Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Über uns Impressum

Monatsarchiv für April 2009

“tracks” berichtet vom Fumetto

Donnerstag, den 30. April 2009

Zeichnung von BlutchDie empfehlenswerte Kultursendung “tracks”, die der deutsch-französische Kulturkanal arte regelmĂ€ĂŸig ausstrahlt, bringt am morgigen Freitag, dem 1. Mai, einen Beitrag ĂŒber das Comicfestival “Fumetto”, das vor kurzem in Luzern stattfand. Berichtet wird unter anderem ĂŒber Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und Blutch (“Der kleine Christian”, Reprodukt und “Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag). Die Sendung beginnt um 23.10 Uhr, wird am folgenden Samstag um 3 Uhr wiederholt und kann eine Woche lang im Videoarchiv arte+7 online angesehen werden.

Fumetto

Bunte Bilder und Sprechblasen: Von Gestern ist, wer bei Comics allein nur an Disney denkt. Das Genre hat sich entwickelt und mit den sogenannten Graphic Novels schon lange den Auszug aus dem Kinderzimmer in die Literaturwelt angetreten. Comics haben sich als eigene Kunstform etabliert und prĂ€sentieren sich in speziellen Ausstellungen. Eine der grĂ¶ĂŸten ist das Internationale Comic-Festival „Fumetto“ in Luzern. Hier treffen Bildergeschichten auf GemĂ€lde, Literatur auf Sprechblasen. Eine ganze Woche lang trifft sich das „Who Is Who“ der internationalen Comicszene und zeigt der interessierten Welt die neuesten Geschichten und die kreativsten Panels. „Tracks“ wirft sich ins GetĂŒmmel. mehr

Zeichnung © Blutch

Ulf K. zeichnet fĂŒr die “FAZ”

Donnerstag, den 30. April 2009

ulf k anfang endeAls Nachfolger von Ralf König, dessen “Archetyp” nun abgeschlossen ist, gestaltet der Comiczeichner und Illustrator Ulf K. ab sofort fĂŒr vier Monate den Strip “Der Anfang nach dem Ende” fĂŒr die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”, den es auch auf faz.net zu lesen geben wird. Der in DĂŒsseldorf lebende Autor hat in der Vergangenheit eine Reihe von BĂŒchern bei verschiedenen Verlagen in Deutschland, Frankreich, den USA und anderen LĂ€ndern veröffentlicht, hierzulande erschienen unter anderem “Der Mondgucker” (Edition Panel), “SternennĂ€chte”, “Tango de la mort” (beide Edition 52) und “Der Exlibris” (Reprodukt).

FĂŒr knapp vier Monate wird Ulf K. den Stift in die Hand nehmen, um den Lesern der”FAZ” und von faz.net von Dienstag bis Freitag ihren tĂ€glichen Comic zu liefern. Ulf K., geboren 1969 in Oberhausen, lebt mit Frau und bald zwei Kindern in DĂŒsseldorf. Er ist einer der renommiertesten deutschen Comiczeichner; 2004 wurde das in Erlangen durch die Verleihung der wichtigsten einheimischen Auszeichnung auf diesem Feld, des Max-und-Moritz-Preises als “Bester deutscher Comiczeichner”, bestĂ€tigt. mehr

“Guibert Revisits War in The Photographer

Mittwoch, den 29. April 2009

Der Fotograf 1FĂŒr das US-Branchenblatt “PublisherÂŽs Weekly” berichtet Kate Culkin ĂŒber die Veröffentlichung der englischsprachigen Version der auf Deutsch bei der Edition Moderne erschienenen Trilogie “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Didier LefĂ©vre und Pascal LĂ©mĂ©rcier. Auch wenn es weniger um ein inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Werk geht, gibt es Interessantes zu erfahren, wie zum Beispiel die Tatsache, dass in Frankreich von der Originalausgabe 260.000 Exemplare verkauft werden konnten.

Guibert Revisits War in The Photographer

Following the publication last year of the WWII memoir Alan’s War, First Second Books and artist Emmanuel Guibert have again teamed up to bring to the U.S. graphic novel market another tale a life shaped by war. The Photographer: Into War-Torn Afghanistan with Doctors Without Borders will go on sale May 12 with an initial print run of 20,000. The book tells the story of the late French photo-journalist Didier Lefùvre and his experience traveling with Doctors Without Borders in Afghanistan in 1986. First published in France in three volumes, which sold over 260,000 copies, it has been translated into eleven languages. The Photographer is a haunting and at times harrowing tale that highlights the cost of war on the people of Afghanistan while illuminating the humanitarian mission of the volunteers that work with Doctors Without Borders. mehr

“Aus Blutch werde Blotch: Zwei sensationelle autobiographische Fiktionen”

Dienstag, den 28. April 2009

Weiter geht es mit positiven Besprechungen der beiden gerade in deutscher Sprache veröffentlichten Graphic Novels von Blutch (“Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag und “Der kleine Christian”, Reprodukt).

Diesmal ist “FAZ”-Autor Andreas Platthaus voll des Lobes fĂŒr die beiden BĂŒcher:

Aus Blutch werde Blotch: Zwei sensationelle autobiographische Fiktionen

Manchmal braucht man als Verlag ein bißchen GlĂŒck. Von Blutch alias Christian Hincker, war auf Deutsch so gut wie nichts erschienen, als Reprodukt, das nimmermĂŒde Haus fĂŒr anspruchsvolle Comics vor allem aus Frankreich, und Avant, der gleichfalls unermĂŒdliche Verlag fĂŒr ebenjene, nahezu zeitgleich die Übersetzungen von jeweils einem Titel des 1967 geborenen Zeichners ankĂŒndigten: „Le petit Christian” (Reprodukt) und „Blotch” (Avant). Dann gewann Blutch im Januar den Großen Preis der Stadt AngoulĂȘme, die bedeutendste Comic-Auszeichnung Frankreichs (und damit Europas und eigentlich auch – analog zur Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes – der ganzen Welt), und plötzlich hatten die beiden Verlage einen Autor im Programm, mit dem man zumindest gut Reklame machen konnte. Die deutschen Leser allerdings haben sich durch AngoulĂȘme noch nie beeindrucken oder gar beeinflussen lassen; fĂŒr französische oder auch andere Comic-Meisterwerke der letzten Jahre gibt es hier einfach immer noch kein großes Publikum. Seltene Ausnahmen wie Marjane Satrapis „Persepolis” bestĂ€tigen die Regel. mehr

“Wir sind keine mythologischen Kreaturen” und “Theater der neuen Welt”

Montag, den 27. April 2009

katchor2AnlĂ€sslich seines Deutschlandbesuchs sprach Lars von Törne fĂŒr den “Tagesspiegel” mit dem Autor Ben Katchor ĂŒber Pressedrucktechnik, Papiertheater und sein soeben erschienenes Buch “Der Jude von New York” (avant-verlag), das an gleicher Stelle auch besprochen wurde (siehe unten).

“Wir sind keine mythologischen Kreaturen”

Ben Katchor ist der Literat unter den US-amerikanischen Comicautoren. Derzeit ist er in Berlin, um die deutsche Übertragung des Buches “Der Jude von New York” vorzustellen. Im Tagesspiegel-Interview beschreibt er seine Arbeitsweise, seinen Blick auf die jĂŒdische IdentitĂ€t – und verrĂ€t, wieso aus dem einst geplanten Berlin-Comic dann doch nichts wurde

Herr Katchor, nach der LektĂŒre Ihres Buches „Der Jude von New York“ hat man den Eindruck, die USA der GrĂŒnderjahre zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren ein Tummelplatz fĂŒr Exzentriker und schrĂ€ge Charaktere, bei denen die Grenzen zwischen RealitĂ€t und Fiktion fließend sind


Ja, und viele meiner Charaktere sind fiktiv, bis auf ein, zwei Ausnahmen. Aber sie sind so angelegt, dass es sie wirklich hĂ€tte geben können, wie ich sie beschreibe. Das ist das Faszinierende an jener Zeit fĂŒr mich, in der so viele Menschen mit so vielen heute absurd erscheinenden Ideen versuchten Ihren Platz in der Neuen Welt zu finden: Alles schien damals möglich. mehr

cover-jude-von-new-york-neu2Die Besprechung des Buches fĂŒr den “Tagesspiegel” stammt von Jens Meinrenken:

Theater der Neuen Welt

Ben Katchors Comic “Der Jude von New York” gibt es endlich auf Deutsch

Elf Jahre nach der amerikanischen Originalausgabe ist Ben Katchors Comic “Der Jude von New York” endlich auf Deutsch erschienen. Veröffentlicht vom Berliner Avant-Verlag, der bereits mit Joan Sfars “Die Katze des Rabbiners” eine wundervolle Comicserie ĂŒber die jĂŒdische Kultur publiziert, liest sich “Der Jude von New York” als feinsinniges und herrlich schrĂ€ges TheaterstĂŒck ĂŒber die nationale IdentitĂ€t und Heimatlosigkeit der Juden. mehr

Foto  © David Heerde

“Heiliger Steve McQueen”

Montag, den 27. April 2009

cover der kleine christianAuf dem Literatur-Portal “goldmag” gibt es seit dem 26. April eine ebenso umfassende wie charmante Rezension ĂŒber “Der kleine Christian” von Blutch zu lesen, geschrieben von Nikolai Preuschoff.

Heiliger Steve McQueen

Blutchs „Kleiner Christian“ erzĂ€hlt vom Leben in Bildern

“Ich bin der einsame RĂ€cher von Texas. / Ich habe zwei Pistolen. / (Wahnsinn, Banditen!) Wie ist Dein Name, Fremder? / Mein Name spielt keine Rolle!”

Doch, der Name spielt eine Rolle! Christian ist nĂ€mlich nicht nur der ‚Held‘ eines Comic-Buches ĂŒber einen ganz normalen Jungen, der im Elsass in einer ganz normalen Phantasiewelt aufwĂ€chst. Christian (sprich: ChristiĂĄn) ist auch Christian Hincker (wie Blutch mit bĂŒrgerlichem Namen heißt), Autor und Zeichner der zwei BĂ€nde des „kleinen Christian“, die jetzt, in einem vereint, auf deutsch bei Reprodukt erscheinen. mehr

“Aufzeichnungen aus Birma”: Leseprobe online

Samstag, den 25. April 2009

Derzeit ist das Buch noch in Druck, die Wartezeit bis zum endgĂŒltigen Erscheinen von Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt) kann man sich mit der LektĂŒre der 30-seitigen Leseprobe im PDF-Format  vertreiben, die sich ab sofort hier herunterladen lĂ€sst (3,3 MB).

“Aufzeichnungen aus Birma” wird am 20. Mai in die Auslieferung kommen.

birma_leseprobenbild

Aufzeichnungen aus Birma, ISBN 978-3-941099-01-2, 272 Seiten, schwarzweiß, 24,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR

Graphic Novels in Frankfurt am Main

Freitag, den 24. April 2009

steilkuesteVom 27. Mai. bis zum 23. Juni werden in der Hugendubel-Filiale in Frankfurt am Main, Steinweg 12, 150 Graphic Novels aus verschiedenen Verlagen prĂ€sentiert – eine ganze Wand im Treppenhaus wird dafĂŒr zur VerfĂŒgung gestellt! Die an der Aktion teilnehmenden Verlage sind Reprodukt, Carlsen Comics, Edition Moderne, Edition 52 und avant-verlag.

Passend zur Verkaufsveranstaltung gibt es am 6. Juni ab 14.30 Uhr einen gemeinsamen Signiertermin von Flix (“Held”, Carlsen Comics), Sascha Hommer (“Insekt”, Reprodukt), Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt) und Ulrich Scheel (“Die sechs SchĂŒsse von Philadelphia”, avant-verlag) inklusive eines GesprĂ€chs unter Kollegen. Die gesamte Veranstaltung wird etwa zwei Stunden dauern und beginnt mit einer EinfĂŒhrung zum Thema Graphic Novels, gesprochen von Wolfgang Maurer (Hugendubel) und Sebastian Oehler (Reprodukt).

Buchhandlung Hugendubel, Steinweg 12, D-60313 Frankfurt am Main
Tel. (01801) 484 484, Fax (01801) 484 585
www.hugendubel.de
Öffnungszeiten: Mo-Mi 9.30-20 Uhr, Do-Sa 9.30 -21 Uhr

Neue Vertreterinnen fĂŒr Edition Moderne und Reprodukt

Freitag, den 24. April 2009

em_repro1Ab Juni 2009 bekommen Edition Moderne und Reprodukt VerstĂ€rkung: Nicole Grabert, Judith Heckel und Christiane Krause ĂŒbernehmen die Verlagsvertretung Deutschland. Nach dem gemeinsamen Vorschauversand Ende Mai beginnt die erste Reise, auf der HerbstnovitĂ€ten und Backlist von beiden Verlagen vorgestellt werden.

Nicole Grabert, Judith Heckel und Christiane Krause arbeiten in dieser Konstellation seit etwa einem Jahr als Verlagsvertretungen Grabert | Heckel | Krause mit gemeinsamen BĂŒro in Göttingen. Zu den Verlagen, fĂŒr die die drei auslieferungsunabhĂ€ngig in Deutschland reisen, gehören unter anderem Alexander Verlag, edition text+kritik, Kerber, Lilienfeld Verlag, Luftschacht oder der Berliner Verbrecher Verlag.

Verlagsvertretungen Grabert | Heckel | Krause
c/o G. V. V, Groner Str. 20, D-37073 Göttingen
Tel. (0551) 797 73 90, Fax (0551) 797 73 91
e-mail: g.v.v@t-online.de

Ben Katchor in Berlin

Donnerstag, den 23. April 2009

katchor_klWer seinen Vortrag “Halftone Printing in the Yiddish Press and Other Objects of Idol Worship”, den er dieser Tage im Rahmen der “Vattenfall Lesetage” in Hamburg hielt, verpasst hat, hat am kommenden Montag, dem 27. April, die Gelegenheit Ben Katchor dabei zuzuhören, wenn er den Diavortrag noch einmal im JĂŒdischen Museum Berlin halten wird. Im Anschluss ist ein KĂŒnstlergesprĂ€ch mit Jens Balzer (“Berliner Zeitung”) geplant.

Derweil hat “FAZ”-Feuilletonist und Kulturblogger Andreas Platthaus ĂŒber den Hamburger Vortrag samt anschliessendem PodiumsgesprĂ€ch, dem Buch “Der Jude von New York” (avant-verlag) und seinem insgesamt bemerkenswerten Treffen mit Ben Katchor bereits einen Eintrag auf seiner Website gewidmet:

Comiczeichner auf Salat: Das bizarre Ansinnen an Ben Katchor

Gestern abend saß ich in einem Hamburger Hotel mit Ben Katchor zusammen. Wir hatten im Rahmen der Lesetage in der Hansestadt eine Veranstaltung hinter uns gebracht, die sich dem gerade ins Deutsche ĂŒbersetzten Comic „Der Jude von New York” widmen sollte, doch wie bei Ben Katchor kaum anders zu erwarten, interessierte ihn die eigene Arbeit als Zeichner weniger als seine neuesten Überlegungen zur amerikanischen Pressegeschichte. Unter dem Titel „Graven Images in the Yiddish Press” fĂŒhrte er das staunende Publikum in die Welt der billigen Rasterreproduktionen von jiddischen Zeitungen und BĂŒchern ein, die in der ersten HĂ€lfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Amerika erschienen sind. mehr

JĂŒdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, D-10969 Berlin
Tel. (030) 259 93 445, Fax (030) 259 93 333
email: info@jmberlin.de

Foto © Ben Katchor

“LÂŽAllemagne sort sa bulle”

Mittwoch, den 22. April 2009

AnlĂ€sslich der PrĂ€sentation deutscher Comics auf dem Comicfestival in Bastia Anfang des Monats erschien im französischen “Le Monde” ein lĂ€ngerer Artikel von Lorraine Rossigniol, der KĂŒnstler und Verlage vorstellt. Neben Comic-KĂŒnstlern wie ATAK oder Anke Feuchtenberger liegt dabei ein Hauptaugenmerk auf die Graphic Novel-Autoren wie Line Hoven (“Liebe schaut weg”), Sascha Hommer (“Insekt”) und Arne Bellstorf (“Acht, Neun, Zehn”, alle Reprodukt), sowie auf Verlage wie Reprodukt oder dem avant-verlag, deren Relevanz fĂŒr die deutschsprachige Comicszene beleuchtet wird.

bastia_allemagne1

“Mit Witz, Wut und Trauer”

Montag, den 20. April 2009

Bereits am 1. April hat Andreas JĂŒttner fĂŒr die “Badische Neueste Nachrichten” eine begeisterte Besprechung zu Manu Larcenets “Der alltĂ€gliche Kampf” geschrieben. Online leider nur im ePaper via “Badische Neueste Nachrichten” zu beziehen.

20090401.BNN.023.110.0.pdf.res.ps

“Schonungsloser Exhibitionismus”

Samstag, den 18. April 2009

peepshow_cvrAuf www.tagesspiegel.de ist das “Comic Arts Festival” in Toronto, ĂŒber das in KĂŒrze berichtet werden soll, Anlass, noch einmal auf Joe Matts Graphic Novel “Peepshow” (Edition 52) hinzuweisen. Die Kritik von Sven Jachmann wurde zuvor schon auf dem empfehlenswerten Kulturportal textem.de veröffentlicht und findet sich zudem in der ebenfalls immer lesenswerten Kulturzeitschrift “testcard 18: Regress”:

Schonungsloser Exhibitionsimus

Anfang Mai trifft sich die nordamerikanische Autorencomic-Szene in Toronto zum dortigen Comic Arts Festival. In der kanadischen Metropole spielt auch ein Klassiker des Genres, Joe Matts autobiographische Heftreihe “Peepshow”. Das obsessive Meisterwerk gibt es jetzt auch auf Deutsch

SpĂ€testens seit den Erfolgen Mawils und Flix’ feiert der autobiografische Comic auch im deutschsprachigen Raum fröhliche UrstĂ€nd, knĂŒpft an eine vornehmlich kanadische ErzĂ€hltradition an, die wiederum Robert Crumb einiges zu verdanken hat. Speziell der Reprodukt-Verlag hat sich um zahlreiche Übersetzungen jener Nische verdient gemacht. Da erstaunt es, dass Joe Matt, immerhin so etwas wie ein kanonisiertes Urgestein, erst so spĂ€t dazustĂ¶ĂŸt. mehr

“Eine gelehrte Katze”

Samstag, den 18. April 2009

katze_rabbiner_bspIn ihrer “Idole”-Kolumne stellt die “taz”-Autorin Kirsten Reinhard ihr Lieblingstier vor: Es ist die Katze aus Joann Sfars “Die Katze des Rabbiners” (avant-verlag):

Eine gelehrte Katze

Das Tier als Idol hat mich schon immer irritiert. Als meine Freundinnen tief in der Pferdephase steckten, in den Schulpausen glitzernde Pferdeaufkleber tauschten und im Unterricht Profile von Ponys mit wallender MĂ€hne auf ihre HeftrĂ€nder kritzelten, saß ich peinlich berĂŒhrt und etwas unbeholfen daneben. Ich mochte weder “sĂŒĂŸ!” noch “goldig!” rufen und dabei mit verzĂŒckter Miene ĂŒber Pferderassen und MĂ€hnenfrisuren debattieren. Fury? Black Beauty? Fand ich scheiße. Überhaupt hatte ich Angst vor Pferden, diesen schnaufenden Riesen, die einem mit dem Huf den Fuß zerdrĂŒcken konnten. Das hat mich eine Zeitlang recht einsam gemacht.

Noch problematischer als die Verehrung von Haus- und Nutztieren, ist aber die Verniedlichung von Wildtieren. Inzwischen sind wohl, wenn ich das richtig interpretiere, BĂ€ren im Trend. Genauer gesagt, sich von ihnen anknabbern zu lassen. Als Akt totaler Einswerdung mit dem Lieblingstier. mehr

“Mach uns Angst, Zeichner”

Samstag, den 18. April 2009

menschenfabrikAuf seinem “FAZ”-Blog schreibt Andreas Platthaus ĂŒber seine erfreuliche Zufallsbegegnung mit Michael Meiers Comic-Umsetzung von Oscar Panizzas “Die Menschenfabrik” (rotopolpress):

Mach uns Angst, Zeichner: Michael Meiers Comic “Die Menschenfabrik”

Gemeinhin kaufe ich deutsche Comics im Fachhandel, denn in Leipzig wie Frankfurt gibt es jeweils gleich zwei ComicgeschĂ€fte, die zusammen fast alles anbieten, was mich an einheimischer Produktion interessiert. Doch das Heft „Die Menschenfabrik” stammt aus dem Buchkinderladen, einer reizenden NeugrĂŒndung in Leipzig, die dem mittlerweile deutschlandweit agierenden Kreis der „Buchkinder” angeschlossen ist. Unter diesem Namen versammeln sich Kinder und schreiben BĂŒcher, meist illustrierte Werke, die dann in kleinen Auflagen, aber handwerklich wunderschön gedruckt werden. mehr

Ben Katchors “Der Jude von New York” – Cover und Leseprobe

Freitag, den 17. April 2009

cover-jude-von-new-york-neu2

Seit dieser Woche ist Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag) im Handel erhĂ€ltlich. (Zu Ben Katchors Lichtbildvortrag in Hamburg nĂ€chste Woche siehe hier). Da an dieser Stelle bisher ein vorlĂ€ufiges Cover gezeigt wurde, soll an dieser Stelle mit dem neuen Cover noch einmal ansehnlich auf das Buch und auch die Leseprobe daraus (12 Seiten als PDF, 2 MB) hingewiesen werden.

Neu bei Reprodukt im Mai: “Aufzeichnungen aus Birma” von Guy Delisle

Donnerstag, den 16. April 2009

9783941099012Einige Monate hat es sich verzögert, das von vielen lange erwartete neue Buch von Guy Delisle ĂŒber seine Erlebnisse in Rangun und Miyanmar. Handlettering und Nachbearbeitung nahmen bei diesem fast 300-seitigen Werk mehr Zeit als geplant in Anspruch, aber dieser Tage geht “Aufzeichnungen aus Birma” nun endlich in Druck und wird ab Mitte Mai in die Auslieferung kommen.

Fast gleichzeitig, spĂ€testens aber zum Comicfestival MĂŒnchen, legt Reprodukt mit “Louis am Strand” einen neuen Kindercomic von Guy Delisle vor, in dem Louis, der Sohn des Autors, die Hauptrolle bekleidet, der auch in “Aufzeichnungen aus Birma” zum Auslöser fĂŒr so einige abenteuerliche Erlebnisse wird…

Nach “Shenzen” und “Pjöngjang” ist “Aufzeichnungen aus Birma” der dritte autobiografische Reisebericht des in Frankreich lebenden Kanadiers ĂŒber ein ostasiatisches Land. Ob China, Nordkorea oder Birma: Guy Delisle versteht es meisterhaft zu beobachten, ohne zu bewerten. So entsteht ein sehr persönliches, aber vorurteilsfreies Bild eines Landes, welches fĂŒr kurze Zeit vor allem aufgrund der brutalen Gewalt gegenĂŒber friedlich demonstrierenden Mönchen ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerĂŒckt ist.

birma_seite_31

Guy Delisle, geboren 1966 in Quebec, studierte plastische Kunst in Toronto. Von 1986 bis 1988 arbeitete er fĂŒr das Zeichentrickstudio CinĂ©Groupe in MontrĂ©al, anschließend ging er nach Europa und zeichnete fĂŒr Studios in MĂŒnchen, Berlin und Valencia. Seit 1991 lebt und arbeitet Guy Delisle in Montpellier.

Aufzeichnungen aus Birma, ISBN 978-3-941099-01-2, 272 Seiten, schwarzweiß, 24,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR

“Ein Comic rechnet mit dem Kolonialismus ab”

Donnerstag, den 16. April 2009

Im “Deutschlandradio Kultur” bespricht Frank Meyer Peter van Dongens “Rampokan” (avant-verlag). Der niederlĂ€ndische Autor und Zeichner wird ĂŒbrigens beim Comicfestival MĂŒnchen im Juni anwesend sein.

rampokan_innen-1_2

Ein Comic rechnet mit dem Kolonialismus ab
Peter van Dongen: “Rampokan”, Band 2: “Celebes”, Avant Verlag, Berlin 2008, 88 Seiten

Peter van Dongens “Rampokan” ist ein mutiges Projekt. Der niederlĂ€ndische Autor und Zeichner erzĂ€hlt von den Verheerungen der niederlĂ€ndischen Kolonialgeschichte in einem Comic-Roman, der sehr gekonnt traditionelle Elemente mit einer modernen ErzĂ€hltechnik verbindet.

Der “Rampokan” ist ein altes indonesisches Ritual. In der Mitte eines Platzes stehen Kisten mit ausgehungerten Tigern und Panthern, um sie herum ein Ring von MĂ€nnern mit geweihten Lanzen. Die Raubtiere werden einer nach dem anderen freigelassen. Wenn die Tiere aus dem Ring auszubrechen versuchen, dann mĂŒssen die MĂ€nner sie mit ihren Lanzen töten. Sollte eine der Raubkatzen davonkommen, dann droht dem Land schweres UnglĂŒck. mehr

Der Beitrag, der am gestrigen Mittwoch im Radiofeuilleton lief, lÀsst sich in der dradio-Mediathek auch online anhören. Eine mp3-Datei findet sich hier.

“Kaubeus kennen sich aus”

Donnerstag, den 16. April 2009

Cover Blotch Blutch cover der kleine christianFĂŒr den “Tagesspiegel” befasst sich Katja Schmitz-DrĂ€ger mit den beiden soeben erschienenen Graphic Novels von Blutch, “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag) und “Der kleine Christian” (Reprodukt):

Kaubeus kennen sich aus

Mit gleich zwei auf Deutsch ĂŒbertragenen BĂ€nden kann man den französischen Comic-Autoren Blutch jetzt auch bei uns kennenlernen – und in eine höchst wunderbare Welt einsteigen

Gleich zwei Titel des französischen Comic-Autoren Blutch sind dieser Tage auf Deutsch erschienen: “Der kleine Christian” im Reprodukt-Verlag, der damit zwei in Frankreich 1998 und 2008 erschienene BĂŒcher in einer Gesamtausgabe vorlegt. Dazu wartet der avant-Verlag mit “Blotch – Der König von Paris” auf.

Der soeben mit dem Grand Prix de la Ville d’AngoulĂȘme, dem wichtigsten europĂ€ischen Comicpreis ausgezeichnete Blutch, mit bĂŒrgerlichem Namen Christian Hincker, ist in Deutschland bisher noch kaum wahrgenommen worden. Die beiden Publikationen, die das nun Ă€ndern könnten, haben auch ĂŒber das zufĂ€llige Zusammenfallen der deutschen Erscheinungstermine hinaus einige Gemeinsamkeiten, darunter die episodenhafte ErzĂ€hlstruktur, die SelbstreferenzialitĂ€t des Mediums Comic, oder, wie die Titel bereits nahelegen, das Spiel mit der Autorenpersönlichkeit. mehr

“Der halbautomatische Wahnsinn”

Mittwoch, den 15. April 2009

cover_hectorumbra1Thomas von Steinaecker bespricht in der heutigen Ausgabe der “SĂŒddeutschen Zeitung” Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen):

Der halbautomatische Wahnsinn

Die Entscheidung, MĂŒnchen zum Schauplatz eines Comics zu machen, klingt ziemlich unsexy. Der Justizpalast oder der Königsplatz sehen auf den ersten Blick eher nach TV-Schmonzette als nach Popkultur aus; und glaubt man dem Klischee, dann kann man zwar in der sogenannten „heimlichen Hauptstadt” in ihrer Mischung aus Prunk und ProvinzialitĂ€t den einen oder anderen Promi treffen, nicht jedoch den Anti-Helden jener Comics, mit denen eine jĂŒngere Generation von deutschen Zeichnern seit ein paar Jahren von sich reden macht. Deren Figuren schlagen sich mit den typischen Alltagsproblemen von Mittdreißigern herum – und wandern dabei durch das verregnete Berlin oder Hamburg. Das mag nicht nur daran liegen, dass die meisten Comicautoren dort auch wohnen; die Kulissen des Funkturms oder des Hafens entsprechen eben einfach mehr dem ziellosen LebensgefĂŒhl, von dem die BĂŒcher handeln, als die gemĂŒtliche Silhouette der Frauenkirche. mehr