Graphic Novels
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Monatsarchiv für Februar 2010

Neue Rezensionen – Februar 2010 (3)

Samstag, den 27. Februar 2010

Bis auf die Titelseiten der überregionalen Presse schaffte es die Meldung, dass am vergangenen Montag das Comic-Heft mit dem ersten Auftritt Supermans für unerhörte 1.000.000 Dollar den Besitzer wechelte. Davon einmal abgesehen, dass Batman am Donnerstag mit 1.075.500 Dollar nachgelegt hat, gab es in den vergangenen Tagen viele weitere Artikel über Comics bzw. Graphic Novels.

FĂĽr die “SĂĽdwest Presse” wirft Markus Kirzynowski anlässlich der Wiederveröffentlichung von Joe Saccos “Palästina” (Edition Moderne) einen schlaglichtartigen Blick auf verschiedene Comic-Reportagen, jene “Kriegsberichte mit Tusche und Feder”.

“Die Welt ist schlecht, ungelogen!” warnt Nils KurfĂĽrst auf titel-magazin.de in seiner Besprechung von Winshluss’ Version des “Pinocchio” (avant-verlag). Wie er ausfĂĽhrt, geht es dem Autor jedoch nicht um eine negative Utopie: “Politische, soziale und ökologische BezĂĽge machen aus Pinocchio eine sehr offenkundige Gesellschaftskritik.” Nicht nur im Inhalt sieht Alexander Frank an gleicher Stelle ein Abenteuer, vielmehr erkennt er in den drei Teilen von Guiberts, Lefèvres und Lemerciers Reportage-Trilogie “Der Fotograf” (Edition Moderne) ein “Abenteuerliches Kunstwerk”.

Wie unter anderem an dieser Stelle gezeigt, haben unterschiedliche Medien aus aktuellem Anlass Olivier Kas und Alfreds Buch “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen) aufgegriffen. Das autobiografische Buch, in dem Olivier Ka sexuelle Ăśbergriffe eines katholischen Geistlichen verarbeitet, stellt Christian SchlĂĽter unter der Ăśberschrift “Der Ăśbergottesmann” auch in der “Frankfurter Rundschau” vor und betont, dass Autor Olivier Ka mit UnterstĂĽtzung von Zeichner Alfred im “Comic jene Bilder-Sprache (findet), die ihn das Trauma verarbeiten” lässt.

“Ein anderer Traum von Israel” sei Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag), so Thomas Hummitzsch auf textem.de: “Ben Katchor ist es in seinem viel gelobten Comic gelungen, die Vielfalt der jĂĽdischen Eigenart in schlichte, aber geniale Tuschezeichnungen zu ĂĽbertragen und dabei zugleich ein StĂĽck amerikanisch-jĂĽdische Geschichte zu erzählen.”

Eine ganz eigenwillig-unterhaltsame Rezension der Comic-Umsetzung von Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ (Eichborn) schreibt Christoph Manel auf literaturmarkt.info mit “2327,78 Grad Celsius”. Obwohl er das Buch rundweg positiv bespricht, schiesst er sich mit dem ResĂĽmĂ©e selbst ins Knie: “Am Ende bleibt auf einer Art metaphysischer Ebene jedoch die Frage im Raum stehen, ob eine Comicfassung von “Fahrenheit 451″ nicht vielleicht ein erster Schritt zu der im Buch thematisierten Degeneration von Literatur sein könnte?” Oha, das liest sich wie Comic-Kritik der 1950er-Jahre.

Als Antwort darauf könnte man Moritz Honerts Beitrag fĂĽr tagesspiegel.de lesen, legt er doch dar, warum Bradburys “Flammender Appell” auch als Comic funktioniert. DafĂĽr kritisiert er in “Jahreszeiten der Gewalt” die Neuauflage von Hugo Pratts und Milo Manaras Geschichte “Ein indianischer Sommer” (Panini), deren frivolen Ton er mit dem zum Teil gewalttätigen Inhalt kollidieren sieht. Sven Jachmann erkennt an gleicher Stelle in der Neuauflage des von Neil Gaiman geschriebenen und von Dave McKean zeichnerisch umgesetzten “Black Orchid” (Panini) “Esoterisches Flaschendrehen”: Eindimensionale Mythisierung drohe in Reaktionismus umzukippen.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de, ebenfalls eine Neuauflage, dafĂĽr wieder lobende Worte: Katja Schmitz-Dräger schaut bei Craig Thompsons “Blankets” (Carlsen) “Unter der Decke” nach, ob das Buch ĂĽber die Jahre an Reiz verloren hat, kommt aber zum SchluĂź: “Meisterwerk”.

Das gleiche Fazit formuliert Frank Schäfer, der eben jenen Titel in der “Jungen Welt” bespricht. Der umfangreiche Band hat tatsächlich mehr als “Zeichen hinterlassen”, so ergriffen sieht der Rezensent Craig Thompson neben Art Spiegelman und scheut nicht, “Blankets” mit der Bibel zu vergleichen.

FĂĽr die “Kölnische Rundschau” sprach Barbara Buchholz mit Robert Venditti, dem Autor des mit Bruce Willis in der Hauptrolle verfilmten “The Surrogates” (Cross Cult, Zeichnungen von Brett Weidele). Mittelpunkt der Geschichte ist die Idee, dass in Zukunft mit Robotern “Ein zweite Ich fĂĽr Jedermann” angeboten wird.

Zum AbschluĂź noch ein Video des britischen Verlages “Self Made Hero”, der Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen) auf Englisch veröffentlicht und den Berliner KĂĽnstler unter anderem beim Zeichnen beobachtet hat.

Reinhard Kleist – The Man in Black and White from SelfMadeHero on Vimeo.

Platzierung von Graphic Novels im amerikanischen Buchhandel

Freitag, den 26. Februar 2010

PWeeklyCalvin Reid bespricht in seinem Artikel  fĂĽr “Publisher’s Weekly“ verschiedene Möglichkeiten der Platzierung von Graphic Novels im Buchhandel. Zu Wort kommen auch einige amerikanische Buchhändler und berichten von ihren Erfahrungen. Tenor ist, dass es keine allgemeingĂĽltige Lösung zum richtigen Einsortieren und fĂĽr jede Buchhandlung von Graphic Novel zu Graphic Novel unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Zum besseren Verständnis ist anzumerken, dass die Buchhandlungen inden USA unter Graphic Novels im Normalfall alles einsortieren, was kein Heft ist, d.h. auch Superhelden-Sammelbände oder Manga.

Vorgeschlagen wird in dem Artikel eine abteilungsĂĽbergreifende Platzierung bestimmter Titel als Möglichkeit, neue Leser anzusprechen. Ăśbertragen auf Deutschland wĂĽrde das bedeuten, dass Titel wie beispielsweise “Palästina“ von Joe Sacco (Edition Moderne) oder “Aufzeichnungen aus Birma“ von Guy Delisle (Reprodukt) neben der Comic/Graphic Novel-Abteilung auch im Sachbuchbereich platziert werden.

Der Artikel lässt sich hier in voller Länge auf Englisch lesen.

“Intrigen, LĂĽgen, Tote”

Freitag, den 26. Februar 2010

9783941099319Heute im Netz, morgen in Print: Sven Jachmann ĂĽber “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (erschienen bei Reprodukt) in der “tageszeitung” vom 27. Februar.

Intrigen, LĂĽgen, Tote

Als Klatschkolumnistin unter Schriftstellern: “Tamara Drewe” von der Comicautorin Posy Simmonds, die in England längst gefeiert wird.

Hier wird hartnäckig gearbeitet. Das englische Anwesen Stonefield ist ein Refugium fĂĽr SchriftstellerInnen, denen ihr Handwerk nur fernab vom urbanen Raum und den unumgänglichen Alltagsverrichtungen gelingt. FĂĽr diese Rahmenbedingungen sorgt in dem Comicbuch “Tamara Drewe” bis hin zur Selbstaufgabe die in Verdrängung hochgradig geĂĽbte Beth Hardiman. Ihr ebenfalls schreibender Gatte ist der ebenso eitle wie erfolgsverwöhnte Krimiautor Nicholas, dessen regelmäßige Bettgeschichten Beth nach 25 Jahren Ehe zähneknirschend und resigniert hinnimmt. mehr

Trailer zu Luc Bessons “Les Aventures Extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec” online

Donnerstag, den 25. Februar 2010

Bereits am 14. April läuft in Frankreich der neue Film von Luc Besson an: “Les Aventures Extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec” nach den ersten zwei Alben – “Adele und das Ungeheuer” und “Der Dämon vom Eiffelturm” – aus der bislang insgesamt 10-teiligen Reihe “Adeles ungewöhnliche Abenteuer” von Jacques Tardi.

1976 erschien der erste Band der Serie “Adeles ungewöhnliche Abenteuer” (“Adèle Blanc-Sec”), mit der Tardi zu einem der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen Comic-Kunst wurde. GroĂźe Beachtung fand auch der 1977 mit Jean-Claude Forest als Autor in dem Magazin “Ă€ Suivre” begonnene umfangreiche Comic-Roman “Hier selbst” (“Ici MĂŞme”). 1981 begann Tardi mit der Umsetzung mehrerer Fälle des Privatdetektivs Nestor Burma von LĂ©o Malet.

Seine Anti-Kriegs-Geschichten, die einen persönlichen Ursprung in dem Verhältnis zum GroĂźvater haben, der den Krieg in den SchĂĽtzengräben erlebte, gipfelten in dem 1993 erschienenen Buch “Der Grabenkrieg”, Tardis vielleicht wichtigstem Werk ĂĽberhaupt.

Anlässlich des Filmstarts von “Les Aventures Extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec” wird bei der Edition Moderne am 8. Mai zum Gratis Comic Tag das erste Album der Serie als Gratis-Heft vorgelegt. Weitere Informationen zur Adaption von Luc Besson gibt es auf der Website zum Spielfilm.

Suhrkamp kĂĽndigt Graphic Novels fĂĽr frĂĽhestens 2011 an

Donnerstag, den 25. Februar 2010

Nicht nur hat der Umzug des Traditionshuses Suhrkamp nach Berlin fĂĽr einigen Wirbel gesorgt, auch die AnkĂĽndigung, in Zukunft auch Graphic Novels veröffentlichen zu wollen liess aufhorchen. Nachdem einige Belletristikverlage wie KiWi (“Fun Home” von Alison Bechdel), Fischer (“Die vollständige Maus” von Art Spiegelman), Knesebeck (“Mutter hat Krebs” von Brian Fies”), Aufbau (“Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas und Edmond Baudoin), Atrium (“Waltz with Bashir” von Ari Folman und David Polonsky) und Eichborn (“Fahrenheit 451″ von Ray Bradbury und Tim Hamilton”) ihr Programm zumindest punktuell fĂĽr Comics geöffnet haben, darf man auf das Engagement des Literatur- und Theorieschwergewichts gespannt sein, dessen AnkĂĽndigung auf ein umfassenderes Programm schliessen lässt.

Wie der Verlag auf Anfrage nun mitteilte, ist mit ersten Veröffentlichungen jedoch nicht vor Mitte 2011 zu rechnen, von einer “Reihe” ist jedoch die Rede. Ob es sich dabei um Lizenzausgaben ausländischer Comics, neue Stoffe oder schlicht Literaturadaptionen handeln wird, ist jedoch noch nicht bekannt.

Ulli Lust liest

Mittwoch, den 24. Februar 2010

Am morgigen Donnerstag, dem 25. Februar, wird im österreichischen Linz das NextComic-Festival eröffnet. Zehn Tage lang widmet man sich in verschiedenen Veranstaltungen wie Ausstellungen und Vorträgen dem Thema Comic in seiner ganzen Breite.

Eingeladen ist unter anderem Ulli Lust, die am Freitag, dem 26. Februar, aus ihrem autobiografischen Buch “Heute ist der letzte Tag von Rest deines Lebens” (avant-verlag) lesen wird. Die Veranstaltung findet im AEC Ars Electronica Center statt und beginnt um 21.30 Uhr.

Am 2. März gastiert Ulli Lust dann im Wiener Phil und wird dort ebenfalls, begleitet von Bildprojektionen, aus dem Werk lesen. Beginn wird um 20 Uhr sein.

Ars Electronica Center, Ars-Electronica-StraĂźe 1, A-4040 Linz
Phil, Gumpendorferstrasse 10 – 12, A-1060 Wien

Mawil signiert in Frankfurt, Darmstadt, Leipzig und Berlin

Dienstag, den 23. Februar 2010

Auch wenn sich die Arbeit an seinem neuen Buch noch ein wenig hinzieht, ist Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, “Action Sorgenkind”, beide erschienen bei Reprodukt) im März unterwegs quer durch die Republik. Der Berliner Zeichner präsentiert seine Comics bei drei Signierterminen im Rhein-Main-Gebiet und in Sachsen.

“Mendrisio”, eine bislang unveröffentlichte Geschichte, die Mawil als 24-Stunden-Comic in einem Tag und einer Nacht gezeichnet hat, erscheint am 8. Mai zum ersten deutschen Gratis Comic Tag exklusiv und umsonst bei Reprodukt.

Zu diesem Anlass sind zwei weitere Signiertermine bei den Comicläden Grober Unfug und Modern Graphics in Berlin geplant.

Neue Comicseiten von Mawil erscheinen regelmäßig alle vier Wochen im Berliner “Tagesspiegel am Sonntag”.

Hier Mawils Signiertermine im März:

• Freitag, 12. März von 16 bis 18 Uhr
T3 Terminal Entertainment, GroĂźe Eschenheimer StraĂźe 41a, D-60313 Frankfurt
Tel. (069) 287569, Fax (069) 287584
t3ffm.wordpress.com

• Samstag, 13. März von 14 bis 17 Uhr
Comic Cosmos, RheinstraĂźe 22, D-64283 Darmstadt
Tel. (06151) 296590
www.naamanscomiccosmos.com

• Donnerstag, 18. März bis Sonntag, 21. März
Reprodukt auf der Leipziger Buchmesse – Halle 5, Stand E203
Tel. (0341) 678 8240, Fax (0341) 678 8242
www.leipziger-buchmesse.de
Ă–ffnungszeiten: Do-So 10-18 Uhr

Mawils Signiertermine im Mai:

• Samstag, 8. Mai von 14.30 bis 17.30 Uhr
Grober Unfug, WeinmeisterstraĂźe 9, D-10178 Berlin,
Tel. (030) 281 7331, Fax (030) 2838 4130
www.groberunfug.de

• Samstag, 8. Mai von 18 bis 20.30 Uhr
Modern Graphics, OranienstraĂźe 22, D-10999 Berlin
Tel. (030) 615 88 10, Fax (030) 615 88 23
www.modern-graphics.de

Sekundärliteratur im Ch. A. Bachmann Verlag

Dienstag, den 23. Februar 2010

Im Ch. A. Bachmann Verlag erscheint in KĂĽrze mit “Struktur und Geschichte der Comics – Beiträge zur Comicforschung” einen Sammelband, der sich dem Thema Comic theoretisch-historisch nähert. Der von Prof. Dietrich GrĂĽnewald herausgegebene Band wird verschiedene Beiträge zu den Tagungen der Deutschen Gesellschaft fĂĽr Comicforschung (ComFor) aus den Jahren 2006, 2007 und 2008 enthalten. Beiträge werden unter anderem folgende Themen behandeln:

Dietrich GrĂĽnewald
Das Prinzip Bildgeschichte.
Konstitutiva und Variable einer Kunstform

Oliver Näpel
›Fremdheit‹ und ›Geschichte‹.
Identität und Alterität durch visuelle Stereotypisierung des ›Anderen‹ und der ›Geschichte‹ von der antiken Vasenmalerei bis zum gegenwärtigen Comic und Film. Ein Abriss

Michael F. Scholz
Comics als Quelle der Geschichtswissenschaft.
Mit Beispielen aus der DDR-Geschichte

Ralf Palandt
(Ohn-)Macht und Hakenkreuz.
Comics im Schatten der Zensur

Stephan Köhn
Japan als Bild(er)kultur.
Erzähltraditionen zwischen narrativer Visualität und visueller Narrativität.

Zusätzlich zu diesem Band sind in der verlagseigenen Reihe  “yellow – Schriften zur Comicforschung” zwei weitere Titel angekĂĽndigt, bzw erschienen. Bereits erhältlich ist ein Band, in dem der Namensgeber der Reihe selbst im Mittelpunkt steht: Lambert Wiesing und Jens Balzer befassen sich in “Outcault – Die Erfindung des Comic” mit dem Autoren des “Yellow Kid” Richard F. Outcault und der Geburtsstunde des Mediums in seiner modernen Form.

Im Sommer wird dann ein Band erscheinen, in dessen Mittelpunkt dann wieder eine Graphic Novel stehen wird. Hans Joachim Backe wird in “Under the hood” die “Verweisstruktur der Watchmen” untersuchen. Die von Alan Moore geschriebene und von Dave Gibbons zeichnerisch umgesetzte Geschichte “Watchmen” (Panini) gilt in ihrer Vielschichtigkeit als Höhepunkt der Superhelden-Comics.

Struktur und Geschichte der Comics, ISBN 978-3-941030-04-6, broschiert, ca. 300 Seiten, 29,90 EUR, erscheint in KĂĽrze im Ch. A. Bachmann Verlag

“Feuer und Flamme fĂĽr einen Kultroman”

Dienstag, den 23. Februar 2010

Auf “Spiegel Online” schwärmt Jörg Böckem fĂĽr Tim Hamiltons Comic-Umsetzung von Ray Bradburys  Romanklassiker “Fahrenheit 451” (Eichborn).

Feuer und Flamme fĂĽr einen Kultroman

Ray Bradburys legendärer Science-Fiction-Roman “Fahrenheit 451″ wurde einst virtuos von François Truffaut verfilmt. Nun hat Tim Hamilton einen kongenialen Comic daraus gemacht.

Guy Montag hat sich in seinem Leben bequem eingerichtet. Er ist Feuerwehrmann; ein schöner Beruf, wie er sagt. “Es ist eine Lust, Feuer zu legen. Montags verbrenne ich Millay, Mittwoch Whitman, Freitag Faulkner.” Guy Montag löscht keine Feuer, er legt sie. Immer sind BĂĽcher der Brennstoff. Dass die Feuerwehr in frĂĽheren Zeiten einmal Brände bekämpft haben soll, hält er fĂĽr einen Mythos. Nach Feierabend fährt er nach Hause zu seiner tablettenabhängigen Frau. mehr

FĂĽnf Fragen: Heiko Kaminski von der Buchhandlung Rombach, Freiburg

Freitag, den 19. Februar 2010

Seit Anfang Januar läuft in Freiburg in der Buchhandlung Rombach eine Graphic-Novel-Aktion: Bücher werden auf Aktionstischen besonders präsentiert und das Schaufenster des Ladens wurde mit Büchern und Zeichnungen dekoriert (eigens hierfür fertigte die Zürcher Zeichnerin Kati Rickenbach ein großformatiges Bild an). Auch börsenblatt.net berichtet über die verlagsübergreifende Graphic-Novel-Aktion in der Buchhandlung Rombach.

Buchhändler Heiko Kaminski hat sich nun die Zeit genommen, ein paar Fragen zum Thema Graphic Novels und zur Buchhandlung Rombach zu beantworten.

Beschreiben Sie doch bitte kurz die Buchhandlung, in der Sie arbeiten. Wie und wo präsentieren Sie Graphic Novels?

Die Buchhandlung Rombach ist eine unabhängige Buchhandlung in Familienbesitz. Wir führen ein breites Sortiment von Modernem Antiquariat, Belletristik , Kochbuch, Garten, Reise, Kunst, Musik über Religion, Naturwissenschaften, Medizin, Wirtschaft, EDV, Sprachen, Lernhilfen bis Kinder- und Jugendbuch und natürlich Comics und Manga, das wir auf einer Ladenfläche von etwa 2000 qm und über vier Etagen verteilt anbieten. Die Graphic Novels sind in die Comic-Abteilung integriert und werden auf zwei großen Regalbrettern angeboten. Die Neuheiten befinden sich auf einem Tisch oder in einem separaten Neuheitenregal, wo sie nach Möglichkeit auch frontal präsentiert werden.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Graphic Novels?

Während man zu den bekannten Serien wie “Asterix”, “Tim & Struppi” oder “Spirou und Fantasio” usw. kaum etwas sagen muss, bedarf es bei den Graphic Novels einer intensiveren Beratung, vor allem bezĂĽglich des Inhaltes. Häufig kommen die Kunden allerdings mit konkreten BuchwĂĽnschen, da sie die Besprechung einer Graphic Novel in der Zeitung gelesen haben. Den Graphic Novels ist erfreulicherweise gelungen, was die anderen Comics nicht oder kaum geschafft haben: anhaltende Resonanz in den Feuilletons der groĂźen und kleinen Zeitungen.

An wen werden Graphic Novels hauptsächlich verkauft?

Die Hauptkäufer bei uns sind nach wie vor männliche Comicleser ab etwa 25 Jahren aufwärts. Aber durch die verschiedenen Besprechungen kommen auch immer öfter Gelegenheitsleser, männlich wie weiblich. Jugendliche Leser sind allerdings nicht feststellbar.

Wie informieren Sie sich und Kunden ĂĽber Graphic Novels?

Da auĂźer Carlsen und Panini keiner der groĂźen Verlage Graphic Novels anbietet und mit eigenen Vorschauen bewirbt, bin ich auf Informationen aus dem Internet angewiesen. Hier gibt es eine Vielzahl von Seiten, die mir hierbei behilflich sind. Allen voran natĂĽrlich die Seite graphic-novel.info, die die wichtigsten Informationen sammelt und das Suchen sehr erleichtert. Aber auch andere Seiten wie Comicgate,  oder die Comicnews-Seite vom “Tagesspiegel” helfen, interessante Comics zu finden.

Haben Sie einen Lieblingstitel, den Sie besonders gerne empfehlen?

Bei der Vielzahl an hervorragenden Titeln ist es nicht so leicht, einen Favoriten zu benennen, aber “Ausgetrickst” von Alex Robinson (dt. bei Edition 52) verkaufe ich sehr gerne. Mein Lieblingstitel ist “Blankets” von Craig Thompson. Von den Serien ist “Fables” (dt. bei Panini) hervorzuheben.

Neue Graphic Novel bei Knesebeck

Freitag, den 19. Februar 2010

Der Knesebeck-Verlag intensiviert sein Engagement im Comic-Bereich mit einer Reihe inhaltlich unterschiedlich ausgerichteter Titel. Nach Brian Fies’ “Mutter hat Krebs”, den gesammelten “Woody Allen”-Comic-Strips von Stuart Hample und dem mit Comicelementen arbeitenden Pop-Up-Buch “Moby Dick” von Sam Ita sind nun weitere BĂĽcher angekĂĽndigt bzw. schon erschienen.

Neu angekĂĽndigt sind ein weiteres Pop-Up-Buch von Sam Ita, ein “Simpsons/Futurama”-Crossover und ein Sekundärband zum Thema erotische Comics mit dem Titel “Das Beste aus zwei Jahrhunderten”. Bereits erschienen ist ein neuer Titel von Brian Fies: “Und wir träumten von der Zukunft – Eine Geschichte von Hoffnung und Wandel”.

New York 1939, Buddy ist aufgeregt: Er darf mit seinem Vater zur Weltausstellung, um dort die Stadt von morgen zu entdecken. Er ist beeindruckt von einem Zigarette rauchenden Roboter und einem Gerät, welches das Kino ins Wohnzimmer bringt. In Europa droht Krieg, doch Amerika hält ungebrochen an seiner Vision einer strahlenden Zukunft ohne Grenzen fest. Der Mensch auf dem Mond, ein Flug zum Mars, all das scheint zum Greifen nah. Buddy und sein Vater verfolgen über die Jahre hinweg die technischen Fortschritte mit Begeisterung. Bis der Kalte Krieg den Teenager Buddy zum Nachdenken bringt: Welchen Preis müssen wir für den Fortschritt zahlen?

Eine Graphic Novel, die auf mehreren Ebenen das Schwanken zwischen Hoffen und Verzagen der Menschheit schildert. DarĂĽber hinaus eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte und eine Story vom Erwachsenwerden, ohne den Glauben an die Zukunft zu verlieren.

Auf der Verlagswebsite lässt sich eine mehrseitige Leseprobe online ansehen.

Und wir träumten von der Zukunft, ISBN 978-3-86873-150-7, 25,9 x 16,8 cm, gebunden, “mit 120 farbigen Abbildungen”, 24,95 EUR, erschienen bei Knesebeck

Buchvorstellung “Gift” von Peer Meter & Barbara Yelin im Bremer Geschichtenhaus

Donnerstag, den 18. Februar 2010

Am Samstag, dem 6. März – dem 225. Geburtstag Gesche Gottfrieds – findet im Bremer Geschichtenhaus eine Vorstellung der BĂĽcher “Gift” (Szenario von Peer Meter, Zeichnungen von Barbara Yelin, Reprodukt) sowie “Gesche Gottfried – Eine Bremer Tragödie” (ein Sachbuch von Peer Meter bei der Edition Temmen) statt.

Die Buchpräsentation im Bremer Geschichtenhaus beginnt um 19.30 Uhr. Neben einer Lesung von Peer Meter wird Barbara Yelin mit einer Bilderschau über ihre Arbeit an der Graphic Novel berichten. 

“Gift” erzählt die Geschichte des historischen Kriminalfalls um Gesche Gottfried, die zwischen 1813 und 1827 fĂĽnfzehn Menschen vergiftet hat, darunter ihre Ehemänner, ihre Eltern und ihre Kinder. 1828 wurde Gesche Gottfried verhaftet und drei Jahre später auf dem Bremer Domshof hingerichtet.

Zum Erscheinen von “Gift” werden Peer Meter und Barbara Yelin auĂźerdem ebenfalls am Samstag, dem 6. März ab 15 Uhr im Thalia Buchhaus in Bremen signieren.

Bremer Geschichtenhaus, Wüstestätte 10, D-28195 Bremen-Schnoor
Tel. (0421) 33 626 51
email: info@bremer-geschichtenhaus.de, www.bremer-geschichtenhaus.de
Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 4 EUR, ermäßigt 2,50 EUR
Ă–ffnungszeiten: Mo 12-18 Uhr, Di-So 11-18 Uhr

Thalia Buchhaus, Hansehof, Obernstrasse 44-54, D-28195 Bremen
Tel. (0421) 168 343, Fax (0421) 168 344 00
email: thalia.bremen-hansehof@thalia.de
Ă–ffnungszeiten: Mo-Fr 9.30-20 Uhr, Sa 9.30-20 Uhr

Graphic Novels in den Medien

Donnerstag, den 18. Februar 2010

Der am vergangenen Sonntag in der ARD-Kultursendung “titel, thesen, temperamente” ausgestrahlte Bericht ĂĽber vom Zeichner Alfred umgesetzten Band “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen), in dem er sich der Autor Olivier Ka autobiografisch mit dem Missbrauch durch einen katholischen Geistlichen auseinandersetzt, lässt sich in der Mediathek der ARD online ansehen.

Dieser Beitrag wird am morgigen Freitag, dem 19. Februar, noch ein zweites Mal ausgestrahlt, dann im “BĂĽcherjournal” im NDR um 23.45 Uhr.

Auch im Radio wurden wieder zwei Graphic Novels vorgestellt: “radio eins” des RBB präsentierte zum einen Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52) und “Das Nest” (Carlsen) von Regis Loisel und Jean-Louis Tripp. Beide Beiträge lassen sich online anhören (hier und hier). Den beiden Kreativköpfen hinter der Reihe “Das Nest” stattete “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne kĂĽrzlich einen Besuch in deren Heimat Montreal ab. Der Bericht, zuerst auf der Comicseite des Tagesspiegels erschienen, kann nun online gelesen werden.

Unsere kleine Stadt

Die Comic-Veteranen Régis Loisel und Jean-Louis Tripp haben mit dem Epos „Das Nest“ ein grandioses, nostalgisches Alterswerk geschaffen. Ein Ortsbesuch in Kanada.

Ein eisiger Wind wirbelt den Schnee durch die Straßen. Die wenigen Menschen, die an diesem Wintertag in Montréal zu Fuß unterwegs sind, versinken bis zu den Knien. Man erreicht die Tür eines unscheinbaren Häuschens, schüttelt Schnee und Eis von der Kleidung, steigt in eine mit Bildern und Skulpturen gefüllte Atelierwohnung in der ersten Etage hinauf und wird von zwei graubärtigen Mittfünfzigern in Holzfällerhemden und Lederwesten empfangen. mehr

Streifenplakat “Gift” bei Reprodukt

Mittwoch, den 17. Februar 2010

Anfang März erscheint mit “Gift” von Peer Meter und Barbara Yelin eine neue Graphic Novel bei Reprodukt. Das Erscheinen des Buches wird am 6. März mit einer Präsentation und Lesung im Bremer Geschichtenhaus gefeiert. AuĂźerdem wird “Gift” auch auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden. Zu beiden Veranstaltungen gibt es in KĂĽrze mehr Informationen.

Im März 1828 wurde in Bremen ein einzigartiger Kriminalfall aufgedeckt. Schon in den ersten Verhören gestand die 43-jährige Gesche Margarethe Gottfried, von 1813 bis 1827 fünfzehn Menschen vergiftet zu haben, darunter ihre Ehemänner, ihre Eltern und ihre Kinder. Ausgehend von diesem historischen Drama entwickeln Peer Meter (Szenario) und Barbara Yelin (Zeichnungen) eine Geschichte voller Spannung und Intensität.

Zur Veröffentlichung von “Gift” bei Reprodukt wird ein Streifenplakat gedruckt, das ebenfalls ab Anfang März ĂĽber die Verlagsauslieferungen in Deutschland, Ă–sterreich und der Schweiz bestellt werden kann (LKG-Titelnummer 9014).

BUCHHANDEL DEUTSCHLAND

LKG Leipziger Kommissions- und
GroĂźbuchhandelsgesellschaft mbH

An der SĂĽdspitze 1-12
D-04579 Espenhain

Ansprechpartner: Brunhild Knipfer
Tel. (034206) 65 224
Fax (034206) 65 1733
e-mail: bknipfer@lkg-service.de
www.lkg-va.de

COMICHANDEL DEUTSCHLAND

MSW Medien Service
Linde 72-74
D-42287 Wuppertal
Tel. (0202) 55 50 41
Fax (0202) 55 55 21
e-mail: info@msw-medienservice.de
www.msw-medienservice.de

Joann Sfars “Gainsbourg”-Verfilmung kommt in deutsche Kinos

Dienstag, den 16. Februar 2010

Wie zuvor schon Marjane Satrapi (“Persepolis”, Edition Moderne) und Pascal RabatĂ© (“Bäche und FlĂĽsse”, Reprodukt) ist auch Joann Sfar (“Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag) unter die Regisseure gegangen.

Joann Sfar hat keine bestehende Vorlage umgesetzt, sondern widmet sich mit “Gainsbourg” einem seiner persönlichen Helden, dem Chansonnier Serge Gainsbourg. Bereits Anfang 2009 hatte Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog ĂĽber die gespannte Erwartung im Vorfeld der französischen Veröffentlichung berichtet. Der Film wird nun in diesem Jahr von Prokino in die deutschen Kinos gebracht, der Filmstart ist fĂĽr den 15. Juli angekĂĽndigt. Einen Blick in den Film kann man schon auf der Website zur französischen Originalversion werfen.

Begleitend zum Film hat der regiefĂĽhrende Vielzeichner ein nicht weniger als 430 Seiten umfassendes Buch gestaltet, das biografische Szenen, Skizzen und weitere Zeichnungen rund um Serge Gainsbourg und die Arbeit am Film festhält. Der Band “Gainsbourg (Hors Champs)” (Dargaud) ist bisher nur in Frankreich erschienen.

Gratis Comic Tag am 8. Mai 2010

Montag, den 15. Februar 2010

Es ist eigentlich eine Aktion, die sich mit klassischen Comicstoffen primär an den Comicfachhandel richtet, dennoch soll der “Gratis Comic Tag” auch hier kurz vorgestellt werden.

Am “Gratis Comic Tag”, dem 8. Mai 2010, und nur an diesem Tag, werden 30 Comichefte bei teilnehmenden Händlern erhältlich sein und wie der Name der Aktion verrät, werden alle Hefte gratis abgegeben. Das Angebot wird unterschiedlichste Comics umfassen, von Fantasy- und Superheldenstoffen bis zu klassischen Humortiteln ist eine groĂźe Bandbreite vertreten. Auch wenn keine ganzen Graphic Novels dabei sind, sind doch einige Autoren vertreten, die wegen ihrer Graphic Novels bekannt sind: Unter anderem schickt Carlsen fĂĽr ein Heft Uli Oesterle (“Hector Umbra”), Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”), Reinhard Kleist (“Cash – I See A Darkness”) und Flix (“Held”) ins Rennen, die Edition Moderne stellt einen Band aus der Reihe “Adeles ungewöhnliche Abenteuer” von Jacques Tardi (“Das Geheimnis des WĂĽrgers”) zur VerfĂĽgung, fĂĽr Reprodukt hat Mawil (“Die Band”) ein exklusives Heft gestaltet, fĂĽr Zwerchfell gestalten unter anderem Veronika Mischitz und Christopher BĂĽnte (“kleiner vogel rot”) ein Heft und mit Will Eisners “The Spirit” stellt Salleck Publications einen richtigen Klassiker zur VerfĂĽgung.

Genaue Informationen zu allen Verlagen, Heften, den Aktionen der Händler, etc. finden sich laufend aktualisiert auf www.gratiscomictag.de. Zusätzlich wurden Gruppen auf facebook und MeinVZ bzw. StudiVZ eingerichtet, in einem Forum kann man sich mit anderen Interessierten austauschen und zudem wird fleissig getwittert.

Graphic Novels allerorten

Freitag, den 12. Februar 2010

Am Sonntagabend strahlt die ARD im Kulturmagazin “Titel, Thesen, Temperamente” aus aktuellem Anlass einen Beitrag ĂĽber Olivier Kas und Alfreds Buch “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen) aus. Im Interview äuĂźert sich der Autor Olivier Ka ĂĽber seine eigenen Erfahrungen bezĂĽglich sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen. Die Sendung wird ab 23.35 Uhr ausgestrahlt.

Mit einer inszenierten Lesung und musikalischer Begleitung stellt Sascha Dreier am Dienstag im Berliner Soupanova den ersten Teil seiner Fussballer-Biografie “Der Papierene” (Ueberreuter) vor. Im Anschluss diskutiert der Autor mit dem Fussball-Journalisten Christoph Biermann (“Die Fussball-Matrix”, KiWi). Beginn ist um 20 Uhr.

AuĂźerdem bereits jetzt angekĂĽndigt ist ein Gespräch mit Armin Abmeier, dem Hochschuldozenten und Herausgeber der “Tollen Hefte” (BĂĽchergilde Gutenberg), ĂĽber Illustration, Comics und Graphic Novels in der MĂĽnchner Buchhandlung Lentner, das am 4. März ab 20 Uhr stattfinden wird.

Soupanova, StargarderstraĂźe 24, D-10437 Berlin
Buchhandlung Lentner, Marienplatz 8, D-80331 MĂĽnchen

Neue Rezensionen – Februar 2010 (2)

Donnerstag, den 11. Februar 2010

FĂĽr die in Bern erscheinende Tageszeitung “Der Bund” berichtet Christian Gasser in “Tiefdruckgebiet ĂĽber AngoulĂŞme” ĂĽber das Comicfestival in der westfranzösischen Stadt und stellt dabei besonders den wirtschaftlichen Aspekt heraus: Mehr und mehr Titel bei sinkenden Durchschnittsauflagen machen dabei vor allem den Kleinverlagen das Ăśberleben schwer. Ebenfalls in “Der Bund” stellt Gasser seinen “Comic des Jahres 2008″ vor: Den inzwischen auch auf Deutsch im avant-verlag erschinenen “Pinocchio” des französischen Autoren Winshluss: “Die Nase als Flammenwerfer und im Kopf eine Kakerlake”.

Bereits vor dem tatsächlichen Erscheinen sendete das “Deutschlandradio” einen Beitrag zu Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt). Der Beitrag lässt sich noch hier als MP3-Datei nachhören bzw. herunterladen. Gleiches gilt fĂĽr Ralf Königs (“Hempels Sofa”, Rowohlt) Laudatio auf Stanley Kubricks Film “2001 – Odyssee im Weltraum”, die hier noch zu hören ist (ebenfalls als MP3-Datei).

“Die einen trauen sich, die anderen nicht”, so fasst Brigitte Helbling auf den Seiten des Online-Feuilletons “titel-magazin.de” Pascal RabatĂ©s “Bäche und FlĂĽsse” (Reprodukt) zusammen und stellt fest: “Bäche und FlĂĽsse ist About Schmidt ohne die zermĂĽrbende Melancholie”.

Auf “satt.org” stellt Felix Giesa mit “Orang 8″ die aktuelle Ausgabe der Anthologienreihe vor, in der sich Graphic Novel-Autorinnen und Autoren wie Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Herausgeber Sascha Hommer (“Vier Augen”, alle erschienen bei Reprodukt) und einige in Deutschland noch unbekannte Autoren mit neuen Kurzgeschichten präsentieren. Laut Giese offerieren alle Beiträge “eine augenöffnende Schau (…), was Comic alles noch sein kann”.

Zur Verfilmung von Jacques Tardis (“120, Rue de la gare”) Mystery-Serie “Adeles ungewöhnliche Abenteuer” (alle erschienen bei Edition Moderne) durch Luc Besson ist ein Trailer erschienen, der sich unter anderem hier ansehen lassen kann. Die Website zum Film ist bisher in französischer und englischer Sprache anwählbar, bis der Film im September in Deutschland startet wird das sicher behoben sein.

Ausstellung zur “Kunst des Schabkartons” in Basel

Donnerstag, den 11. Februar 2010

Ab dem folgenden Samstag zeigt das Cartoonmuseum Basel unter dem Titel “Kontrastprogramm” eine Ausstellung zur “Kunst des Schabkartons”. Ausgestellt werden dabei auch Comicseiten von KĂĽnstlern, die mit den in dieser aufwändigen Technik erstellten Bildern Geschichten erzählen, darunter der ZĂĽrcher Thomas Ott (“The Number 73304-23-4153-6-96-8″, Edition Moderne) und die Hamburgerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt). Die Ausstellung wird bis zum 20. Juni zu sehen sein.

Die Ausstellung «Kontrastprogramm» holt eine finstere Kunst ans Licht: die Technik des Schabkartons. Beim Schabkarton entsteht eine Zeichnung, indem durch Kratzen und Schaben mit einem Cutter der weisse Karton unter einer schwarzen Deckschicht aus Tusche freigelegt wird. Die ungewohnten weissen Striche und Schraffuren und der meist hohe Schwarzanteil der Zeichnungen kehren unsere Sehgewohnheiten um. Schabkarton wird darum gerne von Künstlern und Künstlerinnen gewählt, die düstere, expressive Bilder suchen für Geschichten, die um menschliche Abgründe kreisen. Andere spielen bei Portraits, Karikaturen und Illustrationen mit der Dramatik und dem Reichtum an Kontrasten des Schabkartons.

Das Cartoonmuseum beleuchtet die über hundertjährige Geschichte des Schabkartons und zeigt Arbeiten zwischen klassischer Karikatur, aktuellem Comic und freier Kunst: von den Holzschnitten der Vorbilder wie Gustave Doré und Frans Masereel bis zu den Zeitgenossen Hannes Binder (CH), Raphaël Boccanfuso (FR), Brian Gallagher (IR), Matti Hagelberg (F), Line Hoven (DE), Matthias Lehmann (FR), Thomas Ott (CH) und Mark Summers (USA).

Cartoonmuseum Basel, St. Alban–Vorstadt 28, CH–4052 Basel
Tel. +41 (0)61 226 33 60, Fax +41 (0)61 226 33 61
info@cartoonmuseum.ch, www.cartoonmuseum.ch
Öffnungszeiten: Di–Sa 14–17 Uhr, So 10–17 Uhr

“Warum ich Pater Pierre getötet habe”

Mittwoch, den 10. Februar 2010

Aus aktuellem AnlaĂź befasst sich “Die Welt” mit dem vor rund einem Jahr erschienenen “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen) der Franzosen Alfred und Olivier Ka.

Warum ich Pater Pierre getötet habe

Missbrauchsopfer verarbeitet eigene Erlebnisse in einem Comic – und konfrontiert den Täter mit den Zeichnungen

Er lacht, er spielt Gitarre, er gewinnt die Herzen. Alle mögen Pater Pierre, den neuen unkonventionellen Pfarrer, sogar die kirchenkritischen Eltern des kleinen Olivier. Und Olivier selbst sowieso – endlich kennt er einen Erwachsenen, den er auch seinen Freund nennen möchte.

“Wir sollten heute Abend nebeneinander schlafen. Und wir sollten gar keine Hosen tragen”, solche Sätze erwartet der Zwölfjährige daher einfach nicht von seinem Pfarrer, den er doch so liebt. Sein erstes Vorbild sagt das, sein Gegengewicht zu den bigotten, herrischen GroĂźeltern und den verkorksten Eltern. Und so lässt der Junge aus emotionaler Verwirrung eben eine Tat zu, die ihn sein Leben lang verfolgen wird.

Der Zeichner Alfred und der Pariser Comic-Autor Olivier Ka (42) untersuchen in ihrem Buch “Warum ich Pater Pierre getötet habe” diesen Fall. Das Buch ist schon vor einem Jahr erschienen, doch seine groĂźe Bedeutung wird jetzt erst richtig klar. mehr