Graphic Novels
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Monatsarchiv für November 2009

“Heute ist der letzte Tag…” auf “taz”-Jahresbestenliste

Montag, den 30. November 2009

In der Berlin erscheinenden “Tageszeitung” hat die Literaturredaktion bereits an diesem Wochenende ihre Jahresbestenliste in verschiedenen Kategorien ver├Âffentlicht. Kulturressortleiter Andreas Fanizadeh empfiehlt darin Ulli Lusts Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) als “Politisches Buch des Jahres”.

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“Alpha – Directions” von Jens Harder

Montag, den 30. November 2009

alphaDer Carlsen Verlag hat k├╝rzlich die Ver├Âffentlichung von Jens Harders “Alpha – Directions” im Juni 2010, rechtzeitig zum Comic-Salon Erlangen, angek├╝ndigt. In “Alpha” setzt der Berliner Zeichner Jens Harder die Entwicklung vom Urknall bis zum Auftritt des ersten Menschen zeichnerisch um – erg├Ąnzt nur durch wenige erl├Ąuternde Texte.

Bislang ist das gro├čformatige und 352 Seiten starke Album ausschlie├člich in einer franz├Âsischen Ausgabe bei Thierry Groensteens Label Editions de l’an 2 im Verlag Actes Sud erh├Ąltlich. Mit “Beta” und “Gamma” sind dar├╝ber hinaus bereits zwei Fortsetzungen in Planung, die die menschliche Zivilisationsgeschichte zum Thema haben werden.

Aktueller Anlass zur fr├╝hen Ank├╝ndigung des Carlsen Verlags ist eine Ausstellung von Jens Harders Zeichnungen im Naturkundemuseum Karlsruhe, die vom 3. Dezember 2009 bis zum 7. M├Ąrz 2010 zu sehen sein wird. Unter dem Titel “Alpha …Evolution├Ąre Bildgeschichten” zeigt das Naturkundemuseum ausgew├Ąhlte Zeichnungen aus Jens Harders Evolutions-Comic.

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Er├Âffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, dem 2. Dezember um 18 Uhr im Rahmen der Vorstellung der Projektpr├Ąsentation “Dynamik des Lebens”. Jens Harder ist bei der Vernissage anwesend. Auch andere Naturkundemuseen haben Interesse angemeldet, Bilder aus “Alpha” zu pr├Ąsentieren. Weitere Ausstellungen werden im Laufe des n├Ąchsten Jahres angek├╝ndigt werden.

b_harderEin Interview mit Jens Harder von M├Ąrz 2009 ist auf dem “Hauptstadtblog” zu finden, auch Andreas Platthaus hat unter dem Titel “Sieben Millionen Jahre zwischen jedem Bild” bereits im Januar 2009 auf dem Comic-Blog von faz.net ├╝ber das Buchprojekt berichtet. Weitere Auskunft zu Person und Werk gibt es auf der Website von Jens Harder: www.hardercomics.de

Die franz├Âsische Ausgabe von “Alpha” kann man unter anderem ├╝ber den Freiburger Buchversand Passe-Partout beziehen.

Naturkundemuseum Karlsruhe, Erbprinzenstra├če 13, D-76133 Karlsruhe
Tel. (0721) 175 2111, Fax (0721) 175 2110
email: museum@naturkundeka-bw.de, www.naturkundemuseum-karlsruhe.de

“Filmisches Erz├Ąhlen”

Samstag, den 28. November 2009

reisende_im_windHeute in der “taz”: Sven Jachmann ├╝ber die Neuausgabe von Fran├žois Bourgeons “Reisende im Wind” bei Splitter.

Filmisches Erz├Ąhlen

Als 1979 Fran├žois Bourgeons erstes Album der insgesamt f├╝nfb├Ąndigen Reihe “Reisende im Wind” erschien, kam dies einer kleinen Revolution im frankobelgischen Comic gleich. Da war zun├Ąchst die ungew├Âhnliche Form, die den bis dato geltenden Seitenumfang von 48 bzw. 64 Seiten nach eigenem Gusto ausweitete und somit die Erz├Ąhlung nicht mehr dem Format unterordnete.

Da war zudem die manierierte, sehr filmische Art und Weise des Erz├Ąhlens selbst. Dominierten bislang starre Seitenarchitekturen die Bande desin├Ęe – den Comic des franz├Âsischsprachigen Raums – in Form regelrecht normierter Seitengestaltungen und schematischer Streifenanordnungen, nutzte Bourgeon nicht blo├č die Montage der Panels zur Stimmungserzeugung, sondern die Komposition der gesamten Seite. mehr

Zwei Signierstunden bei Grober Unfug, Berlin

Donnerstag, den 26. November 2009

Ein unschlagbarer Vorteil der Comics gegen├╝ber der Literatur ist die M├Âglichkeit, sich das eigene Buch nicht nur mit einer Signatur des Autoren, sondern sogar mit einer pers├Ânlichen Zeichnung versch├Ânern zu lassen. Dazu besteht in Berlin in den n├Ąchsten Wochen wieder zweimal die Gelegenheit.

oesterle_meier_unfugIm Kreuzberger Ladengesch├Ąft des Berliner Comicladens Grober Unfug in der Zossener Stra├če wird am 3. Dezember Uli Oesterle zu Gast sein, um sein vielbeachtetes Buch “Hector Umbra” (Carlsen) zu signieren und mit einer Illustration zu versehen.

Es folgt am 11. Dezember “Sondermann”-Preistr├Ąger Michael Meier, der seine nach einer Vorlage von Oskar Panizza entstandene Graphic Novel “Die Menschenfabrik” (Rotopolpress) ebenfalls mit Signatur und Zeichnung versehen wird. Auch diese Veranstaltung wird von Grober Unfug ausgerichtet, findet jedoch in der Filiale in Berlin-Mitte (Weinmeisterstra├če) statt. Beginn ist jeweils um 16 Uhr.

Grober Unfug, Zossener Str. 32-33, D-10961 Berlin-Kreuzberg
Tel. (030) 694 014 90, Fax (030) 694 014 94

Grober Unfug, Weinmeisterstr. 9, D-10178 Berlin-Mitte
Tel. (030) 281 73 31, Fax (030) 283 84 130
email: info@groberunfug.de, www.groberunfug.de

Kati Rickenbach und Christophe Badoux mit Werkjahr der Stadt Z├╝rich ausgezeichnet

Mittwoch, den 25. November 2009

Neben verschiedenen weiteren Kulturpreisen in Bereichen wie klassischer Musik, Kunst und Theater vergibt die Stadt Z├╝rich zum bereits sechsten Mal dieser Tage ein Werkjahr im Bereich Comics. Der mit 42.000 SFr. dotierte Preis wird im Dezember verliehen, die Preistr├Ąger wurden bereits jetzt bekanntgegeben: In diesem Jahr werden die in Z├╝rich lebenden Comicschaffenden Kati Rickenbach und Christophe Badoux ausgezeichnet.

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Kati Rickenbach ist f├╝r ihre lebendigen, oft autobiografischen Geschichten, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erscheinen, bekannt. Ihr Buch “Filmriss” (Edition Moderne) liegt inzwischen in zweiter Auflage vor.

Christophe Badoux ist einer der bekanntesten Vertreter des ligne claire-Stils im deutschsprachigen Raum. Seine Illustrationen erscheinen in der ├╝berregionalen Schweizer Presse wie der Tageszeitung “NZZ” und dem Finanzmagazin “Cash”. Zuletzt erschien seine K├╝nstlerbiografie “Klee” (Edition Moderne).

Foto Kati Rickenbach ┬ę Nicole Sturz

Mawil und Lewis Trondheim im Goethe-Institut Glasgow

Dienstag, den 24. November 2009

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Bereits am morgigen Mittwoch werden der Berliner Comiczeichner Mawil (“Wir k├Ânnen ja Freunde bleiben”) und der Franzose Lewis Trondheim (“Au├čer Dienst”) in der Glasgower Dependance des Goethe-Instituts zu Gast sein.

Nachdem Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Arne Bellstorf (“Acht, Neun, Zehn”, alle Reprodukt) vor zwei Jahren das Goethe-Institut Glasgow besucht haben, werden nun zum zweiten Mal zwei Comiczeichner nach Schottland eingeladen.

Am Mittwoch, dem 25. November wird Marc Baines, K├╝nstler, Verleger und Dozent an der Glasgow School of Arts, die beiden Comiczeichner im Rahmen eines K├╝nstlergespr├Ąchs vorstellen und sie zu autobiografischen und allt├Ąglichen Stoffen und deren Umsetzung in ihren Comics befragen. Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr.

Am folgenden Samstag, dem 28. November, werden Marc Baines und Mawil im Rahmen eines Workshops praktische Tips zum Comiczeichnen geben. Der Workshop beginnt um 11 Uhr. Parallel zu den Veranstaltungen wird eine Auswahl deutschsprachiger Graphic Novels in den R├Ąumen des Goethe-Instituts Glasgow ausgestellt.

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. F├╝r den Workshop wird um Anmeldung gebeten.

Goethe-Institut Glasgow, 3 Park Circus, Glasgow G3 6AX, Schottland
Tel. +44 (0)141 3322555
library@glasgow.goethe.org

Erste ├Ągyptische Graphic Novel offiziell verboten

Dienstag, den 24. November 2009

metro1Wie Lars von T├Ârne f├╝r den “Tagesspiegel” berichtet, wurde am Wochenende die erste ├Ągyptische Graphic Novel offiziell verboten. Nachdem der Verkauf von Magdy El-Shafees “Metro” schon kurz nach der Ver├Âffentlichung untersagt worden war, wurden nun auch sowohl der Verleger als auch der K├╝nstler von einem Kairoer Gericht mit einer Geldstrafe belegt. Das Verbot und die nun verh├Ąngte Strafe l├Âsten bei Menschenrechtsorganisationen Protest aus.

Auf der Website des “Tagesspiegels” findet sich neben einem ausf├╝hrlichen Bericht auch ein Verweis auf eine englischsprachige Leseprobe.

“Sch├Âner als in Peking: Die Faszination des Wassers”

Dienstag, den 24. November 2009

legoutduchloreMan kann auch zur├╝ck in die Vergangenheit schauen, um einen Blick in die Zukunft zu werfen: Bereits am 13. August 2008 hat Roger Aeschbacher f├╝r die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” ├╝ber Bastien Viv├Ęs’ Album “Le go├╗t du chlore” geschrieben, das im Juni 2010 zum Comic-Salon Erlangen beim Berliner Verlag Reprodukt unter dem Titel “Der Geschmack von Chlor” vorgelegt werden soll.

Sch├Âner als in Peking: Die Faszination des Wassers

Nun schwimmen sie wieder. Jagen beim Schuss vom Startblock wie Kr├Ąhen vom Draht, fliegen wie Adler durch die Luft. Dann tauchen sie ein ins Wasser wie Pinguine und schie├čen Delphinen gleich durchs Becken. Der Rekordschwimmer Michael Phelps tut dies f├╝r olympischen Ruhm und Ehre. Der Protagonist des Comicalbums “Le go├╗t du chlore” (Edition KSTR/Castermann) von Bastien Viv├Ęs tut es, weil er ein schmalbr├╝stiger J├╝ngling mit R├╝ckenproblemen ist – leider mehr Stein als Fisch. Zum Gl├╝ck lernt der ungelenke Mann im Schwimmbad Pontoise, im 5. Arrondissement von Paris gelegen, eine echte Schwimmchampionne kennen. Diese erbarmt sich seiner und zeigt ihm, wie er seine Bewegungen koordinieren muss, um nicht unterzugehen. Kein Wunder, dass sich der Protagonist, dessen Namen wir nie erfahren, in die grazile Athletin verliebt. mehr

Andere B├╝cher braucht das Land

Montag, den 23. November 2009

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Im Literaturhaus M├╝nchen findet am kommenden Wochenende, vom 27. bis zum 29. November, unter dem Titel “Andere B├╝cher braucht das Land” eine Veranstaltung zur Vorstellung unabh├Ąngiger Verlage statt, bei der der Fokus speziell auf das Schaffen im Freistaat gelegt wird. Nicht nur wird erstmalig der mit 5.000 Euro dotierte “Preis f├╝r einen bayerischen Kleinverlag” vergeben, ebenfalls gibt es Podiumsdiskussionen etwa zum Thema “Strategien unabh├Ąngiger Verlage” und Signierstunden von M├╝nchner Comiczeichnern wie Gunter Hansen, Laska, Uli Oesterle oder Robert Platzgummer.

Auch die Graphic Novel soll nicht unerw├Ąhnt bleiben: Helmut Kronthaler, Armin Abmeier, Frank Heumann, Gerhard Schlegel und Thomas von Steinaecker diskutieren am Sonntag, dem 29. November um 12 Uhr im Forum des Literaturhauses zum Thema “Graphic Novels – Comics auf dem Buchmarkt”.

Unabh├Ąngige Verlage, Programme mit dem gewissen Etwas und kunstvolle B├╝cher: trotz Wirtschaftskrise, trotz des Drucks, den auch der Buchhandel zu sp├╝ren bekommt, gibt es sie noch. Bereits zum dritten Mal l├Ądt das Literaturhaus ein zu einem Markt der unabh├Ąngigen Verlage und der besonderen B├╝cher. 28 Verlage stellen diesmal ihre Programme vor und berichten davon, mit welchen Konzepten sie sich auch in Zukunft behaupten k├Ânnen. Hinzu kommen Bilder von 18 Comic-K├╝nstlern zum freien Verkauf.

In Diskussionsrunden, Signierstunden und einem Workshop stellen sich die Verlage, die K├╝nstler und die Autoren vor.

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W├Ąhrend im Literaturhaus ├╝ber unabh├Ąngige Strukturen und neue Strategien diskutiert wird, ist unweit von M├╝nchen die Graphic Novel l├Ąngst im Mainstream angekommen: Adidas verkauft T-Shirts mit einem Graphic-Novel-Game und einer “Sin City” nachempfundenen ├ästhetik – die Literaturwissenschaft d├╝rfte sich freuen, ob dieser lebendigen Bereicherung zur hochaktuellen Debatte.

Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus M├╝nchen
, Salvatorplatz 1, D-80333 M├╝nchen
Tel. (089) 291934 0, Fax (089) 291934 19
Eintritt frei

Neue Rezensionen ÔÇô November 2009 (2)

Freitag, den 20. November 2009

Auch wenn die Medien 20 Jahre nach dem Fall der Mauer den Fokus auf thematisch passende Comics wie “dr├╝ben!”, “Grenz├╝berschreitungen” oder “Da war mal was…” gelegt haben, gab es eine ganze Reihe weiterer Besprechungen in Print und im Web, die nicht unerw├Ąhnt bleiben sollen.

cover_november2F├╝r die Comicwebsite des Berliner “Tagesspiegels” schreibt Markus Dewes ├╝ber Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne). Der Geschichte, die “Nach dem Knall” spielt, attestiert er, “sensibel, unkonventionell und jenseits aller Stereotypen” erz├Ąhlt zu sein.

Brigitte Helbling w├╝nscht sich von Sascha Hommer nach seiner autobiografischen Erz├Ąhlung “Vier Augen” (Reprodukt) eine R├╝ckkehr ins Heute und eine aktuelle, nicht zur├╝ckschauende Geschichte. “Kein Superheld. Nirgends.” ├╝berschreibt sie ihren Artikel f├╝r das Titel-Magazin. Weitaus harscher geht Comicrezensent und Prosaautor Thomas von Steinaecker mit dem Buch ins Gericht. Wie er auf jetzt.de in seiner “Sp├╝rst Du schon was?” betitelten Rezension ausf├╝hrt, hatte er sich von Sascha Hommers neuem Buch mehr versprochen.

Ein “wahrhaft fabelhaftes Personenst├╝ck” erkennt Benjamin Vogt in Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag). “Aufbruchstimmung im Frack und Zylinder” titelt er im ├Âsterreichischen Online-Feuilleton “The Outfit”.

Auf “Spiegel Online” stellt David Kleingers die vor allem in den USA erfolgreiche Teenager-Serie “Scott Pilgrim” (Oni Press) von Bryan Lee O┬┤Malley vor, die er als “Gro├če Oper im Garagensound” beschreibt.

Publisher’s Weekly empfiehlt in einer Kurzrezension die englischsprachige Ausgabe von Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen, bzw. Abrams ComicArts) jedem, der sich nur vage f├╝r den Musiker Johnny Cash interessiert. Bevor er am Wochenende zum Comicfestival Comica 09 in London reist, sprach Mitorganisator und Comicjournalist Paul Gravett mit Reinhard Kleist ├╝ber seine Arbeit. Das Interview kann auf Paul Gravetts Website gelesen werden.

Auf textem.de wurde auf zwei Comics verwiesen: Thomas Hummitzsch schreibt dort unter der ├ťberschrift “Verschollen in M├╝nchen” ├╝ber Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen). In der zeichnerischen Umsetzung erkennt er unter anderm Anleihen bei George Grosz und Otto Dix. “Weiter im Bibeltext” geht es mit Ralf K├Ânig und seiner neuen Adaptation einer Bibelgeschichte in “Archetyp” (Rowohlt). Thomas Hummitzsch fragt sich abschliessend, welcher “Typ” nun folgen wird.

“Blick in Fantasiewelten”

Freitag, den 20. November 2009

shaun_tan_fotoIn der Sendung “B├╝cher f├╝r junge Leser” im Deutschlandfunk unterhielt sich am 14. November Ute Wegmann mit Shaun Tan (“Ein neues Land”, Carlsen) ├╝ber seine B├╝cher und die Geschichten dahinter. Das Interview kann man komplett online nachlesen oder auch in G├Ąnze anh├Âren. Zuletzt wurde Shaun Tan f├╝r sein Buch “Geschichten aus der Vorstadt des Universums” (Carlsen) mit dem Deutschen Jugendbuchpreis 2009 in der Kategorie Bilderbuch ausgezeichnet.

Blick in Fantasiewelten

Der Verlust der Heimat, Fremdsein und sich fremd f├╝hlen, Einsamkeit und Integration, das sind die Themen, die den australischen K├╝nstler Shaun Tan besch├Ąftigen und die man in all seinen B├╝chern wiederfindet.

Ute Wegmann: Shaun Tan, bevor ich Sie ausf├╝hrlich vorstelle: Was bedeutet f├╝r Sie Heimat? Welche Bilder, welche T├Âne, welche Gef├╝hle verk├Ârpern ihr Heimatbild?

Shaun Tan: Bei dem Begriff Heimat denke ich an einen weiten offenen Raum, den Strand in der N├Ąhe, Ruhe, V├Âgel, Insekten, ein sehr blauer Himmel, breite Stra├čen, hei├če Sommer, Gewitter, eine kleine Familie, die auf engem Raum zusammenlebt und Freunde, die 50 Kilometer entfernt wohnen. mehr

Foto ┬ę Allen and Unwin, Australia

Weiteres zu Wendecomics

Freitag, den 20. November 2009

praesentation_LAGDie Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Schulbibliotheken in Hessen e. V. ├╝bergab dieser Tage an ausgew├Ąhlte hessische Schulen B├╝cherpakete f├╝r deren Schulbibliothek. Darin enthalten sind unter anderem┬á B├╝cher von Klaus Kordon (“Der erste Fr├╝hling”, als Graphic Novel von Gerlinde Althoff und Christoph Heuer erschienen bei Carlsen) ├╝ber seine vereitelte Flucht aus der DDR und den darauf folgenden Zuchthausaufenthalt, Grit Poppes ÔÇ×WeggesperrtÔÇť (Cecilie Dressler) ├╝ber die Behandlung auff├Ąllig gewordener Jugendlicher in geschlossenen Jugendwerkh├Âfen, Reiner Kunzes ÔÇ×Die wunderbaren JahreÔÇť, aber auch Sachb├╝cher ├╝ber die Planwirtschaft, ├╝ber Jeans und Westradio, gl├╝ckliche Jugendzeit und schweigende Klassenzimmer und zur Erg├Ąnzung DVDs der Stiftung Aufarbeitung und informative Internetadressen. Als einziger Comic ist die im avant-verlag erschiene Graphic Novel “dr├╝ben!” von Simon Schwartz im Paket vertreten. Im Bild zu sehen: Schulleiter a.D. und Ehrenvorsitzender der LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V., G├╝nther Br├ęe bei der Pr├Ąsentation der B├╝cher.

Das Thema Mauerfall war auch Thema in der Sendung “B├╝cher f├╝r junge Leser” iim Deutschlandfunk. Daf├╝r unterhielt sich Tanya Lieske mit Jugendbuchautor Klaus Kordon und claire Lenkova (“Grenzgebiete”, Gerstenberg). Das rund 25-min├╝tige Gespr├Ąch l├Ąsst sich komplett hier nachh├Âren.

“Evas prachtvoller K├Ârper”

Dienstag, den 17. November 2009

Auf “Welt Online” wirft Stefan Pannor einen Blick auf aktuelle, von der Bibel inspirierte Comics und findet dabei Parallelen zwischen Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) und Ralf K├Ânigs “Archetyp” (Rowohlt).

K├Ânig_crumb

Evas prachtvoller K├Ârper

Die Comiczeichner Robert Crumb und Ralf K├Ânig entdecken Gott und die Bibel

Am Anfang, die Geschichte ist bekannt, war das Nichts. Dann schuf Gott Himmel und Erde. Was da im Buch Genesis der Bibel geschildert wird, ist im Grunde der erste k├╝nstlerische Prozess. Aus einem blanken Irgendwas schafft Gott die Welt. Es ist nicht unbedingt die beste aller Sch├Âpfungen. Jedenfalls nach der Lesart von Robert Crumb und Ralf K├Ânig. Beide Comiczeichner haben sich in den letzten Jahren des Textes angenommen. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. mehr

“Schnackseln in Palermo kann gef├Ąhrlich sein”

Montag, den 16. November 2009

lust_der_letzte_tag_01_titelAuch wenn es die ├ťberschrift zun├Ąchst nicht nahelegt, erkennt die “NZZ am Sonntag” in Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) den “beeindruckendsten Comic-Roman des Jahres”.

Schnackseln in Palermo kann gef├Ąhrlich sein
Wie naiv kann man denn noch sein? ÔÇô fragt man sich bei Ulli Lust

Sp├Ątsommer 1984: Zwei Teenager trampen nach Italien und bezahlen die ┬źFreiheit┬╗ teuer. Ulli Lusts autobiografischer Comic-Roman ist eine erz├Ąhlerische Wucht ÔÇô der beeindruckendste Comic-Roman des Jahres.

Die Bem├╝hung der deutschen Verlage, mit inhaltlich anspruchsvollen Graphic Novels ein breiteres Publikum zu erreichen, tr├Ągt Fr├╝chte: Mit ┬źHeute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens┬╗ ist Ulli Lust der beeindruckendste Comic-Roman des Jahres gelungen.

├ťber 450 Seiten stark, ist die Erz├Ąhlung von einer Wucht und Sogkraft, wie man sie in der Comic-Welt lange sucht. F├╝r die aus Wien stammende, seit Mitte neunziger Jahre in Berlin lebende Zeichnerin war es kein geringes Wagnis, ihre Erlebnisse aus dem Jahr 1984 zu ver├Âffentlichen. Die damals 17-j├Ąhrige Ulli, Wiener Punkszeneg├Ąngerin, reiste mit ihrer Freundin Edi nach Italien. Ohne Geld, ohne Pass, nur mit einem Schlafsack ausger├╝stet, machten sie sich per Daumenexpress und zu Fuss auf den Weg ├╝ber die gr├╝ne Grenze (├ľsterreich war noch kein EU-Staat). mehr

Wochenendveranstaltungen

Montag, den 16. November 2009

Wie bereits angek├╝ndigt, findet an diesem Freitag um 21 Uhr eine Buchpr├Ąsentation von Ulli Lusts Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” (avant-verlag) im Berliner Comicladen Modern Graphics statt. Ebenfalls am Freitag, dem 20. November, wird das Erscheinen der Kurzcomicsammlung “100 Meisterwerke der Weltliteratur” (Ehapa) mit einer Party gefeiert. Das Herausgeberteam, das Comic-Kollektiv Moga Mobo, l├Ądt zu einer Party in der Karl-Marx-Allee 36. Da liegt es nahe, beide Veranstaltungen zu einem runden Comic-Abend zu kombinieren.

termine_nov_2009Eine Woche darauf, am Freitag, dem 27. November, signiert Veronika Mischitz die von ihr nach einer Vorlage von Christopher B├╝nte gestaltete Graphic Novel “kleiner vogel rot” (Zwerchfell Verlag) beim Freiburger Comich├Ąndler “X f├╝r U”. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr.

X f├╝r U, Rempartstr. 7, D-79098 Freiburg
Tel. 0761/36741, Fax 07634/36742
www.xfueru.de, xfueru-freiburg@t-online.de

“Wort um Wort, Bild um Bild”

Sonntag, den 15. November 2009

Cover_GenesisF├╝r den Schweizer “Tagesanzeiger” hat Walter Niederberger am 12. November eine ausf├╝hrliche Besprechung von Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) geschrieben.

Wort um Wort, Bild um Bild

Robert Crumb, der derbe Altmeister des Comic, hat die Genesis akribisch illustriert. Nicht als Wort Gottes, sondern als Lehrst├╝ck menschlicher Schw├Ąchen.

Als Lobpreisung des Sch├Âpfers kann der Schutzumschlag zur Genesis ÔÇô in der lange erwarteten Umsetzung durch Robert Crumb ÔÇô nicht verstanden werden. Der Altmeister der US-Comic-Szene zeichnet den Gott des Alten Testamentes in der Gestalt seines Vaters, eines ehemaligen Drilloffiziers des Marinekorps, der seine Familie mit eiserner H├Ąrte dirigierte und dem jungen Robert so viel Schrecken einjagte, dass er bis heute Albtr├Ąume hat. ┬źIch habe Gott nur einmal in meinen Traum gesehen, aber das reichte┬╗, erz├Ąhlt der inzwischen 66-j├Ąhrige, spindeld├╝rre K├╝nstler. mehr

Klaus Schikowski: Buch erh├Ąltlich, Bericht ├╝ber Comictagung

Mittwoch, den 11. November 2009

schikowski_k├╝nstler_comics_9783941378131_comic_webSeit gestern ist das Buch “Die gro├čen K├╝nstler des Comics” (Edel) des K├Âlner Comic-Journalisten Klaus Schikowski im Handel erh├Ąltlich. Wie bereits berichtet, werden darin ausgew├Ąhlte nationale und internationale Comic-K├╝nstler vorgestellt und durch die Vorstellung ihrer Werke ein Rundgang durch die Geschichte des Comics unternommen. Eine ganze Reihe von Graphic-Novel-Autoren werden als Vertreter dieser j├╝ngsten popul├Ąren Auspr├Ągung der Kunstform portr├Ątiert.

Die Geschichte des Comics ist insbesondere die Geschichte der Zeichner und Autoren. Sie haben Figuren erschaffen, die Ikonen geworden sind. In sechs Kapiteln stellt dieses Buch 34 Comic-K├╝nstler vor, die Geschichte geschrieben haben ÔÇô ein Buch so bunt wie die Comics selbst.

Die gro├čen K├╝nstler des Comics, ISBN 978-3-941378-13-1, 256 Seiten, farbig, 29,95 EUR, erschienen bei Edel

F├╝r tagesspiegel.de berichtet Klaus Schikowski von der Tagung der Gesellschaft f├╝r Comicforschung vom letzten Wochenende. F├╝r alle, die es nicht dorthin geschafft haben, wird der (noch ohne Datum) angek├╝ndigte Band zur Tagung im Ch. A. Bachmann-Verlag lohnenswerte Lekt├╝re bieten.

comfor_plak_4Das Geheimnis der schwarzen L├Âcher

In der akademischen Auseinandersetzung mit dem Comic wachsen die Disziplinen zusammen, wenngleich es noch Defizite gibt ÔÇô wie die Tagung der Gesellschaft f├╝r Comicforschung zeigte

Wenn es eines Beweises der Lebendigkeit innerhalb der deutschen Comicforschung bedurft h├Ątte, so wurde er bei der Analyse des Werkes Didi und Stulle von Fil geliefert. Lauthals befreiendes Gel├Ąchter begleitete den Vortrag ├╝ber die “Figuration des Komischen” in den Comics ├╝ber die Berliner Edelproleten. W├╝sste Fil, dass sein Werk in akademischen Kreisen seziert w├╝rde, er w├╝rde sich vermutlich, ├Ąhnlich dem K├Âlner Publikum vom vergangenen Wochenende, k├Âniglich am├╝sieren. mehr

“Keine Aufbruchsstimmung – aber es hat sich was getan”

Dienstag, den 10. November 2009

augustinIn der aktuellen Ausgabe des “Augustin”, der ersten ├Âsterreichischen Boulevard-Zeitung, die von Obdachlosen in Wien vertrieben wird, ist ein Interview mit Sebastian Broskwa ver├Âffentlicht, das Martin Reiterer mit dem Betreiber von Pictopia, der ├Âsterreichischen Verlagsauslieferung von avant-verlag, Edition 52, Edition Moderne oder Reprodukt gef├╝hrt hat. Thema ist die aktuelle Befindlichkeit der Comicszene in ├ľsterreich.

“Keine Aufbruchsstimmung – aber es hat sich was getan”

Zu den nachhaltigsten Initiativen der letzten Jahre im Bereich Comic z├Ąhlt die Etablierung eines ├Âsterreichischen Vertriebs im Bereich Independent Comics und Graphic Novels, f├╝r die seit 2004 Sebastian Broskwa mit der Verlagsauslieferung Pictopia steht. Wenn in den letzten Jahren in Wiener Buchhandlungen vermehrt Comicecken mit einer Auswahl spannender Comictitel ausgestattet wurden, so geht diese Einrichtung auf den Gro├čh├Ąndler und Vertreter Broskwa zur├╝ck. Der Augustin sprach mit ihm ├╝ber das Verh├Ąltnis der heimischen Buchh├ĄndlerInnen und JournalistInnen zur Comic-Szene.

Wie w├╝rdest du die Lage des Comics in ├ľsterreich im Vergleich zur internationalen Situation beschreiben?

Von der Akzeptanz in der Bev├Âlkerung her steht es eher schlecht um den Comic. Der Comic hat den Touch, prim├Ąr juvenil bzw. nur witzig oder Schund zu sein. In ├ľsterreich gibt es da eher ein stark negatives Vorurteil gegen├╝ber Comics. mehr

Sascha Hommer zu Gast bei der Verbrecherversammlung im Monarch, Berlin

Dienstag, den 10. November 2009

2xvieraugenAm Dienstag, den 10. November stellt Sascha Hommer im Rahmen der Verbrecherversammlung – einer vom Berliner Verbrecher Verlag organisierten Veranstaltungsreihe – im Monarch in Berlin-Kreuzberg sein neues Buch “Vier Augen” vor. Er wird ├╝ber seine Arbeit und den autobiografischen Hintergrund des Comics sprechen, in dem es um eine von Drogen gepr├Ągte Phase seiner Jugend geht.

Nach seinem viel beachteten Buchdeb├╝t “Insekt” legt Sascha Hommer, 1979 geboren und Herausgeber des Magazins “Orang”, eine autobiografische Comic-Erz├Ąhlung vor. Wie Chester Browns “Fuck”, an das die feinstrichigen Zeichnungen und die lakonische, alles andere als sensationsl├╝sterne Beschreibung der Psyche eines orientierungslosen Jugendlichen erinnern, ist “Vier Augen” zugleich das mitunter verst├Ârende Portr├Ąt einer Generation.

Verbrecherversammlung im Monarch, Skalitzer Str. 134, D-10999 Berlin-Kreuzberg
www.verbrecherverlag.de
Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt: 4 EUR

Comics zum Wendejubil├Ąum in der Presse (2)

Dienstag, den 10. November 2009

Weitere Artikel in Print und Netz besch├Ąftigen sich mit den aktuellen Comicneuerscheinungen, die sich ihrerseits mit zeitgeschichtlichen Themen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt weiterhin: Das Wendejubil├Ąum.

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Heike Karen Runge bescheinigt in der “Jungle World”, Simon Schwartz in seiner Graphic Novel “dr├╝ben!” (avant-verlag) eine “taugliche und v├Âllig undramatische Form gefunden” zu haben, “├╝ber so etwas wie Alltagsdissidenz” zu schreiben. Das Ergebnis wird im “Schon komisch, aber auch normal” betitelten Artikel gelobt.

Auf FAZ.net wird claire Lenkovas “Grenzgebiete” (Gerstenberg) als Jugendbuch-Neuerscheinung vorgestellt. In “Schn├Ąppchenj├Ąger, Stasi-Spitzel” wirft Heidi Strobel einen Blick ├╝ber aktuelle Jugendb├╝cher zum Mauerfall.

Gleich eine ganze Reihe neuer Comics, die ihre “Zeit unter dem Mikroskop” beobachten stellt Wolfgang Freitag in “Die Presse” vor, darunter Simon Schwartz “dr├╝ben!”, Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” (avant-verlag), Ryuichiro Utsumis und Jiro Taniguchis “Von der Natur des Menschen” (Carlsen), Jean-Jacques Verneys und Jacques Tardis “Elender Krieg 1914-1915-1916″ (Edition Moderne) und “100 Meisterwerke der Weltliteratur” (Ehapa).