Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Monatsarchiv für April 2012

“Portugal” von Cyril Pedrosa

Montag, den 30. April 2012

Im Mai erscheint nach “Drei Schatten” ein neuer umfangreicher Comic von Cyril Pedrosa beim Berliner Verlag Reprodukt: “Portugal” wurde auf dem Festival International de la BD d’AngoulĂȘme im Januar 2012 mit dem “Fauve d’or – Prix de la BD Fnac” ausgezeichnet. Auf dem Comic-Salon Erlangen vom 7. bis zum 10. Juni ist Cyril Pedrosa zugegen, um sein neues Werk vorzustellen.

“Ich hatte plötzlich unheimliche Lust zu rauchen. Dabei hatte ich vor zwei Jahren aufgehört. Zu allem Überfluss war mir das auch noch scheißegal. Ich war einfach froh, dass man mich zu diesem Festival eingeladen hatte. Über zwanzig Jahre war ich nicht mehr hier. Meine ersten Schritte als Erwachsener in diesem Land. Ich war fasziniert und glĂŒcklich. Wie ein Trottel. Und ich fragte mich, woher dieser seltsame Zorn und dann diese sanfte Melancholie gekommen waren, die mich in weniger als vierundzwanzig Stunden ohne Vorwarnung ĂŒberfallen hatten.”

Simon Muchat steckt in einer Schaffenskrise. Ihm ist jede Inspiration abhandengekommen, und langsam aber sicher treibt er seine Freundin mit seiner Lethargie zur Verzweiflung – bis eines Tages eine Einladung ins Haus flattert: eine Cousine in Portugal heiratet. Die Heimat seiner Großeltern, die er seit Kindertagen nicht mehr besucht hat, rĂŒhrt ihn eigentĂŒmlich an, hier entdeckt er einen Lebensstil, der ihn fasziniert, und findet die Quelle neuer Lebenslust.

Cyril Pedrosa zeichnet die Geschichte einer Selbstfindung durch die Wiederentdeckung der Kindheit.

Cyril Pedrosa, geboren 1972, hat sich bereits in frĂŒher Jugend fĂŒr “Asterix” und “Micky Maus” begeistert und entschieden Comic-Zeichner zu werden. Als Animationszeichner fĂŒr Disney hat er an “Der Glöckner von Notre Dame” und “Herkules” mitgearbeitet und in Zusammenarbeit mit dem Szenaristen David Chauvel vier BĂ€nde der Serie “Ring Circus” (Salleck Publications) gezeichnet. Desweiteren sind bei Fluide Glacial zwei BĂ€nde der Reihe “Auto-Bio” und bei Dupuis zwei Teile der Kinderserie “Brigade FantĂŽme” erschienen (ebenfalls nach einem Szenario von David Chauvel).

Weitere Informationen unter cyrilpedrosa.blogspot.com.

Portugal, ISBN 978-3-943143-05-8, 264 Seiten, farbig, 30 x 23 cm, Hardcover, erscheint im Mai 2012 bei Reprodukt

“Die Farben des Lebens”

Montag, den 30. April 2012

Auf tagesspiegel.de stellt Waldemar Kesler heute den Comic-Autoren Manuele Fior vor, dessen BĂŒcher beim Berliner avant-verlag erscheinen.

Die Verbindung zum Verlag kommt nicht von UngefĂ€hr, verbrachte Fior doch eine Weile in der Hauptstadt, noch bevor er in seinem Heimatland Italien BĂŒcher veröffentlichte. So erscheinen seine BĂŒcher, vom Erstling “Menschen am Sonntag” bis zu seinem aktuellen Band “5000 Kilometer in der Sekunde” beim vom Johann Ulrich geleiteten avant-verlag.

Waldemar Kesler portraitiert in “Die Farben des Lebens” nun ausfĂŒhrlich Fior und seine BĂŒcher.

Edition Moderne in der Presse

Montag, den 30. April 2012

Gleich zwei Artikel im ZĂŒrcher “Tagesanzeiger” befassten sich aus aktuellem Anlass mit der Edition Moderne:

Der ebenfalls in ZĂŒrich beheimatete Verlag feierte bereits im vergangenen Jahr das dreissigste VerlagsjubilĂ€um. Das nimmt Alexandra Kedves zum Anlass, die Edition Moderne in einem Portrait vorzustellen: Das Besondere am Verlagsprogramm, besonders erfolgreiche Titel und nicht zuletzt Verleger David Basler werden vorgestellt: “Visionen des Realen”.

Drei aktuelle Titel werden in einem weiteren Beitrag von Alexandra Kedves vorgestellt “BilderbĂŒcher fĂŒr Erwachsene”. Alle drei sind Comicreportagen: “Reisen zu den Roma” von Alain Keler, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier, “Die Mauer” von Maximilien Le Roy sowie “Out of Somalia” von Andrea Caprez und Christoph Schuler (letzterer nur im Vertrieb der Edition Moderne). Kedves stellt hier besonders heraus, wie unterschiedlich die Autoren sachlichen Bericht mit persönlicher Reportage vermengen.

“Entdeckungsreisen mit feinem Blick”

Samstag, den 28. April 2012

FĂŒr die “taz” vom 28. April hat Katja LĂŒthge einen Artikel ĂŒber Guy Delisle und seine Reportagecomics geschrieben, mit dem Fokus auf “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (Reprodukt), dem neuesten Buch des Frankokanadiers.

Entdeckungsreisen mit feinem Blick

Angstfrei auch in komplizierten Gegenden: Guy Delisle und seine “Aufzeichnungen aus Jerusalem”

Die Nahrungsaufnahme ist ein unbestrittenes GrundbedĂŒrfnis des Menschen. Die Esskulturen, die sich um diesen Akt gebildet haben, variieren jedoch erheblich. Es gibt religiöse, politische, gesundheitliche, ethische, soziale, jahreszeitliche, hygienische, traditionelle, moralische, nachvollziehbare und idiosynkratische GrĂŒnde, die fĂŒr oder gegen den Konsum bestimmter Dinge sprechen. Keines dieser Kriterien scheint fĂŒr Guy Delisle zu gelten. Wie in seinen tagebuchartigen Comics “Shenzhen”, “Pjöngjang”, “Aufzeichnungen aus Birma” und “Aufzeichnungen aus Jerusalem” nachzulesen ist, nĂ€hert sich der weitgereiste kanadische Zeichner mit erstaunlicher Offenheit den jeweiligen Speisegepflogenheiten. mehr

FĂŒnf Fragen: Claudia Sandberg | Zadig

Samstag, den 28. April 2012

Die frankobelgische Comickultur ist seit jeher auch fĂŒr den deutschen Markt prĂ€gend: Humor, Abenteuer, Science Fiction und Fantasy im traditionellen Albumformat, aber auch aktuelle Graphic Novels aus den französischsprachigen NachbarlĂ€ndern erfreuen sich im deutschsprachigen Raum einer großen Beliebtheit.

Wer englischsprachige Comics im Original lesen möchte, dem steht eine Vielzahl von Bezugsmöglichkeiten offen – fast jede Comichandlung hat die aktuellen Comic Books der großen amerikanischen Verlage im Sortiment. Einen französischsprachigen Comic zu erstehen, ist hierzulande ungleich schwieriger. Die Berliner Buchhandlung Zadig ist spezialisiert auf BĂŒcher aus Frankreich und fĂŒhrt auch ein breites Sortiment an Bandes DessinĂ©es, das in den letzten Monaten noch weiter ausgebaut wurde.

Claudia Sandberg ist BuchhĂ€ndlerin und Übersetzerin und leitet bei Zadig die Comicabteilung. Sie beantwortet heute unsere “FĂŒnf Fragen”.

Merken Sie bei Zadig eine erhöhte Aufmerksamkeit Comics und Graphic Novels gegenĂŒber?

Bei unseren französischen Kunden war das Interesse fĂŒr Comics und insbesondere Graphic Novels von Anfang an groß. Die jungen Franzosen, die es gerade nach Berlin zieht und oft im Kreativbereich arbeiten, interessieren sich vor allem fĂŒr Neuerscheinungen im Graphic Novel Bereich. Französischen Touristen verkaufen wir deutsche Comiczeichner auf Französisch, am liebsten mit Berlin-Bezug, wie Mawil (“Die Band“, Reprodukt) oder Simon Schwartz (“drĂŒben!“, avant-verlag).

Deutsche Kunden kaufen in erster Linie die Klassiker: “Tintin” (“Tim & Struppi”)- oder “AstĂ©rix”-Alben. Mancher deutsche Kunde entdeckt bei uns erst, dass es in Frankreich auch eine blĂŒhende aktuelle Comicszene gibt. Da muss man manchmal AufklĂ€rungsarbeit leisten. Seit einigen Jahren bemerken wir aber auch bei den deutschen Kunden ein verstĂ€rktes Interesse an Graphic Novels. RegelmĂ€ĂŸig gefragt wird nach “Le combat ordinaire” von Manu Larcenet (“Der alltĂ€gliche Kampf”, Reprodukt), “Le chat du Rabbin” von Joann Sfar (“Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag), “Persepolis“ von Marjane Satrapi (dt. bei Edition Moderne), Guy Delisle-Titeln (z.B. “Aufzeichnungen aus Jerusalem”, Reprodukt) oder aktuell nach “Quai d’Orsay“ von Abel Lanzac & Christophe Blain (erscheint im Herbst bei Reprodukt). Eben jene Titel, die auch in der deutschen Presse besprochen werden. Manche davon sind schon zu neuen Klassikern bei uns geworden.

NatĂŒrlich spielt in einer kleinen Buchhandlung wie der unseren auch immer die Beratung eine Rolle. HĂ€ufig kommen Kunden zu uns und wollen ein Geschenk fĂŒr jemanden kaufen, ohne aber selbst Französisch zu sprechen. Ich empfehle dann immer Comics, weil das einfach ein schönes Geschenk ist und sich jeder, auch ohne die Sprache zu verstehen, ein Bild von dem Buch machen kann, das er da verschenkt. Manchmal kommen die Beschenkten dann etwas spĂ€ter selbst zu uns und kaufen sich den zweiten Teil von “Quai d’Orsay” oder “Rosalie Blum” von Camille Jourdy (erscheint im Juni in einem Band bei Reprodukt).

Bisher sind französische Comics in Deutschland nur schwer erhÀltlich. Warum ist das so?

Die Transportkosten aus Frankreich sind mitunter sehr hoch. Wir mĂŒssen unsere Bestellungen nach einzelnen Zulieferern trennen und gruppieren, sonst steigen die Transportkosten pro Buch erheblich an. Das erfordert ein gewisses Bestellvolumen, das eine deutsche Buchhandlung, die nur einzelne Titel auf Französisch fĂŒhren möchte, nicht haben kann. FĂŒr uns ist das nur möglich, weil wir auf französische Literatur spezialisiert sind und nicht nur Comics, sondern auch andere französische Verlagserzeugnisse bestellen.

Hinzukommt, dass die BĂŒcherauslieferung in Frankreich noch recht altmodisch funktioniert. Vieles geht nur ĂŒber den persönlichen Kontakt zu Verlagen und Zulieferern. Patrick Suel, der Inhaber der Buchhandlung Zadig, hat ĂŒber Jahre solche Kontakte aufgebaut. NatĂŒrlich spielt dabei auch eine Rolle, dass er selbst Franzose ist und alle Aushilfen perfekt zweisprachig sind. So lĂ€sst sich manchmal durch Hinterhertelefonieren erreichen, dass ein kleiner Verlag doch bereit ist nach Deutschland zu liefern oder es kann bei Lieferfristen – vor allem wĂ€hrend der Sommerferien in Frankreich – Druck gemacht werden. Manches funktioniert in Deutschland unproblematischer. So ist es ein Luxus, dass deutsche BuchhĂ€ndler Kundenbestellungen oft schon ĂŒber Nacht geliefert bekommen. Franzosen mĂŒssen auch innerhalb Frankreichs lĂ€nger auf ihre Bestellung warten.

Wie entstand konkret die Idee, französische Comics in Deutschland zu vertreiben?

Bei Zadig gibt es schon seit der Eröffnung 2003 neben Belletristik, Essay und KinderbĂŒchern, auch Bande dessinĂ©e. Schließlich wollen wir die gesamte französische Verlagsproduktion abbilden und Comics sind da nicht wegzudenken. Mit den Jahren ist das Comicsortiment im hinteren Raum der Buchhandlung angewachsen. Ganz einfach weil das Interesse auf beiden Seiten gestiegen ist: bei den Kunden, aber auch auch bei uns selbst. Eine schöne Buchhandlung lebt und verĂ€ndert sich eben auch immer mit dem Geschmack und den Vorlieben des BuchhĂ€ndlers. Seit ein paar Monaten verzeichnen wir auch bei den Bestellanfragen etwas mehr Comics. Das liegt sicher daran, dass – seitdem der Buchimport-Dienst Passe-Partout aufgehört hat zu existieren – eine LĂŒcke entstanden ist.

Welche Verlage haben Sie im Angebot?

In unserem Laden fĂŒhren wir zum Beispiel Titel von L’Association, Actes Sud, Çà et lĂ , Casterman, Dargaud, Fluide Glacial oder Futuropolis. Bestellen können wir grundsĂ€tzlich jeden in Frankreich verfĂŒgbaren Titel. Wir haben Kontakte zu allen großen Zulieferern und können oft – auch wenn es manchmal langwierig sein kann – sogar von kleineren Verlagen direkt BĂŒcher beziehen.

Wie kann man die BĂŒcher bei Ihnen bestellen?

Eine Bestellanfrage kann bei uns im Laden, per Telefon, per Mail oder ĂŒber das Bestellformular auf unserer Website www.zadigbuchhandlung.de aufgegeben werden. Wir bemĂŒhen uns die Anfrage immer zeitnah zu bearbeiten und ĂŒber VerfĂŒgbarkeit, Lieferfristen und Preise zu informieren. Als kleine Buchhandlung können wir leider keinen Onlineshop mit kompletter Auflistung aller in Frankreich verfĂŒgbaren Titel betreiben, vor allem weil das Angebot tĂ€glich wĂ€chst. Aber eine kurze Anfrage genĂŒgt, wir recherchieren auch den Originaltitel oder welche verfĂŒgbaren Editionen es gibt und bestellen, sobald der Kunde sich entschieden hat, was er gern haben möchte. Die Lieferung aus Frankreich dauert dann zwischen einer und zwei Wochen. Auch wer nicht in Berlin wohnt, kann so Comics bei uns auf Rechnung bestellen. Wir verschicken deutschlandweit per Post zu gĂŒnstigen Tarifen.

Neue Graphic Novel bei der Edition Moderne

Samstag, den 28. April 2012

Passend zum Comic-Salon Erlangen Anfang Juni und der dort gezeigten Ausstellung zu Comics aus dem nahen Osten, erscheint in der Edition Moderne “Metro – Kairo Underground” von Magdy El-Shafee.

Schihab, ein junger Software-Ingenieur aus Kairo, gerĂ€t in die FĂ€nge von korrupten GeschĂ€ftemachern. Nachdem er den Mord an einem GeschĂ€ftsmann, der ihn unterstĂŒtzen wollte, beobachten musste, beschliesst er eine Bank zu ĂŒberfallen, um seine Schulden begleichen zu können.

Nun sind ihm nicht nur seine GlÀubiger, sondern auch die Polizei auf den Fersen. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht durch die pulsierende Metropole Kairo.

Korruption, WillkĂŒr, sexuelle Frustration, Jugend ohne Zukunft: Bereits drei Jahre vor dem Arabischen FrĂŒhling hat Magdy El-Shafee die Ursachen thematisiert, die zu den aktuellen Ereignissen fĂŒhrten. Eine eindrĂŒckliche Geschichte von Jugendlichen in Kairo, kurz vor dem Arabischen FrĂŒhling. In Ägypten verboten!

Derzeit eine Ausstellung mit Seiten aus dem Buch in Berlin-Neukölln.

METRO Kairo Underground, ISBN 978-3-03731-099-1, 96 Seiten, schwarzweiss, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, EUR (D) 18.- / EUR (A) 18.50 / sFr. 22.80, erscheint im Juni

“Dem Superhelden kneift die Hose”

Freitag, den 27. April 2012

Vor einigen Wochen wurden die Gewinner des erstmals ausgelobten “AFKAT – Der Hamburger Graphic-Novel-Förderpreis” bekannt gegeben. Mit einer Förderung bedacht wurde unter Anderem der Titel “Flash Preußen” von Jan Kottisch und Tilo Richter. Der Band ist inzwischen im mairisch verlag erschienen.

Auf Zeit online schreibt heute Michael Brake ĂŒber die tragische Superhelden-Geschichte: “Dem Superhelden kneift die Hose”.

Flash Preußen, der Superheld in Badehose, ist in Aufruhr:
Eine letzte Aufgabe liegt noch vor ihm, bevor er abtreten kann. Zusammen mit seiner Nachbarin Simone begibt er sich in seine Vergangenheit — auf der Suche nach etwas, das er als Kind verloren hat, und das ihn seitdem nicht mehr loslĂ€sst.

Edition 52: Verlagsprogramm erhÀltlich

Freitag, den 27. April 2012

Die Wuppertaler Edition 52 bietet ab sofort einen 16-seitigen Katalog des Verlagsprogramms an, der hier auch als PDF-Version heruntergeladen werden kann. Das Cover gestaltete der Kinderbuchillustrator und Comiczeichner Ulf K., von dem mit den “Dolomiti-Jahren” fĂŒr den Sommer auch eine NovitĂ€t im Programm angekĂŒndigt ist.

“Kosmos Jerusalem”

Donnerstag, den 26. April 2012

FĂŒr die “Kulturzeit”-Sendung vom 26. April hat Lotar SchĂŒler ein PortrĂ€t des in Frankreich lebenden Frankokanadiers Guy Delisle erstellt. Ein Artikel auf der Website von 3sat wirft einen Blick auf dessen aktuelle Arbeit “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (Reprodukt).

Kosmos Jerusalem

Guy Delisle zeichnet den Alltag der Bewohner

Nordkorea, China, Birma sind LĂ€nder, die im Westen gerne als moralisch fragwĂŒrdige Gegenden angesehen werden, in denen aber gleichzeitig ein Großteil der lustigen Trickfilme fĂŒr unser hiesiges Kindervorabendprogramm produziert wird. Der Kanadier Guy Deslisle beobachtete und kontrollierte solche Produktionen in China und Nordkorea. Er ist aber auch ein international mit vielen Preisen gewĂŒrdigter Comic-Zeichner. Und er ist Reporter, wenn er Graphic Novels ĂŒber jene LĂ€nder zeichnet, in denen er gearbeitet und die er bereist hat. Sein neues Werk heißt “Jerusalem” und beruht auf einem einjĂ€hrigen Aufenthalt in Israel und PalĂ€stina. mehr

“Metro” – Ausstellung in Berlin-Neukölln

Donnerstag, den 26. April 2012

Im Rahmen des Theaterfestivals “Lila Risiko Schachmatt II”, bei dem im Berliner Heimathafen Neukölln deutsche ErstauffĂŒhrungen aus Syrien, PalĂ€stina und Marokko aufgefĂŒhrt werden, zeigt das CafĂ© Rix im Heimathafen Neukölln Seiten aus der Graphic Novel “Metro” des Ă€gyptischen Autors Magdy El-Shafee.

Die Originalzeichnungen des Comic-Romans sprechen durch direkte Sprache und Zeichnungen drĂ€ngende soziale und politische Probleme des vorrevolutionĂ€ren Ägypten an: Korruption, PolizeiwillkĂŒr, Aussichtslosigkeit der Jugend, sexuelle Frustration, die Rolle der Medien.
Lila Risiko Schachmatt öffnet mit der Ausstellung “Metro” seinen Theaterfokus fĂŒr weitere kĂŒnstlerische Ausdrucksformen aus arabischen LĂ€ndern.

In einem Beitrag El-Shafees, das sich auf der Website des Goethe-Instituts Kairo nachlesen lĂ€sst, wird dieser als  “Vorreiter des politischen Comics” in Ägypten portraitiert: “Der Zeichensetzer”.

Die Bilder werden bis zum 14. Mai gezeigt.

CafĂ© Rix im Heimathafen Neukölln, Saalbau Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, D-12043 Berlin
www.heimathafen-neukoelln.de

“Holocaust im Comic” – Ausstellung in Dachau zu sehen

Donnerstag, den 26. April 2012

Derzeit wird in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-GedenkstĂ€tte Dachau die Ausstellung “Holocaust im Comic” gezeigt. Die von Ralf Palandt (“Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus”, Archiv der Jugendkulturen) kuratierte Schau ist noch bis zum 30. September zu sehen.

Eine steigende Zahl von Comics beschĂ€ftigt sich – mehr oder minder gelungen – mit der Zeit des Nationalsozialismus und mit dem Holocaust. Die Ausstellung setzt sich anhand von Beispielen differenziert mit Holocaust-Abbildungen in Comics auseinander und vermittelt Kriterien zur qualitativen Bewertung. Das Ausstellungsmotiv spendete der Zeichner Gabriel Nemeth. Vor Ort liegt der vom Kurator Ralf Palandt herausgegebene Sammelband „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics“ (Archiv der Jugendkulturen) aus.

Über die Ausstellung berichtet schreibt Ronny Blaschke in der “Frankfurter Rundschau”, bzw. der “Berliner Zeitung”: “Wie Rechtsextremisten Comics misbrauchen”.

Am gestrigen Mittwoch referierte Kurator Ralf Pallandt vor Ort zum Thema “Braune Comics?! Bilder vom rechten Rand der Gesellschaft”, in dem er auch Bezug auf aktuelle Ereignisse nahm.

Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-GedenkstĂ€tte Dachau, Alte Römerstraße 87, 85221 Dachau
www.versoehnungskirche-dachau.de
Öffnungszeiten: Montag 10-12 Uhr; Dienstag-Samstag 10-16 Uhr; Sonntag 10.30 – 13 Uhr

Foto: © Palandt

“Die besten Graphic Novels”

Mittwoch, den 25. April 2012

Einen in der “Frankfurter Neuen Presse” erschienenen Artikel zum Thema Graphic Novels ergĂ€nzt eine Online-Bildergalerie, die “Die besten Graphic Novels” zeigt, darunter “Habibi” von Craig Thompson (Reprodukt), “5000 Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior (avant-verlag), “Persepolis” von Marjane Satrapi sowie “Watchmen” von Alan Moore und Dave Gibbons (Panini).

ATAK in der Galerie Ida Illuster, Berlin

Mittwoch, den 25. April 2012

Vom 27. April bis 16. Juni 2012 ist in der Berliner Galerie Ida Illuster die Ausstellung “Neo-Fabulist” des Illustrators, Malers und Comiczeichners ATAK zu sehen. Gezeigt werden freie Malerei sowie gemalte Illustrationen zu den BĂŒchern “Der unheimliche Fremde” von Mark Twain (Carlsen Verlag, Ende 2012), “Comment la mort est revenue Ă  la vie” von Muriel Bloch (Editions Thierry Magnier, 2007) und “VerrĂŒckte Welt” (Jacoby & Stuart, 2009).

ATAK, der sich selbst als Neo-Fabulist bezeichnet, ist einer Tradition des ErzĂ€hlerischen verpflichtet, die sich mit zeitgenössischen Themen aller Couleur und den Provokationen des Alltags auseinandersetzt. Der KĂŒnstler hat bilderzĂ€hlerische Welten revolutioniert, indem er grenzĂŒberschreitend mit Comic, Illustration und Malerei arbeitet, VersatzstĂŒcke aus High- und Low Art mit Leichtigkeit jongliert und dem erzĂ€hlenden Bild mit verspielter Frechheit eine neue Persönlichkeit verleiht.

ATAK, geb. 1967 als Georg Barber in Frankfurt/Oder, absolvierte eine Ausbildung zum Schrift- und Grafikmaler, um sodann Visuelle Kommunikation an der Hochschule der KĂŒnste Berlin zu studieren. Zahlreiche Preise und Dozenturen im In- und Ausland festigten seinen Rang als stilbildenden KĂŒnstler. Derzeit unterrichtet er als Professor fĂŒr Illustration an der Burg Giebichenstein in Halle. ATAK lebt und arbeitet in Berlin.

Zur Eröffnung am 26. April 2012 ab 19 Uhr spricht Dr. Michail Lailach, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Staatliche Museen zu Berlin – Kunstbibliothek. Der KĂŒnstler ist anwesend.

Am Dienstag, dem 22. Mai 2012 findet um 19 Uhr ein GesprĂ€ch zwischen ATAK und Prof. Dr. Winfried Fluck vom John-F.-Kennedy-Institut fĂŒr Nordamerikastudien, Berlin statt.

Galerie Ida Illuster, Sophienstraße 32, D-10178 Berlin
Tel. (030) 27 59 21 66
www.idailluster.net
Öffnungszeiten: Mi+Sa 11-18 Uhr, Do+Fr 12-20 Uhr sowie nach Vereinbarung

Sonderöffnungszeiten Gallery Weekend:
Fr, 27. April 2012, 12-21 Uhr, Sa, 28. April 2012, 11-19 Uhr, So, 29. April 2012, 11-19 Uhr

“Berliner Kolloquium zur Comicforschung”

Mittwoch, den 25. April 2012

Die Berliner Comic-Szene ist um einen stĂ€ndigen Termin reicher. Am heutigen Mittwoch findet die erste Sitzung des “Berliner Kolloquiums zur Comicforschung” statt, einer interdisziplinĂ€ren Plattform, die auf Betreiben u.a.von Thomas Becker (Herausgeber des Bandes “Comic: IntermedialitĂ€t und LegitimitĂ€t eines popkulturellen Mediums”, Ch. A. Bachmann Verlag), Ole Frahm (Arbeitsstelle fĂŒr graphische Literatur) Matthias Harbeck (“Das Massenmedium Comic als Marginalbestand im deutschen Bibliothekssystem?”, Humboldt-UniversitĂ€t Berlin), Jens Meinrenken (“Supermamis und Muttersöhnchen. Weiblichkeit im Comic”) und “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne ins Leben gerufen wird. Hier ihr Aufruf zur Teilnahme:

Sehr geehrte Comic-Forschende und -Interessierte,

am Mittwoch, den 25.4.2012, starten wir mit dem Berliner Kolloquium zur Comicforschung. Wir wollen damit allen interessierten Forschenden eine Plattform zur PrĂ€sentation und Diskussion ihrer AktivitĂ€ten bieten, die ihnen in ihren sonstigen Arbeits- und Forschungsumfeldern eventuell manchmal fehlt. Das Kolloquium ist interdisziplinĂ€r ausgerichtet und richtet sich an alle, die ihre Abschlussarbeiten – seien sie noch im Werden oder gerade abgeschlossen – und andere Forschungs- oder Ausstellungsprojekte in den Bereichen Comics, Cartoons und Mangas gerne mit anderen Interessierten diskutieren möchten. Im Sommersemester 2012 werden wir in der Regel zweiwöchentlich im Institut fĂŒr EuropĂ€ische Ethnologie (Raum 312, Mohrenstr. 40/41, U Hausvogteiplatz) immer von 19 bis 21 Uhr zusammenkommen. Jeder ist eingeladen vorbeizuschauen! Es wird eine Moodle-UnterstĂŒtzung geben, damit vor- und nachbereitende Unterlagen den TeilnehmerInnen zur VerfĂŒgung gestellt werden können. Wer Zugang zu dem Material haben möchte, möge sich bitte unter comic-kolloquium@gmx.de melden.

An folgenden Terminen wird das Kolloquium zu folgenden Themen zusammen kommen:

25. April. EinfĂŒhrung in das Kolloquium / Thomas Becker: LegitimitĂ€t des Comics
9. Mai Matthias Harbeck: Das Deutschenbild im amerikanischen Mainstream-Comic
23. Mai Hans-Joachim Hahn – Comics als Erinnerungsmedium
6. Juni Melanie Stumpf – Im Spiegelkabinett von expressionistischem Stummfilm, Film Noir, Manga, Anime und japanischem Computerspiel
20. Juni Jane Redlin – Das Konzept der Ausstellung “Comicleben”
27. Juni Anna Gabai – Arabische Comics / Kalina Kupczynska – Autobiographische Comics
4. Juli Lars von Törne – Politisierung des Comics nach 9/11

Wir hoffen, dass das Kolloquium im nĂ€chsten Semester fortgefĂŒhrt werden kann und freuen uns ĂŒber PrĂ€sentationsvorschlĂ€ge (bitte an: comic-kolloquium@gmx.de).

Herzliche GrĂŒĂŸe,
die Organisatoren (Thomas Becker, Ole Frahm, Matthias Harbeck, Jens Meinrenken, Lars von Törne)

Max und Moritz-Preise: Nominierungen veröffentlicht, Preis fĂŒr herausragendes Lebenswerk an Lorenzo Mattotti

Mittwoch, den 25. April 2012

In einer Pressemitteilung hat der Internationale Comic-Salon Erlangen die Nominierungsliste fĂŒr die Max- und Moritz-Preise veröffentlicht.

DarĂŒber hinaus wurde bekannt gegeben, dass der italienische Comic-Autor Lorenzo Mattotti mit dem Preis fĂŒr das herausragende Lebenswerk ausgezeichnet wird. Zuletzt erschien von ihm die MĂ€rchenadaption “HĂ€nsel und Gretel” (Carlsen).

Aus der Hotlist mit 25 Titeln werden von der Festivaljury die PreistÀgerInnen in verschiedenen Kategorien ausgewÀhlt, zusÀtzlich wird es einen Publikumspreis geben. Hier die Liste der Nominierten:

‱ „Alois Nebel“ von Jaroslav Rudiơ und Jaromír 99 (Übersetzung: Eva Profousová. Verlag Voland & Quist)
‱ „Alte Meister“ von Nicolas Mahler nach Thomas Bernhard (Suhrkamp Verlag)
‱ „Annas Paradies“ von Daniel Schreiber (Splitter Verlag)
‱ „Asterios Polyp“ von David Mazzucchelli (Übersetzung: Thomas Pletzinger. Eichborn Verlag)
‱ „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ von Guy Delisle (Übersetzung: Martin Budde. Reprodukt)
‱ „Baby Blues“ von Rick Kirkman und Jerry Scott (Übersetzung: Michael Bregel. Bulls Press / Achterbahn im Lappan Verlag)
‱ „Castro“ von Reinhard Kleist (Carlsen Verlag)
‱ „Das tapfere Prinzlein und die sieben ZwergbĂ€ren“ von Émile Bravo (Übersetzung: Ulrich Pröfrock. Carlsen Verlag)
‱ „DĂ©dĂ© – Eriks Detektiv Deschamps“ von Erik (Epsilon Verlag) > nominiert durch das Publikum
‱ „Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ“ von Olivier Schrauwen (Übersetzung: Helge Lethi. Reprodukt)
‱ „Der Staub der Ahnen“ von Felix Pestemer (avant-verlag)
‱ „Die Ballade von Seemann und Albatros“ von Nick Hayes (Übersetzung: Henning Ahrens. mareverlag)
‱ „Essex County“ von Jeff Lemire (Übersetzung: Thomas SchĂŒtzinger. Edition 52)
‱ „Fennek“ von Lewis Trondheim und Yoann (Übersetzung: Kai Wilksen. Reprodukt)
‱ „FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde“ von Manuele Fior (Übersetzung: Maya della Pietra. avant-verlag)
‱ „Gaza“ von Joe Sacco (Übersetzung: Christoph Schuler. Edition Moderne)
‱ „Grablicht“ von Daniela Winkler (Droemer Knaur) > nominiert durch das Publikum
‱ „Haarmann“ von Peer Meter und Isabel Kreitz (Carlsen Verlag)
‱ „Lou!“ von Julien Neel (Übersetzung: Thomas Schöner. Tokyopop)
‱ „Packeis“ von Simon Schwartz (avant-verlag)
‱ „Pluto“ von Naoki Urasawa nach Osamu Tezuka. Co-Autor: Takashi Nagasaki (Übersetzung: JĂŒrgen Seebeck. Carlsen Verlag)
‱ „Riekes Notizen“ von Barbara Yelin (Frankfurter Rundschau)
‱ „Schöne Töchter“ von Flix (Der Tagesspiegel)
‱ „Summer Wars“ von Mamoru Hosoda, Iqura Sugimoto und Yoshiyuki Sadamoto (Übersetzung: Nadine Stutterheim. Carlsen Verlag)
‱ „The Walking Dead“ von Robert Kirkman, Charlie Adlard und Cliff Rathburn (Übersetzung: Marc-Oliver Frisch. Cross Cult) > nominiert durch das Publikum

Die Preise werden in folgenden Kategorien vergeben: „Bester deutschsprachiger Comic“, „Bester internationaler Comic“, „Bester Comic-Strip“ und „Bester Comic fĂŒr Kinder“, in den Kategorien „Bester deutschsprachiger Comic-KĂŒnstler“,„Beste studentische Comic-Publikation“, und Spezialpreis der Jury werden keine Nominierungen vorgenommen.

Die  Jury besteht in diesem Jahr aus: Christian Gasser (Schriftsteller und Journalist, Luzern), Herbert Heinzelmann (Journalist und Medienwissenschaftler, NĂŒrnberg), Brigitte Helbling (Journalistin, Arbeitsstelle fĂŒr Graphische Literatur der UniversitĂ€t Hamburg), Andreas C. Knigge (Autor und Journalist, Hamburg), Andreas Platthaus (Journalist und Autor, Frankfurt am Main), Jan Taussig (Bulls Press, Frankfurt am Main) und Bodo Birk (Internationaler Comic-Salon Erlangen).

FĂŒr den Publikumspreis kann hier abgestimmt werden. Die Preisverleihung findet wĂ€hrend des Comic-Salons am Freitag, dem 8. Juni im Erlanger Markgrafentheater statt.

Comic Invasion Berlin 2012

Dienstag, den 24. April 2012

Am kommenden Sonntag, dem 29. April, findet in Berlin die “Comic Invasion” statt, ein von Marc Seestaedt (“lifestrips”) und Wandrille Leroy (Warum / Vraoum) organisiertes Comicfestival, das erstmalig im HBC in der Karl-Liebknecht-Straße (NĂ€he Hackescher Markt und Alexanderplatz) stattfinden wird.

Vor Ort prĂ€sentieren sich vor allem Berliner Verlage, ComiclĂ€den und Comiczeichner: avant-verlag, JaJa Verlag, Modern Graphics, Die Musenstube, Renate Comics, Reprodukt, The Treasure Fleet oder Vraoum/Warum Verlag haben ihr Erscheinen ebenso angekĂŒndigt wie die KĂŒnstlerInnen Klaus Cornfield, Tim Dinter, Aisha Franz, Thomas Gilke, Ulli Lust, Nettmann, Maki Shimizu, Till D. Thomas und viele andere mehr – nĂ€here Details erfĂ€hrt man auf der Facebook-Seite zum Event.

Das Veranstaltungsprogramm der “Comic Invasion Berlin” beginnt am Sonntag dem 29. April ab 12 Uhr, geboten werden Workshops, Konzerte – unter anderem von Orchestre Miniature in the Park – Kurzfilme und eine Laser Graffitti Show.

Comic Invasion Berlin, HBC, Karl-Liebknecht-Str. 9, D-10178 Berlin
Öffnungszeiten: So 12-open end

“Geschichte auf Gleisen”

Montag, den 23. April 2012

In der Samstagsausgabe der “Neuen ZĂŒrcher Zeitung” stellte Judith Leister in einer Doppelbesprechung zwei Titel des tschechischen Autors Jaroslav RudiĆĄ vor: Den Roman “Die Stille in Prag” (Luchterhand) sowie die in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls tschechischen Zeichner entstandene Graphic Novel “Alois Nebel” (Voland & Quist).

In “Geschichte auf Gleisen” wird der Comic um den Titelgebenden Hauptcharakter als dĂŒster und melancholisch beschrieben, gleichwohl differenziert in der Aussage.

Ende der achtziger Jahre. Alois Nebel arbeitet als Fahrdienstleiter an einem kleinen Bahnhof in BĂ­lĂœ Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakischpolnischen Grenze, dem frĂŒheren Sudetenland. Er ist ein EinzelgĂ€nger, der das Sammeln alter FahrplĂ€ne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel ĂŒber die Bahnstation, und dann sieht er ZĂŒge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas.

FĂŒnf Fragen: Michael Meier | “Das Inferno”

Samstag, den 21. April 2012

Michael Meier studierte Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel bei Hendrik Dorgathen und schloss sein Studium 2007 mit der Graphic Novel “Die Menschenfabrik” ab, einer Romanumsetzung nach Oscar Panizza. DafĂŒr wurde er auf der Frankfurter Buchmesse 2009 mit dem Sondermann als “Bester Newcomer” ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr hat Michael Meier den tĂ€glich auf der RĂ€tselseite der “Frankfurter Rundschau” erschienenen Comic-Strip “Das Inferno” gezeichnet, der seit Februar gesammelt als Buch erhĂ€ltlich ist. Neben seiner TĂ€tigkeit als Comiczeichner und Illustrator fĂŒhrt er zusammen mit Lisa Röper und Rita FĂŒrstenau in Kassel den Verlag rotopolpress. Grund genug, ihm fĂŒnf Fragen zum Comiczeichnen und -verlegen zu stellen.

Wie kam es zu “Das Inferno”, und wie waren die Reaktionen auf das Buch?

Christian SchlĂŒter, dem ich unter anderem den Sondermann zu verdanken habe, rief mich eines Tages an und fragte mich, ob ich nicht Lust hĂ€tte, den Daily Strip der “Frankfurter Rundschau” zu ĂŒbernehmen. Gemeinsam haben wir uns dann gefragt, ob es nicht auch möglich sei, einen bekannten Stoff als Comic-Strip umzusetzen. Anfangs haben wir mit dem Gedanken gespielt, den “Zauberberg” von Thomas Mann zu interpretieren. Das stellte sich dann allerdings als zu komplex fĂŒr dieses Projekt heraus, außerdem hatte ich Lust auf eine Abenteuergeschichte, der die Leser ohne weiteres ein ganzes Jahr folgen können.

Bei der Suche nach einem geeigneten Stoff hat mich dann Lisa Röper auf die “Göttliche Komödie” gebracht, die ich bis dahin allerdings noch gar nicht gelesen hatte. Ich war ein bisschen skeptisch, weil es sich ja schließlich um einen Text aus dem ausgehenden Mittelalter handelt. Es hat mich dann aber sehr ĂŒberrascht, wie eingĂ€ngig Alighieri die Geschichte geschrieben hatte, trotz der Versform. Und eine Fahrt in die Unterwelt ist natĂŒrlich eine tolle Vorlage fĂŒr einen Zeichner. Ich musste also nicht lange ĂŒberredet werden.

Christian SchlĂŒter war auf die selbe Idee gekommen und bei unserem nĂ€chsten Telefonat begrĂŒĂŸten wir uns dann gegenseitig mit “Inferno”!


Viele Reaktionen hat es natĂŒrlich noch nicht gegeben, das Buch ist ja erst seit Februar im Handel. Aber das, was ich bisher gehört habe, war durchweg positiv. Am meisten habe ich mich ĂŒber die vielen netten E-Mails von “Rundschau”-Lesern gefreut, die den Strip regelmĂ€ĂŸig verfolgt haben und denen die beiden Protagonisten Dante und Vergil ans Herz gewachsen sind.

Gibt es einen Unterschied in der Herangehensweise zwischen Comic-Strips und Graphic Novels bzw. lÀngeren ErzÀhlungen?

Comic-Strips haben im Vergleich zu lĂ€ngeren ErzĂ€hlungen ihre ganz eigenen Schwierigkeiten. Jeder Strip ist eine kleine abgeschlossene Geschichte auf sehr komprimiertem Raum, bei der man einige Abstriche machen muss. Dante Alighieri hat eine sehr bildgewaltige ErzĂ€hlweise, die beim Strip zum Problem wird, da ich alles auf 5 x 21 cm komprimieren musste. Außerdem kann man nicht, wie in lĂ€ngeren Geschichten, das Tempo variieren. Das schrĂ€nkt die erzĂ€hlerischen Mittel dann doch etwas ein.

Meines Erachtens wirken Comic-Strips deshalb oft ein bisschen gehetzt. Die Geschichte marschiert unaufhaltsam voran und man hat kaum Platz zum Verschnaufen oder um AtmosphĂ€re aufzubauen. Der Leser sollte sich aber, auch ohne den Strip regelmĂ€ĂŸig zu verfolgen, von der Episode, die er sich rausgepickt hat, unterhalten fĂŒhlen und der Geschichte zumindest halbwegs folgen können.

Am Ende mĂŒssen alle diese Mini-Geschichten auch noch als großes Ganzes funktionieren. Diese Balance aufrecht zu erhalten war eine spannende Herausforderung, bei der ich viel dazugelernt habe.

Seit wann gibt es rotopolpress, und was waren die BeweggrĂŒnde, den Verlag zu grĂŒnden?

Rita FĂŒrstenau, Lisa Röper und ich haben den Verlag 2007 noch wĂ€hrend unserer Zeit an der Kunsthochschule Kassel gegrĂŒndet. Die Idee dazu enstand aus der Frage, wie wir uns ein Leben als Illustratoren außerhalb des schĂŒtzenden “Uni-Kokons” vorstellen. Wir wollten in erster Linie ein Netzwerk schaffen, das es Illustratoren, Comiczeichnern und anderen Kreativen ermöglicht, sich auszutauschen, Projekte zu realisieren und dabei die Grenzen dessen, was wir gemeinhin unter Illustration verstehen, abzutasten. Und das gerne in beide Richtungen: Die kommerzielle und die kĂŒnstlerische. Dass dabei auch ein Verlag, ein Studio und eine Galerie herausgekommen sind, war nur konsequent.

Im Studio haben wir die Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten, mit dem Verlag sind wir in der Lage, Projekte direkt zu veröffentlichen und zu vertreiben, und die Galerie dient als Treffpunkt fĂŒr alle, die sich genauso fĂŒr Illustration begeistern wie wir. Dieses Jahr können wir zwar schon unseren fĂŒnften Geburtstag feiern, aber rotopol soll auch weiterhin ein Experimentierfeld bleiben, auf dem wir viele unserer Ideen ausprobieren können.

Wie geht es mit dem Verlag weiter?

Ich denke, da wir ein von Illustratoren gefĂŒhrter Verlag sind und viele unserer persönlichen Vorlieben in die Verlagsarbeit einfließen, fĂ€llt es manchmal schwer, uns einzuordnen. Wir sind kein reiner Comic- oder Illustrationsverlag. Es geht uns um Illustration im Allgemeinen und um die vielen verscheidenen Facetten, die diese Kunstrichtung haben kann. Verlagssparten oder Genres sind uns dabei nicht wichtig. Der Stil und vor allem der Inhalt eines Projekts muss uns ansprechen und sich in den illustrativen Kontext einfĂŒgen. Am Ende kommen dann Comics, IllustrationsbĂŒcher, GiclĂ©e- und Siebdrucke oder Papierspielzeug dabei heraus.

Unser Ziel ist es, die Vielseitigkeit von Illustration abzutasten und das Interesse einer breiten Öffentlichkeit dafĂŒr zu wecken. Darum freuen wir uns natĂŒrlich umso mehr, dass wir seit Anfang diesen Jahres Auslieferer und Verlagsvertretungen haben.

Momentan bereiten wir die nĂ€chsten Veröffentlichungen vor. Dann haben wir dieses Jahr, parallel zur Documenta, einige Einzelausstellungen geplant, unter anderem mit Bene Rohlmann, Hellen Jo und Mcbess. Außerdem werden wir mit einem Stand beim Comic-Salon Erlangen vertreten sein. Im Winter wird es traditionell wieder eine große Gruppenausstellung geben. Und natĂŒrlich sind wir immer auf der Suche nach neuen, interessanten Projekten.

Kannst du schon einen Ausblick auf die nÀchsten eigenen Projekte geben?

Ich glaube, ich habe momentan fĂŒnf Geschichten in meiner Schublade, die ich gerne realisieren möchte. Ganz konkret werde ich als nĂ€chstes zusammen mit Reprodukt an einem Projekt arbeiten. Worum es dabei genau geht, möchte ich aber noch nicht verraten. DarĂŒber hinaus ist es mir allerdings sehr wichtig, nicht nur Comiczeichner zu sein, sondern auch weiterhin als Illustrator zu arbeiten.

FĂŒnf Fragen: Dr. Jane Redlin | Museum Dahlem

Donnerstag, den 19. April 2012

Vom 5. Mai bis zum 28. Oktober 2012 werden im Museum Dahlem in Berlin “Comicleben” vorgestellt. In Kooperation mit dem Institut fĂŒr EuropĂ€ische Ethnologie der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin, dem Masterstudiengang BĂŒhnenbild Szenischer Raum der Technischen UniversitĂ€t Berlin und dem Internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) werden sieben Menschen vorgestellt, deren Leben mit Comics eng verknĂŒpft ist, darunter die Zeichnerin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), der Galerist Carsten Lacqua, der Wissenschaftler Dietrich GrĂŒnewald oder der Verleger Dirk Rehm (Reprodukt). Wir haben Frau Dr. Jane Redlin, Initiatorin und Kuratorin dieser ungewöhnlichen AnnĂ€herung an Comics, fĂŒnf Fragen gestellt.

Wie ist ĂŒberhaupt die Idee aufgekommen, im Museum EuropĂ€ischer Kulturen eine Ausstellung zu machen, die sich mit Comics befasst?

Das Museum befasst sich schon sehr lange mit dem Thema der historischen Bildgeschichten. Es besitzt eine umfangreiche Sammlung von Bilderbögen, auch Moritatenbilder. Es war Zeit, das Thema bis in die Gegenwart hinein zu verfolgen.

Die Ausstellung “Comicleben” gewĂ€hrt Einblick in den Alltag von sieben Personen, die mit Comics arbeiten, oder denen Comics in anderer Hinsicht wichtig sind. Wie haben Sie diese Akteure der Comicwelt ausgewĂ€hlt?

Zum einen sollten die Personen fĂŒr die unterschiedlichen Richtungen im Comic stehen, um so dessen Vielfalt nahe zu bringen. So wird der Superhelden-Comic, der Independent/Autoren-Comic, die Graphic Novel, der Manga, die AnfĂ€nge der frĂŒhen US-amerikanischen Comics mit den Sonntagsseiten und “Micky Maus” sowie exemplarisch ein Blick in die deutsche Comicgeschichte und die frĂŒhen Formen der Bildgeschichte mit den Bilderbögen und Moritatenbildern thematisiert. Zum anderen sollte es in der Ausstellung möglich sein, das “Leben” eines Comics nachzuvollziehen, von der Zeichnung ĂŒber den Verlag, den Handel bis hin zum Sammeln und wissenschaftlichen Reflektieren.

Die “Comicleben” finden ĂŒberwiegend in Deutschland statt. Gibt es auch europĂ€ische Aspekte in der Ausstellung?

Der europĂ€ische Aspekt wird durch die einzelnen PortrĂ€ts deutlich, da die vorgestellten Personen selber europĂ€isch agieren. Oft auch ĂŒber Europa hinaus. Das beste Beispiel ist Reprodukt mit seinen zahlreichen europĂ€ischen Autoren und seinen europĂ€ischen Vernetzungen sowohl zu Verlagen und KĂŒnstlern, als auch durch seine PrĂ€senz auf dem grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Comicfestival in AngoulĂȘme, Frankreich. Die von Reprodukt betreuten KĂŒnstler werden ihrerseits in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern verlegt. Das gilt auch fĂŒr Ulli Lust, die fĂŒr ihre Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” 2010 einen Preis in AngoulĂȘme erhalten hat. Sie wird ebenfalls in der Ausstellung portrĂ€tiert. Auch die Manga- und Cosplayszene ist ĂŒbernational aufgestellt. Und dass “Micky Maus” und “Spider Man” kein deutsches Kulturgut sind, sondern weltweites und damit auch europĂ€isches, dĂŒrfte jedem klar sein.

In welchen Erscheinungsformen wird der Comic zu sehen sein?

Wir werden verschiedene Möglichkeiten nutzen, um den Comic zu prĂ€sentieren. NatĂŒrlich ComicbĂŒcher- und Comichefte, Originalseiten und Skizzen, historische Bilderbögen und gemalte Moritatenbilder in Formaten von drei Metern Höhe werden zu sehen sein, ebenso wie ein sehr frĂŒhes und seltenes, großformatiges “Micky Maus”-Filmplakat, um nur einiges zu nennen.

Da es uns aber nicht nur um den Comic, sondern auch um die Menschen geht, die fĂŒr den Comic leben, werden wir Dinge zeigen, die mit ihrem Leben zu tun haben. Das war letztlich auch das Auswahlkriterium fĂŒr alles, was ausgestellt wird, einschließlich der Comics. Die gezeigten Sachen haben immer etwas mit dem PortrĂ€tierten zu tun. Darum werden auch Cosplay-KostĂŒme zu sehen sein. Man kann Ausschnitte aus den Interviews mit den PortrĂ€tierten hören, die fĂŒr die Ausstellung entstanden sind. Filme werden zum Einsatz kommen. Den digitalen Comic werden wir in einem besonderen Bereich vorstellen, losgelöst von einem PortrĂ€t. Er taucht aber im PortrĂ€t von Ulli Lust auch wieder auf. Vor allem hat man aber in der Ausstellung die Möglichkeit, sich in Ruhe hinzusetzen, und selber Comics zu lesen.

Lesen Sie selbst Comics, und wenn ja, welche?

Mit Sicherheit mehr, wenn die Ausstellung fertig ist. Mich fasziniert der kreative Reichtum und die verschiedenen Welten, die sich im Comic finden lassen.

Museen Dahlem, Lansstraße 8 / Arnimallee 25, D-14195 Berlin
Tel. (030) 266 42 42 42
www.smb.museum
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr

Carolin Walch bei Strips & Stories, Hamburg

Mittwoch, den 18. April 2012

Am kommenden Freitag stellt Carolin Walch im Rahmen einer Releaseparty ihr Buch “Roxanne & George” (Reprodukt) in der Hamburger Comichandlung Strips & Stories vor. Beginn ist um 19 Uhr.

Roxanne und George führen ein Leben, wie es glamouröser nicht sein könnte. Als Kinder zweier Rocklegenden ist ihr Leben geprĂ€gt von Partys, Luxus und Exzessen – dokumentiert durch die eigene Reality-Show auf MTV. Alles lĂ€uft perfekt, bis ihre VĂ€ter den Beschluss fassen, nicht mehr lĂ€nger die Pausenclowns für ein Millionenpublikum zu spielen.

Carolin Walch, Jahrgang 1982, hat sich vor allem in der deutschen Manga-Szene als Zeichnerin von “Magic MĂŒtze” einen Namen gemacht. Kurzgeschichten von ihr wurden in “Ballroom Blitz” oder “Orang” veröffentlicht. Carolin Walch lebt und arbeitet in MĂŒnchen.

Strips & Stories, Seilerstraße 40, D-20359 Hamburg
Tel. (040) 38 07 40 09
email: info@istrips-stories.de, www.strips-stories.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 12–20 Uhr, Sa 13–19 Uhr