Graphic Novels
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Monatsarchiv für Oktober 2010

Felix Mertikat bei Modern Graphics, Berlin

Sonntag, den 31. Oktober 2010

Am Dienstag, dem 2. November 2010, ist Felix Mertikat zu Gast in Berlin, um in einer Leseperformance mit anschließender Signierstunde “Jakob” (Cross Cult) vorzustellen, eine Graphic Novel, für die Autor Benjamin Schreuder und Koautor und Zeichner Felix Mertikat auf der Frankfurter Buchmesse 2010 mit dem Sondermann als “Beste Newcomer 2010″ ausgezeichnet wurden.

Der Tod durch Kinderaugen: Als die Mutter des achtjährigen Jakob “für immer fort geht“, macht sich der kleine Junge auf die Suche nach ihr. Aber niemand kennt den Weg zu dem Ort, an den sie gegangen ist. Und die, die ihn kennen, die Raben und die Füchse, wollen ihn nicht verraten. Aber Jakob ist bereit, jeden Preis zu bezahlen, um seine Mutter wiederzufinden. Auch den letzten…

Die deutschen Newcomer Benjamin Schreuder und Felix Mertikat erzählen eine lyrische und wunderschön bebilderte All-Ages-Fabel im Stil von Carlo Collodis “Pinocchio”, Antoine de Saint-Exupérys “Der kleine Prinz” und den modernen Märchen von Neil Gaiman (“Coraline”).

Die Lesung findet am Dienstag, dem 2. November um 20.30 Uhr in der Galerie Knoth & Krüger, Oranienstraße 188, 10999 Berlin statt – präsentiert wird die Veranstaltung von Modern Graphics und Cross Cult.

Modern Graphics, Oranienstraße 22, D-10999 Berlin
Tel. (030) 615 88 10, Fax (030) 615 88 23
email: kontakt@modern-graphics.de, www.modern-graphics.de

“Nennt das Kind beim Namen!”

Samstag, den 30. Oktober 2010

Im “Hamburger Abendblatt” erschien am 28. Oktober ein Kommentar von Alexander Josefowicz. Er kritisiert den Begriff “Graphic Novel” und wünscht sich einen wertfreien Gebrauch der Bezeichnung “Comics”. Ein hehrer Wunsch, der bis auf weiteres mit einer Realität kollidieren wird, in der Comics vielmehr durch den Begriff Graphic Novel Anerkennung gewinnen, als dass es ihnen ohne diesen – inhaltlich sicher nicht eindeutigen – Begriff gelungen wäre, neue Leserinnen und Leser zu gewinnen und in vielen Buchhandlungen präsent zu sein.

Nennt das Kind beim Namen!

Ein Aufruf von Alexander Josefowicz

Eine Graphic Novel ist kein Comic. Puh, da haben wir aber Glück gehabt. Dann darf man den Band ja in die Hand nehmen, ohne in den Ruch der Bildungsferne zu geraten. Denn Comics, so hat man uns jahrelang weisgemacht, sind nichts weiter als Kinderkram, Schund, das Papier kaum wert, auf dem sie gedruckt wurden. Eine Graphic Novel hingegen sei etwas anderes, ein Beitrag zur Erbauung des Lesers, nicht bloß schnöde Unterhaltung für kindliche Gemüter. mehr

“Castro” in der “3sat-Kulturzeit” und der “Berliner Zeitung”

Freitag, den 29. Oktober 2010

In der “Kulturzeit”-Sendung vom 28. Oktober wurde auf 3sat Reinhard Kleist Graphic Novel “Castro” (Carlsen) vorgestellt. Ansehen lässt sich der Filmbeitrag hier.

Bereits am 8. Oktober hat Thomas Schmidt Reinhard Kleists neue Graphic Novel in der “Berliner Zeitung” vorgestellt.

Die Geschichte hat ihn nicht freigesprochen

Der Berliner Comic-Autor Reinhard Kleist hat eine Biografie von Fidel Castro gezeichnet

Zehn US-Präsidenten versuchten, ihn zu stürzen. Ein halbes Jahrhundert lang hielt er die Welt in Atem. Und selbst jetzt noch, wo er 84 Jahre alt ist und schwer krank, ist er für Überraschungen gut. Jüngst tauschte er das Krankenhemd wieder gegen die alte Militäruniform ein und warnte die Weltöffentlichkeit vor globalen Gefahren. Fidel Castro hat sich seinen Platz in der Weltgeschichte längst erobert. mehr

“Merchandising im Namen des Herrn”

Freitag, den 29. Oktober 2010

Christian Gasser schreibt für die “Neue Zürcher Zeitung” vom 29. Oktober über “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt).

Merchandising im Namen des Herrn

In «Gott höchstselbst» stellt sich Marc-Antoine Mathieu keine geringe Frage: Was würde geschehen, würde Gott sich heute in unsere Mitte wagen? Er beantwortet diese Frage in einem ebenso klugen wie boshaften Comic.

Volkszählung: Geduldig steht ein alter Mann mit weissem Bart in einer Warteschlange. Als er an die Reihe kommt, hat er keine Papiere. Der Beamte fragt ihn nach seinem Namen. Gott, antwortet der Greis. Gott mit Vornamen und Gott mit Nachnamen, einfach: Gott. Der alte Mann wird umgehend in eine Irrenanstalt geschickt. «Gott kommt zu uns Menschen, und das läuft ganz anders ab, als man es erwarten könnte», sagt der französische Comic-Autor Marc-Antoine Mathieu über seinen neuen Comic «Gott höchstselbst». In dieser absurden Farce seien Missverständnisse programmiert: «Es ist fraglich, ob Gott noch an die Menschen glaubt, und ebenso fraglich ist, ob die Menschheit noch an Gott glaubt.» mehr

“Wieso Comics heute Graphic Novels heißen müssen”

Freitag, den 29. Oktober 2010

Der Verlagsgründer der Zürcher Edition Moderne, David Basler, hat auf der Verlagswebsite einen Text veröffentlicht, mit dem er auf eine Beobachtung im Buchhandel reagiert und in dem er darlegt, wie wichtig die Bezeichnung “Graphic Novel” für Comics ist, um nicht mehr ausschließlich als leichte Unterhaltung für ein eher junges Publikum wahrgenommen zu werden.

Wieso Comics heute Graphic Novels heißen müssen

Ich war letzthin zu Besuch in einer der größten Buchhandlungen in einem stadtbekannten Einkaufszentrum in Zürich. Nachdem ich schon mal 10 Minuten durch den Laden geirrt war, erkundigte ich mich bei einer Angestellten, wo sie denn die Comics platziert hätten. “Zuhinterst bei den Kinderbüchern“ erhielt ich als Antwort. Tatsächlich fand ich da eine Wühlkiste mit ALLEN Comics. Die Edition Moderne war, jeweils mit je einem Titel, in der Breite des Programms sehr gut vertreten.

Und es wurde mir wieder mal klar: Comics werden formal im Sortiment platziert, kaum eine Buchhändlerin oder Buchhändler würde einen Comic inhaltlich einsortieren.

Ich hätte gleich mein ganzes Programm mitnehmen und remittieren lassen können. Denn dass sich Titel wie Joe Saccos “Bosnien”, Guiberts/Lefèvres/Lemerciers “Der Fotograf” oder Marjane Satrapis “Persepolis” in der Kinderecke schlecht verkaufen, daran besteht wohl kein Zweifel. Auch “Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas, illustriert von Baudoin (erschienen im Aufbau Verlag), wird bei den Kindern kaum auf Begeisterung stoßen.

Darum nennen wir unsere Bücher nicht mehr Comics, sondern Graphic Novels. Darunter kann sich wohl niemand richtig was vorstellen, aber dadurch sind sie schon mal nicht im Voraus zu den Kinderbüchern verdammt.

David Basler

“Kaiserkeller, mon amour”

Donnerstag, den 28. Oktober 2010

Alexander Josefowicz stellt im “Hamburger Abendblatt” vom 28. Oktober Arne Bellstorfs “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor. Eine Bildstrecke und ein Hinweis auf die Ausstellung im Beatlemania sowie eine Signierstunde von Arne Bellstorf am 6. November im Strips & Stories ergänzen den Artikel: “Der Comic im Museum”

Beatles-Liebesgeschichte: Kaiserkeller, mon amour

Ein ergreifender Comic über die Liebe zwischen dem fünften Beatle und seiner Fotografin im Hamburg der Kaiserkeller-Ära vor 50 Jahren.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man auf die Idee kommen, Arne Bellstorf wäre dabei gewesen. Damals, 1960 auf der Reeperbahn. Als die Beatles noch über einem Kino wohnten, jeden Abend im Kaiserkeller auftraten und statt Pilzköpfen Rock-’n'-Roller-Tollen trugen. Doch der Künstler Bellstorf ist nicht dabei gewesen, er ist erst 31 Jahre alt. Und trotzdem erwecken die Bilder in seinem Comicband “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” den Kiez der Vergangenheit zum Leben. Und seine Geschichte über Liebe, Kunst und Musik zieht einen in ihren Bann. mehr

“Die Tochter des Professors” von Joann Sfar und Emmanuel Guibert

Donnerstag, den 28. Oktober 2010

Der bisher für seine Klassiker-Nachdrucke wie die “Prinz Eisenherz”-Gesamtausgabe bekannte Verlag Bocola veröffentlicht mit “Die Tochter des Professors” einen ersten Band zeitgenössischer Comic-Autoren. Das Szenario dazu stammt von Joann Sfar (“Klezmer”, avant-verlag), für die zeichnerische Umsetzung zeigt sich Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne) verantwortlich. Der Band ist ab sofort erhältlich.

Wie soll man – verloren im nebligen London des XIX. Jahrhunderts und seit drei Tausend Jahren mumifiziert – um die Hand von Miss Liliane, der Tochter des Professors, anhalten? Das scheint unmöglich, und doch ist Imhotep IV., ein ägyptischer Fürst, wahnsinnig verliebt und zu allem entschlossen, mit seiner Geliebten das verrufene Ufer der Themse zu verlassen, um an die sonnigen Gestade des heimatlichen Nils zurückzukehren. Doch als das Schicksal und Ihre gnädige Majestät (Königin Victoria) dazwischenkommen, wird alles so verwickelt und verzwickt, dass er sich nach der Ruhe seines reich ausgestatteten Sarkophags zurücksehnt. Diese romantische und amüsante von Joann Sfar getextete und von Emmanuel Guibert gezeichnete Graphic Novel ist ein kleines Meisterwerk.

Die Tochter des Professors, ISBN 978-3-939625-32-2, 64 Seiten, Hardcover,
14,90 EUR [D], 15,40 EUR [A], 24,95 SFr [CH], erschienen bei Bocola

“Der Comic-Zeichner Sascha Hommer”

Mittwoch, den 27. Oktober 2010

Für die “Deutsche Welle” stellt Dirk Schneider den Comicautor Sascha Hommer (“Insekt”, Reprodukt) vor, der über sein Schaffen im Allgemeinen und über seine Zusammenarbeit mit der Autorin Brigitte Kronauer erzählt.

Der Comic-Zeichner Sascha Hommer

Sascha Hommer ist einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Independent-Comics. Er sieht in Deutschland eine neue Szene heranwachsen, auch wenn die Auflagen eher klein bleiben.

Eine Jugend im Schwarzwald: Sascha kifft mit Freunden, er verliebt sich in die magersüchtige Julia, was unglücklich endet, dann entdeckt er LSD – aufregende Zeiten, die Sascha Hommer in seiner Comicerzählung “Vier Augen” in erstaunlich wenigen Bildern festhält. Aber die einfachen, fast naiven schwarz-weißen Zeichnungen machen die Beklemmungen, die Ängste und Hoffnungen einer frühen Jugend in der Provinz erlebbar, wie es viele deutsche Leser einem Comic immer noch nicht zutrauen. “Es heißt immer, es ginge um gute Geschichten, die Bilder seien nicht so wichtig”, klagt Sascha Hommer, der in seinen Erzählungen nicht nur mit wenigen Bildern, sondern auch mit wenig Text auskommt: “Aber die Form transportiert immer auch Inhalt – bei mir wie bei vielen meiner Vorbilder.” mehr

“Schicksalhafter Faden”

Mittwoch, den 27. Oktober 2010

Für die heutige Ausgabe der “tageszeitung” hat Sven Jachmann Alex Robinsons Graphic Novel “Unvergessene Zeiten” (Edition 52) gelesen, die für den Rezensent einen weiterer Beleg für Robinsons “exponierte Stellung innerhalb der gegenwärtigen amerikanischen Comicautorengarde” darstellt.

Schicksalhafter Faden

Alex Robinsons Comic “Unvergessene Zeiten” schickt seinen 40 Jahre alten Helden zurück auf die High School

Es ist natürlich eine verlockende Vorstellung: Der 40-jährige Robert Andrew Wicks begibt sich in eine Hypnosetherapie, deren Ziel eigentlich darin besteht, ihm endlich das Rauchen abzugewöhnen. Doch anstatt wie vermutet einen spirituell aufgeladenen Spuk zu erleben, befindet er sich urplötzlich wieder auf der High School und erlebt seine Teenagerzeit ein zweites Mal, allerdings mit dem erwachsenen Bewusstsein von seiner eigenen Vergangenheit. mehr

Comics in den Medien – Oktober 2010

Mittwoch, den 27. Oktober 2010

Neben zahlreichen Meldungen in der deutschsprachigen Presse, in Funk und Fernsehen, gab es in den vergangenen Wochen auch einige Erwähnungen deutscher Comics und ihrer Macherinnen und Macher in internationalen Medien. Zum Beispiel interviewte Tomasz Pstrągowski am Rande des Comicfestivals in Lodz den Berliner Zeichner Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt) für das polnische Online-Comicmagazin komiksomania.pl: “Nie jestem bohaterem”.

Mit “Wanderlust” widmet Matthias Wivel auf dem amerikanischen “The Comics Journal”-Blog Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) eine ausführliche Besprechung. Darin wird Ulli Lusts autobiografischer Reisebericht eingeordnet zwischen Goethes “Italienische Reise” und Christiane F.s “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”: “a fascinating study of human behavior under duress”. Erfreulich zu sehen, dass deutsche Comics auch im Ausland immer breiter wahrgenommen werden.

“Schlicht grossartig” findet Bert Dahlmann Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52) in seiner kurzen Vorstellung auf westzeit.de. Das gegenwärtige Schaffen Barus, der im nächsten Jahr Präsident des Comicfestivals in Angoulême sein wird, stellt Andreas Platthaus auf seinem “FAZ”-Blog vor und spart in Bezug auf “Elende Helden” nicht mit lobenden Worten, wenn er in “Arme Typen, aber was für ein Reichtum an Geschichten!” unter anderem ausführt, warum Baru “auch im Alter von über sechzig immer noch einer der frischesten Comiczeichner der Welt ist”.

Ein weiterer Titel der Edition 52 wurde zuletzt ebenfalls besprochen: Die Veröffentlichung des ersten Teils von Jeff Lemires “Essex County”-Trilogie, “Geschichten vom Land”, nimmt Lars von Törne auf tagesspiegel.de zum Anlass, den Autor und sein Werk vorzustellen: “Nur wenige Autoren verbinden Elemente des Mainstream und der Comic-Avantgarde so gekonnt wie Jeff Lemire.” schreibt er in “Schöner Schmerz”. Auf comicgate.de vergleicht Benjamin Vogt in seiner Besprechung Jeff Lemires Stil lobend mit dem von Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen). Derselbe Rezensent bespricht auch Jiro Taniguchis Western-Manga “Sky Hawk” (Schreiber & Leser) und weist bei allem Lob auf einige Schwächem im Genre-Mix hin. In den ungefähr zur Zeit der großen Depression angesiedelten Geschichten in Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott und andere Geschichten” (Carlsen) erkennt Andreas Fisch – ebenfalls auf comicgate.de – eine Reihe von Parallelen zur heutigen Zeit. Die “Ur-Graphic Novel” nennt Fabian Kettner den Band in seiner ausführlichen Vorstellung auf literaturkritik.de.

In der Zeit ganz weit zurück geht Jens Harder in seiner Graphic Novel “Alpha – directions” (Carlsen), der Thomas Hummitzsch auf textem.de attestiert, “spektakuläre Evolutionsbilder” zu finden. Marco Behringer stellt an gleicher Stelle “die Geschichte der Beat-Literatur als Graphic Novel” vor, namentlich “The Beats” (Walde+Graf) von den Herausgebern Harvey Pekar und Paul Buhle. Wer hätte gedacht, dass einmal “Bertrand Russel als Comicheld” erscheinen würde, führt ebenfalls Marco Behringer in seiner Besprechung von Apostolos Doxiadis’ und Christos H. Papadimitrious’ “Logicomix” (Atrium) auf textem.de aus. Wolfgang Popp stellt “Logicomix” auf Ö1 vom ORF vor. Der dazugehörige Text lässt sich hier nachlesen und hier nachhören.

Christian Möller sprach anlässlich der Veröffentlichung einiger Comics, die sich mit religiösen Themen auseinandersetzen, mit dem Kölner Autor Ralf König (“Antityp”, Rowohlt) über den “Boom des Göttlichen”. Der Beitrag lief im Deutschlandfunk. In einer kurzweiligen Bilderstrecke stellt WDR1 Live Arne Bellstorfs “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor.

In der “Welt” wurde Eric Corbeyrans Adaption von Franz Kafkas “Die Verwandlung” (Knesebeck) als gelungene Umsetzung kurz vorgestellt. Für die Vogtländer “Freie Presse” legt Oliver Seifert in “Pünktchen, Pünktchen, Komma Strich” dar, wie es Stéphane Heuet gelingt, aus Marcel Prousts Vorlage in “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” (Knesebeck) einen gelungenen Comic zu machen. Eher eine “Lektürehilfe” erkennt darin jedoch Daniel Wüllner in seinem Artikel für tagesspiegel.de: “Bis an die Grenzen der Zeit”. An gleicher Stelle stellt Waldemar Kesler die gelungene Zusammenarbeit zwischen David Prudhomme und Pascal Rabaté in “Die Plastikmadonna” (Carlsen) heraus: “Das Szenario und die Zeichnungen gehen bei der liebevollen Milieustudie so innig Hand in Hand, dass wir nur auf eine weitere Zusammenarbeit der beiden hoffen dürfen.”: “Die rote Maria”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de empfiehlt Comic-Autorin Elke R. Steiner (“Risiken und Nebenwirkungen”, Gütersloher Verlagshaus) “Das Zeichen des Widders”, die Zusammenarbeit von Fred Vargas und Edmond Baudoin (Aufbau Verlag) als “Mitreißend, berührend und voller ungewöhnlicher Charaktere”: “Kleiner Raub mit großen Folgen”.

Thomas Otts “R.I.P. – Best of 1985 -2004″ (Edition Moderne) stellt Christian Neubert auf titel-magazin.de vor. In diesen “Schattenseiten” erkennt der Autor “große Kunst”. Christian Neubert sprach am Rande der Frankfurter Buchmesse auch mit den frisch gekürten Sondermann-Preisträgern Felix Mertikat und Benjamin Schreuder über die Auszeichnung und natürlich über ihr gemeinsames Debüt “Jakob” (Cross Cult): “Ein Konglomerat genialer Ideen”.

Fumetto 2011: Stargast Daniel Clowes | Comic-Wettbewerb ausgeschrieben

Dienstag, den 26. Oktober 2010

2011 wird ein vielfaches Jubiläumsjahr. Im kommenden Jahr feiern gleich drei Comicverlage runde Geburtstage: Die Zürcher Edition Moderne besteht seit 30 Jahren und die Berliner Verlage Reprodukt und avant-verlag feiern das 20- bzw. 10-jährige Verlagsbestehen. Ebenfalls seit 20 Jahren besteht das im Schweizer Luzern beheimatete Comicfestival Fumetto.

Als Stargast zum Fumetto – Internationales Comix-Festival Luzern, das im Frühjahr 2011 stattfindet – vom 9. bis zum 17. April – wird der amerikanische Comiczeichner und Drehbuchautor Daniel Clowes (“David Boring”, “Ghost World”, Reprodukt; “Wilson”, Eichborn) erwartet. Das Fumetto-Festival widmet Daniel Clowes die erste umfassende Retrospektive in Europa.

Weitere Details zur Festivalplanung werden in Kürze bekannt gegeben. Bereits jetzt wurde der alljährliche Comic-Wettbewerb ausgeschrieben. In diesem Jahr sind interessierte Zeichnerinnen und -Zeichner dazu aufgerufen, einen Kurzcomic zum Thema “Energie” einzureichen.

Insgesamt sind Geldpreise in Höhe von 5.000 SFr. ausgeschrieben, die in fünf Kategorien vergeben werden. Einsendeschluss ist Montag, der 17. Januar 2011. Die eingereichten Comics werden von einer fünfköpfigen Jury bewertet. Die GewinnerInnen werden an der Preisverleihung vom Freitag, 8. April 2011, bekannt gegeben. Alle Einsendungen werden während des Festivals in einer Wettbewerbsausstellung präsentiert.

Die genauen Teilnahmebedingungen finden sich hier.

Fumetto – Internationales Comix-Festival Luzern, Postfach 5163, CH-6000 Luzern 5
Tel. +41 (0)41 412 11 22, Fax + 41 (0)41 412 11 23
comix@fumetto.ch, www.fumetto.ch

“How to disappear” – moki in Hamburg | Prag | Los Angeles

Dienstag, den 26. Oktober 2010

Neben ihren zumeist in einem sehr aufwändigen, fotorealistischen Stil gestalteten Bildern arbeitet die Hamburger Künstlerin moki auch an Comics: Kurzgeschichten oder One Pager sind unter anderem im Hamburger Magazin “Orang”, in “Spring” 4 oder “Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” erschienen.

Mit “Wandering Ghost” erscheint mokis erste Bildgeschichte in Buchlänge im Frühjahr 2011 bei Reprodukt. In einer gleichnamigen Einzelausstellung stellt moki das Album Ende Oktober beim KomiksFEST! 2010 – Comicfestival Prag – in der Prager MeetFactory vor.

Dieser Tage erscheint mit “How to disappear” nach “Asleep in a foreign place” (Kiki Post) ein zweiter Bildband der umtriebigen Künstlerin bei Gingko Press. In surrealen Bildern entwirft moki fantastische nordische Welten und eigentümliche Kreaturen, die – ähnlich bisweilen den Göttern der Natur in den Filmen von Hayao Miyazaki – unter ihren Händen zu Leben erweckt scheinen.

Am Freitag, dem 5. November ab 20 Uhr stellt moki “How to disappear” im Rahmen einer Ausstellung in der Hamburger Galerie Hinterconti vor. Die Ausstellung wird nur über den kurzen Zeitraum von zwei Tagen – vom 5. bis zum 7. November – zu sehen sein.

Neue Bilder präsentiert moki unter dem Titel “Patchwork” ab Samstag, dem 11. Dezember in der Galerie Thinkspace in Los Angeles. Die Vernissage findet am 11. Dezember von 19 bis 22 Uhr statt, anschließend wird die Ausstellung noch bis zum 30. Dezember zu sehen sein. Aktuelle Arbeiten der Zeichnerin werden ab dem 11. Dezember auf der Website der Galerie gezeigt.

“How to disappear”Hinterconti, Marktstraße 40a, D-20357 Hamburg
www.hinterconti.de
Öffnungszeiten: Sa+So 12-18 Uhr

“Wandering Ghost”MeetFactory, Ke Sklárně 3213/15, CZ-150 00 Praha 5
meetfactory.cz, www.komiksfest.cz
Eröffnung am 30. Okober um 19 Uhr, geöffnet bis zum 7. November

“Patchwork”Thinkspace Gallery, 6009 Washington Blvd. Culver City, Los Angeles CA 90232
www.thinkspacegallery.com
Öffnungszeiten: Mi-Sa 13-18 Uhr

How to disappear, ISBN 978-1-58423-417-3, 140 Seiten, Hardcover, 27,9 x 22,2 cm, 29,95 EUR, erschienen in englischer Sprache bei Gingko Press

Abbildungen © moki | www.mioke.de

“Reddition” 53 mit Dossier zu Will Eisner

Montag, den 25. Oktober 2010

Im Dezember erscheint die 53. Ausgabe des Comic-Magazins “Reddition”, die einen Themenschwerpunkt zu Will Eisner beinhalten wird. Der amerikanische Autor wird in Deutschland bei den Verlagen Carlsen (“Ein Vertrag mit Gott”) und Salleck Publications (“Spirit Archive”) verlegt, die dafür auf dem diesjährigen Comic-Salon Erlangen mit dem “Spezialpreis der Jury” ausgezeichnet wurden.

Will Eisner gilt gemeinhin als Schöpfer des auch heute noch sehr populären The Spirit und wird immer wieder gerne als “Vater” oder “Erfinder” der Graphic Novel bezeichnet. Warum der 1917 in den USA geborene Zeichner und Autor nicht nur mit dem Spirit herausragendes geleistet hat und wie das wirklich mit den Anfängen einer neuen Erzählweise im Comic gewesen ist, erfährt der Leser von Ausgabe 53 der REDDITION. In unserem umfangreichen Dossier über Will Eisner gibt es neben einer ausführlichen Bio- und Bibliographie auch Wissenswertes über die Entstehung der comic book-Industrie in den 1930er Jahren, über Eisner Arbeit an den Educational Comics für das Pentagon, seine autobiographischen Comics und literarische Einflüsse in seinem Werk zu lesen.

Reddition 53, Dossier Will Eisner, 76 Seiten, teilw. farbig,  8 EUR , erscheint im Dezember in der Edition Alfons

Buchpräsentation & Ausstellung “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” im Beatlemania, Hamburg

Sonntag, den 24. Oktober 2010

Am Freitag, dem 5. November wird “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” von Arne Bellstorf im Beatlemania auf der Hamburger Reeperbahn präsentiert. Gleichzeitig eröffnet vor Ort eine Ausstellung mit Originalseiten aus dem Buch. Bei Beatlemania sind unter anderem Bilder von Stuart Sutcliffe und Fotografien von Astrid Kirchherr zu sehen.

Die Buchpremiere und Vernissage beginnt am 5. November um 18 Uhr, die Einführung und Laudatio spricht Brigitte Helbling. Arne Bellstorf wird anwesend sein und seine Bücher signieren. Im Anschluss wird die Ausstellung noch bis zum 31. Dezember zu sehen sein.

Beatlemania Hamburg, Nobistor 10 / Reeperbahn, D-22767 Hamburg
Tel. (040) 311 718 18
www.beatlemania-hamburg.com

“Zur Ästhetik des Bösen”

Sonntag, den 24. Oktober 2010

Im Rahmen der Sendung “Gutenbergs Welt”, die sich in dieser Woche der “Ästhetik des Bösen” widmet, unterhält sich die Moderatorin Imke Wallefeld auf WDR 3 mit Isabel Kreitz über deren Interesse an dem Serienmörder Fritz Haarmann, seinem gesellschaftlichen Umfeld sowie den Altstadtvierteln des Hannover der 1920er-Jahre und den Lebensumständen in den Zwischenkriegsjahren. Darüber hinaus gewährt die Hamburger Zeichnerin Einblicke  in ihre Zusammenarbeit mit dem Szenaristen Peer Meter an ihrer gemeinsamen Graphic Novel “Haarmann” (Carlsen) und in die eigene zeichnerische Herangehensweise an Comic-Projekte.

Das Interview wird am Sonntag, den 24. Oktober, in der Sendung zwischen 12:05 Uhr und 13:00 Uhr auf WDR 3 ausgestrahlt, findet sich als Podcast aber auch zum Nachhören im Internet.

Ein Interview, das der Filmemacher Carsten Meissner zusammen mit dem Journalisten Klaus Schikowski zum Erscheinen von “Haarmann” mit Isabel Kreitz und Peer Meter geführt hat, gibt es zudem auf der Homepage des Carlsen Verlags zu sehen (hier unter dem Link “Extras”).

“Der Beatles-Bassist und die Fotografin”

Freitag, den 22. Oktober 2010

Im heutigen “Radiofeuilleton” im “Deutschlandradio Kultur” hat Olga Hochweis Arne Bellstorfs neue Graphic Novel “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vorgestellt.

Der Beatles-Bassist und die Fotografin

Arne Bellstorfs “Baby’s in Black” macht ein weniger bekanntes Kapitel der frühen Beatles-Geschichte auf ungewöhnliche Weise plastisch – die Liebesgeschichte von Stuart Sutcliffe, dem ersten Bassisten der Band, und der deutschen Fotografin Astrid Kirchherr.

“Baby’s in black” erzählt eine besondere Liebesgeschichte des 20. Jahrhunderts: die von Stuart Sutcliffe, dem ersten Bassisten der Beatles, und der deutschen Fotografin Astrid Kirchherr. Die beiden hatten sich im Oktober 1960 im Hamburger “Kaiserkeller” kennengelernt. Sutcliffe stand auf der Bühne. Astrid Kirchherr saß mit ihrem Freund Klaus Voormann im Publikum. mehr

Der Artikel kann auch direkt hier als MP3-Datei nachgehört werden.

Neue “Comic-Romane” im Kinder- und Jugendbuch

Freitag, den 22. Oktober 2010

Mit Goldmann und Oetinger reihen sich dieser Tage zwei weitere Verlage in die lange Liste von Publikumsverlagen ein, bei denen Bücher erscheinen, die als “Comic-Romane” vermarktet werden. “Eddys Tagebuch – Auch Vampire haben Gefühle” von Tim Collins (Goldmann) ist ein mit ironischem Unterton erzähltes Vampir-Jugendbuch, “Coolman und ich” von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer (Oetinger) handelt von einem Jungen und seinem imaginärem Freund, einem tolpatschigen Superhelden.

Ähnlich wie in der erfolgreichen Serie “Greg’s Tagebuch” von Jeff Kinney (Baumhaus Verlag) werden in den neuen Büchern bei Goldmann und Oetinger längere Textpassagen um viele Illustrationen und Comic-Panels ergänzt – um Comics oder Graphic Novels, die in Bildern erzählen, handelt es sich bei diesen Büchern jedoch nicht. Trotzdem bleibt die Tatsache bemerkenswert, dass Comic-Elemente im Jugendbuch verstärkt Einzug halten und der Zusatz “Comic-Roman” neuerdings als Gütesiegel und somit als Verkaufsargument dient.

“Haarmann” in der “Welt” | Peer Meter in der “Süddeutschen Zeitung”

Donnerstag, den 21. Oktober 2010

Güngör Öztürker bespricht in der heutigen Ausgabe der “Welt” die neue Graphic Novel “Haarmann” (Carlsen) – geschrieben von Peer Meter (“Gift”, mit Barbara Yelin, Reprodukt), gezeichnet von Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, Carlsen).

Massenmörder Haarmann treibt sein Unwesen im Comic

Zeichnungen schildern die letzten Wochen im Leben des berüchtigten Hannoveraners – Mischung aus Fakten und Gerüchten

Ein Mann mittleren Alters stürzt sich auf sein Opfer, wirft es aufs Bett und versucht sich an ihm zu vergehen. Der junge Mann schreit vergeblich um Hilfe. Wie von Sinnen würgt der Ältere sein Opfer bis es stirbt. Der Täter hält kurz inne, zieht dem Toten das Hemd, die Hose und die Unterwäsche aus. Völlig entblößt liegt der Leichnam mit weitaufgerissenen Augen auf dem Boden. Der Mörder legt sich eine Schürze um und greift zu einer Axt. Doch bevor er zuschlägt, bedeckt er den Kopf des Opfers mit einer Tischdecke. Das Grauen hat einen Namen: Fritz Haarmann. mehr

Für die “Süddeutsche Zeitung” beantwortete Autor Peer Meter eine ketzerisch gestellte Frage:

Gehört Serienmord ins Comic-Heft?

Peer Meter, 54, Autor von ‘Haarmann’: ‘Es ist nur in Deutschland so, dass man Comics mit Superheld, ,Bumm!” und Krawall gleichsetzt. Was wir machen, würde man eher als grafische Erzählung bezeichnen. Oder graphic novel. mehr

“Castro” – Buchpräsentation in Hamburg

Donnerstag, den 21. Oktober 2010

In seinem neuen Buch “Castro” (Carlsen) beschäftigt sich Reinhard Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus. Genauer gesagt mit dem “Maximo Lider” der Revolution: Fidel Castro. Gewohnt kunstvoll erzählt und mit kraftvollem Strich nähert sich Reinhard Kleist in seiner Biografie “Castro” dem umstrittenen Revolutionär und Politiker und hält dessen bewegtes Leben und seine politischen Ideen und Ideale ebenso facettenreich fest wie deren Folgen für die kubanische Gesellschaft.

Am Donnerstag, den 28. Oktober findet im Literaturhaus Hamburg eine offizielle Buchpräsentation statt. Dabei wird sich Reinhard Kleist mit Volker Skierka unterhalten, dem Kuba- und Castro-Kenner, der ihm bei der Recherche zum neuen Buch hilfreich zur Seite stand. Im Anschluss wird Reinhard Kleist Bücher signieren.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Anmeldung bitte unter presse@carlsen.de.

Literaturhaus Hamburg
, Schwanenwik 38, D-22087 Hamburg
Tel. (040) 22 70 20 11, Fax (040) 22 06 612
info@literaturhaus-hamburg.de, www.literaturhaus-hamburg.de

“Zu viel Bild schadet der Bildung”

Mittwoch, den 20. Oktober 2010

In der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” legt Sarah Wildeisen die Nähe von Graphic Novels zu Romanen dar und zeigt auf, wie sie Literatur und den Kinder- und Jugendbuchbereich bereichern.

Zu viel Bild schadet der Bildung

Lange galten Comics als die Schmuddelkinder der Jugendliteratur: Leichte Kost und jugendgefährdend, lautete das Verdikt. Nun sind grafische Erzählformen im kinderliterarischen Establishment angekommen – sie gewinnen Preise bei der Frankfurter Buchmesse

Schon die Auswahlliste zeigte eine deutliche Präferenz der Jury für Bildgeschichten. Dass jedoch sowohl im Kinder- als auch im Jugendbuch der Preis an Comics ging, überraschte auch Kenner der Szene. Émile Bravo und Jean Regnaud gewannen mit “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen”. Als bestes Jugendbuch zeichnete die Frankfurter Buchmesse Nadia Buddes “Such dir was aus, aber beeil dich” aus. mehr