Graphic Novels
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Monatsarchiv für Mai 2011

“Graphic Novel ‘Alte Meister’ von Nicolas Mahler”

Dienstag, den 31. Mai 2011

Anlässlich der Filmretrospektive beim Vienna Independent Shorts-Festival und der für den Herbst angekündigten Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” (Suhrkamp) widmet sich ein APA-Artikel dem Wiener Comiczeichner und Filmemacher Nicolas Mahler. Der Beitrag wurde unter anderem auf der Newsseite relevant.at aufgegriffen.

Graphic Novel “Alte Meister” von Nicolas Mahler

Der Wiener Comic-Zeichner Nicolas Mahler startet im November mit einer gezeichneten Version von Thomas Bernhards Roman “Alte Meister” eine neue Graphic Novel-Reihe des Suhrkamp Verlags. Klassische, aber auch neue Werke des renommierten Verlagshauses sollen dabei gezeichnete Versionen erhalten. mehr

“»Grenzfall«: Gezeichnetes Stück junge Zeitgeschichte”

Dienstag, den 31. Mai 2011

In der aktuellen Ausgabe der “Super Illu” stellt Sebastian Krüger “Grenzfall” von Thomas Henseler und Susanne Buddenberg (avant-verlag) vor.

»Grenzfall«: Gezeichnetes Stück junge Zeitgeschichte

DDR-Geschichte als Comic, geht denn das? Und wie! Das junge Autorenteam Susanne Buddenberg und Thomas Henseler hat mit seinem Comic-Roman-Debüt “Grenzfall” ein spannendes Kapitel DDR lebendig gemacht.

Ostberlin, 1982. Der Schüler Peter Grimm rebelliert gegen die Meinungsdiktatur im SED-Staat. In schwarz-weißen, dokumentarischen Bildern wird erzählt, wie ihm mit seinen vom gültigen „Mainstream“ abweichenden Ansichten immer wieder aneckt, ihm der Staat die Luft zum Atmen nimmt. mehr

“Jetzt kommt später” – Buchrelease in Hamburg

Dienstag, den 31. Mai 2011

Nachdem sie das Buch bereits in der Schweiz vorstellte, wird die in Zürich lebende Comicautorin Kati Rickenbach ihren neuen Band “Jetzt kommt später” (Edition Moderne) nun auch in Deutschland für eine Release-Veranstaltung erwartet: Im Hamburger Comicshop Strips & Stories wird sie am m Freitag, dem 3. Juni ab 19 Uhr das autobiografische Buch vorstellen und signieren.

Musikalisch unterstützt wird sie im Verlauf des Abends vom DJ-Team e_mol (Martina Lenzin, “rpm”, Reprodukt) und Arne Bellstorf (“Bab’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”, Reprodukt).

Strips & Stories, Seilerstraße 40, D-20359 Hamburg
Tel.: (040) 38 07 40 09
email: info@strips-stories.de, www.strips-stories.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 12-20 Uhr, Sa 13-19 Uhr

Joe Sacco über Ratko Mladic

Montag, den 30. Mai 2011

Vergangene Woche wurde der mutmaßliche Kriegsverbrecher Ratko Mladici in Serbien festgenommen. Über die Rolle des ehemaligenMilitärchefs der bosnischen Serben berichtet Joe Sacco seiner Comic-Reportage “Bosnien” (Edition Moderne).

“Gefangene des Gestern”

Samstag, den 28. Mai 2011

Für “Die Welt”-Redakteur Thomas Lindemann zeigen sich im historischen Krimi “Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski” von Robert Hültner und Bernd Wiedemann (DVA) beispielhaft einige Probleme aktueller deutscher Graphic Novels, die sich seiner Meinung nach in Coming-of-age- oder historischen Geschichten erschöpfen.

Gefangene des Gestern

Ein neuer Zeichenroman zeigt, dass die deutsche Comicszene ein Problem hat: die Gegenwart

In karger Landschaft steht einsam ein Mann, dessen Spitzbart ihn wie Lenin aussehen lässt: der Münchner Kommissar Paul Kajetan, der einen Mörder sucht. Wir sind im Jahr 1919, der Krieg ist vorbei, die Revolution erreicht Bayern. Die Komposition des Bildes nimmt ihren Verlauf voraus: Die sparsamen Striche, mit denen der Polizisten gezeichnet ist, die Weite der angedeuteten Hügel, der beinahe spürbare Wind. mehr

Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken

Freitag, den 27. Mai 2011

Wie bereits berichtet, wird an diesem Wochenende die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken eröffnet, die von Samstag bis zum Dienstag ein vielfältiges Programm bietet. Ein Schwerpunkt wird in diesem Jahr das Graphic-Novel-Symposium sein, das in Zusammenarbeit mit dem Experimental Media Lab der HBK Saar ausgerichtet wird. In verschiedenen Veranstaltungen setzen sich nationale und internationale Gäste mit Graphic Novels “als Genre und ästhetische Praxis” auseinander.

Zum Symposium eingeladen sind unter anderem die Comiczeichner Baru (“Elende Helden”, Edition 52), Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen), Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt) sowie “FAZ”-Redakteur Andreas Platthaus und Reprodukt-Mitarbeiter Michael Groenewald und Sebastian Oehler. Die Website des Symposiums mit allen Terminen im Detail findet sich hier.

Im Vorfeld berichtet ein dapd-Artikel, den u.a. das “Hamburger Abendblatt” aufgreift, über die Kinder- und Jugendbuchmesse:

Tausende Gäste zur Eröffnung am Sonnabend erwartet

Vom 28. bis 31. Mai werden in Saarbrücken rund 150 Veranstaltungen von 50 Autoren und 18 Illustratoren aus insgesamt 14 Ländern angeboten.

Das junge literarische Genre der Graphic Novel ist Schwerpunkt der diesjährigen “Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse“ in Saarbrücken. Die Veranstalter wollen so die Graphic Novel auch in Deutschland bekannter machen. Das wünscht sich zumindest die Chef-Organisatorin des am Sonnabend (28. Mai) beginnenden Festivals, Astrid Rech. mehr

Graphic Novel in der Edition Büchergilde

Freitag, den 27. Mai 2011

Auch die Edition Büchergilde wird im Herbst eine Graphic Novel veröffentlichen. Nachdem in der Reihe “Die Tollen Hefte” schon seit Längerem Text und Illustration auf unterschiedlichste Arten kombiniert werden, ist die vom Illustratorenteam “Druschba Pankow” (Alexandra Kardinar und Volker Schlecht) umgesetzte Vorlage von E.T.A. Hoffmanns “Das Fräulein von Scuderi” ein erstes Comic-Buch, das der Frankfurter Verlag als Graphic Novel bewirbt.

Mit seiner Novelle „Das Fräulein von Scuderi“ hat E.T.A. Hoffmann den Ur-Krimi der Weltliteratur geschaffen. Alexandra Kardinar und Volker Schlecht würdigen die Erzählung um die mysteriösen Morde im Paris des 17. Jahrhunderts erstmals in einer Graphic Novel. Die dynamische Bildgestaltung rückt die Erzählung in ein neues Licht. Dabei sind historische Hintergrundinformationen in Anmerkungen eingearbeitet und der Originaltext am Ende angefügt. Ein neue Sichtweise des beliebten Klassikers.

Das Fräulein von Scuderi, ISBN 978-3-94011183-8, 160 S., farbig, Hardcover, 22,90 EUR, erscheint im September in der Edition Büchergilde

Signierstunde mit Aisha Franz, Michael Meier & Thomas Wellmann bei Grober Unfug, Berlin

Donnerstag, den 26. Mai 2011

Am Samstag, dem 28. Mai werden Aisha Franz (“Alien”, Reprodukt), Michael Meier (“Die Menschenfabrik”“, rotopolpress) und Thomas Wellmann (“Der Ziegensauger”, ebenfalls rotopolpress) ihre aktuellen Werke im Comicladen Grober Unfug in der Torstraße 75 in Berlin-Mitte signieren. Beginn der Signierstunde ist 16 Uhr.

Aisha Franz, geboren 1984 in Fürth, studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt Comic und Illustration. Gezeichnete Geschichten von Aisha Franz sind unter anderem in “(KU)S!” und “Orang” erschienen. “Alien” ist ihre erste Buchveröffentlichung. Aisha Franz lebt und arbeitet in Berlin. www.fraufranz.com

Michael Meier wurde in den dunklen Wäldern des Harzes geboren. Er studierte an der Kunsthochschule Kassel neben Grafik Design und Neue Medien vor allem Illustration bei Hendrik Dorgathen. Michael Meier arbeitet als freier Illustrator und Grafiker und ist nach Rita Fürstenau und Lisa Röper das dritte Drittel von rotopolpress. www.mrmeier.com

Thomas Wellmann wurde im Jahre 1983 im Münsterland geboren. Nach behüteter Kindheit studierte er von 2005 bis 2010 Kommunikationsdesign in Düsseldorf. Heute lebt und arbeitet er als freier Zeichner in Köln. Zu den vielen Dingen, die er als Illustrator macht, gehören 2D-Animation, Comic und Gamedesign. www.thomaswellmann.com

Grober Unfug, Torstraße 75, D-10119 Berlin,
Tel. (030) 281 73 31, Fax (030) 283 841 30
email: info@groberunfug.de, www.groberunfug.de
Öffnungszeiten: Mo-Mi 11-19 Uhr, Do & Fr 11-20 Uhr, Sa 11-18 Uhr

Neue Sekundärliteratur zum Thema Comics

Donnerstag, den 26. Mai 2011

Neben neuen Comic-Titeln wird in diesen Tage auch neue Sekundärliteratur angekündigt, die sich mit dem Thema Comics und Graphic Novels auseinandersetzen.

Das von Mathis Bicker, Ute Friederich und Joachim Trinkwitz herausgegebene “Prinzip Synthese: Der Comic” (Weidle Verlag) versammelt vor Allem Aufsätze, die das Wechselspiel von Bild und Text im Comic thematisieren.

Seit Lessing einst die Vermischung von Literatur und Malerei – und damit das Verquicken der Darstellungen von Zeit und Raum – tabuisierte, ist viel Zeit vergangen. Heute lesen wir mit großer Selbstverständlichkeit Comics, ein Medium, das sich genau diesen Gegensatz von Schrift und Bild zunutze macht. Doch trotz der gesteigerten öffentlichen Wahrnehmung in den vergangenen Jahren kommt dem Comic gerade von seiten der Wissenschaft noch immer nicht das Interesse zu, das er verdient. Der erste Band der Edition Kritische Ausgabe beleuchtet in wissenschaftlichen Essays das erzählerische Potential des Mediums und zeigt auf, in welch vielfältiger Weise Comics den Gegensatz von Schrift und Bild fruchtbar machen. Abgerundet wird der Band durch Rezensionen, ein Interview mit der Comiczeichnerin Barbara Yelin und kurze Strips und Geschichten von jungen deutschen Comiczeichnern und -zeichnerinnen.

Prinzip Synthese: Der Comic, ISBN 978-3-938803-38-7, ca. 100 Seiten, Softcover, 15 EUR, erscheint im Oktober im Weidle Verlag

Monika Schmitz-Emans konzentriert sich in ihrem Buch auf einen Teilbereich: “Literatur-Comics: Adaptionen und Transformationen der Weltliteratur” ist dabei an ein Fachpublikum gerichtet. Er erscheint in der Reihe “linguae & litterae / Publications of the School of Language and Literature Freiburg Institute for Advanced Studies 10″.

Comics und Graphic Novels stehen in einer doppelten ästhetischen Tradition: Verfasser von Metacomics (Eisner, McCloud) betonen sowohl die Fundierung in der Geschichte der bildenden Kunst als auch die Beziehung zu Formen erzählerischer Darstellung. Viele Klassiker der Weltliteratur wie Goethes Faust, Melvilles Moby Dick und die Erzählungen Kafkas haben eine ganze Reihe von Umsetzungen in den Comic erfahren, und heute existiert ein eigener Kanon des Literaturcomics. Diese engen Beziehungen des Comics zur Literatur werden in den Kapiteln dieses Bandes anhand von Beispielen aus dem internationalen Kanon ausführlich analysiert. Die ausgewählten Comic-Adaptionen werden exemplarisch vorgestellt und theoretisch reflektiert. Diese Monographie wird sowohl der Comic- als auch der Intermedialitätsforschung als Standardwerk dienen und ihnen wichtige Impulse verleihen.

Literatur-Comics: Adaptionen und Transformationen der Weltliteratur, ISBN 978-3-11-026528-6, ca. 424 Seiten, 99,95 EUR, erscheint im September bei De Gruyter

Neue Titel bei deutschen Verlagen

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Drei neue Comics sind bei ebensovielen Verlagen in den nächsten Monaten angekündigt. Während beim auf Comicalben spezialisierten Verlag Splitter nicht der erste Comic von mehr als hundert Seiten Umfang erscheint, sind Rotbuch und Droemer Knaur zwei Verlage, die sich nun erstmals an Comics bzw. Graphic Novels versuchen.

In “Jim Morrison: Poet im Chaos” (Splitter) steht der früh verstorbene Sänger der Doors im Mittelpunkt einer Comicbiografie. Der von Frédéric Bertocchini getextete Band wurde von Jef zeichnerisch umgesetzt.

Er war das Leitbild einer Generation, die im Schatten des Vietnam-Kriegs und der Watergate-Affäre aufwuchs, Idol für eine Generation, in der Sex und Drogen gleichzeitig Flucht und Rebellion war. Jim Morrison, der Sänger und Texter der Doors, lebte vor, wie man im Gefühl des drohenden Weltuntergangs zu leben hatte: Kurz und schnell. Er zündete die Kerze an beiden Enden an, zelebrierte einen selbstzerstörerischen Lebensstil, produzierte morbide Texte und sah dabei auch noch unglaublich gut aus. Nebenbei entstanden einige der größten Songs der Rock-Geschichte, von Light My Fire, The End, People are Strange bis zu Riders on the Storm. Die mysteriösen Umstände seines Todes 1971 in Paris taten ihr Übriges, um Morrison zur Legende zu machen.

Wenige Tage vor seinem Tod lässt Jim Morrison in dieser spektakulären Comicbiografie sein Leben Revue passieren, im Pariser Exil, auf der Flucht vor der US-Justiz und seinem eigenen Ruhm.

Jim Morrison: Poet im Chaos, ISBN 978-3-86869-337-9, 128 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,80 EUR, erscheint Ende Mai bei Splitter

Eine weitere Comicbiografie wird im August beim Rotbuch Verlag erscheinen: “Modotti – Eine Frau des 20. Jahrhunderts” von Ángel de la Calle.

Als Fotografin wird sie von Madonna verehrt und zu Höchstpreisen gehandelt. Als Schauspielerin stieg sie zum Star des Hollywood-Stummfilms auf. Als Revolutionärin spionierte sie für die Komintern. Tina Modotti war Geliebte und Muse von Künstlern wie Edward Weston und Diego Riviera, Freundin von Frida Kahlo, John Dos Passos und Anna Seghers. Ángel de la Calles’ preisgekrönte Graphic Novel über das Leben dieser Wegbereiterin der Emanzipation eröffnet zugleich ein dichtes Panorama der politischen Brüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Modotti – Eine Frau des 20. Jahrhunderts, ISBN 978-3-86789-137-0, 272 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 16,95 EUR, erscheint im August bei Rotbuch

Sechs Kurzgeschichten versammelt “Großstadtaugen”, das bei Droemer Knaur erscheinen wird. Die sechs Autorinnen und Autoren David Füleki, Stella Brandner, Carolin Reich, Carla Miller, Helen Aerni und Petra Popescu befassen sich auf ganz unterschiedliche Weise darin mit dem Thema Großstadt – alles im Manga-Stil.

In sechs Graphic short stories begeben sich sechs verschiedene Zeichner in die dunklen Geheimnisse der Großstadt. Die verschiedenen Stile und die ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen führen den Leser in Text und vor allem Bild in tiefe Abgründe und unerwartete Höhen. Es handelt sich hier nicht nur um physisch Greifbares, sondern auch um einen Blick in die Psyche der Großstadt.
Phantastische Begegnungen, gewöhnlicher Alltag und ein Hauch Ungewissheit umgeben diese Geschichten. Spannung und Erleichterung gehen ineinander über.

Großstadtaugen, ISBN 978-3-426-53011-5, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 6,99 EUR, erscheint im Juni bei Droemer Knaur

“Die Krankheit Jugend”

Mittwoch, den 25. Mai 2011

In der heutigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” stellt Fritz Göttler “Black Hole” von Charles Burns (Reprodukt) vor, dessen “unglaubliche stilistische und erzählerische Konsequenz” ihn beeindruckt. In einer Bildergalerie lässt sich der Artikel auch online lesen.

Die Krankheit Jugend

Den einen wachsen Schwimmhäute, den anderen ein Schwänzchen am Po – und übertragen wird die Teenager-Pest durch Sex: Charles Burns’ “Black Hole” könnte der schwärzeste Comic der letzten Dekaden sein.

Die Seuche ist nicht weiter erklärlich in ihrer Ursache, sie trifft die amerikanischen Teenager in ihrer aufregendsten Zeit, gegen Ende der Schulzeit. Teenager-Pest wird sie genannt, oder the bug. Sie ist erstaunlich variantenreich, auf grausam subtile Weise, in ihren körperlichen Auswirkungen, die einen haben plötzlich dicke Pusteln und Beulen im Gesicht, anderen wachsen Schwimmhäute zwischen den Fingern, einer entwickelt einen kleinen zweiten Mund am Hals, der wie ein Bauchredner-Dummy das Geschehen kommentiert, eine andere hat ein Schwänzchen am Po. mehr

Graphic Novel bei Bloomsbury

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Auch der Berliner Bloomsbury Verlag wagt sich mit einer Graphic Novel an den Markt. In der Herbstvorschau wurde nun eine Comic-Umsetzung von Khaled Hosseinis Bestseller “Drachenläufer” angekündigt. Die im Vorlage erzählt die dramatische Geschichte einer Freundschaft vor dem Hintergrund der jüngeren politischen Entwicklungen in Afghanistan. Die Übertragung in Comicform stammt von den beiden italienischen Comiczeichnern Fabio Leloni und Mirka Andolfo, die bisher hauptsächlich für den italienischen Markt produzierten.

Wie Bloomsbury-Programmleiterin Dorothee Grisebach gegenüber buchreport.express erklärte, erhofft man sich von der Comic-Umsetzung, dass Leserinnen und Leser dadurch ans Original geführt werden. Das ist eine in zweifacher Hinsicht bemerkenswerte Sichtweise: Einerseits wird damit das literarische Potenzial von Comics weit unterschätzt und gleichzeitig ein im eigenen Programm erscheinender Titel entwertet.

Zur Vorschau der im Herbst bei Bloomsbury erscheinenden Titel gelangt man hier.

Drachenläufer, ISBN 978-3-8270-1004-9, ca. 140 Seiten, farbig, Hardcover, 16 EUR, erscheint im September

Abbildung © Bloomsbury

“The top five political comic books”

Montag, den 23. Mai 2011

Für den amerikanischen Nachrichtensender CNN hat der englische Comicexperte Paul Gravett eine Liste der fünf besten Comics mit politischen Inhalten zusammengestellt. Darunter finden sich auch vier hierzulande veröffentlichte Titel: “Maus” von Art Spiegelman (Fischer), “Persepolis” von Marjane Satrapi, “Palästina” von Joe Sacco sowie “Der Fotograf” von Guibert/Lefèvre/Lemercier (alle Edition Moderne).

The top five political comic books

The word “comic” typically conjures up images of muscly men in colorful tights who possess superhuman powers.

But over the last few decades a growing number of artists have used the medium of graphic novels to tackle real stories of a more serious, earthbound nature. mehr

Abbildung © CNN

“Fegefeuer der Adoleszenz”

Samstag, den 21. Mai 2011

Anlässlich der unlängst bei Reprodukt veröffentlichten Neuedition widmet sich der Schriftsteller und Kritiker  Thomas von Steinaecker am 21. Mai in “Die Welt” ausführlich Charles Burns’ wegweisender Graphic Novel “Black Hole”. Der nunmehr in einem umfangreichen Band vorliegenden “zeitlosen Allegorie auf die Schrecken (…), die wir Erwachsenwerden nennen”, bescheinigt der Autor, den Comic “nachhaltig beeinflusst” zu haben.

Fegefeuer der Adoleszenz

Der Horror, der das Leben erklärt: Die Graphic Novel “Black Hole” von Charles Burns ist große Literatur

Im Jahr 1954 loderten in den USA die Scheiterhaufen. Gewissenhaft hatten Familienväter Kinderzimmer durchforstet und gemeingefährliche Ware sichergestellt, um sie den Flammen zu übergeben. Nein, es ging nicht um Drogen oder Waffen. Viel schlimmer: Comic-Hefte. Grund für diese größte Bücherverbrennung nach dem Ende des Dritten Reichs war der Bestseller “Verführung der Unschuldigen” des Psychiaters Frederic Wertham, der Eltern vor der zügellosen Darstellung von Gewalt in Crime-Comics warnte. mehr

“Markttag” von James Sturm

Samstag, den 21. Mai 2011

Anfang Juni erscheint bei Reprodukt mit “Markttag” die erste Graphic Novel des Amerikaners James Sturm in deutscher Sprache.

Zu diesem Anlass kommt James Sturm nach Berlin und München, um sein Buch vorzustellen: die Buchpremiere mit Diavortrag und Autorengespräch, moderiert von Katja Lüthge, Kuratorin und Journalistin, findet am Mittwoch, dem 22. Juni, um 20.30 Uhr im Saalbau Neukölln in Berlin statt.

Am Freitag, dem 24. Juni um 18 Uhr spricht James Sturm im Amerika Haus München über die Entstehung von “Markttag” und die Recherchen zu seinem Buch. Moderation: Andreas Platthaus, Redakteur der “FAZ”, Feuilleton.

Der Teppichknüpfer Mendelmann ist konsterniert, als er feststellen muss, dass der Laden, in dem er seine kunstvollen Arbeiten zu verkaufen pflegte, quasi über Nacht nur noch industriell gefertigte Massenware führt. Im verzweifelten Ringen um einen Abnehmer für seine Teppiche sieht Mendelmann an diesem Markttag nicht nur die Existenz seiner Familie in Gefahr, sondern mehr und mehr auch die eigene Identität…

In klaren Bildern zeichnet James Sturm ein unsentimentales Porträt jüdischen Lebens im Osteuropa des frühen 20. Jahrhunderts. Zugleich gelingt ihm eine zeitlose Erzählung darüber, wie ökonomische Zwänge sich im Schicksal jedes Einzelnen niederschlagen.

James Sturm wurde 1965 in New York geboren und ist in den USA insbesondere durch sein Buch “The Golem’s Mighty Swing” bekannt geworden, in dem er von einem jüdischen Baseballteam in den 1920er-Jahren erzählt.

Neben seiner Tätigkeit als Autor, Zeichner und Herausgeber engagiert sich James Sturm seit 2004 an dem von ihm mitbegründeten Center for Cartoon Studies in Vermont als Ausbilder junger Nachwuchsautorinnen und – autoren. Nähere Einblicke in die zweijährige Ausbildung finden sich unter www.cartoonstudies.org.

Markttag, ISBN 978-3-941099-71-5, 96 Seiten, farbig, 24,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt

“Das Leben an der Angel”

Freitag, den 20. Mai 2011

In Kürze startet die Verfilmung von Pascal Rabatés “Bäche und Flüsse” (Reprodukt) in ausgewählten Kinos in Österreich. Der in Frankreich erfolgreiche Film wird von Polyfilm unter dem TItel “Das Leben an der Angel” vertrieben. Regie führte bei dem Film der Autor selbst, in der Hauptrolle ist Daniel Prévost zu sehen.

Der Film erzählt die Geschichte des Witwers Émile, der sich nach dem Tod seines besten Freundes Edmond von seinem bisherigen Leben verabschiedet und zu einer Reise aufbricht. Entlang der Ufer der Loire begegnet er nicht nur seiner Vergangenheit, sondern entdeckt sein Leben neu: die Lust auf Begegnungen, auf Berührungen und auch auf die Liebe.

„Eine großartige Komödie durchtränkt von Komik, Zärtlichkeit und Gelassenheit.“ – Avant-Première

„Ein wunderschöner Film über die Liebe und die Freiheit.“ – Le Journal du Dimanche

Stimmen zum Buch:

“Die Zeichnungen funkeln flüchtig und lebendig, die Farben strahlen die warme Mattigkeit alter Illustrationen aus. Ein ungewöhnlich schönes Comic-Abenteuer.” – Christian Gasser, Strapazin

“Die Farben sind von gedämpfter Intensität, die Zeichnungen wirken hinskizziert. Doch die authentische Absurdität der Kneipengespräche, die Blicke und Gesten der der Figuren zeigen den hervorrangenden Beobachter.” – Katja Schmitz-Dräger, Der Tagesspiegel

Ein “Making-of” ist hier zu sehen. Informationen zum Buch samt einer Leseprobe gibt es hier.

“Über die Graphic Novel”

Donnerstag, den 19. Mai 2011

Im Branchenmagazin “Comic Report 2011″ erschien unlängst ein lesenswerter Artikel über Graphic Novels, aktuelle Entwicklungen und ihre Wahrnehmung in der Presse. Ein gekürzte, aber überarbeitete Version des Texts von Klaus Schikowski wurde nun auf titel-magazin.de veröffentlicht.

Über die Graphic Novel

Wie ein einfacher Begriff eine ganze Kunstform verändert. Der Spalt zwischen Comic und Graphic Novel ist auch in diesem Jahr ein wenig größer geworden. Von KLAUS SCHIKOWSKI.

Ende November 2010 war es so weit und das Fernsehen (in diesem Fall die Kultursendung Aspekte) rief wieder einmal stolz aus, dass der Comic erwachsen geworden sei. Festmachen wollte man die Überwindung der Kindheit und der Adoleszenz tatsächlich an den Graphic Novels, in diesem Fall waren es Haarmann von Peer Meter und Isabel Kreitz und Castro von Reinhard Kleist (beide Carlsen Verlag) – denen natürlich jedwede Medienpräsenz von ganzem Herzen zu wünschen ist. mehr

Neue Graphic Novels in der Edition Moderne

Donnerstag, den 19. Mai 2011

Auch die Edition Moderne hat nun ihre Neuheiten für das Herbstprogramm vorgestellt, darunter drei Graphic Novels: Mit “Gaza” von Joe Sacco wird nach “Bosnien” und “Palästina” nun sein neuer journalistische Comic vorgelegt. “Im Visier” ist eine weitere Krimi-Umsetzung von Jacques Tardi, in diesem Fall stammt die Vorlage von Jean-Patrick Manchette. Ums Zwischenmenschliche dreht sich “Zwei mal Zwei” von Charles Lewinsky und Andreas Gefe.

Die ausführliche Vorschau mit sämtlichen Titeln lässt sich als PDF-Datei hier herunterladen (4,2 MB). Hier ein Überblick über die angekündigten Graphic Novels:

“Gaza” von Joe Sacco

Während der Suezkrise 1956 besetzte die israelische Armee den damals schon mehrheitlich von palästinensischen Flüchtlingen bewohnten Gazastreifen und tötete dort Hunderte von Palästinensern. Diese Massaker waren der Weltpresse damals nur eine Fußnote wert und tauchten auch in den meisten Geschichtsbüchern nicht auf.

Knapp 50 Jahre später geht Sacco dieser »Fußnote« nach, Ereignissen, die bei den Betroffenen noch immer nachwirken und mit ein Grund für den ständig schwelenden Nahostkonflikt sind. Sacco sucht die noch lebenden Zeugen auf und setzt ihre Aussagen in gewohnt eindrücklicher Weise um.

Joe Sacco, geboren 1960 in Malta, lebt heute in den USA. 1996 gewann er mit seiner Graphic Novel über Palästina den American Book Award. Sich selbst definiert er als zeichnenden Journalisten.

Gaza, ISBN 978-3-03731-080-9, 432 Seiten, s/w, Klappenbroschur, 34 EUR, erscheint im August

“Im Visier” von Manchette – Tardi

Bereits auf der ersten Seite wird man mit dem Beruf der Hauptfigur Martin Terrier konfrontiert: Er ist Berufskiller. Doch Terrier hat genug. Er will aussteigen und zurück zu seiner Jugendliebe Alice.

Aber sein Auftraggeber, Mr Cox vom CIA, sieht das anders. Ein letztes Attentat auf einen OPEC-Minister soll Terrier für ihn ausführen und dann als Sündenbock herhalten für all die Morde, die er im Auftrag des CIA begangen hat.

Die kaltblütige, schwarze, gewalttätige Vorlage setzt Tardi mit vielen Details aus den späten 70er Jahren kongenial um. Insbesondere der sagenhafte Citroën DS nimmt eine Starrolle ein.

Jacques Tardi, 1946 in Valence geboren, lebt in Paris. Er gilt als einer der bedeutendsten Comicautoren Frankreichs.
Jean-Patrick Manchette, 1942  - 1995, war einer der bedeutendsten Autoren des ROMAN NOIR. “Im Visier” wurde unter dem Titel “Der Schock” 1982 mit Alain Delon und Catherine Deneuve verfilmt.

Im Visier, ISBN 978-3-03731-085-4, 106 Seiten, s/w, Hardcover, 24 EUR, erscheint im Oktober

“Zwei mal Zwei” von Charles Lewinsky & Andreas Gefe

Lisa (36) und Roland (36) sind ein Paar und wünschen sich schon lange ein Kind. Er will endlich seine Doktorarbeit beenden. Sie steht als Wirtschaftsfachfrau voll im Erwerbsleben. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, um Mutter zu werden.
Marlen (26) und Mirko (24) lernen sich erst kennen, doch nach einer gemeinsamen Nacht ist Marlen schwanger.  Dabei hat sie viele kreative Ideen und ist im Begriff, sich selbstständig zu machen. Und der Automechaniker Mirko möchte eigentlich nur seine wilden Jahre genießen.

“Zwei mal Zwei” erschien 2010-2011 im “Züritipp”, der Zürcher Beilage des “Tages-Anzeigers”.

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Vereux, Frankreich, als Schriftsteller. Bekannt ist er auch als Regisseur und Dramaturg. Sein Roman “Melnitz”, 2005 bei Nagel & Kimche erschienen, wurde  zu einem Großerfolg.
Andreas Gefe, geboren 1966 in Küssnacht am Rigi, lebt und arbeitet als selbstständiger Illustrator und Comic-Zeichner in Zürich.

Zwei mal Zwei, ISBN 978-3-03731-084-7, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 24 EUR, erscheint im August

Lynn Kost verlässt Fumetto

Mittwoch, den 18. Mai 2011

Wie das Internationale Comix-Festival Fumetto in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung erklärt, wird Lynn Kost die Direktion des Festivals in Kürze abgeben.

Nach sieben Jahren, in denen er bei der Gestaltung des Festivals mitgewirkt hatte – seit 2007 als Direktor – und das Festivalprogramm zur freien Kunst weiter öffnete, will sich der Schweizer nun neu orientieren.

Der 38jährige Kulturmanager und Kurator verlässt das Fumetto zum Ende des Geschäftsjahres Ende September 2011, ein/e neue/r Festivalleiter/in steht noch nicht fest. In Kürze wird die Stelle ausgeschrieben.

Neue Graphic Novels bei Reprodukt

Mittwoch, den 18. Mai 2011

Auch der Berliner Verlag Reprodukt hat nun sein Herbstprogramm vorgestellt. Neben vielen Neuheiten im Albenformat (“Ralph Azham” von Lewis Trondheim, “Koma” von Pierre Wazem & Frederik Peeters) sind unter anderem geplant: “Habibi” von Craig Thompson (“Blankets”, Carlsen) und “Berichte aus der Ukraine” von Igort (“5 ist die perfekte Zahl”, avant-verlag). Anlässlich des 20-jährigen Verlagsjubiläums erscheint eine Gesamtausgabe von Manu Larcenets “Der alltägliche Kampf” sowie eine Werkschau des in Berlin lebenden Schweden Max Andersson (“Container”).

Die ausführliche Vorschau lässt sich als PDF-Datei hier herunterladen (4,2 MB). Hier ein Überblick über alle angekündigten Neuheiten:

“Habibi” von Craig Thompson

Vor einer fantastischen Kulisse aus orientalischen Wüstenlandschaften, märchenhaften Harems und der allgegenwärtigen Kluft zwischen “Erster” und “Dritter Welt”, erzählt “Habibi” die bewegende Geschichte von Dodola und Zam, zwei Sklavenkindern, die der Zufall eint, das Schicksal auseinanderreißt, und deren tiefe Liebe zueinander allen Widrigkeiten zum Trotz überdauert.

Vielschichtig, mitreißend und in Bildern von opulenter Pracht ist “Habibi” eine außergewöhnliche, epische Liebesgeschichte, eine eindringliche Parabel über das gemeinsame Erbe von Islam und Christentum und allem voran eine Ode an die Magie des Geschichtenerzählens.

Sechs Jahre nach dem international erfolgreichen und vielfach preisgekrönten “Blankets” legt Craig Thompson endlich sein mit Spannung erwartetes neues Buch “Habibi” vor – ein modernes Märchen aus “Tausendundeiner Nacht”. Zeitgleich bringt Reprodukt auch eine Neuauflage von Craig Thompsons “Tagebuch einer Reise” auf den Markt, in dem seine Recherchen für “Habibi” in Marokko breiten Raum einnehmen.

“Craig Thompsons Talent als Erzähler ist überwältigend.” – Sebastian Handke, Süddeutsche Zeitung

Habibi, ISBN 978-3-941099-50-0, 672 Seiten, schwarzweiß, 17 x 24 cm, Hardcover, 39 EUR, erscheint im September

“Berichte aus der Ukraine (Erinnerungen an die Zeit der UdSSR)” von Igort

Serafima Andrejewna war erst vier Jahre alt, als 1932 der Holodomor in ihrem Dorf begann. Sie berichtet von Elend, Tod, sogar von Kannibalismus infolge dieser von Stalin provozierten Hungersnot. Auch Maria Iwanowna hat in ihrer Jugend mit Leichnamen überhäufte Wagen durch ihr Dorf fahren sehen. Während der deutschen Besetzung musste sie dann erleben, wie ihre Mutter von den Deutschen verschleppt wurde. Anatoli erzählt von einem jüngeren Drama der ukrainischen Geschichte, von Tschernobyl.

Anderthalb Jahre ist Igort zwischen 2008 und 2009 durch die Ukraine, Russland und Sibirien gereist, um die Erinnerungen der Menschen festzuhalten. In seinen Aufzeichnungen verbindet der italienische Autor virtuos Comicminiaturen, Illustrationen und kurze Textpassagen zu einem jederzeit authentischen und oftmals erschütternden Porträt der Ukraine und ihrer Menschen. Ein weiterer Band mit Igorts Reiseaufzeichnungen aus Russland ist in Vorbereitung.

Igort, geboren 1958 in Cagliari, Italien, avancierte Anfang der 1980er-Jahre zu einem der wichtigsten Vertreter der Künstlergruppe Valvoline und arbeitete als einer der ersten europäischen Comicautoren für japanische Verlage. Sein Buch “5 ist die perfekte Zahl” wurde 2003 auf der Frankfurter Buchmesse als “Comic des Jahres” ausgezeichnet.

Berichte aus der Ukraine, ISBN 978-3-941099-61-6, 176 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 24 EUR, erscheint im Oktober

“Kafka für Afrikaner – Sofie & Abou” von Judith Vanistendael

Die 19-jährige Belgierin Sofie kommt aus einem wohlsituierten und weltoffenen Elternhaus. Doch als Sofie ihren Eltern eröffnet, sie habe sich in einen jungen Togolesen ohne Aufenthaltsgenehmigung verliebt, findet sich die Familie in einem Chaos aus Verlustängsten, Vorurteilen und den bürokratischen Albträumen des Asylsystems wieder…

In ihrem semiautobiografischen Debüt widmet sich die Belgierin Judith Vanistendael mit Leichtigkeit und Humor dem Schicksal illegaler Einwanderer, ohne dabei je ihr Leid zu verheimlichen. Eine ergreifende und mitreißende Erzählung, die weit über die Liebesgeschichte hinausreicht, mit der sie ihren Anfang nahm.

Judith Vanistendael, geboren 1974 in Leuven, Belgien, studierte Kunst in Berlin, Gent und Sevilla und besuchte die renommierte Comicschule Saint-Luc in Brüssel. Sie illustrierte eine Reihe von Kinderbüchern und legte einige kürzere Comics vor.

Kafka für Afrikaner – Sofie & Abou, ISBN 978-3-941099-42-5, 152 Seiten, schwarzweiß, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im November

“Der alltägliche Kampf” (Gesamtausgabe) von Manu Larcenet

Marco, ein junger Fotograf, zieht aus einer Schaffenskrise heraus aufs Land, um dort seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Am Ende seiner Suche nach dem eigenen Platz in unserer Welt steht die Erkenntnis, dass die Menschen sich verändern, und dass man – manchmal – eine Wahl hat. Und so stellt sich Marco den Herausforderungen seiner Kunst, seiner Familie und der Liebe…

Für seine melancholische Komödie schöpft Manu Larcenet direkt aus dem Leben und erzählt auf ehrliche, sehr menschliche Weise über den Mut zur Selbstbestimmung, über die Liebe und die Konflikte unserer Zeit.

“Anrührend erzählt und wunderschön gezeichnet.” – Ralf König

Manu Larcenet zählt mit seinen scheinbar mühelosen Kompositionen aus Humor, Poesie und pointierter Alltagswiedergabe zu den wichtigsten europäischen Comicautoren der Gegenwart. Das erste Kapitel von “Der alltägliche Kampf” wurde 2004 auf dem Comicfestival in Angoulême als bestes Album ausgezeichnet.

Der alltägliche Kampf, ISBN 978-3-941099-26-5, 248 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im Juli

“Container” (Gesamtausgabe) von Max Andersson

In expressiven, kantigen Schwarz-Weiß-Bildern erweckt der Comiczeichner und Filmemacher Max Andersson ein einmaliges, tiefschwarzes Universum zum Leben, bevölkert von wild um sich schießenden Föten, lebendigem Geld und Häusern, die wegen Graffitiverseuchung exekutiert werden – eine bitterböse und kluge Überspitzung unserer gesellschaftlichen Realitäten.

“Container” sammelt erstmals das gesamte Comic-Œuvre des Schweden, vom bahnbrechenden “Pixy” über die absurden Episoden um Pistolen-Johnny, Car-Boy und Traktor-Girl bis hin zu einer Reihe auf Deutsch bislang unveröffentlichter Geschichten.

Max Andersson veröffentlichte nach einigen preisgekrönten Kurzfilmen 1992 das Comicalbum “Pixy”. Seine Comics erschienen in deutscher Sprache zunächst beim Verlag Jochen Enterprises. Max Anderssons in Kooperation mit Lars Sjunnesson entstandener Band “Bosnian Flat Dog” liegt ebenfalls bei Reprodukt vor.

Container, ISBN 978-3-941099-32-6, 280 Seiten, schwarzweiß und farbig, 20 x 26 cm, Softcover, 29 EUR, erscheint im Dezember

“Polina” von Bastien Vivès

In “Polina” überrascht Bastien Vivès einmal mehr durch die Wahl eines ungewöhnlichen Sujets: Mit vitalem, präzisem Strich zeichnet er ein zärtliches und zugleich schonungsloses Bild des klassischen Balletts, in dessen Fokus das diffizile Verhältnis von Meister und Schülerin steht.

Das Talent der jungen Ballerina Polina Oulinov strahlt bis hin zu Nikita Bojinski, einem der so bewunderten wie gefürchteten Meister des zeitgenössischen Tanzes.

Unter seiner Anleitung entwickelt sich Polina zur erfolgreichen Künstlerin, die trotz hartem Training und einem Leben voller Zwänge festen Willens ist, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.

Bastien Vivès kann auf ein ebenso umfangreiches wie vielfältiges Œuvre zurückblicken. Mit dem preisgekrönten “Der Geschmack von Chlor” sowie “In meinen Augen” liegen bei Reprodukt bereits zwei auch im deutschen Sprachraum viel beachtete Bücher des jungen Franzosen vor.

Polina, ISBN 978-3-941099-91-3, 144 Seiten, schwarzweiß, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 24 EUR, erscheint im August

“Jukebox” von Charles Berbérian

Über Charles Berbérians Liebe zur Musik legen seine Arbeiten seit jeher Zeugnis ab. Mit “Jukebox” widmet der Schöpfer von “Monsieur Jean” seiner Leidenschaft erstmals ein ganzes Buch. Der Soundtrack seines Lebens, an dem er den Leser hier teilhaben lässt, erweist sich als unvergleichlicher Streifzug durch die Rock- und Popmusik der letzten 40 Jahre – stets persönlich, amüsant und zeichnerisch virtuos.

Charles Berbérians Comic-”Jukebox” hält Pikantes über die Rolling Stones parat, einen Pariser Spaziergang an der Seite von John Lennon oder ein herrliches Lamento über die Karrieren von Phil Collins und Elton John.

Charles Berbérian ist in erster Linie bekannt als Teil des Duos Dupuy-Berberian. Für Arbeiten wie “Monsieur Jean”, “Henriette” oder “Journal d’un album” wurden Philippe Dupuy und Charles Berbérian 2008 mit dem “Grand Prix de la Ville d’Angoulême” ausgezeichnet.

Jukebox, ISBN 978-3-941099-92-0, 116 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Oktober

“X” von Charles Burns

Doug ist in einem erbärmlichen Zustand. Eine mysteriöse Kopfverletzung fesselt ihn ans Bett, und keine Medizin der Welt könnte die albtraumhaften Bilder vertreiben, die ihn in seinem Fieberwahn heimsuchen… Schweineföten, Rasierklingen, schwarze Katzen, schwärende Wunden… Und nicht zu vergessen: Eier. Seltsame Eier.

Mit dem auf drei Bände angelegten “X” meldet sich Charles Burns fulminant zurück: Sein in Rückblenden und Traumsequenzen erzähltes Drama um den Teenager Doug, der jeden Bezug zur Realität zu verlieren droht, verwischt auch für den Leser auf verstörende Weise die Grenzen zwischen Imagination und Wirklichkeit. Willian Burroughs meets Hergé.

Charles Burns gilt dank seiner atmosphärischen, von starken Schwarz-Weiß-Kontrasten geprägten Zeichnungen als einer der großen Stilisten des Comics. “Black Hole”, ein grandios verzerrtes Spiegelbild amerikanischer Realität, ist ein bis heute unerreichter Klassiker des Genres.

X 1, ISBN 978-3-941099-93-7, 56 Seiten, farbig, 22 x 29,5 cm, Hardcover, 18 EUR, erscheint im Oktober

“Der Mann, der seinen Bart wachsen liess” von Olivier Schrauwen

Ein Labyrinth von Handlungssträngen, absurd, surreal und dabei von rätselhafter Schönheit: Wie schon in seinem preisgekrönten Debüt “Mein Junge” lotet der Belgier Olivier Schrauwen auch in seinem neuen Buch lustvoll, raffiniert und äußerst unterhaltsam das Feld zwischen Realität und Fantasie aus.

“Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ” verblüfft dabei durch seine ästhetische Vielfalt: Neben Verweisen auf klassische Zeitungscomics, Referenzen auf Malewitsch oder Chagall, greift Olivier Schrauwen auch Elemente der Art Brut auf, deren zuweilen krude Direktheit den eindrucksvollen Erzählungen weitere Tiefe verschaffen.

Olivier Schrauwen studierte an der Kunsthochschule Saint-Luc in Brüssel. Nach einer Reihe von Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien erschien 2006 sein preisgekröntes erstes Buch “Mein Junge”, das auf Deutsch ebenfalls bei Reprodukt vorliegt. Olivier Schwauwen lebt und arbeitet in Berlin.

Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ, ISBN 978-3-941099-94-4, 112 Seiten, farbig, 26 x 21,5 cm, Klappenbroschur, 24 EUR, erscheint im Dezember

“Ich habe Adolf Hitler getötet” von Jason

Stellen Sie sich vor, wir könnten die Dienste eines Auftragskillers völlig legal in Anspruch nehmen, wie die eines Arztes oder Anwalts. Stellen Sie sich ferner vor, ein Wissenschaftler würde einen dieser Mörder dingen, durch die Zeit ins Jahr 1939 zu reisen, um Adolf Hitler zu töten… Was, wenn nun Hitler dem Attentat entginge und seinerseits in die Gegenwart reiste – den Killer in der Vergangenheit zurücklassend?

Kaum vorstellbar, wie Jason dieses Dilemma auflösen will. Gut, dass wir es in “Ich habe Adolf Hitler getötet” nachlesen können, in dem der Norweger mit trockenem Humor sämtliche Register seines erzählerischen Könnens zieht.

Jason zeichnet seit den 1980er-Jahren Comics. Seine lakonischen und im besten Ligne-Claire-Stil umgesetzten Tragikomödien sind insbesondere in Frankreich und den USA erfolgreich. Mit “Hemingway” startete Reprodukt im Frühjahr 2011 eine Edition seiner jüngeren Arbeiten.

Ich habe Adolf Hitler getötet, ISBN 978-3-941099-95-1, 48 Seiten, farbig, 25,5 x 18 cm, Klappenbroschur, 13 EUR, November 2011