Anlässlich der auf dem Münchner Comicfestival erfolgten Prämierung seiner mit Isabel Kreitz entstandenen Graphic Novel “Haarmann” (Carlsen) war der Autor Peer Meter am 29. Juni zu Gast in der “Gesprächszeit” des “Nordwestradios” von Radio Bremen und dem NDR. In dem ausführlichen Gespräch mit Elke Schlinsog ging es nicht nur um den “Peng”-Preis für “Haarmann” als “Bester deutscher Comic”, sondern auch um die Bücher “Gift” (mit Barbara Yelin, Reprodukt), “Vasmers Bruder” (mit David von Bassewitz) und um die Graphic Novel im Allgemeinen. Darüber hinaus gewährt Peer Meter Einblick in seine Arbeitsweise. Nachhören lässt sich die Sendung nun auch im Internet (hier bis ans Seitenende scrollen).
Peer Meter
Münchner Comic-Preisträger 2011
Von wegen, der Comic sei keine Kunst! Wer immer noch dem alten Klischee verhaftet ist, dieses Genre sei nichts als platte Unterhaltung, der kennt offenbar das Werk des Worpsweder Comic-Schreibers Peer Meter noch nicht. “Gift”, der erste Band seiner Graphic-Novel-Trilogie um historische deutsche Serienmörder, wurde für den Max-und-Moritz-Preis für den besten deutschen Comic nominiert, der vom Internationalen Comic-Salon in Erlangen verliehen wird, und ist Teil der Bibliothek Graphic Novels der Süddeutschen Zeitung.
Die düstere Geschichte des Hannoveraner Serientäters Haarmann wurde jüngst mit dem Münchner Comicpreis 2011 ausgezeichnet. mehr
Nachdem die gemeinsame Buchhandelsvorschau von Edition Moderne und Reprodukt bereits vor einigen Wochen an Comicläden und Buchhandlungen verschickt wurde, geht dieser Tage auch die reguläre Vorschau von Reprodukt in den Handel.
Die Titelillustration für die Vorschau Herbst 2011 ist von Craig Thompson, dessen neues Buch “Habibi” im September und damit pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erscheinen wird.
Wie gewohnt wird die Herbstvorschau 2011 auch als PDF-Datei (4,8 MB) zum Download angeboten: Vorschau Herbst 2011
Im Herbst 2011 erscheinen bei Reprodukt unter anderem Graphic Novels von Max Andersson, Charles Burns, Igort, Jason, Manu Larcenet, Olivier Schrauwen, Craig Thompson, Judith Vanistendael oder Bastien Vivès.
Eine komplette Auflistung der Neuheiten kann auch auf der News-Seite des Verlags eingesehen werden.
Unter dem Titel “Das Leben an der Angel” läuft Pascal Rabatés Verfilmung der eigenen Vorlage mit dem Titel “Bäche und Flüsse” (Reprodukt) derzeit in den österreichischen Kinos. Den Filmstart hat Ludwig Heinrich von nachrichten.at zum Anlass genommen, ein Interview mit dem französischen Comiczeichner und Filmemacher zu führen.
Die Poesie von Sex im Alter
Der 49-jährige Franzose Pascal Rabaté ist erfolgreicher und vielfach preisgekrönter Gestalter von Comic-Romanen. Einen davon hat er jetzt selbst verfilmt: „Das Leben an der Angel“ läuft in den österreichischen Kinos.
OÖN: Sie erzählen die Geschichte des Witwers Émile. Nach dem Tod seines besten Freundes bricht er zu einer Reise auf. Entlang der Ufer der Loire begegnet er nicht nur seiner Vergangenheit, sondern entdeckt auch sein Leben und die körperliche Liebe neu. Haben Sie ein Tabu durchbrochen?
Rabaté: Tabu ist vielleicht nicht das richtige Wort. Es geht eher um Ignoranz. Mit diesem Thema hat man sich selten beschäftigt, weil es keinen Glamour-Faktor hatte. Solche Dinge geschahen nur hinter Vorhängen. Die Körper von 70- bis 80-Jährigen mit Liebe zu betrachten, das kann auch schön sein. Neben Ignoranz spielt auch Angst eine sehr wesentliche Rolle. mehr
In der “Frankfurter Rundschau” vom 28. Juni lenkt Christian Schlüter den Blick auf die “Grenzüberschreiter” moki (“Wandering Ghost”, Reprodukt) und Shaun Tan (“Der Vogelkönig”, Carlsen), deren gezeichnete Geschichten sich einer eindeutigen Kategorisierung verweigern.
Ohne Worte
Ist das noch Comic oder Bilderbuch oder graphische Literatur? Shaun Tans Figurenkosmos bewegt sich im Übergang zwischen Mensch und Maschine. Mokis Geschichten führen ins Irgendwo. Bezaubernd sind beide Bilderwelten.
Moki macht nicht viele Worte. Auch nicht über ihre Person. Sie hält sich im Hintergrund und meidet den öffentlichen Auftritt. Nicht mal ihren eigentlichen Namen will sie bekanntgeben. Wir wissen nicht viel mehr über sie, als dass sie 1982 im sauerländischen Brilon geboren wurde und seit geraumer Zeit in Hamburg lebt. In der Freien und Hansestadt studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste, einem Zentrum auch für zeitgenössische Comic-Kunst. mehr
Vom 11. bis zum 13. November 2011 lädt die Gesellschaft für Comicforschung zu ihrer sechsten wissenschaftlichen Jahrestagung an die Universität Passau. Die diesjährige Tagung widmet sich den Spielarten des faktualen Comics: Reportagen, biografische und dokumentarische Comics bestimmen das Programm, das dieser Tage veröffentlicht wurde.
Reportagecomics. Dokumentarische Comics. Comicbiografien
Eine Reportage ist eine journalistische Darstellungsform, die u.a. durch eine persönliche Augenzeugenschaft, die Veranschaulichung der Sachverhalte durch konkrete Personen und deren Schicksale sowie eine subjektive Zusammenfügung und Beschreibung des Erlebten geprägt ist. Sie thematisiert die Ergebnisse einer journalistischen Recherche. Dokumentationen haben hingegen den Anspruch lebensweltliche Erfahrungen möglichst originalgetreu wiederzugeben. In gewisser Weise steht die systematische und authentische Erschließung von Information im Vordergrund. Eine Biografie wiederum darf man als eine den Fakten und der Objektivität verpflichtete Lebensbeschreibung einer Person auffassen. Werden die biografischen Fakten hingegen kreativ ausgeschmückt, muss man vom biografischen oder historischen Roman sprechen.
Die spannende Frage ist nun, inwieweit man diese Ausprägungen auch im Comic vorfindet. mehr
Das Programm der dreitägigen Veranstaltung sowie ein vielversprechender Überblick über die Beiträgerinnen und Beiträger finden sich hier.
Die Tagung richtet sich nicht allein an die Mitglieder der Gesellschaft für Comicforschung, sondern ist zudem offen für interessierten Mitdiskutanten. Hier kann man sich über die Anmeldungsmodalitäten informieren, Stichtag für die Anmeldungen zur Tagung ist der 31. Juli.
In der “Süddeutschen Zeitung” vom 28. Juni bescheinigt Ronen Steinke der US-Amerikanerin Sarah Glidden, in ihrer autobiografischen Graphic Novel “Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger” (Panini) “journalistischen Scharfblick” an den Tag zu legen.
Die Farben der Ratlosigkeit
Sarah Glidden will ‘Israel verstehen’ – im Comic
Geradezu zaghaft hat Sarah Glidden ihre Graphic Novel koloriert. Viel verwaschenes Ocker läuft ineinander, hauchzartes Blau, selbst der Sonnenuntergang leuchtet lachsfarben. Wer jetzt den tiefblauen Himmel über Israel vor Augen hat, muss über so viel Zaghaftigkeit staunen. Aber ausgerechnet diese Zurückhaltung entpuppt sich als die außergewöhnliche Stärke dieses Bandes. mehr
Bereits am 21. Juni hat Andreas Platthaus in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” einen langen Blick auf die gezeichnete Reisereportage der New Yorkerin geworfen. Die “schlichte politische Botschaft” des Buchs verblasst in seinen Augen angesichts der “Informationsfülle” und der Suche der Autorin nach ihrer jüdischen Identität. Andreas Platthaus’ Ausführungen lassen sich inzwischen auch online nachlesen.
Die Meisterschaft der Unschuld
Sarah Gliddens Comic “Israel verstehen” sieht mit subtiler Poetik auf große Politik
Wenn es den dominanten Comictrend des letzten Jahrzehnts zu bestimmen gäbe, dann müsste man die Autobiographie nennen. Nicht, dass dieses Thema vorher inexistent gewesen wäre. Gerade der Mann, dem wir den Begriff der “Graphic Novel” zu verdanken haben, mit dem im deutschen Buchhandel eine neue Aufmerksamkeit für Comic geschaffen wurde, jener Will Eisner also, hat seit 1977, als sein Band “Vertrag mit Gott” erschien, bis zu seinem Tod im Jahr 2005 immer neue Episoden aus seinem Leben erzählt: von der Kindheit in den zwanziger Jahren als Jude in Brooklyn, danach von den Anfängen der Comicindustrie, an der Eisner als junger Mann entscheidend beteiligt war, dann vom Zweiten Weltkrieg und vielem mehr. mehr
Auf “Zeit Online” zeigt sich Michael Brake in einem Beitrag vom 27. Juni beeindruckt von der Bildwelt der Hamburger Künstlerin moki, deren jüngste Erzählung “Wandering Ghost” (Reprodukt) er seinen Leserinnen und Lesern als “Märchenreise für Erwachsene” zur Lektüre empfiehlt.
Selbsthass im Zauberwald
Pubertierender Flausch: Die Comic-Zeichnerin Moki erzählt eine stille, beeindruckende Geschichte übers Erwachsenwerden inmitten verzauberter Landschaften.
Die Verwandlung kommt über Nacht. Seltsame Wesen, die zwischen dunklen Tannen oben auf dem Berg wohnen, haben sie veranlasst. Und so findet sich der koalaartige Waldgeist auf einmal in einem fremden, falschen Körper wieder: dem eines Fuchses, mit buschigem Schweif, spitzer Schnauze und viel zu langen Gliedmaßen. Welch ein Drama! Fassungslos blickt die noch kindliche Seele des Geistes seine neue Hülle aus der Vogelperspektive an – um sich sogleich unter Waldlaub zu verstecken. Niemand soll ihn so sehen. mehr
In der aktuellen “Jungle World” Nr. 25 vom 23. Juni schreibt Jonas Engelmann ausführlich über “Markttag”, das neue Buch des amerikanischen Comiczeichners James Sturm (erschienen bei Reprodukt).
Globalisierung im Schtetl
James Sturms Comic »Markttag« ist ein gelungenes Porträt jüdischen Lebens im Osteuropa des frühen 20. Jahrhunderts.
Das Uneindeutige bestimmt »Markttag«, den ersten ins Deutsche übersetzten Comic des in den USA sehr erfolgreichen Zeichners James Sturm. Weder über die genaue Zeit noch den Ort der Handlung wird der Leser aufgeklärt: Irgendwo in einem osteuropäischen Schtetl, irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts bricht der Teppichknüpfer Mendelmann vor Morgengrauen in die Stadt auf, bietet dort seine Ware an und kehrt schließlich nach Hause zu seiner schwangeren Frau zurück. Die Farben des Comics bleiben düster, nur mit Mühe dringt die Helligkeit der Sonne in die Szenerie ein. Wenn schließlich doch hellere Farben den Comic bestimmen, geht es um eine gesellschaftliche Veränderung: das Hereinbrechen der Moderne in die gewachsenen Strukturen des Schtetl-Lebens. mehr
In der “Jüdische Allgemeine” hat Tobias Prüwer sich mit “Markttag” beschäftigt: Am 23. Juni berichtete die Wochenzeitung über James Sturms unlängst bei Reprodukt veröffentlichte Graphic Novel.
Mendelmanns Untergang
James Sturms “Markttag” zeigt das Schtetl-Leben ohne falsche Romantik
Irgendwo in Osteuropa, irgendwann im frühen 20. Jahrhundert liegt ein Mann nachts wach. Er fiebert dem Morgen entgegen, an dem er einmal mehr zum Markt in die Stadt aufbrechen wird. Zudem lässt ihn die Angst um seine Frau Rachel und ihr ungeborenes Kind schlecht schlafen. Noch vor den ersten Lichtstrahlen bricht der Teppichknüpfer Mendelmann – man erfährt nur den Nachnamen – auf. In schleierverhangenen Bildern lässt der Mann seine kleine Siedlung hinter sich und trottet mit seinem Eselgespann voller Waren einsame Wege und Straßen entlang. Er zählt seine Schritte, während er Bildrahmen um Bildrahmen durchquert – das besondere Taktmaß verleiht ihm einen beruhigenden Rhythmus. Diesen sucht Mendelmann auch in seinem Handwerk, das für ihn mehr als bloßer Broterwerb ist. Teppichknüpfen erachtet er als Kunst, mit der er die Welt bemessen kann und erst richtig wahrnimmt. mehr
Bereits in der “taz” vom 25. Juni hat Steffen Vogel über die Präsentation von James Sturms neuer Graphic Novel “Markttag” (Reprodukt) berichtet, die am 22. Juni im Heimathafen Neukölln (Berlin) Einblicke in dessen Arbeitsweise und Themenfindung gewährt hat. Der Autor nutzte den Anlass zudem zu einer ausführlichen Besprechung von “Markttag”.
Eine universelle Geschichte
Der US-Comicautor James Sturm präsentiert im Neuköllner Heimathafen seine neue Graphic Novel “Markttag”. Eine Erzählung über einen jüdischen Teppichknüpfer, dessen ökonomische Existenz bedroht ist.
Den Druck des Marktes kennt James Sturm gut. Zwar kann der gebürtige New Yorker von seinen Comics leben, doch viele seiner Bekannten hätten sich aus finanziellen Gründen von der Kunst verabschieden müssen, erzählt er. Seine jüngste Graphic Novel, “Markttag”, versteht er daher nicht nur als historische Erzählung, auch wenn sie im Osteuropa der Zwischenkriegszeit spielt. Handelt der soeben bei Reprodukt erschienene Band doch von dem Teppichknüpfer Mendelmann, der seine kunstvoll gefertigten Arbeiten plötzlich der Konkurrenz industrieller Massenware ausgesetzt sieht. Das sei eine universelle Geschichte, betont Sturm bei der Präsentation seines Werks im Studio des Heimathafens in Neukölln. mehr
Bald geht es los, und die Vorfreude auf das Comicfestival in München vom 23. bis zum 26. Juni wird noch größer durch das anhaltende Interesse in den Medien. Gleich zwei Sendungen des Bayrischen Rundfunk befassen sich mit Graphic Novels und Comics.
Zum Mitdiskutieren:
Das Tagesgespräch, heute ab 12.05 Uhr bis 13 Uhr in Bayern2 und bundesweit im Bildungsfernsehen BR-alpha: Zu Gast bei Christoph Peerenboom ist Jutta Harms, die Pressefrau von Reprodukt. Jeder kann mitdiskutieren und anrufen (gebührenfrei: 0800- 94 95 95 5) zur Frage: Zwischen Kult und Kunst – was mögen Sie an Comics? www.br-online.de/tagesgespraech
Außerdem gibt es ein Interview mit Dirk Rehm über Graphic Novels bei BR Bayern 2 zum Nachhören online.
Voarb berichtet die Presse über das am Donnerstag startende Comicfestival München. Neben Artikeln im “Münchener Merkur” und im Stadtmagazin “in München” schreibt auch die “Süddeutsche Zeitung”. Auf einer ganzen Seite wird – zumindest in der München-Ausgabe – das Festival vorgestellt. Im Netz findet sich ein einleitender Artikel von Barbara Wopperer:
Buntes von der Front
Lang gekämpft bis zur Anerkennung: Auf dem Comic-Festival zeigen Ausstellungen, Gespräche, Zeichenkurse und Comic-Börsen die Vielfalt und Kunstfertigkeit des Genres.
Comics und Filme haben viele Gemeinsamkeiten – und das nicht erst, seit das Gros der Action-Blockbuster sich aus Comic-Stoffen speist. Nicht nur wird in beiden eine Geschichte in Bildern erzählt: für beide mussten lange Kämpfe ausgefochten werden, bis sie als Kunstform und nicht nur als reines Entertainment Anerkennung fanden. Ein Blick auf Universitäten und Feuilletons zeigt allerdings, dass der Comic noch einen weiteren Weg vor sich hat als der Film. mehr
In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” stellt Ole Frahm den Sammelband “New York” von Will Eisner (Carlsen) vor und erkennt in dem amerikanischen Autor einen “würdigen Erben von Charlie Chaplin”.
Der zeichnende Flaneur
Nüchtern und schwärmerisch: Will Eisners meisterhafte Milieustudien „New York“. So sehr Eisners Werk ganz im Herzen Amerikas sich wiederfindet, seine Perspektive bleibt die eines Außenseiters.
New York ist unbestritten die Hauptstadt des 20. Jahrhunderts. Ihre Hochhäuser prägten eine neue Wahrnehmung der Straße, wurden Sinnbild einer Moderne, in der alles möglich erschien, und bildeten zugleich den Ort zahlloser Mythen. Eben hier entwickelten sich im späten 19. Jahrhundert Publikumsformen und Bildmedien, welche für lange Zeit bestimmend werden sollten: Film und Comic. Und so ist es kaum zufällig, dass der Comic-Autor Will Eisner in seinem Spätwerk diesem New York in zahlreichen Zeichnungen ein Denkmal gesetzt hat, das im zweiten Band seiner Werksausgabe nachzulesen ist. mehr
Im Vorfeld der Veröffentlichung von Sarah Gliddens “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” (Panini) traf sich “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne mit der Autorin, um über die Entstehung des Buches zu reden.
Wahrheit ist immer subjektiv
Die US-Comicautorin Sarah Glidden hat mit „Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger“ eine sensible Annäherung an ein kontroverses Thema veröffentlicht. Jetzt erscheint ihr Reisebericht auf Deutsch, im Tagesspiegel-Interview erklärt sie, was sie an politischen Themen reizt.
Sarah Gliddens Buch „How to understand Israel in 60 days or less“ ist einer der Überraschungserfolge der nordamerikanischen Comicszene, in Kürze erscheint in den USA die zweite Auflage. Das Buch der in New York lebenden jüdischen Zeichnerin vermittelt einen wertvollen Einblick in Geschichte und Gegenwart Israels, wie Tagesspiegel Rezensent Thomas Greven kürzlich in seiner Besprechung urteilte. mehr
Im November erscheint bei Carlsen der zweite Teil der Comicumsetzung von Stephenie Meyers Bestseller “Biss zum Morgengrauen”. Auch für diesen abschliessenden Teil zeichnet die koreanische Zeichnerin Young Kim verantwortlich.
Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, ständig verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennen lernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann? Die Geschichte einer verbotenen Liebe, einer Liebe gegen alle Vernunft. Die so viele Hindernisse überwinden muss, dass man auf jeder Seite mitfiebert. So romantisch und spannend, dass dem Leser bei diesem wunderschön geschriebenen Buch eine Gänsehaut über den Rücken läuft.
Twilight: Biss zum Morgengrauen – Der Comic, Band 2, ISBN 978-3-551-79402-4, 224 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 14,90 EUR, erscheint im November bei Carlsen
Ausstellungen, Podiumsveranstaltungen, Buchpräsentationen, Lesungen, Signierstunden und vieles mehr: Am nächsten Wochenende öffnet das Comicfestival München die Pforten.
Die “Süddeutsche Zeitung” lädt zu einer Podiumsdiskussion im Münchner Künstlerhaus ein. Unter der Moderation des Journalisten und Autors Wolfgang J. Fuchs diskutieren David Basler (Edition Moderne), Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) und Dirk Rehm (Reprodukt) das Phänomen der Graphic Novels.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion findet die Eröffnungsveranstaltung des Comicfestivals München im Künstlerhaus am Lenbachplatz statt.
15:00 Uhr | Künstlergespräch über die Graphic Novel “Inspector Kajetan” | Bier- und Oktoberfestmuseum
Anfang Mai erschien bei der DVA “Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski” von Robert Hültner und Bernd Wiedemann. Auf dem Podium geben die Autoren Auskunft über das Buch und die Hintergründe seiner Entstehung.
17:00 Uhr | “Comickunst und Comicforschung” mit Gabriel S. Moses und Ralf Palandt | Bier- und Oktoberfestmuseum
Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht zum einen die neue Graphic Novel “Subz” von Comiczeichner Gabriel S. Moses um einen reichen jungen “Outsider” aus der Vorstadt, der vom israelischen Militär zwangsrekrutiert wird und daran zu zerbrechen droht. Zum anderen wird der von Ralf Palandt herausgegebene Tagungsband “Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics” (beide Archiv der Jugendkulturen) vorgestellt.
18:00 Uhr | James Sturm im Gespräch mit Andreas Platthaus | Amerikahaus
Begleitet von vielen Bildbeispielen erzählt James Sturm von der Entstehungsgeschichte seiner Graphic Novel “Markttag” (Reprodukt). Im Anschluss an den Vortrag folgt ein Gespräch zwischen James Sturm und Andreas Platthaus, Redakteur der “FAZ”, Feuilleton.
Amerika Haus München, Karolinenplatz 3, D-80333 München www.amerikahaus.de
20:30 Uhr | Ausstellungseröffnung “Beste Comics” | Die Tolle Galerie
Edition Moderne wird 30 und Reprodukt 20 Jahre. Beide Comicverlage feiern ihre Jubiläen mit einer gemeinsamen Ausstellung in Armin Abmeiers Die Tolle Galerie in München. Es werden Originalseiten aus den Comics von Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, die insgesamt 50 Jahre Verlagsgeschichte gezeichnet haben. Gleichzeitig gibt es Gelegenheit, diese Seiten vor Ort zu erwerben.
16:00 Uhr | Künstlergespräch/Lesung zu B. Traven | Instituto Cervantes
Mit “B. Traven – Porträt eines berühmten Unbekannten” (avant-verlag) des spanischen Autors Golo erhält der geheimnisvolle Autor der verfilmten Bestseller “Das Totenschiff” und “Der Schatz der Sierra Madre” eine Comicbiografie. Schauspieler Bernd Michael Lade, Comiczeichner Golo und Traven-Experte Jason Schramm lesen Texte und erzählen aus dem abenteuerlichen Leben des großen Unbekannten.
Instituto Cervantes, Alfons-Goppel-Str. 7, D-80539 München munich.cervantes.es
Eine Übersicht über das vollständige Programm, die Ausstellungen, Gäste, Signiertermine und die Adressen der Veranstaltungsorte findet sich auf der Website des Comicfestivals. Einen kompletten Standplan der Verlagsmesse kann man auf Splashcomics einsehen. Aktuelle Signiertermine der Künstler von Reprodukt finden sich auf dem Reprodukt-Blog.
Christoph Haas schreibt in der heutigen “taz” vom Samstag, dem 18. Juni, über Barus“Hau die Bässe rein, Bruno!”, erschienen in der Edition 52.
Ganoven und Fußballstars
Prächtige Unterhaltung und toll gezeichnet: Barus “Hau die Bässe rein, Bruno!” erzählt spannend von Migration und Verbrechen
Seit einem Vierteljahrhundert zählt er zu den gern gelesenen und preisgekrönten Stars der Comic-Szene Frankreichs. In Deutschland aber ist Baru, der 1947 als Hervé Barulea in Lothringen geboren wurde, nie über den Status des ewigen Geheimtipps herausgekommen. Woran das liegt? Vielleicht an seinen Sujets, die ein gewisses Interesse an der Kultur und Geschichte unseres Nachbarlandes voraussetzen? Oder daran, dass seine Werke auf Deutsch nur sporadisch und in verschiedenen Verlagen erschienen sind? Inzwischen hat sich die kleine Wuppertaler Edition 52 des Zeichners angenommen und scheint ihm auch treu zu bleiben: Nach “Wut im Bauch” (2005) und “Elende Helden” (2008) liegt jetzt “Hau die Bässe rein, Bruno!” vor. Und man darf sagen: Das ist einer der Comics des Jahres! mehr
Am 25. Juni erscheint die achte Ausgabe der Comicanthologie “Spring”. Thema dieser ersten vollfarbigen Ausgabe ist “Familiensilber”:
Nicht alles, was man erbt, möchte man haben. Das trifft auf das angelaufene, aber wertvolle Silberbesteck der Großmutter genau so zu wie auf die Veranlagung zu Übergewicht oder Müssiggang. Jede Familie hat unendlich viele Geschichten zu erzählen: Da gibt es die Großmutter, die mit 85 heimlich eine Luxusreise nach New York unternimmt, während die Enkelin ihr erstes Kind bekommt, Pärchen, die sich streiten, aber durch den Tod eines Eichhörnchens wieder zueinander finden oder die junge Frau, deren Sinnlichkeit im Krieg auf der Strecke bleibt.
Beiträge in der neuen Ausgabe stammen unter anderem von Larissa Bertonasco, Almuth Ertl, Katharina Gschwendtner, claire Lenkova “Grenzgebiete” (Gerstenberg), Carolin Löbbert, Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), Sophia Martineck, Nina Pagalies, Anne Vagt, Maria Luisa Witte, Stephanie Wunderlich und Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt)
Das Erscheinen der neuen Ausgabe wird vom 25. Juni bis zum 3. Juli 2011 mit einer Ausstellung samt Veranstaltungsreihe im Hamburger Frappant gefeiert: Am Samstag, dem 25. Juni 2011 werden Ausstellungseröffnung und Heftrelease mit einer Vernissage und Musik von LeToy, Trike und den DJs QQ & JayO und Hai Na begangen. Am Donnerstag, dem 30. Juni folgt “Konspiratives Küchen Kino” mit “Spring” und Trike (Beginn: 20 Uhr). Am 2. Juli gibt es eine Finissage mit Torpus und einem DJ Isle of Disco DJ Set. Abschliessend findet am Sonntag, dem 3. Juli ein Abschlusskaffee statt (15 Uhr).
Etwas schlecht zu erkennen, aber nicht weniger schön ist das zur Neuerscheinung “Markttag” von James Sturm (Reprodukt) dekorierte Schaufenster in der Hugendubel-Filiale am Hermannplatz in Berlin-Neukölln.
Neben den Büchern wird dort auch noch auf die Buchpräsentation mit einem Vortrag von James Sturm und Künstlergespräch am 22. Juni im Heimathafen, ebenfalls in Berlin-Neukölln, hingewiesen. Beginn der Veranstaltung ist 20:30 Uhr. Dazu gibt es am 22. Juni noch eine Signierstunde mit dem Autor im Comicladen “Grober Unfug” in der Torstraße in Berlin-Mitte. Die Signierstunde beginnt um 15 Uhr.