Graphic Novels
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Monatsarchiv für August 2010

Sondermann 2010

Montag, den 30. August 2010

Auch in diesem Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse der “Sondermann”-Comicpreis in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Gewinner werden durch eine √∂ffentliche Abstimmung auf den Websites von “Frankfurter Rundschau”, “Spiegel Online” und “Splashcomics” ermittelt. Zur Wahl stehen unter anderem die Comic-Umsetzung von Erich K√§stners “P√ľnktchen und Anton” durch Isabel Kreitz (C. Dressler Verlag) sowie der dritte Teil von Stephen Kings “Der dunkle Turm” von Jae Lee und Robin Furth (Heyne, bzw. Splitter).

√úber die beiden Sonderpreise, den “Newcomer 2010‚Äú und den “Bernd-Pfarr-Sondermann f√ľr komische Kunst‚Äú, entschied eine Jury, bestehend aus Gabi Roth-Pfarr (Witwe des Namenspatronen Bernd Pfarr), Rudi Hurzlmeier (Cartoonist), Christian Schl√ľter (“Frankfurter Rundschau”), Achim Frenz (Caricatura Museum), Stefan Pannor (“Spiegel Online”) und Andreas Platthaus (“FAZ”). F√ľr den Nachwuchs-Sondermann fiel die Wahl auf Felix Mertikat und Benjamin Schreuder, die f√ľr ihr Deb√ľt “Jakob” (Cross Cult) ausgezeichnet werden. Der “Bernd Pfarr-Sondermann f√ľr komische Kunst‚Äú geht an den Zeichner und Karikaturisten Ari Plikat.

√úber den “Sondermann”, die Nominierungen und die Preistr√§ger, die schon feststehen, informiert eine Sonderbeilage, die in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” zu finden ist. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 9. Oktober, um 16.30 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse im Comiczentrum (Halle 3.0 J 807) statt.

Neues von Nicolas Mahler: Zwei Neuerscheinungen und eine Nominierung

Montag, den 30. August 2010

Mit seinem neuen Buch “Dick Boss” (Edition Luftschacht) lotet der produktive √Ėsterreicher Nicolas Mahler (“Pornografie und Selbstmord”, Reprodukt; “Engelmann”, Carlsen; “Die Herrenwitz-Variationen”, Edition Moderne) ein weiteres Mal das Spannungsfeld zwischen Comic und Literatur aus. Der diesj√§hrige Max und Moritz-Preistr√§ger gestaltete daf√ľr einen 16 Panels umfassenden Kurzkrimi, den er wiederum an 12 Autorinnen und Autoren schickte, die damit machen konnten, was sie wollten: Umtexten, neu anordnen, usw.

Mit dem ihnen eigenen literarischen Zugang haben sich die Autorinnen und Autoren der Herausforderung des Comic-Genres gestellt: Entstanden sind so 12 √ľberaus originelle Stories, wie sie unterschiedlicher nicht sein k√∂nnten: vom Liebesdrama bis zum Schriftsteller mit Schreibblockade, vom Postbeamten, der von einer Chefinspektor-Karriere tr√§umt bis zu einem kurzen Abriss √ľber das Sterben und wie das denn so sei.

Mit Texten von Tilman Ramstedt, Verena Ro√übacher, Diemar Dath, Franz Adrian Wenzl, Clemens J. Setz, Simon Froehling, Martin Amanshauser/ Linda Stift, Michael Stavarińć, Hanno Millesi, Andrea Grill, J√ľrgen Lagger.

W√§hrend “Dick Boss” auf der Buchmesse in Frankfurt vorgestellt wird, ist ein lange vergriffenes Buch von Nicolas Mahler bereits wieder erh√§ltlich: In der Z√ľrcher Edition Moderne wurden unl√§ngst die Abenteuer des Angestellten Kratochvil als “Planet Kratochvil” wieder aufgelegt.

Kratochvil arbeitet normalerweise im B√ľro. Eines Tages findet er sich in einer fremden Umgebung wieder, den T√ľcken der Natur ausgeliefert, und ganz allein.

Wie alle echten Humoristen ist Mahler eigentlich gar kein Komiker, sondern ein Tragiker. Seine Comics w√§ren aber unertr√§glich, w√ľrde Mahler seinen Pessimismus nicht hinter seinem Humor verbergen. Mahler stellt die Banalit√§t des Lebens, nicht anders als Samuel Beckett, melancholisch, komisch und absurd dar.

Derweil hat es ‚ÄúPornographie und Selbstmord‚ÄĚ, der bei Reprodukt erschienene Band mit autobiografischen Kurzgeschichten, auf die ‚ÄúLonglist 2010″ geschafft: N√§mlich auf die Longlist von ‚ÄúSchotts Sammelsurium und Buchmarkt suchen den kuriosesten Buchtitel 2010″.

Die Konkurrenz ist hart, muss das Buch sich doch mit Titeln messen, die mitunter in unfreiwillge Lyrik m√ľnden: “Texas als Texttitel”, “Nach der Erleuchtung W√§sche waschen und Kartoffeln sch√§len – Wie spirituelle Erfahrung das Leben ver√§ndert” oder “Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag” sind nur drei weitere der insgesamt 20 nominierten Titel.

Zur Abstimmung gelangt man hier.

Dick Boss, ISBN 978-3-902373-62-5, 225 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, 9,60 EUR [D], 9.90 EUR [A], 18,00 SFr., erscheint Anfang Oktober bei Luftschacht

Planet Kratochvil, ISBN 978-3-03731-067-0, 80 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 9,80 EUR, 14,80 SFr., erschienen bei Edition Moderne

“Die Plastikmadonna” bei WDR 5

Sonntag, den 29. August 2010

In der Sendung “Nachh√∂ren”, dem B√ľchermagazin des WDR 5, hat Christian M√∂ller bereits am 21. August Pascal Rabat√©s und David Prudhommes Graphic Novel “Die Plastikmadonna” (Carlsen) mit einem sehr unterhaltsamen Beitrag vorgestellt.

Dass der Haussegen bei Familie Garnier schief h√§ngt, ist eigentlich nichts Neues. Gro√ümutter √ąmilie und Gro√üvater √Čdouard haben sich st√§ndig in der Wolle. Kein Wunder: Sie ist strenggl√§ubige Katholikin, er ein eingefleischter Kommunist. Als √Čmilie nun von ihrer Lourdes-Pilgerfahrt eine Madonnenfigur aus Plastik mitbringt und mitten auf dem Fernseher platziert, ist der Familienfrieden endg√ľltig beim Teufel. Vor allem als die Kunststoff-Figur dann auch noch blutige Tr√§nen weint. Mit viel Sinn f√ľr Situationskomik erz√§hlen Pascal Rabat√© und David Prudhomme diese verr√ľckte Familiengeschichte, und mit einer sp√∂ttischen, aber immer liebevollen Sicht auf das Leben in der Provinz.

Nachh√∂ren l√§sst sich “Nachh√∂ren”¬†hier (Der Beitrag zu “Die Plastikmadonna” beginnt etwa in der Mitte der Sendung.)

“Persepolis” von Marjane Satrapi auf ARD

Sonntag, den 29. August 2010

Am Montag, dem 30. August, wird die Verfilmung von Marjanes Satrapis autobiografischer Graphic Novel “Persepolis” (Edition Moderne) erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt. Nachdem sich die Geschichte, die in Frankreich zun√§chst in vier, auf deutsch in zwei Teilen als Buch ver√∂ffentlicht wurde, zu einem internationalen Bestseller entwickelt hatte, machte sich Marjane Satrapi zusammen mit Vincent Paronnaud (der unter dem Namen Winshluss selbst Comics ver√∂ffentlicht) pers√∂nlich an die Trickfilm-Umsetzung, die 2007 in die Kinos kam.

Diese Adaption der zweiteiligen Graphic Novel “Persepolis” ist ein Geniestreich. Der Oscar-nominierte und 2007 mit dem Gro√üen Preis der Jury in Cannes ausgezeichnete Animationsfilm erz√§hlt die j√ľngere iranische Geschichte aus der selbstironischen Perspektive eines heranwachsenden M√§dchens und verdeutlicht die Zeitgeschichte ebenso lakonisch wie durch handfeste Alltagsdetails. Jenseits gut gemeinter Agitation macht die Regisseurin mit ausgefeilter Schwarz-Wei√ü-√Ąsthetik und grimmiger Komik ihr Leiden an der alten Heimat zum Motor eines gerade durch die Verfremdung wahrhaftigen, einzigartigen Films: “Lachen ist die subversivste aller Waffen” hei√üt das Credo von Marjane Satrapi.

Der Film wird Montagnacht in der ARD zu unverständlich später Zeit gezeigt: von 0.05 bis 1.35 Uhr.

Strips & Stories – Neuer Comic Shop in Hamburg

Samstag, den 28. August 2010

Nach dem Beispiel der Librairie Drawn & Quarterly in Montréal Рeine Comicbuchhandlung, die sich vor allem durch ihr regelmäßges Angebot an Lesungen, Vorträgen und anderen Veranstaltungen einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat Рeröffnet Hans Ebert dieser Tage in Hamburg einen neuen Comicladen, der auf den Namen Strips & Stories lautet.

Strips & Stories ist in der Seilerstra√üe auf St. Pauli in unmittelbarer N√§he der Reeperbahn zu finden und damit auch nur f√ľnf Minuten Fu√üweg von Karolinen- und Schanzenviertel entfernt.

N√§here Infos zum “Laden f√ľr Comics, B√ľcher, Graphic Novels, Musik und Kunst. Heartbreak Soup auf St. Pauli” gibt es auf Facebook. Am Mittwoch, den 8. September ab 16 Uhr findet die Er√∂ffnungsparty mit einem Schaufensterkonzert statt – auch zuvor ist der Laden schon ge√∂ffnet, allerdings sind die √Ėffnungszeiten unregelm√§√üig.

Strips & Stories, Seilerstraße 40, D-20359 Hamburg
√Ėffnungszeiten: Di-Fr 12-20, Sa 13-19

F√ľnf Fragen: Dirk Rehm | Reprodukt

Samstag, den 28. August 2010

Auch in diesem Jahr ist die Frankfurter Buchmesse in Sachen Graphic Novels einer der wichtigsten Branchentermine des Jahres: Neuerscheinungen werden vorgestellt, Buchhandel sowie Lesepublikum √ľber die Verlagsprogramme informiert, Lesungen und andere Podiumsveranstaltungen abgehalten und viele weitere Gesch√§fte get√§tigt.

Mit Reprodukt und der Edition Moderne werden in diesem Jahr gleich zwei f√ľr ihre Graphic-Novel-Ver√∂ffentlichungen bekannten Verlage vom Comiczentrum in Halle 3.0 zur Belletristik in die Halle 4.1 wechseln. Dort befinden sich die St√§nde der “Jungen Verlage”, unter die beide Verlage sich auf der Leipziger Buchmesse schon seit einigen Jahren gemischt haben. An dieser Stelle kommt Dirk Rehm, Reprodukt-Verleger, zu Wort, der sich zu den Gr√ľnden f√ľr den Umzug √§u√üert.

Welchen Stellenwert hat die Frankfurter Buchmesse f√ľr Ihr Gesch√§ft? Oder anders gefragt: Was macht ein Comicverlag auf der Buchmesse?

Zuallererst einmal: repr√§sentieren. Wir suchen den Austausch und das Gespr√§ch mit unserem Publikum und mit den Kollegen aus den Verlagen, dem Buchhandel und den Medien. Sowohl die Leipziger als auch die Frankfurter Buchmesse sind f√ľr uns sozusagen Wasserstandsmesser f√ľr das Interesse und die Akzeptanz des Comic in Deutschland. Und da haben wir in den vergangenen Jahren zunehmend die erfreuliche Erfahrung gemacht, dass sich kaum noch jemand √ľber Comics wundert, sondern dass im Gegenteil Comics und Graphic Novels mittlerweile vom vorbeistr√∂menden Publikum ganz selbstverst√§ndlich in die Hand genommen werden. Um dann am Stand dar√ľber zu debattieren wie √ľber jedes andere gute Buch auch. Der Comic hat hierzulande in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Aufwertung erfahren, nat√ľrlich nicht zuletzt durch die hilfreiche Aufbauarbeit des Feuilletons.

Au√üerdem ist Frankfurt f√ľr uns neben dem Festival International de la BD Angoul√™me die wichtigste Messe f√ľr den Einkauf von Lizenzrechten – und erfreulicherweise seit einigen Jahren auch f√ľr den Verkauf der Rechte von Produktionen deutscher Zeichnerinnen und Zeichner.

Was f√ľhrte nun zu dem Entschluss, in diesem Jahr das Comiczentrum zu verlassen?

Die Konzentration der Comicverlage auf das Comiczentrum hat den einen, f√ľr uns aber entscheidenden Nachteil, dass nicht an Comics interessierte Leser diesen Teil der Halle 3.0 eher meiden. Und das steht leider im Widerspruch zu einem unserer Ziele auf den Buchmessen, n√§mlich neue Leser f√ľr Comics zu begeistern – Leser, die bisher noch keine oder kaum eine Ber√ľhrung mit dem Medium hatten.

Ein Gro√üteil des potenziell an den Themen der Comics f√ľr eine erwachsene Leserschaft interessierten Publikums ist der Ansicht, dass es mit dem Ende der Pubert√§t auch das Interesse an Comics abgelegt hat. Dieses Publikum davon zu √ľberzeugen, dass das Gegenteil der Fall ist, ist unser t√§glich Brot. Und genau deshalb war es f√ľr uns eigentlich l√§ngst an der Zeit, das Comiczentrum zu verlassen und neue Leser dort abzuholen, wo sie nicht erwarten, mit Comics konfrontiert zu werden.

Wo wird Reprodukt in diesem Jahr zu finden sein?

Unser Stand in Frankfurt findet sich in Halle 4.1, Standnummer C118, in unmittelbarer Nachbarschaft von unabhängigen Verlagen wie Lilienfeld, Orange Press, Verbrecher Verlag oder Voland & Quist. So wie wir uns bereits in den vergangenen drei Jahren auf der Leipziger Buchmesse in der Gesellschaft der Jungen Verlage präsentiert haben, findet sich auch unser diesjähriger Gemeinschaftstand in Frankfurt mit den Kollegen von Edition Moderne und Luftschacht umzingelt von sehr viel Belletristik.

Welche Neuerscheinungen und welche Gäste werden Sie in Frankfurt im Gepäck haben?

Mit “Baby’s in black – The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” werden wir auf der Buchmesse den Schwerpunkttitel unseres Herbstprogramms vorstellen, an dem Autor und Zeichner Arne Bellstorf seit mittlerweile drei Jahren arbeitet. Ausgehend von Gespr√§chen mit Astrid Kirchherr hat Arne Bellstorf eine Geschichte entwickelt, die die Hamburger Subkultur der Sechzigerjahre ebenso zum Thema hat wie die folgenreiche Begegnung der jungen Fotografin Astrid Kirchherr mit dem Musiker und K√ľnstler Stuart Sutcliffe. Arne Bellstorf wird in Frankfurt zugegen sein und sein neues Buch am Samstag, den 9. Oktober um 14 Uhr auf der Leseinsel der unabh√§ngigen Verlage (Halle 4.1 D128) pr√§sentieren.

Ebenfalls am Samstag wird es unter der Fragestellung “Comics in Literaturverlagen – Tendenz oder Hype?” um 16 Uhr auf der Leseinsel eine von Brigitte Helbling moderierte Podiumsdiskussion geben, an der neben Jonas Engelmann (Ventil Verlag) und J√ľrgen Lagger (Luftschacht) auch ich teilnehmen werde.

In “Am falschen Ort” besch√§ftigt sich Brecht Evens mit – zumindest auf den ersten Blick – befremdlichen zwischenmenschlichen Verhaltensmustern und der Zerbrechlichkeit der Identit√§t. All das kleidet er in lebendige Aquarellzeichnungen, in denen Charaktere und Hintergr√ľnde bisweilen ineinander zu zerflie√üen scheinen. “Am falschen Ort” ist das bemerkenswerte deutschsprachige Deb√ľt des jungen fl√§mischen Zeichners.

In meinen Augen” von Bastien Viv√®s schlie√ülich erz√§hlt – beinah ohne Worte – mittels pr√§zis beobachteter Bewegungen, Blicke und Gesten von einer fl√ľchtigen Liebe. Nach “Der Geschmack von Chlor” ist “In meinen Augen” bereits der zweite Titel dieses franz√∂sischen Autors, der 2010 bei Reprodukt erscheint.

Zeichnung © ATAK

“Bedeutungen im Farbenland”

Freitag, den 27. August 2010

In der “Neuen Z√ľrcher Zeitung” vom 27. August schreibt Christian Gasser √ľber “Unterwegs mit Samuel” von Tommi Musturi (Reprodukt):

Bedeutungen im Farbenland

Im stummen Comic ¬ęUnterwegs mit Samuel¬Ľ erforscht ein blasses Wesen einen sehr bunten Kosmos. Dabei macht es eigenartige Erfahrungen von philosophischer Tragweite. Entworfen und gezeichnet hat diese Geschichte Tommi Musturi ‚Äď eine Schl√ľsselfigur der finnischen Comics-Szene.

Gerade einmal drei Seiten ben√∂tigt Tommi Musturi, um die Evolution vom Urknall bis zur Geburt Samuels aus einem olivgr√ľnen Pflanzengebilde zu schildern, und drei weitere Seiten gen√ľgen Samuel, um, von einem Regenbogenpuzzle umkr√§nzt, sein Bewusstsein zu finden. Dann geht’s los: Samuel wandelt durch ebenso bizarre wie bunte, von √ľppig-exotischer Vegetation √ľberwucherte Landstriche, erlebt mit undefinierbaren Wesen kleine und grosse Abenteuer, schl√§gt sich mit Inkarnationen seiner selbst herum ‚Äď und bleibt oft auch ganz allein in seinem eigenartigen Kosmos. mehr

“Der K√∂nig der Fliegen” von Mezzo & Pirus

Donnerstag, den 26. August 2010

Im Oktober erscheint im Berliner avant-verlag der erste Teil der Reihe “Der K√∂nig der Fliegen” der beiden Franzosen Pascal “Mezzo” Mesenburg und Michel Pirus, in der sich eine Reihe suburbaner Kurzgeschichten zu einem erz√§hlerischen Ganzen verbinden.

“Mir ging es so gut wie seit langem nicht mehr. Ich hatte das Gef√ľhl, mir w√ľrde das Gehirn aufgepumpt. Ich hatte das Gef√ľhl, es w√ľrde unter meinem Fliegenkopf anschwellen und gleich explodieren. Und ich wollte, dass es explodiert… Ich wollte, dass sich mein Gehirn √ľber das ganze Feld verbreitet.”

Die Vorst√§dte, die der Handlungsort der Kurzgeschichte von Mezzo und Pirus sind, k√∂nnten √ľberall und nirgends sein. Die einzelnen Geschichten werden jeweils von einem anderen Protagonisten erz√§hlt, aber bald wird offensichtlich, dass sie miteinander verwoben sind und in ihrer Gesamtheit eine einzige gro√üe Erz√§hlung ergeben. So formt sich das Bild von Erik, einem drogenkonsumierenden Teenager, der nicht nur mit seinem Stiefvater, sondern auch mit der ganzen Welt im Streit lebt.

Hyperdetailierte Bilder, hypnotische Farben und knallharte Geschichten. Die beiden franz√∂sischen Autoren bringen die Kraft und den Punch eines Charles Bukowski in die Welt der Comics. Die beiden Franzosen Michel Pirus und Pascal “Mezzo” Mesenburg wurden 1962 bzw. 1960 in Thionville respektive Drancy geboren. Gemeinsam arbeiteten sie bereits an vielen franz√∂sischen Graphic Novels: “Les d√©sarm√©s”, “Deux tueurs”, “Un monde √©trange” und “Mickey, Mickey”, die alle in den 90er Jahren erschienen sind.

Der Nachfolgeband “Die Entstehung der Welt” ist f√ľr Fr√ľhjahr/Sommer 2011 vom avant-verlag angek√ľndigt.

Eine Leseprobe des ersten Bandes kann hier als PDF heruntergeladen werden (2,7 MB).

König der Fliegen 1 РHallorave, ISBN 978-3-939080-38-1, 64 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im Oktober bei avant-verlag

“In meinen Augen” von Bastien Viv√®s

Mittwoch, den 25. August 2010

Nachdem “Der Geschmack von Chlor”, das deutschsprachige Deb√ľt von Bastien Viv√®s, sowohl von der Presse als auch von den Leserinnen und Lesern begeistert aufgenommen wurde, erscheint Anfang Oktober – und damit rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse – mit “In meinen Augen” bereits ein zweites Buch des enorm produktiven franz√∂sischen Zeichners.

Durch die Augen eines Verliebten lernen wir seinen Schwarm, eine rothaarige junge Frau, kennen. Sie lacht, sie tanzt, sie fasziniert uns vom ersten Moment an ebenso sehr wie ihren unbekannten Verehrer, den wir an keiner Stelle zu Gesicht bekommen.

Bastien Viv√®s kann auf die Verbalsisierung von Gef√ľhlen und Gedanken getrost verzichten – durch pr√§zis eingefangene Bewegungen, Blicke und Gesten allein erz√§hlt er von einer fl√ľchtigen Liebe, der von Beginn an eine Schwere innewohnt.

Bastien Viv√®s, geboren 1984 in Frankreich, studierte Grafik und Animation an der Pariser √Čcole des Gobelins. Bereits in jungen Jahren kann der Zeichner auf ein umfangreiches und stetig wachsendes Ňíuvre zur√ľckblicken. Dabei bestechen seine Arbeiten wie “Der Geschmack von Chlor”, “Amiti√© √©troite” oder “Pour l‚ÄôEmpire” durch eine enorme stilistische Bandbreite auf hohem Niveau.

F√ľr “Der Geschmack von Chlor” ist Bastien Viv√®s 2009 auf dem Comic-Festival in Angoul√™me mit dem “Essentiel R√©v√©lation”, dem Preis f√ľr den besten Nachwuchsk√ľnstler, ausgezeichnet worden.

“Das Ausma√ü an Sinnlichkeit, das Bastien Viv√®s zu zaubern vermag, ist schlicht sensationell.” – Christoph Haas, S√ľddeutsche Zeitung

In meinen Augen, ISBN 978-3-941099-58-6, 136 Seiten, farbig, 27 x 18,5 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Oktober bei Reprodukt

Ab sofort lieferbar: “Bosnien” von Joe Sacco

Mittwoch, den 25. August 2010

Ab dem heutigen Mittwoch wird das neue Buch von Joe Sacco, “Bosnien”, ausgeliefert. Anders als der Vorg√§ngerband “Pal√§stina”, der ab sofort in neuer Auflage wieder erh√§ltlich ist, war “Bosnien” in Deutschland bisher unver√∂ffentlicht.

Ein Schweinekopf in einer Moschee, Ger√ľchte √ľber eine Kindsentf√ľhrung, Provokationen an einer Hochzeit. Normalerweise reicht das nicht, um eine √ľber Generationen entstandene multiethnische Gemeinschaft zu ersch√ľttern. Und doch ist es vor nicht allzu langer Zeit geschehen, praktisch vor unserer Haust√ľre, in Bosnien. Aus guten Nachbarn wurden ein Serbe, ein Muslim, ein Kroate.

In diesem Buch dokumentiert Joe Sacco auf eindringliche Art und Weise das Aufkommen von Nationalismus, Rassismus und Homophobie am Beispiel der bosnischen Stadt GoraŇĺde, die er ab 1995 mehrmals besucht hat.

GoraŇĺde war im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 heftig umk√§mpft. 1993 wurde die Stadt zur UN-Schutzzone erkl√§rt. Als Enklave war sie von der F√∂deration Bosnien und Herzegowina lange komplett abgeschnitten. GoraŇĺde war die einzige mehrheitlich von Bosniaken bewohnte Stadt, die sich aus eigener Kraft gegen die Serben verteidigen konnte.

Auf der Website der Edition Moderne kann man sich in einer mehrseitigen Leseprobe einen Eindruck von dem Buch machen.

Bosnien, ISBN 978-3-03731-069-4, 234 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, 24,00 EUR, 36,00 SFr., erschienen in der Edition Moderne

Comick√ľnstler gestalten Buchcover

Dienstag, den 24. August 2010

Der zur Mediengruppe Pearson – eine der weltweit umsatzst√§rksten Verlagsgruppen – geh√∂rende, urspr√ľnglich britische Verlag Penguin Books ist f√ľr seine preiswerten Taschenbuchausgaben von englischsprachigen und internationalen Klassikern bekannt. Schon vor einigen Jahren wurden die ersten Comick√ľnstler gebeten, f√ľr Neuausgaben von Klassikern eigene Cover zu gestalten.

So entwarfen zum Beispiel durch eigene Comics bekannte K√ľnstler wie Seth (“Eigentlich ist das Leben sch√∂n”, Edition 52), Joe Sacco (“Bosnien”), Thomas Ott (“R.I.P.”, beide Edition Moderne) oder Charles Burns (“Black Hole”, Reprodukt) jeweils eine sehenswerte Umschlaggestaltung zu B√ľchern von Ken Kesey (“One flew over the Cuckoo’s Nest”), Shirley Jackson (“We have always lived in the Castle”), Dorothy Parker (“The portable Dorothy Parker”) oder Upton Sinclair (“The Jungle”).

Die Reihe wird weiter fortgesetzt. Erst k√ľrzlich hat der Franzose Killoffer (“676 Erscheinungen von Killoffer”, Reprodukt) ein neues Cover zu Marx und Engels’ “Das Kommunistische Manifest” entworfen.

The Beatles РJubiläum ist umstritten

Montag, den 23. August 2010

Die Fab Four und ihr exaktes Gr√ľndungsjahr sind nicht das eigentliche Thema in der neuen Graphic Novel von Arne Bellstorf, die im Oktober erscheinen wird. Die Anf√§nge der Beatles im Hamburg der fr√ľhen Sechzigerjahre allerdings spielen darin eine wichtige Rolle. “Baby’s in black ‚Äď The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” erz√§hlt von der Liebesgeschichte zwischen der Hamburger Fotografin Astrid Kirchherr und dem Musiker und K√ľnstler Stuart Sutcliffe vor dem Hintergrund einer neu entstehenden Jugendkultur.

In den Medien werden The Beatles derzeit gefeiert – auch wenn keineswegs Einigkeit dar√ľber herrscht, dass die Geschichte der weltber√ľhmten Band tats√§chlich vor exakt f√ľnfzig Jahren begann. Im “Tagespiegel” vom 21. August schreibt Torsten Hampel unter dem Titel “Der Taktvolle” √ľber die Rolle, die Tony Sheridan f√ľr die Karriere der Beatles gespielt hat:

“Tony Sheridan brachte vor 50 Jahren die Beatles auf den Weg. Als sie sich trennten, waren die einen Stars ‚Äď und der andere hatte fortan ein Problem.”

In der “S√ľddeutschen Zeitung” befasst sich Christian Rabe unter dem Titel “Die Heilige Familie” mit der Frage, ob die Beatles sich wirklich vor f√ľnfzig Jahren gegr√ľndet haben:

“Das Jahrzehnt der Beatles beginnt im Jahr 1960, nur ohne die Beatles – die kannte damals noch kein Mensch. √úber ein eher willk√ľrliches Jubil√§um.”

Wiederum im “Tagesspiegel” vom 1. August wird nicht bezweifelt, dass die Geschichte der Beatles 1960 begonnen hat. Christian Schr√∂der schreibt unter dem Titel “Du sagst, du willst ‘ne Revolution”:

“Vor f√ľnfzig Jahren ereignete sich eine Kulturrevolution. Nach diesem August 1960, so viel l√§sst sich von heute aus sagen, sollte die Welt eine andere sein als zuvor: jugendlicher, aufregender frisiert, erf√ľllt von der besseren Musik.”

Auf dem Produktionsblog www.babysinblack.de gibt Autor Arne Bellstorf Einblick in die Entstehung von “Baby’s in black ‚Äď The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”.

Abbildungen © Arne Bellstorf РReprodukt

Infocomics

Montag, den 23. August 2010

Herausgegeben von der √úberlinger Agentur Ratschlag¬†erscheinen dieser Tage gleich vier B√§nde der “Infocomics” genannten Sachcomicreihe. Auch wenn es sich hierbei nicht um Graphic Novels im strengeren Sinn handelt, wird doch in den B√§nden jeweils ein erz√§hlerischer Faden verfolgt, um ein spezielles Thema zu erl√§utern. Die ersten der von unterschiedlichen Autoren- und Zeichnerteams erstellten B√§nde befassen sich mit den Themen¬†“Ethik”, “Logik”, “Kapitalismus” und “Shakespeare”. Weitere B√§nde der “Infocomics”-Reihe sind geplant.

M√ľssen seri√∂se B√ľcher eigentlich immer Bleiw√ľsten sein? M√ľssen seri√∂se B√ľcher eigentlich immer unverst√§ndlich geschrieben sein? Jeder wei√ü es im Prinzip: Lustloses Lesen und Lernen ist gar kein Lernen, das ist Durchzug. Texte sprechen einen Teil des Gehirns an. Bilder gehen schon einen Schritt weiter. Und den notwendigen Spa√ü an der Sache bringen die Comics mit ‚Äď und noch einen Schuss Selbstironie gegen verbohrtes Denken und fundamentalistische Versuchungen.

Infocomics, das sind Einf√ľhrungen in verschiedene wissenschaftliche Disziplinen (Philosophie, Soziologie, Kulturwissenschaft, Statistik etc.), in viel diskutierte Themengebiete (Frauenemanzipation, Evolution, Buddhismus etc.) und das Leben und Werk gro√üer Denker und Beweger (Hawking, Freud, Nietzsche).

Und nicht nur die Agentur Ratschlag und Bildung ver√∂ffentlicht dieser Tage einen Comic zum Thema Logik: Beinah zeitgleich erscheint bei Atrium der international viel beachtete Titel “Logicomix” von Apostolos Doxiadis, Christos H. Papadimitriou, Alecos Papadatos & Annie Di Donna.

Infocomics, schwarzweiss, Softcover, 12,5 x 18 cm,  10 EUR, die Reihe erscheint bei Agentur Ratschlag und Bildung GmbH

“Vom Schmerz und vom Schwimmen”

Samstag, den 21. August 2010

Kai Biermann am 13. August auf “ZEIT online” √ľber “Der Geschmack von Chlor” von Bastien Viv√®s, erschienen bei Reprodukt – eine Bildergalerie gibt es dazu:

Vom Schmerz und vom Schwimmen

Bastien Viv√©s’ Comic “Der Geschmack von Chlor” erz√§hlt fast ohne Worte eine ganz allt√§gliche Geschichte. Umso beeindruckender zeigt sich, wie viel Augen sagen k√∂nnen.

Insgesamt 135 Seiten hat Der Geschmack von Chlor, nicht auf einem Drittel davon sind Dialoge, ist nicht einmal ein Laut zu lesen. Selbst f√ľr einen Comic, per definitionem eine mit Bildern erz√§hlte Geschichte, ist das beeindruckend still. Doch stumm ist es nicht. Der Franzose Bastien Viv√®s erz√§hlt mit Blicken. mehr

Comics in den Medien ‚Äď August 2010 (2)

Freitag, den 20. August 2010

Graphic Novels ['gr√¶fik 'n…Ēv…ôls] haben es in das Glossar der vom WDR betriebenen Website wissen.de geschafft. Die Kurzbeschreibung findet sich hier.

Zwei Fachzeitschriften haben sich in den vergangenen Wochen mit Graphic Novels befasst: F√ľr “Spektrum der Wissenschaft” hat Lennart Pyritz Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) gelesen und attestiert dem Autor im Artikel “Comic-Evolution” eine “augenzwinkernde Kreativit√§t”. Im “Deutschen √Ąrzteblatt” stellt Freddy Litten weniger erbauliche Inhalte vor: “Comics: Vergewaltigung, Krankheit und Tod”. Von den vorgestellten Comics ist einzig die Trilogie “Der Fotograf” von Didier Lef√®vre, Emmanuel Guibert und Pascal Lemercier (Edition Moderne) auf Deutsch erh√§ltlich.

In der laufenden Sommerserie des Berliner “Tagesspiegel” beantworten Comicautorinnen und -autoren einen 15 Punkte umfassenden Fragebogen. Bisher haben sich zu Wort gemeldet: Katharina Greve (“Ein Mann geht an die Decke”, die biblyothek), Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt), Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) und Flix (“Faust”, Carlsen).

An gleicher Stelle schreibt Christian Endres √ľber “Sky Hawk” (Schreiber & Leser), den neuen Band von Jiro Taniguchi. In Zwei Samurai bei den Sioux” lobt er die gelungene Verkn√ľpfung von Western und Manga. “Die H√∂lle Pubert√§t” durchschreitet Melanie Gerland in ihrem autobiografischen Deb√ľt “Offene Arme” (Balance Verlag), wie Sven Jachmann ebenfalls auf tagesspiegel.de ausf√ľhrt.

Leichtere Kost verspricht David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), auch wenn es dort “Zwischen Knast und Kneipe” hei√ü her geht. Thomas Klingenmaier schreibt √ľber das Buch in seinem Blogbeitrag auf der Seite der “Stuttgarter Zeitung”.

Im “Nordwestradio” von Radio Bremen hat Karolin Korthase ein weiteres Mal Peer Meters und Barbara Yelins Buch “Gift” (Reprodukt) vorgestellt. Der Beitrag lief in der Sendung “Literaturzeit” und kann hier noch einmal in ganzer L√§nge nachgeh√∂rt werden.

“Comicautor Ralf K√∂nig ist 50″ lautet die √úberschrift des ausf√ľhrlichen Portr√§ts, das auf der Website der Deutschen Welle zu finden ist. Dort res√ľmiert die Autorin Gisa Funck: “Von einsetzender Altersmilde aber ist beim Altmeister gl√ľcklicherweise nichts zu sp√ľren, dessen Cartoons weiterhin erfrischend respektlos die Untiefen sozialer Konventionen ausloten.”.

Der “Stern”-Blogger Gerd Blank erkennt in Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) eine “herzergreifende, wundervoll gestaltete” Geschichte: “Die traurige Geschichte von ‘Jakob’”. Die beiden Kreativk√∂pfe hinter dem Buch sind Absolventen der Filmhochschule Ludwigsburg und haben “Jakob” als medien√ľbergreifendes Projekt gestartet, das “cinearte”, das Nachrichtenmagazin f√ľr Filmschaffende, in der aktuellen Ausgabe vorstellt. Die Zeitschrift l√§sst sich komplett als PDF herunterladen.

“Journal of Graphic Novels and Comics”

Donnerstag, den 19. August 2010

Soeben ist mit der ersten Ausgabe des britischen “Journal of Graphic Novels and Comics” (Taylor and Francis) eine weitere englischsprachige Zeitschrift erschienen, die sich dem Thema Comics von wissenschaftlicher Seite n√§hert. Auch wenn sie in anderen Fachpublikationen wie dem “International Journal of Comic Art” immer wieder Beachtung fanden, stehen Graphic Novels hier erstmals explizit im Mittelpunkt von historischen, soziologischen, kunst- und kulturwissenschaftlichen Betrachtungen.

“The Journal of Graphic Novels and Comics is a peer reviewed journal covering all aspects of the graphic novel, comic strip and comic book, with the emphasis on comics in their cultural, institutional and creative contexts. Its scope is¬†international, covering not only English language comics but also worldwide comic culture. The journal reflects interdisciplinary research in comics and aims to establish a dialogue between academics, historians, theoreticians and practitioners of comics. It¬†therefore¬†examines¬†the production and consumption of comics within the contexts of culture: art, cinema, television and new media technologies.”


Die erste Ausgabe des “Journal of Graphic Novels and Comics” kann komplett online gelesen und als PDF heruntergeladen werden, weitere Ausgaben werden jedoch nicht mehr gratis erh√§ltlich sein. Artikel widmen sich unter anderem den Autoren Alan Moore (“V wie Vendetta”, Zeichnungen von David Lloyd, Panini) und Chester Brown (auf deutsch ver√∂ffentlicht: “Fuck”, Reprodukt): “‚ÄėA fistful of dead roses‚Ķ‚Äô. Comics as cultural resistance: Alan Moore and David Lloyd’s V for Vendetta” bzw. “Redrawing nationalism: Chester Brown’s Louis Riel: a comic-strip biography”.

In Deutschland erscheint mit dem Jahrbuch “Deutsche Comicforschung” zwar eine regelm√§√üige Publikation, die sich Comics wissenschaftlich zu n√§hern sucht, hier steht aber einzig die deutsche Comicgeschichte und ihre historische Ph√§nomenologie im Mittelpunkt.

Auf der Website des “Journal of Graphic Novels and Comics” findet auch sich ein Call for Papers f√ľr die “Joint International Conference of Graphic Novel, Bandes Dessin√©es and Comics”, die am n√§chsten Jahr an der Manchester Metropolitan University stattfinden wird. Interessierte Wissenschaftler sind dazu aufgerufen, sich mit Beitragsvorschl√§gen zu melden.

Simon Schwartz: Lesung in Bremen

Mittwoch, den 18. August 2010

Vom 16. September bis zum 16. Oktober zeigt die Bremer Villa Ichon die Ausstellung “Zur√ľckgebl√§ttert – Kindheit und Kinderb√ľcher in der DDR”.¬†Wie der Titel schon verr√§t, steht in der vom Bremer Institut f√ľr Bilderbuch und Erz√§hlforschung organisierten Schau die DDR-Kinderliteratur im Mittelpunkt, die vorgestellt und inhaltlich hinterfragt wird. Zudem sind eine Reihe von interaktiven Stationen geplant, die Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema DDR heranf√ľhren.

Als Teil des Rahmenprogramms wird Simon Schwartz am 18. September nach Bremen kommen und in der Villa Ichon um 18 Uhr aus seinem Deb√ľtband ‚Äúdr√ľben!‚ÄĚ (avant-verlag) lesen und dessen Hintergrundgeschichte erl√§utern. Zus√§tzlich wird es dort auch eine Ausstellung zum Buch geben.

Villa Ichon, Goetheplatz 4, D-28203 Bremen
www.villa-ichon.de, www.zurueckgeblaettert.de.vu

“B√ľchermarkt” √ľber Graphic Novels

Mittwoch, den 18. August 2010

In der gestrigen Sendung “B√ľchermarkt” des Deutschlandradios standen drei Graphic Novels im Mittelpunkt: “dr√ľben!” von Simon Schwartz, “Blotch” von Blutch (beide avant-verlag) und “Gift” von Peer Meter und Barbara Yelin (Reprodukt). Als G√§ste hatte Literaturkritiker Denis Scheck den Comic-Journalisten und -Herausgeber Andreas C. Knigge sowie Daniela Seel, Herausgeberin und Lektorin des kookbook-Verlags, eingeladen.

Der Beitrag kann in ganzer Länge hier nachgehört werden.

Lesung von Ulli Lust im Literarischen Zentrum Göttingen

Dienstag, den 17. August 2010

Das Literarische Zentrum G√∂ttingen empf√§ngt am 15. September die Berliner Zeichnerin Ulli Lust anl√§√ülich einer Lesung aus ihrem Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag).

Sie wollten der Enge des österreichischen Spießer-Muffs entkommen und geraten unter notgeile Machos. Da zwingt die Erfahrung von Gewalt die Handlung in die Bilder. Die Wut brennt auf der Haut, der Mensch wird zum Wolf und Ulli verliert die Kontur.

‚Äď Die W√§nde des Zentrums werden zur Projektionsfl√§che f√ľr eine Graphic Novel, √ľber die der Literaturwissenschaftler Daniel Stein mit der geb√ľrtigen Wienerin spricht. Ihre Bildkolumnen und Minireportagen, ‘Fashionvictims, Trendver√§chter’, kann man am Tag darauf in einer Veranstaltung von ¬ĽLiteratur macht Schule¬ę entdecken.

Genaue Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Website des Literarischen Zentrums Göttingen.

Literarisches Zentrum G√∂ttingen e.V., D√ľstere Stra√üe 20, D-37073 G√∂ttingen
Tel. (0551) 49 56 823, Fax (0551) 49 56 824
www.lit-zentrum-goe.de

Comic-Workshop von Elke R. Steiner im J√ľdischen Museum Rendsburg

Dienstag, den 17. August 2010

Am Samstag, den 9. und Sonntag, den 10. Oktober findet im J√ľdischen Museum Rendsburg unter der Leitung von Elke R. Steiner (“Die anderen Mendelssohns”, Reprodukt) ein Comic-Workshop f√ľr Jugendliche und junge Erwachsene statt.

Thema des Workshops sind die j√ľdischen Feiertage -dahinter stehen viele unterschiedliche Geschichten. Was f√ľr M√∂glichkeiten bietet der Comic, davon zu erz√§hlen? Die gezielte Verwendung und auch das Weglassen von Farben k√∂nnen dabei helfen. W√§hrend der zwei Tage, an denen der Workshop stattfindet, gibt es gen√ľgend Zeit f√ľr √úbungen, Experimente und die Verwirklichung von eigenen Ideen.

Zu Beginn des Workshops gibt Dr. Christian Walda, der Leiter des J√ľdischen Museums Rendsburg, eine Einf√ľhrung in die j√ľdischen Feiertage und Feste mit ihren Ritualen, ihren besonderen Speisen und festlichen Familienzusammenk√ľnften. Schabbat, Jom Kippur, Chanukka und das Pessachfest k√∂nnen dabei als Orientierungspunkte gesehen werden, die den Jahresverlauf im Judentum einteilen.

Im Anschluss an den Workshop wird es eine Ausstellung mit den gefertigten Comics im J√ľdischen Museum Rendsburg geben, die mit einer kleinen Vernissage am Montag, den 11. Oktober in Anwesenheit der Workshop-Teilnehmern er√∂ffnet werden soll.

Ausgerichtet wird der Workshop vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, auf dessen Website man sich √ľber weitere Details informieren und auch anmelden kann. Elke R. Steiner weilt w√§hrend des Workshops an einem ihr gut bekannten Ort, sie hat sich bereits in ihrem Deb√ľt, “Rendsburg Prinzessinenstra√üe” (Edition Panel), mit der Geschichte der j√ľdischen Gemeinde in Rendsburg befasst.

SHHB Schleswig-Holsteinischer Heimatbund, Hamburger Landstr. 101, D-24113 Molfsee
Tel. (0431) 983 84-0, Fax (0431) 983 84 23
email: info@heimatbund.de, www.heimatbund.de