“Der Frevel am Altar der Heiligen Klara” von Valerio Bindi und Maria P. Cinque, nach L.R.Carrino
Einmal im Monat trägt der etwas einfältige Giovanni im Revier seines Vaters, Don Antonio, die Lohntüten aus. Auf seiner Runde begleitet ihn der hübsche, lustige Salvatore, er passt auf, dass Giovanni alles richtig auf die Reihe kriegt. Anschließend gehen die beiden immer auf die Klippen von Mergellina, das Revier für schnellen Sex jeglicher Art.
Einmal im Monat eine Nummer mit Salvatore – das ist nicht genug für Giovannis großen Hunger. Aber mehr geht nicht, es darf auf keinen Fall herauskommen, was sie da tun.
Drogenhandel, Folter und Mord, Herumhuren, alles das ist in der perversen Welt der Camorra erlaubt – nur nicht der Frevel am Altar der Heiligen Klara, die Homosexualität.
Der Frevel am Altar der Heiligen Klara, ISBN 978-3-941239-93-7, 184 S., schwarzweiss, Softcover, 18,80 EUR, erscheint im August
“Adios Muchachos” von Matz und Paolo Bacilieri, nach Daniel Chavarria
Havanna, Kuba. Die hübsche Alicia arrangiert geschickt Fahrradunfälle mit den Besitzern teurer Autos und lässt sich gerne von den verschreckten Herren nach Hause fahren. Der Jungmanager Juanito geht Alicia willig ins Netz, aber er hat sie schnell durchschaut. Dann macht er ihr ein ungewöhnliches und sehr lukratives Angebot. In der Folge gibt es schöne Villen, schnelle Sportwagen, Erpressung, Entführung, Lösegeld, Transvestiten, eine Leiche
und Gauner, die andere Gauner aufs Kreuz legen…
Ein beschwingter Krimi unter Palmen mit Leiche, aber ohne Mord.
Adios Muchachos, ISBN 978-3-941239-95-1, 128 S. farbig, Hardcover, 21,80 EUR, erscheint im Oktober
In der aktuellen Ausgabe von “Cicero” schreibt Jens Balzer über das neue Buch von Guy Delisle, “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (Reprodukt), in dem der Comic-Erzähler von einem einjährigen Aufenthalt in der Stadt berichtet.
Besonders beeindruckt zeigt sich Balzer von den alltäglichen Szenen, die Delisle festgehalten hat, in denen sehr eindrücklich vermittelt wird, wie tief die Ablehnung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegeneinander liegt. Hilfreich dabei war, dass er in diesem Fall als Hausmann vor Ort war und so besonders tief in den israelischen Alltag eintauchen konnte.
Der “Krieg auf einem anderen Planeten” betitelte Artikel lässt sich hier nachlesen.
Anfang Juni eröffnete in Berlin-Mitte der Buchladen ocelot, not just another bookstore. Über die Eröffnung und das Konzept berichtete unter Anderem buchmarkt.de. Am Donnerstag, dem 5. Juli wird dort Aisha Franz ihr Buch “Brigitte und der Perlenhort” (Reprodukt) vorstellen, daraus vorlesen, sich musikalisch begleiten lassen und dazu Bilder aus dem Band auf der Leinwand zeigen.
Beginn ist um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.
ocelot, not just another bookstore, Brunnenstraße 181, D-10119 Berlin-Mitte
Tel. (30) 9789 4592, Fax (30) 9789 4797
emai:l info@ocelot.dewww.ocelot.de
Rupert Koppold schreibt heute in der “Stuttgarter Zeitung” ausführlich über “Wave and Smile” von Arne Jysch (Carlsen). Darin gibt er wieder, wie der Autor den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr aus Sicht von Soldaten beschreibt und damit Einblicke gibt, die in der Berichterstattung häufig keine Rolle spielen: “Das will ja keiner Wahrhaben”.
Durchaus kritische Worte findet Moritz Honert in seinem Beitrag “Licht am Ende des U-Bahn-Tunnels” auf tagesspiegel.de für Magdy El-Shafees “Metro” (Edition Moderne), das die revolutionären Entwicklungen in Ägypten aufgreift. Sein Kritik wird allerdings dadurch aufgewogen, “eines der interessantesten Bücher aus der Frühphase dessen zu lesen, was zu einer der größten Umwälzungen der Weltpolitik wurde”.
Am heutigen Dienstag strahlt das Deutschlandradio“Comics als Konversationsstücke” aus, eine Sendung von Rebecca Partouche, in der die französische Autorin Claire Bretécher (“Agrippina – Allergien”, Reprodukt) und Ralf König (“Antityp”, Rowohlt) parallel portraitiert werden. Im Zentrum steht neben der Inspiration Königs durch Bretecher auch deren spezieller Zugang zum Erzählen von Geschichten im Comic, das weitaus mehr von Dialogen als von Action geprägt ist. Die Sendung beginnt um 19:30 Uhr, das Manuskript kann bereits jetzt als PDF und einfacher Text gelesen werden.
Auf “Spiegel Online” freut sich Stefan Pannor über den ersten von zehn Bänden der deutschen Ausgabe von Osamu Tezukas Biografie “Buddha” (Carlsen). Die voluminöse Lebensgeschichte von Siddharta Gautama, dem Begründer des Buddhismus, gilt gemeinhin als das ehrgeizigste Projekt des 1989 verstorbenen Osamu Tezuka, des einflussreichsten und produktivsten japanischen Comiczeichners. Stefan Pannor zeigt sich in seiner Besprechung “Buddha, aber blutig” beeindruckt von dem komplexen “Wahnsinnsunterfangen”, dessen drastische Bilder gerade vor dem Hintergrund Respekt einflößten, dass “Buddha” ursprünglich in einem Magazin erschienen sei, das sich an ältere Schüler wendet. Der Autor bezweifelt, dass Osamu Tezuka durch die Herausgabe seines “Meisterwerks” endlich auch hierzulande den Respekt erfahre, der ihm gebühre – doch es sei “gut, dass es versucht wird”.
Trotz einer deutlichen Zunahme deutschsprachiger Produktionen stammt das Gros der hierzulande veröffentlichten Comics – seien es Zeitungsstrips, Alben oder Graphic Novels – nach wie vor aus dem fremdsprachigen Ausland. Die Qualität der Übersetzung dieser Stoffe ins Deutsche ist dennoch selten Gegenstand in Rezensionen bzw. der öffentlichen Wahrnehmung der jeweiligen Titel. Dies ist umso bedauerlicher als eine Comicübersetzung im Vergleich zu anderen Übertragungen ins Deutsche eine ganze Reihe spezifischer Herausforderungen birgt (lesenswert hierzu die Einblicke, die einer der besten deutschen Comicübersetzer, der verstorbene Kai Wilksen, in seine Arbeit gegeben hat).
Das verstärkte Interesse an der Graphic Novel und der steigende Bedarf an Übersetzerinnen und -übersetzern durch den Zuwachs an Publikationen hat nun den renommierten “Deutschen Übersetzerfonds” dazu bewogen, sich im Rahmen eines mehrtägigen Seminars (21. bis 25. November 2012) erstmals der Comicübersetzung und ihrer charakteristischen Probleme zu widmen. Unter der fachkundigen Leitung des Comicexperten und “FAZ”-Redakteurs Andreas Platthaus sowie des freien Publizisten (u.a. “Spiegel Online”) und Übersetzers Stefan Pannor will das Seminar “Kreativität im vorgegebenen Rahmen” Kriterien für die Übersetzung von Comics entwickeln – vom Strip bis zur Graphic Novel.
Die Veranstaltung im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen richtet sich dabei an Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits erste Erfahrungen mit der Übersetzung von Comics oder Belletristik gemacht haben. Als Gäste werden zudem der Comicübersetzer Ulrich Pröfrock sowie der Comiclektor Michael Groenewald Einblicke in ihre Arbeit geben.
Nähere Informationen zu den Seminarinhalten sowie zum Bewerbungsprozedere finden sich in der Ausschreibung.
“Kreativität im vorgegebenen Rahmen – Seminar zum Übersetzen von Comics” 21. bis 25. November 2012 im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen
Bewerbungen sind per Post oder E-Mail (in Form von PDFs) einzureichen an:
Europäisches Übersetzer-Kollegium
Stichwort “Comics-Seminar”
Postfach 1162
D-47628 Straelen
E-Mail: euk.straelen@t-online.de
Einsendeschluss ist der 31. August 2012, die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt bis zum 15. September 2012.
Bereits Anfang Juni erschien in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” eine Besprechung von Isabel Kreitz’ Comicadaption des Erich-Kästner-Klassikers“Emil und die Detektive” (Cecilie Dressler Verlag). In der Zwischenzeit ist Isabel Kreitz nicht nur auf dem 15. Erlanger Comic-Salon mit dem “Max und Moritz”-Preis als beste deutsche Comiczeichnerin geehrt worden, Andreas Platthaus’ begeisterte Rezension “Haltet den Dieb, feiert die Diebin!” ist nunmehr auf der Homepage der “FAZ” auch online zu lesen.
Andreas Platthaus bescheinigt Isabel Kreitz, die sich nach “Der 35. Mai” und “Pünktchen und Anton” (beide ebenfalls im Dressler Verlag) bereits zum dritten Mal eines Kästner-Stoffs annimmt, für ihre Bearbeitung von “Emil und die Detektive” einen besonderen Mut. Wie schon bei den Vorgängern orientiert sich die Hamburgerin stilistisch an den Originalzeichnungen des großen Walter Tier – das Titelmotiv und die Buchillustrationen seien im Fall von “Emil und die Detektive” aber ins kollektive Gedächtnis übergegangen, so Andreas Platthaus, der in der Anlehnung an die unvergesslichen Trier-Bilder daher ein Wagnis sieht. Ein Wagnis aber, das Isabel Kreitz in seinen Augen kunstvoll, unaufdringlich und mit Bravour meistert – er glaubt sie mit diesem Buch “im Zenit ihres Könnens”.
In der heutigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” finden sich zwei Comic-Besprechungen. Während Christoph Haas´ Vorstellung von “Mouse Guard – Legenden der Wächter 1″ (Cross Cult) von David Petersen und einer Reihe von Zeichnern noch nicht online zu finden ist, wurde Fritz Göttlers Beitrag über “Niemandsland” von Blexbolex (Jacoby & Stuart) bereits auch hier veröffentlicht. In “Die Lust an Zufall und Chaos” zeigt Göttler sich sehr angetan von dem “umtriebigen, schlingernden, unergründlichen Buch”.
Auch auf tagesspiegel.de findet sich ein neuer Beitrag. Oliver Ristau stellt hier “Container” (Reprodukt), eine umfangreiche Schau des Schaffens des in Berlin lebenden Max Andersson, vor. Er ordnet dort die Geschichten in die Zeit ihrer ursprünglichen Veröffentlichung – die 1980er und 1990er – ein. “Sprunghafter Wahnsinn, tiefe Nächstenliebe” finde sich darin, eine “beseelte Synthese aus Finesse und Relevanz”.
Wie auf dem Verlagsblog, bei boersenblatt.net und buchreport.de gemeldet wird, wird seit dem 1. Juni Reprodukt mit dem ebenfalls in Berlin beheimateten Verlag Jacoby & Stuart von einem gemeinsamen Außendienstteam im Handel vertreten. Ziel der Vertriebskooperation ist eine Stärkung des Wachstumssegments Graphic Novel und vor allem die Nutzung von Synergieeffekten zwischen den Kinderbüchern von Jacoby & Stuart und dem im Frühjahr 2013 bei Reprodukt startenden Kindercomicprogramm. Folgende VertreterInnen werden in den jeweiligen Gebieten reisen:
Zuletzt war mit “Genesis” bei Carlsen seine Adaption des ersten Buches des Alten Testaments erschienen, doch sein weiteres OEuvre war lange Zeit nicht erhältlich: Robert Crumb gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten lebenden Comic-Autoren, sein Werk wird nun gleich bei zwei Verlagen vorgelegt.
Der Berliner Verlag Reprodukt beginnt im Oktober mit “Nausea” eine umfangreiche Neuausgabe des Schaffens des in Frankreich lebenden Amerikaners in bibliophiler Aufmachung und in der Übersetzung von Harry Rowohlt. Robert Crumb beschäftigt sich in dieser Sammlung von Geschichten aus den frühen 1980er-Jahren auf ganz unterschiedliche Weise mit Literatur: Ob er nun “Der Ekel” von Sartre illustriert, Philip K. Dick ins Bild setzt oder Richard von Krafft-Ebings “Psychopathia Sexualis”– stets ist die Relevanz für das eigene Leben spürbar. Im halbjährlichen Rhythmus werden dann thematisch gegliederte Bände folgen.
Einen anderen Ansatz verfolgt man bei Taschen: Nachdem vor einigen Jahren bereits ein luxuriös aufgemachter Band mit “Robert Crumb´s Sex Obsessions” erschienen war, zielt auch die nun angekündigte Ausgabe seiner Sketchbooks auf ein solventes Publikum. Die erste Kassette mit sechs Bänden, die die Jahre von 1982 bis 2011 abdecken wird, kann zum Preis von 750 EUR erworben werden. Eine weitere Kassette mit den Skizzenbüchern von 1964 bis 1981 – in anderer Aufmachung als Einzelbände schon bei Zweitausendeins verlegt und vergriffen – soll folgen.
Noch bis zum 18. August zeigt das Musée d’Art Moderne de la Ville Paris die Ausstellung “Crumb – De l’Underground à la Genèse”. Im nächsten Jahr wird Robert Crumb auf dem Comicfestival München erwartet.
Nausea, ISBN 978-3-943143-29-4, 112 Seiten, schwarzweiss, 22 x 29 cm, Hardcover, 29 EUR, erscheint im Oktober bei Reprodukt
Robert Crumb. The Sketchbooks. 1982-2011. 6 Vols., Dian Hanson (Hg.), ISBN 978-3-8365-2479-7, 6 Bücher in Kassette, inkl. Druck m. Unterschrift, 1344 Seiten, Hardcover, 750 EUR, erscheint im Juli bei Taschen
Auch wenn die Veröffentlichung im Internet der derzeit beliebtere Weg ist, Comics, Illustrationen und illustrierte Geschichten zu veröffentlichen, sind von Zeichnerinnen und Zeichnern herausgegebene Hefte und Anthologien immer noch wichtig, wenn es darum geht, sich einer Öffentlichkeit zu stellen, bekannt zu werden, sich zu vernetzen und einen Verlag zu finden. Der kürzlich durchgeführte Comic-Clash auf dem Comic-Salon Erlangen, bei dem Heftmacher im sportlichen Wettkampf gegeneinander antraten, zeigte noch einmal deutlich, wie viel kreatives Potential in der deutschen Comic-Szene steckt und dass man sich über einen Mangel an neuen Talenten keine Sorgen machen muss.
Ein bereits etabliertes Magazin ist “Spring”, das seit einigen Jahren von einer Gruppe von Zeichnerinnen veröffentlicht wird, die nicht zuletzt auch dadurch einer größeren Leserschaft bekannt gemacht wurden. Hier fanden sich frühe Geschichten u.a. von claire Lenkova (“Grenzgebiete: Eine Kindheit zwischen Ost und West”, Gerstenberg) und Barbara Yelin (“Gift” mit Peer Meter, Reprodukt). Nun wurde Mitgründerin Larissa Bertonasco (“La cucina mia!”, Jacoby & Stuart) an die Stuttgarter Merz-Akademie eingeladen, um in der Vortragsreihe “Five Lectures on Illustration” von der Arbeit an dem Magazin zu berichten.
Seit 2004 nimmt eine Gruppe Zeichnerinnen einmal jährlich die Gestaltung, Umsetzung und Präsentation ihrer freien Arbeiten selbst in die Hand und eroberte sich dafür einen Raum für experimentelles Bilderzählen: Spring!
Spring bündelt das Ungewöhnliche zwischen Comic, Illustration und freier Zeichnung. Diese Anthologie füllt damit eine Lücke auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Die Zeichnerinnen befassen sich jedes Jahr mit einem selbstgewählten Thema und setzen dieses auf die unterschiedlichsten Weisen visuell-erzählerisch um.
Larissa Bertonasco, Illustratorin aus Hamburg und seit der ersten Ausgabe Mitherausgebern des Magazins, erzählt über dieses inspirierende Projekt.
Der Vortrag findet am Dienstag, dem 26. Juni in der Aula der Merz-Akademie statt, Beginn ist 19.30 Uhr. Die Anmeldung ist hier möglich. “Spring 9: Reineke Fuchs” befindet sich derzeit in Vorbereitung und wird Ende August veröffentlicht. Oben zu sehen sind das von Larissa Bertonasco gestaltete Cover von “Spring” 6 sowie das neue Cover, gestaltet von Romy Blümel.
Bereits am Montag erschien auf n-tv.de ein ausführlicher Beitrag von Markus Lippold zu Magdy El-Shafees “Metro” (Edition Moderne): “Ägypten sucht nach seiner Zukunft”. Er stellt sowohl das Buch vor als auch den Autor, den er zu einem Gespräch getroffen hat.
Das Buch bezeichnet Lippold dabei als “glaubwürdigea Panorama einer Gesellschaft, die kurz vor dem Kollaps steht” und als “Aufruf zum Aufbruch in eine neue Gesellschaft”.
Zur aktuellen politischen Lage stellt El Shafee fest, dass das Beste, was er machen könne, sei, weiterhin das zu machen, was er ohnehin macht: Comics zeichnen. Zum ganzen Textbeitrag gelangt man hier.
In den nächsten Tagen finden wieder eine Reihe von Buchvorstellungen und Signierstunden statt. So präsentiert Reinhard Kleist am Freitag, dem 29. Juni, in der Berliner Kulturkneipe Max und Moritz sein neues Buch “Der Boxer” (Carlsen). Es wird eine illustrierte Lesung aus dem Buch geben sowie ein Künstlergespräch mit der Journalistin und Kuratorin Katja Lüthge. Ebenfalls wird Kleist aus der Biografie “Eines Tages werde ich alles erzählen” von Alan Scott Haft, dem Sohn des in seinem Buch präsentierten Boxers Hertzko Haft, vorstellen und zeigen, wie er Motive daraus in seiner Graphic Novel eingebaut hat. Der Eintritt dazu beträgt 5 EUR (erm. 3 EUR). Die Veranstaltung wird organisiert vom Kreuzberger Comicshop Modern Graphics.
Tags darauf wird Kleist zusammen mit Flix (“Don Quijote”, Carlsen) im Comicshop “Grober Unfug” in Berlin Mitte für eine Signierstunde erwartet. Los geht es dort um 14 Uhr.
Mangas und Comics stehen immer unter dem Verdacht des Eskapismus: Fantasy, Trash, Heldengeschichten. Das Genre des Graphic Novel hat hier Neues gebracht, die Reportage, den autobiografischen Bericht, den Blick auf die Gegenwart. Im deutschsprachigen Raum entwickelt sich eine eigene Graphic Novel Szene. Eine der jungen Protagonistinnen ist Carolin Walch aus München. Ihr Buch „Roxanne & George“ (Reprodukt) erzählt eine MTV Soap aus der Rockstarszene und findet dabei einen sehr eigenen visuellen Stil. Carolin Walch wurde bekannt durch ihre Mangas (Magic Mütze) und arbeitet auch als Fotografin. Wolfgang Buechs a.k.a. Digirev macht Cartoons, die er z.B. in der „Jungle world“ publiziert. Sein eben veröffentlichter Band „zuhause während der digitalen revolution“ (ventil Verlag) schildert die Befindlichkeiten der tendenziell überforderten Babyboomer-Generation und deren Scham über ihr Gefühl, nicht mehr Subjekt ihrer Entscheidungen zu sein. Der zweite Comicabend von text&beat bringt Lesung, Musik, Fotografie, Gespräch.
Moderiert wird der Abend von Christina Mohr und Jakob Hoffmann.
Max und Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin-Kreuzberg
In den vergangenen Tagen wurden wieder aktuelle Neuerscheinungen in den Printmedien vorgestellt. Christoph Huber stellt in der Wiener “Presse” das neue Werk von Charles Burns vor, das in drei Teilen erscheint. Der zweite Teil der Serie mit dem Titel “Die Kolonie” wurde gerade veröffentlicht (Reprodukt). Besonders interessieren den Autor dabei die Bezüge zum Comic-Klassiker “Tim & Struppi” von Hergé: “Angst unter Punks”.
Lutz Göllner porträtiert in der Samstagsausgabe des “Tagesspiegels” den in Berlin lebenden Autor Reinhard Kleist. Im Mittelpunkt des Porträts steht das neue Buch “Der Boxer” (Carlsen), über die dramatische Lebensgeschichte des Hertzko Haft und wie Reinhard Kleist es schafft, auch für diese widersprüchliche Figur Mitgefühl zu wecken: “Faust aufs Auge”.
In der aktuellen Ausgabe der “Jungle World” bespricht Jan Tölva Magdy El Shafees “Metro” (Edition Moderne) und charakterisiert es als “schonungslos, aber nicht hoffnungslos”. Auch mit dem Autor hat er sich über das Buch unterhalten, als dieser kürzlich das Buch in Berlin vorgestellt hat: “Ticket zum Tahrir-Platz”.
Im Rahmen des “Comic Transfer – Comic-Autoren aus Europa und der Arabischen Welt im Dialog” lädt das Goethe-Institut Arne Bellstorf und Reinhard Kleist vom 21. bis zum 23. Juni nach Lyon ein. Auf dem BD Festival in Lyon werden die beiden Zeichner ihre ins Französische übersetzten Comics vorstellen.
Das Programm umfasst eine Publikumsbegegnung in der Bibliothek des Goethe-Instituts sowie diverse Signierstunden. Bilder von der Reise und Eindrücke von Lyon in Form von Zeichnungen der beiden Künstler werden im Anschluss auf dem Blog des Goethe-Instituts veröffentlicht: blog.goethe.de/comic-transfer
Goethe-Institut Lyon, 18 rue François Dauphin, F-69002 Lyon
Tel. +33 4 72 77 08 88 www.lyonbd.com
Das Kulturmagazin “Marker” auf zdf.kultur strahlte gestern einen Bericht über Carolin Walch aus, die von der Entstehung ihres Buches “Roxanne & George” (Reprodukt) erzählt: “Sauf- und Schniefgesellschaft”. Direkt zum Video in der ZDF-Mediathek gelangt man hier.
Noch bis zum 28. Oktober 2012 zeigt das Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem die Ausstellung “Comicleben” gezeigt, in der ein Einblick in den Alltag von sieben Menschen gegeben wird, deren Leben und deren Alltag stark von der Faszination für Comics und der Ästhetik von Comics geprägt ist. Eine dieser Personen ist die in Berlin lebende Autorin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”, avant-verlag). Am Freitag, 22. Juni, wird Lust ab 19 Uhr, begleitet von Projektionen, aus dem Buch lesen und über die Entstehung des Bandes erzählen.
Bereits ab 18 Uhr besteht die Möglichkeit einer Kurzführung durch die Ausstellung. Der Eintritt beträgt 5 Euro (erm. 3 Euro).
Die gegenwärtige Literaturtheorie und -wissenschaft behandelt das Thema der Gattungstheorie vornehmlich als »Handbuchwissen«, das kaum grundsätzlich reflektiert wird. Dieser Sammelband möchte die Gattungsfrage dagegen neu aufwerfen. Es geht darum, Gattungen nicht nur als »heuristische Größen« zu denken, sondern als Instrumente einer poetologischen und ästhetischen Selbstreflexion. Die Beiträger/-innen lesen »klassische« Gattungstheorien von Hegel über Lukács und Benjamin bis Szondi neu und fragen zugleich nach der Möglichkeit von Gattungstheorien »neuer« Medien wie Film oder Comic.
Gattung und Geschichte, Literatur- und medienwissenschaftliche Ansätze zu einer neuen Gattungstheorie, ISBN 978-3-8376-1359-9, 384 S., Hardcover, 36,80 EUR, erschienen im transcript-verlag