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Monatsarchiv für Juni 2010
Mittwoch, den 30. Juni 2010
Gleich zwei Neuerscheinungen von David B. gab es zuletzt beim Berliner avant-verlag: Bei “Kapitän Scharlach” verfasste er das Skript, das Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne) in Bilder umsetzte, “Auf dunklen Wegen” stammt von David B. allein. Zu letzterem Band schreibt Daniel Wüllner auf tagesspiegel.de eine erste Besprechung, passend dazu lässt sich nun eine PDF-Leseprobe online ansehen.
Grabenkriege und Revolutionsphantasien
Die Verdichtung der Welt: Die dalmatinische Hafenstadt Fiume wurde nach dem Ersten Weltkrieg von einer vom Dichter Gabriele D’Annunzio geführten Truppe erobert. Der Comic-Erneuerer David B. macht das zum Ausgangspunkt seines neuen Buches und zeigt, dass das Potenzial des Mediums noch lange nicht ausgereizt ist.
Comic-Künstler sind noch weit davon entfernt, das erzählerische Potenzial ihres Mediums voll ausgenutzt zu haben – eine Tatsache, auf die Comic-Guru Scott McCloud immer wieder gerne aufmerksam macht. Obwohl er diese bevorstehende Revolution mit den Möglichkeiten digitaler Medien verknüpft, ist auch das erzählerische Potenzial der gedruckten Comics noch lange nicht ausgereizt. Immer mehr Autoren und Zeichner entdecken neue Wege, mit Konventionen zu brechen und ihre Erzählungen über Genregrenzen hinweg zu entfalten. Bestes Beispiel dafür ist der neue Comic von David B., „Auf dunklen Wegen“, der gerade im Avant-Verlag auf Deutsch erschienen ist. Im Comic vermengt der französische Künstler europäische Geschichte mit dem unstillbaren Drang des Geschichtenerzählens selbst. mehr

Die PDF-Leseprobe umfasst 14 Seiten und kann hier heruntergeladen werden (2,8 MB).
Tags: Auf dunklen Wegen, avant-verlag, David B., tagesspiegel.de Kategorie Allgemein, News, Presse | 0 Kommentar »
Mittwoch, den 30. Juni 2010
In letzter Zeit wurden gleiche eine ganze Reihe der beim avant-verlag erschienenen Graphic Novels mit Preisen ausgezeichnet: “Pinocchio” von Winshluss erhielt auf dem Comic-Salon in Erlangen den Max und Moritz-Preis als “Bester internationaler Comic”, Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” wurde ebenfalls in Erlangen mit dem Publikumspreis bedacht und gewann zudem den ICOM Independent Comic Preis für den “Besten Independent Comic”. Simon Schwartz’ “drüben!” ist noch im Rennen für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch. Nun hat der Berliner Verlag für die nächsten Monate wieder eine ganze Reihe interessanter Neuveröffentlichungen angekündigt.

“Der König der Fliegen” von Mezzo & Pirus
Die Vorstädte, die der Handlungsort der Kurzgeschichten von Mezzo und Pirus sind, könnten überall und nirgends sein. Die einzelnen Geschichten werden jeweils von einem anderen Protagonisten erzählt, aber bald wird offensichtlich, dass sie miteinander verwoben sind und in ihrer Gesamtheit eine einzige große Erzählung ergeben. So formt sich das Bild von Erik, einem drogenkonsumierenden Teenager, der nicht nur mit seinem Stiefvater, sondern mit der ganzen Welt im Streit lebt.
Hyperdetaillierte Bilder, hypnotische Farben und knallharte Geschichten. Die beiden französischen Autoren bringen die Kraft und den Punch eines Charles Bukowski in die Welt der Comics.
Der König der Fliegen 1: Hallorave, ISBN 978-3-939080-38-1, 64 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im Herbst 2010
Der König der Fliegen 2: Die Entstehung der Welt, ISBN 978-3-939080-49-7, 64 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im Frühjahr 2011

“Klezmer 3: Alles Diebe!” von Joann Sfar
Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei Schicksalsschläge und widrige Umstände zusammengeführt.
Die turbulente Erzählung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron” genannt, der mit seiner jüdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerät. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel Glück – auch ein wenig Bares wartet. So entstand eine gelungene Mischung aus “Die Katze des Rabbiners” und “Der Kurier des Zaren”.
“Joann Sfars politischer ›Klezmer‹ Comic verdient eine Hymne.” – Tages-Anzeiger
“So lebendig wie hier ist die jüdische Musik nur selten.” – B5 Kulturnachrichten
“›Yam Bam Bom Bam Yom Schilibilibiliyom‹. So hat man Klezmer noch nie gehört und gesehen!” – Jüdische Zeitung
Klezmer 3: Alles Diebe!, ISBN 978-3-939080-47-3, 148 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im Herbst 2010
“Hair Shirt” von Patrick McEown
Ein Buch über das Ende der Kindheit und das Erwachsenwerden. In einer kanadischen Kleinstadt spielt die Geschichte von John und Naomi, die sich schon als Kinder kannten und nun als Jugendliche wieder begegnen.
Sie verlieben sich, müssen aber erkennen, dass sie die Erinnerung an die Vergangenheit aus sentimentalen Streifzügen, ersten sexuellen Erfahrungen, aber auch der Kindheitstraumata einholt. Denn schmerzliche Erfahrungen und dunkle Geheimnisse von früher treten plötzlich wieder in ihr Leben und ihre schlimmsten Alpträume sind zurück…
Patrick McEown schafft mit lockerem Strich die Atmosphäre eines David-Lynch-Films.
Hair Shirt, ISBN 978-3-939080-46-6, 128 Seiten, farbig, Softcover, 17,95 EUR, erscheint im Herbst 2010


“Peplum” von Blutch
Peplum führt uns an die äußersten Grenzen des römischen Reiches, in eine barbarische und feindliche Umgebung. Publius Cimber, Nachkomme einer angesehenen Patrizierfamilie, wurde ins Exil in diese unwirtliche Gegend geschickt. Er findet in einer Höhle eine geheimnisvolle Frau, schön wie eine Göttin, die in einem Eisblock gefroren ist. Fasziniert vom Antlitz dieser Frau nehmen er und seine Bande von Vagabunden sie mit auf ihre Reise.
Dieses Epos in zehn Kapiteln besticht durch das zeichnerische Können des Autors und die faszinierende Darstellung der Schönheit der Antike, gepaart mit Szenen extremer Gewalt: Ein üppiger Comic-Roman, inspiriert durch Passagen des “Satyricon” von Petronius, entfesselt einen unvergesslichen Bildersturm.
Blutch, 2009 geehrt mit der wichtigsten europäischen Comicauszeichnung, dem Grand Prix der französischen Stadt Angoulême, zeigt in “Peplum” eine neue Facette seines Schaffens: nicht die bitterböse Ironie eines “Blotch” oder die humorvollen Jugenderinnerungen aus “Der kleine Christian” (Reprodukt), sondern die Grausamkeit der antiken Welt, die Unterdrückung und die Qual stehen im Mittelpunkt dieses ausdrucksstarken und experimentellen Werks.
Peplum, ISBN 978-3-939080-34-3, 1044 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 EUR, erscheint im Frühjahr 2011


“B. Traven – Porträt eines berühmten Unbekannten” von Golo
Wenig bis nichts ist über den bekannten Autor B. Traven bislang bekannt. Er führt Zeit seines Lebens ein schattenhaftes Dasein, zurückgezogen von der Öffentlichkeit: Ret Marut, Otto Feige, Traven Torsvan, Hal Croves alias B. Traven. Fünf Namen für ein und dieselbe Person. Der Schriftsteller und sein bewegtes Leben erscheinen wie die Vorlage für eine seiner Romanfiguren.
Er war Schauspieler, Regisseur, Anarchist, Anhänger der Münchner Räterepublik, Zuchthäusler, Matrose und Schriftsteller im Exil, aber auch gefeierter Drehbuchautor in Diensten Hollywoods. Einige seiner bekanntesten Werke erreichten Millionenauflagen, doch durch ein umfangreiches System von Deckadressen und Postschließfächern entzog er sich seinem Publikum. Nach der Emigration aus Deutschland fand er in Mexiko eine neue Heimat, wo er mit der indigenen Bevölkerung lebte, deren Probleme er auch in seinen Büchern thematisierte. John Huston verfilmte 1947 seine Romanvorlage “Der Schatz der Sierra Madre” mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle.
Aber wer war dieser B. Traven wirklich? Der französische Comic-Autor Golo macht sich auf die schwierige Spurensuche in seiner beeindruckenden Graphic Novel über den berühmten Unbekannten.
B. Traven – Porträt eines berühmten Unbekannten, 144 Seiten, farbig, Hardcover, 24,95 EUR, erscheint im Frühjahr 2011
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Dienstag, den 29. Juni 2010
Der deutsch-französische Kultursender arte hat in zwei Beiträgen wieder zwei Comics und ihre Macher vorgestellt, auch wenn in beiden Fällen Verfilmungen die Anlässe der Berichterstattung sind. In der vergangenen Woche startete in Frankreich Pascal Rabatés Verfilmung seines eigenen Buches “Bäche und Flüsse” (Reprodukt). Im “Arte Journal” werden Autor und Film vorgestellt. Der Beitrag lässt sich hier online ansehen.

Riad Sattoufs Komödie “Jungs bleiben Jungs” startet am kommenden Donnerstag in den deutschen Kinos. In der Sendung “Metropolis” hat der Autor erläutert, wie er der Jugend auf den Mund schaute. Von Riad Sattouf erscheint im Oktober mit “Meine Beschneidung” (Reprodukt) ein erster Band auf Deutsch. Der arte-Beitrag findet sich hier.

Tags: arte, Arte Journal, Pascal Rabaté, Riad Sattouf Kategorie Allgemein, News, Presse | 0 Kommentar »
Dienstag, den 29. Juni 2010
Im Sommer beginnen in Berlin die Dreharbeiten zur Verfilmung des in der Edition Moderne erschienenen “Huhn mit Pflaumen”, nach “Persepolis” der zweite auf einem Buch von Marjane Satrapi beruhenden Film. Wie schon beim Vorgänger übernimmt die Autorin zusammen mit Vincent Paronnaud die Regie, allerdings wird die Vorlage diesmal nicht in einen Animationsfilm wie “Persepolis” umgesetzt, sondern als Realfilm abgedreht.

Zu den Hauptdarstellern gehören Mathieu Amalric, der als Darsteller vor allem in “Schmetterling und Taucherglocke” begeistern konnte, und die aus David Lynchs “Blue Velvet” und “Wild at Heart” bekannte Isabella Rossellini. Die Dreharbeiten werden vom Medienboard Berlin-Brandenburg finanziell unterstützt, produziert wird der Film vom deutsch-französischen Zusammenschluss The Manipulators. Wann der Film in die Kinos kommt, ist noch nicht bekannt.
Co-Regisseur Vincent Paronnaud veröffentlicht unter seinem Künstler-Pseudonym Winshluss selbst Comics. Seine Version des Klassikers “Pinocchio” (avant-verlag) wurde zuletzt auf dem Comic-Salon in Erlangen mit dem Max und Moritz-Preis als “Bester internationaler Comic” ausgezeichnet.
Tags: avant-verlag, Edition Moderne, Huhn mit Pflaumen, Marjane Satrapi, Pinocchio, Winshluss Kategorie Allgemein, News | 0 Kommentar »
Montag, den 28. Juni 2010
Die “Akademische Comicforschung und -ausbildung in Japan” steht im Mittelpunkt des Interviews mit Prof. Dr. Jaqueline Berndt, das Felix Giesa für das Comicmagazin “Comixene” führte. Jaqueline Berndt hat sich in einer Vielzahl von Fachpublikationen mit dem Thema Manga auseinandergesetzt und lehrt an der Graduate School of Manga Studies der Kyoto Seika University (KSU).
Der größte Teil der deutschsprachigen Comiczeichner hat eine Illustrationsausbildung hinter sich – Comickurse finden an Universitäten zwar vereinzelt statt und auch Diplomarbeiten können als Comic abgelegt werden, ein dezidiertes Comic-Studium ist aber nicht möglich. Gleiches für den theoretischen Bereich. Jaqueline Berndt gibt in dem auf der Website der Gesellschaft für Comicforschung online veröffentlichten Interview einen Einblick – in Japan sieht es diesbezüglich ganz anders aus.
Akademische Comicforschung und -ausbildung in Japan
Anlässlich des 14. Comic-Salons reiste Prof. Dr. Jaqueline Berndt mit einigen ihrer Studentinnen nach Erlangen, um die Graduate School of Manga Studies der Kyoto Seika University (KSU) sowie die studentischen künstlerischen Arbeiten vorzustellen.
Für die Erlangen-Ausgabe der Comixene gab sie ein kurzes E-Mail-Interview, das wir hier mit freundlicher Genehmigung durch Chefredakteur Martin Jurgeit posten dürfen.
[1] Sie sind Professorin am Manga Research Center der Kyōto Seika-Universität. In Deutschland, selbst in Frankreich, findet Comicforschung, wenn denn überhaupt, nur auf Eigeninitiative von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in ihren jeweiligen Disziplinen statt. Ist Japan das Traumland der Comicforschung?
Ich bin Kunstwissenschaftlerin und Professorin für Comic-Theorie an der Manga-Fakultät der KSU, außerdem Direktorin der seit April 2010 bestehenden Graduate School of Manga Studies. mehr
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Montag, den 28. Juni 2010
Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” (Reprodukt), das die Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried und ihre Zeit behandelt, ist fast zeitgleich mit der deutschen Veröffentlichung als “L´Empoisonneuse” (Editions L´An 2) auch in Frankreich erschienen. Nachdem das Buch in Deutschland breit und positiv besprochen wurde (z.B. in “Die Welt”, “Süddeutsche Zeitung”, “Frankfurter Rundschau” und “Zeit online”, nachzulesen u.a. hier), zeigt ein Blick in die französische Presse, das der Band auch dort gut aufgenommen wurde.
So stellt Yves-Marie Labé in “Le Monde” das gelungene Zusammenspiel von Skript und zeichnerischer Umsetzung heraus. Das greift auch Laurence le Saux auf bodoi.com auf, der der Zusammenarbeit bescheinigt, zu einem “faszinierendem” und “effektivem” Ergebnis geführt zu haben.
Auf actuabd.fr sowie france2.fr betont David Taugis die literarischen Qualitäten des Comics. Auf bdselection.fr wird der Band mit den Worten “Ein packender grafischer Roman.” zusammengefasst. Zum gleichen Schluss kommt litterama.fr und ergänzt noch ein Lob der “grafischen Meisterschaft”.
“Ein Tauchgang ins gequälte Unterbewusste eines ganzen Landes” resümiert livreshebdo.fr. Und Gilles Ratier bescheinigt dem Band auf bdzoom.com, einer der besten historischen Comics der ersten Jahreshälfte 2010 zu sein.
Tags: Barbara Yelin, Gift, Peer Meter, Reprodukt Kategorie Allgemein, News, Presse | 0 Kommentar »
Sonntag, den 27. Juni 2010
Jenni Zylka in der “taz” vom 21. Juni über “Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” (Reprodukt) und die gleichnamige Ausstellung in der Galerie Neurotitan, Berlin.
Die letzte Seite
Die Zeitung “Le Monde diplomatique” druckt jeden Monat einen Comic an prominenter Stelle. Ein Sammelband und eine Ausstellung bieten die Gelegenheit, den zeichnerischen Reichtum gebündelt zu entdecken
Coming-of-age-Dramen, die das Leben schreibt: Ein Teenager mit Kiss-Vorliebe malt sich eine Gene-Simmons-Gesichtsmaske auf und will so zum Konzert seiner Lieblingsband gehen. Anstatt sich durch die Hintertür hinauszuschleichen, drängt es ihn, mit dem Make-up seine Mutter zu provozieren. Die macht er dafür verantwortlich, dass der Vater nicht mehr bei ihnen lebt. Er findet seine Mutter fast erstickt auf dem Liegestuhl im Garten. Sie hat nach einem Bienenstich einen allergischen Schock. mehr
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Samstag, den 26. Juni 2010
Christoph Haas in der “taz” vom 26. Juni über “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert (Edition Moderne).
Erinnerungen eines GIs
Nach Afghanistan nun Zweiter Weltkrieg – Emmanuel Guiberts spannender autobiografischer Comic “Alans Krieg”.
Zum Kriegsfilm, zum Kriegscomic gehört das Pathos der Froschperspektive. Nicht um den distanzierten Blick der Generäle und Heeresberichte geht es, sondern um das, was die Männer im Feld erleben, hinter ein Maschinengewehr gekauert oder das Bajonett zum Stoß erhoben. Dieser Ansatz kann kritisch oder sogar subversiv sein: Durch den fehlenden Blick aufs große Ganze wird der Sinn des grausigen Geschehens angezweifelt, wenn nicht negiert. Aber das muss nicht zwangsläufig der Fall sein. mehr
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Samstag, den 26. Juni 2010
Andreas Michalke in der “Jungle World” 25 vom 24. Juni 2010 über die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis” im Jüdischen Museum Berlin.
Superman lebt koscher
Die Ausstellung »Helden, Freaks und Superrabbis« im Berliner Jüdischen Museum widmet sich der Bedeutung jüdischer Comiczeichner im 20. Jahrhundert.
Die Namen der jüdischen Comiczeichner, um die es in der Ausstellung »Helden, Freaks und Superrabbis« geht, lesen sich wie ein Who is who der Comicindustrie des sogenannten »Golden Age«. Der Begriff bezieht sich auf die Comics der Zeit von 1938 bis 1952, als Comichefte erstmals ihre eigene Bildsprache entwickelten und begannen, sich als eigenständigeres Medium von den Zeitungsstrips abzugrenzen. mehr
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Freitag, den 25. Juni 2010
Während die in Zürich lebende Zeichnerin Kati Rickenbach am Nachfolger ihres Debüts “Filmriss” (Edition Moderne) arbeitet – einem Werk über den Reformator Huldrych Zwingli – findet sie noch Zeit für Illustrationen, Reisen und öffentliche Veranstaltungen:
Im Auftrag des Badener Animationsfilmfestivals Fantoche wird sie am Donnerstag, dem 2. September 2010, live im Kunsthaus Aarau zum Thema Märchen zeichnen, das im Mittelpunkt des diesjährigen Fantoche steht.
Am 11. September folgen zwei Vorträge in der Stadtbibliothek Lenzburg, in der sie aus ihrem Berufsalltag als Comiczeichnerin erzählt und erläutert, wie man von einer Idee zum fertigen Buch gelangt. Die Veranstaltungen finden um 11 und 13 Uhr statt.

Zuletzt illustrierte Kati Rickenbach den jährlichen Geschäftsbericht des Kulturzentrums Rote Fabrik in Zürich – eine innovative Idee seitens der “Roten Fabrik”. Mit ihren Kollegen aus dem “Strapazin”-Atelier verweilte sie ausserdem einige Wochen in China und hat über ihre Zeit dort eine Reisereportage angefertigt, die in einer Sonderausgabe des “Strapazin” abgedruckt wurde. Im Gegenzug werden chinesische Zeichnerinnen und Zeichner in der nächsten regulären Ausgabe des “Strapazin” vorgestellt. Auf ihrer Website zeigt Kati Rickenbach Zeichnungen, die auf Beobachtungen vom Leben auf den Straßen in China basieren.

Kunsthaus Argau, Aargauerplatz, Postfach, CH-5001 Aarau
Tel. +44 (0)62 835 23 30, Fax +44 (0)062 835 23 29
www.aargauerkunsthaus.ch
Stadtbibliothek Lenzburg, Kirchgasse 2, CH-5600 Lenzburg
Tel. +44 (0)62 891 40 41
www.lenzburg.ch/de/stadtbibliotek.html
Tags: Kati Rickenbach Kategorie Allgemein, News | 0 Kommentar »
Freitag, den 25. Juni 2010
Ein längeres Interview führte Rupert Koppold für die heutige Ausgabe der “Stuttgarter Zeitung” mit der in Berlin lebenden Comicautorin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag von Rest deines Lebens”, avant-verlag).
Eine schmutzige Geschichte
In ihrer mitreißenden und mehrfach preisgekrönten Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” erzählt Ulli Lust von einer Reise, die sie als 17-Jährige unternommen hat. Damals war sie in den Süden getrampt.
Frau Lust, in Ihrem Comic stürzt sich die junge Ulli rücksichtslos in ein Abenteuer, das von der Wiener Punkszene nach Italien führt. Dort wird sie vergewaltigt und landet in einer Mafia-Villa in Palermo. Ist das die Geschichte einer Überlebenden?
Ja, zuerst hieß das noch “gezeichnet und überlebt von Ulli Lust”. Das war mir dann zu aufgetragen. Aber es gab brandgefährliche Situationen, es hätte schiefgehen können. Doch mit 17 ist man ja relativ belastbar. (lacht) mehr
Tags: avant-verlag, Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens, Stuttgarter Zeitung, Ulli Lust Kategorie Allgemein, News, Presse | 0 Kommentar »
Mittwoch, den 23. Juni 2010
Das Goethe-Institut engagiert sich schon eine ganze Weile in Sachen Comics. Neben der informativen Website zu deutschen Comics, die mittlerweile in neun Sprachen vorliegt, laden die internationalen Dependancen des Goethe-Instituts regelmäßig Comic-Künstlerinnen und Künstler ein, stellen Zeichnungen aus und bieten Workshops und Vorträge an.
Im August wird eine Wanderausstellung sogar in doppelter Ausfertigung auf Welttournee gehen: Die Ausstellung “Comics, Manga & Co. – Die neue deutsche Comic-Kultur” stellt zwei Generationen Zeichner vor, die in den letzten Jahren auf ganz unterschiedliche Art und Weise die deutsche Comickultur geprägt haben.
Innovativ, fantasievoll und kritisch – Attribute, die sowohl für die Comic-Avantgarde, als auch für die jüngere Generation der Comic-Künstler stehen. Beide Gruppen präsentieren sich gemeinsam in der vom Goethe-Institut und Matthias Schneider konzipierten Wanderausstellung und ermöglichen so einen Überblick über die Entwicklung der deutschen Comic-Kultur seit der Wiedervereiningung im Jahre 1990.
Zu sehen sein werden Arbeiten folgender Zeichnerinnen und Zeichner: Arne Bellstorf (“Baby’s in black – The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”), Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”), Sascha Hommer (“Vier Augen”), Line Hoven (“Liebe schaut weg”), Mawil (“Action Sorgenkind”, alle Reprodukt), Anke Feuchtenberger (“Die Hure H zieht ihre Bahnen”, Edition Moderne), Flix (“Faust”), Jens Harder (“Alpha – Directions”), Reinhard Kleist (“Cash – I see a darkness”), Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, alle Carlsen), Christina Plaka (“Yonen Buzz”, Tokyopop), Henning Wagenbreth (“Cry for help”, Gingko Press) und Ulf K. (“Sternennächte”, Edition 52).

Eine erste Station der Wanderausstellung ist Goethe-Institut Helsinki, wo sie vom 19. August bis zum 16. September zu sehen sein wird. Vom 10. bis zum 12. September findet in Finnlands Hauptstadt zudem das 25. Internationale Comicfestival statt, zu dem Sascha Hommer auf Einladung des Goethe-Instituts zugegen sein wird. Danach wird die Ausstellung in Bukarest und Prag zu sehen sein. Das Doppel der Ausstellung wird voraussichtlich in Santa Cruz, La Paz und Porto Allegre präsentiert. Anschließend sind weitere Stationen in aller Welt vorgesehen.

Die Ausstellung wird von Matthias Schneider kuratiert und von Hans Baltzer gestaltet, letzterer ist auch für die Produktion des begleitenden Bildbandes verantwortlich, in dem die Künstlerinnen und Künstler ausführlich vorgestellt werden. Erhältlich ist der Katalog in den Dependancen des Goethe-Instituts, in denen die Ausstellung präsentiert wird.
Goethe-Institut Helsinki, Mannerheimintie 20 A, 6. Stock, Fin-00100 Helsinki
Tel. +358 9 68035523
email: kultur@helsinki.goethe.org, www.goethe.de/ins/fi/hel/deindex.htm
Tags: Anke Feuchtenberger, Arne Bellstorf, Christina Plaka, Flix, Goethe-Institut, Goethe-Institut Helsinki, Henning Wagenbreth, Isabel Kreitz, Jens Harder, Line Hoven, Martin tom Dieck, Mawil, Reinhard Kleist, Sascha Hommer, Ulf K. Kategorie Allgemein | 0 Kommentar »
Mittwoch, den 23. Juni 2010
In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” stellt David Gern den von Neil Gaiman geschriebenen und von unterschiedlichen Zeichnern umgesetzten Fantasy-Zyklus “Sandman” (Panini) vor:
Herr der Träume, Held der Schäume
Mit „Sandman“ schuf Neil Gaiman eine der bedeutendsten Graphic Novels aller Zeiten. Einen „Comic für Intellektuelle“ feierte Norman Mailer, die Reihe schaffte es bis in die Bestsellerliste der New York Times. Jetzt liegt sie vollständig auf Deutsch vor.
Als der Schriftsteller Norman Mailer die „Sandman“-Comics von Neil Gaiman gelesen hatte, fasste er seine Eindrücke so zusammen: „,Sandman’ ist ein Comic für Intellektuelle, und ich bin der Meinung, dass es auch wirklich an der Zeit dafür war.“ Jahre später erzählte Gaiman, dass viele Buchhändler Comics nur wegen dieses Mailer-Zitats in ihr Sortiment aufgenommen hatten. mehr
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Mittwoch, den 23. Juni 2010
Im September 2010 findet das Harbour Front Literaturfestival Hamburg zum zweiten Mal statt, nachdem im vergangenen Jahr rund 16.000 Besucher zu verzeichnen waren. Insgesamt werden innerhalb von elf Tagen etwa 90 Veranstaltungen im Hamburger Hafen stattfinden. Zu den bekanntesten Autoren, die beim Harbour Front Festival auftreten, gehören Günther Grass und John Irving.
Im Rahmen des diesjährigen Hamburger Literaturfestivals finden auch zwei Veranstaltungen zum Thema Graphic Novel statt – kurzerhand hat man diese beiden Termine zum “HF 75 Internationaler Graphic Novel Salon” erklärt.
Die in Hamburg ansässigen Kulturinstitute Instituto Cervantes, Institut Français, das Italienische Kulturinstitut Hamburg und das Goethe-Institut stellen jeweils einen Graphic Novel-Künstler ihres Landes vor. Die Graphic Novel ist ist ein neues Genre innerhalb der Literatur, vereinfacht ausgedrückt eine Synthese von Literatur und Comic. Wer mehr über dieses neue und aufregende Genre erfahren will, trifft im Graphic Novel Salon auf vier bedeutende Künstler Europas.
Am Donnerstag dem 9. September um 21 Uhr präsentieren das Instituto Cervantes und das Goethe Institut im HafenCity InfoCenter im Kesselhaus ein von Jens Balzer (“Berliner Zeitung”) moderiertes Gespräch zwischen Angel de la Calle (“Modotti, eine Frau des zwanzigsten Jahrhunderts”) und Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen), die an diesem Abend ihre aktuellen Arbeiten präsentieren.

Am Donnerstag, dem 16. September führt Andreas Platthaus (“FAZ”) ebenfalls ab 21 Uhr im HafenCity InfoCenter im Kesselhaus durch ein Podiumsgespräch mit Gästen des Institut Francais und des Italienischen Kulturinstituts: Nine Antico (“Coney Island Baby”, L’Association) und Igort (“Les Cahiers Ukrainiens”, Futuropolis; “5 ist die perfekte Zahl”, avant-verlag) sprechen über ihre Arbeiten. Der Eintritt zu den Veranstaltungen beträgt jeweils 10 Euro.
Harbour Front Literaturfestival Hamburg, HafenCity InfoCenter im Kesselhaus
Ticket-Hotline: 01805-92 2009
email: info@harbourfront-hamburg.com, www.harbourfront-hamburg.com
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Dienstag, den 22. Juni 2010

Gleich zwei Radiobeiträge widmeten sich zuletzt “Gift” (Reprodukt) von Peer Meter und Barbara Yelin. Karolin Korthase stellte das Buch im Nordwestradio von Radio Bremen vor und unterhielt sich dafür mit dem Szenaristen Peer Meter: “Gift – Eine Graphic Novel über Gesche Gottfried”. Die Zeichnerin Barbara Yelin war bei radio eins des rbb zu Gast und wurde in der Sendung “Seite EINS” von Moderator Knut Elstermann zum Buch befragt.
“Wir sind nicht der Weisheit letzter Schluss” resümiert Jens Harder im Interview zu “Alpha – Directions” (Carlsen) mit Markus Köbnik auf on3 vom Bayerischen Rundfunk. Dort liefert eine Bildergalerie zusätzliche Einsichten. Alle Radiobeiträge lassen sich auf den jeweiligen Seiten nachhören. Zumindest nachgelesen werden kann Christian Möllers Beitrag “iGott” zu Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” auf der Website des Radiosenders 1Live des WDR.
Jens Harders Buch war auch Aufmacher des Kulturteils der “Jungle World”: Heike Karen Runge stellt es in “Vor uns die Sintflut” ausführlich vor. An gleicher Stelle hat Michael Saager Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) besprochen: “Die Angst kommt später”.
Auf titel-magazin.de klopft Jens Essman in “Zwischenstopp Bremen” Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” daraufhin ab, ob die vielversprechenden Zutaten auch einen Selbstläufer ergeben. “Verstörend vergnüglich” findet Sven Jachmann Fane und Jims “Sonnenfinsternis” (Splitter), das er an gleicher Stelle in “Infantile Fluchten” vorstellt.
Neben einer neuen Comicseite in der Printausgabe des “Tagesspiegels” gab es in den vergangenen Wochen auch eine Menge neue Besprechungen und Interviews auf tagesspiegel.de zu lesen. Die Luxusausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra” (Edition 52) ist für Lars von Törne Anlass, den “Taumelnden Totentanz” noch einmal vorzustellen. Politikwissenschaftler Thomas Greven etwa befasst sich in “Stellungskrieg des Lebens” mit Emmanuel Guiberts Weltkriegsmemoiren “Alans Krieg” (Edition Moderne). “Spielland ist abgebrannt” fasst Markus Dewes den Max und Moritz-Preisträger “Pinocchio” (avant-verlag) von Winshluss zusammen. Anlässlich des Comic-Salons Erlangen wurde das Künstlerpaar Maryse und Jean-François Charles von Lars von Törne zu ihrem Band “War and Dreams” (Splitter) interviewt.
Abschliessend noch ein Blick ins Ausland: Ulli Lust wurde vom englischen Blog avoidthefuture.com zu ihrem Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” und ihrer Website electrocomics.com befragt und gibt so der englischsprachigen Welt einen Einblick in ihr Schaffen und ihre Motive.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/spielland-ist-abgebrannt/1847732.html
Tags: Alans Krieg, Alpha, avant-verlag, Barbara Yelin, Carlsen Verlag, Edition 52, Edition Moderne, Emmanuel Guibert, Fane, Gift, Gott höchstselbst, Hector Umbra, Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens, Jean-Francois Charles, Jens Harder, Jim, Marc-Antoine Mathieu, Mayrse Charles, Peer Meter, Pinocchio, Reprodukt, Sonnenfinsternis, Splitter, Uli Oesterle, Ulli Lust, Winshluss Kategorie Allgemein, News, Presse | 0 Kommentar »
Sonntag, den 20. Juni 2010
In den vergangenen Wochen berichtete die ZDF-Kultursendung “aspekte” mehrmals über Comic-Themen. So wurde zum Beispiel Jens Harders umfangreicher Evolutions-Comic “Alpha – Directions” (Carlsen) von Linda-Rabea Heyden als Buchtipp vorgestellt:
Wahrhaft wagemutig
“Alpha … Directions” – ein evolutionärer Comic
Alpha. Der erste Buchstabe des griechischen Alphabets. Alpha steht für Anfang. Genau davon handelt Jens Harders gleichnamiger Comic: vom Anfang des Universums und der Enstehung der Welt bis zu den ersten Menschen. 14 Milliarden Jahre auf 350 Seiten, also für je sieben Millionen Jahre ein Bild.
Obwohl so etwas wie ein Wissenschaftscomic keine Neuheit mehr ist, hat Harder mit “Alpha” die Idee davon, was im Comic möglich ist, auf eigene Weise neu ausgelotet, augenzwinkernd und genauso erkenntnisreich. Im März bekam er dafür beim Festival von Angoulême den Preis für das “wagemutigste Werk”. Nun wurde das im Carlsen Verlag erschienene Album mit dem wichtigsten deutschen Comic-Preis, dem Max und Moritz-Preis, ausgezeichnet. mehr
Bereits Anfang des Monats wurde die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis – Die jüdische Farbe des Comics” die noch bis zum 8. August im Jüdischen Museum Berlin zu sehen ist, in der Sendung vorgestellt. Der Beitrag kann in der ZDF Mediathek angesehen werden.

Tags: Alpha, aspekte, Carlsen Verlag, Jens Harder, Jüdisches Museum Berlin Kategorie Allgemein, News, Presse | 0 Kommentar »
Sonntag, den 20. Juni 2010
Der Berliner Bezirk Neukölln wird in diesem Jahr 650 Jahre alt. Das Jubiläum hat die Berliner Autorin Anna Faroqhi zum Anlass genommen, mit “Weltreiche erblühten und fielen” (Dagylei Verlag) einen umfangreichen Comicband zu gestalten, der verschiedene historische Phasen der Stadtgeschichte vorstellt. Vielen Comic-Vorbildern entsprechend, wird das in eine autobiografische Handlung eingebettet.
Neukölln darf sich sich mit dem Titel des verrufensten Stadtbezirkes Berlins schmücken, in dem finstere südländische Typen mit einem Messer zwischen den Zähnen in dunklen Hausfluren lauern, Lehrer in der gepanzerten Limousine zur Schule eskortiert werden und die Unterschicht die Alkoholverbrauchsstatistik in die Höhe treibt. Was aber ist Neukölln wirklich und wer sind die Neuköllner?
Wie sah der Kottbusser Damm im 17. Jahrhundert aus? Was sucht eine Comenius-Büste in Neukölln? Wird die deutsche Politik nun in der Hasenheide gemacht oder nicht? Was hat es mit den Rollbergen auf sich? Wie viele Zigaretten kann man aus sieben Stummeln machen? Wer reitet nachts am Körnerpark? Was hat Rudow mit Asbest zu tun? Warum wurden so viele Neuköllner Schulen kürzlich 100 Jahre alt? Diese und andere Fragen, die sich nicht nur der Neuköllner immer wieder stellt, werden in einem Comic beantwortet, der zugleich ein vergnüglicher Grundkurs in Neukölln-Geschichte ist.
Weltreiche erblühten – 650 Jahre Geschichte Neuköllns, ISBN 978-3935597-82-1, Softcover, schwarzweiss, 9,50 EUR, erschienen im Dagyeli Verlag

Am heutigen Sonntag erschien im Berliner “Tagesspiegel am Sonntag” eine Besprechung des Bandes von Lars von Törne:
Weltreise durch Neukölln.
Ein Berliner Bezirk feiert sein 650. Jubiläum – und spendiert sich einen Comic zum Fest. Am Montag wird die Buchpremiere gefeiert.
Die Idee kam ihr in Kanada. Bei einem Besuch in dem Einwanderungsland erlebte Dorothea Kolland, die Leiterin des Kulturamtes Neukölln, wie stark sich dortige öffentliche Bibliotheken darum bemühen, ihren multikulturellen Bewohnern leicht verständliche Literatur und mehrsprachige Informationen über ihre neue Heimat anzubieten. Als sich dann in Kollands Bezirk ein großer Jahrestag ankündigte – die erste urkundliche Erwähnung Rixdorfs (damals noch: Richardsdorp), der Keimzelle des heutigen Neukölln, am 26. Juni vor 650 Jahren – da fragte sich die Amtsleiterin, wieso offizielle Veröffentlichungen zu solchen Anlässen eigentlich so oft wissenschaftlich-trockene und schwer zugängliche Abhandlungen sein müssen. Kolland beschloss: Das Neuköllner Jubiläum wird mit einem Comic gewürdigt. mehr
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Freitag, den 18. Juni 2010
Die Buchhandlung Literatur Moths in München präsentiert aktuell “Gift” von Barbara Yelin und Peer Meter (Reprodukt) mit großformatigen Ausdrucken im Laden.

Literatur Moths wurde 2009 von der Zeitschrift “Buchmarkt” die Auszeichnung “Buchhandlung des Jahres 2009″ verliehen. “Wir haben uns allem verschrieben, das besonders ist“, erklärt Inhaberin Regina Moths auf buchmarkt.de, “Inhalten, Sorgfalt der Gestaltung, der Illustration, des Themas – gleichgültig, ob es sich dabei um einen Roman, ein Kinder-, Koch-, Kunst- oder Sachbuch handelt.”

Literatur Moths, Rumfordstraße 48, D-80469 München
Tel. (089) 29 16 13 26, Fax (089) 29 16 15 52
email: info@li-mo.com, www.li-mo.com
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr
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Donnerstag, den 17. Juni 2010

2001 erschien in einem belgischen Kleinverlag eine Comic-Umsetzung von Oscar Wildes “Ernst sein ist alles” (“Het Belang van Ernst”, Bonte), gezeichnet von Tom Bouden. Nun sollte der Band für das iPad veröffentlicht werden. Eine erste Version (siehe oben), die wie die Comicversion von Joyces “Ulysses” auch, beiläufige bzw. wenig explizite Nacktdarstellungen enthielt, fand keinen Anklang bei Apple. Auch eine entschärfte Version (siehe unten) wurde abgelehnt.

Inzwischen wurden die Zensurmaßnahmen seitens Apples vielfach gemeldet und kritisiert (u.a. hier und hier), worauf sich der Konzern nun dazu durchrang, beide Comics unzensiert in seinem AppStore anzubieten. Wie “Prism Comics” ausführlich darstellt, sind Zensurmaßnahmen seitens Apple nicht ungewöhnlich und mitunter schwer nachzuvollziehen: So wurden in der iPad-Version der Superhelden-Farce “Kick-Ass” (Panini, die Verfilmung lief vor einigen Wochen in deutschen Kinos an), wesentlich explizitere Nacktdarstellungen nicht bemängelt.
Themen wie Zensur (durch Konzerne wie Apple) oder die Aneignung von Nutzungsrechten (z.B. durch facebook) werden in Zukunft aus gegebenen Anlässen sicher noch ausführlich diskutiert werden.
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