Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Monatsarchiv für Januar 2010

“Nie wieder jung!”

Dienstag, den 26. Januar 2010

cover_blankets_carlsenAuf der Website des Jugendsenders on3 des Bayerischen Rundfunks lassen sich nun zwei Buchvorstellungen nachh√∂ren: Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) und Craig Thompsons “Blankets” (Carlsen) bespricht Redakteur Markus K√∂bnik, der auch ein ebenfalls dort abrufbares Interview mit Ulli Lust f√ľhrte, die unter anderem den praktischen Hinweis gibt: “T√§towiert euch keine politischen Symbole!”.

Nie wieder jung!

Teenager haben es nicht leicht. Doch keine Angst, es gibt immer ein Weg aus der Krise. Das zeigen auch die Comics “Heute ist der letzte Tag ‚Ķ” und “Blankets”. Sie bringen damit sogar Punks und Jesus-Freaks zusammen. mehr

Ein weiterer Beitrag √ľber Ulli Lusts autobiografisches Buch sendete k√ľrzlich der Jugendsender des ORF, fm4. Redakteurin Zita Bereuters Beitrag l√§sst sich online nachlesen.

lust_der_letzte_tag_01_titel“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”

Zwei Punkmädels wollen nach Italien, ans Meer und in die Freiheit. Ein Ausriss in den Abgrund. Ulli Lust hat einen großartigen autobiograhpischen Comic gezeichnet.

“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, was wie ein krisengesch√ľttelter Lebensratgeber klingt, der zum sofortigen Umdenken animieren soll, ist das Lebensgef√ľhl, von dem Ulli Lust mit 17 √ľberzeugt war. Damals, in den tiefen 80ern habe sie tats√§chlich nicht in die Zukunft planen wollen, weil es eh keine gab, also eh alles wurscht, man habe auf die gro√üe Bombe gewartet und wollte vor dem baldigen Tod lieber nochmal auf den Putz hauen. mehr

“Punkrock Heartland” – Neue Graphic Novel bei M√§nnerschwarm

Dienstag, den 26. Januar 2010

punkrock_heartland_andi_liriumIm Hamburger M√§nnerschwarm Verlag, der sich auf das Thema Homosexualt√§t spezialisiert hat und bei dem unter anderem erstmals die weniger jugendfreien B√ľcher des Autoren Ralf K√∂nig verlegt wurden, erscheint im April eine neue Graphic Novel. Andi Lirium schildert in “Punkrock Heartland” eine Dreiecksgeschichte unter Punks.

Bastian ist 20 Jahre alt und schon mit dreizehn von Zuhause ausgerissen, weil es da nur √Ąrger gab. Seitdem lebt er zusammen mit anderen Punks in Hamburg. Der Autofreak Zottel ist so etwas wie ein gro√üer Bruder f√ľr ihn – auf einer Reise nach Norwegen kommt es zwischen ihnen zu einer heftigen Liebesaff√§re. Aber Zottel hat eine Freundin und weist Bass schlie√ülich zur√ľck. Der dreht durch und baut erst einmal richtig Mist. Im Knast lernt er Jannik kennen, aber Zottel ist und bleibt f√ľr ihn der sch√∂nste Mann der Welt.

Die Graphic Novel, der gezeichnete Roman gewinnt in Deutschland immer mehr an Beliebtheit. Dieses Debut mit seinem dynamischen, oft wilden Strich gibt sich sofort als eigenst√§ndige Stilrichtung zu erkennen, als Fuchs im H√ľhnerstall der sonst √ľberwiegend sehr braven Zeichenstile. Den Zeichner wird man sich merken m√ľssen.

Punkrock Heartland, ISBN 978-3-939542-92-6, 176 Seiten, ca. 18 EUR, erscheint im April im Männerschwarm Verlag

Neue Rezensionen ‚Äď Januar 2010 (2)

Sonntag, den 24. Januar 2010

Nicht nur Comics selbst standen in den vergangenen Tagen im Mittelpunkt der Presseberichterstattung: Filme √ľber und basierend auf Comics sowie eine Ausstellung sorgten f√ľr zus√§tzliche Artikel.

comics_presse_jan10_2

Die Verfilmung der Science-Fiction-Graphic Novel “The Surrogates” (Cross Cult) von Robert Venditti und Brian Weidele wird von der Presse wohlwollend aufgenommen (wie zum Beispiel dieser Bericht in der “Welt” zeigt). Auf “tagesspiegel.de” gehen Moritz Honert und Lars von T√∂rne in “Kampf der Bilder” sowohl auf den Film als auch auf die Vorlage ein und kommen zu dem Schluss, dass die Geschichte in beiden Medien funktioniert. F√ľr den “film-dienst” wirft Christian Meyer in “Der Glanz der (Ober-)Fl√§che” einen Blick auf die Unterschiede zwischen den beiden Versionen.

F√ľr den “Tagesspiegel” wiederum schreibt Lars von T√∂rne √ľber den k√ľrzlich unter anderem auf arte ausgestrahlten Dokumentarfilm “Comics ziehen in den Krieg” und lobt den Film f√ľr die Feststellung, dass Comics, die den “Krieg in der ersten Person” nacherz√§hlen, gar nicht erst den unm√∂glichen Anspruch auf allumfassende Authentizit√§t erheben. Leichte, aber clevere Kost erkennt Jan Oberl√§nder in Nicolas Mahlers “L√§ngen und K√ľrzen” (Luftschacht), dessen “Sch√∂ne Nichtigkeiten” hintergr√ľndig mit Form und Genre spielen.

Auf der Seite des WDR-Radiosenders “Eins Live” wurde k√ľrzlich Posy Simmonds’ “Tamara Drewe” (Reprodukt) als eines des “B√ľcher der Woche” gew√ľrdigt. Einen “gezeichneten Gesellschaftsroman in bester britischer Tradition, mit subtilem Witz und psychologischem Feingef√ľhl” erkennt die Redaktion unter der √úberschrift “Am gr√ľnen Rand der Welt”.

“Kulturbahnhof Eller zeigt junge Comiczeichner aus Hamburg” meldet Jo Achim Geschke f√ľr die “Neue Rhein Zeitung” aus D√ľsseldorf und sagt damit auch schon, worum es in seinem Bericht geht: Die derzeit laufende Ausstellung im Kulturbahnhof Eller in D√ľsseldorf. Die √úberschrift ist eventuell auch ein verstecktes Kompliment an Martin tom Dieck und Anke Feuchtenberger.

F√ľr “Comicgate.de” empfiehlt Andreas V√∂llinger die im Berliner avant-verlag erschienene, autobiografische Graphic Novel “dr√ľben” von Simon Schwartz unter anderem als Schullekt√ľre. Felix Giesa schreibt f√ľr “satt.org” √ľber zwei Neuerscheinungen, “in denen sich kinderliterarische Topoi wiederfinden”: “Pinocchio” (avant-verlag) von Winshluss¬† (avant-verlag) und “Jenseits” (Reprodukt) von Kerascoet und Fabien Vehlmann. Sein Fazit: “Gebt den Erwachsenen ihre Comics zur√ľck”.

“Wenn Sachbesch√§digung zu Mord wird”

Freitag, den 22. Januar 2010

surrogatesJ√∂rg B√∂ckem schreibt heute auf “Spiegel Online” √ľber “The Surrogates” von Robert Venditti (Text) und Brett Weldele (Zeichnungen), erschienen bei Cross Cult, und die Filmadaption des Comics von Jonathan Mostow.

Wenn Sachbeschädigung zu Mord wird

Im Jahr 2054 sind die Menschen Couch-Potatoes, den Alltag bew√§ltigen ferngesteuerte Roboter: Der d√ľstere Comic “The Surrogates” erinnert an “The Matrix”, ist aber viel komplexer. Die Filmversion – jetzt im Kino – kommt weitaus konventioneller daher – was die Sch√∂pfer des Originals wenig st√∂rt.

Eine dunkle Gasse in Central Georgia Metropolis im Mai des Jahres 2054. Regen f√§llt, ein Gewitter h√§ngt √ľber der Stadt. “Lebt!” ruft der vermummte Fremde, kurz bevor er einem jungen P√§rchen einen Stromsto√ü durch die K√∂rper jagt. Am n√§chsten Morgen liegen zwei leblose Gestalten auf dem Asphalt, gut aussehend und elegant gekleidet. mehr

Graphic Novels im “B√∂rsenblatt” und auf b√∂rsenblatt.net

Donnerstag, den 21. Januar 2010

b√∂rsenblatt_logoDas “B√∂rsenblatts des Deutschen Buchhandels” stellt in seiner heute erschienen Ausgabe unterschiedliche Graphic Novels kurz vor. Erw√§hnt werden aktuelle Titel, die bei Comic- als auch Belletristikverlagen erscheinen werden oder bereits erschienen sind. Auf “b√∂rsenblatt.net” kommentiert Redakteur Stefan Hauck zudem die aktuellen Entwicklungen im Graphic-Novel-Segment:

hauckGraphic Novels: Neue Zielgruppen

Es wurde auch langsam Zeit: Was die Akzeptanz von bilddominierten Geschichten betrifft, scheint Deutschland nun da angekommen, wo Frankreich und Italien schon seit Ewigkeiten sind. Dort gelten Comics nicht als zu bel√§chelnder Kinderkram, sondern als ernst zu nehmende Lekt√ľre f√ľr Erwachsene. mehr

Neben den im Heft aufgef√ľhrten Titeln werden auf der Website des “B√∂rsenblatts” weitere Graphic Novels vorgestellt, unter anderem “Elende Helden” von Pierre Pelote und Baru (Edition 52), “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” von Ulli Lust (avant-verlag), “Blankets” von Craig Thompson (Carlsen), “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (Reprodukt) sowie Jean-Pierre Verneys und Jacques Tardis “Elender Krieg. 1914 ‚Äď 1915 ‚Äď 1916″ (Edition Moderne). Der Artikel “Hier sprechen die Bilder – Best of Graphic Novels” ist frei zug√§nglich.

Foto Stefan Hauck © Sophie Thoma

F√ľnf Fragen: Klaus Schikowski

Donnerstag, den 21. Januar 2010

schikowskiEnde vergangenen Jahres erschien “Die gro√üen K√ľnstler des Comics” (Edel) des in K√∂ln lebenden Journalisten und Autoren Klaus Schikowski. Wie an dieser Stelle bereits berichtet, stehen nicht zuletzt eine ganze Reihe von Graphic-Novel-Autorinnen und -Autoren im Mittelpunkt des Bandes. Grund genug, Klaus Schikowski einige Fragen zu stellen.

Was gibt es in Ihrem Buch √ľber Comics und ihre K√ľnstler zu erfahren?

Das Buch gibt in sechs chronologischen Kapiteln einen √úberblick √ľber die wichtigsten Entwicklungen des Comics im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ausgehend von der These, dass es die K√ľnstler sind und waren, die die Kunstform ma√ügeblich beeinflusst haben, werden Leben und Werk verschiedener Zeichner als auch Autoren aus den gro√üen Comic-Kulturen dargestellt. Die vorgestellten K√ľnstler stellen daher so etwas wie einen Wegweiser durch die Comic-Historie dar.

Was zeichnet einen gro√üen K√ľnstler aus?

Jemand, der dem Comic eine neue M√∂glichkeit aufgezeigt, oder eine neue Richtung gegeben hat. Ein gutes Beispiel daf√ľr ist Will Eisner. Er war direkt an zwei Innovationen beteiligt: Er hat einerseits bei den Anf√§ngen des comic book mitgewirkt und Ende der 70er Jahre dann den Begriff der Graphic Novel popularisiert. Mein Problem war nun folgendes: Sollte ich ihn in dem Kapitel 1920-1945 oder doch lieber 1975-1990 bringen? Demnach habe ich mich entschieden, Eisner kurzerhand zwei Kapitel zukommen zu lassen.

schikowski_k√ľnstler_comics_9783941378131_comic_webWas unterscheidet Graphic Novels (und ihre K√ľnstler) von anderen Arten Comics (und deren Sch√∂pfern)?

Nat√ľrlich machen die meisten K√ľnstler Comics aus Leidenschaft und jeder m√∂chte mit den Mitteln des grafischen Erz√§hlens anhand von Text und Bild etwas auszudr√ľcken ‚Äď da spielt es keine Rolle, ob das Kind nun Graphic Novel, Comic-Roman oder Autorencomic hei√üt. Die Graphic Novel ist ein neueres Genre, das an sich selbst den Anspruch erhebt, anspruchsvolle und ernsthafte Inhalte ad√§quat umzusetzen. Das war fr√ľher einmal anders, da stand die Unterhaltung im Vordergrund. Letzten Endes sind aber dennoch alles Comics.

Welche Bedeutung wird Graphic Novels im Buch zugeschrieben?

In der Gegenwart ist der Comic ohne das Ph√§nomen Graphic Novel nicht mehr denkbar ‚Äď auch wenn man dem Begriff etwas z√§hneknirschend begegnen kann. Zudem ist es eine globale Bewegung, die in allen Comic-Kulturen stattfindet und sich gegenseitig beeinflusst. Daher ist es nur folgerichtig, wichtige K√ľnstler aus diesem Kontext am Ende des Buches vorzustellen. Tats√§chlich hat der Comic durch die Graphic Novel neue Innovationen durchlebt und ist dadurch wieder zu einer eminent spannenden Kunstform geworden.

Welche Comics lesen Sie selbst besonders gerne?

Ich bin immer sehr neugierig der Form gegen√ľber. Nat√ľrlich sind mir die Comics aus dem Buch lieb und teuer, ich begeistere mich aber genauso f√ľr Jacovitti, Seth oder Naoki Urusawa. Erst k√ľrzlich hat mich die Bildsprache von Emmanuel Guibert in “Alans Krieg” sehr angesprochen oder die Eleganz, mit der Posy Simmonds Prosa und Comic verbindet. Generell lese ich nicht gerne schlecht gemachte Comics, aber was das ist, sollte schon jeder f√ľr sich selbst herausfinden.

Die gro√üen K√ľnstler des Comics, ISBN 978-3-941378-13-1, 256 Seiten, farbig, 29,95 EUR, erschienen bei Edel

“Richtig gute Geschichten brauchen richtig viel Zeit”

Mittwoch, den 20. Januar 2010

lust_der_letzte_tag_01_titelF√ľr die Wiener Wochenzeitschrift “Falter” hat Thomas Wolkinger Ulli Lusts “Heute ist letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) besprochen und reiht das Buch zwischen weiteren gelungenen autobiografischen Graphic Novels ein.

Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens

Richtig gute Geschichten brauchen richtig viel Zeit. Ulli Lust, Mitte der 90er von Wien nach Berlin emigriert, hat das im doppelten Sinn beherzigt. Die Ereignisse, die sie sich in ‚ÄěHeute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens‚Äú vom Leib schreibt, liegen immerhin ein Vierteljahrhundert zur√ľck. Und fast vier Jahre hat Lust gebraucht, um aus den sehr pers√∂nlichen Erlebnissen ihrer Jugend eine der eindringlichsten Erz√§hlungen der j√ľngeren deutschsprachigen Comicgeschichte zu stricken. Dabei umfasst der Erz√§hlzeitraum des mit 470 Seiten auch physisch ziemlich gewichtigen Bandes nur zwei Monate. Zwei Monate allerdings, die das Leben der Autorin und Zeichnerin nachhaltig gepr√§gt haben. mehr

“Pop goes my world” – Ausstellung von CX Huth im ZS art KunstRaum, Wie

Dienstag, den 19. Januar 2010

Nach Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz, Spanien und Portugal kann man die Arbeiten von CX Huth vom 22. Januar bis 27. M√§rz 2010 auch in √Ėsterreich – im ZS art KunstRaum Wien – bewundern. Neben der Arbeit an seinen Comics wie “Das 23 f√ľnf acht neun” oder “Hasenh√§schen” hat sich CX Huth vor allem mit Drucken und gro√üformatigen Arbeiten einen Namen gemacht. Nun sind neue Zeichnungen und Collagen des Berliner K√ľnstlers erstmalig in Wien zu sehen.

2006-09_cx_huth

Die Er√∂ffnung findet in Anwesenheit von CX Huth am Donnerstag, den 21. Januar um 19 Uhr statt. Die einleitenden Worte spricht Guido Zehetbauer-Salzer, K√ľnstlerischer Leiter des ZS art.

ZS art KunstRaum, Westbahnstr. 27-29, A-1070 Wien
www.zsart.at
√Ėffnungszeiten: Mo-Mi, Fr 11-19 Uhr, Do 11-21 Uhr, Sa 11-14 Uhr

Abbildung © CX Huth / Le Monde diplomatique

Reinhard Kleist ‚Äď Neue Website online

Dienstag, den 19. Januar 2010

home

Reinhard Kleist, unter anderm Autor und Zeichner der Johnny Cash-Comicbiografie “Cash ‚Äď I see a darkness” (Carlsen), hat seine Website optisch und inhaltlich neu gestaltet. Die schicke neue Seite ist ab sofort unter www.reinhard-kleist.de zu bewundern.

“Eine Liebe unter Schnee”

Montag, den 18. Januar 2010

9783551749079J√∂rg B√∂ckem schreibt am 18. Januar auf “Spiegel Online” √ľber die Neuausgabe von Craig Thompsons “Blankets” beim Hamburger Carlsen Verlag.

Eine Liebe unter Schnee

Der Amerikaner Craig Thompson erzählt in seinem fulminantem Comic vom Erwachsenwerden und der ersten Liebe Рund demonstriert eindrucksvoll die Stärken des Genres.

Das Wichtigste zuerst – “Blankets” ist ein Comic. Auch wenn der Carlsen Verlag, der das 2004 erstmals auf Deutsch erschienene Werk in einer bibliophilen Luxusausgabe wiederaufgelegt hat, scheinbar versch√§mt davon ablenken m√∂chte und, wie auch im US-amerikanischen Original, “illustrierter Roman” auf das Cover druckt – was immer das bedeuten soll. Ein Versuch, Qualit√§t zu behaupten und sich an das Feuilleton anzubiedern? Auf jeden Fall unsouver√§n und √§rgerlich. Wird dem Medium Comic selbst von den Machern keine Tiefe, kein Anspruch und keine Relevanz zugetraut? Zumindest wirkt es so. mehr

ARTE: “Metropolis”-Sendung zum Comicfestival Angoul√™me

Sonntag, den 17. Januar 2010

Am Samstag, dem 30. Januar besch√§ftigt sich die ARTE-Sendung “Metropolis” um 23.20 Uhr unter anderem mit dem Festival International de la Bande Dessin√©e Angoul√™me, das vom 28. bis zum 31. Januar 2010 stattfinden wird.

arte_angouleme

Drei Beitr√§ge zum Thema Angoul√™me sind geplant: “Das Schweigen in Comics”, “Interview mit Joe Sacco” sowie “Museumsbesuch mit einem Zeichner”. Unter anderem kommen die Comics und Graphic Novels “Blast” von Manu Larcenet (erscheint voraussichtlich im Herbst 2010 bei Reprodukt), “Der Geschmack von Chlor” von Bastien Viv√®s (Reprodukt) sowie “Pal√§stina” von Joe Sacco (Edition Moderne) zur Sprache.

Detaillierte Informationen finden sich auf dem Programmbeitrag zur “Metropolis”-Sendung.

“Unterwegs mit Samuel” von Tommi Musturi bei Reprodukt

Sonntag, den 17. Januar 2010

9783941099296Im Februar erscheint mit “Unterwegs mit Samuel” ein erstes Buch des finnischen Zeichners Tommi Musturi bei Reprodukt.

Samuel, der einsame Wanderer, begibt sich auf eine so psychedelische wie meditative Reise durch Raum und Zeit. Ein klarer Strich und leuchtende Farben laden ein, in Samuels √ľberbordende Welt einzutauchen, in der Motive aus Weltgeschichte und Philosophie wild durcheinander zitiert werden‚Ķ

Tommi Musturi geh√∂rt seit einigen Jahren zu den wichtigsten Protagonisten der sehr lebendigen Comicszene Finnlands. Die Comics des 1975 in Ruowesi geborenen Zeichners decken ein breites stilistisches Spektrum ab ‚Äď von fast klassisch anmutenden Geschichten bis hin zu ausufernden, psychedelischen Experimenten. Nicht zuletzt dank der Comiczeitung ‚ÄüKuti Kuti‚Äü oder der von Tommi Musturi herausgegebenen Anthologie ‚ÄüGl√∂mp‚Äü genie√üt die junge finnische Comicszene weit √ľber die Grenzen Skandinaviens hinaus einen hervorragenden Ruf. “Unterwegs mit Samuel” ist die erste deutschsprachige Buchver√∂ffentlichung des umtriebigen Zeichners, die bereits in sieben europ√§ischen L√§ndern ver√∂ffentlicht wurde.

9783941099296.interior04

Tommi Musturi, der 2008 sein Kunststudium an der Universität Helsinki abschlossen hat, wurde bereits mit vielen Preisen, Auszeichnungen und Stipendien bedacht. Neben seiner Tätigkeit als Comiczeichner arbeitet er als Illustrator und in der Animiation. Tommi Musturi lebt in Tampere, Finnland. Mehr Informationen sind auf der Website des Zeichners zu finden: www.tommimusturi.com.

Unterwegs mit Samuel, 136 Seiten, farbig, 20,5 x 20,5 cm, Hardcover, 20 EUR, erscheint im Februar 2010 bei Reprodukt

“Das Seelchen des Dichters”

Samstag, den 16. Januar 2010

cover_laengenIst es ein Comic? Ist es eine Graphic Novel? Ist es ein Roman? Ach, egal. “Zeit online” schreibt √ľber Nicolas Mahlers “L√§ngen und K√ľrzen” (Luftschacht Verlag).

Das Seelchen des Dichters

Bereiten wir uns auf das Literaturjahr vor! Am besten geht das mit Nicolas Mahlers skurriler Literaturbetriebssatire “L√§ngen und K√ľrzen”.

Einerseits schlimm: Der Held in diesem Buch leidet! Andererseits sch√∂n: Ein Gesamtwerk, das sich schnell lesen l√§sst. Zumal eins, das so beginnt: “Dieses Buch versammelt alles, was ich in meinen Schubladen finden konnte.” Das j√ľngste Buch von Nicolas Mahler liegt vor, Autor und Zeichner, √Ėsterreicher, Jahrgang 69, in manch kleinem Kreis schon weltber√ľhmt. Seit Jahren drucken die Titanic, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und La Repubblica seine Comics. mehr

“Fatale Wirkung von Nasensex”

Samstag, den 16. Januar 2010

Pinocchio CoverF√ľr die heutige Ausgabe der Berliner “tageszeitung” bespricht Journalist und Autor Thomas von Steinaecker “Pinocchio” von Winshluss (avant-verlag) und lobt die Radikalit√§t des Autors, der bei der √úbertragung der Vorlage die √§sthetischen St√§rken des Comics ausgespielt hat.

Fatale Wirkung von Nasensex

Der französische Comicautor Winshluss hat den alten Kinderbuchklassiker virtuos und fies neu interpretiert.

Gute B√ľcher ziehen nur in den seltensten F√§llen gute Adaptionen nach sich. So in den letzten Jahren zu beobachten bei der Dramatisierung von Bestsellern wie “Die Vermessung der Welt”. Ja, selbst bei Schl√∂ndorffs “Blechtrommel” wird es wohl kaum jemanden geben, der den k√ľnstlerischen Rang der Verfilmung √ľber jenen der Vorlage stellt. mehr

Graphic Novels bei Suhrkamp

Freitag, den 15. Januar 2010

Suhrkamp_LogoAuch wenn die Nachricht nicht mehr neu ist, ihr wurde bislang kaum Aufmerksamkeit geschenkt: In einem Interview, das Volker Hage mit Ulla Unseld-Berk√©wicz anl√§sslich des Umzugs von Suhrkamp in das Berliner √úbergangsquartier f√ľr den “Spiegel” (45/2009) gef√ľhrt hat, k√ľndigt die Verlagsleiterin an, dass bei Suhrkamp in Zukunft auch Graphic Novels verlegt werden sollen.

resized_Suhrkamp_20284468_onlineBildUnseld-Berk√©wicz: Es wird bei uns literarische Comics geben. Deutschland kann nicht l√§nger eine Kulturnation bleiben, deren Erz√§hler die M√∂glichkeiten des mit Bild und Text arbeitenden Romans, der “graphic novel”, ungenutzt lassen. Das hei√üt auch, dass wir dieses neue Genre mit den alten Formen, den literarischen Texten, auf eine Art verbinden werden, die beide erhellt.” mehr

In einem Interview mit der “Berliner Zeitung” wiederholte Ulla Unseld-Berk√©wicz die Ank√ľndigung der Ver√∂ffentlichung von Graphic Novels, auch dort allerdings ohne konkret zu werden. Nach vereinzelten, unterschiedlich erfolgreichen Versuchen gr√∂√üerer Publikumsverlage, auch im Comicbereich Fu√ü zu fassen (Alison Bechdels “Fun Home” bei KiWi, Art Spiegelmans “Die vollst√§ndige Maus” bei Fischer, Sarah Varons “Robo und Hund” bei Ravensburger etc.), scheint man bei Suhrkamp nun Gr√∂√üeres zu planen.

“Intensive Grenzerfahrung”

Freitag, den 15. Januar 2010

lust_der_letzte_tag_01_titelDer Kultursender 3sat sendet heute um 19.20 Uhr in der Sendung “Kulturzeit” einen Beitrag √ľber die Berliner Comicautorin Ulli Lust anl√§sslich der Ver√∂ffentlichung ihrer autobiografischen Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”. Schon jetzt ist ein begleitender Text auf der dazugeh√∂rigen Website aufrufbar.

Intensive Grenzerfahrung

Ulli Lusts feministischer Punk-Comic

Punks sind Rebellen. 1984 brennt die 17-j√§hrige Ulli einfach durch. Heute ist sie Comiczeichnerin und hat ihre Geschichte aufgezeichnet. Mit “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” hat Ulli Lust ein rebellisches Buch gezeichnet, mit dem man Teil einer anderen Welt wird. mehr

“Kinderland ist abgebrannt”

Donnerstag, den 14. Januar 2010

9783941099302Christian Schl√ľter, Kulturredakteur der “Frankfurter Rundschau”, in der morgigen Ausgabe der Tageszeitung √ľber “Jenseits” von Kerasco√ęt und Fabien Vehlmann (Reprodukt):

Kinderland ist abgebrannt

Alles f√§ngt so lieblich an. Geradezu harmlos. Unschuldig. Ein M√§dchen in hellem Sommerkleid erwartet bei sich zu Haus einen Verehrer. Sie ist ganz aufgeregt und fragt ihre kleine Schwester, ob sie denn auch h√ľbsch genug sei Und da ist er auch schon, Hektor, sehr h√∂flich, beinahe √ľbertrieben formvollendet stellt er sich mit einer Verbeugung vor. Die junge Frau ist entz√ľckt, man nimmt auf einem rosa Sofa Platz. Dem Gast wird sogleich ein St√ľck Kuchen angeboten, doch zu ihrem Entsetzen muss die Gastgeberin bemerken, dass sie v√∂llig vergessen hat, die hei√üe Schokolade zuzubereiten. Welch ein Fauxpas! Zum Gl√ľck hat die kleine Schwester an alles gedacht und serviert dem Gast sein Pl√§sier. mehr

“Die zehn besten Comics des Jahrzehnts”

Donnerstag, den 14. Januar 2010

AG#Das Online-Magazin “The European” hat f√ľr verschiedene Kategorien eine Reihe namhafter Feuilletonisten um die Nennung ihrer pers√∂nlichen Top Ten der vergangenen Dekade gebeten. So listen dort zum Beispiel “Spex”-Chefredakteur Max Dax seine Pop-Favoriten oder “Welt”-Literaturredakteur Elmar Krekeler die besten B√ľcher der Jahre 2000 bis 2009 auf. Jens Balzer, Journalist (“Berliner Zeitung”), √úbersetzer (Art Spiegelmans “Breakdowns”, S. Fischer)¬†und Autor (“Salut, Deleuze!”, mit Martin tom Dieck, Arrache Coeur) stellt dort nun “Die besten Comics des Jahrzehnts” vor.

Beachtenswerterweise besteht ein Gro√üteil seiner Favoriten aus Graphic Novels. In der Liste finden sich unter anderem Marjane Satrapis “Persepolis” (Edition Moderne), Alison Bechdels “Fun Home” (KiWi), das frisch erschienene¬† “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” von Ulli Lust (avant-verlag) und Killoffers “676 Erscheinungen von Killoffer” (Reprodukt).

Bilder zur Graphic-Novel-Aktion in Freiburg

Donnerstag, den 14. Januar 2010

Noch knappe vier Wochen wird die Graphic-Novel-Aktion bei der Buchhandlung Rombach in Freiburg laufen. Präsentiert werden fast 60 Graphic Novels von avant-verlag, Carlsen, Cross Cult, Edition 52, Edition Moderne, Reprodukt, Schreiber & Leser, S. Fischer Verlage und Kiepenheuer & Witsch.

GN_Fenster6small

GN_Fenster7small

Die großen Bilder der Schaufensterdekoration wurden dem aktuellen Graphic-Novel-Flyer entnommen, der dieses Jahr von Kati Rickenbach gestaltet wurde.

GN_Tisch1small

GN_Tisch5small

Auch √ľber dem B√ľchertisch h√§ngt eine Comicseite aus dem neuen Graphic-Novel-Flyer. Buchhandlungen, die auch Interesse an einer solchen Graphic-Novel-Aktion haben, k√∂nnen sich bei Sebastian Oehler √ľber Einzelheiten informieren.

Buchhandlung Rombach, Bertoldstr. 10, D-79098 Freiburg
Tel. (0761) 450 024 00
email: service@bookworld.de
√Ėffnungszeiten: Mo-Sa 9.30-19.30 Uhr

Ausstellung “Comics, Graphic Novels und Bildergeschichten aus Hamburg” im Kulturbahnhof Eller, D√ľsseldorf

Mittwoch, den 13. Januar 2010

Vom 17. Januar bis um 21. Februar 2010 zeigt der Kulturbahnhof Eller in D√ľsseldorf eine Zusammenstellung verschiedener Werke von deutschen Comiczeichnern. Neben bekannten K√ľnstlern wie Anke Feuchtenberger und Martin tom Dieck liegt das besondere Augenmerk auf der j√ľngeren Zeichnergeneration, die durch Arne Bellstorf, Sascha Hommer, Line Hoven und Judith Mall vertreten wird.

fy011

In Berlin und Hamburg konzentriert sich seit jeher die deutsche Comic-Szene. In keiner anderen Stadt gibt es eine solche Vielzahl von Verlagen und Comic-Zeichner, wie in der Haupt- und der Hansestadt. Wurde die gesamtdeutsche Comic-Szene in den letzten Jahren vor allem von Berlin aus dominiert, vollzieht sich nun ein Wandel. Aus Hamburg sorgt eine neue Generation von Comic-Zeichnern f√ľr weltweite Aufmerksamkeit. Ein Grund f√ľr den Kulturbahnhof Eller, dies in Form einer Ausstellung zu pr√§sentieren.

Es ist kaum m√∂glich, die Arbeiten der Ausstellungsteilnehmer unter einem gemeinsamen √úberbegriff zusammenzufassen. Weshalb die Ausstellung den Titel tr√§gt: ‚ÄěComics, Graphic Novels und Bildergeschichten‚Äú. Denn zu verschieden sind die sechs Zeichnerinnen und Zeichner in ihrer k√ľnstlerischen und erz√§hlerischen Art, in Arbeitstechnik und Publikationsform. Ihre Gemeinsamkeit liegt jedoch in dem Interesse, die M√∂glichkeiten des Mediums der Schriftbildlichkeit neu auszuloten, um sich von den beengenden formalen Vorgaben des Comics zu l√∂sen.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, den 17. Januar 2010 um 11.30 Uhr statt. Die Eröffnungsrede spricht Matthias Schneider (Kurator der Ausstellung).

Freundeskreis Kulturbahnhof Eller e.V., Vennhauser Allee 89, D-40229 D√ľsseldorf
Telefon (0211) 210 84 88, Fax (0211) 21 61 63
email: mail@kultur-bahnhof-eller.de, www.kultur-bahnhof-eller.de

Zeichnung ¬© Line Hoven aus “Orang” 8