Graphic Novels
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Monatsarchiv für Juni 2009

“Die Leiden des kleinen Jean”

Dienstag, den 30. Juni 2009

cover_meine_mutterBereits am vergangenen Samstag stellte Siggi SeuĂź im Deutschlandradio in der Sendung “BĂĽchermarkt: BĂĽcher fĂĽr junge Leser” Jean Regnauds und Émile Bravos “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen” (Carlsen) vor. Auf der Seite von Deutschlandradio findet man sowohl ein Transkript wie auch einen Link zum Radiobeitrag, den man online hören kann.

Die Leiden des kleinen Jean

Das Leben eines Jungen, dem niemand die Wahrheit ĂĽber seine verschwundene Mutter sagt, ist Thema der poetischen Comicerzählung “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen!”, die der französische Comiczeichner Émile Bravo zusammen mit dem Autor Jean Regnaud veröffentlicht hat.

Was fĂĽr ein seltsam vertrautes Milieu! Wir fĂĽhlen uns – als Erwachsene – zurĂĽckversetzt in die Tage der ersten Schulzeit. Und gleichzeitig ist der kleine Held, dem wir dort – im September des Jahres 1970 – begegnen auch ein Kind, das heute leben könnte und von Kindern heute verstanden wird. Mit seinen Nöten, mit seiner Einsamkeit und Angst und mit seiner Fantasie, die den manchmal ganz schön tristen Alltag bunter macht. mehr

Neuerscheinung: “RG 1 – Riad an der Seine” von Pierre Dragon und Frederik Peeters

Montag, den 29. Juni 2009

9783551777874Im Hamburger Carlsen Verlag ist dieser Tage der erste Teil von “RG” erschienen, gezeichnet von Frederik Peeters (“Blaue Pillen”, Reprodukt) nach einem Szenario von Pierre Dragon. Aufgrund von Differenzen der Autoren wurde die vielversprechende Serie bei Gallimard leider nach dem zweiten Buch abgebrochen.

Die Reihe RG fĂĽhrt den Leser tief in die Aktionen der französischen Polizei. Die AbkĂĽrzung RG steht fĂĽr Direction centrale des Renseignements Generaux – der Zentrale Nachrichtendienst Frankreichs, der unter anderem fĂĽr die Bekämpfung des Terrorismus zuständig ist. Held und Autor dieser Geschichte tragen denselben Namen: Pierre Dragon. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich ein Mitglied eben dieser Polizeieinheit, der seine Erlebnisse zu einem Comicszenario verarbeitet hat. Dicht erzählt und packend inszeniert fĂĽhrt er sein Alter Ego durch die dunklen Seiten der französischen Hauptstadt und taucht in die terroristischen Netzwerke ab.

RG 1 – Riad an der Seine, ISBN 978-3-551-77787-4, 112 Seiten, Hardcover, 17 x 24 cm, 16,90 EUR, erschienen im Carlsen Verlag

Neuerscheinung: “Reddition 49/50 – Dossier Comics & Literatur”

Sonntag, den 28. Juni 2009

redd49sIn der kommenden Woche erscheint die Jubiläumsausgabe 49/50 des verdienstvollen Magazins “Reddition”, herausgegeben von Volker Hamann, mit einem umfangreichen Dossier, in dem auch die derzeitige Situation der Graphic Novels im deutschen Sprachraum betrachtet wird.

2009 jährt sich der Geburtstag unseres Magazins Reddition – Zeitschrift für Graphische Literatur bereits zum 25. Mal. In dieser Zeit hat sich unsere Publikation vom Schülermagazin zur „anspruchvollsten deutschen Comic-Zeitschrift“ (F.A.Z.) entwickelt und viele Tendenzen, Trends und Laufbahnen der Kreativen begleitet und kommentiert.

Aus diesem Anlass werden wir uns mit der prallvollen Doppelausgabe 49/50 (noch ein Jubiläum!) unter der Überschrift Comics & Literatur einem hochinteressanten und ergiebigen Thema widmen. Dazu konnten wir namhafte Autoren wie Andreas Platthaus, Clemens Heydenreich, Jens R. Nielsen, Ole Frahm, Klaus Schikowski, Thomas Ballhausen und viele andere gewinnen, die sowohl populär wie fundiert und ausführlich über Autoren, Werke und die derzeitige Situation der Graphic Novels am Markt schreiben.

Abgerundet wird das 100 Seiten starke Jubiläumsheft mit aktuellen Interviews, in denen Isabel Kreitz (Die Sache mit Sorge), Reinhard Kleist (Cash), Ronald Gutberlet (alias Virginia Doyle) und andere umfassend über das Thema Comics & Literatur Stellung beziehen.

Reddition 49/50, Magazin, 100 Seiten, teilweise vierfarbig, 10 EUR, erscheint bei Edition Alfons

Neuerscheinung: “Spring 6 – Verbrechen”

Samstag, den 27. Juni 2009

Am Freitag, dem 10. Juli erscheint die neueste, sechste Ausgabe der Anthologie “Spring” zum Thema “Verbrechen”. Das Kollektiv von Zeichnerinnen aus Berlin und Hamburg feiert das Erscheinen am 10. Juli ab 20 Uhr im Hamburger Hinterconti und Vorwerkstift, Marktstrasse 40a und lädt dazu herzlich ein.

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Entstanden sind zwölf kriminelle Bildgeschichten und Comicerzählungen – messerscharf und eiskalt, alptraumhaft und ganz alltäglich, lyrisch, clownesk und höllisch gemein. Diesmal mit dabei: Larissa Bertonasco (Cover), Stephanie Wunderlich, Almuth Ertl, Maria Luisa Witte, Marijpol, Judith Mall, claire Lenkova & Jan-Frederik Bandel, Nora Krug, Margarete Lindau, Barbara Yelin und Susann S. Reck, Carolin Löbbert, Nina Pagalies und Katrin Stangl.

Wie in der Hamburger Anthologie “Orang” erfolgreich erprobt, finden sich diesmal auch in “Spring” englische Ăśbersetzungen der verschiedenen Geschichten (im Anhang). Die neueste Ausgabe von “Spring” ist – wie die ersten fĂĽnf Ausgaben der Reihe – fĂĽr den Buch- und Comchandel ĂĽber den Medien Service Wuppertal zu beziehen.

Spring 6 – Verbrechen, ISBN 978-3-9813037-3-5, 168 Seiten, Softcover, s/w, 14 EUR
www.spring-art.info

Hinterconti, Markstr. 40a, D-20357 Hamburg
www.hinterconti.de
Öffnungszeiten: Sa+So 14–22 Uhr

“M – Eine Stadt sucht einen Mörder” – neue Graphic Novel bei Cross Cult

Freitag, den 26. Juni 2009

cover_m_muthAb sofort ist die auf Fritz Langs Film gleichen Namens basierende Graphic Novel “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” von Jon J. Muth bei Cross Cult erhältlich. Nach einer unvollständigen Veröffentlichung in den Neunzigerjahren liegt das Buch damit erstmals vollständig in einer deutschsprachigen Fassung vor. Auf der Website zum Buch ist eine mehrseite Leseprobe online einsehbar.

Fritz Langs erster Tonfilm aus dem Jahre 1931, M – Eine Stadt sucht einen Mörder, gilt als Meilenstein des expressionistischen Kinos und als eines der bedeutendsten Werke des deutschen Films. Peter Lorres Darstellung des wahnsinnigen Kindermörders, der eine deutsche Großstadt in den 20er Jahren in Aufruhr versetzt und nach einer erfolglosen Treibjagd durch die Polizei von den versammelten Kräften der Unterwelt-Kartelle zur Strecke gebracht wird, ist eine der packendsten schauspielerischen Leistungen des jungen deutschen Kinos.

muth_m_bsp2Der US-amerikanische Comic-Künstler und Illustrator Jon J. Muth („Sandman: Das Erwachen“) hat aus der kinematografischen Vorlage eine gleichermaßen betörend schöne und verstörende Graphic Novel gemacht. Die kollektive Paranoia, den beseelten Ton, der sich als Quasi-Protagonist in Form von Abzählreimen, der emblematischen Melodie, die der Mörder auf der Suche nach neuen Opfern summt, des verängstigte Geschnatters der besorgten Bürger und der wütenden Kakophonie der Stimmen der Unterwelt-Häscher manifestiert, die Darstellung einer denunziatorischen, verschreckten Gesellschaft am Vorabend der Machtübernahme der Faschisten und die kühl distanzierte Inszenierung im Stil der „Neuen Sachlichkeit“– das alles überträgt Muth in seinem grafischen Stil aus verblasst verfremdeten Fotorealismus in das Medium Comic und erweitert den filmischen Stoff um neue bildliche und narrative Tiefen.

muth_m_bsp3Ein Graphic Novel-Meisterwerk, das zum ersten Mal vollständig und in edler Hardcover-Aufmachung auf Deutsch erhältlich ist.

Mit einem exklusiven, für diese Ausgabe entstandenen Vorwort des Filmkritikers Georg Seeßlen und zusätzlichen redaktionellen Seiten.

M – Eine Stadt sucht einen Mörder, ISBN 978-3-941248-20-5, vierfarbig, 192 Seiten, Hardcover, 25 EUR, erschienen bei Cross Cult

“Welt von gestern”

Freitag, den 26. Juni 2009

titel319Bereits am Dienstag erschien in der “SĂĽddeutschen Zeitung” eine Besprechung Fritz Göttlers von Jean-Michel Beuriots und Philippe Richelles “Unter dem Hakenkreuz 1: Der letzte FrĂĽhling” (Schreiber & Leser). Diese ist nun auch online nachlesbar.

Welt von gestern

Man liest Amok in diesen Tagen. „Amok” von Stefan Zweig, Novellen der Leidenschaft. Ich kenne fast alles von Zweig, sagt der junge Mann, als er das Bändchen „Amok” in der Hand der jungen Frau sieht, und er will ihr ein paar andere Zweig-Bücher leihen. Er hat sie im Park angesprochen, das Mädchen aus dem Haus gegenüber. Martin und Katharina, es ist womöglich der Beginn einer Freundschaft, einer Liebe. Es ist das Jahr 1932. In Martins Bücherschrank stehen außerdem „Das Gesicht Christi” und „Meister Timpe” von Max Kretzer, Heines „Reisebilder”, aber auch „In Stahlgewittern”. mehr

“Kriege, Kulturen, Katharsis”

Donnerstag, den 25. Juni 2009

FĂĽr das Online-Magazin “The Title” bespricht Hans Keller gleich drei Graphic Novels: “Der Fotograf” von Didier Lefèvre, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier, “Affentheater” von Florent Ruppert und JĂ©rĂ´me Mulot (beide Edition Moderne) und Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag).

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Kriege, Kulturen, Katharsis

Kriegsschauplätze im gebirgigen Afghanistan der 1980er-Jahre, verrückte Genre-Bilder aus dem jüdischen New York um 1830 und ebenso verrückt-exzessive, von unserer Gegenwart angeregte Phantasien: drei Neuerscheinungen demonstrieren die gekonnte Bild/Text-Umsetzung von Kriegsthematik und Gesellschaftlichem durch versierte Comicschöpfer. mehr

“Sonnenfinsternis” von Fane und Jim

Mittwoch, den 24. Juni 2009

cover_sonnenfinsternisMit “Sonnenfinsternis” von Fane und Jim hat der auf frankobelgische Alben spezialisierte Splitter Verlag eine Graphic Novel im Programm, die ab sofort erhältlich ist.

Einige Tage vor einer großen Sonnenfinsternis verlässt eine Clique von Freunden Paris, um das Ereignis gemeinsam in einem Wochenendhaus auf dem Land zu erleben. Drei Frauen und drei Männer um die dreißig, die sich seit einer Ewigkeit kennen und einiges an Lebenserfahrung auf dem Buckel haben, die aber nach wie vor ihren Träumen und Wünschen nachhängen. In der Einsamkeit und Stille des Landlebens prallen die unterschiedlichen Charaktere aufeinander und es kommt zum Eklat.


Eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele, amüsant, einfühlsam und mit viel Witz von Fane und Jim (alias Téhy) erzählt und illustriert.

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Sonnenfinsternis, ISBN 978-3-86869-019-4, 288 Seiten, schwarzweiĂź, Hardcover, 24,80 EUR, erschienen bei Splitter

“Die LĂĽge lebt”

Mittwoch, den 24. Juni 2009

eisner_komplott_cvrDer Berliner Comicshopinhaber Micha WieĂźler (Modern Graphics) empfiehlt auf tagesspiegel.de einen Blick in Will Eisners Spätwerk “Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion” (DVA):

Die LĂĽge lebt

In KĂĽrze werden in seinem Namen wieder die besten Comics Nordamerikas gekĂĽrt. Micha WieĂźler hat sich Will Eisners letztes Buch noch einmal angeschaut

Will Eisner ist einer der groĂźen Pioniere des Comics. Schon 1940 erschien sein “Spirit” regelmäßig als achtseitige Comicbeilage in Sonntagszeitungen und wird noch  heute zu Recht als eine der besten Comicserien aller Zeiten angesehen. Eisner entwickelte darin innovative Erzählstrukturen, nutzte filmische Mittel in der Panelaufteilung und den Perspektiven und bewahrte dabei eine gehörige Portion Humor und Ironie dem Genre gegenĂĽber. mehr

“Hector Umbra”-Sonderausgabe

Mittwoch, den 24. Juni 2009

Bereits zuvor wurde an dieser Stelle auf die limitierte Sonderausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra” hingewiesen, die im Dezember in der Wuppertaler Edition 52 veröffentlicht wird. Inzwischen ist auch das Motiv des signierten und nummerierten Drucks bekannt worden, das an dieser Stelle nicht verheimlicht werden soll.

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“Ein Sound gegrillter Heuschrecken”

Montag, den 22. Juni 2009

9783941099012In der heutigen Ausgabe der “Welt” bespricht Brigitte PreiĂźler Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt) und stellt es in den Kontext weiterer Reportagecomics.

Ein Sound gegrillter Heuschrecken

Der Comiczeichner Guy Delisle schildert den Alltag in Birmas Militärdiktatur

Diesmal hat er sein Baby dabei: Als wäre es das Normalste von der Welt, mit einem Säugling in eine der brutalsten Militärdiktaturen der Welt zu reisen, schiebt der Kanadier Guy Delisle in seiner autobiografischen Reisereportage “Aufzeichnungen aus Birma” Sohn Louis im Kinderwagen durch die einstige Hauptstadt Rangun.

Es ist der dritte Teil seiner SĂĽdostasien-Trilogie: Doch anders als in seinen Comics ĂĽber China und Nordkorea (“Pjöngjang”, “Shenzhen”) ist Delisle nun nicht in eigener beruflicher Mission unterwegs. Er begleitet seine Frau Nadège, die bei der französischen Sektion der “Ă„rzte ohne Grenzen” in Birma arbeitet, und kĂĽmmert sich dort 14 Monate lang um das gemeinsame Kind. mehr

Edition Moderne: Neuer Vertrieb fĂĽr den Buchhandel Deutschland

Montag, den 22. Juni 2009

Neben dem MSW Medien Service, der nach wie vor den Comicfachhandel beliefert, liefert der ZĂĽrcher Verlag Edition Moderne ab Anfang Juli 2009 an Buchhandel und Barsortimente ĂĽber die Leipziger Verlagsauslieferung LKG aus.

LKG

Die Ansprechpartnerin für den Handel in allen Fragen die Edition Moderne betreffend ist Brunhild Knipfer. Zu den mehr als hundert Verlagen, die LKG im Vertrieb hat, gehören unter anderem Eichborn, Antje Kunstmann, Die Gestalten und der Verbrecher Verlag. Mit Editon Moderne und Reprodukt lassen nun zwei Comicverlage über die LKG an den Buchhandel ausliefern.

AUSLIEFERUNG BUCHHANDEL DEUTSCHLAND:
LKG – Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH
An der SĂĽdspitze 1-12
D-04579 Espenhain

Ansprechpartner LKG:
Brunhild Knipfer
Tel. (034206) 65 224
Fax (034206) 65 1733
email: bkniper@lkg-service.de, www.lkg-va.de

Nicole Grabert, Judith Heckel und Christiane Krause, Verlagsvertreterinnen fĂĽr Edition Moderne und Reprodukt, sind bereits seit Anfang Juni auf Reisen. Terminabsprachen werden auf Anfrage gerne entgegengenommen!

Verlagsvertretungen Grabert | Heckel | Krause
c/o G. V. V
Groner Str. 20
D-37073 Göttingen
Tel. (0551) 797 73 90
Fax (0551) 797 73 91
e-mail: g.v.v@t-online.de

“Klezmer 2: Alles Gute zum Geburtstag, Scylla” – Leseprobe online

Montag, den 22. Juni 2009

In KĂĽrze erscheint der zweite Teil von Joann Sfars “Klezmer” (avant-verlag), nach dem erfolgreichen “Die Katze des Rabbiners” einer weiteren Comicgeschichte, in der sich der französische Autor mit Themen jĂĽdischen Lebens und jĂĽdischer Geschichte auseinandersetzt.

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Die unterschiedlichen Mitglieder der Klezmergruppe hatten sich im ersten Band gefunden und gemeinsam Odessa erreicht. Nach einem Konzert werden die Musiker in zur Geburtstagsfeier einer alten Dame gebeten. Das Fest dauert die ganze Nacht und bietet Sfar Gelegenheit, seine Protagonisten erzählen zu lassen: Wir hören Geschichten von Rabbinern, Wölfen, Kosaken und Pogromen.

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Eine siebenseitige Leseprobe des Bandes lässt sich nun als PDF hier herunter laden (1,8 MB).

Klezmer Bd. 2: Alles Gute zum Geburtstag, Scylla, ISBN 978-3-939080-28-2, 128 Seiten, Softcover, vierfarbig, 17,95 EUR, erscheint im avant-verlag

“Das Ende der Welt” von Pierre Wazem und Tom Tirabosco erschienen, Leseprobe online

Sonntag, den 21. Juni 2009

tirabosco_wazem_ende_welt_cover_kleinPassend zum Comicfestival in MĂĽnchen ist Pierre Wazems und Tom TIraboscos “Das Ende der Welt” (avant-verlag) erschienen.

Immer weiter steigen die Wassermassen an. Es regnet Frösche, die Welse verlassen den Fluss, das Ende der Welt scheint zum Greifen nah. In der Antike und im Mittelalter sprach man von Finis Terrae, mystischen Regionen, an denen man den Übergang zur Unterwelt vermutete.

In Wazem und Tiraboscos Comic ist es ein verlassenes Haus, das einen solchen mystischen Ort markiert. Die Schwere der Sintflut ist auf den Seiten förmlich spürbar. Mit dicken Kreidestrichen und einer durchgängigen monochromen Gestaltung in blauen und schwarzen Farbtönen wird hier eine sehr persönliche Geschichte über das Ende der Welt erzählt. Doch bei aller Melancholie und Düsternis dieses wunderschön gezeichneten Comics, am Schluss siegt die Poesie des Lebens über das Dämonische des Todes.

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Wazem und Tiraboscos “Das Ende der Welt” besticht durch seine subtile Mischung aus Traum und Realität. Eine märchenhafte Erzählung fĂĽr alle, die ein Faible fĂĽr ĂĽbersinnlich begabte Katzen haben und malerisch anspruchsvolle Comics schätzen.
Ausgezeichnet mit dem “Prix Ĺ“cumĂ©nique” 2009 und dem Preis der Stadt Genf.

ende_welt_bsp2Eine elfseitige Leseprobe zum Band lässt sich hier im PDF-Format herunterladen (3,5 MB).

Das Ende der Welt, ISBN 978-3-939080-39-8, 120 Seiten, zweifarbig, Softcover, 17,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Von Krisen gezeichnet”

Donnerstag, den 18. Juni 2009

Der Fotograf 39783941099012

Markus Köbnik befasst sich im “ZĂĽndfunk” des Bayerischen Rundfunks mit den autobiografischen Comicbänden von Didier LefĂ©vre, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier (“Der Fotograf”, Edition Moderne) und Guy Delisle (“Aufzeichnungen aus Birma”, Reprodukt).

Von Krisen gezeichnet

Wenn heute in den Nachrichten über die Lage in Krisenregionen berichtet wird, dann prägen sich beim Zuschauer schnell eindimensionale Vorstellungen zu den jeweiligen Ländern ein. Neue Reportagecomics versuchen den starren Blick aufzubrechen.

“Wir haben uns alle Burkas gekauft, diese langen afghanischen Frauengewänder, die Kopf und Körper vollständig verhĂĽllen. Sie werden uns helfen die Grenze zu erreichen, ohne Aufsehen zu erregen. Juliette und die Krankenschwestern posieren fĂĽr mich in der Burka”

Didier Lefèvre macht noch schnell ein paar SchnappschĂĽsse, bevor er mit seinem Team die Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan ĂĽberquert. Lefèvre ist Fotoreporter und begleitet 1986 eine Gruppe der Hilfsorganisation “Ă„rzte ohne Grenzen” bei einer Mission. Ein langer FuĂźmarsch durch die afghanischen Berge bringt sie zu Kriegsopfern mit zerfetztem Unterkiefer oder zu einem kleinen Mädchen, das wegen eines winzigen Munitionssplitter gelähmt bleibt. mehr

“Staatsstreich in Persepolis”

Mittwoch, den 17. Juni 2009

foto marjane satrapiEine der prominentesten ProtestlerInnen, die sich gegen die angeblich gefälschte Wahl im Iran wenden, ist Comicautorin Marjane Satrapi (“Persepolis”, Edition Moderne”). Wie unter anderem Lars von Törne fĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” berichtet, wendet sich Marjane Satrapi mit von der Wahlleitung unterschlagenen Dokumenten an die Ă–ffentlichkeit, die ein Wählervotum gegen den amtierenden Präsidenten Ahmadinedschad belegen sollen.

Staatsstreich in „Persepolis“

Die iranischstämmige Comicautorin Marjane Satrapi macht Präsident Ahmadinedschad schwere Vorwürfe und bezeichnet das Wahlergebnis als Fälschung.

Die wohl bekannteste Comicautorin der westlichen Welt sowie ein prominenter iranischer Filmemacher haben die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Wiederwahl Mahmud Ahmadinedschads nicht anzuerkennen. Dem Präsidenten des Iran warfen sie einen Staatsstreich vor, wie unter anderem die Website „Euronews“ meldet. mehr

Ein weiterer Bericht inklusive O-Tönen von Marjane Satrapi und ihrem Mitstreiter, dem Filmemacher Mohsen Makhmalbaf, findet sich hier.

avant-verlag: Vorschau online

Mittwoch, den 17. Juni 2009

avant_vorschau_coverNun ist auch die Jahresvorschau des avant-verlages online. Auf das Programm war an anderer Stelle bereits hingewiesen worden, besondere Beachtung verdient ein Titel, auf den an dieser Stelle noch nicht nennenswert hingewiesen wurde: Mit Simon Schwartz “drĂĽben!” erscheint eine autobiografische Geschichte ĂĽber die Flucht seiner Eltern aus der DDR der 1980er Jahre. Das Buch erscheint zum Jubiläum des Mauerfalls im Oktober. Auch das erstmals auf dem Comicfestival MĂĽnchen erhältliche “Das Ende der Welt” von Pierre Wazem und Tom Tirabosco wird hier in KĂĽrze noch ausfĂĽhrlicher präsentiert.

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Die Verlagsvorschau kann als PDF hier heruntergeladen werden (2,5 MB).

“Die Leidenschaft des Jägers”

Dienstag, den 16. Juni 2009

wim3Jens Meinrenken bespricht fĂĽr tagesspiegel.de Seths “Wimbledon Green” (Edition 52):

Die Leidenschaft des Jägers

Melancholie in Herbstfarben: Seths fiktive Biographie des Comic-Sammlers “Wimbledon Green”, ist eine Fundgrube kleiner Kostbarkeiten

“Denn alles Fleisch, es ist wie Gras”, tönt es mit äuĂźerster Bestimmtheit in Brahms’ berĂĽhmten Requiem. Der Schmerz ĂĽber das Vergängliche allen Daseins, der sich in der Musik und den biblischen Worten ausdrĂĽckt, ist einer seltsamen menschlichen Spezies wohlbekannt, nämlich die der Sammler. Mit einer nie enden wollenden Leidenschaft versuchen sie, die kuriosesten Dinge der Vergessenheit und dem Zerfall zu entreiĂźen, und wissen doch um ihr tägliches Scheitern. mehr

Preise fĂĽr Graphic Novels auf dem Comicfestival MĂĽnchen vergeben

Dienstag, den 16. Juni 2009

Cover Tomine Halbe WahrheitenAm vergangenen Wochenende wurden auf dem Comicfestival MĂĽnchen gleich zwei Preise in jeweils mehreren Kategorien vergeben. Den Anfang machte am Donnerstag der Publikumspreis “Peng! – Der MĂĽnchner Comic Preis”, am Samstag folgte die Verleihung des “ICOM Independent Comic Preis”, der von einer Jury bestimmt wurde.

Der MĂĽnchner Comic-Preis “Peng!” wurde nach einer Vorauswahl durch eine MĂĽnchner Jury mittels einer Internet-Abstimmung ermittelt, bei der vor allem die Mitglieder des Comicforums und des Animexx-Forums zur Stimmabgabe aufgerufen wurden. Besonders Comics, Zeichner oder Verlage mit einem guten und vielbesuchten Auftritt im Internet hatten daher natĂĽrlich auch gute Chancen, einen Preis zu gewinnen.

Adrian Tomines “Halbe Wahrheiten” (Reprodukt) wurde in der Kategorie “Bester US-Comic” ausgezeichnet. Weitere Preise gingen an Flix fĂĽr “Der Swimmingpool des kleinen Mannes” (Carlsen) als “Bester deutscher Comic” und an Scott McCloud fĂĽr “Comics machen” (Carlsen) in der Kategorie “Beste Sekundärliteratur”. Eine Liste aller Preisträger findet sich hier.

cover_scheel_schuesse_philadelphiaDie Jury des ICOM Independent Comic Preises bestand in diesem Jahr aus Nicole Klementz (Autorin, Marl), Klaus Schikowski (Comic-Publizist, Köln), Beatrix von Velsen (Zeichnerin und Dozentin, Köln) und Richard Eckardt (Veranstalter, Stuttgart). Die Preise wurden in sieben Kategorien vergeben und auch hier waren einige Graphic Novels unter den Gewinnern, darunter die bei Kleinverlagen erschienenen “Tara oder der Marterpfahl, der Leben heisst” von Spong (Katzenjammer Verlag) und “Der Schicksalsgnom” von Robert MĂĽhlich und Bastian Baier (Zwerchfell Verlag).

Die Hauptauszeichnung als “Bester Independent Comic” ging an Ullrich Scheel fĂĽr “Die sechs SchĂĽsse von Philadelphia” (avant-verlag). Eine Liste aller prämierten BĂĽcher und Autoren mit der jeweiligen Laudatio findet sich hier.

“Der gĂĽnstige Augenblick”

Dienstag, den 16. Juni 2009

cover_spazierendemannFĂĽr die SĂĽddeutsche Zeitung besprach Thomas von Steinaecker am 12. Juni Jiro Taniguchis “Der spazierende Mann” (Carlsen). Die Rezension lässt sich nun auch online lesen:

Der gĂĽnstige Augenblick

Künstler lieben das Drama. Nichts lässt sich einfacher und zugleich effektvoller beschreiben als Katastrophen und traurige Begebenheiten, an denen in der Weltgeschichte leider Gottes kein Mangel herrscht. Umgekehrt ist nichts schwieriger als die Darstellung dessen, was das Leben der meisten Menschen tatsächlich ausmacht: der Alltag, und hier insbesondere die kleinen, stillen Momente des Glücks. Auf dem Papier oder Bildern wirken diese Szenen des Kairos, des günstigen Augenblicks, schnell banal und kitschig, so dass sich kaum einer an sie heranwagen möchte. mehr