Graphic Novels
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Monatsarchiv für Juli 2009

Neue Rezensionen – Juli 2009 (1)

Donnerstag, den 30. Juli 2009

In den vergangenen Tagen gab es wieder eine erfreuliche Menge an Besprechungen von Graphic Novels, bzw. Features ĂĽber Comics, die hier kurz aufgefĂĽhrt werden sollen.

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FĂĽr das Internet-Kulturmagazin “The Title” schreibt Autor Hans Keller in einer reich bebilderten Strecke ĂĽber die kanadische Comicszene und insbesondere den in Toronto lebenden Comicautor Seth (“Wimbledon Green”, Edition 52). Wenn dem einen oder anderen Leser der Text bekannt vorkommt, hat das einen guten Grund: Der Artikel wurde ursprĂĽnglich im Dezember 2000 in “Strapazin” 61, Themenheft “Voisinages Canadiens/Canadian Neighborhood”, abgedruckt.

Im Comicbereich auf tagesspiegel.de empfiehlt Comichändler Frank Wochatz Pierre Wazems und Tom Tiraboscos “Das Ende der Welt” (avant-verlag). An gleicher Stelle bespricht Lars von Törne “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen” von Jean Regnaud und Émile Bravo (Carlsen Verlag).

Und Georg Patzer schreibt auf literaturkritik.de ĂĽber “Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas und Edmond Baudoin (Aufbau Verlag).

“Den Rahmen sprengen” – Reprodukt beim Poetenfest Erlangen

Mittwoch, den 29. Juli 2009

Reprodukt ist zu Gast bei einem der schönsten Literaturfestivals in Deutschland: Am Samstag, dem 29. August ab 22 Uhr stellt der Verlag beim Erlanger Poetenfest mit Lesung, Vortrag, Film und Party einige Facetten des vielseitigen Programms vor.

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W. Kaninchen, einer der Protagonisten aus Jan-Frederik Bandels und Sascha Hommers Comic-Strip “Im Museum”, liest aus seinen Memoiren. Der schwedische Zeichner Max Andersson beantwortet mit seinem Vortrag “Wie kranke Ideen entstehen” eine Frage, die ihm offenbar häufiger gestellt wird, und es gibt den romantisch-melancholischen Film “Le Parc” von Nicolas Mahler zu sehen. AnschlieĂźend legt der Berliner Zeichner und DJ CX Huth gute Musik fĂĽr eine entspannte Party auf.

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Mitwirkende sind Max Andersson, Jan-Frederik Bandel, Sascha Hommer, CX Huth und W. Kaninchen.

Poetenfest Erlangen – Glockenlichtspiele, Hauptstraße 46, D-91054 Erlangen
Tel. (09131 ) 86 1408, Fax (09131) 86 1411
email: info@poetenfest-erlangen.de, www.poetenfest-erlangen.de

“Faust” – Neuer Strip von Flix täglich in der “FAZ”

Mittwoch, den 29. Juli 2009

Seit diesem Montag gibt es mit “Faust” einen neuen täglichen Comicstrip in der “Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Gestaltet wird er von Comiczeichner Flix (“Held”, Carlsen), der damit Ulf K. ablöst.

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Der zweiunddreiĂźigjährige Berliner Comiczeichner Flix hat Goethes Drama in die Gegenwart ĂĽberfĂĽhrt: Faust arbeitet als Taxifahrer in der deutschen Hauptstadt und hat es aus ganz anderen GrĂĽnden schwerer als sein BĂĽhnenvorbild – wobei man das Klischee vom gescheiterten Studenten, der sich nun durch Fahrgastbeförderung ĂĽber Wasser hält, gerne heranziehen kann, um eine der dann doch sehr zahlreichen Verbindungen zum am Wissen verzweifelten Gelehrten aus Goethes Feder zu finden.

Weitere Informationen und den ersten Strip findet man hier, auch die weiteren Strips werden online zu lesen sein. Unter dem Titel “Quadernase fĂĽr Faust” hat Andreas Platthaus Autor und Strip am 28. Juli im Feuilleton der “FAZ” vorgestellt.

Abbildung © FAZ | Flix

Keine neuen Graphic Novels bei Literaturverlagen angekĂĽndigt

Dienstag, den 28. Juli 2009

zs_1Manchmal ist keine Nachricht auch eine Nachricht: Nachdem sich in den vergangenen zwei Jahren eine ganze Reihe von Literaturverlagen an der Publikation von Graphic Novels versucht haben, verrät ein Blick in die Vorschauen von S. Fischer Verlage (“Die komplette Maus”, Art Spiegelman), Aufbau Verlag (“Das Zeichen des Widders”, Fred Vargas & Edmond Baudoin), Kiepenheuer & Witsch (“Fun Home”, Alison Bechdel), Atrium Verlag (“Waltz with Bashir”, Ari Folman und David Polonsky)  und Ravensburger Verlag (“Die Welle”, Morton Rhue & Stefanie Kampmann), dass zumindest bis weit ins Jahr 2010 hinein keine neuen Titel zu erwarten sind.

Warum damit das Feld der Graphic Novels wieder den “Fachverlagen” ĂĽberlassen wird, ist nicht klar – ob zum Beispiel die angekĂĽndigten 50.000 Exemplare der Startauflage von “Fun Home” zu optimistisch geplant waren, können wir nur mutmaĂźen.

zs_2Wie an dieser Stelle immer wieder gezeigt wird, mĂĽssen sich interessierte LeserInnen jedoch um Graphic-Novel-Nachschub keine Sorgen machen: Verlage wie Edition Moderne, avant-verlag, Edition 52, Reprodukt und noch einige andere mehr sorgen fĂĽr stete Veröffentlichungen deutscher und internationaler Titel. Wie die Resonanz der Fachmedien “Buchreport”, “Buchmarkt” und “Börsenblatt” auf die AnkĂĽndigung eines gemeinsam, verlagsĂĽbergreifend produzierten Stickers zur Kenntlichmachung von Graphic Novels zeigt, ist das Interesse des Handels an dieser Art von Comics weiterhin groĂź.

zs_3Die Abbildungen stammen vom Cover des von Zadie Smith herausgegebenen Sammelbandes “Das Buch der Anderen” (Kiepenheuer & Witsch, erscheint am 23. November). Gezeichnet wurden sie von Charles Burns (“Black Hole”, Reprodukt) – zumindest ein international renommierter Comiczeichner ist also mit einer Illustration fĂĽr ein Titelbild auch bei den Belletristik-Verlagen präsent.

Abbildungen © Charles Burns / Kiepenheuer & Witsch

“Mineralwasser aus dem See”

Montag, den 27. Juli 2009

cover-jude-von-new-york-neu2-287x300Am Freitag besprach Christian Gasser in der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag):

Mineralwasser aus dem See

In «Der Jude von New York» schildert Ben Katchor die Suche nach einer jüdischen Identität in der neuen Welt um 1830. Sein Comic-Roman ist allerdings kein Geschichtsbuch, sondern ein irrwitziges Kaleidoskop von kuriosen Charakteren und abstrusen Utopien.

1825 in New York: Der Politiker und Amateur-Theatermann Mordechai Noah will, angeregt von der Überzeugung, die Indianer seien einer der verloren gegangenen zehn Stämme Israels, auf einer Insel im Hudson einen sozialistischen jüdischen Staat nach indianischem Vorbild gründen. Eine Kampagne gegen die Masturbation warnt junge Männer vor den zersetzenden Nebenwirkungen ihrer einsamen Genüsse, während in den Wäldern um New York luftanbetende Aussteiger ihrem Glauben halbnackt in Häusern ohne Wände frönen. mehr

Der Chronist des GroĂźen Krieges

Freitag, den 24. Juli 2009

tardi_1914-1916In der “Berliner Zeitung” weist Gerhard Midding auf die Ausstellung im ”Historial de la Grande Guerre” im Schloss von Peronne, Frankreich, hin, in der die Auseinandersetzung  des französischen Autors Jacques Tardi mit dem Ersten Weltkrieg gewĂĽrdigt wird:

Der Chronist des GroĂźen Krieges

Dem französischen Zeichner Jacques Tardi ist am Schauplatz seiner Comics eine Ausstellung gewidmet

Von Dschingis Khan ist ĂĽberliefert, dass er die Mohnblume entdeckt und verbreitet hat. Anfangs waren ihre BlĂĽten noch weiĂź, aber nach einer Schlacht färbten sie sich blutrot. Wer durch die weite, flache Landschaft der nordfranzösische Picardie fährt, erfreut sich gern am Anblick der blĂĽhenden Mohnfelder. Aber dann fallen ihm die zahlreichen Soldatenfriedhöfe mit ihren ordentlich, fast schmuck aufgereihten weiĂźen Kreuzen auf. Hier tobten während des Ersten Weltkriegs einige der erbittertsten und verlustreichsten Gefechte der Westfront, namentlich die Schlacht an der Somme im Herbst 1916… “ mehr

In der Edition Moderne liegen zum Thema bereits Jacques Tardis “Soldat Varlot” und “Grabenkrieg” vor. Der erste Teil des auf zwei Bände angelegten Kriegsportraits “Elender Krieg”, das in Zusammenarbeit mit Autor Jacques Verney entstand, erscheint im Oktober 2009.

Elender Krieg 1914 – 1915 – 1916, ISBN 978-3-03731-043-4, 112 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, 14,80 EUR, erscheint im Oktober 2009 in der Edition Moderne

“Längen und KĂĽrzen” von Nicolas Mahler erschienen

Donnerstag, den 23. Juli 2009

mahler_langenundkurzen_3d_rgbEs ist keine Graphic Novel im eigentlichen Sinn, aber weil der Wiener Autor Nicolas Mahler (“Kunsttheorie versus Frau Goldgruber”, Reprodukt) auch in seinem gerade bei der österreichischen Edition Luftschacht erschienenen “Längen und KĂĽrzen” Comics integriert, soll sein neues Werk auch hier kurz vorgestellt werden.

Vieles ist schon geschrieben worden über den Literaturbetrieb – nun nimmt sich endlich auch Nicolas Mahler dieses seltsamen Getriebes an. In bewährt pointierter Art präsentiert er sich ebenso geistreich wie formal vielseitig: Briefe, Postkarten, Faxe und sogar ein Roman sind ihm literarische Mittel, um über die Eigenbefindlichkeiten von Autoren, deren Gedanken mehr um das Erscheinungsbild ihrer Texte kreisen als um deren Inhalt, zu räsonieren. Er berichtet von der Mühsal des kreativen Schaffungsprozesses, dem Hin-und-Hergerissen-Sein zwischen Marktanpassung und Selbstverwirklichung, von eigentümlichen Verlegergesprächen und langweiligen Schriftstellerpartys und entlarvt nach und nach all die schönen Nichtigkeiten, um welche die literarische Welt so gerne kreist. Ein paar „grässliche“ Gedichte liefert Mahler noch dazu (und einiges an Zeichnungen), dann hängt sich das absurde Geschehen endgültig am nächsten Lesebändchen auf.

Eine Leseprobe lässt sich hier als PDF herunterladen.

Längen und Kürzen, ISBN 978-3-902373-47-2, 128 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, erschienen bei Edition Luftschacht

Comics machen

Mittwoch, den 22. Juli 2009

Auf dem Blog des Berliner Verlages Reprodukt werden einzelne Schritte der Verlagsarbeit vorgestellt. Der erste Beitrag gilt der Herstellung des Letterings zum Album “Monsieur Jean” 1, geschrieben und gezeichnet von dem französischen Autorenduo Dupuy-Berberian.

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In Zukunft sollen an der gleichen Stelle andere Arbeitsschritte bei der Produktion eines Comics und auch andere Bereiche der Verlagsarbeit vorgestellt werden – von der Übersetzung und Redaktion bis zur Herstellung und zum Vertrieb. Was für dieses frankobelgische Album gilt, gilt genauso auch für jede Graphic Novel. Zum Beitrag geht es direkt unter diesem Link.

Jon J Muths “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” in der Presse

Mittwoch, den 22. Juli 2009

cover_m_muthSeit seinem Erscheinen vor einigen Wochen wurde Jon J Muths Krimicomic “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult) in verschiedenen Medien besprochen, vom Internet ĂĽber Tageszeitungen und Radio bis hin zum Fernsehen. Hier ist eine Auswahl:

FĂĽr das Online-Feuilleton titel-magazin.de wirft Thomas Wörtche einen Blick in das Buch. In der Sendung “kulturzeit” auf 3sat wurde der Band ebenfalls vorgestellt. Im WDR-Jugendsender “eins live” besprach Bastian Biet “M – Eine Stadt sucht einen Mörder”. FĂĽr den “Stern” betreibt Gerd Blank seit einer Weile einen Comicblog, auf dem er sich unter dem Titel “Der Mörder ist zurĂĽck” auch mit Jon J Muths Buch befasst hat.

Und schlieĂźlich bespricht Andreas Conrad den Band in der heutigen Ausgabe des  “Tagessspiegel”:

M wie Mörder

Eine Stadt sucht wieder einen Mörder: Fritz Langs Filmklassiker kehrt zurück – als Comic des US-Künstlers Jon Muth.

Manche Filmbilder vergisst man nie. Unmittelbar brennen sie sich in der Erinnerung fest, der individuellen wie der kollektiven, erreichen bald, wieder und wieder reproduziert, ikonografischen Rang. Die Schlüsselszene von Fritz Langs „M – eine Stadt sucht einen Mörder“, die dem Film seinen Namen gab, enthält solch ein Bild: Der von Peter Lorre gespielte Mädchenmörder, gehetzt von der Polizei und den „Ringvereinen“ der Unterwelt, erkennt plötzlich, dass er in der Falle sitzt. mehr

Graphic Novel (Begriffsdebatte ĂĽberraschend beendet)

Montag, den 20. Juli 2009

In der Rubrik “Welt am Draht” auf www.comicgate.de hat Autor Marc-Oliver Frisch mit einem Kommentar auf unsere AnkĂĽndigung reagiert, ausgewählte Titeln mit “Graphic-Novel“-Stickern zu etikettieren. Hier eine kurze Erwiderung aus der täglichen Praxis:

Graphic Novel Sticker“Graphic Novel” ist fĂĽr uns keine Qualitätsbezeichnung, genauso wenig wie wir “Comic” oder “Roman” als Qualitätsbezeichnungen erachten. Eine Gattungsbezeichnung verstehen wir nicht als GĂĽtesiegel. Genau wie in der Literatur oder im Film werden auch im Comic mehr als 90 Prozent Schrott produziert – und das schlieĂźt Graphic Novels ausdrĂĽcklich mit ein.

Im Umgang mit dem Publikum haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele Interessenten “Comic” gleichbedeutend mit “komisch” und/oder “fĂĽr Kinder und Jugendliche” empfinden. Das ist bei der Bezeichnung “Graphic Novel” nicht der Fall – und “Graphic Novel” ist mittlerweile vielen ĂĽber die Vermittlung in den Medien zu einem Begriff geworden.

In der Praxis haben wir auf vielen Veranstaltungen – wie zum Beispiel auf Weihnachtsbasaren, Konzerten, Modemessen etc. – Austausch mit potenziellen Lesern, die mit Comics fĂĽr ein erwachsenes Publikum nicht vertraut sind. Anders als auf Comic-Festivals, wo man erwarten kann, auf Kenner der Materie zu treffen, muss man auf anderen Verkaufsveranstaltungen erklären, um was es sich bei dem Produkt handelt, das der Interessent in der Hand hält. Oft genug ist die erste Reaktion auf unsere BĂĽcher “Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt.“ oder “Wo gibt es das zu kaufen?“. Der Begriff “Graphic Novel” hat sich in diesen Gesprächen als erfolgreiches Instrument erwiesen, um zu vermitteln, dass man zwischen Comics und Comics differenzieren muss.

Unser Ansatz ist es, Comics unters Volk zu bringen und möglichst viele neue Leser zu begeistern – und wenn manche Comics dafür Graphic Novels heißen müssen, dann soll es daran nicht scheitern.

Und die begriffstheoretische Debatte ist doch ganz offensichtlich in vollem Gange, von einem lächerlichen Sticker kann die nicht aufgehalten werden.

– Dirk Rehm, Reprodukt

“Comickabinett” – Neue Radiosendung zum Thema Comics

Montag, den 20. Juli 2009

comickabinett_logoSeit diesem Monat gibt es eine Radiosendung speziell zum Thema Comic. Im nichtkommerziellen Hamburger Radiosender FSK werden in der Sendung “Comickabinett” ab sofort sechs Mal im Jahr verschiedene Aspekte der Comicwelt diskutiert und neue Publikationen vorgestellt. Die erste Sendung vom 5. Juli befasste sich gleich mit dem Thema “Graphic Novels”:

Länger geistert der Begriff der Graphic Novel durch die Feuilletons, mit dem die schmuddeligen Hefte fĂĽr Analphabeten endlich aufgewertet werden sollen. Als Diskussionsgrundlage dienen unter anderem die gerade neu erschienene Ausgabe der Fachzeitschrift “Reddition” zum gleichen Thema sowie die 2007 mit einem Comic-Dossier erschienene Ausgabe 68 des Literaturmagazins “Schreibheft”. Es gibt neben allgemeiner Diskussion eine kurze Lesung, ein Interview mit Isabel Kreitz, sowie Besprechungen aktueller Publikationen.

Zur Redaktion und den beteiligten Sprechern gehören Dr. Jan-Frederik Bandel (Herausgeber “Kultur & Gespenster”), Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”, Reprodukt), Dr. Ole Frahm (Arbeitsstelle fĂĽr Graphische Literatur), Sascha Hommer (“Vier Augen”, Reprodukt), Markus Huber (“Nichts von Bedeutung”, Edition Moderne), Marlene Krause (“Two Fast Colour”) und Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, Carlsen). Zur Sendung wurde ein Blog eingerichtet, ĂĽber den die erste Sendung noch nachgehört werden kann.

VerlagsĂĽbergreifender Graphic-Novel-Sticker

Freitag, den 17. Juli 2009

Graphic Novel StickerDer Carlsen Verlag macht es schon eine ganze Weile, nun ziehen andere Comicverlage nach. Auf Initiative von Philipp Schreiber (Schreiber & Leser) haben sich diverse Verlage geeinigt, Titel aus dem Segment “Graphic Novel” mit einem entsprechenden Sticker zu etikettieren.

In Zukunft zeichnen avant-verlag (Gipi, Joann Sfar, Ulrich Scheel), Cross Cult (Alan Moore, Frank Miller), Edition Moderne (Marjane Satrapi, David B., Joe Sacco), Edition 52 (Joe Matt, Seth), Reprodukt (Guy Delisle, Arne Bellstorf, Lewis Trondheim) sowie Schreiber & Leser (Jiro Taniguchi) ausgewählte Bücher schon auf dem Cover als Graphic Novels aus. Der Sticker lässt sich einfach und ohne lästige Kleberückstände von der Buchoberfläche trennen. Damit soll es dem Buch- und Comichandel leichter gemacht werden, Graphic Novels als eigenes Segment zu präsentieren und dem Publikum kenntlich zu machen.

“Die Comic-Welt von ‘Le Monde Diplomatique’”

Donnerstag, den 16. Juli 2009

logo500Schon seit einigen Jahren findet sich auf der letzten Seite der politischen Zeitschrift “Le Monde Diplomatique” ein ganzseitiger Comic, der von unterschiedlichen KĂĽnstlerInnen gestaltet wird. Das Augenmerk bei der Auswahl liegt dabei auf individuellen Ansätzen in Gestaltung und Erzählstil. Im Laufe der Zeit wurde so eine namhafte Auswahl von zumeist europäischen Autoren präsentiert, womit nicht zuletzt eine BrĂĽcke vom Kunstcomic zur Graphic Novel geschlagen wird.

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Die letzte Seite von Le Monde diplomatique gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens für die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzählt, die wichtige Themen aus Politik und Alltag mit ihrer eigenen künstlerischen Freiheit aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Im Folgenden wird jede Comic-Künstlerin und jeder Comic-Künstler mit einem kurzen Text vorgestellt, der auch Links zu den entsprechenden Homepages, Katalogen und Ausstellungen enthält.

lemonde_tomdieckBisher waren dort unter anderem vertreten: Gipi (“5 Songs”, avant-verlag), Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt), Nadia Budde (“Such Dir was aus, aber beeil Dich”, Fischer Verlage), Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”, Reprodukt) und viele andere. Die Beiträge lassen sich als PDF-Versionen auf der Website von “Le Monde Diplomatique” herunterladen.

Abbildungen © Gipi | Martin tom Dieck | “Le Monde Diplomatique”

Thomas Ott: Neues Buch, neue Website

Mittwoch, den 15. Juli 2009

thomas_ott-unpluggedKeine Graphic Novel, sondern ein neues Buch mit unveröffentlichten Illustrationen und Skizzen von Thomas Ott (“The Number 73304-23-4153-6-96-8, Edition Moderne) erscheint in KĂĽrze in der Edition Stephan Witschi. “Unplugged” ist der Titel des ersten Skizzenbuchs, das der ZĂĽrcher Zeichner veröffentlicht. Textbeiträge von Barbara Liebster und Thomas Haemmerli ergänzen die Zeichnungen von Thomas Ott.

In seiner Schabkartontechnik hat er es zu unerreichter Könnerschaft gebracht. Dabei kratzt, sticht und schneidet Ott das Weiss aus schwarzem Schabkarton, und er öffnet uns dadurch den Blick auch auf tiefere Schichten des menschlichen Daseins. Das Spiel mit Versatzstücken aus der «Trivialkultur» gehört ebenso dazu wie das Zitieren von Motiven aus der Sakralkunst oder von mythischen Elementen aus der grossen Erzählung der Menschheit.

Sein letztes Buch «The Number» wurde in einer zweistelligen Tausenderauflage herausgebracht und fast weltweit vermarktet. Mit «Unplugged» bringt die edition stephan witschi das erste Skizzenbuch des vielseitigen Künstlers auf den Markt. Die Publikation, die Seiten aus den Skizzenbüchern des Künstlers von 1989 bis heute beinhaltet, wird ab Herbst 2009 in verschiedenen Ländern veröffentlicht.

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Mehr Informationen zum Buch gibt es auf der Website der Galerie Stephan Witschi. “Unplugged” wird in Deutschland vom MSW Medien Service Wuppertal ausgeliefert. AuĂźerdem hat Thomas Ott ab sofort eine umfangreiche eigene Website, auf der es viele Illustrationen zu sehen gibt, aber auch Informationen zu seiner Laufbahn als Musiker und Filmemacher sind hier zu finden: www.tott.ch

Unplugged, ISBN 978-3-033-01998-0, 144 Seiten, farbig, ca. 22 x 28 cm, Softcover, ca. 36 EUR, erscheint im Herbst 2009 in der Edition Stephan Witschi

“Ein ganz schweres Sammelgebiet”

Montag, den 13. Juli 2009

rgJörg Böckem am 13. Juli auf “Spiegel Online” ĂĽber Comichefte, Gesamtausgaben und Graphic Novels aus der Perspektive der Sammler und der Perspektive der Leser.

Ein ganz schweres Sammelgebiet

Der Preis des Ă„lterwerdens? Mit fortschreitenden Jahren und gestiegener Seriosität wird nicht nur der Comic-Leser schwergewichtiger und ernster – sondern auch die Comics, die er liest. Die Branche stellt sich darauf ein. Doch wie passt da die Jugend noch ins Bild?

Wir haben es ja so gewollt: Jahrzehntelang haben wir gegen die öffentliche Trivialisierung der Comics gewettert und auf die künstlerische und literarische Qualität des Genres hingewiesen. Mit Erfolg, so scheint es: In den Feuilletons sind Comic-Themen schon lange keine Seltenheit mehr, Zeichner werden in Museumsaustellungen gewürdigt, Comic-Alben aufwendig gestaltet und auch von klassischen Buchverlage veröffentlicht. mehr

“T-Shirts von Marilyn Manson und Musik von Abba”

Samstag, den 11. Juli 2009

9783941099012Jana Bach schreibt in der heutigen Ausgabe der “Berliner Zeitung” ĂĽber “Aufzeichnungen aus Birma” von Guy Delisle (Reprodukt).

T-Shirts von Marilyn Manson und Musik von Abba

Guy Delisles Comic-Reportage über die Absurditäten der birmesischen Militärdiktatur

“Wir leben in einem Golden Valley, in einer V.i.P.-Nachbarschaft. Mit anderen Worten ausgedrĂĽckt, wir sind umgeben von Geschäftsleuten, die zu der Regierung und den Generälen Kontakte pflegen. Daher haben wir flieĂźend Wasser und eine meist funktionierende Elektrizität”, stellt der junge Mann mit dem kecken Haarstriezel fest und schiebt den Kinderwagen weiter an schwer bewachten GrundstĂĽcken vorbei. Trotz der Glasscherben auf den Mauern der kleineren Häuser, der spitzen Pfähle bei den mittleren Häusern und dem zusätzlichem Stacheldraht bei den Villen wird das gesamte Gebiet Tag und Nacht von Soldaten der birmesischen Armee bewacht. Unnötig, findet Guy Delisle: Das Einzige, was Offiziere in einer Militärdiktatur fĂĽrchten wĂĽrden, wären doch andere Offiziere. mehr

Ausstellungen: Anke Feuchtenberger/Stefano Ricci und ATAK vs. BLEXBOLEX

Freitag, den 10. Juli 2009

Zwei neue Ausstellungen von deutschen und in Deutschland lebenden Comiczeichnerinnen und -zeichnern werden in der kommenden Woche in Berlin und Göttingen eröffnet.

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Anke Feuchtenberger und Stefano Ricci zeigen aktuelle Arbeiten in der Galerie APEX pro Art e.V. in Göttingen. Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 12 Juli um 12 Uhr werden die Künstler anwesend sein, anschließend sind ihre Zeichnungen bis zum 20. September zu sehen.

Gemeinsam haben Anke Feuchtenberger und Stefano Ricci bereits im vergangenen Jahr den MamiVerlag ins Leben gerufen, in dem Hamburger Zeichnerinnen wie Jul Gordon, Gosia Machon oder Birgit Weyhe veröffentlicht und mit “wewehwehsupertraene.de” und “RadioRicci” auch eigene Projekte vorgelegt werden. Andreas Platthaus hat auf seinem Blog auf faz.net die bibliophilen Produkte des MamiVerlags bereits ausgiebig gewĂĽrdigt.

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Die Galerie Bongout in Berlin präsentiert vom 16. Juli bis zum 20. August Zeichnungen von ATAK (“Der Struwwelpeter”, Kein & Aber) und dem in Berlin lebenden französischen Zeichner Blexbolex (“Leute”, Jacoby & Stuart).

In der Ausstellung unter dem Titel “ATAK vs. BLEXBOLEX” werden eine Vielzahl von Arbeiten der beiden KĂĽnstler gezeigt, die vor allem fĂĽr ihre Kinderbuch- und Comicpublikationen bekannt sind. Die Vernissage findet am Donnerstag, den 16. Juli, um 19 Uhr statt. Fil (“Didi & Stulle”) und Ahne (“Zwiegespräche mit Gott”) halten eine Eröffnungsrede ĂĽber “Moderne Kunst”.

APEX pro art e.V., Burgstraße 46, D-37073 Göttingen
Tel. (0551) 468 86
info@apex-goe.de, www.apex.goe.de
Öffnungszeiten: Mi-Fr 15–19 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Bongout, Torstr. 110, D-10119 Berlin-Mitte
Tel. (030) 280 93 758, Fax (030) 920 372 004
Ă–ffnungszeiten: Do-Sa, 12-19 Uhr

Abbildung oben: “Giftzwergalarm” aus “wehwehwehsupertraene.de” © Anke Feuchtenberger

Dreimal Mauerfall

Mittwoch, den 8. Juli 2009

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer gibt es zu diesem Thema im Herbst 2009 nicht nur Open-Air-Ausstellungen, unzählige Bücher und Dokumentationen, sondern auch drei neue Comics von deutschen Autoren.

9783551789686Den Anfang macht der in Berlin lebende Zeichner Flix, der 26 Strips aus seiner Serie “Da war mal was…” zu einem 104-seitigem Buch ummontiert hat, das Anfang August im Hamburger Carlsen Verlag erscheinen wird. Flix hat Freunde und Bekannte aus Ost und West nach ihren Erinnerungen aus der Zeit vor der Wende befragt und aus persönlichen Geschichten kurze Episoden gestaltet – manche komisch, andere tragisch, doch fast immer mit einem sehr melancholischen Blick auf die Vergangenheit.

Neue Folgen von “Da war mal was…” erscheinen regelmäßig alle vier Wochen in der Sonntagsausgabe des Berliner “Tagesspiegel”, im Wechsel mit Comicseiten von Arne Bellstorf, Tim Dinter und Mawil. Lars von Törne berichtet auf der Online-Präsenz des “Tagesspiegel” ĂĽber den aktuellen Stand der Vorbereitungen, die Website und eine Plakatausstellung zum Buch, die am 5. August um 20 Uhr an der Gedenkstätte Bernauer StraĂźe in Berlin-Mitte eröffnet wird.

getmmo2Im Gerstenberg Verlag ist fĂĽr September 2009 “Grenzgebiete – Eine Kindheit zwischen Ost und West” von claire Lenkova angekĂĽndigt. Die Hamburger Zeichnerin ist bislang vor allem durch regelmäßige Beiträge in der Anthologie “Spring” und eine autobiografische Geschichte in “Pomme d’amour” (Die Biblyothek) aufgefallen. Ein erstes Buch mit dem Titel “Alle meine Freunde” ist Anfang 2008 im Verlag Antje Kunstmann erschienen.

Aus ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg ist nun ein Comic entstanden, in dem claire Lenkova in verschiedenen Episoden sehr persönlich, humorvoll und mit genauer Beobachtungsgabe erzählt, wie es war, in den Achtzigerjahren in Sachsen und später in Bayern aufzuwachsen. »Als ich ein Kind war, wohnten wir ganz nahe an der alten Grenze zwischen Deutschland und Deutschland. Mein Bruder und ich hatten einen Lieblingsplatz, gar nicht weit entfernt von zu Hause. Das war der Generalsblick.«

drueben_250Der Berliner avant-verlag hat fĂĽr Oktober 2009 mit “drĂĽben!” von Simon Schwartz das DebĂĽtalbum eines weiteren Zeichners angekĂĽndigt, der an der Hamburger Hochschule fĂĽr Angewandte Wissenschaften bei Anke Feuchtenberger und ATAK studiert hat.

Simon Schwartz arbeitet als Illustrator unter anderem fĂĽr die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”, “Das Magazin”, “Geolino” oder “Bild”. “drĂĽben!” ist sein bisher umfangreichster Comic, in dem er von der schwierigen Entscheidung seiner Eltern erzählt, Anfang der Achtzigerjahre die DDR zu verlassen. Denn damit opponieren beide nicht nur gegen die Diktatur des Arbeiter- und Bauernstaates, sondern zwangsläufig auch gegen Mitglieder ihrer eigenen Familien. Ab diesem Zeitpunkt wächst ihr Sohn zwischen den beiden deutschen Staaten auf.

Da war mal was… , ISBN 978-3-551-78968-6, 96 Seiten, farbig, 20,3 x 20,5 cm, Hardcover, 14,90 EUR, erscheint im Carlsen Verlag

Grenzgebiete, ISBN 978-3-8369-5247-7, 48 Seiten, 28 x 21 cm, gebunden 14,90 EUR, erscheint im Gerstenberg Verlag

drĂĽben!, ISBN 978-3939080-37-4, 120 Seiten, schwarzweiĂź, Softcover, 14,95 EUR, erscheint im avant-verlag

“Erziehungsurlaub im Land der Repression”

Mittwoch, den 8. Juli 2009

9783941099012Buchautor Thomas von Steinaecker (“Geister”, “Wallner lernt fliegen”) schreibt heute in der “SĂĽddeutschen Zeitung” ĂĽber “Aufzeichnungen aus Birma” von Guy Delisle (Reprodukt).

Erziehungsurlaub im Land der Repression

Abschluss der Comic-Trilogie ĂĽber asiatische Diktaturen: Die “Aufzeichnungen aus Birma” von Guy Delisle

Im Jahr 2007 demonstrierten in Birma beziehungsweise Myanmar, wie der Vielvölkerstaat von seiner Regierung genannt wird, zehntausende buddhistische Mönche friedlich gegen die brutale Militärherrschaft. Innerhalb kürzester Zeit wurden alle unabhängigen Journalisten mit einem Arbeitsverbot belegt oder ausgewiesen. Der versiegende Bilderstrom von den Ereignissen auf den Straßen hatte zur Folge, dass die Aufmerksamkeit der westlichen Öffentlichkeit daran bald drastisch abnahm. mehr

“Von Geschichte gezeichnet”

Dienstag, den 7. Juli 2009

illu_90_mFrank Meyer bespricht Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant verlag) am 6. Juli fĂĽr “Deutschlandradio Kultur”.

Von Geschichte gezeichnet

In seinem Comicroman “Der Jude von New York” erzählt der 1951 geborene jĂĽdische Cartoonist Ben Katchor skurrile Geschichten aus dem New York des 19. Jahrhunderts. Dabei dreht sich alles um das jĂĽdische Leben in der entstehenden Metropole, das gleichsam von Glauben und Aberglauben erfĂĽllt ist.

Ben Katchors Comicroman führt in das New York der Jahre 1830, in ein Panoptikum des jüdischen Lebens dieser Zeit, ein dichtes Gewebe aus Wirklichkeit und Fantasie, aus jüdischen Legenden und judenfeindlichen Klischees. Die Gestalten, die Ben Katchor aufmarschieren lässt, sind allesamt höchst merkwürdig. mehr

Der gesendete Beitrag lässt sich bei “Deutschlandradio Kultur” als mp3-Datei anhören.