Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Monatsarchiv für MĂ€rz 2012

Kristiina Kolehmainen (1956-2012)

Samstag, den 31. MĂ€rz 2012

Wie der Blog der Stockholmer Comic-Bilbliothek “Serieteket” bekannt gab, starb Anfang vergangener Woche dessen Leiterin Kristiina Kolehmainen. Sie war eine der prĂ€genden Figuren der europĂ€ischen Comicszene, eine von grenzenlosem Enthusiasmus und unermĂŒdlichem Tatendrang sprĂŒhende Kulturfördererin und Netzwerkerin im Namen der Comics. Einen Nachruf verfasste der Freiburger ComichĂ€ndler Ulrich Pröfrock:

Hongkong, Helsinki, Harlem – Lissabon, London, Luzern – New York, Lucca, AngoulĂȘme, viele andere Orte wĂ€ren noch zu nennen, wo einem das Aufleuchten ihres hellroten Haarschopfes, und ihre eindringliche Stimme in der Menge bedeuteten: das hier muss wohl das Zentrum der internationalen Besucherschar sein. Denn: Kristiina Kolehmainen konnte nicht unbemerkt bleiben, und beinahe immer war sie anzutreffen. Allein Erlangen durfte sie, und sie durfte Erlangen nicht mehr erleben. Die beginnende Krankheit verwehrte ihr den Besuch 2010.

Eine Finnin in Schweden, die mit rastlosem und nicht zu entmutigendem Engagement, gegen alle institutionalisierten WiderstÀnde ihre Sache vorantrieb: dem Comic, der grafischen ErzÀhlform, Respekt und Akzeptanz zu verschaffen, als gleichwertigen, eigenstÀndigen Bestandteil des Alltags- wie Kulturlebens unserer Zeit.

Ihrer Unbeirrbarkeit verdankt Stockholm mit Serieteket eine vielleicht einzigartige Comic-Lese- und Leihbibliothek im Kulturhuset, einem der kulturellen Zentren im Herzen der Stadt. Das Stockholm International Comics Festival gĂ€be es ohne sie nicht in dieser Form. Es war schwer, sich nicht von ihrer Begeisterung fĂŒr die Sache mitreissen zu lassen, schwer vorstellbar, ihr einen Gefallen zu verweigern.

Ihre Erkrankung nahm sie als Herausforderung. Vor acht Wochen noch, in AngoulĂȘme, galt all ihre Energie der Vorbereitung des Stockholmer Festivals. Am vergangenen Dienstag ist Kristiina Kolehmainen der Krankheit unterlegen. Wir verlieren eine liebenswerte Freundin und Wegbegleiterin.

– Uli Pröfrock

“Die menschliche Webcam “

Samstag, den 31. MĂ€rz 2012

In der “taz” vom 31. MĂ€rz schreibt Waldemar Kesler ĂŒber “Omni-Visibilis” von Szenarist Lewis Trondheim und Zeichner Mathieu Bonhomme (Salleck Publications). Der Autor folgert, “Omni-Visibilis” sei “der beste Beweis dafĂŒr, wie scharfsinnig die derbe Komik der Burleske sein kann, wenn ihr ein virtuoser Autor wie Trondheim den richtigen Rahmen verpasst”.

Die menschliche Webcam

Der französische Autor Lewis Trondheim arbeitet fĂŒr die grafische ErzĂ€hlung “Omni-Visibilis” erstmals mit einem realistischen Zeichner zusammen. Das Experiment ist auf ganzer Linie geglĂŒckt

Lewis Trondheim gehört als Comiczeichner und -szenarist zu den Erfolgreichsten seines Fachs. 2006 erhielt er fĂŒr seinen Beitrag zur Kunst des Comics den Grand Prix de la Ville d’AngoulĂȘme. Sein Blick auf die Menschen und ihr Treiben ist ebenso desillusioniert wie belustigt. Im Alltagskolorit (wie in der Reihe “Die erstaunlichen Abenteuer von Herrn Hase”) oder im historischen Gewand (wie im Comicroman “Insel Bourbon 1730″) zeichnet er Fabeln, in denen sich die anthropomorphisierten Tiere entweder wie tumbe Berserker oder kindsköpfige HanswĂŒrste gebĂ€rden. mehr

Daniel Clowes in der “New York Times”

Freitag, den 30. MĂ€rz 2012

In einem kurzen Video-Portrait fĂŒr die “New York Times” erzĂ€hlt Comic-Autor Daniel Clowes (“David Boring”, Reprodukt; “Wilson”, Eichborn) von seiner Arbeit und seinem Werdegang.

Neue Graphic Novel bei Mare

Freitag, den 30. MĂ€rz 2012

Mit “Die Ballade von Seemann und Albatros” von Nick Hayes hat auch der mare-Verlag nun eine erste Graphic Novel veröffentlicht.

Die Ballade von Seemann und Albatros ist eine moderne Version der berĂŒhmten Ballade The Rime of the Ancient Mariner von S. T. Coleridge (1798) – doch bei Nick Hayes fĂŒhrt die fantastische Schiffsreise in eine Umweltkatastrophe: Nachdem der Seemann achtlos einen Albatros abgeschossen hat, gerĂ€t das Schiff in den nordpazifischen MĂŒllwirbel; rachsĂŒchtig verwandelt sich das Meer in ein Konfetti aus Plastik, SchraubverschlĂŒssen, Styropor und Nylonnetzen.

»Du hast den Albatros getötet / und so das Meer empört, / das unserer ganzen Mannschaft / grausame Rache schwört!«, entrĂŒstet sich die Crew. Ein schĂ€umendes Meer, giftiger Schlick und geisterhafte Erscheinungen: Der Seemann begreift, was der ĂŒbertriebene menschliche Konsum angerichtet hat. GelĂ€utert kehrt er zurück an Land, er will die Menschen aufrĂŒtteln.

Wem wird der Großstadtmensch auf der Parkbank seine Aufmerksamkeit schenken: dem Seemann oder seinem Blackberry?

Die Ballade von Seemann und Albatros, ISBN 978-3-86648-157-2, 352 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 28 EUR

“Ein Schwarzer in der weißen Hölle”

Donnerstag, den 29. MĂ€rz 2012

In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” stellt Christian SchlĂŒter “Packeis” von Simon Schwartz (avant-verlag) vor.

Ein Schwarzer in der weißen Hölle

Matthew Alexander Henson war vermutlich der erste Mensch am Nordpol. Geehrt wurde er zunĂ€chst dafĂŒr nicht, denn Henson war Afroamerikaner. Seine Geschichte hat der Zeichner Simon Schwartz nun in seinem Comic “Packeis” verarbeitet.

LĂ€ngst vergangene Geschichten, immer noch unglaublich, aber wahr: Matthew Alexander Henson (1866 bis 1955) war ein amerikanischer Polarforscher, der am 6. April 1909 vermutlich als erster Mensch den Nordpol erreichte, eine Leistung, fĂŒr die allerdings nicht er, sondern andere geehrt wurden, weil er Afroamerikaner war. mehr

Fumetto: Letzte Chance

Donnerstag, den 29. MĂ€rz 2012

Noch bis zum kommenden Sonntag hat das Comicfestival Fumetto in Luzern seine Pforten geöffnet. Zusehen sind eine Vielzahl von Ausstellungen, darunter auch die Gruppenausstellung “Damenstammtisch” mit Comics von Sharmila Banerjee, Gabrielle Bell, Vanessa Davis, Aisha Franz (“Alien”, Reprodukt), claire Lenkova, Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), Kati Rickenbach (“Jetzt kommt spĂ€ter”, Edition Moderne), Caroline Sury und Elisabeth Zwimpfer. Fast alle Zeichnerinnen sind vor Ort, unten zu sehen sind Vanessa Davis, Uli Lust und Aisha Franz. Die Comics des “Damenstammtisches” lassen sich komplett in der aktuellen Ausgabe des “Strapazins” nachlesen.

DarĂŒber hinaus werden im umfangreichen Ausstellungsprogramm Arbeiten folgender KĂŒnstler gezeigt: Yves Chaland, Raymond Pettibon, Serge Clerc, Tom Tirabosco (“Im Dunkeln”, mit Pierre Wazem, avant-verlag) und Nicolas Robel. Auf der Festival-Website lĂ€sst sich das komplette Programm ansehen.

“JuLit” zum Thema “grafische Literatur fĂŒr Kinder und Jugendliche”

Donnerstag, den 29. MĂ€rz 2012

Nachdem zuletzt in “kjl&m – forschung.schule.bibliothek” Comics fĂŒr Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt standen, widmet ihnen nun die neue Ausgabe der Zeitschrift “JuLit – Zeitschrift des Arbeitskreises fĂŒr Jugendliteratur” eine eigene Ausgabe. Genau geht es hier um “Aktuelle Tendenzen in der grafischen Literatur fĂŒr Kinder und Jugendliche”.

In einer Reihe von BeitrĂ€gen werden unterschiedliche Aspekte beleuchtet: So geht es zum Beispiel um “Facetten des ErzĂ€hlens in Bild- und Schrifttext” (Bernd Dolle-Weinkauff), “Comics und Graphic Novels fĂŒr Kinder” (Felix Giesa), “Bildgeschichten im Unterricht” (Dietrich GrĂŒnewald) und “Comic-Fabeln gegen Faschismus und Rassismus” (Ralf Palandt).

In weiteren BeitrĂ€gen wird die KĂŒnstlerin Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”) vorgestellt und der KĂŒnstler Flix (“Don Quijote”, beide Carlsen) zu einer Arbeit interviewt.

Die aktuelle Ausgabe von “JuLit” kostet 9,50 EUR und lĂ€sst sich direkt auf der Website des “Arbeitskreises fĂŒr Jugendliteratur” bestellen.

“Israel im Comic verstehen”

Dienstag, den 27. MĂ€rz 2012

In der aktuellen Ausgabe der “Berliner Zeitung” vom 28. MĂ€rz schreibt Christian SchlĂŒter ĂŒber “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle (Reprodukt) und muss anerkennen, dass sich der Comic als ein historisch wie politisch durchaus belastbares Medium erweist.

Israel im Comic verstehen

Guy Delisles meisterhafte „Aufzeichnungen aus Jerusalem“: Noch nie wurden im Comic die politischen VerhĂ€ltnisse in Israel so genau beschrieben. Überraschend sind vielmehr die vielen einzelnen, in kleinen Episoden eingefangenen Beobachtungen.

Der Kanadier Guy Delisle ist wohl das, was man einen Comic-Zeichner nennen kann. Jedenfalls hat er eine Reihe von „ordentlich erzĂ€hlten“ und „sauber gezeichneten“ Geschichten vorgelegt, die allesamt die genretypischen Kriterien in idealer Weise erfĂŒllen. Dazu gehören nicht nur die frĂŒhen Arbeiten wie etwa „RĂ©flexion“ (1996) oder „Aline et les autres“ (1999), sondern gewiss auch aktuellere wie die in Frankreich sehr beliebten Abenteuer des trotteligen Kommissars Maroni (2001ff). Auch sie sind leider immer noch nicht auf Deutsch erschienen. mehr

“Literaturservice: Die Graphic Novel “Packeis” von Simon Schwartz”

Dienstag, den 27. MĂ€rz 2012

In der heutigen Ausgabe von “Scala” auf WDR5 stellte Christian Möller “Packeis” von Simon Schwartz (avant-verlag) vor.

Literaturservice: Die Graphic Novel “Packeis” von Simon Schwartz

Mit seinem Debut “drĂŒben!”, das von der Ausreise seiner Eltern aus der DDR erzĂ€hlt, machte sich Simon Schwartz vor zwei Jahren einen Namen in der deutschen Comic-Szene. Nun legt der 30-JĂ€hrige nach: “Packeis” erzĂ€hlt eine wahre Geschichte – die von Matthew Henson, der 1909 eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung des Nordpols spielte, ja vermutlich der erste Mensch am Pol war. mehr

“Wie ein Horror-Trip auf LSD”

Dienstag, den 27. MĂ€rz 2012

Fritz Göttler rezensiert bei sueddeutsche.de “X”, den ersten Band der neuen Serie von Charles Burns. Der Artikel trĂ€gt in der heutigen Printausgabe der SĂŒddeutschen Zeitung die Überschrift “Hi, ich heiße Nitnit”. Fritz Göttler bezeichnet “X” als Charles Burns’ neue verstörende Chronik der amerikanischen Jugen der Siebziger und stellt fest, dass Charles Burns darin vor allem Wahrnehmung und nicht das Gesehene dokumentiert. In der analytischen Rezension kommt zudem das schöne Verb “ausixen” vor.

Wie ein Horror-Trip auf LSD

Charles Burns hat gegenwĂ€rtig den hĂ€rtesten Strich aller amerikanischen Comic-Zeichner, die stĂ€rksten Konturen, das tiefste Schwarz. Nach “Black Hole” ist “X” seine neue Chronik der amerikanischen Jugend der Siebziger – verstörend, deformiert, apokalyptisch. Ein Trip, wie man ihn sonst nur von William S. Burroughs oder David Lynch kennt.

Die Rieseneier mit dem gesprenkelten Ausschlag haben es in sich. Im RĂŒhrei, das man aus ihnen zubereitet, krĂŒmmen sich merkwĂŒrdige fötale Wesen, und wenn man eins aufschlĂ€gt, erwĂ€chst eine bedrohliche Schlingpflanze daraus. Die Natur ist völlig aus dem Gleichgewicht. Aber vielleicht ist alles auch nur ein wilder LSD-Traum. Ein Traum in einem Traum. So wie man es kennt von William S. Burroughs oder Philip K. Dick. Und spĂ€ter dann aus den Filmen von Lynch und Cronenberg (der unter anderem den “Naked Lunch” verfilmt hat). mehr

“ZurĂŒck in die Zukunft”

Dienstag, den 27. MĂ€rz 2012

In seinem Beitrag fĂŒr tagesspiegel.de wirft Felix Giesa einen Blick aufs Formale und beschreibt die Herausforderung aktueller Comics, auch erzĂ€hlerisch-strukturell neue Akzente zu setzen. Als Beispiele fĂŒhrt er zwei BĂŒcher an: “Polina” von Bastien VivĂšs und “Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ” von Olivier Schrauwen (beide Reprodukt).

ZurĂŒck in die Zukunft

Bei Literaten heißt es, sie hĂ€tten ihren Goethe oder Schiller gelesen, wenn sie sich mit den Traditionen ihrer Zunft auskennen. Und bei Comiczeichnern? Felix Giesa ĂŒber Bastian VivĂšs, Olivier Schrauwen und Bildgeschichtentraditionen.

KĂŒrzlich sind zwei Comics auf dem deutschsprachigen Markt erschienen, die Ă€ußerlich scheinbar keine Gemeinsamkeiten aufweisen. Dennoch einigt sie eine beeindruckende GegenwĂ€rtigkeit – man kann sich kaum vorstellen, dass einer der Titel vor zehn Jahren erschienen wĂ€re. mehr

“Skizziertes Leben in Jerusalem”

Montag, den 26. MĂ€rz 2012

In einer weiteren Besprechung zeigt sich das Deutschlandradio offen fĂŒr Comics: Frank Meyer stellte im Radiofeuilleton “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle (Reprodukt) vor.

Skizziertes Leben in Jerusalem

Guy Delisle hat schon frĂŒher mit seinen Comics aus China, Nordkorea und Birma ĂŒberzeugt. Jetzt hat er seine Erfahrungen in Israel zu Papier gebracht und zeigt wertfrei und ohne Pathos skurrile Einzelheiten aus dem Alltagsleben zwischen Jerusalem und dem Westjordanland.+

Guy Delisle ist der Comicreporter, so nimmt man ihn in Deutschland wahr. Seine BĂŒcher “Shenzhen” (2005), “Pjöngjang” (2007) und “Aufzeichnungen aus Birma” (2009) haben ihm diesen Ruf eingebracht, herausragende Reportagen, in denen Guy Delisle von seinen Aufenthalten in China, Nordkorea und Birma erzĂ€hlt. mehr

“EindrĂŒcke von Untergang und Apokalypse”

Montag, den 26. MĂ€rz 2012

Neben der Graphic Novel “Alois Nebel” (Zeichnungen: Jaromir 99, Voland & Quist) erschien zur Buchmesse in Leipzig mit “Die Stille in Prag” (Luchterhand) auch ein klassischer Roman des tschechischen Autors Jaroslav RudiĆĄ. Das nimmt Olga Hochweis zum Anlass fĂŒr eine Doppelbesprechung im “Radiofeuilleton” des Deutschlandradios.

EindrĂŒcke von Untergang und Apokalypse

Jaroslav Rudis hat ein Faible fĂŒr skurrile Protagonisten, die in seinen beiden neuen BĂŒchern wieder etwas von der OriginalitĂ€t eines Schwejk haben.

Im Roman “Die Stille in Prag” ist es ein frĂŒhpensionierter Musiker, Vladimir, der nach dem Tod seiner Frau die fixe Idee hat, er mĂŒsse die Stadt vom LĂ€rm befreien. Zu diesem Zweck fĂ€hrt er ziellos durch die Stadt und manipuliert Stromleitungen oder zerschneidet in der Straßenbahn heimlich die Kopfhörer musikberieselter FahrgĂ€ste. Prag ist in Vladimirs Augen (und Ohren) im LĂ€rm und Konsum erstickt – eine oberflĂ€chliche laute Party-Stadt, in der immer weniger Menschen die Stille ertragen können. mehr

Max Andersson und Olivier Schrauwen bei Grober Unfug, Berlin

Montag, den 26. MĂ€rz 2012

Am Samstag, dem 31. MĂ€rz sind Max Andersson (“Container”) und Olivier Schrauwen (“Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ”) zu Gast im Berliner Comicladen Grober Unfug. Ab 14 Uhr findet im LadengeschĂ€ft in der Torstraße 75 eine Signierstunde statt, bei der die beiden Zeichner ihre neuen Arbeiten vorstellen und auf Wunsch ihre Comics mit einer Zeichnung versehen.

Max Andersson erweckt in “Container” in expressiven, kantigen und zugleich poetischen Bildern ein einmaliges Universum zum Leben, bevölkert von Autokindern, betrunkenen Föten, obdachlosen HĂ€usern, FleischbĂ€umen und Kuschelpistolen – niedlich, herzzerreissend komisch und immer gewaltbereit.

“Meine Art von Spaß.” – Charles Burns

Olivier Schrauwens “Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ” verblĂŒfft durch seine Ă€sthetische Vielfalt: Neben Verweisen auf klassische Zeitungscomics, Referenzen auf Malewitsch oder Chagall, greift der Zeichner auch Elemente der Art Brut auf, deren zuweilen krude Direktheit den eindrucksvollen ErzĂ€hlungen weitere Tiefe verschaffen.

“Olivier Schrauwen ist außergewöhnlich. Ich koste die Geheimnisse seiner Arbeit aus und lasse mich inspirieren – seit Chris Ware oder Ben Katchor bin ich auf keinen originelleren Comiczeichner gestoßen.” – Art Spiegelman

Grober Unfug, Torstraße 75, D-10119 Berlin
Tel. (030) 281 7331, Fax (030) 2838 4130
email: info@groberunfug.de, www.groberunfug.de
Öffnungszeiten: Mo-Mi 11-19 Uhr, Do+Fr 11-20 Uhr, Sa 11-18 Uhr

“Zeitreisen und legale Auftragsmorde”

Samstag, den 24. MĂ€rz 2012

In der “tageszeitung” vom 24. MĂ€rz versucht Michael Brake, den norwegischen Comicautor Jason und  dessen jĂŒngste deutsche Veröffentlichung “Ich habe Adolf Hitler getötet” (Reprodukt) zu ergrĂŒnden. Die geradezu “soghafte Lakonie” des Bandes hat ihn dabei mehr fasziniert als das Motiv der Zeitreise oder Hitler.

Zeitreisen und legale Auftragsmorde

Pop oder Pulp? “Ich habe Adolf Hitler getötet” – der neue Comic des norwegischen Autors Jason

Zeitreisen sind immer ein tolles ErzĂ€hlmotiv, werfen sie doch einen Batzen storytreibender Elemente und hochphilosophischer Fragen ab: Die Begegnung von Menschen aus verschiedenen Epochen etwa, super geeignet fĂŒr Gesellschaftskritik oder lustige MissverstĂ€ndnisse. Dann die Frage nach der VerĂ€nderbarkeit der Geschichte, die Bedeutung des Schmetterlingseffektes, laut dem kleinste VerĂ€nderungen im FrĂŒher einen Rieseneinfluss auf das Heute haben können, dazu wunderschöne Paradoxien (darf ich meine eigenen Großeltern erschießen?) und natĂŒrlich diverse Parallelwelt- und “Was wĂ€re, wenn”-Gebilde.

Mit Parallelwelten kennt sich der norwegische Comicautor Jason aus. mehr

“Slanted 17 – Cartoon & Comic | Spring 2012″

Samstag, den 24. MĂ€rz 2012

Gerade erschienen ist die siebzehnte Ausgabe des Typographie-Magazins “Slanted”, die sich komplett dem Thema “Cartoon & Comic” verschrieben hat. Im Großformat von 24 x 32 cm widmet sich das Magazin verschiedenen Fragen rund um die Gestaltung von Schrift in der grafischen Literatur – mit Essays, Reportagen und Interviews von Rieke Harmsen, Paul Hoppe, Nora Krug, Levin Kurio, Alexander Negrelli und vielen anderen.

Comics bestehen aus einer Folge von Bildern (Strip), die eine Geschichte erzĂ€hlen. Bei Cartoons wird die erzĂ€hlerische Pointe zu einem Bild verdichtet. Die Ausgabe Slanted #17 – Cartoon / Comic ist von vorne bis hinten diesen ErzĂ€hlformen und ihren typografischen Eigenheiten verfallen.

Slanted Magazin #17 Cartoon / Comic, 164 Seiten, Englisch/Deutsch, 14 EUR, erschienen im MĂ€rz 2012 bei MAGMA Brand Design

“Alltag, wie chinesische Wasserfolter”

Samstag, den 24. MĂ€rz 2012

FĂŒr die “SĂŒddeutsche Zeitung” vom 23. MĂ€rz hat sich Christopher Pramstaller mit “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle (Reprodukt) und “Die Mauer – Bericht aus PalĂ€stina” von Maximilien Le Roy (Edition Moderne) – zwei im MĂ€rz 2012 zur Leipziger Buchmesse in deutscher Sprache erschienene Comic-Reportagen aus Israel – beschĂ€ftigt.

Alltag, wie chinesische Wasserfolter

Ein Land, geteilt durch Beton, ElektrozĂ€une und Misstrauen. Auf 759 Kilometern LĂ€nge umschließt Israels Sperranlage das Westjordanland. Zwei Comics erzĂ€hlen vom Leben dies- und jenseits der Mauer, von unmenschlichen Schicksalen, der Sehnsucht nach Freiheit – und einer zerrissenen Gesellschaft.

Israel ist das Land der Grenzen. Nirgendwo auf dieser Welt gibt es so viele Trennlinien und Absperrungen, symbolisch wie physisch. Zwischen Eilat im SĂŒden und Haifa im Norden, Tel Aviv im Westen und Jericho im Osten findet sich jede noch so erdenkliche Barriere. mehr

“Die Kette des Lebens”

Freitag, den 23. MĂ€rz 2012

Auf tagesspiegel.de stellt Lars von Törne heute das seiner Meinung nach “meisterhafte” “Reigen” von Birgit Weyhe (avant-verlag) vor.

Die Kette des Lebens

FĂŒr jedes Schicksal ein eigener Strich: Die Zeichnerin Birgit Weyhe fĂŒhrt in „Reigen“ mit klug konstruierten Episoden durch das 20. Jahrhundert.

Zehn Lebensgeschichten, wie an einer Perlenkette aufgereiht, zusammengehalten von der Schilderung des Wegs einer  Taufkette, die ĂŒber ein Jahrhundert hinweg von Hand und zu Hand geht: Birgit Weyhes „Reigen“ ist eine klug konstruierte und zeichnerisch sensibel umgesetzte ErzĂ€hlung, die die bislang nur Insidern bekannte Hamburger Illustratorin und Comicautorin endlich auch einem grĂ¶ĂŸeren Publikum bekannt machen dĂŒrfte. mehr

“Sprechende Bilder” – Hamburger Graphic Novel-Tage

Donnerstag, den 22. MĂ€rz 2012

Vom 10. bis zum 13. April lĂ€dt das Junge Literaturhaus Hamburg unter dem Titel “Sprechende Bilder” zu den ersten Hamburger Graphic Novel-Tagen ein. In einer Reihe von Podiumsveranstaltungen werden namhafte Comic-Autorinnen und -Autoren ĂŒber ihre Arbeit sprechen. Moderiert werden die GesprĂ€che von FAZ-Feuilletonist Andreas Platthaus und dem Schweizer Comic-Journalisten Christian Gasser.

Am 10. April werden Joe Sacco (“Gaza”, Edition Moderne) und Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag) erwartet, um ĂŒber das Thema “Comic und Reportage” zu sprechen. Tags darauf am 11. April geht es mit Igort (“Aufzeichnungen aus der Ukraine”, Reprodukt; “Fats Waller”, avant-verlag) und Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) um “Comic und Leben”.

Am 12. April geht es um “Comic und Zeit”. Eingeladen dazu sind Marc-Antoine Mathieu (“Gott höchstselbst”, Reprodukt) und Jens Harder (“Alpha – Directions”, Carlsen). Abschliessend steht am 13. April “Comic und Film” im Mittelpunkt: Posy Simmonds (“Gemma Bovery”, Reprodukt) und Ralf König (“Archetyp”, Rowohlt) werden sich dazu den Fragen stellen.

ErgĂ€nzt wird das Podiumsprogramm um zwei Comic-Workshops. Am Mittwoch, dem 11. April findet der Workshop “Kratzen fĂŒr AnfĂ€nger: EinfĂŒhrung in die Schabkartontechnik” mit Line Hoven statt, am Donnerstag, dem 12. April gibt Igort in englischer Sprache einen Workshop zum Thema “Analysis of Frames and their Implicit Semantic Meaning”.

Alle Veranstaltungen finden im Literaturhaus Hamburg statt und beginnen (mit Ausnahme des Workshops) um 19.30 Uhr. Karten kosten zwischen 6 und 10 Euro und sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Buchhandlung Samtleben im Literaturhaus erhÀltlich.

Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, D-22087 Hamburg
Tel. (040) 22 70 20 11, Fax (040) 2 20 66 12
email: info@julit-hamburg.de, www.julit-hamburg.de

“Comic-Clash” mit prominenter Jury

Dienstag, den 20. MĂ€rz 2012

Die meisten Autorinnen und Autoren von Graphic Novels veröffentlichten erste Geschichten in  Fanzines und Comicmagazinen, die in zum Teil kleinen Auflagen und in lokalen Copyshops gedruckt wurden, um dann im örtlichen Comic-Shop und auf Festivals verkauft zu werden. Anthologien aus dem Umfeld von UniversitĂ€ten sind auch weiterhin wichtig als ein erster Veröffentlichungsort. Die Liste der KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler, die sich so einen Namen machten, ist endlos, Magazine wie das “Strapazin”, “Spring”, “Orang”, “Moga Mobo”, “Epidermophytie” gehören zum festen Inventar der deutschsprachigen Comic-Szene.

Die Macher der letzten beiden Magazine haben sich fĂŒr dieses Jahr etwas besonderes einfallen lassen: Den “Comic Clash”. 15 Magazin bereiten exklusive Ausgaben vor, die gegeneinander antreten. Gemeinsames Thema: “Der Sinn des Lebens”. In drei Juryentscheidungen wird der Siegertitel ermittelt: Das Publikum, eine Jury und die MagazinmacherInnen selbst bestimmen ihre Favoriten.

Magazine mĂŒssen bis zum 1. Mai vorliegen, die prominent besetzte Jury wurde nun schon bekannt gegeben. Ihr gehören fĂŒnf Mitglieder an: Peter Puck (“Rudi”), Jens Balzer (Autor, Journalist und stellv. Feuilleton-Chef der Berliner Zeitung), Henning Wagenbreth (Illustrator und Professor fĂŒr Illustration und Buchkunst an der UdK Berlin), Alf Ator (SĂ€nger von “Knorkator”) sowie Axel Prahl (Schauspieler und Musiker).

Die Gewinner werden auf dem Comic-Salon in Erlangen bekannt gegeben. Weitere und laufend aktuelle Informationen finden sich auf der Website des “Comic Clashs”, dessen Facebook-Seite und im Comicforum.