Newcomer David Petersen entwirft in “Mouse Guard” ein wundersames Zwischenreich: die Geschichte einer Mäusezivilisation im Mittelalter. Versteckt agieren die Nager in dieser schweren Zeit, in der nicht nur Schlangen, Wölfe und Krabben schier gigantische Feinde sind, sondern auch machtgierige und intrigante Mäuse.
Passend zur Signierstunde erscheint mit “Legenden der Wächter” ein Band mit Kurzgeschichten aus dem “Mouse Guard”-Universum, die in diesem Fall von verschiedenen Zeichner und Autoren stammen. Aus diesem Anlass ist ein auf 111 Exemplare limitierter Kunstdruck erhältlich, den David Petersen vor Ort signieren wird. Die Signierstunde beginnt um 14 Uhr und endet um 16 Uhr.
Gleich zwei Titel werden vom “AFKAT – Dem Hamburger Graphic-Novel-Förderpreis” unterstützt. Eigentlich war nur vorgesehen, dass ein Titel ausgezeichnet wird, aber scheinbar haben gleich zwei Einreichungen die Juroren dermaßen beeindruckt, dass kurzerhand ein Sonderpreis vergeben wurde.
Der Förderpreise geht an Texter Jan Kottisch und Tilo Richter für ihren Titel “Flash Preußen”:
Flash Preußen, der Superheld in Badehose, ist in Aufruhr: Eine letzte Aufgabe liegt noch vor ihm, bevor er abtreten kann. Zusammen mit seiner Nachbarin Simone begibt er sich in seine Vergangenheit – auf der Suche nach etwas, das er als Kind verloren hat und das ihn seitdem nicht mehr loslässt.
Begründung der Jury: Tilo Richter beherrscht eine wundervolle Zeichentechnik, die schon nach der ersten Veröffentlichung einen eigenen Stil erkennen lässt. Der Text von Jan Kottisch harmonisiert in seinem Minimalismus hervorragend mit den schlichten, klaren Zeichnungen. „Flash Preußen“ ist eine aufregende Bereicherung der deutschen Graphic Novel-Szene, die zeigt, dass es manchmal weniger Worte bedarf, um spannende Geschichten zu erzählen.
Der Sonderpreis geht an Karin Kraemer für “Das Mädchen ohne Hände – Ein Märchen frei nach den Gebrüdern Grimm”
Ein armer Müller begegnet im Wald dem Teufel, der ihn reich machen will im Tausch gegen das, was sich hinter seiner Mühle befindet. Der Müller denkt, es handele sich um einen Apfelbaum, geht auf den Tausch ein und ahnt nicht, dass auch seine Tochter hinter der Mühle steht. Für sie beginnt eine lange Reise.
Die Illustratorin hat einen bekannten Stoff so einzigartig individuell erzählt und illustriert, dass die Jury sich kurzerhand dazu entschied, einen Sonderpreis auszuloben, da es sich bei der Arbeit nicht um eine Graphic Novel im klassischen Sinne handelt. Obwohl jede Seite einen Teil des Märchens „Das Mädchen ohne Hände“ erzählt, ist sie zugleich auch als ein eigenständiges Werk zu betrachten. Mit ihren völlig unterschiedlichen Mal- und Zeichentechniken ermöglicht die junge Künstlerin dem Betrachter Assoziationen auf einer menschlichen und zugleich abstrakten Ebene.
In beiden Fällen gibt es Produktionskostenzuschüsse, die das Erscheinen der Titel im mairisch-Verlag unterstützen. Dort sind sowohl “Flash Preußen” als auch “Das Mädchen ohne Hände” mit Erscheinungstermin April angekündigt.
Flash Preußen, ISBN 978-3-938539-23-1, 96 Seiten, s/w, Klappenbroschur mit Schutzumschlag, 16,90 EUR, erscheint im April im mairisch-Verlag
Das Mädchen ohne Hände, ISBN 978-3-938539-22-4, 72 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 14,90 EUR, erscheint im April im mairisch-Verlag
Anfang März und somit rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse erscheint bei Reprodukt mit “Container” eine Werkausgabe des schwedischen Comiczeichners Max Andersson. Auf 280 Seiten enthält das Buch unter anderem eine Neuübersetzung des seit langem vergriffenen “Pixy”, sämtliche in den bei Jochen Enterprises erschienenen “Container”-Heften enthaltene Geschichten und darüber hinaus noch sehr viel neues, in deutscher Sprache bislang unveröffentlichtes Material.
In expressiven, kantigen und zugleich poetischen Bildern wird in “Container” ein einmaliges Universum zum Leben erweckt, bevölkert von Autokindern, betrunkenen Föten, obdachlosen Häusern, Fleischbäumen und Kuschelpistolen – niedlich, herzzerreissend komisch und immer gewaltbereit. “Container” sammelt erstmals das gesamte Comic-Œuvre des Schweden Max Andersson.
Max Andersons Zeichnungen erinnern an expressionistische Grafiken und die Bilderromane von Frans Masereel und Lynd Ward. Wie sie nimmt auch er gesellschaftliche Zustände und Konstellationen als Koordinaten für seine traumhaften und assoziativen Geschichten. Die Realität wird zum Bezugssystem, in dem mit einzelnen Versatzstücken frei hantiert wird – erst durch die Verdrehung wird der Blick frei und das Ergebnis schafft den nötigen Raum für die Gefühle des Betrachters.
“‘Pixy’ führt uns in etwas Schreckliches und Rasendes und Neues. Es ist der beste Comic, den ich dieses Jahr gelesen habe.” – Neil Gaiman
“Meine Art von Spaß.” – Charles Burns
Max Andersson wurde 1962 in Karesuando, Schweden geboren. Er absolvierte eine zweijährige Kunsthochschulausbildung in Stockholm (1982-84). Danach folgte ein Studium der Filmproduktion an der New York University. Nach einer Reihe von international preisgekrönten Kurzfilmen veröffentlichte er 1992 seinen ersten Comicroman “Pixy”. Seit 1997 lebt und arbeitet Max Andersson in Berlin.
Container – Gesamtausgabe, ISBN 978-3-941099-32-6, 280 Seiten, schwarzweiß und farbig, 20 x 26 cm, Softcover, 29 EUR, erscheint Anfang März bei Reprodukt
Am Donnerstag, dem 1. März stellt Aisha Franz ihren Comic “Alien” im Rahmen der Veranstaltungsreihe transfer.forum in der Buchhandlung transfer. in Dortmund vor. Zudem wird sie erste Auszüge aus ihrem neuen Buch “Brigitte und der Perlenhort” präsentieren und durch ausgewählte Skizzen einen Einblick in ihre Arbeitsweise als Zeichnerin und Autorin geben. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.
Aisha Franz, geboren 1984 in Fürth, studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt Comic und Illustration. Gezeichnete Geschichten von Aisha Franz sind unter anderem in “(KU)S!” und “Orang” erschienen. Nach “Alien” ist “Brigitte und der Perlenhort” ihre zweite Buchveröffentlichung. Aisha Franz lebt und arbeitet in Berlin.
Matthias Heine schreibt heute in “Die Welt” über “Quai d’Orsay” von Autor Abel Lanzac und Zeichner Christophe Blain. In französischer Sprache ist “Quai d’Orsay” in zwei Bänden bei Dargaud erschienen, ein Vorabdruck des zweiten Teils erfolgte im vergangenen Sommer in der Tageszeitung “Le Monde”.
Ein weiterer lesenswerter Artikel von Thomas Greven unter dem Titel “Im Herzen der Macht” ist vor kurzem auf tagesspiegel.de erschienen. Auch Andreas Platthaus hat “Quai d’Orsay” für die “FAZ” bereits einer näheren Betrachtung unterzogen: “Der Minister ist nackt”
“Quai d’Orsay” wird in deutscher Übersetzung im Oktober 2012 bei Reprodukt veröffentlicht werden.
Der Pharao von Paris und sein Schreiber
Politische Nostalgie: In Frankreich wird ein Comic über die Irakkrise 2003 und den Außenminister Villepin zum Bestseller
Glänzende Schuhe sind die Geheimwaffen der UN-Diplomatie. Sie sollen den Verhandlungspartner blenden. Als Arthur Vlaminck in die Limousine des für die Vereinten Nationen zuständigen Staatssekretärs im französischen Außenministerium steigt, fallen ihm sofort dessen spiegelblanke Halbschuhe auf. Seine eigenen sind nach der siebenstündigen Flugreise zur UN-Vollversammlung in New York matt und dampfen. Der Staatssekretär gibt dem jungen Redenschreiber des Ministers einen Rat: “Wenn du eine Unterhandlung nicht von vornherein verloren gegeben hast, ist es hilfreich, glänzende Schuhe zu haben. Das ist eine Frage der Ehre.” Und dann fragt er: “Möchtest du Schuhcreme?” Später betritt Vlaminck, die Hauptfigur des Comicromans “Quai d’Orsay”, den Konferenzraum im United Nations Plaza – und sofort fallen ihm die blanken Schuhe aller 20 Anwesenden auf. mehr
Neben der vorzüglichen Website zum Thema “Deutschsprachige Comics”, der Wanderausstellung “Comic, Manga & Co. – Die neue deutsche Comic-Kultur” und vielen auf einzelne Dependancen weltweit verteilte Aktionen wie Buchvorstellungen und Workshops, bietet das Goethe-Institut nun auch auf Comics basierende Didaktisierungen an.
Peter Schott vom Goethe-Institut in Nancy hat eine Reihe von CD-Roms vorbereitet, auf denen sich Unterrichtsmaterial und Anregungen finden, die auf folgenden Büchern aufbauen:
“Berlin, Band 1: Steinerne Stadt” von Jason Lutes (Carlsen), “Gift” von Peer Meter und Barbara Yelin (Reprodukt), “drüben!” von Simon Schwartz (avant-verlag), “Berlinoir 1-3″ von Reinhard Kleist (Edition 52), “Elender Krieg” von Jean-Pierre Verney und Jacques Tardi (Edition Moderne), “Der erste Frühling” von Klaus Kordon, Christoph Heuer und Gerlinde Althoff (Carlsen),
sowie dem in Deutschland bislang unveröffentlichten Band “Fitz Haber, Band 1″ von David Vandermeulen (Delcourt). Zusätzlich gibt es noch eine “Einführung in die Comic-Sprache”.
Genauere Informationen zu Aufbereitung und Inhalt sowie zu den Bezugsmöglichkeiten sind beim Goethe-Institut Nancy zu erfahren. Bereits vor einiger Zeit stellten wir unsere “Fünf Fragen” an Peter Schott.
Vom 13. April bis zum 19. August 2012 zeigt das Museum of Modern Art in Paris eine Werkschau von Robert Crumb – unter dem schlichten Titel “Crumb”. R. Crumb, der in den Sechzigerjahren sene ersten Underground-Comics in der Heftserie “Zap Comix” selbst verlegt hat, wurde einem breiten Publikum vor allem durch seine Schöpfungen Mister Natural und Fritz the Cat bekannt.
In deutscher Sprache ist von R. Crumb zuletzt im Jahre 2009 seine Interpretation der “Genesis” beim Hamburger Carlsen Verlag erschienen.
Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, 11 avenue du Président Wilson, F-75116 Paris
tel. +33 1 53 67 40 00 www.mam.paris.fr
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr
Jirō Taniguchis Zweiteiler „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ ist ein Manga für Manga-Neulinge – auch wenn einige Aspekte auf westliche Leser irritierend wirken.
In zwei Bänden ist Jirō Taniguchis Comic-Adaption „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ der gleichnamigen Romanvorlage von Hiromi Kawakami bei Carlsen erschienen – in der Graphic-Novel-Rubrik, nicht bei den Mangas. Tatsächlich passt diese Einordnung zum Charakter der Neuerscheinung: „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ ist ein Manga für Leser, die mit Mangas gemeinhin nicht so viel anfangen können. mehr
Bereits für die Dezemberausgabe der Zeitschrift “Literaturen” hat Jens Balzer eine ausführliche Besprechung zu Nicolas Mahlers“Alte Meister” (nach Thomas Bernhard) geschrieben. Das Buch ist im Herbst 2011 bei Suhrkamp als erste Graphic Novel des Verlags erschienen.
Klopskörper in Kardinalskutte
Thomas Bernhards „Alte Meister“ in einer Comic-Fassung? Dem Zeichner Nicolas Mahler gelingt das mit Bravour. Er eröffnet damit die erste Comic-Reihe des ehrwürdigen Suhrkamp Verlags.
Seit über dreißig Jahren sitzt der Musikkritiker Reger jeden zweiten Tag, außer montags, auf derselben Bank im Kunsthistorischen Museum Wien: Er sitzt im sogenannten Bordone-Saal vor Tintorettos „Weißbärtigem Mann“, dem einzigen von den Alten Meistern im Haus, der ihm ohne Makel erscheint. Tizian? Rubens? Dürer? Das sind für Reger lediglich Dilettanten. Außerdem ist der Bordone-Saal der einzige Ort in diesem Museum, der eine für Reger angenehme Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufweisen kann. So sitzt er hier also tagein, tagaus und kritisiert und erregt sich über die Musik, die Malerei und die anderen Künste; aber auch über die Welt im Allgemeinen und sein Heimatland Österreich im Speziellen. mehr
Für das aktuelle “arte journal” vom 22. Februar hat Sven Waskönig einen Beitrag über “Kafka für Afrikaner – Sofie und der schwarze Mann” erstellt, das deutschsprachige Debüt der flämischen Zeichnerin Judith Vanistendael. “Kafka für Afrikaner” ist Ende 2011 bei dem Berliner Verlag Reprodukt erschienen.
Kafka für Afrikaner – Schwarz auf weiß
Für ihren ersten Comicband hat sich die Belgierin Judith Vlanistendael einem in ganz Europa heikelem Thema gewidmet : die Liebe zwischen einer jungen Weissen aus gutem Hause und einem Togolesen ohne Aufenthaltsgenehmigung. Das Urteil unseres Comicexperten Sven Waskönig: ironisch, ernsthaft, gelungen! mehr
Drei neue Titel kommen in den nächsten Wochen aus dem Haus Knesebeck in den Handel. Weiterhin konzentriert sich der Münchner Verlag auf Literaturadaptionen von Christie, Kafka und Proust.
“Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe Swanns, Teil I“ von Marcel Proust und Stéphane Heuet
Die oberflächliche, aber schöne Kurtisane Odette de Crescy lässt den gebildeten und feinen Charles Swann zuerst kalt, mit einer Melodie gelingt es ihr, ihn zu verführen; eine Liebe entsteht, von Odette geschickt angefeuert, geprägt von Erfüllung und Enttäuschung, voller Leidenschaft und Eifersucht.
Seit mehr als 14 Jahren arbeitet Stéphane Heuet an der Umsetzung von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit als Graphic Novel. Dafür wählt er die Schlüsselszenen aus und vermittelt so einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Der von Hergé geprägte Comic-Stil der Ligne claire der 1930er-Jahre inspiriert ihn dabei. ein wunderbarer, neuer Zugang zu diesem großen Klassiker der Weltliteratur.
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe Swanns, Teil I, ISBN 978-3-86873-264-1, 48 Seiten, Hardcover, farbig, 19,95 EUR
“In der Strafkolonie” von Franz Kafka, Sylvain Ricard und Maël
Ein Reisender kommt in eine Strafkolonie, um mehr über die dortigen Zustände zu erfahren. Man zeigt ihm eine grausame Bestrafungsmaschine, die den Angeklagten ihr Urteil mit einer Nadel in den Körper ritzt – immer tiefer, zwölf Stunden lang, bis der verurteilte die Bedeutung des Schriftzugs erkennt und schließlich getötet wird.
Kafka zeichnet in ihr das Bild einer gewalttätigen Menschheit. Für die Umsetzung als Graphic Novel arbeitete Sylvain Ricard prägnant die Erzählung heraus. Maëls expressiver Stil zeigt die ganze Brutalität der Geschichte, der lineare und strenge Seitenaufbau dagegen unterstreicht die funktionalistische Überzeugung der Folterer. ein neuer Zugang zu einer zeitlos kafkaesken Geschichte.
In der Strafkolonie, ISBN 978-3-86873-459-1, 48 Seiten, Hardcover, farbig, 19,95 EUR
“Und dann gabs keines mehr” von Agatha Christie, François Rivière und Frank Leclercq
Auf einer kleinen Insel vor der Küste Devons: Ein geheimnisvoller Gastgeber hat zehn gut situierte Damen und Herren für ein Wochenende eingeladen. Nach und nach werden die dunklen Geheimnisse, die ein jeder in seinem Leben hat, enthüllt, und einer nach dem anderen verliert auf tragische Weise sein Leben …
Und dann gabs keines mehr von Agatha Christie ist eines der meistverkauften Bücher der Welt und wurde mehrfach fürs Theater und Kino adaptiert. Die Zeichnungen von Leclercq fangen auf beeindruckende Weise die aufgeladene Stimmung auf der einsamen Insel ein.
Und dann gabs keines mehr, ISBN 978-3-86873-442-3, 48 Seiten, Hardcover, farbig, 16,95 EUR
Am Freitag, dem 27. April und Samstag, dem 28. April lädt die Büchereifachstelle der Evangelischen Kirche von Westfalen ins Haus Villigst in Schwerte zu einem Literaturseminar für Mitarbeitende in Büchereien und weitere Interessierte ein. Unter der Leitung der Diplom-Bibliothekarin Dörte Melzer befasst es sich unter dem Titel “Lebensbilder – Bilder vom Leben, geschrieben – gezeichnet – gelesen” mit dem Thema Biografien.
Als Referentinnen sind geladen: Die Historikerin Dr. Claudia Puschmann, sowie die Comic-Zeichnerin und Illustratorin Elke R. Steiner (“Die anderen Mendelssohns”, Reprodukt).
Biografien werden viel gelesen: sowohl über berühmte Menschen als auch über weniger berühmte Menschen, wenn sie in ihrem Leben große Herausforderungen meistern mussten. Was interessiert die Lesenden daran? Das wollen wir gemeinsam herausfinden.
Biografien werden geschrieben und unterschiedlich angelegt: von der wissenschaftlichen Monographie bis zum biographischen Roman. Zum Vergleich bieten sich in diesem Jahr die Bücher über Friedrich II an. Welche Form spricht wen an? Wann ist einLebensbild noch eine Biografie? Wie ist das mit den historischen Fakten? Wir werden Einblick in die Arbeit einer schreibenden Biografin bekommen und dabnei Kriterien zur Bewertung und Einschätzung entwickeln.
Biografien werden gezeichnet, z.B. als Graphic Novel. Wir werden mit einer zeichnenden Biografin das Bilderlesen lernen. Biografien werden gedruckt und verkauft: Wir stellen Neuerscheinungen vor. Biografien werden ausgeliehen: Wir teilen miteinander Erfahrungen aus dem Büchereialltag, geben und bekommen Anregungen.
Weitere Informationen zum Seminar gibt es hier, die offizielle Einladung kann hier als PDF heruntergeladen werden.
“Virtuos inszeniert” findet Klaus Schikowski“Patchwork” von Katharina Greve (Gütersloher Verlagshaus), wie er in der heutigen Ausgabe des “Tagesspiegels” schreibt.
Subversive Familienfreuden
„Patchwork“ von Katharina Greve ist eine erfrischend originelle und bemerkenswert komische Graphic Novel über die Kunst des Zusammenfügens.
Das maßlose Überzeichnen von Figuren war früher einmal eine Domäne des Comics. In der Tradition der beißenden Parodien der Zeitschrift „MAD“ und bei den satirischen und subversiven Kurzgeschichten amerikanischer und französischer Undergroundzeichner wurde Gesellschaftskritik überspitzt dargestellt. mehr
Vom 7. März bis zum 25. Mai zeigt das Literaturhaus Stuttgart unter dem Titel “Leben nach Fahrplan” eine Ausstellung zu der bei Voland & Quist erschienenen Graphic Novel “Alois Nebel” von Jaroslav Rudiš und Jaromír 99. Am Eröffnungsabend (Mittwoch, 7. März, Beginn: 20 Uhr) werden Zeichner und Autor anwesend sein, es wird aus dem Buch gelesen sowie ein Konzert der Band “Priessnitz” gegeben, bei der Jaromír 99 aktiv ist.
“Alois Nebel” ist eine tschechische “graphic novel” in drei Teilen (2003-2005), ein raues, holzschnittartiges, schwarzweißes Gemeinschaftswerk des Schriftstellers Jaroslav Rudiš und des Zeichners und Musikers Jaromír 99, das im Verlag Voland & Quist nun auch auf Deutsch erscheint. Die Verfilmung von Tomáš Luňák feierte 2011 auf der Biennale in Venedig Premiere und kommt demnächst in die deutschen Kinos.
Das Literaturhaus hat in Zusammenarbeit mit den beiden Autoren die Ausstellung Alois Nebel – Leben nach Fahrplan entwickelt, die ins verlassene Altvatergebirge und die Geschichte von Mitteleuropa führt. Zur Eröffnung spielt Priessnitz, eine der bekanntesten tschechischen Rockbands. Gegründet wurde sie 1989 in Jeseník von Jaromír 99 und dem Gitarristen Petr Kružík. Der Name Priessnitz bezieht sich auf den Erfinder der Wasserkur Vincenz Priessnitz, der in Jeseník im 19. Jahrhundert einen Kurort gegründet hat. Das erste Album Freiwaldau – der ehemalige Name von Jeseník – erschien 1992 und wurde genauso Kult wie das Folgealbum Nebel.
Über den Gerichtscomic “Verbotene Kunst” des Autors Anton Nikolajew und der Zeichnerin Viktoria Lomasko, die Hintergründe seiner Entstehung sowie die russische Comic-Szene allgemein berichtet Ute Weinmann in der aktuellen Ausgabe der “Jungle World”. Der Band wird im Herbst auf Deutsch bei Matthes & Seitz erscheinen.
Eine Ausstellung in der Wiener Galerie Knoll mit Originalen aus dem Buch endete am vergangenen Wochenende.
Glasnost im Gericht
Die russische Zeichnerin Viktoria Lomasko schildert in ihrer Graphic Novel »Verbotene Kunst« den Prozess gegen die Kuratoren der gleichnamigen Ausstellung.
Russland galt lange Zeit als eine Nation von Bücherwürmern. Menschen mit dicken Klassikern der russischen Literatur unter dem Arm prägten das Stadtbild, selbst in der vollen Metro konnte man ihnen begegnen. Verlage brachten ihre Bücher in Millionenauflage heraus und durften auf ein treues Lesepublikum vertrauen. Auch die bildende Kunst hatte ihren Platz im Alltag der russischen beziehungsweise sowjetischen Gesellschaft. mehr
Katja Lüthge sieht in Bastien Vivès´ “Polina” (Reprodukt) “eine aufgeklärte Liebeserklärung an die hohe Kunst des Balletttanzens”, wie sie in ihrem Artikel für die heutige Ausgabe der “Berliner Morgenpost” schreibt.
Liebeserklärung an den Balletttanz
Die Versuchung ist groß, das Wesen des Balletttanzens mit Gegensatzpaaren zu beschreiben. Unauflösbar scheinen hier Schönheit und Schmerz, Arbeit und Anmut, Erfolg und Elend miteinander in einem Spannungsverhältnis zu stehen, stets nur einen winzigen Fehltritt voneinander entfernt.
Eine Konstellation mit dramatischen Potenzial mithin, die auch in Bastien Vivès Comic “Polina”, der Hommage an eine fiktive Primaballerina, immer wieder spürbar wird. mehr
Michael Heitmann stellt auf tagesspiegel.de“Alois Nebel” vor, die bei Voland & Quist erschienene Graphic Novel der Tschechen Jaromir 99 und Jaroslav Rudiš.
Geisterfahrt ins Sudetenland
In Tschechien ist die Comic-Trilogie um Fahrdienstleiter Alois Nebel Kult. Nun ist die bissige Fahrt zu den Dämonen des 20. Jahrhunderts auf Deutsch erschienen – eine humorvolle Comic-Reise in die deutsch-tschechische Beklommenheit.
Den tschechischen Eisenbahner Alois Nebel plagen Geisterzüge aus der Vergangenheit. In seinen Tag- und Alpträumen fällt er in den Sog der brutalen Geschichte Mitteleuropas. mehr
In der heutigen Ausgabe der “Neuen Zürcher Zeitung” schreibt Christian Gasser über “Polina” von Bastien Vivès (Reprodukt). Zitate des Autors ergänzen den Artikel, und auch Bastien Vivès’ Comics “Der Geschmack von Chlor” und “In meinen Augen” werden kurz vorgestellt.
Die Lust, Tänzerinnen zu zeichnen
Der 27-jährige Bastien Vivès ist der Star einer neuen französischen Comic-Generation. Produktiv, vielseitig und einfallsreich, hat er in wenigen Jahren mit einer Handvoll vielbeachteter Bücher für Aufsehen gesorgt. In «Polina» beschreibt er den Werdegang einer Tänzerin – und reflektiert sein eigenes Schaffen.
«Wenn sie mit sechs Jahren nicht beweglich sind, werden sie es mit sechzehn noch weniger sein. Beweglichkeit und Anmut kann man nicht lernen. Das ist eine Gabe.» Das sagt Bojinski – ein ebenso berühmter wie gefürchteter Tanzlehrer, der sein Gesicht unter einem schwarzen Vollbart und seine Augen hinter dicken Brillengläsern versteckt – vor einer Gruppe sechsjähriger Mädchen. mehr
Begleitend zur Ausstellung wird ein über 200-Seitiger Band mit Skizzen von Dorgathen in der Edition Moderne erscheinen, der unter dem Namen “Holodeck” in den Handel kommen wird.
In der Buchsendung “Seite EINS” auf Radio Eins wurde zuletzt “Stuck Rubber Baby” von Howard Cruse vorgestellt und Redakteur Filip Kolek vom Verlag Cross Cult zu dieser Neuausgabe interviewt.
Stuck Rubber Baby
Er ist kein Held, auch mutig war er nie. Er ist ängstlich, hofft auf Veränderung und versucht sich zu arrangieren. Ein junger Amerikaner, der sich selbst verleumdet. Ein weißer Schwuler, der sich Anfang der 60-er Jahre in den reaktionären Südstaaten für die Gleichberechtigung der Schwarzen einsetzt und noch dazu seine Homosexualität akzeptiert wissen will? mehr
Direkt zum Beitrag im MP3-Format gelangt man hier.