Graphic Novels
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Monatsarchiv für Mai 2012

“Guy Delisles Blick auf die Welt”

Donnerstag, den 31. Mai 2012

Auf “Zeit online” bespricht Carmen Eller heute Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (Reprodukt) und setzt es in Zusammenhang mit den anderen ReisebĂŒchern des kanadischen Autors. FĂŒr Carmen Eller ist “Aufzeichnungen aus Jerusalem” das bisher interessantestes Werk des Zeichners, auch wenn Guy Delisle eher Fragen stellt, als Antworten zu geben.

Der gesamte Artikel “Guy Delisles Blick auf die Welt” kann hier nachgelesen werden.

“Aufzeichnungen aus Jerusalem” befindet sich unter den Nominierungen fĂŒr einen der Max und Moritz-Preise, die am 9. Juni auf dem Comic-Salon Erlangen vergeben werden.

Lesung mit Line Hoven und Jochen Schmidt in Hamburg

Donnerstag, den 31. Mai 2012

Am kommenden Samstag werden Autor Jochen Schmidt (“Schmidt liest Proust”, Voland & Quist) und Zeichnerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) in Hamburg aus ihrer gemeinsamen Reihe “Dudenbrooks” lesen, die zunĂ€chst wöchentlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien und inzwischen bei Jacoby & Stuart als Buch veröffentlicht worden ist.

Derzeit fĂŒhren Hoven und Schmidt die Kooperation mit der “Schmythologie” fort, die ebenfalls in der FAZ erscheint.

Der Eintritt zur Veranstaltung betrÀgt 5 Euro, Beginn ist um 19:30 Uhr, die Anmeldung ist per E-Mail möglich.

PLY unestablished furniture, Kleine Rainstr. 44 Hinterhof, 22765 Hamburg

Comics beim Literaturfest am Kollwitzplatz

Mittwoch, den 30. Mai 2012

Im Rahmen der 15. Literaturwoche im Prenzlauer Berg werden am Sonntag, den 3. Juni auch Comics mit einem Stand auf dem Kollwitzplatz vertreten sein. An einem Stand prĂ€sentiert der Berliner Comicladen Comics & Graphics eine Auswahl aktueller BĂŒcher, der Schwerpunkt wird dabei auf BĂŒchern des ebenfalls in Berlin beheimateten Verlags Reprodukt liegen.

Literaturfest am Kollwitzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg
Dauer: 11-19 Uhr
www.literaturortprenzlauerberg.de

Drei neue Graphic Novels bei Edition 52

Mittwoch, den 30. Mai 2012

In der nĂ€chsten Woche und damit rechtzeitig zum Comic-Salon Erlangen kommen drei neue BĂŒcher der Edition 52 in die LĂ€den: Mit “Dolomiti Jahre” und der erweiterten Neuauflage von “Tango de la mort” erscheinen zwei Titel von Ulf K. und mit “Die Krankenschwester” der abschliessende Teil der “Essex County Trilogie” von Jeff Lemire, deren erster Teil fĂŒr einen Max- und Moritz-Preis nominiert ist. Eine sechs Seiten umfassende Leseprobe des neuen Bandes kann hier heruntergeladen werden.

Essex County Trilogie – Band 3: Die Krankenschwester, ISBN 978-3-935229-91-3, 128  Seiten, schwarzweiss, Softcover 13 Euro, erscheint Anfang Juni

Kati Rickenbach ist Stadtschreiberin von Suhr (CH)

Dienstag, den 29. Mai 2012

Die in ZĂŒrich lebende Comic-Autorin Kati Rickenbach (“Jetzt kommt spĂ€ter”, Edition Moderne) hat im Schweizer Suhr das Amt der Stadtschreiberin ĂŒbernommen. Ein Jahr lang wird sie das kulturelle Leben der Stadt begleiten und dabei auch eigene Akzente setzen. Über die Übergabe der WĂŒrde von ihrem VorgĂ€nger, dem Autoren Andreas Neeser, hat Kati Rickenbach einen Comic-Tagebucheintrag angefertigt, der oben zu sehen ist. Zudem berichtet die Aargauer Zeitung: “Der neue Suhrer Dorfschreiber ist eine Dorfzeichnerin”.

Dass es nicht allzu ungewöhnlich sein muss, dass das Amt des Stadtschreibers von einem Comic-Zeichner bekleidet wird, bewies bereits 1992 Martin tom Dieck, dessen “Der unschuldige Passagier” (Reprodukt) entstand, wĂ€hrend er das Amt des Stadtschreibers von Alsfeld inne hatte.

Ausstellung von Olivier Schrauwen bei rotopolpress, Kassel

Montag, den 28. Mai 2012

Am Samstag, dem 2. Juni um 21 Uhr findet in der Galerie von rotopolpress in Kassel die feierliche Eröffnung einer Ausstellung von Arbeiten des Wahlberliners Olivier Schrauwen (“Mein Junge”, “Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ”, beide Reprodukt) statt. Vom 3. Juni bis zum 11. Juli werden Comicseiten, Skizzen und Risodrucke des KĂŒnstlers gezeigt.

Olivier Schrauwen, geboren 1977 in BrĂŒgge, hat an der Kunstakademie Ghent Animation und an der Saint Luc in BrĂŒssel Comic studiert. Mit Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien wie “Spirou”, “Beeldstorm”, “Demo”, “INK” und “Zone5300″ verfeinerte er seinen an klassische amerikanische Comic-Strips erinnernden Zeichenstil. Die Comics von Olivier Schrauwen erscheinen in vielen Sprachen, unter anderem in NiederlĂ€ndisch bei Bries, in Französisch bei Actes Sud und in amerikanischem Engisch bei Fantagraphics Books.

rotopolpress Friedrich-Ebert-Str. 95, D-34119 Kassel
www.rotopolpress.de, ollieschrauwen.blogspot.com

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Sonntag, den 27. Mai 2012

Von Juni bis Dezember 2012 erscheinen vierzehn neue Comics im Berliner avant-verlag. Das neue Programm startet im Juni mit sechs Neuheiten, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen werden. Von den französischen KĂŒnstlern David B. und Golo werden Titel vorgelegt, daneben erscheinen zwei Comics von jungen deutschen Zeichnerinnen: “Im Land der FrĂŒhaufsteher” von Paula Bulling und “HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck sowie mit “Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” ein neuer Titel des Duos Susanne Buddenberg und Thomas Henseler (“Grenzfall”) und “Noise”, so der Titel der neuen Anthologie von Tonto.

Susanne Buddenberg & Thomas Henseler, Paula Bulling, Sophia Martineck, Golo und David B. werden auf dem Comic-Salon zugegen sein, um ihre neuen Comics zu signieren.

“Die besten Feinde – Erster Teil 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiu & David B.

Der französische Historiker und Islamwissenschaftler Jean-Pierre Filiu erzĂ€hlt die Geschichte der amerikanischen Beziehungen zum Nahen Osten, und zwar von 1783, als die gerade entstandene amerikanische Nation gegen muslimische Piraten im Mittelmeer aktiv wurde, bis 1953, als die CIA den iranischen Premierminister Mossadegh stĂŒrzte und den Schah wieder an die Macht brachte. Immer wieder lassen sich erschreckende Parallelen zwischen der historischen und der aktuellen Politik ziehen… In einzelnen Episoden werden die wichtigsten Stationen beleuchtet und David B.s beeindruckende Bilder bieten die ideale ErgĂ€nzung zu diesem Geschichtscomic.

Jean Pierre Filiu ist ein französischer Kulturwissenschaftler und einer der angesehendsten Experten des Landes fĂŒr den modernen Islam. Sein Forschungsschwerpunkt sind die unterschiedlichen globalen Jihad-Bewegungen, vor allem die Al Qaida. Er unterrichtet am Institut d’Ètudes Politiques in Paris.

David B. ist GrĂŒndungsmitglied des renommierten Verlags L’Association und einer der virilsten Vertreter der neuen französischen Comiclandschaft.

Die besten Feinde, ISBN 978-3-939080-63-3, 120 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Chronik einer verschwundenen Stadt” von Golo & Dibou

Unweit von Luxor, einem der touristischen Hochzentren Ägyptens, liegt die kleine Stadt Qurna. Noch. Denn Qurna und seine Bewohner mĂŒssen den touristischen Strömen Luxors weichen. Die französischen ZeichnerInnen Golo und Dibou, die seit 10 Jahren in Qurna leben, dokumentieren in ihrer ambitionierten Comic-Arbeit die unausweichliche Zerstörung von Qurma, aber weitmehr die Kultur und das Wesen der Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben und nun von der Ă€gyptischen Regierung umgesiedelt werden. Mit Witz und Hingabe an ihre Nachbarn und all die Menschen, mit denen sie ihr Leben teilen, erzĂ€hlen Golo und Dibou von der Ohnmacht des Einzelnen gegenĂŒber der ökonomischen und bĂŒrokratischen Logik des Staates und von der Faszination und ihrer Liebe zu Ägypten und seinen Bewohnern.

Golo ist der KĂŒnstlername des 1948 geborenen französischen Zeichners Guy Nadaud. Seit Anfang der 70er veröffentlicht Golo bei verschiedenen Verlagen und Magazinen Comicgeschichten und Graphic Novels. Vor ca. zehn Jahren ist er nach Ägypten ausgewandert, wo er u.a. fĂŒr die “Kairo Times” arbeitet.

Chronik einer verschwundenen Stadt, ISBN 978-3-939080-59-6, 120 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 24,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Im Land der FrĂŒhausteher” von Paula Bulling

“Die Unterbringungen von FlĂŒchtlingen soll ihre Bereitschaft zur RĂŒckkehr in das Heimatland fördern“, steht es in der Bayerischen AsyldurchfĂŒhrungsverordnung. In anderen BundeslĂ€ndern braucht es diese zynische Amtsvorgabe gar nicht, wenn es um den Umgang mit Asylbewerberngeht. Vor allem Sachsen-Anhalt, das so genannte “Land der FrĂŒhaufsteher“, steht in dem Ruf, in FlĂŒchtlingsfragen die restriktivsten und unflexibelsten Auslegungen der Gesetzlage durchzusetzen.

Paula Bulling hat im Laufe mehrerer Jahre die FlĂŒchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen GesprĂ€chen und Begegnungen mit Asylbewerbern in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert. In sieben Kapiteln erzĂ€hlt sie vom Leben in Asylbewerberheimen, alltĂ€glichem Rassismus, dem Tod eines FlĂŒchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzĂ€hlerischen Haltung als weiße KĂŒnstlerin. “Im Land der FrĂŒhausteher“ entstand in naher kĂŒnstlerischer Zusammenarbeit mit den portrĂ€tierten Menschen, ihre Stimmen und ihr Wesen sind ebenso Teil von Puala Bullings mutiger Comic-Collage wie die Darstellung der politischen Situation in Sachsen-Anhalt, die als symptomatisch fĂŒr die neuen und den grĂ¶ĂŸten Teil der alten BundeslĂ€nder gelten kann.

Paula Bulling, 1986 in Berlin geboren, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (Halle) Illustration studiert. “Im Land der FrĂŒhaufsteher” ist ihr Comic-DebĂŒt.

Im Land der FrĂŒhaufsteher, ISBN 978-3-939080-68-8, 120 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck

Niederböhna ist ein typisch deutsches Dorf im 21. Jahrhundert. Es liegt zwischen HĂŒgeln, Seen und Feldern. Nur noch wenige Einwohner arbeiten heute in der Landwirtschaft, die meisten fahren zur Arbeit in die Stadt. Die Bevölkerungszahl sinkt, denn nur wenige Jugendliche wollen in Niederböhna bleiben. Niederböhna könnte auch Neuschwammelsburg, Obereichenberg oder Kleinmittelsbach heißen. Niederböhna gibt es nicht, denn es wurde fĂŒr dieses Buch erfunden. Auch die Personen und Namen sind fiktiv. Nur die Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten. Alle in diesem Buch geschilderten Ereignisse sind in deutschen Lokalzeitungen nachzulesen oder sie wurden mĂŒndlich ĂŒberliefert. Jedes deutsche Dorf könnte Niederböhna sein.

Sophia Martineck, Jahrgang 1981, studierte in Berlin, Liverpool und New York Visuelle Kommunikation. Ihre Arbeiten wurden unter anderem mit dem Hans-Meid-Förderpreis und dem Art Directors Club Young Guns Award ausgezeichnet.

HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei, ISBN 978-3-939080-62-6, 52 Seiten, vierfarbig, Klappenbroschur, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Noise” von Tonto (Hrsg.)

Anhand Arbeiten von Gmeindl, HĂ€ussle, Kaplan, Jordan, Strobl aus dem Tonto-Kernteam und BeitrĂ€gen von GĂ€sten wie Pakito Bolino (FR), Dice Industries (DE), Bill Griffith (USA), Kai Pfeiffer (DE), Marko Turunen (FI), Aleksandar Zograf (SRB), Igor Hofbauer (HR) und Nicolas Mahler (AT) entwickelt Helmut Kaplan auf 80 Seiten ein dichtes Bezugssystem zum Thema “Noise“ – das Ergebnis ist eine der schönsten aktuellen Anthologien fĂŒr Comics als kĂŒnstlerische und persönliche Ausdrucksform abseits jeglicher kommerzieller Intentionen. Ein Fest fĂŒr Augenmenschen und Aufgeschlossene!

Tonto: Aus dem Duo Strobl & Kaplan bildete sich vor 10 Jahren und 12 Ausgaben der “Tonto”-Anthologien eine Gruppe, die mittlerweile Teil eines ĂŒber Europa verstreuten Netzwerkes ist, das das Comic-Medium als ihre primĂ€re FlĂ€che der Auseinandersetzung gewĂ€hlt haben: “Tonto Comics”. “Tontos” Randlage (Graz) im deutschsprachigen Raum bedeutet gleichzeitig eine NĂ€he zu Europa – Berlin ist gleich fern wie Belgrad. So entstehen beispielsweise Kollaborationen mit Komikaze (HR), Le Dernier Cri (FR), “Electrocomics” (DE), Canicola (IT), “Stripburger” (SLO), “Turbo-Comix” (FR/RS), “Kush!” (LT), “Kuti” und “Glömp” (FI).

Noise, ISBN 978-3-939080-60-2, 80 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” von Susanne Buddenberg & Thomas Henseler

28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, riss Freunde und Familien auseinander. Die beiden Comic-Autoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler haben Zeitzeugen befragt und deren Erlebnisse aufgezeichnet. FĂŒnf wahre Geschichten erzĂ€hlen von einer Zeit, die noch nicht lange zurĂŒckliegt, aber heute kaum noch vorstellbar ist: Eine junge Frau versucht, mit einem falschen Ausweis die DDR zu verlassen. Ein Flüchtling wird an der Grenze erschossen, ohne dass RettungskrĂ€fte ihm helfen können. Eine ganze Familie versteckt sich in einem DDR-RegierungsgebĂ€ude in MauernĂ€he und hofft, von hier aus in den Westen zu entkommen. Ein junger Mann fotografiert heimlich die Grenzanlagen und gerĂ€t in die FĂ€nge der Staatssicherheit. Ein Ost-Berliner SchĂŒler erkundet nachts West-Berlin und feiert die Party seines Lebens. “Berlin – Geteilte Stadt“ fĂŒhrt auch an die Original-SchauplĂ€tze der Geschichten: Am Bahnhof Friedrichstraße, in der Bernauer Straße, in der Wilhelmstraße, am Brandenburger Tor und am ehemaligen GrenzĂŒbergang Bornholmer Straße kann man sich auf die Spuren der dramatischen Ereignisse begeben.

Susanne Buddenberg und Thomas Henseler studierten Design an der Fachhochschule Aachen und Film an der Hochschule fĂŒr Film- und Fernsehen “Konrad Wolf” in Potsdam-Babelsberg. Nach dem Studium grĂŒndeten sie die Zoom und Tinte Buddenberg und Henseler GbR, die sich auf Film und Illustration spezialisiert hat. Gemeinsam arbeiten sie in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Auftraggeber sind Filmproduktionen, Fernsehsender, Werbe- und Eventagenturen. 2011 erschien ihre erste Graphic Novel “Grenzfall”.

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten”, ISBN 978-3-939080-70-1, 96 Seiten, s/w, Softcover, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba & Kim

Das preisgekrönte Graphic-Novel-Meisterwerk aus Spanien! 2001 beging der Vater von Antonio Altarriba Selbstmord und zog damit einen Schlussstrich unter ein Leben, das er als ziellos und vergeblich empfand. Wie viele andere seiner Generation hatte sein Vater alles daran gesetzt, aus den TrĂŒmmern der Weltkriege eine gerechte Welt zu bauen und dem Unrecht zu entfliehen. Aber die Geschichte hat es schon immer verstanden, TrĂ€umern die FlĂŒgel zu stutzen…

Durch die Augen seines Vaters lĂ€sst uns Altarriba das spanische Jahrhundert durchleben: das Leid, das der BĂŒrgerkrieg und spĂ€ter die Deutschen ĂŒber das Land gebracht haben, Exil, Widerstand und das Leben in den Lagern, die Franco-Diktatur und ihr Ende, der wirtschaftliche Aufschwung und das AufblĂŒhen der Demokratie. Altarriba erzĂ€hlt eine unwahrscheinlich persönliche und zugleich universelle Geschichte ĂŒbers das Erinnern in einem Land, das wie kein zweites versucht, zu vergessen und zu verdrĂ€ngen. PrĂ€miert mit dem nationalen Comic-Preis des spanischen Kultusministeriums und dem Hauptpreis des Comicfestivals Barcelona.

Antonio Altarriba ist ein kĂŒnstlerischer Eckpfeiler der spanischen Comic- und Literaturgemeinde. Der baskische Schriftsteller und Literaturprofessor veröffentlicht seit den frĂŒhen Achtzigern Romane, Anthologien, Comics, Essays und Kritiken und wurde unter anderem mit dem Großen Baskischen Literaturpreis fĂŒr seinen Roman “La Memoria de la Nieve” ausgezeichnet.

Die Kunst zu fliegen, ISBN 978-3-939080-69-5, 208 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 24,95 Euro, erscheint im September 2012

Atar Gull“Atar Gull” von Fabien Nury & BrĂŒno

1830, Benin. Atar Gull ist der Sohn des Königs des Stammes der Kleinen Namaquas. Diese liegen in einem nicht endenden Krieg mit ihren Erzfeinden vom Stamm der Großen Namaquas. Durch eine Intrige gerĂ€t er in die HĂ€nde des grausamen Piraten und SklavenhĂ€ndlers KapitĂ€n Brulart. Nach einer schrecklichen Überfahrt, bei der nur 17 der 100 eingeschifften Gefangenen ĂŒberleben, wird er an den jamaikanischen Farmer Tom Will verkauft. Durch seine unterwĂŒrfige Haltung steigt er in der Hierarchie der Plantagenarbeiter auf, doch sein wahres Ziel ist die Rache an seinen Peinigern. Niemand erkennt den Schwelbrand, der letztlich dazu fĂŒhren wird, dass sich die Rollen vertauschen…
Nach dem Roman von EugĂšne Sue aus dem Jahre 1831, zu seiner Zeit ein Skandal, adaptiert Fabien Nury diese Geschichte ohne viele Schnörkel, direkt und unkompliziert. BrĂŒno setzt dies kongenial in flĂ€chigen, warm kolorierten Zeichnungen um.

Fabien Nury ist ein französischer Szenarist und Drehbuchautor. Auf Deutsch liegen von ihm vor: der Vampir-Spionagethriller “Ich bin Legion” bei Cross Cult und die Western-Reihe “W.E.S.T.” bei Piredda.

BrĂŒno hat als Zeichner von Comic-Serien wie “Commando Colonial“, “Biotope“, “Junk“ und “Inner City Blues“ bereits eine große Fangemeinde in Frankreich. “Atar Gull“ ist sein DebĂŒt auf dem deutschen Comicmarkt.

EugĂšne Sue ist heute weitesgehend vergessen, Mitte des 19. Jahrhunderts war er aber einer bekanntesten französischen Romanciers und Republikaner. Vor allem sein Fortsetzungsroman “Die Geheimnisse von Paris”, der in der Tageszeitung “Le Journal des DĂ©bats” erschien, etablierte ihn als eine zentrale Figur der französischen intellektuellen Opposition.

Atar Gull, ISBN 978-3-939080-65-7, 86 Seiten, vierfarbig, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Joe Daly“Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle” von Joe Daly

Im sonnengegerbten Kapstadt an der sĂŒdafrikanischen KĂŒste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und AffenfĂŒĂŸen gestraft hat, und seinen gammeligen LebenskĂŒnstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hĂ€lt, und dann fĂ€ngt die Story erst richtig an… In bester “Big Lebowski”- Manier lĂ€sst Comic-KĂŒnstler und Humorist Daly sein BohĂšme-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die sĂŒdafrikanische Hauptstadt los und erzĂ€hlt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen HergĂ©, Freak Brothers und “Magnum“ ein neues Genre eröffnen.

Joe Daly ist ein sĂŒdafrikanische Zeichner und Humorist. Seine Comics erscheinen u.a. im US-Verlag Fantagraphics.

Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Die falschen Gesichter“Die falschen Gesichter” von David B. & HervĂ© Tanquerelle

Ein Februartag 1975 in Paris. WĂ€hrend eines BankĂŒberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lĂ€sst und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern, muss her – und die Lösung scheint so einfach: WĂ€hrend all die anderen BankrĂ€uber auf der Welt noch mit DamenstrĂŒmpfen ĂŒber dem Gesicht in die Banken marschieren, fĂ€ngt die Bande “der falschen Gesichter“ an, sich mit PerĂŒcken, falschen BĂ€rten und Make-Up zu verkleiden und tĂ€uscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei selbst. WĂ€hrend ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die “falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.

Inspiriert von wahren FÀllen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die AtmosphÀre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.

HervĂ© Tanquerelle ist seit den spĂ€ten 90ern als Comiczeichner aktiv und hat u.a. mit Joann Sfar an der Mystery-Farce “Professor Bell” gearbeitet.

Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Chagall in Russland” von Joann Sfar

Wer nach “Pascin“ eine weitere KĂŒnstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jĂŒdischen JĂŒngling in Sfars bunt wuchernder ErzĂ€hlung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, vertrĂ€umter russischer Maler, dem nichts ferner lĂ€ge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das MĂ€dchen seiner TrĂ€ume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der TagtrĂ€umer seiner Tochter dennschon zu bieten? Soll Chagall fĂŒr die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weißt auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verĂ€ndern wird. In der Tradition seiner Serien “Klezmer“ und “Die Katze des Rabbiners“ entfĂŒhrt Joann Sfar seine Leser wieder in die jĂŒdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Joann Sfar ist wohl einer der renommiertesten und produktivsten Akteure der aktuellen französischen Comic-Szene. Bis dato liegen ĂŒber 100(!) Comic-Arbeiten von ihm in Frankfreich vor. Auf Deutsch sind “Die Katze des Rabiners”, “Pascin” und seine weit verzweigte Fantasy-Reihe “Donjon” erschienen.

Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengefĂŒhrt. Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron“ genannt, der mit seiner jĂŒdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel GlĂŒck – auch ein wenig Bares wartet.

Vierter Teil der gelungenen Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.

Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Vampir” von Joann Sfar

Neben den beliebten “Desmodus”-Comics fĂŒr junge Leser, hat Joann Sfar auch eine Ă€ltere Version seines freundlichen Blutsaugers geschaffen. WĂ€hrend der kleine Desmodus seine NĂ€chte mit Spukgeschichten und Streichen verbringt, sind es die Hormone, die ihn als großen Vampir auf Trab halten, und die Lethargie, die ihn an der Welt verzweifeln lĂ€sst. Joann Sfars “Vampir”-Geschichten sind wunderbare Coming-of-Age-MĂ€rchen, mit einem Slacker-Dracula, der alte Platten sammelt und von einer amourösen Katastrophe in die nĂ€chste stolpert. Mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Hintersinn, Fabulierlust, Humor, Melancholie und Philosophie liest Sfar das Gothik-Genre gegen den Strich

Neben allen Alben der Serie mit dem “Großen Vampir” enthĂ€lt diese ultimative Gesamtausgabe noch zusĂ€tzliche Kurzgeschichten und Skizzen!

Vampir, ISBN 9788-3-939080-74-9, 560 Seiten, vierfarbig, Flexcover, 49,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. GleichgĂŒltig fĂŒhrt er seine Arbeit fĂŒr ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmĂŒde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wĂŒtenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner ZurĂŒckgezogenheit gestört; muss er sich am Ende fĂŒr eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

“Eremit” ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung ĂŒber Zweifel, Tod und Obst.

Marijpol, bĂŒrgerlich Marie Pohl, wurde 1982 in Berlin geboren. Sie hat Visuelle Kommunikation und Illustration an der Hochschule fĂŒr bildende Kunst und an der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

Max Andersson bei Some Conference in Halle (Saale)

Freitag, den 25. Mai 2012

Der schwedische Comiczeichner Max Andersson (“Container”, Reprodukt) wird am Freitag, dem 1. Juni bei Some Conference, der zweiten Ausgabe der Design-Konferenz der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein erwartet, um ĂŒber seine Arbeit zu referieren.

Some Conference, ein DesignerFestival fĂŒr Studenten und KĂŒnstler, wird von den Studenten Patrick MĂŒĂŸiggang, Markus Lange, Marcus BlĂ€ttermann, Margret Wolf und Colette Dörrwand gemeinsam mit ihrem Professor Sven Voelker organisiert. Neben Max Andersson sind Eike König, Chilly Gonzales, Mate Steinfort, Iris Dankemeyer, Alexander Lis und Nadine Kolodziey als Referenten eingeladen.

Tickets können unter www.somehome.org/conference vorbestellt werden.

Some Conference, Volkspark, Schleifweg 8a, D-06114 Halle (Saale)
www.burg-halle.de
Der Eintritt ist kostenlos.

Foto Max Andersson © Gorm K. Gaare

Comic-Clash: Grußworte der Jury

Freitag, den 25. Mai 2012

Nun hat die Abstimmung begonnen: 20 Hefte liegen vor mit BeitrĂ€gen von insgesamt 253 Zeichnerinnen und Zeichnern, die sich dem Verdikt unterschiedlicher Jurys stellen. Der Comic-Clash tritt in seine heiße Phase.

Wie kĂŒrzlich berichtet, wurden Comic-Macher dazu aufgefordert, Hefte zum Thema “Der Sinn des Lebens” vorzulegen und damit gegen die Hefte anderer Team anzutreten. Das Publikum, eine Jury und die MagazinmacherInnen selbst bestimmen nun ihre Favoriten, zusĂ€tzlich wird es auf dem Comic-Salon Erlangen auf einer BĂŒhne tĂ€gliche Wettbewerbs-Veranstaltungen geben. Das Gewinner-Heft wird am 9. Juni bekannt gegeben.

Nun wurde auch eine Reihe von Grußworten und Kurzinterviews mit der prominent besetzten Jury online veröffentlicht. Hier zu sehen: Der Schauspieler Axel Prahl, der sich bereits auf die LektĂŒre der Hefte freut. Weitere Videos und TextbeitrĂ€ge der Jurymitglieder Peter Puck (“Rudi”), Jens Balzer (Autor, Journalist und stellv. Feuilleton-Chef der “Berliner Zeitung”), Henning Wagenbreth (Illustrator und Professor fĂŒr Illustration und Buchkunst an der UdK Berlin), Alf Ator (SĂ€nger von Knorkator) sowie Axel Prahl finden sich hier.

Juror Jens Balzer findet im Interview bereits eine griffige Formel fĂŒr ein gelungenes Heft: “Je mehr sprechende Tiere in einem Comic vorkommen, desto nĂ€her kommt man auch an den Sinn des Lebens”.

Weitere und laufend aktuelle Informationen finden sich auf der Website des “Comic Clash”, dessen Facebook-Seite und im Comicforum.

“Comic-Transfer”

Freitag, den 25. Mai 2012

Unter derm Namen “Comic-Transfer – Comic-Autoren aus Europa und der arabischen Welt im Dialog” hat das Goethe-Institut ein neues Comic-Blog gestartet, das ganz im Zeichen des Kulturaustauschs steht.

Drei StĂ€dte, drei Sichtweisen auf Stadt, Kultur und Gesellschaft – drei Wege, die Grenzen einer Metropole zu erfahren. Die Libanesin Zeina Abirached, die Berlinerin Paula Bulling (“Im Land der FrĂŒhaufsteher”, avant-verlag) und Nicolas Wild aus Paris tauschen ihre ArbeitsstĂ€tten. Auf der Suche nach den geografischen, religiösen und gesellschaftlichen Grenzen ihrer Gaststadt treffen sie bekannte KĂŒnstler der Comic-Szene, Mentoren und Atelierkollegen ihres Alter Egos. Aus jedem der zweiwöchigen Aufenthalte entsteht eine Comic-Reportage, die sich mit dem Thema „Die Stadt und ihre Grenzen“ befasst.

Die Ergebnisse – kurze Comics und Reportagen – werden auf dem Comic-Transfer-Blog veröffentlicht.

“Huckleberry Finn” – Produktionsblog online

Freitag, den 25. Mai 2012

Im GesprĂ€ch mit der “Welt” gab Winfrind Hörning vom Suhrkamp Verlag zu Protokoll, dass einer der nĂ€chsten Titel eine Adaption von Mark Twains “Huckleberry Finn” sein wĂŒrde. Die Umsetzung wird dabei von Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als MĂ€nner”, Carlsen) stammen, die nun auch ein Produktionsblog zu “Huck Finn in Halle” gestartet hat, auf dem sie die Entstehung des Bandes verfolgt.

Neue Graphic Novels bei Knesebeck

Donnerstag, den 24. Mai 2012

“Freud” von Corinne Maier & Anne Simon

Sigmund Freud gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen und Werke – man denke nur an den Ödipus-Komplex oder die Traumdeutung – werden bis heute kontrovers diskutiert und erregen die GemĂŒter bis weit ĂŒber die Grenzen der Wissenschaft hinaus. Corinne Maier und Anne Simon laden all jene auf eine vergnĂŒgte Reise in das Wien um 1900 ein, die mehr oder neues ĂŒber den Arzt, Psychologen und Religionskritiker wissen möchten. In traumgleichen Assoziationsketten und biografischen Passagen aus Freuds Leben wird dabei neben dem persönlichen Schicksal des Vaters der Psychoanalyse auch sein Werk und dessen Rezeptionsgeschichte beleuchtet. Eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche AnnĂ€herung an Sigmund Freud und sein Werk, die – wie könnte es auch anders sein – gleichzeitig provoziert und zur weiteren Auseinandersetzung einlĂ€dt.

Corinne Maier ist Psychologin, Historikerin und Soziologin. Mit ihrem Bestseller “Die Entdeckung der Faulheit”, in dem sie die Strukturen großer Unternehmen anprangerte, erlangte sie weltweite Beachtung, als sie ihr Arbeitgeber, ein französischer Energiekonzern, nach Erscheinen des Buchs entließ.

Anne Simon hat an der École SupĂ©rieure de l’Image d’AngoulĂȘme und spĂ€ter an der École des Arts DĂ©coratifs in Paris studiert. Sie hat bereits zahlreiche Comics und JugendbĂŒcher illustriert.

Freud, ISBN 978-3-86873-510-9, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 19,95 EUR, erscheint im Juni 2012

“Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe von Swann, Teil II” von Marcel Proust und StĂšphane Heuet

Die Koketterie der schönen Kurtisane Odette de Crescy stachelt Charles Swanns Eifersucht und Misstrauen nur noch weiter an. In dem Wahn, einen Beweis ihrer Untreue zu finden, gerĂ€t er nicht nur immer weiter ins gesellschaftliche Abseits, sondern seine Liebe zu Odette beginnt schließlich zu erkalten. Seit mehr als 14 Jahren arbeitet StĂ©phane Heuet an der Umsetzung von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” als Graphic Novel. DafĂŒr wĂ€hlt er die SchlĂŒsselszenen aus der Recherche aus und vermittelt mit diesen Passagen einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Der von HergĂ© geprĂ€gte Comic-Stil der Ligne claire der 1930er-Jahre inspiriert ihn dabei. Der fĂŒnfte Band dieses wunderbar neuen Zugangs zu diesem großen Klassiker.

Marcel Proust, geboren 1871, fĂŒhrte ein Leben als Dandy und Schriftsteller in den höchsten Pariser Kreisen. Aufgrund seines Asthmas musste er sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurĂŒckziehen. Von da an arbeitete er obsessiv an dem literarischen Großepos, das er unvollendet hinterließ, als er 1922 verstarb.

StĂ©phane Heuet, 1957 in Brest geboren, war sieben Jahre lang Matrose im Indischen Ozean und spĂ€ter Artdirector in Paris. Mit 35 Jahren begann er “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” als Graphic Novel umzusetzen. Er lebt mit seinen zwei Kindern in Paris.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe von Swann, Teil II, ISBN 978-3-86837-265-8, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 19,95 EUR, erscheint im Juni 2012

“Henry David Thoreau – Das reine Leben” von A. Dan und Maximilien Le Roy

Henry David Thoreau gilt als einer der einflussreichsten amerikanischen Schriftsteller und Philosophen. Mit Walden oder Leben in den WĂ€ldern und Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, dem Standardwerk ĂŒber zivilen Ungehorsam, ist er seit Aufkommen der Occupy-Bewegung besonders populĂ€r. Dieser große Denker fĂŒhrte ein ungewöhnliches Leben – das eines Lehrers, der fĂŒr seine pĂ€dagogischen Prinzipien seine berufliche Karriere aufs Spiel setzte; eines Mannes, der in die Natur zog, um dort außerhalb gesellschaftlicher Konventionen zu leben; eines Rebellen, der eher ins GefĂ€ngnis ging, als mit seinen Steuern den Krieg der USA gegen Mexiko zu unterstĂŒtzen. Neben der eindrucksvollen Schilderung der wichtigsten Passagen des Lebens von Thoreau gelingt es Maximilien Le Roy und A. Dan, die Positionen seines Werks völlig neu und anschaulich zugĂ€nglich zu machen.

Maximilien Le Roy wurde 1985 in Paris geboren und studierte dort an der École d’arts appliquĂ©s. Er schrieb und zeichnete bereits zahlreiche Graphic Novels, u.a. ĂŒber das Leben in PalĂ€stina (“Die Mauer”, Edition Moderne). 2010 veröffentlichte er zusammen mit Michel Onfray die Comic-Biografie “Nietzsche”.

A. Dan hatte eine erfolgversprechende Karriere vor sich, als seine Passion ihn zum Comiczeichnen brachte. Als Autodidakt auf diesem Gebiet hat er bereits mehr als ein halbes Dutzend Comic-Alben und Graphic Novels gezeichnet.

Henry David Thoreau – Das reine Leben, 88 Seiten, farbig, Hardcover, 22 EUR, erscheint im September 2012

“Der Staub der Ahnen” – Ausstellung in Erlangen

Donnerstag, den 24. Mai 2012

Auf dem Comic-Salon Erlangen wird in einer Ausstellung Felix Pestemers “Der Staub der Ahnen” prĂ€sentiert. Felix Pestemer selbst wird auf dem Salon sein und BĂŒcher signieren.

“Ich habe Adolf Hitler getötet” – Verfilmung geplant

Donnerstag, den 24. Mai 2012

Nachdem bereits im Februar gemeldet wurde, dass die Filmrechte verkauft worden waren, sind nun weitere Details zur Verfilmung von Jasons “Ich habe Adolf Hitler getötet” bekannt geworden. Wie unter anderem die Seiten yle.fi, screendaily.com und nun auch spiegel.de schreiben, plant Regisseur Timo Vuorensola, die Zeitreise-Krimi-Komödie auf die Leinwand zu bringen. Vuorensola zeichnet sich fĂŒr die Verfilmung des Nazi-SciFi-Trash-Films “Iron Sky” verantwortlich, der auch in Deutschland erfolgreich in den Kinos lief.

Stellen Sie sich vor, wir könnten die Dienste eines Auftragskillers völlig legal in Anspruch nehmen, wie die eines Arztes oder Anwalts. Stellen Sie sich ferner vor, ein Wissenschaftler wĂŒrde einen dieser Mörder dingen, durch die Zeit ins Jahr 1939 zu reisen, um Adolf Hitler zu töten
 Was, wenn nun Hitler dem Attentat entginge und seinerseits in die Gegenwart reiste – den Killer in der Vergangenheit zurĂŒcklassend?

In der Verfilmung ist nun geplant, Adolf Hitler komplett digital zu animieren, als Darsteller ist unter Anderem der beispielsweise aus Lars von Triers “Melancholia” bekannte Udo Kier im GesprĂ€ch.  Man darf gespannt sein, ob es gelingen wird, die “geradezu soghafte Lakonie” (Michael Brake, taz) der Vorlage auf die Leinwand zu ĂŒbertragen.

Die Dreharbeiten sollen 2013 beginnen.

“AufklĂ€rung mit dem Zeichenstift”

Mittwoch, den 23. Mai 2012

In der heutigen Ausgabe der “Neuen ZĂŒrcher Zeitung” stellt Anette Selg den Ă€gyptischen Comic-Autoren Magdy El Shafee vor. Sie traf sich mit ihm in einem Kairoer Cafe und lĂ€sst ihn zu seinem eigenen Werdegang und der lokalen Comic-Szene ausfĂŒhrlich zu Wort kommen.

Der Beitrag “AufklĂ€rung mit dem Zeichenstift” lĂ€sst sich online hier abrufen.

El Shafees Graphic Novel “Metro – Kairo Underground” erscheint in KĂŒrze bei der Edition Moderne. El Shafee wird zum Comic-Salon Erlangen erwartet, wo es eine große Ausstellung ĂŒber Comics aus dem nahen Osten geben wird, und zuvor noch in Berlin beim Kulturfestival “Wider die MĂŒdigkeit” zu Gast sein.

Comicfestival Hamburg

Mittwoch, den 23. Mai 2012

Auch wenn derzeit schon der Comic-Salon Erlangen in aller Munde ist, wirft das Comicfestival Hamburg bereits seine Schatten voraus. Nach einer Pause im letzten Jahr wird in diesem Jahr wieder eine Mischung aus Ausstellungen, Messe und weiteren Veranstaltungen geboten. Vom 27. bis zum 30. September wird an die Elbe geladen.

Mit den Schwerpunkten Finnland und Indonesien wurde nun schon ein wenig vom Programm verraten, die Festival-Website ist ab sofort online.

Neue Graphic Novel bei Atrium

Mittwoch, den 23. Mai 2012

“Große Fragen” von Anders Nilsen

Die großen Fragen der Menschheit, neu verhandelt von kleinen Philosophen: Warum sind wir hier? Hat unsere Existenz einen Sinn? Und falls ja, haben wir eine Möglichkeit, ihn zu erkennen? Geht es um Liebe? Was aber ist dann stĂ€rker – die Liebe oder der Tod? Was ist der Tod? Und was kommt danach?

Auf einer Wiese steht eine HĂŒtte, in der ein geistig behinderter Junge bei seiner Großmutter lebt. Ein Flugzeug ĂŒberfliegt diese Wiese und wirft eine Bombe ab, die nicht explodiert. Wenig spĂ€ter stĂŒrzt das Flugzeug in die HĂŒtte. Eine Gruppe Vögel findet den BlindgĂ€nger und beobachtet den Absturz. Die Vögel erleben den Einbruch des UnerklĂ€rlichen in ihre kleine Welt – und stehen unvermittelt vor genau den großen Fragen, die die Menschheit von jeher beschĂ€ftigen. Als der BlindgĂ€nger explodiert, der Pilot aus dem Cockpit seines Flugzeugs klettert und der geistig behinderte Junge aus den TrĂŒmmern der HĂŒtte in die Welt hinaustritt, gerĂ€t eine Lawine von dramatischen Ereignissen ins Rollen, die die Vögel zwingt, Antworten zu finden.

Große Fragen, ISBN 978-3-85535-562-4, 660 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, EUR 39,95, erscheint im September bei Atrium

“Die Kolonie” von Charles Burns

Dienstag, den 22. Mai 2012

Anfang Juni erscheint mit “Die Kolonie” ein neuer Comic von Charles Burns in deutscher Sprache bei Reprodukt – vier Monate bevor im Oktober das englischsprachige Original “The Hive” bei Pantheon erscheint. Anlass fĂŒr diese frĂŒhzeitige Vorveröffentlichung ist eine Ausstellung zu Leben und Werk von Charles Burns, die bis vor kurzem im Museum M im belgischen Leuven zu sehen war und nun fĂŒr den Comic-Salon Erlangen angekĂŒndigt ist.

Charles Burns ist vom 7. bis zum 10. Juni auf dem Comic-Salon Erlangen und anschliessend im Heimathafen Neukölln, Berlin zu Gast, um ĂŒber seine Arbeit zu sprechen.

Doug gerĂ€t immer tiefer in den Sog seiner bizarren AlbtrĂ€ume. Oder ist die Kolonie der Echsenwesen mit ihren Bruthöhlen womöglich doch ein realer Ort? Keine der Welten, in denen er sich nun bewegt, bietet ihm auch nur die geringste Sicherheit. Und als sei das nicht verstörend genug, plagen Doug die Erinnerungen an seinen Vater. Keine schönen Erinnerungen


Wie schon im VorgĂ€nger “X” lĂ€sst Charles Burns’ zeichnerische PrĂ€zision seine halluzinatorische Visionen ungeheuer real erscheinen. Mit dem Protagonisten finden wir uns dem schnellen Wechsel der Parallelwelten ausgesetzt, deren Faszination man sich gar nicht entziehen möchte.

Charles Burns, geboren 1955 in Washington, D.C., USA, gilt dank seiner atmosphĂ€rischen, von starken Schwarz-Weiß-Kontrasten geprĂ€gten Zeichnungen als einer der großen Stilisten des Comics. Seine Graphic Novel “Black Hole” (Reprodukt), ein grandios verzerrtes Spiegelbild amerikanischer RealitĂ€t, ist ein bis heute unerreichter Klassiker des Genres.

“Charles Burns hat gegenwĂ€rtig den hĂ€rtesten Strich aller amerikanischen Comic-Zeichnern, die stĂ€rksten Konturen, das tiefste Schwarz. Nach “Black Hole” ist “X” seine neue Chronik der amerikanischen Jugend der Siebziger – verstörend, deformiert, apokalyptisch. Ein Trip, wie man ihn sonst nur von William S. Burroughs oder David Lynch kennt.” – Fritz Göttler, SĂŒddeutsche Zeitung

Tickets zur Veranstaltung am Dienstag, dem 12. Juni, ab 20.30 Uhr im Studio des Heimathafen Neukölln in Berlin sind ab sofort im Vorverkauf zu erhalten. Durch den Abend fĂŒhrt Christian SchlĂŒter (“Berliner Zeitung”, “Frankfurter Rundschau”).

Eintritt: 8 €, ermĂ€ĂŸigt 5 €
Tickethotline (030) 61 10 13 13
www.koka36.de

VVK im Heimathafen Neukölln BĂŒro | Karl-Marx-Straße 141, VH 3. Stock, D-12043 Berlin
Infos unter Tel. (030) 56 82 13 33

VVK ohne GebĂŒhr fĂŒr ausgewĂ€hlte Veranstaltungen im Heimathafen Neukölln
Hugendubel am Hermannplatz | Mo- Sa 10-20 Uhr
Hugendubel Neukölln Arcaden | Mo-Sa 10-21 Uhr

Die Kolonie, ISBN 978-3-943143-18-8, 56 Seiten, farbig, 29,5 x 22 cm, Hardcover, 18 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt

“Ächz, Seufz, Zack, Bumm?!? – Literatur und Comics?!”

Dienstag, den 22. Mai 2012

Das Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach Rosenberg zeigt unter dem Titel “Ächz, Seufz, Zack, Bumm ?!? – Literatur und Comics ?!” ab diesem Donnerstag eine Ausstellung, in der Graphic Novels im Mittelpunkt stehen werden.

Comics und Literatur nĂ€hern sich in jĂŒngster Zeit auf verschiedenen Ebenen an. Comic-Zeichner und Illustratoren adaptieren literarische Texte – seien es Klassiker oder Gegenwartsautoren. Comics erzĂ€hlen Biographien und romanhafte Geschichten. In den Literaturfeuilletons der großen Tageszeitungen werden diese Graphic Novels inzwischen regelmĂ€ĂŸig besprochen – und nicht selten gelobt. „Die neuen Comics nehmen es lĂ€ssig mit der hohen Literatur auf – nicht illustrierend, sondern in Akten wilder Dekonstruktion“, schreibt z.B. Fritz Göttler am 13.12.2011 in der SĂŒddeutschen Zeitung.

Um diesem PhĂ€nomen Rechnung zu tragen, zeigt das Literaturhaus Oberpfalz eine aktuelle Auswahl an Zeichnungen und BĂŒchern, in denen literarische Texte und Comics eine Verbindung eingehen.

Ausgestellt werden unter Anderem Seiten aus Nicolas Mahlers “Alte Meister” (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp), Sascha Hommers “Dri Chinisin” (nach Brigitte Kronauer), FlixÂŽ “Faust” (nach J.W.v. Goethe, Carlsen) sowie Jaroslav RudiĆĄ und JaromĂ­r 99 “Alois Nebel” (Voland & Quist). Letztere werden zur Eröffnung der Ausstellung vor Ort sein und “Alois Nebel” prĂ€sentieren.

Die Ausstellung ist im Anschluss bis zm 30. September zu sehen.

Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V., Literaturhaus Oberpfalz,  Rosenberger Straße 9, D-92237 Sulzbach-Rosenberg
Tel.: +49 (0)9661 815 959-0
email: info@literaturarchiv.de, www.literaturarchiv.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 9-17 Uhr, So und Feiertags 14- 17 Uhr

“Luther” – BlogbeitrĂ€ge zur Entstehung

Dienstag, den 22. Mai 2012

FĂŒr den Oktober hat das GĂŒtersloher Verlagshaus mit “Luther” eine weitere Graphic Novel aus der Feder von Moritz Stetter angekĂŒndigt, der mit “Bonhoeffer” bereits eine erste Comic-Biografie vorgelegt hat.

Die Entstehung des Bandes begleitet Stetter nun auf seinem Blog demotapecomix und zeigt dort erste Skizzen und Letteringversuche. Zu den BeitrĂ€gen ĂŒber “Luther” gelangt man direkt hier.