Graphic Novels
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Monatsarchiv für Juli 2010

“Eine Bilderbibel fĂĽr die Naturwissenschaft”

Samstag, den 31. Juli 2010

Lukas Wieselberg von der Wissenschaftsredaktion des ORF hat Jens Harder zu seinem Evolutionscomic “Alpha – directions” (Carlsen) befragt. Das Interview findet sich auf science.orf.at.

Eine Bilderbibel fĂĽr die Naturwissenschaft

Auf 350 Seiten die rund 14 Milliarden Jahre des Universums nachzuzeichnen, dazu auch noch die Evolution des Lebens auf der Erde: Diese nahezu unmögliche Aufgabe bewältigt das preisgekrönte Comic “Alpha. Directions” des deutschen Grafikers Jens Harder. Herausgekommen ist eine Art Bilderbibel der Kosmologie und der Evolution. Der Urknall und der Beginn des Zeichnens sind einander dabei gar nicht so unähnlich, berichtet Harder im science.ORF.at-Interview.

science.ORF.at: “Alpha” ist ja ziemlich schwer, haben Sie das Buch schon einmal abgewogen?

Jens Harder: Nicht wirklich. Aber ich schätze es auf rund zweieinhalb Kilo.

Damit ist es auch im Vergleich mit einer durchschnittlichen Bibel ziemlich schwer …

Ja, es ist schwerer und gehaltvoller (lacht). Wobei das natürlich vom Druck abhängt, es gibt ja auch die leichteren Bibelversionen für das Hotelzimmer. Aber im Ernst: Ich will mich gar nicht messen, das ist mir ziemlich egal. mehr

“Tel Aviv Berlin” – Leseprobe und weitere Besprechung online

Freitag, den 30. Juli 2010

Verschiedende Autorinnen und Autoren von Graphic Novels haben sich für den Band “Tel Aviv Berlin” zusammengetan, der im Berliner avant-verlag erschienen ist. In kurzen Episoden erzählen die deutschen und israelischen Comic-KünstlerInnen, darunter Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, mit Katrin de Vries, Reprodukt) von ihren gegenseitigen Besuchen in den Metropolen Tel Aviv und Berlin. In überformatigen Comics und Tableaus haben sie ihre Erfahrungen festgehalten.

Das entstehen des Bandes wurde vom Verein “Märchenland e.V.” unterstĂĽtzt. Das Buch wurde aufwendig durchgängig in Sonderfarben gedruckt und ist ausschliesslich ĂĽber die Website des avant-verlags erhältlich. Ab sofort ist eine Leseprobe als PDF hier verfĂĽgbar.

Ob man sich auf die Suche nach Details begibt wie in Henning Wagenbreths oder Mira Friedmanns ĂĽberbordenden Stadtpanoramen, ob man sich mit Rutu Modan und Anke Feuchtenberger auf autobiografische Annäherung im Falle der Heimatstadt und auf investigative im Falle der besuchten Stadt begibt, ob man mit Jan Feindt und Itzik Rennert dei Möglichkeiten einer israelisch-deutschen Liebe austestet oder mit Yirmi Pinkus und Batia Kolton die Stimmen und Stimmungen der Bewohner Berlins und Tel Avivs kennenlernt – immer bleibt ĂĽber die bildergeschichtliche Anschaulichkeit hinaus ein Rest an Geheimnis.

“Alles hat zwei Seiten. Ganz besonders Israel und Deutschland, und noch mehr gilt das fĂĽr die beiden kĂĽnstlerischen Zentren dieser Staaten: fĂĽr Tel Aviv und Berlin. Einseitige Betrachtungen werden den vielseitigen Metropolen nicht gerecht, und das Schöne am Erzählen in Bildern ist, dass man solche Metaphern wörtlich nehmen kann. Deshalb haben die Autorinnen und Autoren des Reisebuchs “Tel Aviv Berlin” im Kampf gegen die Einseitigkeit jeder Stadt jeweils zwei Seiten gewidmet. Alle Beteiligten haben jedoch zugleich auch die zwei Seiten ihrer eigenen Erfahrung in Bilder gefasst: die Heimat und die Fremde. Und so hat jeder KĂĽnstler im Kampf gegen die Einseitigkeit sogar vier Seiten zur VerfĂĽgung. Ist das zu kompliziert? Dann sagen wir einfach, dass eben auch die Vielseitigkeit mindestens zwei Seiten hat.

Und je größer die Vielseitigkeit, desto besser. Fünf Israelis und drei Deutsche über zwei Städte, das gibt bereits ein Oktett mit sechzehn Perspektiven. Aus Tel Aviv stammen dabei Rutu Modan, Yirmi Pinkus, Mira Friedmann, Itzik Rennert und Batia Kolton; Jan Feindt, Anke Feuchtenberger und Henning Wagenbreth dagegen kommen aus Berlin. Sie haben sich gegenseitig in ihren Städten besucht und dann das in Bildern und Worten festgehalten, was sie voneinander gelernt haben. Und das ist einiges, denn der fremde Blick lenkt den eigenen über das längst Bekanne hinaus, und der vertraute Blick hilft dem ersten übers bloße Staunen hinweg.” (Aus dem Vorwort von Andreas Platthaus)

Am 5. Juni berichtete Siegrid Brinkmann fĂĽr die Sendung “Schabat Schalom” im Radio NDR Info ĂĽber das Buch:

Seit ein paar Jahren zieht es israelische Touristen kontinuierlich nach Berlin, und die Zahl der jungen Israelis, die sich dauerhaft in der deutschen Hauptstadt – fĂĽr sie die coolste Stadt Europas – einrichten, steigt ständig. StadtfĂĽhrer fĂĽr Berlin und Tel Aviv gibt es reichlich, doch ein gezeichnetes Reisebuch, das beide Städte in den Blick nimmt, ist ein Novum. FĂĽnf israelische und drei deutsche Comic-Zeichner haben das Gegenteil eines klassischen ReisefĂĽhrers geschaffen: Es gibt keine Ăśbersicht, keine Pläne, aber sehr persönliche EindrĂĽcke, die sich in kleinen Bildgeschichten verfestigen. mehr

Tel Aviv Berlin, ISBN 978-3-939080-45-9, 36 Seiten, Hardcover im Ăśberformat, Sonderfarben, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Ein Vertrag mit dem Comic”

Donnerstag, den 29. Juli 2010

Ole Frahm begrĂĽĂźt in der “Frankfurter Rundschau” vom 30. Juli das Erscheinen des Auftaktbands der dreiteiligen “Will Eisner Bibliothek”, in welcher der Carlsen Verlag das Spätwerk des US-amerikanischen Comic-Pioniers sammeln wird.

Ein Vertrag mit dem Comic

Endlich erscheint das Spätwerk des groĂźen Will Eisner auch in Deutschland: Bei Carlsen ist ein Band mit “Ein Vertrag mit Gott” und zwei weiteren Graphic Novels als Auftakt einer längst fälligen Werksausgabe erschienen.

Comics als Literatur: Was heutzutage fast selbstverständlich ist, war Ende der 1970er Jahre kaum vorstellbar. Doch dann veröffentlichte Will Eisner „Ein Vertrag mit Gott“, einen Comic im Buch-Format, der aber nichts enthielt, was bis dahin mit Comics identifiziert wurde: Keine maskierten Superhelden, die durch die Luft fliegen, keine sprechenden Enten und keine Drogenexzesse mit Sexorgien. Stattdessen Alltag zwischen den Mietskasernen einer großen Stadt, Anekdotisches und kleine Geschichten von einfachen Menschen. mehr

Eisner Awards fĂĽr “Der Fotograf” und Joe Sacco

Donnerstag, den 29. Juli 2010

Am vergangenen Wochenende wurde wie in jedem Jahr am Rande der Comics Convention in San Diego mit den Eisner Awards Nordamerikas wichtigste Comic-Auszeichnungen verliehen. Eine der begehrten Trophäen ging dabei an die amerikanische Ausgabe von “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Pascal LĂ©mĂ©rcier und Didier Lefèvre, die in der Kategorie “Best U.S. Edition of International Material” ausgezeichnert wurde. Auf deutsch erschien der Reisebericht aus dem kriegszerrĂĽtteten Afghanistan der 1980er-Jahre in der Edition Moderne, die US-Version bei First Second.

Weitere Auszeichnungen fĂĽr “Der Fotograf” allein in den USA umfassen: ALA Notable Books – Winner • YALSA Great Graphic Novel for Teens • Barnes & Noble Best Graphic Novel • Shelf Awareness Best of the Year • Washington Post Best Books of the Year • Amazon.com Best Graphic Novel of the Year • Booklist Top Ten Graphic Novel • Library Media Connection Best of the Best • School Library Journal Best Adult Book for High School Students

In der Kategorie “Best Writer Non-Fiction” gewann Joe Sacco fĂĽr seinen journalistischen Reisebericht “Footnotes from Gaza”, das bei der Edition Moderne angekĂĽndigt ist. Von Joe Sacco ist auf deutsch “Palästina” bereits erschienen, der Folgeband “Bosnien” erscheint im September.

Eine vollständige Liste der Gewinner der Eisner Awards findet sich hier.

“Baden gehen”

Dienstag, den 27. Juli 2010

Christoph Haas in der “SĂĽddeutschen Zeitung” vom 28. Juli ĂĽber “Der Geschmack von Chlor” von Bastien Vivès (Reprodukt) – bereits heute online zu lesen… und vor allem zu sehen!

Baden gehen

Das Chlor beiĂźt in den Augen, das Kraulen gleicht einem mĂĽhsamen Platschen: In Bastien Vivès sensationellen Comicalbum “Der Geschmack von Chlor” erhält selbst das leicht Peinliche eine eigene Schönheit.

Schmal und verspannt liegt der junge Mann auf der Massagebank. Tief beugt der Therapeut sich ĂĽber ihn. “Du musst wirklich was fĂĽr deinen RĂĽcken tun”, schimpft er. “Ich hab’s dir schon so oft gesagt: Geh schwimmen!” Kleinlaut stimmt der Patient zu. mehr

“Berlin and that” von Oliver East

Dienstag, den 27. Juli 2010

Im Londoner Verlag Blank Slate Books ist mit “Berlin and that” der abschliessende Band der Reisetrilogie Oliver Easts erschienen. Konzept der Reihe sind ausgedehnte Wanderungen auf Bahnlinien oder an ihnen entlang, die den Autor in diesem Fall von Berlin bis an die polnische Grenzen fĂĽhrten. Seine EindrĂĽcke und Gedanken verarbeitet der Autor in Beobachtungen und Assoziationen, die er in Comicform festhält.

Oli has a unique art style, as he came to comics from fine art and without knowing the conventions of comics has created his own language. At times difficult but always memorable these are comics stretching the enevelope of the artform.

In this volume Oli traverses Berlin and makes for the Polish border, armed with no German and a dodgy cut-up map. Adventures ensue. The book has contributions by 58 other artists and friends – some well known – Guy Garvey of Elbow – and some guys Oli knows from down the pub.


Bei Blank Slate Books erscheinen Comics unterschiedlicher Art, darunter waren bisher auch zwei Titel des Berliner Autors Mawil, dessen “Wir können ja Freunde bleiben” und “Meister Lampe” auf Deutsch beide bei Reprodukt veröffentlicht worden sind.

Neues zu “drĂĽben!”

Dienstag, den 27. Juli 2010

Wie an dieser Stelle berichtet, ist Simon Schwartz’ Geschichte der eigenen Familie in “drĂĽben!” (avant-verlag) fĂĽr den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 in der Kategorie “Sachbuch” nominiert. Begleitend zur Nominierung sind nun auf der Website zum Deutschen Jugendliteraturprei Praxisaufgaben zur VerfĂĽgung gestellt worden, die in Workshops oder dem Schulunterricht angewendet werden können.

Das PDF, in dem auch noch zu weiteren nominierten BĂĽchern praktische Aufgaben vorgeschlagen werden, kann hier heruntergeladen werden.

Zudem hat das Goethe-Institut im französischen Nancy eine Lern-CD-Rom zum Buch erstellt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

“Gipfel der Götter” – erstes Kapitel online

Montag, den 26. Juli 2010

Der MĂĽnchner Verlag Schreiber & Leser hat das erste, 35 Seiten umfassende, Kapitel von Jiro Taniguchis Bergsteigerdramas “Gipfel der Götter”, das in Zusammenarbeit mit Baku Yumemakura entstand, online zur VerfĂĽgung gestellt.

In einem Trödelladen in Katmandu findet der Alpin-Fotograf Fukamachi Makoto eine alte Kamera, eine Kodak Vest Pocket Autographic Special. Dasselbe Modell hatte der berühmte Bergsteiger George Mallory 1924 bei sich, als er beim dem Versuch der Erstbesteigung des Mount Everest auf tragische Weise verschollen ging. In einer sentimentalen Anwandlung kauft Fukamachi den Fotoapparat, und ahnt nicht, dass er damit zum Protagonisten einer faszinierenden Bergsteiger-Saga um die höchsten Gipfel der Welt wird.

Jiro Taniguchis Comics erscheinen sowohl bei Carlsen Comics als auch bei Schreiber & Leser, sein “Vertraute Fremde” (Carlsen) wurde als Comic des Jahres 2008 ausgezeichnet, eine Verfilmung davon kam im Mai in die deutschen Kinos.

Zur Online-Leseprobe von “Gipfel der Götter” gelangt man hier.

Comicfestival Hamburg Nr. 4

Montag, den 26. Juli 2010

Das Hamburger Comicfestival, bei dem viele deutsche ZeichnerInnen und Verlage ihre neuesten Publikationen präsentieren werden, findet am Freitag, dem 24. und am Samstag, dem 25. September in der Clemens-Schulz-Straße 87 auf St. Pauli statt.

Im Festivalzentrum präsentieren sich Verlage aus Deutschland und der Schweiz, angekĂĽndigt mit einem Stand vor Ort sind bislang Alligatorfarm, avant-verlag, Beatcomix, Carlsen Comics, Edition Alfons, Edition Moderne, MamiVerlag, Reprodukt, rotopolpress, Schreiber & Leser und “Strapazin”.

Auch die vorläufigen Planungen zu Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen kann man der Website des Comicfestivals entnehmen: Kati Rickenbach, Mawil und andere werden live zeichnen, eine Präsentation widmet sich den DebĂĽt-Alben von Martina Lenzin & Carolin Walch, die sich mit verschiedenen Facetten von Musik- und Jugendkultur beschäftigen, Isabel Kreitz und Reinhard Kleist signieren ihre neuen Werke zum Kindermörder Haarmann bzw. Fidel Castro, rotopolpress zeigt zum Thema “Secret Service” eine Ausstellung, an der sich KĂĽnstler aus aller Welt beteiligt haben, der MamiVerlag stellt mit “Frozen Charly” nach “Ich/I/Je/Io” im Druck Dealer ein zweites Mammutwerk vor und sechs Zeichnerinnen aus Hamburg haben sich zusammengetan, um unter dem Titel “Pomade” ein Comic-Musical zu zeichnen, das auf dem Film “Grease” basiert.

Comicfestival Hamburg Nr. 4, Clemens-Schulz-Strasse 87, D-20359 Hamburg
Ă–ffnungszeiten Festivalzentrum: Fr 13-20 Uhr, Sa 11-20 Uhr
arts.reeperbahnfestival.com

Abbildungen © Martina Lenzin | Carolin Walch

“Masturbation im Wald”

Sonntag, den 25. Juli 2010

Jan-Frederik Bandel schreibt in der “taz” vom 24. Juli ĂĽber “De man die zijn baard liet groeien” von Olivier Schrauwen (“Mein Junge”, Reprodukt). “Der Mann, der seinen Bart wachsen lieĂź”, so die deutsche Ăśbersetzung des Titels, ist Anfang Juni in niederländischem Flämisch bei Bries erschienen. Eine deutsche Ausgabe ist fĂĽr 2011 geplant.

Masturbation im Wald

Kolonialismus und Wahnsinn – der neue Comic des Belgiers Olivier Schrauwen: “De man die zijn baard liet groeien”

Es ist schon kompliziert mit den Comics, der Hochkultur und deren Wachposten. In den 1960ern priesen Schriftsteller und bildende KĂĽnstler bunte Heftchen als Trashprodukte, zitierten, so gut es ging, Super- und Batman und hofften, ein bisschen Luft aus der verquasten High Art zu lassen. In den 1970ern wurden die Bildergeschichten zur “Neunten Kunst” erklärt, in den Achtzigern mussten es plötzlich “Erwachsenen-”, in den Neunzigern “Avantgarde-Comics” sein. Und heute? mehr

“Ralf König in Berlin”

Freitag, den 23. Juli 2010

Wie berichtet zeigt das Schwule Museum Berlin seit dem 14. Juli die Ausstellung “Ich komm mir vor wie`ne Witzfigur! 50 Jahre Ralf König” ĂĽber den bekannten, in Köln lebenden Zeichner und seine Comics. FĂĽr das “Börsenblatt des deutschen Buchhandels” hat Elisabeth GrĂĽn die Ausstellung besucht und mit König gesprochen.

Ralf König in Berlin

„Ich komm mir vor wie ne Witzfigur – 50 Jahre Ralf König“: Das Schwule Museum Berlin ehrt Ralf König.

Originalzeichnungen, deren Übermalungen und Überklebungen die Arbeitsweise des Zeichners dokumentieren, Spielkarten, T-Shirts, ein Hundenapf und – Schmuckstücke des Hauptleihgebers Mario Russo – zwei Weinflaschen mit Comic-Motiven: „Man fühlt sich plötzlich so verstaubt“, kommentiert Ralf König die Tatsache, dass er nun musealer Gegenstand ist. Dabei ist der Mann, der mittels seiner allzu menschlichen, dem Alltagsleben abgeschauten Knollennasen die homosexuelle Subkultur in deutsche Wohnzimmer brachte, der legitime Nachfahre Wilhelm Buschs, nicht nur wenn er trefflich reimt. Dreimal wurde er, neben etlichen anderen Prämierungen, mit dem Max-und-Moritz-Preis geehrt: zuerst 1992 – da hatte er bereits mit „Der bewegte Mann“ und „Kondom des Grauens“ verfilmungsreife Comics vorgelegt und mit „Lysistrate“ seinen ersten Klassiker adaptiert. mehr

Schwules Museum Berlin, Mehringdamm 61, D-10961 Berlin
Tel. +49-30-69 59 90 50, Fax +49-30-61 20 22 89
email: kontakt@schwulesmuseum.de, www.schwulesmuseum.de
Öffnungszeiten: tägl. außer Di, 14-18 Uhr, Sa 14-19 Uhr

Comicverlage bei facebook

Freitag, den 23. Juli 2010

Neben den eigenen Websites unterhalten viele Verlage inzwischen auch eine Repräsentanz im sozialen Netzwerk facebook. Dort nutzt man auf unterschiedliche Arten die Möglichkeiten zum direkten Kontakt mit der Leserschaft. Eigene Statusmeldungen und Neuigkeiten werden den interessierten Leserinnen und Lesern direkt angezeigt, die wiederum direkt darauf reagieren und ohne Umwege mit dem jeweiligen Verlag in Kontakt treten können.

Dabei gehen die Verlage auf unterschiedliche Art und mit unterschiedlichem Engagement vor, zumeist wird jedoch darauf verzichtet, Inhalte wie zum Beispiel Bildmaterial direkt auf der Seite zu posten, da damit Nutzungsrechte an facebook abgetreten werden. Zum Teil wenden sich die Verlage auf Englisch an ihr durchaus internationales Publikum.

Zu den deutschsprachigen Comic-Verlagen, die Graphic Novels veröffentlichen, mit Seiten auf facebook gehören der
avant-verlag,
Edition 52,
Reprodukt,
Cross-Cult,
Splitter und
Zwerchfell.
(Ein Klick auf den Verlagsnamen fĂĽhrt zum jeweiligen facebook-Profil).

DarĂĽber hinaus gibt es noch eine Vielzahl internationaler Verlage und einzelnen KĂĽnstlern, die Seiten auf facebook unterhalten.

“Bis(s) zum Morgengrauen” – Comic erschienen

Donnerstag, den 22. Juli 2010

Der dritte verfilmte Teil der erfolgreichen “Bis(s)”-Reihe der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer ist derzeit unter dem Titel “Eclipse – Biss zum Abendrot” in den Kinos zu sehen. Nun ist auch die Comic-Umsetzung des ersten Teils der Reihe unter dem Titel “Twilight: Bis(s) zum Morgengrauen – Der Comic, Band 1″ (Carlsen) im Handel erhältlich.

In “Twilight: Biss zum Morgengrauen – der Comic” verwandelte die koreanische Zeichnerin Young Kim Stephenie Meyers Worte in eine packende Comicgeschichte, die in stimmungsvollen Bildern von Bellas und Edwards Leben in Forks erzählt.

Twilight: Bis(s) zum Morgengrauen – Der Comic, Band 1, ISBN 978-3-551-79401-7, 224 Seiten, Hardcover, 14,90 EUR

“Fräulein Else” – Leseprobe online

Mittwoch, den 21. Juli 2010

Zum Comic-Salon Erlangen erschien im avant-verlag mit “Fräulein Else” ein neuer Band des in Paris lebenden Italieners Manuele Fior (“Ikarus”, avant-verlag), eine Literaturadaption nach Arthur Schnitzler.

Um ihren Vater vor dem drohenden Bankrott zu retten, wendet sich Fräulein Else an den reichen Kunsthändler Dorsay. Dieser willigt einem Darlehen zu, aber unter einer Bedingung: Else nackt sehen zu dürfen.

In atemberaubenden, eleganten Bildern wird die Geschichte des Scheiterns der Protagonistin vor den familiären und gesellschaftlichen Zwängen geschildert.

Eine 18-seitige Leseprobe lässt sich ab sofort hier als PDF herunterladen (1,5 MB).

Fräulein Else, ISBN 978-3-939080-43-5, Softcover, farbig, 88 Seiten, 19,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Tamara Drewe” jetzt mit Flash-Leseprobe

Mittwoch, den 21. Juli 2010

Im Rahmen der Abstimmung zur Hotlist 2010 – dem Preis der Independent-Verlage – wurde nun eine Leseprobe zum nominierten Comic “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (Reprodukt) online gestellt. Hier kann nun voll flashanimiert in den ersten 26 Seiten hin- und hergeblättert werden.

Über folgenden Link gelangt man zur Abstimmung auf der Website der Wochenzeitung “Freitag”: Hotlist 2010.

“GlĂĽcklich, wie alle anderen auch”

Dienstag, den 20. Juli 2010

Sven Jachmann schreibt in der “taz” vom 20. Juli ĂĽber “Maria und ich” von Maria & Miguel Gallardo (Reprodukt).

GlĂĽcklich, wie alle anderen auch

Maria und Miguel Gallardos illustrierte Erzählung “Maria und ich” korrigiert viele Klischees ĂĽber Kinder mit Autismus

Menschen reagieren auf das, was ihnen fremd ist, in der Regel mit Angst, Ignoranz oder offenkundiger Abscheu. Dass es hierzu nicht mehr braucht, als eine geringfügig angehobene Lautstärke der Stimme und die gelegentliche Demonstration introvertierter Launen, erzählt der spanische Comiczeichner und Illustrator Miguel Gallardo in dieser liebevollen Hymne auf seine (im Jahre 2007, dem Entstehungszeitraum der Geschichte, zwölfjährige) Tochter Maria. mehr

Neue Geschichte von Joe Sacco im “Guardian”

Dienstag, den 20. Juli 2010

Am Wochenende erschien in der britischen Tageszeitung “The Guardian”  eine neue, zwölfseitige Geschichte von Joe Sacco. In “Not in my country – A tale of unwanted immigrants” widmet sich der Autor, dessen Reportage “Bosnien” im September bei der Edition Moderne erscheinen wird, dem Schicksal afrikanischer FlĂĽchtlinge, die auf der Mittelmeerinsel Malta landen.

Die Geschichte kann ab sofort hier auch online gelesen werden.

“Mächtiger Herr der Träume”

Montag, den 19. Juli 2010

Christoph Haas am 19. Juli in der “SĂĽddeutschen Zeitung” ĂĽber die “Sandman”-Serie von Neil Gaiman und vielen verschiedenen Zeichnern, die nun bei Panini Comics erstmals komplett in deutscher Sprache vorliegt.

Mächtiger Herr der Träume

Der Sonderling unter den Superhelden: “Sandman” trägt kein Cape, sieht eher aus, wie der Sänger einer Gothic-Punk-Band. Die legendäre Comic-Serie liegt jetzt komplett auf Deutsch vor.

“DaĂź du nicht enden kannst, das macht dich groĂź” – dieser Satz aus dem “West-östlichen Divan” könnte auch das geheime Motto der groĂźen amerikanischen Comic-Serien sein. Superman ist seit 1938 unterwegs, Batman seit 1939, und Spider-Man, das Nesthäkchen in der Trias der beliebtesten Helden, spannt immerhin schon seit 1962 seine Netze. Einen Anfang kennen sie alle – eine origin story, die erzählt, wie ein katastrophaler Zufall aus Menschen Ăśbermenschen werden lieĂź. Aber zu einem Ende dĂĽrfen sie nicht kommen; ihre Abenteuer mĂĽssen immer weitergehen. mehr

“Blasphemie und letzte Fragen”

Montag, den 19. Juli 2010

In seinem Beitrag fĂĽr “Spiegel Online” stellt Jörg Böckem neue Comic vor, die sich dem Thema Religion widmen: “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt), “Die Zeit und Gott” von Aike Arndt (Zwerchfell) und “Die Chroniken von Wormwood” von Garth Ennis und Jacen Burrows (Panini).

Blasphemie und letzte Frage

Wenn ein Werk “Die Chroniken von Wormwood” heiĂźt und von der Freundschaft zwischen Gottes und Satans Sohn handelt, ist nicht viel Ehrfurcht zu erwarten. Auch zwei weitere Comics zollen Gott wenig Respekt.

Auch wenn die Sympathiewerte der katholischen Kirche nach zahlreichen Skandalen vielerorts, sagen wir, in etwa bei denen von der Bahn rangieren, erfreut sich Gott nebst Anhang im Comic groĂźer Beliebtheit – “Prototyp”, Ralf Königs Interpretation der Schöpfungsgeschichte wurde auf dem Comicsalon in Erlangen ausgezeichnet, und aktuell spielen Gott oder sein eingeborener Sohn in drei höchst unterschiedlichen Comics eine Hauptrolle. mehr

“Reise ins Fantastische”

Montag, den 19. Juli 2010

In seiner Besprechung in der “Frankfurter Rundschau” attestiert Christian SchlĂĽter dem in Hamburg lebenden Comicautoren Matthias Schultheiss, dass er nie besser war als in “Die Reise mit Bill” (Splitter).

Reise ins Fantastische

Matthias Schultheiss ist wieder da! Mit seinem Comic “Die Reise mit Bill” hat der Zeichner und Erzähler einen souverän erzählten, rasant geschnittenen Roadmovie vorgelegt. Schultheiss montiert seine ĂĽberbordenden Seitentableaus aus filmischen Einstellungen zusammen: In groĂźen Weiten eröffnet er atmosphärisch dichte Handlungsräume, in der Totale lässt er erste Details erkennen und arbeitet sich ĂĽber Nah-, GroĂź- und Detailaufnahmen an seine Figuren heran. Was der 1946 in NĂĽrnberg geborene Schultheiss hier auf das Papier gebannt hat, zeigt die ganze Könnerschaft eines der wenigen deutschen Zeichner von internationalem Rang. mehr