Graphic Novels
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Monatsarchiv für März 2011

Space Dog, Flaschko, Herr Hase & Co

Donnerstag, den 31. März 2011

Das Fumetto Comixfestival in Luzern wirft seine Schatten voraus: Am Samstag, dem 9. April feiern die Verlage Edition Moderne und Reprodukt sowie das Fumetto selbst ihr insgesamt 70-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass laden alle drei in die offizielle Festivalbar auf dem Frigorex Areal zu einem rauschenden Jubiläumsfest ein.

Es wird eine unterhaltsame Zeichenaktion geben, an der die Zeichnerinnen und Zeichner Loustal, Nicolas Mahler, Tommi Musturi, Kati Rickenbach, Aisha Franz, Jérôme Mulot, Gefe, Thomas Wellmann und Konrad Beck teilnehmen werden. Durch den Abend führt der Luzerner Journalist und Buchautor Christian Gasser. Im Anschluss wird natürlich gefeiert – wobei die DJs Tommi Musturi, ATAK, Aisha Franz & Christian Gasser zum Tanz laden werden.

Auf Facebook kann man sich zur Veranstaltung anmelden, die Website des Fumetto informiert hier. Das Jubiläumsfest beginnt um 21.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Graphic Novels in 100 Sekunden

Donnerstag, den 31. März 2011

Im Schweizer Radio DRS werden in der Reihe “100 Sekunden Wissen” einzelne Wissensgebiete kurz und knapp vorgestellt. Ellinor Landmann hat sich nun das Thema Graphic Novels vorgenommen, das sie durchaus kritisch betrachtet.

Zum interessanten Beitrag gelangt man hier, er kann auch direkt als MP3-Datei angehört werden.

“Nichimandoku”

Mittwoch, den 30. März 2011

Das 150. Jahr der deutsch-japanischen Freundschaft war Anlass für das Goethe-Institut Tokyo eine besondere Form des kulturellen Austauschs zu initiieren. Auf einem eigens eingerichteten Blog tauschen sich eine Japanerin und ein Deutscher ganz unbefangen über die Spuren der jeweils anderen Kultur in der eigenen aus – und das in Comicform. Woche für Woche tauschen sich also auf “Nichimandoku“ (das steht für Nichi = Japan + Man = Manga + Doku = Deutschland) Matsuoka Waka und Dirk Schwieger in kurzen Comics aus. Für Dirk Schwieger ist das nicht die erste Auseinandersetzung mit Japan und dessen Kultur: In seinem derzeit leider vergriffenen Comicband “Moresukine”(Reprodukt) hatte er das bereits schon einmal umgesetzt.

Nach einigen spielerischen Beiträgen (siehe ganz oben), ist nun angesichts aktueller Ereignisse die Unbefangenheit aus dem Projekt verschwunden (zeichnerisch hier sehr anschaulich umgesetzt). Vor allem die Vorgänge im AKW-Komplex in Fukushima und dessen Konsequenzen stehen nun im Mittelpunkt der letzten Beiträge. Das Projekt wird bis auf Weiteres fortgesetzt, neue Beiträge jeweils Montags eingestellt.

Astrid-Lindgren-Preis geht an Shaun Tan

Dienstag, den 29. März 2011

Der diesjährige Astrid Lindgren Memorial Award (ALMA) – beziehungsweise im Original Literaturpriset Till Astrid Lindgrens Minne – geht an Shaun Tan. Damit gewinnt der australische Comic- und Kinderbuchautor, dessen Bücher “Ein neues Land” oder “Die Fundsache” auf Deutsch bei Carlsen erschienen sind, nach zahlreichen internationalen Buchpreisen und einem Oscar für einen Kurzfilm nun auch die mit 5 Millionen Kronen (ca. 550.000 EUR) höchstdotierte Auszeichnung im Kinder- und Jugendbuchbereich.

Das “Börsenblatt des deutschen Buchhandels” meldet die Auszeichnung hier, zur offiziellen Seite des Preises gelangt man hier.

“Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen”, Hamburg

Dienstag, den 29. März 2011

“Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen” ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, mit der die Initiatoren Alternativen zu von Energiekonzernen finanzierten Kulturprojekten aufzeigen wollen: “Muss eine sinnvolle und beliebte Veranstaltung wie die “Hamburger Lesetage” in den Händen eines Konzerns liegen, der mit seinen Aktivitäten die Gesundheit aller bedroht? Wir sagen: JA zu Lesetagen in Hamburg, NEIN zu Vattenfall.”

Vom 6. bis zum 15. April finden in Hamburg mehr als sechzig Leseveranstaltungen statt, in denen Autoren wie Jutta Bauer, Robert Brack, Wiglaf Droste, Brigitte Kronauer, Peter Lau, Harry Rowohlt und andere an vielen verschiedenen Orten der Hansestadt aus ihren Texten lesen, Gespräche führen oder ihre Werke auf andere Art und Weise zur Aufführung bringen. Das komplette Programm lässt sich hier einsehen.

Im Rahmen von “Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen” finden auch einige Veranstaltungen statt, bei denen sowohl Comiczeichnerinnen und -zeichner als auch ein Theoretiker der Sprache des Comics neue Produktionen vorstellen:

FREITAG, 8. APRIL 2011

19 Uhr – Strips & Stories: Marijpol und der Berliner avant-verlag feiern in der Comic-Buchhandlung Strips & Stories das Erscheinen von Marijpols erster Graphic Novel “Trommelfels” – die Zeichnerin signiert und stellt Originalzeichnungen aus.

Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archäologische Grabung fördert rätselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten. Nach und nach häufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Marijpols erste Graphic Novel überzeugt durch ihren fantasievollen Strich. Voller überraschender Einfälle präsentiert sich eine neue Hamburger Comicautorin.

Strips & Stories, Seilerstraße 40, D-20359 Hamburg, Eintritt frei

SAMSTAG, 9. APRIL 2011

17 Uhr – Kunstverein Harburger Bahnhof: Ole Frahm, Sascha Hommer und Jan-Frederik Bandel diskutieren Ole Frahms “Die Sprache des Comics”, erschienen bei Philo Fine Arts.

Seit sich die Theorie der Bildgeschichten angenommen hat, schlägt sie sich mit müßigen Fragen herum: Sind Comics Kunst? Sind sie vielleicht doch eher Literatur? Oder ganz einfach Trash? Doch ein zwielichtiges Phänomen wie der Comic entzieht sich nicht nur jedem Ab- und Aufwertungsversuch, sondern auch dem Bemühen, es “auf den Punkt” zu bringen, in ein System zu pressen, sei dies nun hoch- oder popkulturell.

Kunstverein Harburger Bahnhof (ehemaliger Wartesaal über Gleis 3+4), Hannoversche Str. 85, S-Bahn Harburg, Eintritt frei

FREITAG, 15. APRIL 2011

20 Uhr – Galerie Linda: In den neuen Räumen der Galerie Linda in Hamburg-St. Pauli findet am Freitag, dem 15. April ab 20 Uhr eine Buchvorstellung von “Dri Chinisin – Nach Erzählungen von Brigitte Kronauer” (Reprodukt) in Anwesenheit von Brigitte Kronauer und Sascha Hommer statt.

“Nun musste alles auf eine Karte gesetzt werden.” – “Die schreckliche Trauer, die von ihnen ausging.” – “Dro cho no son…” – “Ich darf mich nicht verraten!” – “Tsitt tsitt, tsött tsött, plöck plock, plock plöck.” – “Die Berge aber!”

Sechs Sätze aus sechs Erzählungen der Georg-Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer, die Sascha Hommer in Bildgeschichten übersetzt hat. Sie handeln von der Magie von Anfang und Ende. Von kindlichen Geheimwelten, eleganten Damen, tropfender Melancholie und dem befremdlichen Vorgang, der Wahrnehmung heißt. “Dri Chinisin” ist ein eindrucksvoller Beleg der Möglichkeiten, die dem Zusammenspiel von Literatur und Comic innewohnen.

Kunst- und Kulturverein Linda e.V., Seilerstraße 36, D-20359 Hamburg, Eintritt frei

Manga in der Presse

Montag, den 28. März 2011

In der heute erschienenen Printausgabe des “Spiegels” wird der japanische Comicautor Keiji Nakazawa interviewt. Sein autobigografische Graphic Novel “Barfuß durch Hiroshima” über seine Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Abwurf der Atombombe 1945 ist in vier Teilen bei Carlsen erschienen.

Das Wiehern der Pferde: In seinem Manga “Barfuß durch Hiroshima” zeichnete Keiji Nakazawa seine Erlebnisse als kleiner Junge nach dem Abwurf der Atombombe 1945. In Japan ist er einer der bekanntesten Gegner der Atomtechnologie. Es erstaunt ihn, dass er auch heute noch so wenige Mitstreiter findet.

In seinem “FAZ”-Blog schreibt Andreas Platthaus heute über Jiro Taniguchi, von dem kürzlich mit “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” (Carlsen) die Adaption des gleichnamigen Romans von Hiromi Kawakami erschienen ist.

Den alten Lehrer lieben lernen

Jiro Taniguchi ist der angesehenste lebende Manga-Zeichner – zumindest im Westen, wo sein klarer ruhiger Stil allen denen ein Balsam ist, die in Manga eine hektische Erzählform sehen, die den Comic angeblich in längst überwundene Banalität zurückführt. Dass eine solche Generalisierung Quatsch ist, muss gar nicht eigens betont werden. mehr

Krimi-Comics im Blickpunkt

Samstag, den 26. März 2011

Gleich zwei Artikel widmete tagesspiegel.de in der vergangenen Woche aktuellen Krimiveröffentlichungen. Passend dazu erscheint unter dem Label s&l noir des Münchner Comicverlags Schreiber & Leser dieser Tage ein weiterer neuer Krimi in gezeichneten Bildfolgen.

Während Christian Endres in “Die Kälte, die mich liebte” über einen bisher nur in den USA erhältlichen Band aus der Feder des Romanautors Jason Starr schreibt, bietet Klaus Schikowski in seinem Artikel einen Überblick über aktuelle Krimi-Comics verschiedener deutschsprachiger Verlage, von Fred Vargas’ Zusammenarbeit mit Edmond Baudoin – “Das Zeichen des Widders” (Aufbau) – über einige Titel der s&l noir-Reihe bis hin zu Barus “Elende Helden” (Edition 52).

Im Angesicht des Verbrechens

Comic-Krimis erweitern die Möglichkeiten des traditionsreichen Genres – und verschaffen auch kleinen Verlagen neue Aufmerksamkeit.

Im Fernsehen und in der Literatur haben Kriminalgeschichten Konjunktur. Zur Beliebtheit trägt sicherlich bei, dass das Genre neben der Unterhaltung heutzutage auch dazu fungiert, moralische Fragen zu diskutieren. Wie lassen sich Gut und Böse noch trennen und was sind die wahren Mechanismen von gesellschaftlicher Macht? mehr

Mit “Swinging London” von Christian De Metter und Thomas Bénet ist in der Reihe s&l noir nun ein weiterer, zunächst in Frankreich veröffentlichter Krimi erschienen.

August 1967. In seinem Schloss in Schottland verbrennt der umjubelte Rockstar Jasper Brown. Ungewöhnlich schnell erkennt Scotland Yard auf Selbstmord. Aber Jaspers Freund, der Guru Indranath Ray, und die jamaikanische Fotoreporterin Cassandra Jones fragen nach. Sie stoßen in ein Wespennest aus Korruption, Sexorgien und Satanismus.

Swinging London, ISBN 978-3-941239-62-3, 96 Seiten, farbig, Hardcover, 9,90 EUR, erschienen bei Schreiber & Leser

“Die mit den schlecht gezeichneten Comics”

Freitag, den 25. März 2011

Für die Ausgabe 12/2010 der Monatszeitschrift “Literaturen” hat Jens Balzer ein Porträt von Reprodukt verfasst. Nun hat die Kulturplattform “Kultiversum” den ausführlichen Artikel online gestellt:

Die mit den schlecht gezeichneten Comics

Keine harten Helden, keine sprechenden Tiere: Wie der Reprodukt-Verlag die «Graphic Novel» nach Deutschland brachte und den literarischen Comic populär machte.

Ein von Piraten entführter Maler erlebt im 18. Jahrhundert Abenteuer auf allen Weltmeeren und bricht die Herzen der stolzesten Frauen. Eine Schriftstellerin erkundet im Bremen des Jahres 1831 das Schicksal der Giftmischerin Gesche Gottfried. Ein Trickfilmzeichner wird im Jahr 2005 durch kapitalistische Outsourcing-Prozesse in ein nordkoreanisches Animationsstudio verschlagen und versucht, die Geheimnisse des rätselhaften Landes zu lüften. Ein junges Mädchen stößt anno 1960 im Hamburger Rotlichtbezirk auf eine verrückte Band aus Liverpool und verliebt sich in ihren Bassisten. mehr

Fotos von der Graphic-Novel-Aktion bei der Buchhandlung Rombach

Donnerstag, den 24. März 2011

Noch bis Ostern präsentiert die Buchhandlung Rombach in Freiburg Comics im Rahmen einer speziellen Graphic-Novel-Aktion. Das große Schaufenster ist dekoriert und drinnen werden die Bücher auf Aktionstischen präsentiert.

Die Graphic-Novel-Edition der “Süddeutschen Zeitung” ist willkommene Ergänzung das regulären Angebots der Comicverlage.

Die Aktion unterstreicht in diesem Fall die schon jetzt großzügige Comicabteilung.

Buchhandlung Rombach, Bertoldstraße 10, D-79098 Freiburg

Comic-Theater-Tage “Reality Kills”

Donnerstag, den 24. März 2011

Noch bis Samstag, den 26. März, laufen im Berliner Maxim Gorki Theater die Comic-Theater-Tage “Reality Kills – Kriegsbilder im Comic und auf der Bühne”. Für die “Berliner Zeitung” hat Doris Meierhenrich den Eröffnungsabend besucht und schreibt darüber am 23. März: Bild und Text und noch viel mehr:

Die szenischen Veranstaltungen der ersten beiden Tage beweisen vielmehr, wie sehr ein Comic einfach ein gut oder schlecht gezeichneter, getexteter Comic ist. Und wie sehr Theater dagegen eine weit umfassendere Kunst, die nicht nur gute oder schlechte Bilder und Texte in sich vereint, sondern zusätzlich mit Raum, Ton, Spiel und vielem mehr dagegen arbeiten kann. Beide folgen zwar einer gezielten Dramaturgie, doch wie abstrakt oder präsent, wie subversiv oder affirmativ dabei auf Welt zugegriffen oder diese dargestellt wird, ist vor allem eine Frage, wie reflexiv beide mit ihren Mitteln umgehen. mehr

Im Berlin-Teil der “taz” wurde ebenfalls gestern ein Text von Waldemar Kesler zum Thema veröffentlicht: Ein unausgesprochener Konflikt

Wenn zwei Vertreter verschiedener Generationen aufeinander treffen, gibt es leicht eine kritische Situation: Werden sie einen Kanal finden, durch den sie sich trotz aller Hindernisse verständigen können? Eint sie ein gemeinsames Interesse? Die Suche nach einem Bindeglied lässt sich im Gorki-Theater wie ein Cafégespräch zwischen zwei Medien beobachten. Auf der einen Seite sitzt das Theater, ein medialer Greis, der schon etliche Menschenalter auf dem Buckel hat, auf der anderen Seite der Comic, der in der öffentlichen Wahrnehmung den Ruf als infantile Ausdrucksform erst ganz allmählich los wird. mehr

Hendrik Dorgathen – Comic-Welt in Weiden

Donnerstag, den 24. März 2011

Noch bis zum 24. April zeigt der Kunstverein Weiden eine Ausstellung mit Werken von Hendrik Dorgathen und Studentinnen und Studenten der Kunsthochschule Kassel. Der 1957 in Mülheim an der Ruhr geborene Künstler und Lehrer Hendrik Dorgathen arbeitet seit den 1980ern an der Schnittstelle zwischen Comic (“Space Dog“, Edition Moderne), Illustration und bildender Kunst. Die Ausstellung zeigt einen Überblick über die Bandbreite seiner Arbeiten.

Seit einigen Jahren unterrichtet Hendrik Dorgathen an der Kunsthochschule Kassel Illustration – Arbeiten aktueller und ehemaliger Studenten bilden den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung. Gezeigt werden Arbeiten von Markus Färber, Ines Geißer, Melanie Gerland, Daniel Goffin, Christiane Hamacher, Lea Heinrich, Nina Kaun, Nils Knoblich, Markus Lefrançois, Christof Lutz, Leonard Riegel, Isabel Seliger, Evelyn Wangui Gichuhi und Daniela Witzel.

Die Ausstellung ist Sonntags von 14-18 Uhr geöffnet.

Kunstverein Weiden, Ledererstr.6, D-92637 Weiden
Tel. (0961) 46308, Fax (0961) 41 62 173
email: info@kunstvereinweiden.de, www.kunstvereinweiden.de,

“Orang” 9 – Comic Cocktail Club in Berlin

Mittwoch, den 23. März 2011

Nachdem im Rahmen der Buchmesse am vergangenen Wochenende bereits in Leipzig eine erste Releaseparty stattfand, ist nun Berlin an der Reihe. Im Rahmen eines Comic Cocktail Clubs wird nun im Neuköllner Club Loophole (und nicht, wie zunächst angekündigt im Sameheads) auf das Erscheinen des Comicmagazins “Orang #9″ angestoßen.

Das neue “Orang” bietet einen Überblick über die deutsche Independent-Comicszene, unter anderem finden sich in der neuen Ausgabe Arbeiten von Aisha Franz (“Alien”), moki (“Wandering Ghost”) und Carolin Walch (“Roxanne & George”, alle Reprodukt).

Am Samstag ab 21 Uhr werden einige Zeichnerinnen und Zeichner vor Ort sein, die aktuelle Ausgabe signieren und exklusive Siebdrucke angbieten. Diverse DJs laden zum Tanz.

Loophole, Boddinstraße 60, D-12053 Berlin-Neukölln
www.loophole-berlin.com

“Panoptikum der Destruktion”

Dienstag, den 22. März 2011

Sven Jachmann schreibt für die “taz” vom 22. März über “Bosnien” von Joe Sacco, “Elender Krieg” 1 & 2 von Jean-Pierre Verney & Jacques Tardi (alle drei bei Edition Moderne) und “Castro” von Reinhard Kleist (Carlsen).

Panoptikum der Destruktion

Reinhard Kleist, Joe Sacco und Jacques Tardi/Jean-Pierre Verney erzählen von Fidel Castro, Bosnien und dem Ersten Weltkrieg

Das Thema Leben vor, während und nach dem Kriegszustand besitzt im zeitgenössischen Comic derzeit große Konjunktur. Das Berliner Gorki-Theater veranstaltet dazu ab Sonntag sogar eine ganze Veranstaltungsreihe. Mit dem wenn auch sehr spät und langsam einsetzenden hiesigen Wandel seiner öffentlichen Wahrnehmung als Kunstform drängen verstärkt Erzählungen auf den Markt, die den Krieg und mit ihm die Entwicklung historischer Prozesse fokussieren. Die Zugriffe der teils übersetzten, teils deutschsprachigen Werke auf den kontrollierten Ausnahmezustand und die Funktion ihrer Bildpolitik weisen bemerkenswerte Unterschiede auf. mehr

“Die Zeit des Romans in Sprechblasen hat gerade erst angefangen”

Montag, den 21. März 2011

In seiner Freitagsausgabe berichtete das “RTL Nachtjournal” über Graphic Novels und stellte dabei unter anderem die in Berlin lebende Zeichnerin Aisha Franz und ihr Buch “Alien” (Reprodukt) vor. Zum Video gelangt man hier, der Beitrag beginnt bei 21:50 min.

“Hiroshima, war da was?”

Montag, den 21. März 2011

In einem Beitrag für “Spiegel Online” wirft Stefan Pannor aus aktuellem Anlass einen Blick auf die  Betrachtungsweisen der Atomenergie und den Bedrohungen durch Atomwaffen in japanischen Comics wie zum Beispiel in Keiji Nakazawas “Barfuß durch Hiroshima” (Carlsen).

Hiroshima, war da was?

Geliebter Reaktor, gehasste Bombe: Hiroshima und Nagasaki beeinflussen die japanische Popkultur stark. Doch die Gefahren der zivilen Nutzung sind von dem Atombomben-Trauma abgespalten: Die Nukleartechnik gilt als sauber und beherrschbar – solange sie das Militär nicht in die Finger kriegt.

Er konnte es nicht ahnen. “Hiroshima begann seinen Tag wie jeden anderen”, beginnt Keiji Nakazawa seine Erinnerungen. Es ist der Morgen des 6. August 1945. Eine Frau fragt den siebenjährigen Knaben, wo er Schule habe. Das rettet ihm das Leben. mehr

“Maria und ich” – Buchvorstellung und Filmvorführung in Berlin

Montag, den 21. März 2011

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “literatur live“ des Berliner Kino Babylon wird Miguel Gallardo am heutigen Montag, dem 21. März, seine Graphic Novel “Maria und ich“ (Reprodukt) präsentieren. Maria hat Autismus und für Miguel Gallardo ist sie die beste Tochter, die ein Vater haben kann. Über die Besonderheit und Normalität der Beziehung zwischen den beiden schreibt und zeichnet er in seinem 2010 erschienenen Buch.

Noch im selben Jahr wurde “Maria und ich” verfilmt. Die für den Goya 2011 nominierte Dokumentation wird im Anschluss an eine Lesung aus dem Band erstmals in Deutschland vorgeführt. Ein Trailer in spanischer Sprache ist hier zu sehen:

“Menschen reagieren auf das, was ihnen fremd ist, in der Regel mit Angst, Ignoranz oder offenkundiger Abscheu. Dass es hierzu nicht mehr braucht, als eine geringfügig angehobene Lautstärke der Stimme und die gelegentliche Demonstration introvertierter Launen, erzählt der spanische Comiczeichner und Illustrator Miguel Gallardo in dieser liebevollen Hymne auf seine Tochter Maria.” – Sven Jachmann, taz

Den Abend im Kino Babylon wird in Zusammenarbeit mit Reprodukt, der Initiative akku e.V. (Initiative für Autismus, Kunst und Kultur),  dem Instituto Cervantes Berlin und Thalia organisiert. Die von Rike Bolte moderierte Veranstaltung beginnt um 20:30 Uhr.

Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, D-10178 Berlin
Tel. (030) 24 25 96 9
www.babylonberlin.de

“Insel der Männer” – Buchvorstellung und Filmvorführung in Hamburg

Montag, den 21. März 2011

Am morgigen Dienstag wird im Hamburger Kino B-Movie das Buch “Insel der Männer” von Luca de Santis & Sara Colaone (Schreiber & Leser) vorgestellt. Andreas C. Knigge, der auch ein Nachwort für das Buch verfasste, stellt zunächst das Werk und dessen Hintergründe vor. Erzählt wird im Buch wie zwischen 1938 und 1943 der Italiener Ninella und hunderte andere schwule Männer auf der süditalienischen Insel San Domino unter ständiger Beobachtung interniert war.

Im Anschluss wird der italienische Dokumentarfilm “Suddenly, Last Winter” aus dem Jahr 2007 gezeigt, der homophobe Strömungen in der heutigen italienischen Gesellschaft zum Thema hat. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem dem Comic-Shop Strips & Stories, den Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg und dem Dokumentarfilmsalon statt.

B-Movie, Brigittenstr. 5, D-20359 Hamburg
Telefon: (040) 430 58 67, Fax (040) 430 58 67
email: b-movie@b-movie.de, www.b-movie.de

“Grimassen schneiden am Lichttisch”

Montag, den 21. März 2011

Nina Apin berichtet in der “taz” vom 19. März von einem Atelierbesuch bei Aisha Franz. “Alien”, das Debüt der Berliner Zeichnerin, ist im Januar 2011 bei Reprodukt erschienen.

Grimassen schneiden am Lichttisch

Pubertierende, Außerirdische und einsame Frauen in der Reihenhaussiedlung: In ihrem ersten fetten Comic “Alien” baut Aisha Franz ein skurriles Universum. Porträt der jungen Zeichnerin aus Berlin

Ein Gefühl von Verlorenheit: Das hat man sofort vor Augen in “Alien”, dem gleichnamigen Comic von Aisha Franz. Ein kleines Mädchen versteckt einen Außerirdischen im Kinderzimmer, ihre große Schwester kapselt sich mit Sex-und Ausreißerfantasien von ihrer Umgebung ab. Isoliert und unglücklich trauert die Mutter ihrem verlorenen Lebensglück nach. Drei Frauen in einer Reihenhaussiedlung zeichnet Aisha Franz, jede gefangen in ihrer Innenwelt, alles in grau verwischtem Bleistiftton. mehr

“Comics sind nicht nur lustig”

Donnerstag, den 17. März 2011

Für litaffin, den Blog von Studierenden des Masterstudiengangs Angewandte Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin, sprach Franziska Schramm mit Jutta Harms, der Pressefrau des Comicverlags Reprodukt über die besonderen Qualitäten von Comics allgemein und Graphic Novels im Besonderen.

Comics sind nicht nur lustig

Graphic Novels haben ihre ganz eigene Faszination: Irgendwo zwischen Bild und Text, zwischen Kunst und Kommerz bilden sie Themen der unterschiedlichsten Couleur ab: Da gibt es Kriegsdokumentationen und Reisetagebücher, laute Großstadtporträts und leise Liebesgeschichten, Kriminalfälle, Weltuntergangsszenarien und Kafka-Adaptionen. Schwer haben sie es nach wie vor im Feuilleton und im Buchhandel. Ein Verlag, der dies gerne ändern möchte, ist der Berliner Verlag Reprodukt, der neben klassischen Comicalben auch Graphic Novels verlegt und in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Litaffin sprach mit Jutta Harms, langjährige Mitarbeiterin und Pressefrau, über den Begriff der Graphic Novel, über üble Comicläden, Konkurrenz aus Literaturverlagen und berührende Zeichnungen. mehr

Graphic Novels auf der Leipziger Buchmesse – Das Veranstaltungsprogramm

Mittwoch, den 16. März 2011

Begleitend zur Präsentation der Graphic-Novel-Neuerscheinungen an den Ständen der Verlage wird auf der Leipziger Buchmesse vom 17. bis zum 20. März wieder ein Rahmenprogramm geboten, bestehend aus Künstlergesprächen, einer Ausstellungseröffnung, Partys und vielem mehr.

Donnerstag, 17. März 2010

19.30 Uhr | “20 Jahre gute Comics verlegen – wie geht das?” | Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Raum 1.16

Anlässlich des Verlagsjubiläums von Reprodukt befragt Thomas Müller von der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Jutta Harms und Dirk Rehm über die Verlagsgeschichte, die neuesten Entwicklungen und natürlich die wichtigen Impulse, die von den Hochschulen ausgehen.

21 Uhr | “Orang“ 9 Releaseparty | Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Im Anschluss an das Gespräch mit Mitarbeiten des Verlags wird die Veröffentlichung der neuesten Ausgabe des bei Reprodukt erscheinenenden Comicmagazins “Orang” gefeiert und damit zugleich eine Ausstellung in den Räumen der HGBK eröffnet. Gezeigt werden dort neue Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Umfeld des Hamburger Magazins, darunter Aisha Franz, Moki, Sascha Hommer, CX Huth und Martina Lenzin. Letztere wird den Abend als VJ veredeln.

Freitag, 18. März 2010

13:30 Uhr | 20 Jahre Reprodukt | Leseinsel der Jungen Verlage • Halle 5 C200

In diesem Jahr feiert der Berliner Verlag Reprodukt sein 20jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass blickt Gründer Dirk Rehm mit seinen Kollegen Jutta Harms und Christian Maiwald zurück auf die Verlagsgeschichte seit den Anfangstagen, sprechen über die spannenden Entwicklungen der jüngsten Zeit und lassen Anekdoten aus dem Alltag in einem Comicverlag einfliessen.

Einige Neuheiten aus dem Verlagsprogramm werden im Anschluss unter den Zuhörerinnen und Zuhörern verlost.


14 Uhr | Buchvorstellung “Orang” 9 | Leseinsel der Jungen Verlage • Halle 5 C200

Die aktuelle Ausgabe der Anthologie “Orang” (Reprodukt) wird vorgestellt. Herausgeber Sascha Hommer spricht mit einigen in “Orang” 9 vertretenen Künstlerinnen, darunter Aisha Franz und Anna Haifisch.

Die Welt, ein Kartenhaus. Siebzehn Zeichnerinnen und Zeichner aus Berlin, Bielefeld, Hamburg, Kassel, Leipzig und München sammeln und markieren, zeichnen und kartografieren für die neunte Ausgabe des Comicmagazins “Orang”.

Nachdem zuvor viele Beiträge von ausländischen Künstlerinnen und Künstlern stammten, steuern nun zum Thema “Atlas” ausschliesslich deutsche Comicschaffende Geschichten bei.

Samstag, 19. März 2010

14 Uhr | Buchpräsentation “Hank Williams – Lost Highway” | Leseinsel der Jungen Verlage • Halle 5 C200

Im Gespräch mit dem Musikexperten und Johnny Cash-Biografen Franz Dobler stellt Autor Søren Glosimodt Mosdal sein bei der Edition Moderne erschienenes Buch über die letzten Stunden im Leben des Country-Musikers Hank Williams vor.

In der Silvesternacht des Jahres 1952 schleudert und schliddert ein Cadillac durch das Schneetreiben in den Hügeln zwischen Tennessee und West Virginia. Auf dem Rücksitz dämmert Countrymusiker Hank Williams vor sich hin, am Steuer sitzt Charles Carr, ein 19-jähriger Student. Als der Wagen den Ort Oak Hill erreicht, lebt Williams nicht mehr. Doch die Fahrt dorthin verläuft alles andere als geruhsam, und dies nicht nur wegen dem Schnee, denn bevor Williams sein Leben aushaucht, tauchen die Geister seiner Vergangenheit auf. Ruppige Geister, schwer gezeichnet von einem unsteten Leben auf dem Lost Highway.

15:30 Uhr | Buchpräsentation “Alien” | Leseinsel der Jungen Verlage • Halle 5 C200

Zusammen mit Carolin Nestler stellt Autorin Aisha Franz ihr Debut “Alien” (Reprodukt) vor. Mit viel Gespür für Unausgesprochenes zeichnet Aisha Franz darin den Alltag einer alleinerziehenden Mutter und ihrer beiden Töchter in einer Kleinstadt. Während die älteste Tochter erste sexuelle Erfahrungen macht, verzweifelt die Mutter am Leben und all ihren verpassten Gelegenheiten. Die Jüngste reagiert auf ein wachsendes Gefühl des Alleinseins, indem sie heimlich ein stummes, seltsam transparentes Wesen in ihrem Zimmer aufnimmt.

20 Uhr | Comic & Country | Blackbox im KAFIC • Karl-Tauchnitz-Str. 9 • D-04107 Leipzig

Franz Dobler unterhält sich mit Søren Glosimodt Mosdal über dessen Werk “Hank Williams – Lost Highway” und über Countrymusik. Im Anschluss legt Franz Dobler Musik auf.

Leipziger Buchmesse, Messe-Allee 1, D-04356 Leipzig
Tel. (0341) 678 8240, Fax (0341) 678 8242
email: info@leipziger-buchmesse.de, www.leipziger-buchmesse.de

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Wächterstr. 11, D-04107 Leipzig
www.hgb-leipzig.de