Graphic Novels
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Monatsarchiv für April 2010

Graphic-Novel-Aktion in Wien

Freitag, den 30. April 2010

In der Buchhandlung Frick am Keplerplatz in Wien läuft noch bis Ende Juni eine Graphic-Novel-Aktion mit knapp 30 Titeln der Verlage avant-verlag, Edition 52, Edition Moderne und Reprodukt. Präsentiert werden die Graphic Novels mit Büchertisch und Säule, dazu wird die Aktion in der Auslage  mit Streifenplakaten angekündigt.

Betreut wird die Aktion von Filialleiterin Kerstin Lehnert, die auf der BUCH WIEN 09 mit Comics und Graphic Novels von Reprodukt und der Edition Moderne in Kontakt gekommen ist. Die Frick Wilhelm Buchhandlung Gmbh ist eine der größten österreichischen Buchhandlungsketten mit über 10 Filialen. Mitte Mai wird dann die Filiale Frick in der Kärtnerstrasse in der Wiener Innenstadt mit einer eigenen Graphic-Novel-Aktion nachziehen.

Buchhandlungen aus Österreich, die auch Interesse an einer solchen Aktion haben, können sich gerne bei Sebastian Broskwa von der Verlagsauslieferung Pictopia über Einzelheiten informieren.

Buchhandlung Frick am Keplerplatz, Keplerplatz 11, A-1100 Wien
Tel. +43 (1) 69 81 56 7  Fax +43 (1) 69 81 56 713
e-mail: keplerplatz@buchhandlung-frick.at, www.buchhandlung-frick.at
Ă–ffnungszeiten: Mo-Fr 9-18.30 Uhr, Sa 9.30-18 Uhr

“Helden, Freaks und Superrabbis” – Ausstellung eröffnet

Freitag, den 30. April 2010

Am gestrigen Donnerstag Abend wurde im Jüdischen Museum Berlin die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis – Die jüdische Farbe des Comics” eröffnet. Wir waren vor Ort und haben eine gelungene Schau gesehen, die einen guten Überblick über die bedeutende Rolle jüdischer Künstler in der Comicgeschichte bietet. Die Ausstellung kulminiert in einem Graphic-Novel-Schwerpunkt, in dem viele aktuelle Beispiele vorgestellt werden.

Begleitend zur Ausstellung gibt das JĂĽdische Museum Berlin einen Katalog heraus (siehe Cover links): Durchgehend farbig bebildert werden die Themen der Ausstellung aufgegriffen und in sieben Texten vertieft.

Einleitende Worte von Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des JĂĽdischen Museums Berlin.

Ansprechende Präsentation: Gut ausgewählte und nicht zu zahlreiche Exponate laden zur Lektüre ein, wie hier frühe Zeitungscomics.

Ebenfalls gelungen: Die Ausstellungsgestaltung.

Besonderes Exponat: Das Original der ersten Seite der Kurzgeschichte “Maus” von Art Spiegelman, aus der die bekannte Graphic Novel gleichen Namens (dt. bei Fischer) entstand.

Neben den Comics von Joann Sfar (hier je eine Skizze, getuschte und finale Version einer Seite aus “Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag), bilden unter anderem die Werke – und dementsprechende Exponate – von Ben Katchor (“Der Jude von New York”, avant-verlag), Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und natĂĽrlich Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott”, Carlsen).

Helden, Freaks und Superrabbis – Die jĂĽdische Farbe des Comics von JĂĽdisches Museum Berlin (Hrsg.), ISBN 978-3-9813045-1-0, 128 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 19,80 EUR, erhältlich nur im JĂĽdischen Museum Berlin

JĂĽdisches Museum Berlin, LindenstraĂźe 9-14, D-10969 Berlin
Tel: +49 (0)30 259 93 300, Fax: +49 (0)30 259 93 409
e-mail: info@jmberlin.de, www.jmberlin.de
Ă–ffnungszeiten: Mo 10-22 Uhr, Di-So 10-20 Uhr

“Alans Krieg” erschienen, Leseprobe online

Donnerstag, den 29. April 2010

Passend zum Beginn des Comicfestival “Fumetto” in Luzern an diesem Wochenende ist in der ZĂĽrcher Edition Moderne “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert (“Der Fotograf”, ebenfalls Edition Moderne) erschienen.

“When I turned eighteen, Uncle Sam said he’d like me to put on a uniform and go fight a guy by the name of Adolf. So I did.” (Alan Ingram Cope)

Als Achtzehnjähriger wurde Alan Cope 1943 eingezogen, um in den Krieg zu ziehen. Er landete 1945 in Frankreich, überquerte den Rhein und fuhr mit General Patton bis nach Prag, um schliesslich 1946 in Bad Wiessee am bayrischen Tegernsee stationiert zu werden.


Fünf Jahre lang hat der einfache amerikanische Soldat Alan Cope dem Autor seine Sicht des II. Weltkrieges erzählt. Herausgekommen ist dabei eine grossartige und detailreiche Geschichte von unten.

Auf der Website der Edition Moderne kann man sich eine mehrseitige Leseprobe des Bandes ansehen, zur ihr gelangt man hier. Der zunächst in französischer Sprache erschienene Band liegt auch in einer englischen Version beim amerikanischen Verlag First Second vor, der wiederum in einem kurzen Video Emmanuel Guiberts erstaunliche Zeichentechnik vorstellt.

Alans Krieg, ISBN 978-3-03731-056-4, 336 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, 26 EUR / SFr. 39.80, erschienen bei Edition Moderne

“Siff, Suff und Selbstauflösung”

Donnerstag, den 29. April 2010

Auf “Spiegel Online” stellt Stefan Pannor drei neue BĂĽcher vor, die auf unterschiedliche Art das Thema Punkrock aufgreifen: Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag), Gabriel S. Moses “Spunk” (Archiv der Jugendkulturen) und “Punkrock Heartland” von Andi Lirium (Männerschwarm).

Siff, Suff und Selbstauflösung

Anarchie, Sexismus, Sound: Drei neue Comics beleuchten, was vom Punk übrig blieb. Während eine Wienerin von Gewalt und Sex erzählt, lässt ein Israeli die Musik als Heilsbringerin auferstehen. Und ein Hamburger verwandelt die Szene in eine irreale Soap-Opera.

“Punkrock”, hat Joe Strummer angeblich einmal gesagt, “soll unsere Freiheit sein. Wir sollen tun können, was wir wollen.” Im Jahr 1984 steht die siebzehnjährige Ulli in Rom. Ulli ist zwar Punk, aber sie kann ĂĽberhaupt nicht tun, was sie will. In der Stadt spielen The Clash, Strummers Band, und das Konzertgelände ist durch einen gewaltigen Zaun und Security abgeriegelt. Mit der Hilfe von ein paar Freunden schafft es das völlig abgebrannte Mädchen doch noch aufs Gelände. “Wir waren angekommen im Paradies”, beschreibt sie den Moment, als die Band “London Calling” anstimmt. mehr

Bilder zur Graphic-Novel-Aktion in Potsdam

Donnerstag, den 29. April 2010

Der Buchladen Sputnik in Potsdam präsentiert seit dem 26. April Graphic Novels diverser Verlage.

Die BĂĽcher werden frontal im Laden…

…sowie im Schaufenster präsentiert.

Die Aktion wird noch bis Ende Mai laufen. Buchhandlungen, die auch Interesse an einer solchen Graphic-Novel-Aktion haben, können sich bei Sebastian Oehler über Einzelheiten informieren.

Buchladen Sputnik, Charlottenstr. 28, D-14467 Potsdam
Tel. + Fax (0331) 58 13 67 9
e-mail: sputnik@potsdam.de, www.sputnik-buchladen.de
Ă–ffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr

Comicverfilmungen – als Zeichentrick

Mittwoch, den 28. April 2010

Der umtriebige Franzose Joann Sfar hat nach seinem Film “Gainsbourg” ĂĽber den französischen Chansonnier, Filmschauspieler und Komponisten Serge Gainsbourg schon den nächsten Film abgedreht: Im Juni kommt in Frankreich und in der französischsprachigen Schweiz die Filmversion von “Die Katze des Rabbiners” (avant-verlag) in die Kinos.

Die auf der erfolgreichen, ebenfalls von Joann Sfar stammenden Comicreihe basierende Umsetzung hat noch keinen Starttermin in Deutschland. In der Schweiz wird der Pathé!-Filmverleih den Vertrieb übernehmen. Zumindest für die deutschsprachige Schweiz ist daher der Start noch in diesem Jahr angekündigt.

Im Gegensatz zu den meisten Comicverfilmungen der letzten Zeit – angefangen bei den zahlreichen Superheldenverfilmungen bis zu “Tamara Drewe” von Stephen Frears (nach der Vorlage von Posy Simmonds, erschienen bei Reprodukt), die im Mai in Cannes Weltpremiere feiern wird – entstand “Die Katze des Rabbiners” als Zeichentrickfilm.

Für die zeichnerische Umsetzung ist das von Joann Sfar mitbegründete Studio Autochenille Productions verantwortlich. Einen Einblick in die Produktion bietet die Website des französischen Filmverleihs UGC.

Autochenille Productions hat auf der Firmenwebsite noch drei weitere Comicverfilmungen angekĂĽndigt: Neben “Sardine”, einer auf Deutsch bisher unveröffentlichten Kindercomicreihe von Joann Sfar und Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne) handelt es sich mit “Aya” (nach der Vorlage von Marguerite Abouet und Clemet Oubrerie, auf Deutsch erschienen bei Carlsen) und mit “Isaak der Pirat” (nach der Vorlage von Christophe Blain, erschienen bei Reprodukt) um zwei Produktionen, die auf auch hierzulande erhältlichen Comicserien basieren.

Zu den Verfilmungen von “Die Katze des Rabbiners”, “Aya” und “Isaak der Pirat” sind Informationen in Form von PDF-Dokmuenten auf der Website der Produktionsfirma einsehbar. Von “Die Katze des Rabbiners” abgesehen sind noch keine Veröffentlichungstermine bekannt.

Ulli Lust – Ausstellung in Neapel

Mittwoch, den 28. April 2010

Am 30. April eröffnet im Goethe-Institut Neapel eine Ausstellung mit Arbeiten von Ulli Lust aus den letzten fĂĽnf Jahren, die mit “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” nach dem Titel ihres autobiografischen Bandes (erschienen im avant-verlag) benannt ist. Die Ausstellung wird im Rahmen des Comicfestivals “Comicon” präsentiert, das am kommenden Wochenende vom 30. April bis zum 2. Mai stattfindet. Es werden mehr als 80 Exponate gezeigt.

Geerdet durch einen realistischen Strich, der nichts beschönigt und dabei doch warmherzig rund erscheint, geht Ulli Lust in der Innenschau, die sie sich insbesondere in den härtesten Szenen ihrer Autobiographie zumutet, bis an die Grenzen des Abbildbaren, sie verlässt die Welt der optisch erfassbaren Realität, der Comic wird zur bildnerischen Seelenschrift, Physis und Psyche treten in ungefilterten Kontakt. “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” wurde im deutschsprachigen Raum von Presse und Lesern enthusiastisch aufgenommen und ist bereits jetzt dabei, sich als einer der wichtigsten autobiographischen Comic-Klassiker zu etablieren.

Die Vernissage wird am 30. April in Anwesenheit der KĂĽnstlerin stattfinden, anschliessend werden die Arbeiten noch bis zum 28. Mai gezeigt.

Goethe-Institut Neapel, Riviera di Chiaia 202, I-80121 Neapel
Tel.: +39 (0)81 411923
e-mail: info@neapel.goethe.org, neapel.goethe.org

Update: “drĂĽben!” als Geschichtsabenteuer, Nominierung zum Jugendliteraturpreis

Dienstag, den 27. April 2010

Seit dem 18. April zeigt das Stadtmuseum Erlangen die Ausstellung “Sag, was war die DDR?”. Neben vielen anderen Exponaten werden auch Seiten aus Simon Schwartz’ Buch “drĂĽben!” (avant-verlag) gezeigt, in dem der Autor von der Republikflucht seiner Eltern und den daraus folgenden Konsequenzen erzählt.

Die neue interaktive Ausstellung des Kindermuseums ist eine Einladung fĂĽr kritische junge Zeitforscherinnen und Zeitforscher aus Ost und West. Sie geht einen neuen Weg bei der Aufarbeitung von DDR Geschichte. Auf der Basis von originalen TagebĂĽchern von Kindern und Jugendlichen aus der DDR wird mit interaktiven Stationen ein unmittelbarer Einblick in das Leben der Menschen in der DDR vermittelt.

Update: Zu “drĂĽben!” wird es am selben Ort eine eigene Ausstellung geben, die vom 23. Mai bis zum 11. Juli zu sehen sein wird. Eine Eröffnungsfeier wird im Rahmen es Comic-Salons Erlangen stattfinden.

Ăśber die Nominierung von “drĂĽben!” zum Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie “Sachbuch” wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Ab sofort lässt sich auf der zur Auszeichnung gehörenden Website die BegrĂĽndung lesen. So wird herausgestellt, dass Simon Schwartz mit dem Buch “Jugendlichen ein facettenreiches Bild der DDR der 1980er Jahre aus der Sicht von ausreisewilligen DDR-BĂĽrgern eindrucksvoll nahebringt”.

Neben “drĂĽben” sind noch zwei weitere Graphic Novels nominiert, deren Qualitäten nun auch kurz umrissen werden. Jean Regnauds  und Emile Bravos “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen” (Carlsen, nominiert in der Kategorie “Kinderbuch”) wird beschrieben als “eine reichhaltige Graphic Novel, die ihren Leser sicher einige Zeit begleiten wird, um ihn immer wieder etwas Neues entdecken zu lassen”. Und Nadia Buddes “Such Dir was aus, aber beeil dich” (Fischer, nominiert in der Kategorie “Jugendbuch”) “ist eine gelungene Anleitung fĂĽr Jugendliche, sich an die eigene Kindheit so zu erinnern, dass man sich liebevoll von ihr zu verabschieden und erwachsen zu werden vermag”.

Die mit jeweils 8.000 Euro dotierten Preise werden auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober verliehen.

Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, D-91054 Erlangen
Tel. (09131) 86 2300
www.erlangen.de

“Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” bei der Langen Buchnacht, Berlin

Dienstag, den 27. April 2010

Die deutsche Ausgabe von “Le Monde diplomatique” feiert 2010 ihr fĂĽnfzehnjähriges Bestehen. Zum Jubiläum erscheint das groĂźformatige Buch “Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” mit den besten Comicseiten, die seit 2005 in der internationalen Monatszeitung abgedruckt werden.

Unter den beitragenden KĂĽnstlern finden sich viele Zeichner, die bei amerikanischen, deutschen, flämischen oder französischen Verlagen umfangreiche Comics veröffentlicht haben – etwa Gipi (“5 Songs”, avant-verlag), Line Hoven (“Liebe schaut weg”), Pascal RabatĂ© (“Bäche und FlĂĽsse”), Olivier Schrauwen (“Mein Junge”, alle Reprodukt) oder Martin tom Dieck (“Salut, Deleuze!”, Arrache Coeur).

Herausgeberin Karoline Bofinger präsentiert zu diesem Anlass Bilder aus “In 50 Comics um die Welt” und stellt im Gespräch mit Armin Abmeier, Katia Fouqet und Henning Wagenbreth den druckfrischen Band vor. Die Buchpräsentation findet im Rahmen der Langen Buchnacht in der OranienstraĂźe am 8. Mai im Kreuzbergmuseum statt. Beginn ist um 18.15 Uhr.

Bei der diesjährigen Langen Buchnacht, zu der ATAK das Plakat gestaltet hat, gibt es noch rund ein Dutzend weitere Veranstaltungen zum Thema Comic – mehr zu den einzelnen Terminen folgt in KĂĽrze!

Kreuzbergmuseum, AdalbertstraĂźe 95a, D-10999 Berlin
Tel. (030) 50 58 52 33, Fax (030) 50 58 52 58
www.kreuzbergmuseum.de, www.lange-buchnacht.de

Abbildung © Olivier Schrauwen

FĂĽnf Fragen: Judith Heckel | Gemeinsame Verlagsvertretung

Montag, den 26. April 2010

Seit Juni 2009 haben die Vertreterinnen Judith Heckel, Nicole Grabert und Christiane Krause von der Verlagsvertretung GVV bei ihren Reisen quer durch die Republik auch Graphic Novels von Reprodukt und der Edition Moderne im Gepäck. Vor allem aber repräsentieren die Vertreterinnen eine ganze Reihe von Independent-Verlagen im Bereich der Belletristik, darunter kookbooks, Verbrecher Verlag, Ventil Verlag, Lilienfeld, Wallstein oder Edition Ebersbach.

Bevor Judith Heckel und ihren Kolleginnen in ein paar Wochen unter anderem das aktuelle Herbstprogramm von Reprodukt und der Edition Moderne im Handel präsentieren – zum zweiten Mal gebĂĽndelt in einer gemeinsamen Buchhandelsvorschau – haben wir sie nach den bisherigen Erfahrungen mit Comics im Buchhandel befragt.

Das alte Vorurteil, “Comics sind fĂĽr Kinder”, gibt es das im Buchhandel noch?

GlĂĽcklicherweise gibt es das immer seltener – in einigen größeren Buchhandlungen findet man aber immer noch das Comicregal in der Kinder- und Jugendbuchabteilung, wo dann auch die Kollegin vom Kinderbuch fĂĽr den Einkauf zuständig ist. Comics und Graphic Novels von dort, wo sie von ihren Leser/innen nicht gefunden werden können, weil sie zusammen mit den “Lustigen TaschenbĂĽchern” hinter dem Bilderbuchregal stehen, in die Belletristik zu lotsen ist eine unserer Aufgaben. Das ist nicht immer leicht – nicht weil die Buchhändler/innen nicht einsehen, dass unsere Programme nicht ins Kinderbuch gehören, sondern weil es in größeren Buchhandlungen schwierig sein kann, Flächen und Kompetenzen zu verschieben.

Sie waren anfänglich ohne Graphic Novels unterwegs und hatten sie dann irgendwann im Gepäck. Wie war die Reaktion darauf?

Meine Kolleginnen und ich vertreten schon seit langer Zeit eine Reihe belletristischer Independent-Verlage. Die Buchhandlungen sind es daher schon gewohnt, dass sie bei uns auch ungewöhnliche Literatur abseits des Mainstreams finden. Für Buchhändler/innen, die sich vorher schon für Graphic Novels interessierten, war es nur folgerichtig, dass wir in unser Paket nun auch Reprodukt und Edition Moderne aufgenommen haben.

FĂĽr viele war es aber auch gewöhnungsbedĂĽrftig – trotz des Erfolgs z.B. von Alison Bechdels “Fun Home” (KiWi) oder Fred Vargas “Das Zeichen des Widders” (Aufbau Verlag) gibt es im literarischen Buchhandel immer noch BerĂĽhrungsängste mit dem Genre. FĂĽr viele Buchhändler/innen ist es schwierig einzuschätzen, ob sie ĂĽberhaupt das Publikum fĂĽr Graphic Novels haben. Oder sie haben die BefĂĽrchtung, dass sie nicht richtig beraten können, weil sie sich selbst in dem Genre noch nicht gut auskennen.

Hat sich in der kurzen Zwischenzeit schon etwas verändert?

Wir sind jetzt seit zwei Saisons fĂĽr Reprodukt und Edition Moderne unterwegs. Und auf jeder Buchhandelsreise kommen neue Buchhändler/innen dazu, die sich entweder zuvor nicht an das Genre gewagt haben oder die nicht glauben konnten, dass ihre literarischen Kunden sich auch fĂĽr Graphic Novels interessieren könnten. Das reicht von Buchhandlungen, die einzelne Titel thematisch passend einkaufen – Joe Saccos “Palästina” (Edition Moderne) zu den politischen Reportagen oder “Im Museum” (Reprodukt) von Jan-Frederik Bandel und Sascha Hommer fĂĽr die Kunstbuchhandlungen – bis zu Buchhandlungen, die ganze Comic- und Graphic-Novel-Regale einrichten, weil sie hoffen, dadurch neue Kund/innen anzusprechen und sich von den Boulevard-Buchhandlungen abzuheben.

Am schönsten ist es natürlich, wenn sich ein Buchhändler oder eine Buchhändlerin durch unseren Besuch und das Kennenlernen der Programme auch persönlich für das Genre zu begeistern beginnen.

Auf welche Graphic Novels reagiert der Handel besonders positiv?

Zum einen gefällt es dem Buchhandel, wenn es einen thematischen “AnknĂĽpfungspunkt“ bei einzelnen Titeln gibt – wenn man eben die “Mumins“ (von Tove Jansson, Reprodukt) zum Kinderbuch, “Der Fotograf” (von Guibert, Lefevre, Lemercier, erschienen bei Edition Moderne) zur politischen Reportage, die Arbeiten von Guy Delisle (z.B. “Aufzeichnungen aus Birma”, Reprodukt) zu den ReiselesebĂĽchern oder “Paul Austers Stadt aus Glas“ (von Paul Karasik & David Mazzuchelli, erschienen bei Reprodukt) zu den anderen Paul-Auster-Romanen stellen kann.

Ich mache aber auch die Erfahrung, dass ich Buchhändler/innen genau so, wie ich das für einen Roman tue, für eine Graphic Novel begeistern kann. Am leichtesten geht das mit Graphic Novels im engen Sinne, bei denen Wort und Bild eine Geschichte erzählen, die berührt oder neugierig macht. Und viele Einkäufer/innen lassen sich auch von der Ästhetik der Zeichnungen verführen, deshalb ist es wichtig für uns, immer möglichst viel zum blättern und zeigen dabeizuhaben.

Was macht fĂĽr Sie den Reiz der Graphic Novels aus?

Ich habe mich immer schon mindestens so sehr für die Form und Sprache eines Romans oder einer Erzählung begeistern können wie für das Erzählte selbst. An Graphic Novels finde ich aufregend, dass sie mich zwar ein wenig von der Sprache wegführen, dafür aber ein ganz neues Feld eröffnen: die Form der bildhaften Erzählung und der Verbindung von Zeichnung und Sprache. Und außerdem macht es einfach Spaß, sich nicht nur in Buchstaben, sondern auch in unterschiedlichsten Zeichenstilen verlieren zu können!

Verlagsvertretungen Grabert | Heckel | Krause
c/o G. V. V , Groner Str. 20, D-37073 Göttingen
Tel. (0551) 797 73 90, Fax (0551) 797 73 91
e-mail: g.v.v@t-online.de

“Der Geschmack von Chlor” – Leseprobe online

Montag, den 26. April 2010

Anfang Juni erscheint bei Reprodukt mit “Der Geschmack von Chlor” ein erstes Album des französischen Comiczeichners Bastien Vivès in deutscher Sprache, der zu diesem Anlass auf dem Comic-Salon Erlangen zu Gast sein wird.

Bastien Vivès, geboren 1984 in Frankreich, studierte Grafik und Animation an der Pariser École des Gobelins. Bereits in jungen Jahren kann der Zeichner auf ein umfangreiches und stetig wachsendes Ĺ’uvre zurĂĽckblicken. Dabei bestechen seine Arbeiten wie “Dans mes Yeux”, “AmitiĂ© Ă©troite” oder “Pour l’Empire” durch eine enorme stilistische Bandbreite auf hohem Niveau.

Schwimmen! Und das regelmäßig! Der dringliche Rat seines Physiotherapeuten stößt beim schmalbrüstigen Protagonisten von Bastien Vivès’ “Der Geschmack von Chlor” auf wenig Gegenliebe. Bis der junge Mann im Hallenbad die Bekanntschaft einer echten Athletin macht, die sich seiner ungelenken Schwimmversuche annimmt. Der Widerwillen weicht bald einer Vorfreude auf den regelmäßigen Termin und einer vagen Hoffnung…

Berührend und mit bemerkenswert präziser Beobachtungsgabe erzählt Bastien Vivès von der zufälligen Begegnung zweier Menschen. Er zeichnet, als bewege er sich selbst mit seinen Figuren im Bassin – den Geschmack von Chlor auf der Zunge. Zu dem Band, für den Bastien Vivès auf dem Comicfestival in Angoulême 2009 die Auszeichnung als bester Nachwuchszeichner erhielt, ist nun eine zehnseitige Leseprobe auf der Website von Reprodukt lesbar.

Der Geschmack von Chlor, ISBN 978-3-941099-48-7, 144 Seiten, farbig, 27 x 18,5 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Juni 2010 bei Reprodukt

“Gift” in der 3sat Kulturzeit

Samstag, den 24. April 2010

Nachdem bereits das “NDR Kulturjournal” ĂĽber das Buch berichtete, sendete nun auch die 3Sat “Kulturzeit” den Beitrag ĂĽber Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” (Reprodukt) – passend zum Jahrestag der Hinrichtung der Giftmörderin Gesche Gottfried am 21. April 1831.

Die Gift-Mörderin

Am Tag ihrer Hinrichtung, dem 21. April 1831, steht Bremen still. Die ganze Stadt will sehen, wie einer Frau der Kopf abgeschlagen wird. Gesche Gottfried, eine Bremer BĂĽrgersfrau, hatte 15 Menschen getötet: ihre Männer, ihre Eltern und ihre Kinder – mit “Mäusebutter”, Fett vermischt mit Arsen aus der Apotheke um die Ecke. Jetzt werden ihre grausigen Taten in der fesselnden Graphic Novel “Gift” neu erzählt.

Die Zeichnungen der Graphic Novel stammen von Barbara Yelin. Sie hat viele alte Stiche gesammelt, um das Bremen der Gesche Gottfried lebendig werden zu lassen. Zwei Jahre lang hat sie an “Gift” gearbeitet und versucht, sich in diese Mörderin hineinzuversetzen. Wie agiert sie? Was macht sie? Wie hält sie tatsächlich die Hand, wenn sie ihr Gift gibt? Wie kann das sein, dass sie ihre Kinder umbringt, ihnen dieses Gift gibt, bei ihrem Tod dabei ist und nachher darĂĽber trauert? mehr

Bilder zur Graphic-Novel-Aktion in Frankfurt

Freitag, den 23. April 2010

Die Graphic-Novel-Aktion in der Buchhandlung Carolus in Frankfurt wird noch knappe zwei Wochen laufen. Bis Anfang Mai werden die BĂĽcher von u.a. Reprodukt, Edition Moderne, S. Fischer Verlage, Carlsen und avant-verlag zu sehen sein.

Präsentiert werden die Bücher mit einem Büchertisch und Schaufenster.

Buchhandlungen, die auch Interesse an einer solchen Graphic-Novel-Aktion haben, können sich bei Sebastian Oehler über Einzelheiten informieren.

Carolus Buchhandlung GmbH & Co. KG, Liebfrauenstr. 4, D-60313 Frankfurt am Main
Tel. (069) 13884-0, Fax (069) 292588
e-mail: service@buchhandlung-carolus.de, www.buchhandlung-carolus.de
Ă–ffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr

Reinhard Kleist illustriert “SZ-Magazin” zum Thema Völkermord

Freitag, den 23. April 2010

Das Magazin der “SĂĽddeutschen Zeitung” widmet sich in der heute erschienenen Ausgabe dem Thema Völkermord. Das Thema wird in Berichten und Interviews beleuchtet, die Beiträge dabei vom Berliner Comicautoren Reinhard Kleist (“Cash – I see darkness”, Carlsen) illustriert, der – ähnlich wie in der Trilogie “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Didier Lefèvre und Pascal Lemercier (Edition Moderne) geschehen – immer wieder authentische Fotos in seine Comicstrecken einbindet.

In einem Interview mit der Literaturprofessorin Christiane Solte-Gresse, das nur auf der Website des “SZ Magazins” zu lesen ist, geht Lea Wagner unter vielfachem Bezug auf Art Spiegelmans “Maus” (S. Fischer Verlage) der Frage nach der Darstellbarkeit des eigentlich Unfassbaren im Comic nach:

Bilder trotz allem

Die Kunst stößt mitunter an ihre Grenzen. Die Bebilderung des aktuellen SZ-Magazins, das sich dem Genozid widmet, brachte einige Schwierigkeiten mit sich: Wir schreiben über Täter, deren Taten nicht ausreichend mit Bildern dokumentiert sind. Darum kombinieren wir Fotos mit Comic-Zeichnungen, die auf Augenzeugen-Berichten basieren. Aber darf man unsagbare Verbrechen überhaupt als Comic zeichnen? Ein Gespräch mit der Literatur-Professorin Christiane Solte-Gresser.

SZ-Magazin: Adorno sagte, es sei barbarisch, nach dem Holocaust weiterhin Gedichte zu schreiben. Wenn es keine Worte mehr geben darf ĂĽber den Holocaust, kann es dann Bilder geben, in diesem Fall Comics?
Christiane Solte-Gresser: Adorno berief sich auf Gedichte, da gerade die von der Schönheit der Sprache, ihrem Klang und Rhythmus leben. Das verträgt sich nicht damit, Verbrechen wie den Holocaust abzubilden. Allerdings widerlegen genug Beispiele die Auffassung, dass es für den Holocaust weder Worte noch Bilder gibt. Dichter wie Paul Celan oder Ruth Klüger haben das bewiesen, und Adorno hat seine Aussage später relativiert. Aber auch andere Künste haben sich mit diesem Problem auseinandergesetzt. mehr

“Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu

Donnerstag, den 22. April 2010

Auf der Liste der Gäste aus dem Nachbarland Frankreich, die in diesem Jahr den Comic-Salon Erlangen besuchen, finden sich bereits jetzt illustre Namen wie David B. (“Auf dunklen Wegen”, avant-verlag), Francois Boucq (“Bouncer”, Ehapa), Patrick Jusseaume (“Tramp”, comicplus+), KerascoĂ«t (“Jenseits”, Reprodukt), Enrico Marini (“Die Adler Roms”, Carlsen), Gilles Mezzomo (“Ethan Ringler”, Piredda), Patrice Pellerin (“Der Schrei des Falken”, comicplus+), David Prudhomme (“Rembetiko”, Reprodukt), Olivier Schwartz (“Spirou + Fantasio”, Carlsen) oder Bastien Vivès (“Der Geschmack von Chlor”, Reprodukt).

Auch Marc-Antoine Mathieu (“Der Ursprung”, Reprodukt) hat sich 2010 fĂĽr einen Besuch in der Hugenottenstadt angekĂĽndigt – Marc-Antoine Mathieu ist ein seltener Gast auf Comicfestivals. Auch im französischen Sprachraum findet man seinen Namen höchst selten auf den Zeichnerlisten der groĂźen Messen. FĂĽr Erlangen macht er eine Ausnahme und zu diesem Anlass gibt es ein neues Buch von Marc-Antoine Mathieu bei Reprodukt: Mit “Gott höchstelbst” erscheint Anfang Juni eine erste Graphic Novel des 1959 in Anthony, Frankreich, geborenen Autors in deutscher Sprache.

Gott ist Mensch geworden. Nach anfänglichen Zweifeln an seiner Wahrhaftigkeit wird der unscheinbare Mann über Nacht zum Medienhype, von Wissenschaftlern und Philosophen gnadenlos vermessen. Doch die Ankunft Gottes auf Erden hat vor allem einen Effekt: Gott wird zum universellen Sündenbock, der für das Unglück in der Welt verantwortlich gemacht wird. Schon bald findet sich der Allmächtige auf der Anklagebank wieder, und ein spektakulärer Gerichtsprozess soll die Frage der Fragen klären: Gibt es einen Gott?

NĂĽchtern und ironisch distanziert inszeniert Marc-Antoine Mathieu diese Groteske ĂĽber die existenziellen Fragen der Ontologie und Theodizee, die uns seit Menschengedenken umtreiben.

Marc-Antoine Mathieu ist vor allem durch seine Geschichten um den Ministerialbeamten Julius Corentin Aquefacques bekannt geworden. Seine experimentierfreudigen BĂĽcher wie “Der Wirbel” oder “Die 2,333. Dimension” finden auch im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren ein breites Publikum. Daneben konzentriert sich Marc-Antoine Mathieu auf seine Arbeit bei der Grafikagentur Lucie-Lom, die sich auf Ausstellungsdesign spezialisiert hat. So entstand beispielsweise die groĂźe Moebius/Giraud-Retrospektive beim Comicfestival in AngoulĂŞme 2000 unter seiner kreativen Leitung.

Gott höchstelbst, ISBN 978-3-941099-59-3, 124 Seiten, s/w, 25,5 x 19 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt

Deutsche Zeichner auf der “Comicon” in Napoli

Donnerstag, den 22. April 2010

Vom 30. April bis zum 2. Mai findet in Neapel die zwölfte Auflage der “Comicon – Salone Internazionale del Fumetto” statt, zu der auch in diesem Jahr wieder einige deutsche Zeichnerinnen und Zeichner eingeladen sind.

Neben vielen internationalen Gästen wie Baru (“Wut im Bauch”, Edition 52), Edmond Baudoin (“Das Zeichen des Widders”, mit Fred Vargas, Aufbau), Bastien Vivès (“Der Geschmack von Chlor”, erscheint im Juni) und Gilbert Hernandez (“Blut von Palomar”, beide Reprodukt) werden Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), Uli Oesterle (“Hector Umbra”, Carlsen) und Kai Pfeiffer (“Plaque”, als Herausgeber, avant-verlag) vor Ort sein. Wie in jedem Jahr wartet das Festival mit einem breiten Programm aus Ausstellungen, Verlagsmesse, Signierstunden und vielem anderen mehr auf.

“Jakob” – Leseprobe online

Donnerstag, den 22. April 2010

Wie an dieser Stelle bereits erwähnt, erscheint im Juni, pĂĽnktlich zum Comic-Salon in Erlangen, das Debut von Benjamin Scheuer und Felix Mertikat “Jakob” (Cross Cult).  Nachdem bereits  ein Trailer zur Einstimmung im Videoportal Youtoube veröffentlicht wurde, lassen sich nun auch einige Seiten aus dem Buch direkt online ansehen.

Der Tod durch Kinderaugen: Als die Mutter des achtjährigen Jakob „für immer fort geht, macht sich der kleine Junge auf die Suche nach ihr. Aber niemand kennt den Weg zu dem Ort, den sie gegangen ist. Und die, die ihn kennen, die Raben und die Füchse, wollen ihn nicht verraten. Aber Jakob ist bereit, jeden Preis zu bezahlen, um seine Mutter wieder zu finden. Auch den letzten…


Die Leseprobe kann hier angesehen werden.

Jakob, ISBN 978-3-941248-82-3, 64 Seiten, Querformat, Hardcover, farbig, 16,80 EUR, erscheint im Juni bei Cross Cult

“Rembetiko” von David Prudhomme

Donnerstag, den 22. April 2010

Anlässlich des Comic-Salon Erlangen vom 3. bis zum 6. Juni erscheinen bei Reprodukt zwei neue, bislang nur online angekĂĽndigte Grapic Novels: “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (mehr dazu in KĂĽrze) und “Rembetiko” von David Prudhomme.

Athen 1936. Unter dem Diktator Ioannis Metaxas schmelzen die Freiheiten des griechischen Volkes dahin wie Schnee in der Sonne. Stavros und seine Musikerfreunde jedoch wollen sich nicht beugen. In verrufenen Hafentavernen spielen sie den Rembetiko, den “griechischen Blues”, vom Regime als subversive Kraft gefĂĽrchtet und rigoros bekämpft; fĂĽr ihr Publikum allabendlich Erlösung von Elend und Repression. Als ihr Freund Markos aus dem Gefängnis entlassen wird, stĂĽrzen sich die Rembetes in eine zĂĽgellose Nacht, einen Rausch aus Drogen, Musik und Utopien…

Eindringlich und mit traumwandlerischem Gespür für seine Charaktere schildert David Prudhomme vierundzwanzig Stunden im Leben von fünf Musikern in den Armenvierteln von Piräus. Seine elegante Linienführung und die leuchtende Farbgebung, die das strahlende mediterrane Licht ebenso einfängt wie die Schatten der schummrigen Haschischhöhlen, erzeugen eine Intensität, so hypnotisch und sinnlich wie der Rembetiko selbst.

David Prudhomme wurde 1969 im französischen Tours geboren. Noch während seines Studiums an der École de l’Image in AngoulĂŞme debĂĽtierte er 1992 als Comic-Zeichner mit der Serie “Ninon secrète” nach seinem Szenario von Patrick Cothias. Sowohl bei seinen Comic-Projekten wie als Illustrator bestach David Prudhomme in der Folge durch den anscheinend mĂĽhelosen Wechsel zwischen einem kraftvollen expressiven Strich und einer nervöseren, stark karikierenden LinienfĂĽhrung.

In den vergangenen Jahren hat er insbesondere durch seine Adaptionen von Georges Brassens Roman “La Tour des Miracles” (2003, mit Étienne Davodeau) sowie der klassischen französischen Komödie “La Farce de MaĂ®tre Pathelin” (2006) auf sich aufmerksam gemacht. Seine in Zusammenarbeit mit Pascal RabatĂ© (“Bäche und FlĂĽsse”, Reprodukt) entstandene Familiengeschichte “Die Plastikmadonna” (dt. bei Carlsen) wurde 2008 in AngoulĂŞme als “Essentiel” prämiert. FĂĽr “Rembetiko” folgte 2010 mit dem Preis “Regards sur le monde” eine weitere Auszeichnung des wichtigsten europäischen Comic-Festivals.

Rembetiko, ISBN 978-3-941099-56-2, 104 Seiten, farbig, 29 x 22,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt

Zwei Termine in Wien und Berlin

Mittwoch, den 21. April 2010

Bei zwei Terminen in den nächsten Tagen haben interessierte Besucher die Möglichkeit ĂĽber Graphic Novels zu informieren. Am nächsten Dienstag, dem 27. April lädt zunächst der Buchladen Hartliebs in Wien zu einem Diskussionsabend zum Thema Comics. Ăśber das Thema “Comics als Literatur? Vom Erzählen im literarischen Zwielicht” diskutiert dann die Buchhändlerin Barbara Kadletz mit ihren Gästen Heinz Wolf (“Molch”, Luftschacht) und Sebastian Broskwa vom Comicvertrieb Pictopia. Passend dazu werden in einer mehrwöchigen Graphic-Novel-Aktion eine Vielzahl aktueller Titel auf einem BĂĽchertisch angeboten, auch das Schaufenster wird dementsprechend dekoriert. Die Diskussionsrunde beginnt um 19.30 Uhr.

Anfang Mai wird der Berliner Comicladen Comics & Graphics seine Behausung verlassen und seine Zelte am Berliner Kollwitzplatz aufschlagen. Dort findet am Samstag, dem 1. und Sonntag, dem 2. Mai das örtliche Maifest statt. Vorgestellt wird ein breites Sortiment mit dem Schwerpunkt auf die beiden Berliner Verlage Reprodukt und avant-verlag. Jedermann ist an beiden Tagen zwischen 12 und 20 Uhr eingeladen vorbeizuschauen.

Hartliebs Bücher, Währingerstraße 122, A-1180 Wien
office@hartliebs.at, www.hartliebs.at

Comics & Graphics, Prenzlauer Allee 46,  D-10405 Berlin
info@bluetoons.de, www.bluetoons.de
Kollwitzplatz, Raumer Straße / Ecke Lychener Straße,  D-10405 Berlin-Prenzlauer Berg

Graphic-Novel-Aktion bei Sputnik in Potsdam

Mittwoch, den 21. April 2010

Der Potsdamer Buchladen Sputnik präsentiert ab dem 26. April eine Vielzahl von Graphic Novels aus dem avant-verlag, der Edition Moderne und von Reprodukt auf einem Büchertisch und in einem eigens gestalteten Schaufenster.

Der im Jahr 2002 als Experiment eröffnete Bchladen wird von etwa zehn Menschen ehrenamtlich und im Kollektiv betrieben. Regelmäßig werden in Zusammenarbeit mit anderen AkteurInnen Lesungen, Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert.

Anspruch des Kollektivs ist es, Literatur abseits des gesellschaftlichen Mainstreams anzubieten. Literatur zu Politik und Philosophie, zu Kultur, Soziologie und Geschichte steht im Fokus des Ladens. Neben Themenschwerpunkten zu Gender, FuĂźball und Musik gehören natĂĽrlich auch die “schöne Literatur”, Biographien und Comics sowie eine Auswahl an Zeitungen, Zeitschriften und KinderbĂĽchern zum Sortiment. Im geräumigen und begrĂĽnten Sputnik, dem wahrscheinlich letzten Buchladen mit Holzofen, kann man sich in Ruhe und GemĂĽtlichkeit dem Buch der Wahl widmen.

Die Graphic-Novel-Aktion läuft bis Ende Mai.

Buchhandlungen, die auch Interesse an einer solchen Graphic-Novel-Aktion haben, können sich bei Sebastian Oehler über Einzelheiten informieren.

Buchladen Sputnik, Charlottenstr. 28, D-14467 Potsdam
Tel. + Fax (0331) 58 13 67 9
sputnik@potsdam.de, www.sputnik-buchladen.de
Ă–ffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr