Auf “Zeit online” bespricht Carmen Eller heute Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (Reprodukt) und setzt es in Zusammenhang mit den anderen Reisebüchern des kanadischen Autors. Für Carmen Eller ist “Aufzeichnungen aus Jerusalem” das bisher interessantestes Werk des Zeichners, auch wenn Guy Delisle eher Fragen stellt, als Antworten zu geben.
“Aufzeichnungen aus Jerusalem” befindet sich unter den Nominierungen für einen der Max und Moritz-Preise, die am 9. Juni auf dem Comic-Salon Erlangen vergeben werden.
Am kommenden Samstag werden Autor Jochen Schmidt (“Schmidt liest Proust”, Voland & Quist) und Zeichnerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) in Hamburg aus ihrer gemeinsamen Reihe “Dudenbrooks” lesen, die zunächst wöchentlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien und inzwischen bei Jacoby & Stuart als Buch veröffentlicht worden ist.
Derzeit führen Hoven und Schmidt die Kooperation mit der “Schmythologie” fort, die ebenfalls in der FAZ erscheint.
Der Eintritt zur Veranstaltung beträgt 5 Euro, Beginn ist um 19:30 Uhr, die Anmeldung ist per E-Mail möglich.
PLY unestablished furniture, Kleine Rainstr. 44 Hinterhof, 22765 Hamburg
Im Rahmen der 15. Literaturwoche im Prenzlauer Berg werden am Sonntag, den 3. Juni auch Comics mit einem Stand auf dem Kollwitzplatz vertreten sein. An einem Stand präsentiert der Berliner Comicladen Comics & Graphics eine Auswahl aktueller Bücher, der Schwerpunkt wird dabei auf Büchern des ebenfalls in Berlin beheimateten Verlags Reprodukt liegen.
In der nächsten Woche und damit rechtzeitig zum Comic-Salon Erlangen kommen drei neue Bücher der Edition 52 in die Läden: Mit “Dolomiti Jahre” und der erweiterten Neuauflage von “Tango de la mort” erscheinen zwei Titel von Ulf K. und mit “Die Krankenschwester” der abschliessende Teil der “Essex County Trilogie” von Jeff Lemire, deren erster Teil für einen Max- und Moritz-Preis nominiert ist. Eine sechs Seiten umfassende Leseprobe des neuen Bandes kann hier heruntergeladen werden.
Essex County Trilogie – Band 3: Die Krankenschwester, ISBN 978-3-935229-91-3, 128 Seiten, schwarzweiss, Softcover 13 Euro, erscheint Anfang Juni
Die in Zürich lebende Comic-Autorin Kati Rickenbach (“Jetzt kommt später”, Edition Moderne) hat im Schweizer Suhr das Amt der Stadtschreiberin übernommen. Ein Jahr lang wird sie das kulturelle Leben der Stadt begleiten und dabei auch eigene Akzente setzen. Über die Übergabe der Würde von ihrem Vorgänger, dem Autoren Andreas Neeser, hat Kati Rickenbach einen Comic-Tagebucheintrag angefertigt, der oben zu sehen ist. Zudem berichtet die Aargauer Zeitung: “Der neue Suhrer Dorfschreiber ist eine Dorfzeichnerin”.
Dass es nicht allzu ungewöhnlich sein muss, dass das Amt des Stadtschreibers von einem Comic-Zeichner bekleidet wird, bewies bereits 1992 Martin tom Dieck, dessen “Der unschuldige Passagier” (Reprodukt) entstand, während er das Amt des Stadtschreibers von Alsfeld inne hatte.
Am Samstag, dem 2. Juni um 21 Uhr findet in der Galerie von rotopolpress in Kassel die feierliche Eröffnung einer Ausstellung von Arbeiten des Wahlberliners Olivier Schrauwen (“Mein Junge”, “Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ”, beide Reprodukt) statt. Vom 3. Juni bis zum 11. Juli werden Comicseiten, Skizzen und Risodrucke des Künstlers gezeigt.
Olivier Schrauwen, geboren 1977 in Brügge, hat an der Kunstakademie Ghent Animation und an der Saint Luc in Brüssel Comic studiert. Mit Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien wie “Spirou”, “Beeldstorm”, “Demo”, “INK” und “Zone5300″ verfeinerte er seinen an klassische amerikanische Comic-Strips erinnernden Zeichenstil. Die Comics von Olivier Schrauwen erscheinen in vielen Sprachen, unter anderem in Niederländisch bei Bries, in Französisch bei Actes Sud und in amerikanischem Engisch bei Fantagraphics Books.
Von Juni bis Dezember 2012 erscheinen vierzehn neue Comics im Berliner avant-verlag. Das neue Programm startet im Juni mit sechs Neuheiten, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen werden. Von den französischen Künstlern David B. und Golo werden Titel vorgelegt, daneben erscheinen zwei Comics von jungen deutschen Zeichnerinnen: “Im Land der Frühaufsteher” von Paula Bulling und “Hühner, Porno, Schlägerei” von Sophia Martineck sowie mit “Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” ein neuer Titel des Duos Susanne Buddenberg und Thomas Henseler (“Grenzfall”) und “Noise”, so der Titel der neuen Anthologie von Tonto.
Susanne Buddenberg & Thomas Henseler, Paula Bulling, Sophia Martineck, Golo und David B. werden auf dem Comic-Salon zugegen sein, um ihre neuen Comics zu signieren.
“Die besten Feinde – Erster Teil 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiu & David B.
Der französische Historiker und Islamwissenschaftler Jean-Pierre Filiu erzählt die Geschichte der amerikanischen Beziehungen zum Nahen Osten, und zwar von 1783, als die gerade entstandene amerikanische Nation gegen muslimische Piraten im Mittelmeer aktiv wurde, bis 1953, als die CIA den iranischen Premierminister Mossadegh stürzte und den Schah wieder an die Macht brachte. Immer wieder lassen sich erschreckende Parallelen zwischen der historischen und der aktuellen Politik ziehen… In einzelnen Episoden werden die wichtigsten Stationen beleuchtet und David B.s beeindruckende Bilder bieten die ideale Ergänzung zu diesem Geschichtscomic.
Jean Pierre Filiu ist ein französischer Kulturwissenschaftler und einer der angesehendsten Experten des Landes für den modernen Islam. Sein Forschungsschwerpunkt sind die unterschiedlichen globalen Jihad-Bewegungen, vor allem die Al Qaida. Er unterrichtet am Institut d’Ètudes Politiques in Paris.
David B. ist Gründungsmitglied des renommierten Verlags L’Association und einer der virilsten Vertreter der neuen französischen Comiclandschaft.
Die besten Feinde, ISBN 978-3-939080-63-3, 120 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012
“Chronik einer verschwundenen Stadt” von Golo & Dibou
Unweit von Luxor, einem der touristischen Hochzentren Ägyptens, liegt die kleine Stadt Qurna. Noch. Denn Qurna und seine Bewohner müssen den touristischen Strömen Luxors weichen. Die französischen ZeichnerInnen Golo und Dibou, die seit 10 Jahren in Qurna leben, dokumentieren in ihrer ambitionierten Comic-Arbeit die unausweichliche Zerstörung von Qurma, aber weitmehr die Kultur und das Wesen der Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben und nun von der ägyptischen Regierung umgesiedelt werden. Mit Witz und Hingabe an ihre Nachbarn und all die Menschen, mit denen sie ihr Leben teilen, erzählen Golo und Dibou von der Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der ökonomischen und bürokratischen Logik des Staates und von der Faszination und ihrer Liebe zu Ägypten und seinen Bewohnern.
Golo ist der Künstlername des 1948 geborenen französischen Zeichners Guy Nadaud. Seit Anfang der 70er veröffentlicht Golo bei verschiedenen Verlagen und Magazinen Comicgeschichten und Graphic Novels. Vor ca. zehn Jahren ist er nach Ägypten ausgewandert, wo er u.a. für die “Kairo Times” arbeitet.
Chronik einer verschwundenen Stadt, ISBN 978-3-939080-59-6, 120 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 24,95 Euro, erscheint im Juni 2012
“Im Land der Frühausteher” von Paula Bulling
“Die Unterbringungen von Flüchtlingen soll ihre Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern“, steht es in der Bayerischen Asyldurchführungsverordnung. In anderen Bundesländern braucht es diese zynische Amtsvorgabe gar nicht, wenn es um den Umgang mit Asylbewerberngeht. Vor allem Sachsen-Anhalt, das so genannte “Land der Frühaufsteher“, steht in dem Ruf, in Flüchtlingsfragen die restriktivsten und unflexibelsten Auslegungen der Gesetzlage durchzusetzen.
Paula Bulling hat im Laufe mehrerer Jahre die Flüchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen Gesprächen und Begegnungen mit Asylbewerbern in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert. In sieben Kapiteln erzählt sie vom Leben in Asylbewerberheimen, alltäglichem Rassismus, dem Tod eines Flüchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzählerischen Haltung als weiße Künstlerin. “Im Land der Frühausteher“ entstand in naher künstlerischer Zusammenarbeit mit den porträtierten Menschen, ihre Stimmen und ihr Wesen sind ebenso Teil von Puala Bullings mutiger Comic-Collage wie die Darstellung der politischen Situation in Sachsen-Anhalt, die als symptomatisch für die neuen und den größten Teil der alten Bundesländer gelten kann.
Paula Bulling, 1986 in Berlin geboren, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (Halle) Illustration studiert. “Im Land der Frühaufsteher” ist ihr Comic-Debüt.
Im Land der Frühaufsteher, ISBN 978-3-939080-68-8, 120 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 Euro, erscheint im Juni 2012
“Hühner, Porno, Schlägerei” von Sophia Martineck
Niederböhna ist ein typisch deutsches Dorf im 21. Jahrhundert. Es liegt zwischen Hügeln, Seen und Feldern. Nur noch wenige Einwohner arbeiten heute in der Landwirtschaft, die meisten fahren zur Arbeit in die Stadt. Die Bevölkerungszahl sinkt, denn nur wenige Jugendliche wollen in Niederböhna bleiben. Niederböhna könnte auch Neuschwammelsburg, Obereichenberg oder Kleinmittelsbach heißen. Niederböhna gibt es nicht, denn es wurde für dieses Buch erfunden. Auch die Personen und Namen sind fiktiv. Nur die Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten. Alle in diesem Buch geschilderten Ereignisse sind in deutschen Lokalzeitungen nachzulesen oder sie wurden mündlich überliefert. Jedes deutsche Dorf könnte Niederböhna sein.
Sophia Martineck, Jahrgang 1981, studierte in Berlin, Liverpool und New York Visuelle Kommunikation. Ihre Arbeiten wurden unter anderem mit dem Hans-Meid-Förderpreis und dem Art Directors Club Young Guns Award ausgezeichnet.
Hühner, Porno, Schlägerei, ISBN 978-3-939080-62-6, 52 Seiten, vierfarbig, Klappenbroschur, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012
“Noise” von Tonto (Hrsg.)
Anhand Arbeiten von Gmeindl, Häussle, Kaplan, Jordan, Strobl aus dem Tonto-Kernteam und Beiträgen von Gästen wie Pakito Bolino (FR), Dice Industries (DE), Bill Griffith (USA), Kai Pfeiffer (DE), Marko Turunen (FI), Aleksandar Zograf (SRB), Igor Hofbauer (HR) und Nicolas Mahler (AT) entwickelt Helmut Kaplan auf 80 Seiten ein dichtes Bezugssystem zum Thema “Noise“ – das Ergebnis ist eine der schönsten aktuellen Anthologien für Comics als künstlerische und persönliche Ausdrucksform abseits jeglicher kommerzieller Intentionen. Ein Fest für Augenmenschen und Aufgeschlossene!
Tonto: Aus dem Duo Strobl & Kaplan bildete sich vor 10 Jahren und 12 Ausgaben der “Tonto”-Anthologien eine Gruppe, die mittlerweile Teil eines über Europa verstreuten Netzwerkes ist, das das Comic-Medium als ihre primäre Fläche der Auseinandersetzung gewählt haben: “Tonto Comics”. “Tontos” Randlage (Graz) im deutschsprachigen Raum bedeutet gleichzeitig eine Nähe zu Europa – Berlin ist gleich fern wie Belgrad. So entstehen beispielsweise Kollaborationen mit Komikaze (HR), Le Dernier Cri (FR), “Electrocomics” (DE), Canicola (IT), “Stripburger” (SLO), “Turbo-Comix” (FR/RS), “Kush!” (LT), “Kuti” und “Glömp” (FI).
Noise, ISBN 978-3-939080-60-2, 80 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012
“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” von Susanne Buddenberg & Thomas Henseler
28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, riss Freunde und Familien auseinander. Die beiden Comic-Autoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler haben Zeitzeugen befragt und deren Erlebnisse aufgezeichnet. Fünf wahre Geschichten erzählen von einer Zeit, die noch nicht lange zurückliegt, aber heute kaum noch vorstellbar ist: Eine junge Frau versucht, mit einem falschen Ausweis die DDR zu verlassen. Ein Flüchtling wird an der Grenze erschossen, ohne dass Rettungskräfte ihm helfen können. Eine ganze Familie versteckt sich in einem DDR-Regierungsgebäude in Mauernähe und hofft, von hier aus in den Westen zu entkommen. Ein junger Mann fotografiert heimlich die Grenzanlagen und gerät in die Fänge der Staatssicherheit. Ein Ost-Berliner Schüler erkundet nachts West-Berlin und feiert die Party seines Lebens. “Berlin – Geteilte Stadt“ führt auch an die Original-Schauplätze der Geschichten: Am Bahnhof Friedrichstraße, in der Bernauer Straße, in der Wilhelmstraße, am Brandenburger Tor und am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße kann man sich auf die Spuren der dramatischen Ereignisse begeben.
Susanne Buddenberg und Thomas Henseler studierten Design an der Fachhochschule Aachen und Film an der Hochschule für Film- und Fernsehen “Konrad Wolf” in Potsdam-Babelsberg. Nach dem Studium gründeten sie die Zoom und Tinte Buddenberg und Henseler GbR, die sich auf Film und Illustration spezialisiert hat. Gemeinsam arbeiten sie in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Auftraggeber sind Filmproduktionen, Fernsehsender, Werbe- und Eventagenturen. 2011 erschien ihre erste Graphic Novel “Grenzfall”.
“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten”, ISBN 978-3-939080-70-1, 96 Seiten, s/w, Softcover, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012
“Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba & Kim
Das preisgekrönte Graphic-Novel-Meisterwerk aus Spanien! 2001 beging der Vater von Antonio Altarriba Selbstmord und zog damit einen Schlussstrich unter ein Leben, das er als ziellos und vergeblich empfand. Wie viele andere seiner Generation hatte sein Vater alles daran gesetzt, aus den Trümmern der Weltkriege eine gerechte Welt zu bauen und dem Unrecht zu entfliehen. Aber die Geschichte hat es schon immer verstanden, Träumern die Flügel zu stutzen…
Durch die Augen seines Vaters lässt uns Altarriba das spanische Jahrhundert durchleben: das Leid, das der Bürgerkrieg und später die Deutschen über das Land gebracht haben, Exil, Widerstand und das Leben in den Lagern, die Franco-Diktatur und ihr Ende, der wirtschaftliche Aufschwung und das Aufblühen der Demokratie. Altarriba erzählt eine unwahrscheinlich persönliche und zugleich universelle Geschichte übers das Erinnern in einem Land, das wie kein zweites versucht, zu vergessen und zu verdrängen. Prämiert mit dem nationalen Comic-Preis des spanischen Kultusministeriums und dem Hauptpreis des Comicfestivals Barcelona.
Antonio Altarriba ist ein künstlerischer Eckpfeiler der spanischen Comic- und Literaturgemeinde. Der baskische Schriftsteller und Literaturprofessor veröffentlicht seit den frühen Achtzigern Romane, Anthologien, Comics, Essays und Kritiken und wurde unter anderem mit dem Großen Baskischen Literaturpreis für seinen Roman “La Memoria de la Nieve” ausgezeichnet.
Die Kunst zu fliegen, ISBN 978-3-939080-69-5, 208 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 24,95 Euro, erscheint im September 2012
“Atar Gull” von Fabien Nury & Brüno
1830, Benin. Atar Gull ist der Sohn des Königs des Stammes der Kleinen Namaquas. Diese liegen in einem nicht endenden Krieg mit ihren Erzfeinden vom Stamm der Großen Namaquas. Durch eine Intrige gerät er in die Hände des grausamen Piraten und Sklavenhändlers Kapitän Brulart. Nach einer schrecklichen Überfahrt, bei der nur 17 der 100 eingeschifften Gefangenen überleben, wird er an den jamaikanischen Farmer Tom Will verkauft. Durch seine unterwürfige Haltung steigt er in der Hierarchie der Plantagenarbeiter auf, doch sein wahres Ziel ist die Rache an seinen Peinigern. Niemand erkennt den Schwelbrand, der letztlich dazu führen wird, dass sich die Rollen vertauschen…
Nach dem Roman von Eugène Sue aus dem Jahre 1831, zu seiner Zeit ein Skandal, adaptiert Fabien Nury diese Geschichte ohne viele Schnörkel, direkt und unkompliziert. Brüno setzt dies kongenial in flächigen, warm kolorierten Zeichnungen um.
Fabien Nury ist ein französischer Szenarist und Drehbuchautor. Auf Deutsch liegen von ihm vor: der Vampir-Spionagethriller “Ich bin Legion” bei Cross Cult und die Western-Reihe “W.E.S.T.” bei Piredda.
Brüno hat als Zeichner von Comic-Serien wie “Commando Colonial“, “Biotope“, “Junk“ und “Inner City Blues“ bereits eine große Fangemeinde in Frankreich. “Atar Gull“ ist sein Debüt auf dem deutschen Comicmarkt.
Eugène Sue ist heute weitesgehend vergessen, Mitte des 19. Jahrhunderts war er aber einer bekanntesten französischen Romanciers und Republikaner. Vor allem sein Fortsetzungsroman “Die Geheimnisse von Paris”, der in der Tageszeitung “Le Journal des Débats” erschien, etablierte ihn als eine zentrale Figur der französischen intellektuellen Opposition.
Atar Gull, ISBN 978-3-939080-65-7, 86 Seiten, vierfarbig, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012
“Doppeltes Glück mit der Roten Kralle” von Joe Daly
Im sonnengegerbten Kapstadt an der südafrikanischen Küste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und Affenfüßen gestraft hat, und seinen gammeligen Lebenskünstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hält, und dann fängt die Story erst richtig an… In bester “Big Lebowski”- Manier lässt Comic-Künstler und Humorist Daly sein Bohème-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die südafrikanische Hauptstadt los und erzählt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen Hergé, Freak Brothers und “Magnum“ ein neues Genre eröffnen.
Joe Daly ist ein südafrikanische Zeichner und Humorist. Seine Comics erscheinen u.a. im US-Verlag Fantagraphics.
Doppeltes Glück mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012
“Die falschen Gesichter” von David B. & Hervé Tanquerelle
Ein Februartag 1975 in Paris. Während eines Banküberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lässt und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern, muss her – und die Lösung scheint so einfach: Während all die anderen Bankräuber auf der Welt noch mit Damenstrümpfen über dem Gesicht in die Banken marschieren, fängt die Bande “der falschen Gesichter“ an, sich mit Perücken, falschen Bärten und Make-Up zu verkleiden und täuscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei selbst. Während ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die “falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.
Inspiriert von wahren Fällen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die Atmosphäre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.
Hervé Tanquerelle ist seit den späten 90ern als Comiczeichner aktiv und hat u.a. mit Joann Sfar an der Mystery-Farce “Professor Bell” gearbeitet.
Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012
“Chagall in Russland” von Joann Sfar
Wer nach “Pascin“ eine weitere Künstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jüdischen Jüngling in Sfars bunt wuchernder Erzählung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, verträumter russischer Maler, dem nichts ferner läge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das Mädchen seiner Träume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der Tagträumer seiner Tochter dennschon zu bieten? Soll Chagall für die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weißt auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verändern wird. In der Tradition seiner Serien “Klezmer“ und “Die Katze des Rabbiners“ entführt Joann Sfar seine Leser wieder in die jüdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Joann Sfar ist wohl einer der renommiertesten und produktivsten Akteure der aktuellen französischen Comic-Szene. Bis dato liegen über 100(!) Comic-Arbeiten von ihm in Frankfreich vor. Auf Deutsch sind “Die Katze des Rabiners”, “Pascin” und seine weit verzweigte Fantasy-Reihe “Donjon” erschienen.
Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012
“Klezmer 4: Trapezsprünge” von Joann Sfar
Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei Schicksalsschläge und widrige Umstände zusammengeführt. Die turbulente Erzählung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron“ genannt, der mit seiner jüdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerät. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel Glück – auch ein wenig Bares wartet.
Vierter Teil der gelungenen Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.
Klezmer 4: Trapezsprünge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012
“Vampir” von Joann Sfar
Neben den beliebten “Desmodus”-Comics für junge Leser, hat Joann Sfar auch eine ältere Version seines freundlichen Blutsaugers geschaffen. Während der kleine Desmodus seine Nächte mit Spukgeschichten und Streichen verbringt, sind es die Hormone, die ihn als großen Vampir auf Trab halten, und die Lethargie, die ihn an der Welt verzweifeln lässt. Joann Sfars “Vampir”-Geschichten sind wunderbare Coming-of-Age-Märchen, mit einem Slacker-Dracula, der alte Platten sammelt und von einer amourösen Katastrophe in die nächste stolpert. Mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Hintersinn, Fabulierlust, Humor, Melancholie und Philosophie liest Sfar das Gothik-Genre gegen den Strich
Neben allen Alben der Serie mit dem “Großen Vampir” enthält diese ultimative Gesamtausgabe noch zusätzliche Kurzgeschichten und Skizzen!
Vampir, ISBN 9788-3-939080-74-9, 560 Seiten, vierfarbig, Flexcover, 49,95 Euro, erscheint im Dezember 2012
“Eremit” von Marijpol
Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört; muss er sich am Ende für eine Hälfte seines Kopfes entscheiden?
“Eremit” ist eine symbolträchtige, mitunter verstörende Erzählung über Zweifel, Tod und Obst.
Marijpol, bürgerlich Marie Pohl, wurde 1982 in Berlin geboren. Sie hat Visuelle Kommunikation und Illustration an der Hochschule für bildende Kunst und an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.
Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012
Der schwedische Comiczeichner Max Andersson (“Container”, Reprodukt) wird am Freitag, dem 1. Juni bei Some Conference, der zweiten Ausgabe der Design-Konferenz der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein erwartet, um über seine Arbeit zu referieren.
Some Conference, ein DesignerFestival für Studenten und Künstler, wird von den Studenten Patrick Müßiggang, Markus Lange, Marcus Blättermann, Margret Wolf und Colette Dörrwand gemeinsam mit ihrem Professor Sven Voelker organisiert. Neben Max Andersson sind Eike König, Chilly Gonzales, Mate Steinfort, Iris Dankemeyer, Alexander Lis und Nadine Kolodziey als Referenten eingeladen.
Nun hat die Abstimmung begonnen: 20 Hefte liegen vor mit Beiträgen von insgesamt 253 Zeichnerinnen und Zeichnern, die sich dem Verdikt unterschiedlicher Jurys stellen. Der Comic-Clash tritt in seine heiße Phase.
Wie kürzlich berichtet, wurden Comic-Macher dazu aufgefordert, Hefte zum Thema “Der Sinn des Lebens” vorzulegen und damit gegen die Hefte anderer Team anzutreten. Das Publikum, eine Jury und die MagazinmacherInnen selbst bestimmen nun ihre Favoriten, zusätzlich wird es auf dem Comic-Salon Erlangen auf einer Bühne tägliche Wettbewerbs-Veranstaltungen geben. Das Gewinner-Heft wird am 9. Juni bekannt gegeben.
Nun wurde auch eine Reihe von Grußworten und Kurzinterviews mit der prominent besetzten Jury online veröffentlicht. Hier zu sehen: Der Schauspieler Axel Prahl, der sich bereits auf die Lektüre der Hefte freut. Weitere Videos und Textbeiträge der Jurymitglieder Peter Puck (“Rudi”), Jens Balzer (Autor, Journalist und stellv. Feuilleton-Chef der “Berliner Zeitung”), Henning Wagenbreth (Illustrator und Professor für Illustration und Buchkunst an der UdK Berlin), Alf Ator (Sänger von Knorkator) sowie Axel Prahl finden sich hier.
Juror Jens Balzer findet im Interview bereits eine griffige Formel für ein gelungenes Heft: “Je mehr sprechende Tiere in einem Comic vorkommen, desto näher kommt man auch an den Sinn des Lebens”.
Weitere und laufend aktuelle Informationen finden sich auf der Website des “Comic Clash”, dessen Facebook-Seite und im Comicforum.
Drei Städte, drei Sichtweisen auf Stadt, Kultur und Gesellschaft – drei Wege, die Grenzen einer Metropole zu erfahren. Die Libanesin Zeina Abirached, die Berlinerin Paula Bulling (“Im Land der Frühaufsteher”, avant-verlag) und Nicolas Wild aus Paris tauschen ihre Arbeitsstätten. Auf der Suche nach den geografischen, religiösen und gesellschaftlichen Grenzen ihrer Gaststadt treffen sie bekannte Künstler der Comic-Szene, Mentoren und Atelierkollegen ihres Alter Egos. Aus jedem der zweiwöchigen Aufenthalte entsteht eine Comic-Reportage, die sich mit dem Thema „Die Stadt und ihre Grenzen“ befasst.
Die Ergebnisse – kurze Comics und Reportagen – werden auf dem Comic-Transfer-Blog veröffentlicht.
Im Gespräch mit der “Welt” gab Winfrind Hörning vom Suhrkamp Verlag zu Protokoll, dass einer der nächsten Titel eine Adaption von Mark Twains “Huckleberry Finn” sein würde. Die Umsetzung wird dabei von Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als Männer”, Carlsen) stammen, die nun auch ein Produktionsblog zu “Huck Finn in Halle” gestartet hat, auf dem sie die Entstehung des Bandes verfolgt.
Sigmund Freud gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen und Werke – man denke nur an den Ödipus-Komplex oder die Traumdeutung – werden bis heute kontrovers diskutiert und erregen die Gemüter bis weit über die Grenzen der Wissenschaft hinaus. Corinne Maier und Anne Simon laden all jene auf eine vergnügte Reise in das Wien um 1900 ein, die mehr oder neues über den Arzt, Psychologen und Religionskritiker wissen möchten. In traumgleichen Assoziationsketten und biografischen Passagen aus Freuds Leben wird dabei neben dem persönlichen Schicksal des Vaters der Psychoanalyse auch sein Werk und dessen Rezeptionsgeschichte beleuchtet. Eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Annäherung an Sigmund Freud und sein Werk, die – wie könnte es auch anders sein – gleichzeitig provoziert und zur weiteren Auseinandersetzung einlädt.
Corinne Maier ist Psychologin, Historikerin und Soziologin. Mit ihrem Bestseller “Die Entdeckung der Faulheit”, in dem sie die Strukturen großer Unternehmen anprangerte, erlangte sie weltweite Beachtung, als sie ihr Arbeitgeber, ein französischer Energiekonzern, nach Erscheinen des Buchs entließ.
Anne Simon hat an der École Supérieure de l’Image d’Angoulême und später an der École des Arts Décoratifs in Paris studiert. Sie hat bereits zahlreiche Comics und Jugendbücher illustriert.
Freud, ISBN 978-3-86873-510-9, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 19,95 EUR, erscheint im Juni 2012
“Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe von Swann, Teil II” von Marcel Proust und Stèphane Heuet
Die Koketterie der schönen Kurtisane Odette de Crescy stachelt Charles Swanns Eifersucht und Misstrauen nur noch weiter an. In dem Wahn, einen Beweis ihrer Untreue zu finden, gerät er nicht nur immer weiter ins gesellschaftliche Abseits, sondern seine Liebe zu Odette beginnt schließlich zu erkalten. Seit mehr als 14 Jahren arbeitet Stéphane Heuet an der Umsetzung von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” als Graphic Novel. Dafür wählt er die Schlüsselszenen aus der Recherche aus und vermittelt mit diesen Passagen einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Der von Hergé geprägte Comic-Stil der Ligne claire der 1930er-Jahre inspiriert ihn dabei. Der fünfte Band dieses wunderbar neuen Zugangs zu diesem großen Klassiker.
Marcel Proust, geboren 1871, führte ein Leben als Dandy und Schriftsteller in den höchsten Pariser Kreisen. Aufgrund seines Asthmas musste er sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Von da an arbeitete er obsessiv an dem literarischen Großepos, das er unvollendet hinterließ, als er 1922 verstarb.
Stéphane Heuet, 1957 in Brest geboren, war sieben Jahre lang Matrose im Indischen Ozean und später Artdirector in Paris. Mit 35 Jahren begann er “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” als Graphic Novel umzusetzen. Er lebt mit seinen zwei Kindern in Paris.
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe von Swann, Teil II, ISBN 978-3-86837-265-8, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 19,95 EUR, erscheint im Juni 2012
“Henry David Thoreau – Das reine Leben” von A. Dan und Maximilien Le Roy
Henry David Thoreau gilt als einer der einflussreichsten amerikanischen Schriftsteller und Philosophen. Mit Walden oder Leben in den Wäldern und Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, dem Standardwerk über zivilen Ungehorsam, ist er seit Aufkommen der Occupy-Bewegung besonders populär. Dieser große Denker führte ein ungewöhnliches Leben – das eines Lehrers, der für seine pädagogischen Prinzipien seine berufliche Karriere aufs Spiel setzte; eines Mannes, der in die Natur zog, um dort außerhalb gesellschaftlicher Konventionen zu leben; eines Rebellen, der eher ins Gefängnis ging, als mit seinen Steuern den Krieg der USA gegen Mexiko zu unterstützen. Neben der eindrucksvollen Schilderung der wichtigsten Passagen des Lebens von Thoreau gelingt es Maximilien Le Roy und A. Dan, die Positionen seines Werks völlig neu und anschaulich zugänglich zu machen.
Maximilien Le Roy wurde 1985 in Paris geboren und studierte dort an der École d’arts appliqués. Er schrieb und zeichnete bereits zahlreiche Graphic Novels, u.a. über das Leben in Palästina (“Die Mauer”, Edition Moderne). 2010 veröffentlichte er zusammen mit Michel Onfray die Comic-Biografie “Nietzsche”.
A. Dan hatte eine erfolgversprechende Karriere vor sich, als seine Passion ihn zum Comiczeichnen brachte. Als Autodidakt auf diesem Gebiet hat er bereits mehr als ein halbes Dutzend Comic-Alben und Graphic Novels gezeichnet.
Henry David Thoreau – Das reine Leben, 88 Seiten, farbig, Hardcover, 22 EUR, erscheint im September 2012
Auf dem Comic-Salon Erlangen wird in einer Ausstellung Felix Pestemers “Der Staub der Ahnen” präsentiert. Felix Pestemer selbst wird auf dem Salon sein und Bücher signieren.
Nachdem bereits im Februar gemeldet wurde, dass die Filmrechte verkauft worden waren, sind nun weitere Details zur Verfilmung von Jasons “Ich habe Adolf Hitler getötet” bekannt geworden. Wie unter anderem die Seiten yle.fi, screendaily.com und nun auch spiegel.de schreiben, plant Regisseur Timo Vuorensola, die Zeitreise-Krimi-Komödie auf die Leinwand zu bringen. Vuorensola zeichnet sich für die Verfilmung des Nazi-SciFi-Trash-Films “Iron Sky” verantwortlich, der auch in Deutschland erfolgreich in den Kinos lief.
Stellen Sie sich vor, wir könnten die Dienste eines Auftragskillers völlig legal in Anspruch nehmen, wie die eines Arztes oder Anwalts. Stellen Sie sich ferner vor, ein Wissenschaftler würde einen dieser Mörder dingen, durch die Zeit ins Jahr 1939 zu reisen, um Adolf Hitler zu töten… Was, wenn nun Hitler dem Attentat entginge und seinerseits in die Gegenwart reiste – den Killer in der Vergangenheit zurücklassend?
In der Verfilmung ist nun geplant, Adolf Hitler komplett digital zu animieren, als Darsteller ist unter Anderem der beispielsweise aus Lars von Triers “Melancholia” bekannte Udo Kier im Gespräch. Man darf gespannt sein, ob es gelingen wird, die “geradezu soghafte Lakonie” (Michael Brake, taz) der Vorlage auf die Leinwand zu übertragen.
In der heutigen Ausgabe der “Neuen Zürcher Zeitung” stellt Anette Selg den ägyptischen Comic-Autoren Magdy El Shafee vor. Sie traf sich mit ihm in einem Kairoer Cafe und lässt ihn zu seinem eigenen Werdegang und der lokalen Comic-Szene ausführlich zu Wort kommen.
El Shafees Graphic Novel “Metro – Kairo Underground” erscheint in Kürze bei der Edition Moderne. El Shafee wird zum Comic-Salon Erlangen erwartet, wo es eine große Ausstellung über Comics aus dem nahen Osten geben wird, und zuvor noch in Berlin beim Kulturfestival “Wider die Müdigkeit” zu Gast sein.
Auch wenn derzeit schon der Comic-Salon Erlangen in aller Munde ist, wirft das Comicfestival Hamburg bereits seine Schatten voraus. Nach einer Pause im letzten Jahr wird in diesem Jahr wieder eine Mischung aus Ausstellungen, Messe und weiteren Veranstaltungen geboten. Vom 27. bis zum 30. September wird an die Elbe geladen.
Mit den Schwerpunkten Finnland und Indonesien wurde nun schon ein wenig vom Programm verraten, die Festival-Website ist ab sofort online.
Die großen Fragen der Menschheit, neu verhandelt von kleinen Philosophen: Warum sind wir hier? Hat unsere Existenz einen Sinn? Und falls ja, haben wir eine Möglichkeit, ihn zu erkennen? Geht es um Liebe? Was aber ist dann stärker – die Liebe oder der Tod? Was ist der Tod? Und was kommt danach?
Auf einer Wiese steht eine Hütte, in der ein geistig behinderter Junge bei seiner Großmutter lebt. Ein Flugzeug überfliegt diese Wiese und wirft eine Bombe ab, die nicht explodiert. Wenig später stürzt das Flugzeug in die Hütte. Eine Gruppe Vögel findet den Blindgänger und beobachtet den Absturz. Die Vögel erleben den Einbruch des Unerklärlichen in ihre kleine Welt – und stehen unvermittelt vor genau den großen Fragen, die die Menschheit von jeher beschäftigen. Als der Blindgänger explodiert, der Pilot aus dem Cockpit seines Flugzeugs klettert und der geistig behinderte Junge aus den Trümmern der Hütte in die Welt hinaustritt, gerät eine Lawine von dramatischen Ereignissen ins Rollen, die die Vögel zwingt, Antworten zu finden.
Große Fragen, ISBN 978-3-85535-562-4, 660 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, EUR 39,95, erscheint im September bei Atrium
Anfang Juni erscheint mit “Die Kolonie” ein neuer Comic von Charles Burns in deutscher Sprache bei Reprodukt – vier Monate bevor im Oktober das englischsprachige Original “The Hive” bei Pantheon erscheint. Anlass für diese frühzeitige Vorveröffentlichung ist eine Ausstellung zu Leben und Werk von Charles Burns, die bis vor kurzem im Museum M im belgischen Leuven zu sehen war und nun für den Comic-Salon Erlangen angekündigt ist.
Charles Burns ist vom 7. bis zum 10. Juni auf dem Comic-Salon Erlangen und anschliessend im Heimathafen Neukölln, Berlin zu Gast, um über seine Arbeit zu sprechen.
Doug gerät immer tiefer in den Sog seiner bizarren Albträume. Oder ist die Kolonie der Echsenwesen mit ihren Bruthöhlen womöglich doch ein realer Ort? Keine der Welten, in denen er sich nun bewegt, bietet ihm auch nur die geringste Sicherheit. Und als sei das nicht verstörend genug, plagen Doug die Erinnerungen an seinen Vater. Keine schönen Erinnerungen…
Wie schon im Vorgänger “X” lässt Charles Burns’ zeichnerische Präzision seine halluzinatorische Visionen ungeheuer real erscheinen. Mit dem Protagonisten finden wir uns dem schnellen Wechsel der Parallelwelten ausgesetzt, deren Faszination man sich gar nicht entziehen möchte.
Charles Burns, geboren 1955 in Washington, D.C., USA, gilt dank seiner atmosphärischen, von starken Schwarz-Weiß-Kontrasten geprägten Zeichnungen als einer der großen Stilisten des Comics. Seine Graphic Novel “Black Hole” (Reprodukt), ein grandios verzerrtes Spiegelbild amerikanischer Realität, ist ein bis heute unerreichter Klassiker des Genres.
“Charles Burns hat gegenwärtig den härtesten Strich aller amerikanischen Comic-Zeichnern, die stärksten Konturen, das tiefste Schwarz. Nach “Black Hole” ist “X” seine neue Chronik der amerikanischen Jugend der Siebziger – verstörend, deformiert, apokalyptisch. Ein Trip, wie man ihn sonst nur von William S. Burroughs oder David Lynch kennt.” – Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung
Tickets zur Veranstaltung am Dienstag, dem 12. Juni, ab 20.30 Uhr im Studio des Heimathafen Neukölln in Berlin sind ab sofort im Vorverkauf zu erhalten. Durch den Abend führt Christian Schlüter (“Berliner Zeitung”, “Frankfurter Rundschau”).
VVK im Heimathafen Neukölln Büro | Karl-Marx-Straße 141, VH 3. Stock, D-12043 Berlin
Infos unter Tel. (030) 56 82 13 33
VVK ohne Gebühr für ausgewählte Veranstaltungen im Heimathafen Neukölln Hugendubel am Hermannplatz | Mo- Sa 10-20 Uhr Hugendubel Neukölln Arcaden | Mo-Sa 10-21 Uhr
Die Kolonie, ISBN 978-3-943143-18-8, 56 Seiten, farbig, 29,5 x 22 cm, Hardcover, 18 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt
Comics und Literatur nähern sich in jüngster Zeit auf verschiedenen Ebenen an. Comic-Zeichner und Illustratoren adaptieren literarische Texte – seien es Klassiker oder Gegenwartsautoren. Comics erzählen Biographien und romanhafte Geschichten. In den Literaturfeuilletons der großen Tageszeitungen werden diese Graphic Novels inzwischen regelmäßig besprochen – und nicht selten gelobt. „Die neuen Comics nehmen es lässig mit der hohen Literatur auf – nicht illustrierend, sondern in Akten wilder Dekonstruktion“, schreibt z.B. Fritz Göttler am 13.12.2011 in der Süddeutschen Zeitung.
Um diesem Phänomen Rechnung zu tragen, zeigt das Literaturhaus Oberpfalz eine aktuelle Auswahl an Zeichnungen und Büchern, in denen literarische Texte und Comics eine Verbindung eingehen.
Ausgestellt werden unter Anderem Seiten aus Nicolas Mahlers “Alte Meister” (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp), Sascha Hommers“Dri Chinisin” (nach Brigitte Kronauer), Flix´“Faust” (nach J.W.v. Goethe, Carlsen) sowie Jaroslav Rudiš und Jaromír 99“Alois Nebel” (Voland & Quist). Letztere werden zur Eröffnung der Ausstellung vor Ort sein und “Alois Nebel” präsentieren.
Die Ausstellung ist im Anschluss bis zm 30. September zu sehen.
Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V., Literaturhaus Oberpfalz, Rosenberger Straße 9, D-92237 Sulzbach-Rosenberg
Tel.: +49 (0)9661 815 959-0
email: info@literaturarchiv.de, www.literaturarchiv.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 9-17 Uhr, So und Feiertags 14- 17 Uhr
Für den Oktober hat das Gütersloher Verlagshaus mit “Luther” eine weitere Graphic Novel aus der Feder von Moritz Stetter angekündigt, der mit “Bonhoeffer” bereits eine erste Comic-Biografie vorgelegt hat.
Die Entstehung des Bandes begleitet Stetter nun auf seinem Blog demotapecomix und zeigt dort erste Skizzen und Letteringversuche. Zu den Beiträgen über “Luther” gelangt man direkt hier.