Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Monatsarchiv für Juli 2011

“Alles und mehr Alles und mehr”

Samstag, den 30. Juli 2011

Über die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe von David Mazzuchellis “Asterios Polyp” bei Eichborn freut sich Clemens J. Setz in “Die Welt” vom 30. Juli. Den Band, der in den USA bereits im vergangenen Jahr fĂŒr Furore gesorgt hat, stellt der Autor in eine Reihe mit Klassikern wie Art Spiegelmans “Maus” und Chris Wares “Jimmy Corrigan”.

Alles und mehr Alles und mehr

David Mazzucchellis Graphic Novel “Asterios Polyp” ist Zeichnung, Essay und Roman in einem und bleibt dabei immer: Meisterwerk

Stets habe ich mich ĂŒber die Vielzahl im Chor der griechischen Tragödiendichtung gewundert. Warum reden da immer so viele gleichzeitig ĂŒber das Schicksal (und dessen mögliche Bedeutung im Weltgeschehen) eines bestimmten Menschen? Es mĂŒsste doch auch mit einem Einzelnen funktionieren, solange er nur, wie der Chor, auch außerhalb der Zeit steht. Eine Stimme aus dem Off, die mĂŒhelos in den Zeitebenen hin- und hergehen kann und trotz ihrer enthobenen Sicht die grĂ¶ĂŸtmögliche Empathie fĂŒr das von ihr kommentierte Subjekt besitzt. mehr

FĂŒnf Fragen: Flix | aufgezeichnet.tv

Samstag, den 30. Juli 2011

Über Neuerscheinungen, Autoren, aktuelle Trends und Entwicklungen im Comicbereich berichten seit einigen Jahren in steigender Zahl auch TV-Magazine: In Magazinen wie “aspekte” oder das “NDR Kulturjournal”und diverse Sendungen auf arte werden immer wieder Comicthemen aufgegriffen und ĂŒber HintergrĂŒnde berichtet. Einen großen Schritt weiter geht man nun bei “aufgezeichnet.tv”, dem ersten Videomagazin, das sich ausschließlich mit Comic und Manga auseinandersetzen wird – das erste seiner Art in Deutschland.

Schon auf dem Comicfestival MĂŒnchen war die Anwesenheit des Kamerateams um die Redakteure Klaus Schikowski, Anne Delseit und Produzent Carsten Meißner nicht zu ĂŒbersehen. Moderiert wird die Sendung, von der bisher vier Folgen terminiert sind, von dem fĂŒr seine Comics und Lesungen bekannten Berliner Comiczeichner Flix (im Foto unten rechts), der im folgenden Kurzinterview die Sendung vorstellt.

Was genau erwartet den Zuschauer bei “aufgezeichnet.tv”?

“aufgezeichnet.tv” ist eine BĂŒchersendung, die sich ausschließlich mit graphischer Literatur beschĂ€ftigt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Comic und Manga, aber auch BilderbĂŒcher, Ausstellungen oder Animationsfilme sollen darin Platz finden. Jede Sendung ist 30 Minuten lang, besteht aus redaktionellen BeitrĂ€gen, Reportagen und Portraits und hat dabei immer ein Schwerpunktthema. Wir wollen mit dieser Sendung gezeichneten Geschichten einen Rahmen geben, den sie verdienen: ZeitgemĂ€ĂŸ, seriös, witzig. Das Ziel ist es, mit “aufgezeichnet.tv” einerseits Leute zu unterhalten, die Comics mögen und andererseits Leute zu erreichen, die von sich sagen, dass sie “eigentlich keine Comics lesen”.


Was ist dabei Ihre Aufgabe?

Ich bin als Moderator in der Sendung und mache genau das: Ich bin fĂŒr die BegrĂŒĂŸung zustĂ€ndig, fĂŒhre durch das Magazin, sage die einzelnen BeitrĂ€ge an und stelle zwischendrin dumme Fragen.

Was werden die Themen der ersten Sendung(en) sein?

Der Schwerpunkt der ersten Sendung ist eine Nachlese des Comicfestivals MĂŒnchen. Die zweite Sendung beschĂ€ftigt sich u.a. mit der “Apokalypse im Comic“. Und die dritte Sendung wird sicher auch die Frankfurter Buchmesse thematisieren.

Wie und wann wird die Sendung zu empfangen sein?

Premiere ist am Sonntag, den 31.07.2011. Da zeigen wir die erste Sendung und machen dazu eine “aufgezeichnet.tv“-Premierenfeier in Köln. FĂŒr dieses Jahr sind vier Sendungen geplant, die zunĂ€chst online zu sehen sein werden. Damit testen wir, ob “aufgezeichnet.tv” funktioniert. Langfristig ist es dann der Plan, das Format bei einem Fernsehsender zu platzieren. WofĂŒr wir gute Chancen sehen. Denn ein solches Format gibt es einfach noch nicht.

NatĂŒrlich muss an dieser Stelle auch nach Ihren eigenen PlĂ€nen gefragt werden: Können Sie schon etwas zu einer neuen Graphic Novel von sich selbst sagen?

Grade stecke ich mitten in den Vorbereitungen einer lĂ€ngeren Geschichte. Dabei handelt es sich um eine relativ freie Adaption von Cervantes’ “Don Quijote”. Das Ganze wird in der “FAZ” vorveröffentlicht. Der Abdruck dort beginnt Mitte September. Bis dahin ist noch viel zu tun.

Manuele Fior auf WDR 5

Donnerstag, den 28. Juli 2011

Im Kulturmagazin “Scala” auf WDR 5 stellte am Dienstag Christian Möller das neue Buch von Manuele Fior “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” (avant-verlag) vor und lĂ€sst den Autor im Interview selbst zu Wort kommen.

Literaturservice: “FĂŒnftausend Kilometer pro Sekunde”

Piero und Nicola sind Schulfreunde in einer italienischen Kleinstadt. ZurĂŒckhaltend und strebsam der eine, ein Frauenheld ohne sonstige Ambitionen der andere. Als Lucia mit ihrer Mutter in die Nachbarschaft zieht, Ă€ndert sich Pieros Leben fĂŒr immer. Und die Lebenswege der drei driften bald auseinander. WĂ€hrend Lucia zum Studium nach Norwegen geht, arbeitet Piero als ArchĂ€ologe in Ägypten. Nur Nicola bleibt in Italien zurĂŒck. mehr

Direkt zur Sendung gelangt man hier (MP3-Datei, der Beitrag lief im letzten Viertel der Sendung)

“Schunkel-Blues der Gangster”

Mittwoch, den 27. Juli 2011

In einem Beitrag fĂŒr “Spiegel Online” berichtet Stephan Ort aus Thessaloniki ĂŒber griechische Musiker, die den Rembetiko spielen, eine Art orientalisch angehauchten Blues, der in den 1920ern entstand. Ein Musiker, auf den sich im Artikel berufen wird – Markos Vamvakaris – ist auch einer der Protagonisten von David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), in dem die damalige Musikszene, ihr Lifestyle und ihre Querelen mit der Obrigkeit im Mittelpunkt stehen.

Schunkel-Blues der Gangster

In Haschisch-Höhlen und GefĂ€ngnissen entstand in Griechenland eine einzigartige Musik: der Rembetiko. Die Songs handeln von Liebe und Leid, vom Knast und von Drogen – wer sie in ihrer authentischen Form erleben will, entdeckt in dĂŒsteren Seitenstraßen-Spelunken die Seele des Landes.

Das Tombourlika hat geschlossen, und Vangelis kann sich kaum halten vor Lachen. Er deutet auf den handgeschriebenen Zettel hinter einem der Fenster des Lokals. “48 Stunden Generalstreik”, steht darauf. “Das ist so typisch Rembetiko, immer protestieren gegen die Obrigkeit”, gluckst der 22-JĂ€hrige. mehr

aufgezeichnet.tv

Dienstag, den 26. Juli 2011

In KĂŒrze wird auf aufgezeichnet.tv eine Pilotfolge des neuen Magazins gezeigt, das sich ausschließlich mit Comics und Manga befasst. Aktuelle Trends und Neuerscheinungen werden vorgestellt, KĂŒnstler portrĂ€tiert und interviewt. Auf dem Comicfestival MĂŒnchen war Autor und Zeichner Flix (“Faust”, Carlsen) bereits mit einem Kamerateam gesichtet worden – er wird in der neuen Sendung die Moderation ĂŒbernehmen. Redaktionell begleitet wird die Reihe von Klaus Schikowski (“Die großen KĂŒnstler des Comics”, edel) und Anne Delseit.

Weitere Details, Ausstrahlungstermine und die Inhalte der ersten Sendung werden in KĂŒrze bekannt gegeben. Bisher gibt es eine Website und eine Seite im sozialen Netzwerk facebook, die schon einmal das Interesse wecken sollen.

Der zuerst gewĂ€hlte Name “ausgezeichnet.tv” darf aus rechtlichen GrĂŒnden nicht fĂŒr die Sendung verwendet werden.

20 Jahre “Die Tollen Hefte”

Montag, den 25. Juli 2011

Seit inzwischen 20 Jahren erscheinen die von Armin Abmeier herausgegebenen “Tollen Hefte” in der Edition BĂŒchergilde. Hier trifft seit eh und je Literatur auf Comic und Illustration, aufwĂ€ndig gedruckt in mehrfarbigem Flachdruck. Dazu liegt jedem Heft eine Grafik bei.

Zum JubilĂ€um hat sich der Herausgeber etwas Besonderes einfallen lassen: Armin Abmeier hat seine zwanzig LieblingssĂ€tze aus der Literatur von allen Zeichnerinnen und Zeichner der bisherigen Hefte in Bilder umsetzen lassen. Das so entstandende “Tolle Heft 36: Charakter ist nur Eigensinn” ist ab sofort im Buchhandel und bei der Edition BĂŒchergilde erhĂ€ltlich.

FĂŒr die zeichnerische Umsetzung zeigen sich verantwortlich: ATAK, Rotraut Susanne Berner, Blexbolex, Sophie Dutertre, Wolf Erlbruch, Christoph Feist, Anke Feuchtenberger, Moritz Götze, Kitty Kahane, Yvonne Kuschel, Gosia Machon, Max, Thomas M. MĂŒller, Franziska Neubert, Christoph Niemann, Volker PfĂŒller, Axel Scheffler, Stefanie Schilling, Katrin Stangl, Henning Wagenbreth. Die SĂ€tze stammen unter anderem von Ambrose Bierce, Groucho Marx, Paul Scheerbart, Francis Picabia, Gertrude Stein, Kurt Schwitters, Walter Serner, Joris Karl Huysmans und Maurice Sendak.

Über das JubilĂ€um berichtet das “Börsenblatt des deutschen Buchhandels” und gibt in “Noch eine Messerspitze gelb, bitte!” mit einer Bildergalerie Einblick in den Druck des neuen Heftes.

“Der alltĂ€gliche Kampf” von Manu Larcenet

Samstag, den 23. Juli 2011

Anfang August erscheint bei Reprodukt die Gesamtausgabe von Manu Larcenets “Der alltĂ€gliche Kampf”, eine vielbeachtete Arbeit des französischen Zeichners, die zunĂ€chst zwischen 2004 und 2008 in vier Teilen im Albumformat erschienen ist.

Marco, ein junger Fotograf, zieht infolge einer Schaffenskrise aufs Land, um dort seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Am Ende seiner Suche nach dem eigenen Platz in der Welt steht die Erkenntnis, dass die Menschen sich verĂ€ndern, und dass man – manchmal – eine Wahl hat. Und so stellt sich Marco den Herausforderungen seiner Kunst, seiner Familie und der Liebe


“Der alltĂ€gliche Kampf” ist eine melancholische Komödie ĂŒber das Erwachsenwerden, die Liebe und ihre Konsequenzen. Das erste Kapitel der Serie wurde 2004 auf dem Festival International de la Bande DessinĂ©e d’AngoulĂȘme als “Bestes Album” ausgezeichnet.

“AnrĂŒhrend erzĂ€hlt und wunderschön gezeichnet.” – Ralf König

Manu Larcenet, geboren 1969 im französischen Issy-les-Moulineaux, zĂ€hlt mit seinen scheinbar mĂŒhelosen Kompositionen aus Humor, Poesie und pointierter Alltagswiedergabe zu den wichtigsten europĂ€ischen Comicautoren der Gegenwart. Seine Comics verweigern sich jeder Schublade, sein Spektrum reicht vom Kindercomic ĂŒber humoristische und satirische Titel bis hin zu fantastischen Geschichten.

“Dass sich die großen Themen der Menschheit am besten in den kleinen Abenteuern der Kinder spiegeln lassen, ist keine neue Erkenntnis. Aber sie wurde nur selten fruchtbar gemacht fĂŒr große Kunst. Und das ist es, was Bill Watterson und Manu Larcenet hervorbringen: große Kunst. Geschickter und ergreifender als sie erzĂ€hlt kaum jemand. Und dieses Urteil ist keineswegs auf das Feld der Comics beschrĂ€nkt.” – Andreas Platthaus

Der alltÀgliche Kampf, 252 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im August 2011 bei Reprodukt

Kunst-Comics von Barbara Yelin

Freitag, den 22. Juli 2011

Ende Oktober veröffentlicht der Prestel Verlag zwei KĂŒnstler-Biografien in Comicform. “Albrecht DĂŒrer” und “Vincent Van Gogh” stellen die zwei bedeutenden Maler und ihr bewegtes Leben vor. Der Text zu beiden Titeln stammt von Mona Horncastle, zeichnerisch umgesetzt wurde alles von der in Berlin lebenden Barbara Yelin, deren Graphic Novel um die historische Bremer Serienmörderin Gesche Gottfried unter dem Titel “Gift” (Text: Peer Meter) im letzten Jahr bei Reprodukt erschienen ist.

Beide BĂ€nde richten sich an Leserinnen und Leser ab 9 Jahren und werden – trotz Aufmachung eines klassischen Albums (ca. A4, je 48 Seiten) – als Graphic Novel angeboten.

“Bildergeschichten zum Pop-Kanon”

Freitag, den 22. Juli 2011

FĂŒr die “Neue ZĂŒrcher Zeitung” schreibt Frank SchĂ€fer am Freitag, dem 22. Juli ĂŒber Comics und Musik. Im Fokus seiner Artikels stehen “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” von Arne Bellstorf (Reprodukt), “Bob Dylan – Revisited” (diverse Zeichner, Carlsen), “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt) sowie “O’Boys” von Philippe Thirault & Steve Cuzor (Ehapa).

Bildergeschichten zum Pop-Kanon
Musik-Comics thematisieren die Geschichte verschiedener Pop-Traditionen

Comics ĂŒber Geschichte und Geschichten unterschiedlicher Pop-Traditionen bilden auf dem Markt der Graphic Novel ein eigenstĂ€ndiges Genre. JĂŒngst erschienene Comics-BĂ€nde thematisieren Stile wie den griechischen Rembetiko und den Blues, aber auch Pop- und Rock-Legenden wie die Beatles oder Bob Dylan.

Pop ist sich selbst historisch geworden. Seit Jahren schon stĂŒrzt er sich in seine Ruhmeshallen und seine Asservatenkammern, weil Patina immer schon Relevanz verheisst, die in Zeiten zunehmender UnĂŒbersichtlichkeit immer schwerer herzustellen ist. Der Musik-Comic, der sich auf dem boomenden Graphic-Novel-Markt zu einem gar nicht mehr so kleinen und kommerziell mitunter erfolgreichen Untersegment gemausert hat, ĂŒbernimmt diese regressiven Tendenzen und arbeitet sich ebenfalls am Kanon ab. In den letzten Monaten sind wieder ein paar einschlĂ€gige BĂ€nde erschienen. mehr

Graphic Novels in der Presse – Juli 2011

Donnerstag, den 21. Juli 2011

Über Sarah Gliddens Reisebericht “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” (Panini Comics) wurde seit Erscheinen Ende Juni vielfach in der Presse berichtet. “Gibt es in dieser Geschichte keine Guten?” fragt Rupert Koppold in der “Stuttgarter Zeitung” und lobt die “wunderbar leichtfĂŒĂŸige Mischung aus Tagebuch und Reportage”. Etwas zurĂŒckhaltender, aber dennoch positiv, urteilt Georg Howahl in seiner Besprechung fĂŒr das Portal der WAZ-Gruppe “derwesten.de” in seinem Artikel “Mit einem Comic-Reisebericht Israel verstehen”. Bereits im Vorfeld zur Veröffentlichung traf sich “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne mit der Autorin zu einem Interview, in dem er Sarah Glidden zu den HintergrĂŒnden und der Entstehung des Buches befragte: “Wahrheit ist immer subjektiv“.

Weiterhin erscheinen auf tagesspiegel.de beinahe tĂ€glich neue Artikel, Interviews und Rezensionen zu Comics. In “Zwischen Klo und Kalorien” stellt Elke R. Steiner “41,3 kg – Magersucht?” von Ingrid Sabisch (GĂŒtersloher Verlagshaus) vor. Marco Behringer erkennt in Dani Monteros “Kein Blick zurĂŒck” (Edition 52) ein “beeindruckendes DebĂŒt”: “Flucht nach vorn”.“Gewalt und Romantik” bestimmen Fred Vargas’ und Edmond Baudoins neue Zusammenarbeit, “Die Tote im Pelzmantel” (Aufbau), wie Werner von Bebber feststellt. Daneben zeigt er sich von der atmosphĂ€rischen Darstellung der Stadt Paris fasziniert. Christian Endres findet vor allem die differenzierte Darstellung der freundschaftlichen Bande in “Die drei Musketiere” von Nicolas Juncker (Carlsen) gelungen: “Freundschaft ist ein seltsam Ding”.

In der “Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung” stellt Dominic Benedict “Black Hole” von Charles Burns vor und zeigt darin Parallelen zu Superhelden-Comics auf: “Jugend, eine Horrorgeschichte”.

“Nur wenige Krimis sind intensiver erzĂ€hlt und vermögen den Leser Ă€hnlich zu fesseln”, resĂŒmiert Jons Marek Schiemann auf comicgate.de in seinem Review von “RG 2 – Bangkok Belleville” von Pierre Dragon & Frederik Peeters (Carlsen).

Alexander Frank schreibt der Autorin Kati Rickenbach auf titel-magazin.de einen Brief, schließlich ist er mit einigen Personen, die in “Jetzt kommt spĂ€ter” (Edition Moderne) auftauchen, vertraut: “Und schöne GrĂŒĂŸe an Priska”. Einige Zutaten zuviel hat der “Crime-Cocktail” “Swinging London” von Thomas BĂ©net & Christian De Metter (Schreiber & Leser), schreibt Christian Neubert an gleicher Stelle: “Vermixt und ZugenĂ€ht”.

FAZ-Feulletonist Andreas Platthaus stellt auf seinem Blog “Alien” von Aisha Franz (Reprodukt) vor “MĂ€dchen vs. Alien” und adelt die Autorin als “eine der großen deutschen Comic-Hoffnungen”.

“Zeiten Ă€ndern dich”

Donnerstag, den 21. Juli 2011

Christoph Haas nimmt Kati Rickenbachs “Jetzt kommt spĂ€ter” (Edition Moderne) zum Anlaß, das Genre der autobiografischen Comics etwas nĂ€her zu beleuchten. Seine Rezension fĂŒr die gestrige Ausgabe der “SĂŒddeutschen Zeitung” findet sich nun auf buecher.de.

Zeiten Àndern dich

Sehr luftig: Kati Rickenbachs Comic „Jetzt kommt spĂ€ter“

Als vor rund zwanzig Jahren der Boom der autobiographischen Comics begann, lag in ihnen eine dreifache Provokation. Die KĂŒnstler verweigerten sich nicht nur dem Gesetz der Serie, das die Comic-Produktion bis heute weitgehend beherrscht. Sie verzichteten auch darauf, erfundene Figuren bunte Abenteuer erleben zu lassen. Stattdessen entblĂ¶ĂŸten sie sich selbst, schilderten die WechselfĂ€lle ihres Alltags; Peinliches und Banales wurde ausdrĂŒcklich nicht ausgespart. mehr

“Holocaust im Comic” – Ausstellung in MĂŒnchen

Mittwoch, den 20. Juli 2011

Am gestrigen Dienstag eröffnete im BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung in MĂŒnchen die Ausstellung “Holocaust im Comic”. Anhand vieler Beispiele aus acht Jahrzehnten werden unterschiedliche Behandlungen des Themas im Comic gezeigt, angefangen von SchmĂ€hschriften aus den 1930ern hin zu aktuellen Mangas, frankobelgischen Alben und Graphic Novels.

Die Ausstellung ist bis zum 19. August zu sehen, der Eintritt ist frei. Geöffnet ist die Ausstellung wochentags von 9-17 Uhr, weitere Besuchszeiten – auch fĂŒr Schulklassen – sind nach Vereinbarung möglich.

“Holocaust im Comic” ist Gegenstand eines Berichts auf “Focus Online”. Jacob Biazza geht direkt in seiner Einleitung auf eine indirekte Fragestellung des Ausstellungstextes ein:

Äch bin wieder da!

Eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung in MĂŒnchen zeigt Comics, die sich mit den GrĂ€ueltaten der Nazis beschĂ€ftigen. Ob sie das geeignete Medium dafĂŒr sind? Ja – wenn sie gut gemacht sind.

Bringen wir die falsche Frage schnell hinter uns: Darf man das? Darf man das Schreckensthema Holocaust mit all seinen unvorstellbaren GrĂ€ueltaten in einem Comic darstellen, oder ist die Fallhöhe zwischen Gegenstand und vermeintlich primitivem Medium zu hoch? In aller KĂŒrze also: Ja, das darf man. Wie jede andere Kunstform darf auch der Comic die Nazi-Herrschaft und die systematische Vernichtung von Leben zum Inhalt haben. mehr

Ralf Palandt – Kurator der Ausstellung und Herausgeber des Bandes “Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus” (Archiv der Jugendkulturen) – wurde anlĂ€sslich der Eröffnung von Tobias Dorfer fĂŒr die “SĂŒddeutsche Zeitung” interviewt.

“Superman hat Hitler bekĂ€mpft”

Holocaust und Comic – passt das zusammen? Eine Ausstellung in MĂŒnchen sucht Antworten. Organisator Ralf Palandt ĂŒber die Gefahr der Verharmlosung, Propaganda von Nazi-Gegnern und NPD – und was Hitlers “Mein Kampf” auf einer MĂŒllkippe in Entenhausen zu suchen hat.

sueddeutsche.de: Comics spitzen hÀufig zu, sind satirisch oder wollen einfach nur unterhalten. Besteht da nicht die Gefahr, dass Themen wie der Holocaust oder das Dritte Reich verharmlost werden?

Ralf Palandt: Diesen Vorwurf höre ich hÀufig. mehr

BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, Prielmayerstr. 3, D-80335 München
Tel.: (089) 51 555 240, Fax (089) 51 555 244
email: bayernforum@fes.de, www.bayernforum.de

“Graphic Novels definieren die Grenze zwischen Kunst und Pop neu”

Dienstag, den 19. Juli 2011

“Sie sind der wichtigste Buchtrend der letzten Jahre”, stellt Julia Kospach in ihrem einfĂŒhrenden Artikel ĂŒber Graphic Novels fĂŒr das österreichische Magazin “Format” fest. Die Begeisterung dafĂŒr teilt auch Karikaturist Gerhard Haderer, der neben einer Reihe von Verlagsvertretern, unter anderem von Reprodukt, Luftschacht und Suhrkamp, zu Wort kommt. Der mehrseitige Artikel in dem auch eine Reihe aktueller BĂŒcher empfohlen werden, ist – inklusive einer Bildergalerie – nun auch online abrufbar.

Graphic Novels definieren die Grenze zwischen Kunst und Pop neu

Comics – Schundhefte fĂŒr Kinder? Schon lange nicht mehr. Gezeichnete Romane, Reportagen und Geschichten sind einer der wichtigen neuen Trends des Buchmarkts. In den Graphic Novels trifft Literatur auf Kunst.

Das Klischee: Comics sind gezeichnetes Fastfood fĂŒr Kinder und Kindische, bevölkert von Superhelden, Außerirdischen und sprechenden Tieren. Etwas, das Erwachsene mit ein wenig WĂŒrde im Leib nur dann freiwillig angreifen, wenn sie es ihrem Kind entreißen, um ihm stattdessen ein gutes Buch in die Hand zu drĂŒcken. Ähem: nicht ganz! Um genau zu sein: Schon ziemlich lange nicht mehr. Die Comics sind in der Hochkultur angekommen. mehr

“Chronist der Außenseiter”

Dienstag, den 19. Juli 2011

In der gestrigen Sendung des WDR 5-Kulturmagazins “Scala” stellte Christian Möller den französischen Autoren Baru und dessen neuen Band “Hau die BĂ€sse rein, Bruno!” (Edition 52) vor.

Chronist der Außenseiter

Der französische Comic-Zeichner Baru

Ein Franzose nordafrikanischer Herkunft auf der Flucht vor rassistischen SchlĂ€gern, ein Boxer, der sich aus der Arbeitersiedlung heraus kĂ€mpft, ein schwarzes Fußballtalent ohne gĂŒltige Papiere – drei der Charakteren, von denen Baru in seinem Comics erzĂ€hlt. 1947 als HervĂ© Baruela in Lothringen als Sohne einer italienischstĂ€mmigen Arbeiterfamilie geboren, arbeitete erst als Sportlehrer, bevor er, als Chronist von Migration und Arbeiterklasse in Frankreich bekannt wurde. mehr

Zur Audiodatei der Sendung als MP3-Datei gelangt man hier.

“Sprach-Bilder – Marcel Proust als Comic”

Montag, den 18. Juli 2011

FĂŒr das 3Sat-Magazin “Kulturzeit” traf sich Nicolette Feiler-Thull mit StĂ©phane Heuet, um mit ihm ĂŒber die fortwĂ€hrende Arbeit an seiner Adaption von Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” (Knesebeck) zu sprechen. Der Beitrag, bereits Anfang des Monats ausgestrahlt, lĂ€sst sich weiterhin online ansehen (siehe unten).

Sprach-Bilder – Marcel Proust als Comic

Der Bretone StĂ©phane Heuet traut sich was: Er macht aus einem Schwergewicht der Weltliteratur, aus Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” eine Bildergeschichte, aus sieben Romanen einen Zyklus von Graphic Novels. Ist das Blasphemie?

“Es ist nicht möglich, seltenere Arten an einem Ort vereint zu finden als diese jungen BlĂŒten, die vor mir die Linie des Meeres wie eine luftige Hecke unterbrechen.” Marcel Proust spricht an dieser Stelle seines Romanwerks ĂŒber junge MĂ€dchen, StĂ©phane Heuet zeichnet Möwen. Wie passt das zusammen, was bleibt von der Literatur, wenn jemand sprachmĂ€chtige Texte in bunte Bilder ĂŒberfĂŒhrt? mehr

“Comixene” 110 im Handel

Sonntag, den 17. Juli 2011

Ab sofort erhĂ€ltlich ist die neue Ausgabe des Comicfachmagazins “Comixene”. Aus aktuellem Anlass wirft man einen Blick auf “Das atomare Trauma in Manga & Anime”: Kernenergie und atomare Zerstörung wurden in der japanischen Comickultur immer schon aufgegriffen. Auf welche Art das geschah und was die Katastrophe von Fukushima bedeutet, wird hier beleuchtet.

DarĂŒber hinaus stehen auch Graphic Novels wieder im Mittelpunkt einer Reihe von Artikeln: So werden in lĂ€ngeren PortrĂ€ts der australische Comic- und Kinderbuchauchtor und Oscar-Gewinner Shaun Tan (“Ein neues Land”, Carlsen) sowie der amerikanische Comicautor Daniel Clowes (“David Boring”, Reprodukt) vorgestellt.

AusfĂŒhrlich wird auch in das neue Buch von David Mazzucchelli “Asterios Polyp” (Eichborn) eingefĂŒhrt, das aufgrund der Turbulenzen um den Verlag noch nicht ausgeliefert wurde.

“Comixene” 110 ist im Comic- und Bahnhofsbuchhandel erhĂ€ltlich.

“Lauras Lied” – Neue Graphic Novel bei Schreiber & Leser

Freitag, den 15. Juli 2011

Im August erscheint mit “Lauras Lied” eine neue Graphic Novel beim MĂŒnchner Verlag Schreiber & Leser. Der Band basiert auf dem Roman “Elle ne pleure pas, elle chante” von AmĂ©lie Sarn und wurde von Eric Corbeyran, dessen Kafka-Adaption “Die Verwandlung” (mit Richard Horne) bei  Knesebeck erschienen ist, als Comic adaptiert. Die Zeichnungen stammen von Thierry Murat.

„Schon als Baby hat Papa dich vergöttert. Wenn du geschrien hast, sagte er: ‚Sie weint nicht, sie singt.‘“, erzĂ€hlt Lauras Großmutter. Wenige Jahre spĂ€ter wurde aus Vaterliebe Sex.

Jetzt liegt Lauras Vater nach einem Unfall im Koma, hilflos – harmlos. Die Ärzte sagen, man soll zu ihm sprechen, er könnte es vielleicht verstehen.

Und dann beginnt Laura zu reden…

Lauras Lied, ISBN 978-3-941239-67-8, 104 Seiten, Softcover, farbig, 18,80 EUR, erscheint im August bei Schreiber & Leser

“Weil man muss”

Donnerstag, den 14. Juli 2011

Comicautor James Sturm (“Markttag”, Reprodukt) traf sich am Rande des Comicfestivals in MĂŒnchen Ende Juni mit Marc-Oliver Frisch, der ihn fĂŒr das Online-Magazin Comicgate.de interviewte. Im ausfĂŒhrlichen GesprĂ€ch werden eine ganze Reihe der BetĂ€tigungsfelder des vielseitigen Amerikaners angesprochen.

“Weil man muss”: Interview mit James Sturm

Der US-amerikanische Cartoonist und Eisner-Award-Gewinner hatte seinen ersten Deutschland-Besuch mit einem Zwischenstopp in Berlin begonnen. Der Anlass war Sturms DebĂŒt in deutscher Sprache, Markttag, eine ĂŒbersetzte Ausgabe seines Buchs Market Day von 2010. Erschienen bei Reprodukt, dessen Chef Dirk Rehm in MĂŒnchen mit dem ICOM-Independent-Sonderpreis fĂŒr eine besondere Leistung ausgezeichnet wurde, befindet sich Markttag hierzulande in der Gesellschaft ansprechend aufgemachter Editionen der Werke von Cartoonisten wie Arne Bellstorf, Joann Sfar und Craig Thompson. mehr

Aisha Franz bei MIKADO

Donnerstag, den 14. Juli 2011

Aisha Franz hat auf hr2 Kultur in der Sendung “Mikado” im aktuellen KulturgesprĂ€ch ein ausfĂŒhrliches Interview ĂŒber ihre Arbeit und ihre Graphic Novel “Alien” (Reprodukt) gegeben. Anzuhören hier.

Zu Gast: Aisha Franz, Comic-Zeichnerin

Der Comic galt lange Zeit als das Schmuddelkind der Literatur. Inzwischen schafft es der eine oder andere auch ins Feuilleton. Die junge Zeichnerin Aisha Franz kennt sich in der Comicszene aus und hat jetzt ihren ersten Comic? Alien? veröffentlicht. Er erzÀhlt die Geschichte einer Mutter und ihrer beiden Töchter, in der eine von Aliens bevölkerte Fantasiewelt eine wichtige Rolle spielt. mehr

Neue Graphic Novel bei Tolkemitt

Mittwoch, den 13. Juli 2011

Auch der Berliner Tolkemitt Verlag veröffentlicht in KĂŒrze eine erste Graphic Novel: Will Bingley und Anthony Hope-Smith portrĂ€tieren in “Gonzo: Die grafische Biographie von Hunter S. Thompson” den eigenwilligen amerikanischen Journalisten. Im Zentrum des Buches stehen die 1960er und 1970er-Jahre, in denen viele seiner bekannten Reportagen – unter anderem ĂŒber die Hell’s Angels – entstanden.

Aus dem Englischen ĂŒbersetzt wird der Band von Jan-Frederik Bandel, der bereits selbst als Comicautor in Erscheinung getreten ist (“Im Museum”, mit Sascha Hommer, Reprodukt). Die von Juli bis Dezember geltende Vorschau nennt noch keinen Erscheinungstermin.

Gonzo – Die grafische Biographie von Hunter S. Thompson, ISBN 978-3-942048-43-9, 180 Seiten, Hardcover, 14,95 EUR