Gesamtausgabe. Ein echter Killer!

All jenen, denen die Tage und NĂ€chte im Dezember noch nicht dunkel genug sind, kann geholfen werden: PĂŒnktlich zum Weihnachtsfest bringt der Verlag Cross Cult eine ĂŒppige und todschöne Neuauflage des Klassikers “From Hell” heraus. Alan Moores Comic-Großwerk ist das perfekte Heilmittel gegen Tannenbaumlichterkettenkitsch und Feiertagsseligkeit – auf 604 Seiten erzĂ€hlt der britische Autor, unterstĂŒtzt von Zeichner Eddie Campbell, seine Version des Jack-The-Ripper-Mythos in unerreichter Tiefe und Detailreichtum. mehr

“Wer hat Angst vor Micky Maus?”

Montag, den 15. Dezember 2008

bigimage.jpgAuf “tagesspiegel.de” schreibt Peer Göbel ĂŒber Graphic Novels, diese Seite und den verlagsĂŒbergreifenden Graphic-Novel-Flyer. Der Artikel war bereits bei “zoomer.de” erschienen, die LektĂŒre lohnt aber nach wie vor.

Wer hat Angst vor Micky Maus?

Comics haben in Deutschland ein Imageproblem: Sie gelten als KinderbĂŒcher. Doch nun geistert ein neues Zauberwort durch die Verlagswelt. Der Begriff “Graphic Novel”, also grafischer Roman, soll verdeutlichen, dass gezeichnete BĂŒcher durchaus Anspruch haben können – was Comic-Fans schon lange wussten.

Marjane Satrapi, Autorin von “Persepolis”, geriet fast in Rage – mit einem LĂ€cheln. “Ich mache Comics!”, rief sie bei einem Vortrag in Berlin. In dem Begriff Graphic Novel sehe sie keinen Gewinn, der sei nur dafĂŒr da, damit Leute sich nicht mehr schĂ€men mĂŒssten, wenn sie Comics im Regal stehen haben. Und das ist tatsĂ€chlich immer noch das Problem von Comics, besonders in Deutschland: Sie behandeln wie Literatur und Film ein nahezu endloses Themenfeld und sind in so verschiedenen Stilen gezeichnet, dass sie kaum noch zum selben Medium gehören – aber die Öffentlichkeit denkt bei dem Wort Comics immer noch an Micky Maus. mehr

Comics als ebooks

Freitag, den 12. Dezember 2008

Der Deutschlandfunk berichtet heute ĂŒber ebooks und erwĂ€hnt dabei die Bedeutung, die digitale Vertriebswege fĂŒr den Comicmarkt haben können. Auch wenn Comicverlage derzeit noch nicht im gleichen Maße von dem Thema berĂŒhrt werden wie Literaturverlage, wird es auf lange Sicht wichtig werden.

Nicht nur BĂŒcher mit normaler Druckschrift werden inzwischen als E-Book angeboten, sondern auch Comics. Jörg Reuter, der kĂŒnstlerische Leiter des auf Comics spezialisierten Mosaik-Verlages:

Im Moment ist es ein unheimlicher Hype. Es macht allen irgendwie Spaß, es ist natĂŒrlich auch ein bisschen Rumgespiele, aber der Mensch ist schon jemand, der gerne spielt. Deswegen denke ich, die Zukunft ist da schon irgendwo bei. Ich hoffe natĂŒrlich, dass das Printmedium an sich nicht völlig ausstirbt, aber es ist eine Möglichkeit, die Sache irgendwo in anderen Medien weiterzubringen.
mehr

computernatur.jpg

Abbildung aus “Die RĂŒckkehr aufs Land 1″ von Jean-Yves Ferri & Manu Larcenet (Reprodukt)

Neue Graphic Novels in der Edition Moderne

Donnerstag, den 11. Dezember 2008

FĂŒr das FrĂŒhjahrsprogramm 2009 hat die ZĂŒrcher Edition Moderne zwei neue Graphic Novels angekĂŒndigt. ZunĂ€chst erscheint im MĂ€rz der dritte Teil des Reportagecomics “Der Fotograf”. Im Mai folgt dann mit “Affentheater” eine deutschsprachige Erstveröffentlichung des französischen Autorenduos Florent Ruppert und JĂ©rĂŽme Mulot.

guibert3_ug.jpg Im abschliessenden dritten Band von “Der Fotograf” entscheidet sich Fotoreporter Didier LefĂšvre nach drei beschwerlichen Monaten mit der Equipe von Ärzte ohne Grenzen im Herzen Afghanistans alleine nach Pakistan zurĂŒckzukehren, entgegen dem Rat der Expeditionsleiterin Juliette Fournot.

Die RĂŒckreise, froh und beschwingt in den ersten Tagen, mutiert nach und nach zu einem wahrhaftigen Leidensweg. Dass Didier LefĂšvre unversehrt Peshawar erreicht, verdankt er nur ein paar glĂŒcklichen Begegnungen zum rechten Zeitpunkt – und seiner Beharrlichkeit.

Wie schon die beiden vorherigen BĂ€nde verblĂŒfft “Der Fotograf – Allein nach Pakistan” durch seine stimmige Verbindung von fotografisch dokumentierten und gezeichneten Bildsequenzen.

“Der Fotograf 3 – Allein nach Pakistan”, ISBN 978-3-03731-034-2, 104 Seiten, farbig, Hardcover, 23 x 30 cm, 28 Euro / 45 sFr, erscheint im MĂ€rz 2009

affentheater coverIn “Affentheater” erfĂŒllen zwei PortrĂ€t-Fotografen, die dem Autorengespann Ruppert und Mulot verdĂ€chtig Ă€hnlich sehen, bizarre AuftrĂ€ge fĂŒr seltsame Kunden. Mit ihrem verschrobenen Humor und ihrer Unverfrorenheit verblĂŒffen die Autoren auf jeder Seite und lassen den Leser keinesfalls unbeteiligt.

Florent Ruppert und JĂ©rĂŽme Mulot, geboren 1979 bzw. 1981, lernten sich wĂ€hrend des Studiums in Dijon kennen. Sie gelten in Frankreich als Senkrechtstarter und wurden 2007 beim Comic-Festival in AngoulĂȘme mit dem Newcomer-Preis ausgezeichnet. Die Originalausgabe ist unter dem Titel “Pannier de singe” bei LÂŽAssociation erschienen.

“Affentheater”, ISBN 978-3-03731-043-4, 112 Seiten, s/w, Klappenbroschur, 19 x 26 cm, 14.80 EUR / 24.80 sFr., erscheint im Mai 2009

Hier zwei Beispielseiten aus den angekĂŒndigten BĂ€nden:

Der Fotograf 3 Inhaltruppertmulot_inhalt.gif

Comicfestival Äpfel, NĂŒsse, Fink und Star, Hamburg

Dienstag, den 9. Dezember 2008

Comicfestival HamburgBereits zum dritten Mal findet am kommenden Wochenende das Comicfestival Äpfel, NĂŒsse, Fink und Star in Hamburg statt. Auf der Website der Veranstalter werden Ausstellungen, Messe und das Rahmenprogramm vorgestellt.

Am Donnerstag, den 11. Dezember wird das Festival mit einer Rattelschneck-Ausstellung in der Galerie Linda eröffnet. Weitere Ausstellungen geben Einblick in die “Pop Pop Erlebniswelt” von Haina, eine neue Ausgabe der deutsch-schweizerischen Anthologie “plusplus” oder das Werk von Olivier Schrauwen (“Mein Junge”). Der Mami Verlag prĂ€sentiert mit Birgit Weye, Gosia Machon und Julia Gordon drei Hamburger Zeichnerinnen in der Galerie Halb Acht, junge KĂŒnstler aus Tokyo stellen im Druck Dealer aus und schließlich prĂ€sentiert Moki neue Arbeiten unter dem Titel “Mume” im Heliumcowboy Artspace.

Am Samstag, den 13. Dezember tritt Fil mit seiner neuen Show “Der feuchte Gebieter kehrt zurĂŒck” im Festivalzentrum Kulturhaus 73 auf. Dort findet am Samstag und Sonntag auch wie aus den vergangenen zwei Jahren bekannt, die Verlagsmesse statt, an der avant verlag, Carlsen Comics, Edition Moderne, Edition 52, Reprodukt, Salleck Publications, Schwarzer Turm und viele andere Verlage teilnehmen. FĂŒr Signiertermine wĂ€hrend der Messe haben sich unter anderem Fil, Reinhard Kleist, Isabel Kreitz, Mawil, Olivier Schrauwen oder Martin tom Dieck angekĂŒndigt.

Kulturhaus 73, Schulterblatt 73, D-20357 Hamburg
email: comicfestival@kikipost.com, www.comicfestival.kikipost.com

“LiebeserklĂ€rung an den Comic”

Montag, den 8. Dezember 2008

BreakdownsFrank Meyer besprach heute im Radiofeuilleton des Deutschlandradio Kultur “Breakdowns – PortrĂ€t des KĂŒnstlers als junger %@∂★!” (S.Fischer), das neue Buch von Art Spiegelman. Wer um 14.34 Uhr nicht die Gelegenheit hatte, den Beitrag live zu verfolgen, kann ihn in der Mediathek des Deutschlandradios hören oder das dazugehörige Skript auch online lesen.

LiebeserklÀrung an den Comic

Art Spiegelman ist berĂŒhmt geworden fĂŒr seinen Holocaust-Comic, in dem er Juden als MĂ€use zeichnet und die Geschichte seiner Verwandten verarbeitet. Was zunĂ€chst fĂŒr Empörung sorgte, gilt inzwischen als neues Genre: der seriöse Comic. Mit “Breakdowns” hat Spiegelman jetzt seine Autobiografie herausgebracht.

“FĂŒr mich ist es ein Manifest, ein Tagebuch, ein zerknitterter Abschiedsbrief und eine immer noch glĂŒhende LiebeserklĂ€rung an ein Medium, das ich verehre.” mehr

“Holy.Shit.Shopping” in Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart

Sonntag, den 7. Dezember 2008

Holy.Shit.ShoppingSpĂ€testens zum ersten Advent am vergangenen Wochenende hat die Zeit der WeihnachtsmĂ€rkte begonnen. Eine Alternative zum ĂŒblichen Treiben will “Holy.Shit.Shopping” bieten – auf vier Veranstaltungen in Hamburg, Berlin, Köln und Stuttgart werden nicht nur GlĂŒhwein und GebĂ€ck, sondern beispielsweise auch BĂŒcher und Comics angeboten.

Aktuell findet die Weihnachts-Shopping-Lounge an diesem Wochenende im ehemaligen Karstadt-GebĂ€ude auf der FußgĂ€ngerzone der Großen Bergstraße in Hamburg statt. Designer, Kreative, KĂŒnstler und Labels stellen dort ihre Produkte vor. Wie in den vergangenen Jahren sind auch zwei Berliner Verlage mit von der Partie: Der Verbrecher Verlag und Reprodukt prĂ€sentieren Neuerscheinungen und viele Highlights aus dem Programm, die sich auch ganz hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignen…

Hier alle Termine auf einen Blick:

Hamburg: 6. und 7. Dezember im Ex-Karstadt, Große Bergstraße 172
Berlin: 13. und 14. Dezember im Postbahnhof, www.postbahnhof.de
Stuttgart: 20. und 21. Dezember in den Wagenhallen, www.wagenhallen.de
Köln: 20. und 21. Dezember im RheinTriadem (Alte Bahndirektion), Konrad-Adenauer-Ufer 1-3

Office°Team°de°Luxe, Pfuelstr. 6, D-10997 Berlin
email: hello@team-de-luxe.de, www.holyshitshopping.de

Mehr ĂŒber Comics im Netz

Sonntag, den 7. Dezember 2008

Mehr und mehr Tageszeitungen investieren in die Zukunft und bauen ihr Online-Angebot aus. In Sachen Comics bekommt “Spiegel-Online” nun ernsthafte Konkurrenz: Nachdem die Redakteure und Autoren um Sebastian Leber und Lars von Törne auf den Kulturseiten von “tagesspiegel.de” erst vor knapp zwei Wochen begonnen haben, sich dem Thema Comics zu widmen, ist das Ergebnis beeindruckend. In rasantem Tempo wird das Angebot an Artikeln, Interviews, Rezensionen und Kommentaren zum Geschehen auf dem Comic-Markt erweitert.

Aktuell sind heute Rezensionen zu “Der Wirbel” von Marc-Antoine Mathieu und “Insel Bourbon 1730″ von Appollo und Lewis Trondheim online gegangen, und erfreulicherweise wird auch tagesaktuell auf Signiertermine von Fil und Reinhard Kleist in Berlin hingewiesen.

FAZ.net

Auch bei “FAZ.net” gibt es nun mehr und mehr zum Thema zu lesen. Neben den bereits erwĂ€hnten und in den letzten Tagen stetig erweiterten Sonderseiten zu “Breakdowns” von Art Spiegelman gibt es nun einen neuen Blog. “Comic”“, so lautet schlicht der Titel, unter dem Andreas Platthaus seit dem 4. November ĂŒber seine Erfahrungen als Comic-Leser, Comic-Liebhaber und Comic-Kritiker schreibt. Zwei BeitrĂ€ge zum Ende von “Strizz” in der “FAZ” und ĂŒber eine Neuausgabe von Winsor McCays “Little Nemo in Slumberland” bilden den vielversprechenden Auftakt.

Reprodukt bei TUBUK

Samstag, den 6. Dezember 2008

Schon auf der vergangenen Leipziger Buchmesse fand sich der Stand von Reprodukt im Umfeld der Jungen Verlage – nicht nur zwischen Manga-TaschenbĂŒchern, sondern auch zwischen Literatur von Blumenbar, kookbooks, Luftschacht, Lilienfeld Verlag, orange-press oder Verbrecher Verlag konnte man plötzlich Comics finden. Im Rahmen des Projektes TUBUK (Online-Buchhandlung und TUBUK Store) stehen Comics und Graphic Novels von Reprodukt ab sofort auch online im Umfeld der genannten Verlage zur VerfĂŒgung.

TUBUK

Bei TUBUK geht es um gute BĂŒcher von unabhĂ€ngigen, zumeinst kleinen Verlagen, die eine Menge Aufmerksamkeit verdient haben, die man jedoch viel zu selten im normalen Buchhandel findet. Nicht jedes Buch wird in das Programm von TUBUK aufgenommen, sondern bewusst junge, innovative BĂŒcher, die abseits von Massenbetrieb und von Bestsellerlisten veröffentlicht werden. RegelmĂ€ĂŸige News zu den AktivitĂ€ten der einzelnen Verlage, Infos zu Neuerscheinungen und Empfehlungen von Lesern und Autoren runden den gelungenen Internet-Auftritt ab.

Denis Scheck auf 3sat ĂŒber “Berlin”

Donnerstag, den 4. Dezember 2008

Am gestrigen Mittwoch war Literaturkritiker Denis Scheck zu Gast beim 3sat-Magazin “kulturzeit” und bewarb dort wĂ€rmstens den neuen Band von Jason Lutes “Berlin”-Trilogie (Carlsen). Ein Mittschnitt kann online in der 3sat-Mediathek angesehen werden, zu der man ĂŒber die “kulturzeit”-Seite gelangt.

scheck_kulturzeit.jpg

Alben und Graphic Novels

Mittwoch, den 3. Dezember 2008

Dass der Begriff “Graphic Novel” ein wenig diffus ist, wurde auch an dieser Stelle schon mehrfach erwĂ€hnt. Einfach ist es, Titel in der Aufmachung von “Persepolis” (Edition Moderne) von Marjane Satrapi, “Pjöngjang” von Guy Delisle (Reprodukt), “Eigentlich ist das Leben schön” von Seth (Edition 52) oder “Die sechs SchĂŒsse von Philadelphia” von Ulrich Scheel (avant-verlag) als Graphic Novels zu bezeichnen – sie sind allesamt inhaltlich und Ă€ußerlich durchaus als “richtige” BĂŒcher erkennbar. Dass es daneben auch eine Vielzahl von Comics gibt, die in klassischen Comicformaten veröffentlicht werden, zum Beispiel als Album, und dennoch berĂŒhrende Geschichten erzĂ€hlen, wird dabei gerne ĂŒbersehen.

41yd622v8dl_sl160_aa115_.jpg41nqzgqfqdl_sl160_aa115_.jpg51jzgk9kzql_sl160_aa115_.jpg51kcswwn8gl_sl160_aa115_.jpgEine Möglichkeit, eine assoziative Verbindung zu Graphic Novels herzustellen, bietet etwa die Zusammenfassung mehrerer OriginalbĂ€nde in wenigen BĂ€nden oder gleich in einem Einzelband. So geschehen im Fall von “Persepolis” oder auch bei “Die heilige Krankheit” (Edition Moderne) von David B.: Beide Titel liegen nun in deutscher Sprache in jeweils zwei BĂŒchern vor, die Originalveröffentlichung fand aber in mehreren Teilen statt. “Persepolis” ist ursprĂŒnglich in vier Teilen erschienen, “Die heilige Krankheit” sogar in sechs.

Einen Zwischenschritt ist man bei Reprodukt gegangen und hat inzwischen zwei ĂŒber mehrere BĂ€nde erzĂ€hlte Titel jeweils in einem Schuber zusammengefasst. Damit wird recht deutlich, dass die Geschichten abgeschlossen sind. Die hochwertig produzierten Schuber sind fĂŒr sich genommen schöne Objekte, die jedes BĂŒcherregal schmĂŒcken. Und LeserInnen, die die Geschichte bereits verfolgt haben, werden fĂŒr das Verfolgen der Serie belohnt – die Schuber werden nicht nur mit der kompletten Serie angeboten, es gibt sie auf Wunsch auch gratis zum jeweils letzten Band dazu.

3938511249.jpg

“Black Hole” von Charles Burns ist die in harten schwarzweiß-Kontrasten erzĂ€hlte Geschichte ĂŒber eine unter Teenagern verbreitete Krankheit. Dabei gelingt Burns das KunststĂŒck, seine ErzĂ€hlung gleichsam als verstörende Horrorstory sowie als feinfĂŒhlige Coming-of-age-Geschichte funktionieren zu lassen. Eine Verfilmung durch Regisseur David Fincher (“Sieben”) ist geplant. Im amerikanischen Original erschien “Black Hole” in zwölf Heften, die deutsche Erstpublikation umfasste sechs BĂ€nde, die alle in einem Schuber erhĂ€ltlich sind.

ak_schuber.jpg

Etwas leichtere Kost ist “Der alltĂ€gliche Kampf” von Manu Larcenet, die Geschichte des Fotografen Marko, der seinen Platz im Leben sucht. Manu Larcenet erzĂ€hlt in schwungvollen Bildern, in deren Leichtigkeit sich die Substanz der Geschichte geradezu beilĂ€ufig entwickelt. Mit dramatischen Elementen hĂ€lt er sich zurĂŒck und widmet sich mehr den Erfahrungen und Erkenntnissen des Alltags, in denen es offensichtlich auch um elementare Fragen gehen kann. Die auf dem Festival in AngoulĂȘme mit dem renommiertesten Comicpreis Frankreichs ausgezeichnete Serie, die zunĂ€chst in vier großformatigen Alben erschienen war, kann nun auch komplett im Schuber erstanden werden.

“Persepolis 1 – Eine Kindheit im Iran”, SBN 3-907055-74-8, 164 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 22 EUR, Edition Moderne
“Persepolis 2 – Jugendjahre”, ISBN 3-907055-82-9, 192 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 22 EUR, Edition Moderne
“Eigentlich ist das Leben schön”, ISBN 3-935229-25-9, 176 Seiten, Klappenbroschur, 20 EUR, erschienen bei Edition 52
“Die sechs SchĂŒsse von Philadelphia”, ISBN 978-3-939080-31-2, 240 Seiten, Duotone, Softcover, 19,95 EUR, avant-verlag
“Die heilige Krankheit 1 – Geister”, ISBN 978-3-03731-007-6, 176 Seiten, s/w, Halbleinenband, 22 EUR, Edition Moderne
“Die heilige Krankheit 2 – Schatten”, ISBN 978-3-03731-022-9, 208 Seiten, s/w, Halbleinenband, 22 EUR, Edition Moderne
“Pjöngjang”, ISBN 978-3-938511-31-2, 184 Seiten, s/w, Klappenbroschur, 18 EUR, Reprodukt
“Der alltĂ€gliche Kampf” 1-4 im Schuber, ISBN 978-3-941099-06-7, 4 BĂ€nde im Schuber, 52 EUR, Reprodukt
“Black Hole” 1-6 im Schuber, ISBN 978-3-938511-23-7, 6 BĂ€nde im Schuber, 50 EUR, Reprodukt

Cover “Persepolis” 1-4 © LÂŽAssociation

Rutu Modans “Blutspuren” Buch des Monats in “konkret”

Dienstag, den 2. Dezember 2008

BlutspurenIn der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift “konkret” wird Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne) als Buch des Monats gekĂŒrt und von Jonas Engelmann ausfĂŒhrlich besprochen.

„Sie habe ihre persönliche Sicht auf die israelische Gesellschaft abbilden wollen, sagt Modan. Dazu gehört trotz aller Trauer und Probleme, die der Comic vermittelt, und trotz der Gefahr, wie ein romantisiertes Klischee zu klingen, auch Lebensfreude und Humor (wenngleich oft hinter Sarkasmus versteckt). Modan gelingt es, diese Klischees immer wieder an die politische RealitĂ€t zu koppeln. Ein solches Bild Israels wird in Deutschland selten vermittelt, in Form eines Comics schon gar nicht.“

In der gleichen Ausgabe bespricht Georg Seeßlen den zehnten Band der “Adele”-Reihe von Jacques Tardi (“120, Rue de la Gare” nach Leo Malet, Edition Moderne)