Graphic Novels
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Monatsarchiv für Dezember 2009

Politische Bildergeschichten im Hamburger Kunstverein

Mittwoch, den 30. Dezember 2009

PalĂ€stinaVom 19. Dezember 2009 bis zum 14. MĂ€rz 2010 zeigt der Hamburger Kunstverein unter dem Titel “Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht DĂŒrer bis Art Spiegelman” Arbeiten von 130 sehr unterschiedlichen KĂŒnstlern. Die Ausstellung wird in den Medien durchaus unterschiedlich, mitunter nicht ganz unkritisch, bewertet.

Petra Schellen dazu in der “taz nord”:

Von der begrenzten Demokratie des Comics

Eigentlich beginnt die Geschichte des Comics im Mittelalter. Damals, als Kirchenfenster biblische Geschichten zeigten, weil außer Mönchen und Priestern kaum jemand lesen konnte. Dem selben Zweck dienten Bildteppiche und GemĂ€lde: der Verbreitung christlicher Inhalte – die Drohung mit Hölle und Verderbnis, so man nicht gefĂŒgig sei, stets inklusive. mehr

Auf shz.de kritisiert Peter Comes die Ausstellung unter der Überschrift “Viele Bilder, ĂŒberforderte Besucher”.

Der Ansatz einer Ausstellung, die Graphic Novels wie “Maus” oder “Persepolis” oder Joe Saccos Comicreportagen zu Arbeiten von unter anderem Picasso oder Goya in Bezug setzt, ist jedenfalls sicherlich interessant genug, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Die Ausstellung im Hanburger Kunstverein ist noch bis zum 14. MĂ€rz 2010 zu sehen.

Hamburger Kunstverein, Klosterwall 23, D-20095 Hamburg
Tel. (040) 32 21 57, Fax (040) 32 21 59
hamburg@kunstverein.de , www.kunstverein. de
Öffnungszeiten: Di-So und Feiertage 12-18 Uhr

“Scharia auf italienisch”

Dienstag, den 29. Dezember 2009

lust_der_letzte_tag_01_titelKulturredakteur Andreas Fanizadeh am 26. Dezember auf den Seiten der “taz” ĂŒber “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” von Ulli Lust (avant-verlag):

Scharia auf italienisch

Punk-MĂ€dchen treffen Italo-Machos: Die Comic-Autorin Ulli Lust hat ein starkes Werk von Aus- und Einbruch zweier MĂ€dchen gezeichnet: “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”.

Es ist so: Gesellschaften, die zu viel verbieten, erzeugen oft eine eruptiv aufblitzende, blindwĂŒtige Gewalt. Noch in den 80er-Jahren war Europas SĂŒden von einer katholischen Sexualmoral geprĂ€gt, die bis in die heutige USA hinein den Stoff fĂŒr Mafia-Geschlechtsparodien wie “Die Sopranos” liefert. 1984 reiste die Österreicherin Ulli Lust als junges PunkmĂ€dchen von Wien nach Italien. Ohne Geld, mit einer Freundin bis nach Sizilien. Was sie auf ihrer zweimonatigen Reise erlebte, schildert sie in der Comicreportage “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens.” mehr

“Der Geschmack von Chlor” von Bastien VivĂšs bei Reprodukt

Mittwoch, den 23. Dezember 2009

9783941099487Im Juni 2010 erscheint mit “Der Geschmack von Chlor” ein erster deutschsprachiger Titel von Bastien VivĂšs bei Reprodukt. Bastien VivĂšs ist ein junger Autor und Zeichner, der in Frankreich bereits mit mehreren BĂŒchern fĂŒr das Label KSTR (ein Ableger von Casterman) auf sich aufmerksam gemacht hat.

Schwimmen! Und das regelmĂ€ĂŸig! Der dringliche Rat seines Physiotherapeuten stĂ¶ĂŸt beim schmalbrĂŒstigen Protagonisten von Bastien VivĂšs’ “Der Geschmack von Chlor” auf wenig Gegenliebe. Bis der junge Mann im Hallenbad die Bekanntschaft einer echten Athletin macht, die sich seiner ungelenken Schwimmversuche annimmt. Der Widerwillen weicht bald einer Vorfreude auf den regelmĂ€ĂŸigen Termin und einer vagen Hoffnung…

BerĂŒhrend und mit bemerkenswert prĂ€ziser Beobachtungsgabe erzĂ€hlt Bastien VivĂšs von der zufĂ€lligen Begegnung zweier Menschen. Er zeichnet, als bewege er sich selbst mit seinen Figuren im Bassin – den Geschmack von Chlor auf der Zunge.

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“WĂ€re Comiczeichnen olympische Disziplin, dann gewĂ€nne VivĂšs fĂŒr Le goĂ»t du chlore mit einigen LĂ€ngen Abstand eine Goldmedaille.” – Roger Aeschbacher, FAZ

Bastien VivĂšs, geboren 1984 in Frankreich, besticht bereits in jungen Jahren durch enorme ProduktivitĂ€t auf hohem Niveau. “Der Geschmack von Chlor” ist bereits das dritte Album des 25-jĂ€hrigen Zeichners, fĂŒr das er 2009 in AngoulĂȘme den Preis als Bester Nachwuchszeichner erhielt. Bastien VivĂšs lebt und arbeitet in Paris. Mehr Infos zum Autor unter bastienvives.blogspot.com.

Der Geschmack von Chlor, ISBN 978-3-941099-48-7, 144 Seiten, farbig, 27 x 18,5 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Juni 2010 bei Reprodukt

Neue Rezensionen – Dezember 2009 (2)

Dienstag, den 22. Dezember 2009

Zum Jahresende noch einmal ein kleiner Rundumschlag mit Rezensionshinweisen im Netz.

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FĂŒr titel-magazin.de bespricht Christian Neubert unter dem Titel “Trau ihm, er ist ein Cop” den Auftakt zu Pierre Dragons und Frederik Peeters’ Reihe “RG – Verdeckter Einsatz in Paris” (Carlsen).

Auf comicgate.de gab es seit Anfang Dezember einen ganzen Schwung an Besprechungen von neuen Graphic Novels: Andreas Völlinger ĂŒber “Elende Helden” von Baru (Edition 52), Benjamin Vogt ĂŒber “BĂ€che und FlĂŒsse” von Pascal RabatĂ© (Reprodukt), Thomas Kögel ĂŒber “Jenseits” von KerascoĂ«t & Fabien Vehlmann (Reprodukt) und noch einmal Benjamin Vogt ĂŒber “Liebe + Helden” von Andi Watson (Modern Tales).

Auf comicradioshow.com schreibt Michael HĂŒster zu “PĂŒnktchen und Anton” von Isabel Kreitz (Cecilie Dressler). Michael Fredrich rezensiert “Vier Augen” von Sascha Hommer und schließlich schreibt Jochen Garcke zu “Prosopopus” von Nicolas de CrĂ©cy (beide Reprodukt).

tagesspiegel.de wartet mit Rezensionen zu folgenden BĂŒchern auf: Lutz Göllner schreibt unter dem Titel “Taniguchi auf der Rutschbahn” zu “Von der Natur des Menschen” von Jiro Taniguchi (Carlsen), Katja Schmitz-DrĂ€ger unter “Vergoldeter Herbst” zu “BĂ€che und FlĂŒsse” von Pascal RabatĂ© (Reprodukt) und schließlich Redakteur Lars von Törne unter dem Titel “Wege der Wut” zu “Elende Helden” von Baru (Edition 52).

Auf textem.de stellt Britta Madeleine Woitschig das erste Buch einer interessanten neuen Krimi-Reihe bei Ariel Press vor: “Harker Book One: The Book of Solomon” von Roger Gibson (Serienidee und Szenario) und Vince Danks (Zeichnungen). Keine Graphic Novel, aber eine interessante Veröffentlichung eines namhaften amerikanischen Kritikers wird ebenfalls von Britta Madeleine Woitschig empfohlen: “Unpopular Culture” von Bart Beatty (University of Toronto Press), dessen mehr oder minder regelmĂ€ĂŸig erscheinende Kolumne zu europĂ€ischen Comics auf comicsreporter.com ebenfalls immer mal wieder einen Blick wert ist.

Neue Graphic Novels bei Eichborn und Knesebeck

Freitag, den 18. Dezember 2009

86413db7e0Im FrĂŒhjahrsprogramm 2010 erscheint im Programm des Eichborn Verlags eine erste Graphic Novel: Tim Hamilton hat mit Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ einen der bekanntesten Romane der Science-Fiction-Literatur als Comic adaptiert.

Fahrenheit 451 spielt in einem totalitĂ€ren Staat, der die Menschen im Zustand der UnmĂŒndigkeit hĂ€lt. SelbststĂ€ndiges Denken ist tabu, das Fernsehen dient der Ruhigstellung der Gedanken, niemand vermisst etwas. Auch der Feuerwehrmann Guy Montag nicht, der sein Geld nicht damit verdient, BrĂ€nde zu löschen, sondern BĂŒcher aufzuspĂŒren und sie zu verbrennen. Doch dann begegnet er einem MĂ€dchen namens Clarisse, das begeistert ist von Ideen, von Literatur! Als sie ihn fragt, ob er glĂŒcklich ist, berĂŒhrt sie etwas in Montag, wovon er nicht wusste, dass es existierte. Er beginnt eine gefĂ€hrliche Reise, die ihn auf die Seite derer fĂŒhrt, die Widerstand leisten: Sie lernen BĂŒcher auswendig, um sie zu bewahren.

Tim Hamiltons Adaption ĂŒberfĂŒhrt Bradburys Meisterwerk in die Gegenwart: In pulsierenden, eindringlichen Bildern, die geprĂ€gt sind von Art Deco und Film Noir, erzĂ€hlt er eine beklemmend aktuelle Geschichte neu und zeigt, was eine Graphic Novel vermag.

German+WHTTWOTAuch der MĂŒnchner Knesebeck Verlag legt im FrĂŒhjahr eine Graphic Novel vor: Nach “Mutter hat Krebs” erscheint mit “Und wir trĂ€umten von der Zukunft” im Februar ein zweiter Titel von Autor und Zeichner Brian Fies.

New York 1939, Buddy ist aufgeregt: Er darf mit seinem Vater zur Weltausstellung, um dort die Stadt von morgen zu entdecken. Er ist beeindruckt von einem Zigarette rauchenden Roboter und einem GerĂ€t, welches das Kino ins Wohnzimmer bringt… In Europa droht Krieg, doch Amerika hĂ€lt ungebrochen an seiner Vision einer strahlenden Zukunft ohne Grenzen fest. Der Mensch auf dem Mond, ein Flug zum Mars, all das scheint zum Greifen nah. Buddy und sein Vater verfolgen ĂŒber die Jahre hinweg die technischen Fortschritte mit Begeisterung. Bis der Kalte Krieg den Teenager Buddy zum Nachdenken bringt: Welchen Preis mĂŒssen wir fĂŒr den Fortschritt zahlen? Eine Graphic Novel, die auf mehreren Ebenen das Schwanken zwischen Hoffen und Verzagen der Menschheit schildert. DarĂŒber hinaus eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte und eine Story vom Erwachsenwerden, ohne den Glauben an die Zukunft zu verlieren.

Fahrenheit 451, ISBN 978-3821861067, 160 Seiten, 22,95 EUR, erscheint im Februar 2010 bei Eichborn

Und wir trÀumten von der Zukunft, ISBN 978-3868731507, 208 Seiten, 24,95 EUR, erscheint im Februar 2010 bei Knesebeck

“Maria und ich” von Maria Gallardo & Miguel Gallardo bei Reprodukt

Freitag, den 18. Dezember 2009

9783941099289Im April 2010 erscheint bei Reprodukt mit “Maria und ich” eine erste Graphic Novel des spanischen Autors Miguel Gallardo in deutscher Sprache.

Maria liebt es, stundenlang dabei zuzusehen, wie der Sand durch ihre Finger rinnt. Sie lĂ€chelt gern und sie merkt sich dein Gesicht, auch wenn sie dich nur einmal gesehen hat. Wenn sie dich lieb hat, kneift sie dich. Wenn sie dich nicht lieb hat, kneift sie dich auch. Oft tut Maria Dinge, die fremde Menschen nicht verstehen können. Maria hat Autismus – fĂŒr Miguel Gallardo ist sie die beste Tochter, die ein Vater haben kann.

Liebevoll und sachlich zugleich erzĂ€hlt Miguel Gallardo in “Maria und ich” von sich, seiner Tochter und ihrem Anderssein.

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Miguel Gallardo, geboren 1955 in LĂ©rida, Spanien, hat sich vor allem als Illustrator einen Namen gemacht. Seine wenigen Comics hat er unter anderem in der Anthologie “Nosotros somos los muertos” (herausgegeben von Max und Pere Juan) veröffentlicht. “Maria und ich”, in Spanien bei Astiberri erschienen, wurde mit mehreren Preisen bedacht; derzeit produziert das spanische Fernsehen eine Dokumentation ĂŒber Vater und Tochter.

Mehr Infos zu Miguel Gallardo und viele Illustrationen finden sich auf seiner Website: miguel-gallardo.blogspot.com

Maria und ich, ISBN 978-3-941099-28-9, 68 Seiten, zweifarbig, 24 x 17 cm, Hardcover, erscheint im April 2010 bei Reprodukt

“Widerstand mit Zeichenfedern”

Donnerstag, den 17. Dezember 2009

In der heutigen Ausgabe der “Neuen ZĂŒrcher Zeitung” wirft Mona Sarkis anlĂ€sslich des Verbots der Graphic Novel “Metro” von Magdy al-Shafee einen Blick auf die Comicszenen im nahen Osten. Zu Wort kommen dabei unter anderem Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, Carlsen), die kĂŒrzlich einen Workshop in Kairo leitete, Edition Moderne-Verleger David Basler und der bisher in Deutschland unveröffentlichte Zeichner Mazen Kerbaj (“Beyrouth, Juillet-Aout 2006″, L’Association).

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Widerstand mit Zeichenfedern

Ägyptens erste Graphic Novel, «Metro», ist seit kurzem verboten. Auch in den NachbarlĂ€ndern blockiert die Staatskontrolle das Medium, welches fĂŒr die zahlreichen jungen Leser in der arabischen Welt eigentlich prĂ€destiniert wĂ€re.

Nun ist es offiziell: «Metro» ist verboten. Der Autor des Comic-Romans, der 47-jĂ€hrige Magdy al-Shafee, ist empört, und das Arab Network for Human Rights Information spricht von einem RĂŒckschlag fĂŒr die Meinungsfreiheit in Ägypten. Sonderlich ĂŒberrascht dĂŒrfte aber keiner sein. Der jetzige Gerichtsspruch ist nur der Schlussstrich unter die Ereignisse vom April 2008. Damals hatte die Kairoer Polizei das BĂŒro von Muhammad al-Sharakawi, dem Verleger von «Metro», gestĂŒrmt. Al-Sharakawi sass damals wegen eines Aufrufs zum Generalstreik gegen Hungerlöhne bereits im GefĂ€ngnis; Ziel der Razzia war also nicht er, sondern der Lagerraum, in dem die Restexemplare von «Metro» standen. Des Landes erste Graphic Novel hatte, wie des Landes Gummiparagrafen lupenrein belegten, gegen die «guten Sitten» verstossen. mehr

Abbildung © PD / Mazen Kerbaj

Reprodukt-Vorschau FrĂŒhjahr 2010

Mittwoch, den 16. Dezember 2009

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Die FrĂŒhjahrsvorschau 2010 von Reprodukt ist in Druck und wird Anfang Januar zur Auslieferung kommen. Barbara Yelin hat die Titelillustration gezeichnet, es handelt sich um eine Szene aus “Gift” (nach einem Szenario von Peer Meter); das Buch erscheint im MĂ€rz 2010.

Wie gewohnt wird die FrĂŒhjahrsvorschau als PDF-Datei (1,6 MB) zum Download angeboten: Vorschau FrĂŒhjahr 2010

FĂŒr den Buch- und Comichandel ist die FrĂŒhjahrsvorschau ĂŒber die jeweiligen Auslieferungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in 25er-Verpackungseinheiten zu beziehen.

BUCHHANDEL DEUTSCHLAND:
LKG, An der SĂŒdspitze 1-12, D-04579 Espenhain
Ansprechpartner LKG: Brunhild Knipfer
Tel. (034206) 65 224, Fax (034206) 65 1733
e-mail: bknipfer@lkg-service.de, www.lkg-va.de

COMICFACHHANDEL DEUTSCHLAND:
MSW Medien Service, Linde 72-74, D-42287 Wuppertal
Tel. (0202) 55 50 41, Fax (0202) 55 55 21
e-mail: info@msw-medienservice.de, www.msw-medienservice.de

SCHWEIZ:
kaktus verlagsauslieferung, Langfeldstr. 54, Postfach 459, CH-8501 Frauenfeld
Tel. +41 (0) 52 722 31 90, Fax +41 (0) 52 722 17 82
e-mail: kaktus@solnet.ch, www.kaktus.net

ÖSTERREICH:
Pictopia Verlagsauslieferung, Böckhgasse 7/10/8, A-1120 Wien
Tel. +43 (0) 676 93 00 789, Fax +43 (0) 1 904 35 84
e-mail: office@pictopia.at, www.pictopia.at

“Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?” – Ausstellung im Hamburger Kunstverein

Dienstag, den 15. Dezember 2009

Am Freitag, den 18. Dezember eröffnet im Hamburger Kunstverein die Ausstellung “Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?”, die von frĂŒher Druckgrafik und Meisterzeichnungen bis hin zu aktuellen Kunstwerken und Comics einen weiten Bogen spannt. Schon die Liste der ausgestellten KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler (siehe unten) verspricht eine hochinteressante Schau, treffen doch hier die Werke einer Reihe renommierter Comic- bzw. Graphic Novel-Autorinnen und -Autoren auf Arbeiten bildender KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler. Deutlich wird, wie nahe sich die grafischen Kunstformen stehen und wo es zu Überschneidungen kommt – wobei bei den Comics der erzĂ€hlerische Aspekt im Vordergrund steht.

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Die Ausstellung „Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht DĂŒrer bis Art Spiegelman“ versammelt international politisch motivierte Bildergeschichten von der Erfindung der Buchdruckkunst bis heute. Anhand ausgewĂ€hlter Arbeiten von mehr als 130 KĂŒnstlerInnen wird die „Geschichte der Bildergeschichte“ erzĂ€hlt und die Entwicklung der Bildsprache, der Medien und der Inhalte deutlich gemacht.

Die Bildergeschichte ist die demokratischste aller Kunstformen, weil jeder sie „lesen“ und verstehen kann. In ihr ist ein Vermittlungsmoment schon grundsĂ€tzlich angelegt, indem sie keine kulturgeschichtliche Kenntnis und Vertrautheit mit Sujets oder Kompositionsprinzipien und allegorischen Gehalten voraussetzt. Das der Bildergeschichte eigene demokratische BildverstĂ€ndnis kondensiert letztlich den Anspruch von Institutionen, denen es um die Vermittlung von Kunst und die ÜberbrĂŒckung der Kluft zwischen Kunstproduktion und Publikum geht.

kunstverein_comics1Die ausgestellten KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler: Ad Reinhardt, Martin Arnold, Gerd Arntz, Ferdinand Barlog, Berthold Bartosch, Harold Begbie / Francis Carruthers Gould, Steve Bell, Shirley Bogart, Klaus Budzinski / Rainer Hachfeld, Stanley Brouwn, Jacques Callot, ClavĂ© / Godard, Edmond Calvo, Jake & Dinos Chapman, Sue Coe, M. Philip Copp, Stephen Croall, Robert Crumb (“Genesis”, Carlsen), Jari Pekka Cuypers, HonorĂ© Daumier, Lin Da-we, Dave Decat, James Dyrenforth / Max Kester, Walt Disney, GĂĄbor Friedrich, Gustave DorĂ©, Albrecht DĂŒrer, Ekkes, Martin Gray, Guibert / LefĂ©vre / Lemercier (“Der Fotograf”, Edition Moderne), Olaf Gulbransson, Masist GĂŒl, Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott”, angekĂŒndigt bei Carlsen), Max Ernst, Öyvind Fahlström, Jules Feiffer, Lyonel Feininger, Ari Folman (mit David Polonsky: “Waltz with Bashir”, Atrium), Jean-Claude Forest, Rube Goldberg,  Francisco de Goya, Vernon Greene, Keith Haring, George Herriman, HergĂ©, Hans Holbein d. J., Paul Hogarth, William Hogarth, Laurence Hyde, Jörg Immendorff, Sid Jacobson / Ernie ColĂłn, Henri Gustave Jossot, Rolf Kauka, Reinhard Kleist (“Cash – I see a Darkness”, Carlsen), Joe Kubert (“Yossel 19. April 1943″, Ehapa), John Leech, Herbert Lehmann, JĂĄn Mancuska, Stefan Marx, Frans Masereel, David Mazzucchelli (mit Paul Karasik: “Paul Austers Stadt aus Glas”, Reprodukt), Winsor McCay, Scott McCloud (“Comics machen”, Carlsen), Carl Meffert, Alfred von Meysenbug, JĂŒrgen Metz / Charly G. SchĂŒtz, Mike Mignola, Henry Moore, Iain Morris, Keiji Nakazawa, Otto Neurath, Otto NĂŒckel, Erich Ohser, Michael O’ Donoghue, Dan O’Neill, Henrik Olesen, Karl Ewald Olszewski, George Orwell, Richard Felton Outcault, Giacomo Patri, Gladys Parker, Guy Peellaert / Pierre Bartier, Grayson Perry, Raymond Pettibon, Pablo Picasso, Fritz Raab, Alfred Rethel, Henry Ritter, Rius, Spain Rodriguez, Rose, Joe Sacco (“PalĂ€stina”, Edition Moderne), Petr Sadecky, Marjane Satrapi (“Persepolis”, Edition Moderne), Gerald Scarfe, Gerhard Seyfried, Ben Shahn, Jim Shaw, Situationistische Internationale, Ernst Scheller, Manfred Schmidt, Adolf Schrödter, William Siegel, Otto Soglow, Art Spiegelman (“Die komplette Maus”, Fischer), Robert & Philip Spence, Christoph Steinegger, Ernst SteingĂ€sser, ThĂ©ophile-Alexandre Steinlen, Lou Tji-gui, Mathilde ter Heijne, Rodolphe Toepffer, Gary Trudeau, Wang Tschun-bsin / Yang Scha, FĂ©lix Vallotton, Lynd Ward, Klaus Wiese / Christian Ziewer, Adolphe Willette, Oscar Zarate u.a.

Die Ausstellung wird bis zum 14. MĂ€rz 2010 zu sehen sein, in KĂŒrze wird eine begleitende Publikation veröffentlicht.

Der Kunstverein, Klosterwall 23, D-20095 Hamburg
Tel. (040) 32 21 57, Fax (040) 32 21 59
hamburg@kunstverein.de , www.kunstverein. de
Öffnungszeiten: Di-So und Feiertage 12-18 Uhr

Morgen, 16.12.2009: Neue Comicseite im “Tagesspiegel”

Dienstag, den 15. Dezember 2009

Neben der umfangreichen themenbezogenen Onlineseite leistet der in Berlin erscheinende “Tagesspiegel” mit einer regelmĂ€ĂŸig erscheinenden Print-Seite, die sich ausschliesslich Comics widmet, Pionierarbeit im deutschen Zeitungsfeuilleton. Am morgigen Mittwoch erscheint die Seite zum zweiten Mal und auch diesmal stehen Graphic Novels im Mittelpunkt der Berichterstattung.

tagesspiegelcomicseite12_09Auf der Seite – oben ein Gestaltungsentwurf aus der Layoutwerkstatt des “Tagesspiegels” – werden unter anderem zu lesen sein: eine Rezension von Pascal RabatĂ©s “BĂ€che und FlĂŒsse” (Reprodukt) gibt, Texte zu Winshluss’ “Pinocchio” (avant-verlag), Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52), Ryuichiro Utsumis und Jiro Taniguchis “Von der Natur des Menschen” (Carlsen) und Robert Vendittis und Brett Weideles “The Surrogates” (Cross Cult), sowie ein Interview mit Shaun Tan (“Ein neues Land”, Carlsen).

“Pinocchio” – Leseprobe und erste Kritiken online

Montag, den 14. Dezember 2009

Pinocchio CoverZum kĂŒrzlich im Berliner avant-verlag veröffentlichten “Pinocchio” des französischen Comicautors Winshluss ist neben einer mehr als zwanzig Seiten umfassenden Leseprobe auch eine neue Besprechung erschienen.

Im schweizer-deutschen Comic-Magazin “Strapazin” schreibt Christian Gasser:

Furios und fulminant

Das Cover sticht ins Auge: Bunt, verschnörkelt und nostalgisch die Gestaltung der Almanache des frĂŒhen 20. Jahrhunderts beschwörend. Auch der Titel “Pinocchio” verweist in die Vergangenheit: Carlo Collodi verfasste seine rabenschwarze Erziehungsmoritat 1883, Walt Disney versĂŒsslichte sie 1940 in seinem wunderbaren Film, seither ist Pinocchio eine immer wieder neu interpretierte Ikone der populĂ€ren Kultur.
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Genau das reizte auch Winshluss. Der 1970 geborene Franzose ist nicht in erster Linie aus dem Strapazin bekannt, sondern als Vincent Paronnaud, Co-Regisseur von Marjane Satrapis “Persepolis”. Wo aber auch Winshluss drauf steht, ist auch Winshluss drin: Winshluss ist eine unerschrockene und kompromisslose Underground-GrĂ¶ĂŸe, der ohne Furcht vor Tabus und Unkorrektheiten das subversive Potential der Comics erforscht und zelebriert. mehr

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Bisherige Kritiken finden sich auf der Verlagswebsite. Die Leseprobe zum Band kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden. (8,8 MB)

Peer Meter – Neue Website online

Samstag, den 12. Dezember 2009

Seit Anfang Dezember ist die neue Website von Peer Meter online: Auf www.peermeter.de stellt der Schriftsteller, Dramatiker und Szenarist neben seinem literarischen Schaffen auch verschiedene aktuelle Projekte mit deutschen Comiczeichnerinnen und – zeichnern vor.

Haarmann

Peer Meter ist Anfang der Neunzigerjahre bekannt geworden als Szenarist von “Haarmann”, erschienen im Carlsen Verlag. “Haarmann” gezeichnet von Christian Gorny, war eine auf drei BĂ€nde angelegte, auch international viel beachtete Serie, die leider nach dem ersten Band abgebrochen wurde. An einer neuen Version des Stoffes um den hannoverschen Serienmörder Fritz Haarmann arbeitet nun Isabel Kreitz – ebenfalls fĂŒr den Carlsen Verlag.

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Bereits angekĂŒndigt ist “Gift” eine weitere Graphic Novel, die mit der Berliner Zeichnerin Barbara Yelin entsteht und im MĂ€rz 2010 zur Leipziger Buchmesse bei Reprodukt erscheinen wird. “Gift” ist ein historisches Drama, dessen Handlung im Bremen des Jahres 1831 angesiedelt ist. Im Mittelpunkt der ErzĂ€hlung steht der Kriminalfall um Gesche Margarethe Gottfried, der man vorwarf, von 1813 bis 1827 fĂŒnfzehn Menschen vergiftet zu haben.

Über weitere Projekte des Worpsweder Autors mit Nicola Maier-Reimer, Gerda Raidt oder David von Bassewitz informiert die Vorschau auf der neuen Website.

Abbildung aus “Haarmann” © Peer Meter – Isabel Kreitz – Carlsen
Abbildung aus “Gift” © Peer Meter – Barbara Yelin – Reprodukt

“Du lieber Himmel, ein Comic!”

Freitag, den 11. Dezember 2009

Cover_GenesisFĂŒr “Zeit online” zeigt Christina Rietz unter anderem, wie der fĂŒr seine nicht besonders zimperlichen Comics bekannte Robert Crumb im Bibelcomic “Genesis” (Carlsen) sich anbietende Gelegenheiten, Sex und Gewalt darzustellen, weitgehend auslĂ€sst.

Du lieber Himmel, ein Comic!

Mit Gott kann man reden: Der Underground-Comic-KĂŒnstler Robert Crumb hat sich die Genesis vorgenommen und zeigt den Schöpfer ganz menschlich.

Recht ĂŒberlegt ist die Bibel nicht jugendfrei. Die Evangelien nicht, das Alte Testament noch weniger, und geradezu eklig geht es im Buch Genesis zu: Brudermord, Inzest, Masturbation – das wĂ€ren die Aufreger in absteigender Reihenfolge. Es klingt wie geschaffen fĂŒr einen meisterhaften Comiczeichner und Überzeichner wie Robert Crumb, die Legende der Underground-Comics aus den sechziger Jahren. Zurechtlegen könnte er sich die Genesis, Orgien kolorieren, mal richtig obszön werden. mehr

Carlsen Sommerprogramm 2010

Freitag, den 11. Dezember 2009

Von April bis September 2010 konzentriert man sich bei Carlsen Comics vor allem auf BewĂ€hrtes: Farbige Faksimile-Ausgaben von “Tim & Struppi” sowie Neuauflagen von “Spirou & Fantasio” und “Gaston” und neue BĂ€nde sattelfester Serien wie “Thorgal” oder “Prinz Eisenherz” dominieren das neue Programm.

zoo_im_winterAber auch im Segment Graphic Novels gibt es einige Neuerscheinungen anzukĂŒndigen: Mit “Ein Zoo im Winter” erscheint ein neuer Titel von Jiro Taniguchi, bekannt und beliebt durch “Vertraute Fremde” und “Die Sicht der Dinge”.

Der Verlag zu “Ein Zoo im Winter”: Der 2008 entstandene Band “Ein Zoo im Winter” ist das neueste Schwarzweiß-Werk von Jiro Taniguchi und mit Sicherheit eines seiner besten. Autobiographisch inspiriert, bietet dieses Buch keine autobiographisch-chronologische Nabelschau, sondern eine sehr stimmungsvolle, in sich geschlossene ErzĂ€hlung. Es geht um den jungen, introvertierten und etwas schĂŒchternen Fabrikarbeiter Hamaguchi, der von Kyoto aus nach Tokyo kommt und sich dort als Assistent in einem Comiczeichner-Team verdingt – und natĂŒrlich um zwischenmenschliche Beziehungen, ob beim Zeichnen im Studio, draußen in der Stadt oder im Nachtleben Tokyos. Nicht nur thematisch und erzĂ€hlerisch, auch grafisch ist dies eines der schönsten Taniguchi-BĂŒcher.

Der dritte und abschließende Band von Osamu Tezukas dĂŒsterem Thriller “Kirihito” erscheint im Juni 2010. Der erste Band der Serie wurde hier bereits vorgestellt.

faustAuch Jens Harders “Alpha – Directions” ist angekĂŒndigt und soll im Juni 2010 erscheinen, wie an anderer Stelle auf graphic-novel.info bereits erwĂ€hnt.

Ebenfalls im Segment Graphic Novel wird “Faust” von Flix prĂ€sentiert. In insgesamt 80 Strips ist Flix’ neue Serie von Juli bis Mitte Dezember 2009 in der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” vorveröffentlicht worden. Die Albenausgabe verweist gestalterisch auf die bekannten gelben Klassiker aus dem Reclam Verlag.

Eine ausfĂŒhrliche Vorstellung von Flix und “Faust” findet sich auf den Seiten der “FAZ” – einen weiteren umfangreichen Einblick in das neue Buch erhĂ€lt man aktuell auf der Startseite zur Homepage des Berliner Zeichners.

plastik-madonnaGezeichnet von David Prudhomme nach einem Szenario von Pascal RabatĂ© (“BĂ€che und FlĂŒsse”, Reprodukt) erscheint im September 2010 “Plastik Madonna”.

Begeistert schreibt Kai Wilksen auf www.pp-buch.de zum Inhalt der französischen Originalausgabe “La Marie en plastique”: In ihrem kleinen Haus mit Garten könnte die Familie Garnier glĂŒcklich und zufrieden leben, lĂ€gen sich die frömmelnde Großmutter und der kommunistische Großvater nicht stĂ€ndig in den Haaren. Nachdem er ein Bild von Lenin an die Wand hinter der von ihr aus Lourdes mitgebrachten Plastik-Madonna aufgehĂ€ngt hat, scheint ein wackliger Waffenstillstand erreicht zu sein. Doch dann beginnt die Figur, Blut zu weinen… Das alles ist mit leichter Hand und in beschwingten Bildern erzĂ€hlt – ein wirkliches kleines Wunder.

“Faust” von Flix, ISBN 978-3-551-78977-8, 96 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover € (D) 14,90, erscheint im April 2010
“Ein Zoo im Winter” von Jiro Taniguchi, ISBN 978-3-551-75284-0, 232 Seiten, 14,5 x 21 cm, Klappenbroschur, € (D) 16,-, erscheint im Mai 2010
“Alpha – Directions” von Jens Harder, ISBN 978-3-551-78980-8, Hardcover matt, 360 Seiten, 19,4 x 30,5 cm, € (D) 49,90, erscheint im Juni 2010
“Kirihito” 3 von Osamu Tezuka, ISBN 978-3-551-79182-5, 288 Seiten, 14,5 x 21 cm, Klappenbroschur, € (D) 16,90, erscheint im Juni 2010
“Plastik Madonna” von Pascal RabatĂ© & David Prudhomme, ISBN 978-3-551-78969-3, 128 Seiten, 17 x 24 cm, € (D) 18,90, erscheint im September 2010

Neue Comics und Graphic Novels bei Knesebeck

Donnerstag, den 10. Dezember 2009

3896603566titellargeBereits im FrĂŒhjahr 2006 machte der MĂŒnchner Knesebeck Verlag mit einer Neuheit im Segment Graphic Novel auf sich aufmerksam, die im Feuilleton viel Beachtung fand: “Mutter hat Krebs”, eine autobiografische Geschichte des amerikanischen Autors Brian Fies ĂŒber den Alltag einer Familie in einer extremen Lebenssituation.

Wie das aktuelle “Börsenblatt” meldet, soll das Segment Comic bei Knesebeck im FrĂŒhjahr 2010 nun erweitert werden: vier Neuheiten sind geplant, allerdings werden die Titel noch nicht im einzelnen genannt.

Neue Rezensionen – Dezember 2009 (1)

Donnerstag, den 10. Dezember 2009

Vor allem auf den Seiten von Online-Feuilletons und auf Blogs wurden in den vergangenen Wochen Graphic Novels vorgestellt und besprochen. Eine Auswahl findet sich hier.

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FĂŒr das Autorennetzwerk suite101.de wirft Marco Behringer einen Blick in Joe Saccos “PalĂ€stina” (Edition Moderne) und ordnet die “journalistische Graphic Novel ĂŒber den Alltag der PalĂ€stinenser” in das Graphic Novel-Subgenre der Comicreportage ein.

Das Interesse fĂŒr Simon Schwartz’ DebĂŒt “drĂŒben!” blieb auch in den vergangenen Wochen bestĂ€ndig hoch und weitere Medien berichteten ĂŒber die Ost-West-Familiengeschichte des Berliners. FĂŒr einheits-brei.de, ein Onlineprojekt des 6. Jahrgangs der electronic media school (ems) in Potsdam, wurde der Autor interviewt, der Text findet sich hier: “Endlich drĂŒben – eine Ausreisegeschichte als Comic”. Ein weiteres Interview fĂŒhrte Simon Schwartz mit einem Vertreter von visuellepolitik.at, das Ergebnis ist hier zu lesen: “Die DDR im Kopf”. Auch in DĂ€nemark fand “drĂŒben!” Beachtung: Autor und Buch wurden von Benjamin Krasnik im “Kristeligt Dagsblad” unter dem Titel “Muren er vigtig for mig og landets historie” vorgestellt.

Kriminalcomics stehen im Mittelpunkt des Artikels “Crime and Punishment”, den Benjamin Vogt fĂŒr das österreichische Kulturportal “The Outfit” verfasst hat. Vorgestellt werden unter anderem “RG – Riad an der Seine” (Carlsen) von Pierre Dragon & Frederik Peeters sowie “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult) von Jon J. Muth.

“Üppig grĂŒnes Grauen” liest Brigitte Helbling in Fabien Vehlmanns und KerascoĂ«ts modern-morbiden MĂ€rchen “Jenseits” (Reprodukt) und schreibt darĂŒber auf der Website von titel-magazin.de. Über den gleichen Titel schreibt auch Markus Dewes auf tagesspiegel.de und fasst dort zusammen: “MĂ€rchenfiguren im Blutrausch”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt der Politikwissenschaftler Thomas Greven in seiner Kolumne einen politischen Comic vor; den hierzulande noch unveröffentlichten “A.D. – New Orleans after the Deluge” (Pantheon Books) von Josh Neufeld, der sich mit der “Amerikanischen Sintflut” in New Orleans befasst. Ressortchef Lars von Törne schreibt an gleicher Stelle ĂŒber “Miller und Pynchon” (Luftschacht): “MĂ€nner weinen heimlich”.

Auf echo-online.de stellt Heide Germann fest, dass “Der Krieg der Knöpfe” (Kinderbuchverlag Wolff) von Mathieu Gabella & ValĂ©rie Vernay nach Louis Pergaud nicht nur fĂŒr Comicleser interessant ist.

Warum der Aufschrei angesichts der Bibel-Umsetzung “Genesis” (Carlsen) von Robert Crumb ausblieb, ist dem Schweizer Rundfunk DRS2 klar. Online kann nachgehört werden, warum: “Crumbs ‘Genesis’ schockiert kaum”.

fm4.at, die Website des Jugendsenders des ORF, prĂ€sentiert ein Interview mit dem Autor und Zeichner der Fussballer-Biografie “Der Papierene, Band 1″ von Sascha Dreier (Ueberreuter), das Christian Achatzi und Reinhard Krennhuber fĂŒr das Fussballmagazin “Der Ballesterer” fĂŒhrten. “Die sitzen alle auf meinem Tisch”, wird der Autor zitiert.

Guy Delisles Reisebericht “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt) bespricht FrĂ©dĂ©ric Villan fĂŒr spreeblick.de und kommt zu dem Schluss, dass es sich um “ein großartiges, ein ausgezeichnetes Buch” handelt.

“SĂ©lection Officielle” AngoulĂȘme – Titel zweier deutscher Autoren in Auswahl

Dienstag, den 8. Dezember 2009

poster_angouleme2010Das 37. Internationale Comicfestival in AngoulĂȘme wirft seine Schatten voraus: Bevor auf dem Festival, das vom 28. bis zum 31. Januar stattfinden wird, die besten Comics ausgezeichnet werden, wurde nun die “SĂ©lection Officielle” vorgestellt. Aus den Titeln dieser 50 BĂŒcher und Alben umfassenden Liste rekrutieren sich die spĂ€teren PreistrĂ€ger der weltweit wohl bedeutendsten Comicauszeichnung. Seitens des Festivals ist diese Vorauswahl auch als eine Auflistung empfehlenswerter Titel gedacht.

Unter den ausgewĂ€hlten Titeln befindet sich eine ganze Reihe von Comics, die bereits in Deutschland veröffentlicht oder angekĂŒndigt wurden. Bemerkenswert, dass sich darunter auch zwei BĂŒcher deutscher Comiczeichner befinden: Sowohl Uli Oesterles Fantasythriller “Hector Umbra” (erschienen bei Carlsen und Edition 52) als auch Jens Harders Evolutionsgeschichte “Alpha” (angekĂŒndigt bei Carlsen) sind in der Auswahl.

DarĂŒber hinaus befindet sich Robert Crumbs Bibel-Umsetzung “Genesis” (erschienen bei Carlsen) auf der Liste wie auch “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert, die Biografie von Alan Ingram Cope, der im II. Weltkrieg als GI auf der Seite der Aliierten gekĂ€mpft hat (angekĂŒndigt bei Edition Moderne). Ebenfalls auf der Liste findet sich “Jenseits” (erschienen bei Reprodukt) ein MĂ€rchen fĂŒr Erwachsene von Fabien Vehlmann und KerascoĂ«t.

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Viele weitere Autoren, die mit anderen Titel bereits auf dem deutschen Markt vertreten sind, sind ebenfalls nominiert: Frederik Peeters, Michel Rabagliati, Pascal Rabaté, Seth, Daniel Clowes, Joann Sfar, Manu Larcenet und Ancco.

“Pinocchio” von Winschluss erschienen, erste Besprechung online

Dienstag, den 8. Dezember 2009

Pinocchio CoverAb sofort ist die vom französischen Comicautor Winshluss gestaltete Version von Carlo Collodis Kinderbuchklassiker “Pinoccio” im Handel erhĂ€ltlich. Der großformatige Hardcoverband wurde auf dem bedeutendsten Comicfestival Europas mit dem Preis fĂŒr das “Beste Album 2009″ ausgezeichnet. Winshluss, in seiner Heimat zunĂ€chst mehr fĂŒr seine Comics bekannt, war mit Marjane Satrapi verantwortlich fĂŒr die filmische Umsetzung von Satrapis autobiografischen “Persepolis”-BĂ€nden (Edition Moderne).

Gepetto ist hier ein skrupelloser Waffenfabrikant, Pinocchio ein niedlicher Roboter mit Flammenwerfer (siehe Tezukas Astro Boy) und die Grille wird von einer verwahrlosten Wanze gegeben. Mit respektlosem Witz und voller Überraschungen erzĂ€hlt uns Winshluss die Geschichte des kleinen Pinocchio auf seiner Reise durch eine alptraumhafte Welt, die mancherlei BezĂŒge zu unserer heutigen Welt aufweist: AtommĂŒll, Sex, religiös motiviertem Fanatismus, Mord und Totschlag sowieso.

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Das Resultat: Pinocchio fĂŒr das 21. Jahrhundert, garniert mit pechschwarzem Humor. Ein fulminanter französischer Underground-Comic von einem der wichtigsten Vertreter einer neuen Generation von französischen Comicautoren.
Neben seinen eigenen Filmen war er auch fĂŒr die Animation von „Persepolis“ verantwortlich und wurde dafĂŒr fĂŒr einen Oscar nominiert.

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Bereits am Freitag erschien die erste Besprechung des Bandes in der Wochenzeitung “der Freitag”, fĂŒr die Thomas Hummitzsch “Pinocchio” rezensierte und prompt zu seinem Comic des noch laufenden Jahres kĂŒrte.

Irrfahrt eines Androiden

Der französische Autor Winshluss hat Pinocchio auf kongeniale Weise ins 21. Jahrhundert ĂŒbertragen

Es gibt Autoren, die jahrelang als heimlicher Favorit fĂŒr Buch- und Literaturpreise gelten und sie doch nie bekommen. Der französische Comicautor Vincent Paronnaud alias Winshluss war lange der Geheimtipp unter den Comiclesern. Doch auf den wichtigen Comicfestivals wollte sich der Erfolg nicht einstellen. Auf dem Internationalen Comicfestival im französischen AngoulĂȘme wurden mit Smart Monkey (2004) und Wizz and Buzz (2007) zwar schon zwei seiner Werke nominiert, doch schafften es seine Arbeiten nie bis hinauf auf das Podium.

In diesem Jahr hat es endlich geklappt. Winshluss’ Pinocchio wurde in diesem FrĂŒhjahr als bestes Album ausgezeichnet und gewann damit einen der wichtigsten internationalen Comicpreise. In dem preisgekrönten Werk verlegt Winshluss die alte Geschichte der populĂ€ren Holzmarionette in eine kalte, hĂ€ssliche und abstoßende Moderne. Mord und Totschlag, Fanatismus, Pornografie und die atomare Umweltverschmutzung sind nur einige der modernen PhĂ€nomene, die Winshluss in seiner Pinocchio-Version kongenial verarbeitet. mehr

Pinocchio, ISBN 978-3-939080-40-4, 192 Seiten, HC, vierfarbig, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

Vorschau FrĂŒhjahr 2010 Edition Moderne | Reprodukt

Sonntag, den 6. Dezember 2009

Vorschau_Fruehjahr_2010Die neue Vorschau FrĂŒhjahr 2010 fĂŒr den Buchhandel, in der erstmals gemeinsam die Neuheiten von Edition Moderne und Reprodukt vorgestellt werden, befindet sich gerade in Produktion und wird Ende Dezember an den Handel verschickt.

Die jeweiligen Vorschauen von Edition Moderne und Reprodukt im bekannten Layout, in der die Titel den Lesern vorgestellt werden, werden ab Anfang Januar im Handel ausliegen.

Die Vorschau fĂŒr den Buch- und Comichandel, inklusive Leseproben und AutorenportrĂ€ts, steht ab sofort auch als PDF-Datei (1,6 MB) zum Download zur VerfĂŒgung: Vorschau FrĂŒhjahr 2010

Die Vorschau FrĂŒhjahr 2010 von Edition Moderne und Reprodukt ist fĂŒr den Buchhandel ĂŒber die Adresse der Verlagsvertretung, ĂŒber den MSW Medien Service oder direkt ĂŒber die Verlage zu beziehen. Kurze Anfrage genĂŒgt.

Verlagsvertretungen Grabert | Heckel | Krause
c/o G. V. V, Groner Str. 20, D-37073 Göttingen
Tel. (0551) 797 73 90, Fax (0551) 797 73 91
email: g.v.v@t-online.de

MSW Medien Service, Linde 72-74, D-42287 Wuppertal
Tel. 0049 (0) 202 55 50 41, Fax (0049 (0) 202 55 55 21
email: info@msw-medienservice.de, www.msw-medienservice.de

“Tamara Drewe” von Posy Simmonds bei Reprodukt

Samstag, den 5. Dezember 2009

9783941099319Anfang Januar erscheint bei Reprodukt die international vielfach ausgezeichnete Graphic Novel “Tamara Drewe” von Posy Simmonds in deutscher Sprache. Lose inspiriert von Thomas Hardys “Am grĂŒnen Rand der Welt” (“Far from the Madding Crowd”) setzt sich Posy Simmonds humorvoll und mit feinem GespĂŒr fĂŒr Charaktere mit der englischen Mittelklasse auseinander.

Fast beilĂ€ufig legt sie in ihren klaren Zeichnungen die SchwĂ€chen ihrer Figuren offen und entwirft ein Tableau eitler KĂŒnstlerexistenzen, die sie ebenso treffend und unterhaltsam in Szene zu setzen weiß wie die Vielschichtigkeit ihrer Protagonistin.

Das Leben in Stonefield ist idyllisch – zumindest bis Tamara Drewe auf den Plan tritt.

Das Schriftsteller-Refugium, das Beth und Nicholas Hardiman betreiben, ist ein Ort der Ruhe und KreativitĂ€t. FĂŒr das leibliche und seelische Wohl angehender und bereits etablierter Autoren sorgt vor allem Beth Hardiman, ungeachtet der Fehltritte ihres Gatten, der ein ebenso erfolgreicher wie eitler Schriftsteller ist. Als Tamara Drewe nach dem Tod ihrer Mutter in ihr nahe gelegenes Elternhaus zurĂŒckkehrt, um ihr Erbe anzutreten, wird die Idylle empfindlich gestört. Die junge Frau hat sich vom unscheinbaren Wildfang zur selbstbewussten Klatschkolumnistin gewandelt und ist unbestreitbar sexy. Binnen Kurzem liegen ihr alle MĂ€nner in Stonefield zu FĂŒĂŸen.

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Mit ihrer Anziehungskraft bringt Tamara lang unterdrĂŒckte Konflikte zum Ausbruch, und die Ordnung der lĂ€ndlichen Gemeinschaft, die man bisher fĂŒr unerschĂŒtterlich hielt, gerĂ€t allmĂ€hlich aus den Fugen.

“Tamara Drewe” wurde im Januar 2009 auf dem Internationalen Comicfestival in AngoulĂȘme mit dem Prix de la critique ausgezeichnet. Derzeit ist eine Verfilmung von Stephen Frears (“GefĂ€hrliche Liebschaften”) in Arbeit, die voraussichtlich entweder auf den Filmfestspielen von Cannes im Mai oder in Venedig im September 2010 uraufgefĂŒhrt werden soll.

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“Mit treffsicheren Linien durchleuchtet Posy Simmonds in ‘Tamara Drewe’ die Charaktere und zeigt uns, woraus Literaten, Autoren, Verleger, Kritiker und Akademiker gleichermaßen bestehen, all die Eitelkeiten, Begehrlichkeiten, EifersĂŒchteleien und die anderen gekrĂ€nkten GefĂŒhle, die sie mit sich herumtragen – genauso wie die Lust, die sie nur notdĂŒrftig in ihren Jeans verbergen.” – Tom Wolfe

Simmonds, Posy c Jane BownPosy Simmonds, geboren 1945 in Bershire, England, studierte Kunst und Grafikdesign in Paris und London. Seit den frĂŒhen Siebzigerjahren zeichnet sie regelmĂ€ĂŸig fĂŒr die englische Tageszeitung “The Guardian” und wurde fĂŒr ihre Arbeiten zweifach als Cartoonist of the Year ausgezeichnet. Internationale Beachtung fand sie als Autorin und Zeichnerin von “True Love”, “Gemma Bovery” und “Tamara Drewe”. FĂŒr ihre Verdienste um die Zeitungsindustrie wurde sie 2002 zum Member of the British Empire ernannt.

Posy Simmonds ist fĂŒr ihren entlarvenden und karikierenden Stil bekannt, mit dem sie ĂŒberaus treffend die britische Mittelklasse ergrĂŒndet. In ihren gesellschaftsanalytischen Geschichten portrĂ€tiert Posy Simmonds gern typische Vertreter der britischen Literaturszene. Neben Comics und Cartoons schreibt und zeichnet Posy Simmonds seit 1987 auch KinderbĂŒcher. “Die Katze des BĂ€ckers”, “Lulu im Museum” und weitere Titel sind in deutscher Sprache bei Diogenes erschienen.

Tamara Drewe, ISBN 978-3-941099-31-9, 136 Seiten, farbig, 26 x 23,5 cm, Klappenbroschur
ISBN 978-3-941099-31-9, erscheint Januar 2010 bei Reprodukt

Foto Posy Simmonds © Jane Bown