Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Monatsarchiv für Juni 2012

Neue BĂĽcher bei Schreiber & Leser

Freitag, den 29. Juni 2012

“Der Frevel am Altar der Heiligen Klara” von Valerio Bindi und Maria P. Cinque, nach L.R.Carrino

Einmal im Monat trägt der etwas einfältige Giovanni im Revier seines Vaters, Don Antonio, die Lohntüten aus. Auf seiner Runde begleitet ihn der hübsche, lustige Salvatore, er passt auf, dass Giovanni alles richtig auf die Reihe kriegt. Anschließend gehen die beiden immer auf die Klippen von Mergellina, das Revier für schnellen Sex jeglicher Art.
Einmal im Monat eine Nummer mit Salvatore – das ist nicht genug fĂĽr Giovannis groĂźen Hunger. Aber mehr geht nicht, es darf auf keinen Fall herauskommen, was sie da tun.

Drogenhandel, Folter und Mord, Herumhuren, alles das ist in der perversen Welt der Camorra erlaubt – nur nicht der Frevel am Altar der Heiligen Klara, die Homosexualität.

Der Frevel am Altar der Heiligen Klara, ISBN 978-3-941239-93-7, 184 S., schwarzweiss, Softcover, 18,80 EUR, erscheint im August

“Adios Muchachos” von Matz und Paolo Bacilieri, nach Daniel Chavarria

Havanna, Kuba. Die hübsche Alicia arrangiert geschickt Fahrradunfälle mit den Besitzern teurer Autos und lässt sich gerne von den verschreckten Herren nach Hause fahren. Der Jungmanager Juanito geht Alicia willig ins Netz, aber er hat sie schnell durchschaut. Dann macht er ihr ein ungewöhnliches und sehr lukratives Angebot. In der Folge gibt es schöne Villen, schnelle Sportwagen, Erpressung, Entführung, Lösegeld, Transvestiten, eine Leiche
und Gauner, die andere Gauner aufs Kreuz legen…

Ein beschwingter Krimi unter Palmen mit Leiche, aber ohne Mord.

Adios Muchachos, ISBN 978-3-941239-95-1, 128 S. farbig, Hardcover, 21,80 EUR, erscheint im Oktober

“Krieg auf einem anderen Planeten”

Freitag, den 29. Juni 2012

In der aktuellen Ausgabe von “Cicero” schreibt Jens Balzer ĂĽber das neue Buch von Guy Delisle, “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (Reprodukt), in dem der Comic-Erzähler von einem einjährigen Aufenthalt in der Stadt berichtet.

Besonders beeindruckt zeigt sich Balzer von den alltäglichen Szenen, die Delisle festgehalten hat, in denen sehr eindrücklich vermittelt wird, wie tief die Ablehnung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegeneinander liegt. Hilfreich dabei war, dass er in diesem Fall als Hausmann vor Ort war und so besonders tief in den israelischen Alltag eintauchen konnte.

Der “Krieg auf einem anderen Planeten” betitelte Artikel lässt sich hier nachlesen.

Aisha Franz bei ocelot, Berlin

Mittwoch, den 27. Juni 2012

Anfang Juni eröffnete in Berlin-Mitte der Buchladen ocelot, not just another bookstore. Ăśber die Eröffnung und das Konzept berichtete unter Anderem buchmarkt.de. Am Donnerstag, dem 5. Juli wird dort Aisha Franz ihr Buch “Brigitte und der Perlenhort” (Reprodukt) vorstellen, daraus vorlesen, sich musikalisch begleiten lassen und dazu Bilder aus dem Band auf der Leinwand zeigen.

Beginn ist um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

ocelot, not just another bookstore, BrunnenstraĂźe 181, D-10119 Berlin-Mitte
Tel. (30) 9789 4592, Fax (30) 9789 4797
emai:l info@ocelot.dewww.ocelot.de

Comics in den Medien – 26. Juni 2012

Dienstag, den 26. Juni 2012

Rupert Koppold schreibt heute in der “Stuttgarter Zeitung” ausfĂĽhrlich ĂĽber “Wave and Smile” von Arne Jysch (Carlsen). Darin gibt er wieder, wie der Autor den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr aus Sicht von Soldaten beschreibt und damit Einblicke gibt, die in der Berichterstattung häufig keine Rolle spielen: “Das will ja keiner Wahrhaben”.

Durchaus kritische Worte findet Moritz Honert in seinem Beitrag “Licht am Ende des U-Bahn-Tunnels” auf tagesspiegel.de fĂĽr Magdy El-Shafees “Metro” (Edition Moderne), das die revolutionären Entwicklungen in Ă„gypten aufgreift. Sein Kritik wird allerdings dadurch aufgewogen, “eines der interessantesten BĂĽcher aus der FrĂĽhphase dessen zu lesen, was zu einer der größten Umwälzungen der Weltpolitik wurde”.

Am heutigen Dienstag strahlt das Deutschlandradio “Comics als KonversationsstĂĽcke” aus, eine Sendung von Rebecca Partouche, in der die französische Autorin Claire BretĂ©cher (“Agrippina – Allergien”, Reprodukt) und Ralf König (“Antityp”, Rowohlt) parallel portraitiert werden. Im Zentrum steht neben der Inspiration Königs durch Bretecher auch deren spezieller Zugang zum Erzählen von Geschichten im Comic, das weitaus mehr von Dialogen als von Action geprägt ist. Die Sendung beginnt um 19:30 Uhr, das Manuskript kann bereits jetzt als PDF und einfacher Text gelesen werden.

“Buddha, aber blutig”

Montag, den 25. Juni 2012

Auf “Spiegel Online” freut sich Stefan Pannor ĂĽber den ersten von zehn Bänden der deutschen Ausgabe von Osamu Tezukas Biografie “Buddha” (Carlsen). Die voluminöse Lebensgeschichte von Siddharta Gautama, dem BegrĂĽnder des Buddhismus, gilt gemeinhin als das ehrgeizigste Projekt des 1989 verstorbenen Osamu Tezuka, des einflussreichsten und produktivsten japanischen Comiczeichners. Stefan Pannor zeigt sich in seiner Besprechung “Buddha, aber blutig” beeindruckt von dem komplexen “Wahnsinnsunterfangen”, dessen drastische Bilder gerade vor dem Hintergrund Respekt einflößten, dass “Buddha” ursprĂĽnglich in einem Magazin erschienen sei, das sich an ältere SchĂĽler wendet. Der Autor bezweifelt, dass Osamu Tezuka durch die Herausgabe seines “Meisterwerks” endlich auch hierzulande den Respekt erfahre, der ihm gebĂĽhre – doch es sei “gut, dass es versucht wird”.

Kreativität im vorgegebenen Rahmen

Montag, den 25. Juni 2012

Trotz einer deutlichen Zunahme deutschsprachiger Produktionen stammt das Gros der hierzulande veröffentlichten Comics – seien es Zeitungsstrips, Alben oder Graphic Novels – nach wie vor aus dem fremdsprachigen Ausland. Die Qualität der Übersetzung dieser Stoffe ins Deutsche ist dennoch selten Gegenstand in Rezensionen bzw. der öffentlichen Wahrnehmung der jeweiligen Titel. Dies ist umso bedauerlicher als eine Comicübersetzung im Vergleich zu anderen Übertragungen ins Deutsche eine ganze Reihe spezifischer Herausforderungen birgt (lesenswert hierzu die Einblicke, die einer der besten deutschen Comicübersetzer, der verstorbene Kai Wilksen, in seine Arbeit gegeben hat).

Das verstärkte Interesse an der Graphic Novel und der steigende Bedarf an Ăśbersetzerinnen und -ĂĽbersetzern durch den Zuwachs an Publikationen hat nun den renommierten “Deutschen Ăśbersetzerfonds” dazu bewogen, sich im Rahmen eines mehrtägigen Seminars (21. bis 25. November 2012) erstmals der ComicĂĽbersetzung und ihrer charakteristischen Probleme zu widmen. Unter der fachkundigen Leitung des Comicexperten und “FAZ”-Redakteurs Andreas Platthaus sowie des freien Publizisten (u.a. “Spiegel Online”) und Ăśbersetzers Stefan Pannor will das Seminar “Kreativität im vorgegebenen Rahmen” Kriterien fĂĽr die Ăśbersetzung von Comics entwickeln – vom Strip bis zur Graphic Novel.

Die Veranstaltung im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen richtet sich dabei an Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits erste Erfahrungen mit der Übersetzung von Comics oder Belletristik gemacht haben. Als Gäste werden zudem der Comicübersetzer Ulrich Pröfrock sowie der Comiclektor Michael Groenewald Einblicke in ihre Arbeit geben.

Nähere Informationen zu den Seminarinhalten sowie zum Bewerbungsprozedere finden sich in der Ausschreibung.

“Kreativität im vorgegebenen Rahmen – Seminar zum Ăśbersetzen von Comics”
21. bis 25. November 2012 im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen

Bewerbungen sind per Post oder E-Mail (in Form von PDFs) einzureichen an:
Europäisches Übersetzer-Kollegium
Stichwort “Comics-Seminar”
Postfach 1162
D-47628 Straelen
E-Mail: euk.straelen@t-online.de

Einsendeschluss ist der 31. August 2012, die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt bis zum 15. September 2012.

“Haltet den Dieb, feiert die Diebin!”

Freitag, den 22. Juni 2012

Bereits Anfang Juni erschien in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” eine Besprechung von Isabel Kreitz’ Comicadaption des Erich-Kästner-Klassikers “Emil und die Detektive” (Cecilie Dressler Verlag). In der Zwischenzeit ist Isabel Kreitz nicht nur auf dem 15. Erlanger Comic-Salon mit dem “Max und Moritz”-Preis als beste deutsche Comiczeichnerin geehrt worden, Andreas Platthaus’ begeisterte Rezension “Haltet den Dieb, feiert die Diebin!” ist nunmehr auf der Homepage der “FAZ” auch online zu lesen.

Andreas Platthaus bescheinigt Isabel Kreitz, die sich nach “Der 35. Mai” und “PĂĽnktchen und Anton” (beide ebenfalls im Dressler Verlag)  bereits zum dritten Mal eines Kästner-Stoffs annimmt, fĂĽr ihre Bearbeitung von “Emil und die Detektive” einen besonderen Mut. Wie schon bei den Vorgängern orientiert sich die Hamburgerin stilistisch an den Originalzeichnungen des groĂźen Walter Tier – das Titelmotiv und die Buchillustrationen seien im Fall von “Emil und die Detektive” aber ins kollektive Gedächtnis ĂĽbergegangen, so Andreas Platthaus, der in der Anlehnung an die unvergesslichen Trier-Bilder daher ein Wagnis sieht. Ein Wagnis aber, das Isabel Kreitz in seinen Augen kunstvoll, unaufdringlich und mit Bravour meistert – er glaubt sie mit diesem Buch “im Zenit ihres Könnens”.

Comics in der Presse – 21. Juni 2012

Donnerstag, den 21. Juni 2012

In der heutigen Ausgabe der “SĂĽddeutschen Zeitung” finden sich zwei Comic-Besprechungen. Während Christoph Haas´ Vorstellung von “Mouse Guard – Legenden der Wächter 1″ (Cross Cult) von David Petersen und einer Reihe von Zeichnern noch nicht online zu finden ist, wurde Fritz Göttlers Beitrag ĂĽber “Niemandsland” von Blexbolex (Jacoby & Stuart) bereits auch hier veröffentlicht. In “Die Lust an Zufall und Chaos” zeigt Göttler sich sehr angetan von dem “umtriebigen, schlingernden, unergrĂĽndlichen Buch”.

Auch auf tagesspiegel.de findet sich ein neuer Beitrag. Oliver Ristau stellt hier “Container” (Reprodukt), eine umfangreiche Schau des Schaffens des in Berlin lebenden Max Andersson, vor. Er ordnet dort die Geschichten in die Zeit ihrer ursprĂĽnglichen Veröffentlichung – die 1980er und 1990er – ein. “Sprunghafter Wahnsinn, tiefe Nächstenliebe” finde sich darin, eine “beseelte Synthese aus Finesse und Relevanz”.

Vertriebskooperation von Reprodukt und Jacoby & Stuart

Donnerstag, den 21. Juni 2012

Wie auf dem Verlagsblog, bei boersenblatt.net und buchreport.de gemeldet wird, wird seit dem 1. Juni Reprodukt mit dem ebenfalls in Berlin beheimateten Verlag Jacoby & Stuart von einem gemeinsamen Außendienstteam im Handel vertreten. Ziel der Vertriebskooperation ist eine Stärkung des Wachstumssegments Graphic Novel und vor allem die Nutzung von Synergieeffekten zwischen den Kinderbüchern von Jacoby & Stuart und dem im Frühjahr 2013 bei Reprodukt startenden Kindercomicprogramm. Folgende VertreterInnen werden in den jeweiligen Gebieten reisen:

Bayern
Thomas Romberger
c/o VertreterbĂĽro WĂĽrzburg
Huebergasse 1
D-97070 WĂĽrzburg
Tel. (0931) 17405
Fax (0931) 17410
e-mail: romberger@vertreterbuero-wuerzburg.de, mueller@vertreterbuero-wuerzburg.de

Baden-WĂĽrttemberg
Detlef Klatt
Postfach 2241
D-76492 Baden-Baden
Tel. (0175) 5228255
Fax (07221) 302049
e-mail: detlefklatt@t-online.de

Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg
Gabriele Zirkler
c/o VertreterServiceBuch
Schwarzwaldstr. 42
D-60528 Frankfurt a.M
Tel. (069) 95528325
Fax (069) 95528310
e-mail: zirkler@vertreterservicebuch.de

Nord- und Ostdeutschland
Peter Jastrow
Jastrow & Seifert & Reuter Verlagsvertretung
Ahlbecker Str. 15
D-10437 Berlin
Tel. (030) 4473 21 80
Fax (030) 44732181
e-mail: service@buchart.org

Robert Crumb: Neue Buchausgaben

Donnerstag, den 21. Juni 2012

Zuletzt war mit “Genesis” bei Carlsen seine Adaption des ersten Buches des Alten Testaments erschienen, doch sein weiteres OEuvre war lange Zeit nicht erhältlich: Robert Crumb gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten lebenden Comic-Autoren, sein Werk wird nun gleich bei zwei Verlagen vorgelegt.

Der Berliner Verlag Reprodukt beginnt im Oktober mit “Nausea” eine umfangreiche Neuausgabe des Schaffens des in Frankreich lebenden Amerikaners in bibliophiler Aufmachung und in der Ăśbersetzung von Harry Rowohlt. Robert Crumb beschäftigt sich in dieser Sammlung von Geschichten aus den frĂĽhen 1980er-Jahren auf ganz unterschiedliche Weise mit Literatur: Ob er nun “Der Ekel” von Sartre illustriert, Philip K. Dick ins Bild setzt oder Richard von Krafft-Ebings “Psychopathia Sexualis”– stets ist die Relevanz fĂĽr das eigene Leben spĂĽrbar. Im halbjährlichen Rhythmus werden dann thematisch gegliederte Bände folgen.

Einen anderen Ansatz verfolgt man bei Taschen: Nachdem vor einigen Jahren bereits ein luxuriös aufgemachter Band mit “Robert Crumb´s Sex Obsessions” erschienen war, zielt auch die nun angekĂĽndigte Ausgabe seiner Sketchbooks auf ein solventes Publikum. Die erste Kassette mit sechs Bänden, die die Jahre von 1982 bis 2011 abdecken wird, kann zum Preis von 750 EUR erworben werden. Eine weitere Kassette mit den SkizzenbĂĽchern von 1964 bis 1981 – in anderer Aufmachung als Einzelbände schon bei Zweitausendeins verlegt und vergriffen – soll folgen.

Noch bis zum 18. August zeigt das MusĂ©e d’Art Moderne de la Ville Paris die Ausstellung “Crumb – De l’Underground Ă  la Genèse”. Im nächsten Jahr wird Robert Crumb auf dem Comicfestival MĂĽnchen erwartet.

Nausea, ISBN 978-3-943143-29-4, 112 Seiten, schwarzweiss, 22 x 29 cm, Hardcover, 29 EUR, erscheint im Oktober bei Reprodukt

Robert Crumb. The Sketchbooks. 1982-2011. 6 Vols., Dian Hanson (Hg.), ISBN 978-3-8365-2479-7, 6 BĂĽcher in Kassette, inkl. Druck m. Unterschrift, 1344 Seiten, Hardcover, 750 EUR, erscheint im Juli bei Taschen

Larissa Bertonasco: “Lecture on Illustration”

Mittwoch, den 20. Juni 2012

Auch wenn die Veröffentlichung im Internet der derzeit beliebtere Weg ist, Comics, Illustrationen und illustrierte Geschichten zu veröffentlichen, sind von Zeichnerinnen und Zeichnern herausgegebene Hefte und Anthologien immer noch wichtig, wenn es darum geht, sich einer Öffentlichkeit zu stellen, bekannt zu werden, sich zu vernetzen und einen Verlag zu finden. Der kürzlich durchgeführte Comic-Clash auf dem Comic-Salon Erlangen, bei dem Heftmacher im sportlichen Wettkampf gegeneinander antraten, zeigte noch einmal deutlich, wie viel kreatives Potential in der deutschen Comic-Szene steckt und dass man sich über einen Mangel an neuen Talenten keine Sorgen machen muss.

Ein bereits etabliertes Magazin ist “Spring”, das seit einigen Jahren von einer Gruppe von Zeichnerinnen veröffentlicht wird, die nicht zuletzt auch dadurch einer größeren Leserschaft bekannt gemacht wurden. Hier fanden sich frĂĽhe Geschichten u.a. von claire Lenkova (“Grenzgebiete: Eine Kindheit zwischen Ost und West”, Gerstenberg) und Barbara Yelin (“Gift” mit Peer Meter, Reprodukt). Nun wurde MitgrĂĽnderin Larissa Bertonasco (“La cucina mia!”, Jacoby & Stuart) an die Stuttgarter Merz-Akademie eingeladen, um in der Vortragsreihe “Five Lectures on Illustration” von der Arbeit an dem Magazin zu berichten.

Seit 2004 nimmt eine Gruppe Zeichnerinnen einmal jährlich die Gestaltung, Umsetzung und Präsentation ihrer freien Arbeiten selbst in die Hand und eroberte sich dafür einen Raum für experimentelles Bilderzählen: Spring!

Spring bündelt das Ungewöhnliche zwischen Comic, Illustration und freier Zeichnung. Diese Anthologie füllt damit eine Lücke auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Die Zeichnerinnen befassen sich jedes Jahr mit einem selbstgewählten Thema und setzen dieses auf die unterschiedlichsten Weisen visuell-erzählerisch um.

Larissa Bertonasco, Illustratorin aus Hamburg und seit der ersten Ausgabe Mitherausgebern des Magazins, erzählt über dieses inspirierende Projekt.

Der Vortrag findet am Dienstag, dem 26. Juni in der Aula der Merz-Akademie statt, Beginn ist 19.30 Uhr. Die Anmeldung ist hier möglich. “Spring 9: Reineke Fuchs” befindet sich derzeit in Vorbereitung und wird Ende August veröffentlicht. Oben zu sehen sind das von Larissa Bertonasco gestaltete Cover von “Spring” 6 sowie das neue Cover, gestaltet von Romy BlĂĽmel.

Merz Akademie, TeckstraĂźe 58, D-70190 Stuttgart
www.merz-akademie.de

Neue Graphic Novel bei Schreiber & Leser

Mittwoch, den 20. Juni 2012

“Kililana Song” von Benjamin Flao

In einem der letzten Paradiese der Erde, im Hafenstädtchen Lamu in Kenia, lebt der zehnjährige Naim.

Er ist ein Schlingel und er ist glĂĽcklich.

Doch das Weltkulturerbe Lamu ist bedroht von Immobilienhaien und willfährigen Behörden…

Kililana Song, ISBN 978-3-943808-01-8, 128 S., farbig, Hardcover,  24,80 EUR, erscheint im September bei Schreiber & Leser

“Ă„gypten sucht nach seiner Zukunft”

Dienstag, den 19. Juni 2012

Bereits am Montag erschien auf n-tv.de ein ausfĂĽhrlicher Beitrag von Markus Lippold zu Magdy El-Shafees “Metro” (Edition Moderne): “Ă„gypten sucht nach seiner Zukunft”. Er stellt sowohl das Buch vor als auch den Autor, den er zu einem Gespräch getroffen hat.

Das Buch bezeichnet Lippold dabei als “glaubwĂĽrdigea Panorama einer Gesellschaft, die kurz vor dem Kollaps steht” und als “Aufruf zum Aufbruch in eine neue Gesellschaft”.

Zur aktuellen politischen Lage stellt El Shafee fest, dass das Beste, was er machen könne, sei, weiterhin das zu machen, was er ohnehin macht: Comics zeichnen. Zum ganzen Textbeitrag gelangt man hier.

Weitere Buchpräsentationen und Signierstunden

Dienstag, den 19. Juni 2012

In den nächsten Tagen finden wieder eine Reihe von Buchvorstellungen und Signierstunden statt. So präsentiert Reinhard Kleist am Freitag, dem 29. Juni, in der Berliner Kulturkneipe Max und Moritz sein neues Buch “Der Boxer” (Carlsen). Es wird eine illustrierte Lesung aus dem Buch geben sowie ein KĂĽnstlergespräch mit der Journalistin und Kuratorin Katja LĂĽthge.  Ebenfalls wird Kleist aus der Biografie “Eines Tages werde ich alles erzählen” von Alan Scott Haft, dem Sohn des in seinem Buch präsentierten Boxers Hertzko Haft, vorstellen und zeigen, wie er Motive daraus in seiner Graphic Novel eingebaut hat. Der Eintritt dazu beträgt 5 EUR (erm. 3 EUR). Die Veranstaltung wird organisiert vom Kreuzberger Comicshop Modern Graphics.

Tags darauf wird Kleist zusammen mit Flix (“Don Quijote”, Carlsen) im Comicshop “Grober Unfug” in Berlin Mitte fĂĽr eine Signierstunde erwartet. Los geht es dort um 14 Uhr.

Ebenfalls am Freitag, dem 29. Juni, werden Carolin Walch (“Roxanne & George”, Reprodukt) und Wolfgang Buechs aka digirev (“Zuhause während der digitalen Revolution”, Ventil Verlag) in der Veranstaltungsreihe “Text & Beat” im Frankfurter Orange Peel erwartet. Im Mittelpunkt steht hier “das Verhältnis vom Grafischen zur Realität”.

Mangas und Comics stehen immer unter dem Verdacht des Eskapismus: Fantasy, Trash, Heldengeschichten. Das Genre des Graphic Novel hat hier Neues gebracht, die Reportage, den autobiografischen Bericht, den Blick auf die Gegenwart.
Im deutschsprachigen Raum entwickelt sich eine eigene Graphic Novel Szene. Eine der jungen Protagonistinnen ist Carolin Walch aus München. Ihr Buch „Roxanne & George“ (Reprodukt) erzählt eine MTV Soap aus der Rockstarszene und findet dabei einen sehr eigenen visuellen Stil. Carolin Walch wurde bekannt durch ihre Mangas (Magic Mütze) und arbeitet auch als Fotografin.
Wolfgang Buechs a.k.a. Digirev macht Cartoons, die er z.B. in der „Jungle world“  publiziert. Sein eben veröffentlichter Band „zuhause während der digitalen revolution“ (ventil Verlag) schildert die Befindlichkeiten der tendenziell überforderten Babyboomer-Generation und deren Scham über ihr Gefühl, nicht mehr Subjekt ihrer Entscheidungen zu sein. Der zweite Comicabend von text&beat bringt Lesung, Musik, Fotografie, Gespräch.

Moderiert wird der Abend von Christina Mohr und Jakob Hoffmann.

Max und Moritz, OranienstraĂźe 162, 10969 Berlin-Kreuzberg

Grober Unfug, TorstraĂźe 75, 10119 Berlin-Mitte
www.groberunfug.de

Orange Peel, KaiserstraĂźe 39, 60329 Frankfurt am Main
www.orange-peel.de

Neue Titel in der Presse

Montag, den 18. Juni 2012

In den vergangenen Tagen wurden wieder aktuelle Neuerscheinungen in den Printmedien vorgestellt. Christoph Huber stellt in der Wiener “Presse” das neue Werk von Charles Burns vor, das in drei Teilen erscheint. Der zweite Teil der Serie mit dem Titel “Die Kolonie” wurde gerade veröffentlicht (Reprodukt). Besonders interessieren den Autor dabei die BezĂĽge zum Comic-Klassiker “Tim & Struppi” von HergĂ©: “Angst unter Punks”.

Lutz Göllner porträtiert in der Samstagsausgabe des “Tagesspiegels” den in Berlin lebenden Autor Reinhard Kleist. Im Mittelpunkt des Porträts steht das neue Buch “Der Boxer” (Carlsen), ĂĽber die dramatische Lebensgeschichte des Hertzko Haft und wie Reinhard Kleist es schafft, auch fĂĽr diese widersprĂĽchliche Figur MitgefĂĽhl zu wecken: “Faust aufs Auge”.

In der aktuellen Ausgabe der “Jungle World” bespricht Jan Tölva Magdy El Shafees “Metro” (Edition Moderne) und charakterisiert es als “schonungslos, aber nicht hoffnungslos”. Auch mit dem Autor hat er sich ĂĽber das Buch unterhalten, als dieser kĂĽrzlich das Buch in Berlin vorgestellt hat: “Ticket zum Tahrir-Platz”.

Arne Bellstorf und Reinhard Kleist auf dem Lyon BD Festival

Sonntag, den 17. Juni 2012

Im Rahmen des “Comic Transfer – Comic-Autoren aus Europa und der Arabischen Welt im Dialog” lädt das Goethe-Institut Arne Bellstorf und Reinhard Kleist vom 21. bis zum 23. Juni nach Lyon ein. Auf dem BD Festival in Lyon werden die beiden Zeichner ihre ins Französische ĂĽbersetzten Comics vorstellen.

Das Programm umfasst eine Publikumsbegegnung in der Bibliothek des Goethe-Instituts sowie diverse Signierstunden. Bilder von der Reise und Eindrücke von Lyon in Form von Zeichnungen der beiden Künstler werden im Anschluss auf dem Blog des Goethe-Instituts veröffentlicht: blog.goethe.de/comic-transfer

Goethe-Institut Lyon, 18 rue François Dauphin, F-69002 Lyon
Tel. +33 4 72 77 08 88
www.lyonbd.com

Graphic Novels in der “Badischen Zeitung”

Samstag, den 16. Juni 2012

In der heutigen Ausgabe der “Badischen Zeitung” stellt JĂĽrgen Schickinger zwei aktuelle Graphic Novels vor: Bei “Die Ballade vom Seemann und Albatross” von Nick Hayes (mare) hält er die Leichtigkeit der Bidler der der Wort ĂĽberlegen (“Die Erde ist verschmutzt”). Und bei der “begeisternden Wahnerzählung” “Niemandsland” von Blexbolex (Jacoby&Stuart) zeigt er sich ebenso von der Kraft der Bilder angetan (“Im Niemandsland herrscht Chaos”).

“Sauf- und Schniefgesellschaft”

Freitag, den 15. Juni 2012

Das Kulturmagazin “Marker” auf zdf.kultur strahlte gestern einen Bericht ĂĽber Carolin Walch aus, die von der Entstehung ihres Buches “Roxanne & George” (Reprodukt) erzählt: “Sauf- und Schniefgesellschaft”. Direkt zum Video in der ZDF-Mediathek gelangt man hier.

Ulli Lust liest im Museum Europäischer Kulturen, Berlin-Dahlem

Donnerstag, den 14. Juni 2012

Noch bis zum 28. Oktober 2012 zeigt das Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem die Ausstellung “Comicleben” gezeigt, in der ein Einblick in den Alltag von sieben Menschen gegeben wird, deren Leben und deren Alltag stark von der Faszination fĂĽr Comics und der Ă„sthetik von Comics geprägt ist. Eine dieser Personen ist die in Berlin lebende Autorin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”, avant-verlag). Am Freitag, 22. Juni, wird Lust ab 19 Uhr, begleitet von Projektionen, aus dem Buch lesen und ĂĽber die Entstehung des Bandes erzählen.

Bereits ab 18 Uhr besteht die Möglichkeit einer Kurzführung durch die Ausstellung. Der Eintritt beträgt 5 Euro (erm. 3 Euro).

Museum Europäischer Kulturen | Museen Dahlem, Arnimallee 25, D-14195 Berlin
Tel. (030) 266 42 42 42
www.smb.museum
Ă–ffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr

“Gattung und Geschichte, Literatur- und medienwissenschaftliche Ansätze zu einer neuen Gattungstheorie”

Donnerstag, den 14. Juni 2012

Einen weiteren Beitrag zur wissenschaftlichen Betrachtung von Comics findet sich in dem von Oliver Kohns und Claudia Liebrand herausgegebenen BandGattung und Geschichte, Literatur- und medienwissenschaftliche Ansätze zu einer neuen Gattungstheorie” (transcript verlag).

Die gegenwärtige Literaturtheorie und -wissenschaft behandelt das Thema der Gattungstheorie vornehmlich als »Handbuchwissen«, das kaum grundsätzlich reflektiert wird. Dieser Sammelband möchte die Gattungsfrage dagegen neu aufwerfen. Es geht darum, Gattungen nicht nur als »heuristische Größen« zu denken, sondern als Instrumente einer poetologischen und ästhetischen Selbstreflexion.
Die Beiträger/-innen lesen »klassische« Gattungstheorien von Hegel über Lukács und Benjamin bis Szondi neu und fragen zugleich nach der Möglichkeit von Gattungstheorien »neuer« Medien wie Film oder Comic.

Gattung und Geschichte, Literatur- und medienwissenschaftliche Ansätze zu einer neuen Gattungstheorie, ISBN 978-3-8376-1359-9, 384 S., Hardcover, 36,80 EUR, erschienen im transcript-verlag