Mit “Bettgeschichten” ist im Zwerchfell Verlag eine Anthologie erotischer Kurzcomics erschienen, die von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren wie Reinhard Kleist (“Der Boxer”, Carlsen), Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt), Calle Claus (“White Line Fever”, Edition 52) und Nicolas Mahler (“Pornografie und Selbstmord”, Reprodukt) – um nur einige zu nennen – stammen. Herausgeber des Bandes sind Naomi Fearn und Reinhard Kleist.
17 Geschichten rund ums Miteinander, Aufeinander und Ineinander – Ums Vögeln, Ficken, Liebemachen: Sex. Unter der Schirmherrschaft von Naomi Fearn und Reinhard Kleist haben sich alte Recken und Newcomer der deutschen Indie-Szene nicht lange bitten lassen, und ihre Schubladen geöffnet. An den Tag gekommen ist dabei die pure Lust am Erzählen von derselben. Ob hetero, schwul, lesbisch oder Fetisch, das spielt hier keine Rolle. Sex ist ja bekanntlich wie Eiscreme. Jeder mag eine andere Sorte, aber es gibt niemanden, der keine mag.
Auf dem Blog zum Buch werden die beteiligten Künstler vorgestellt, Einblicke in die Entstehung der einzelnen Geschichten gegeben und noch vieles mehr.
Der Band wird nur gegen Altersnachweis verkauft.
In Berlin-Kreuzberg wird es unter dem Titel “One Night Stand” am 22. September nach einer Signierstunde beim Comicshop Modern Graphics (17-19 Uhr) ab 21 Uhr in der gegenüber gelegenen Galeire Knoth & Krüger eine Lesung aus dem Buch geben, bei der die Autorinnen und Autoren die Geschichten der jeweils anderen präsentieren. Zugleich werden Bilder ausgestellt.
Bettgeschichten, ISBN 978-3-943547-04-7, 104 Seiten, farbig, Softcover, 20 EUR, erschienen bei Zwerchfell
Modern Graphics, Oranienstr. 22, D-10999 Berlin
Tel. (030) 615 88 10, Fax (030) 615 88 23 www.modern-graphics.de
Im Oktober erscheint in der Wuppertaler Edition 52 “White Line Fever” von Calle Claus.
Ein missglückter Disco-Abend, nächtliches Kidnapping im Hafen, eine ´ blutige Seeschlacht, mysteriöse Rituale am Strand einer einsamen Insel und eine jäh endende Romanze mit einer kapriziösen Katzenfrau…
Ein namenloser junger Mann durchlebt eine Reihe seltsamer Episoden, die sich nach und nach zu einem geheimnisvollen Ganzen fügen.
Für den Band ist nun eine siebenseitige Leseprobe erhältlich, die sich hier herunterladen lässt (PDF, 0,5 MB).
White Line, ISBN 978-3-935229-92-0, 144 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Oktober 2012 bei Edition 52
In der “Süddeutschen Zeitung” vom 27. August hat sich Christoph Haas mit “Mein Leben mit Mr. Dangerous” (Carlsen) beschäftigt, der jüngsten Graphic Novel von Paul Hornschemeier, dem er aufgrund seiner vorangegangen Bücher “Komm zurück, Mutter” und die “Die drei Paradoxien” (beide Carlsen) attestiert, der “vielleicht klügste, zumindest aber raffinierteste und trickreichste Erzähler” unter den nordamerikanischen Autoren der vergangenen zwanzig Jahre zu sein.
In seiner neuesten “Slacker- und Loser-Geschichte” um die 26-jährige Amy habe Paul Hornschemeier den künstlerischen Anspruch ein Stück weit zurückgeschraubt, und sich dem “Reiz des weniger Ausgetüftelten” hingegeben. Was nicht immer schlecht sein muss, befindet Christoph Haas in “Auch Loser verdienen ein Happy End”.
Paula Bulling, Autorin des Reportage-Comics “Im Land der Frühaufsteher” (avant-verlag), erzählte in der Sendung “Plan B” auf 1Live von der Arbeit an ihrer Graphic Novel, ihren Beweggründen und von ihrer eigenen Sicht auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland.
“Im Land der Frühausteher” entstand in naher künstlerischer Zusammenarbeit mit den portraitierten Menschen, ihre Stimmen und ihr Wesen sind ebenso Teil von Bullings mutiger Comic-Collage wie die Darstellung der politischen Situation in Sachsen-Anhalt, die als symptomatisch für die neuen und den größten Teil der alten Bundesländer gelten kann.
Auch in diesem Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse wieder der Sondermann verliehen. Dafür wurden nun die nominierten Titel bekanntgegeben, über die das Publikum abstimmen kann – darunter wieder eine Reihe von Graphic Novels: “Alte Meister” von Nicolas Mahler (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp), “Steam Noir 1: Das Kupferherz” von Benjamin Schreuder & Felix Mertikat (Cross Cult), “Asterios Polyp” von David Mazzucchelli (Eichborn) sowie “Habibi” von Craig Thompson (Reprodukt).
Ab sofort erhältlich ist das Debut des Briten Tom Gauld, “Goliath” (Reprodukt). Seit einigen Jahren veröffentlicht Gauld in seiner Heimat und in Nordamerika Hefte, Anthologie-Beiträge sowie Kurzcomics und Cartoons, letztere unter Anderem wöchentlich in “The Guardian”. Ein lakonischer, zurückgenommener Humor zeichnet seine Geschichten aus, bestens unterstützt von seinem reduzierten Strich.
Übersetzt wurde “Goliath” von Nicolas Mahler (“Alte Meister”, nach Thomas Bernhard, Suhrkamp). Das Handlettering stammt von Sascha Hommer (“Vier Augen”, Reprodukt).
Tom Gauld wird auf dem Comicfestival Hamburg Ende September erwartet, wo seine Bilder ausgestellt werden und er selbst “Goliath” vorstellen und natürlich signieren wird.
Im trostlosen Niemandsland zwischen dem Heerlager der Philister und der Israeliten hockt der ratlose Riese Goliath und weiß nicht wie ihm geschieht. Die ihm befohlenen täglichen Drohgebärden gegen die feindliche Armee überfordern den schlichten und sanftmütigen Mann.
Indem er die Geschichte von David und Goliath aus der Perspektive des Riesen erzählt, gibt Tom Gauld diesem nicht nur seine Menschlichkeit zurück, sondern stellt zugleich unsere Weltsicht auf den Kopf. Lakonisch in Wort, Bild und Witz zeigt der britische Autor den biblischen Hünen als Sinnbild für die Absurdität des Krieges.
Tom Gauld, geboren 1976 in Schottland, lebt und arbeitet als Autor, Illustrator und Humorist in London. Goliath ist seine erste Graphic Novel. Zusätzlich zu zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Ausstellungen in Galerien, zeichnet er einen wöchentlichen Cartoon für die britische Tageszeitung “The Guardian”.
Goliath, ISBN 978-3-943143-26-3, 96 Seiten, zweifarbig, 15,5 x 21 cm, Klappenbroschur, 15 EUR, erschienen bei Reprodukt
Bereits am Freitag strahlte arte einen Beitrag über Reinhard Kleist und sein neues Buch “Der Boxer” aus. Der Beitrag von Martin Rosefeldt kann oben oder auf der Website von arte angesehen werden: “Wie ein Boxer Auschwitz überlebte”.
Zwei Comic-Autoren wurden kürzlich für das Fernsehen vor die Kamera gebeten: Riad Sattouf kam in der “Kulturzeit” auf 3Sat zu Wort und erzählt über sein Buch “Meine Beschneidung” (Reprodukt). Aus aktuellem Anlass wird auch die derzeitige Diskussion über die Rechtmäßigkeit der religiösen Beschneidung in Deutschland thematisiert. Das Video kann in der 3Sat-Mediathek angesehen werden und der dazugehörige Text findet sich hier: “Leben ohne Vorhaut”.
Simon Schwartz unterhielt sich heute im “Frühcafé” auf Hamburg1 mit Moderatorin Stephanie Meyer über Graphic Novels im allgemeinenen und seine Bücher, darunter das aktuelle “Packeis” (avant-verlag). Hier gelangt man zum Video.
Auf tagesspiegel.de stellt Moritz Honert“3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) vor. Der Band stellt für ihn ” eine der klügsten Reflexionen über Erkenntnistheorie und Konstruktivismus der Comicgeschichte” dar: “Hinter den Spiegeln”.
Ab sofort ist neben Manu Larcenets “Blast 1 – Masse” bei Reprodukt auch das Debut der französischen Zeichnerin Camille Jourdy erhältlich: “Rosalie Blum”. Der dritte Teil der in der französischen Originalausgabe bei Actes Sud auf drei Bände angelegten Reihe wurde auf auf dem Internationalen Comicfestival Angoulême 2010 mit dem Prix Révélation ausgezeichnet – bei Reprodukt erscheint nun eine 364 Seiten umfassende Gesamtausgabe von “Rosalie Blum”
Am 8. September wird Camille Jourdy ihren Comic auf dem “Graphic Novel Day” des 12. internationalen literaturfestival berlin vorstellen.
Wer ist nur diese Rosalie Blum? Diese Frage treibt Vincent, den schüchternen Friseur und Modellbauer, seit Tagen um. So beginnt er, der geheimnisvollen Unbekannten unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus zu folgen. Währenddessen bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter ständiger Beobachtung steht.
Die junge französische Autorin Camille Jourdy überzeugt in ihrem charmanten und clever konstruierten Buch vor allem durch ihre schrulligen Figuren, deren Leben durch die von Vincent in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen gerät. Ihre stimmigen Aquarellbilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.
Camille Jourdy, geboren 1979 in Chenôve, Frankreich, legte nach einer ersten Comicveröffentlichung und einigen von ihr illustrierten Kinderbüchern “Rosalie Blum” vor. Für das abschließende Kapitel der ursprünglich in drei Bänden erschienenen Geschichte wurde sie 2010 auf dem Comicfestival in Angoulême ausgezeichnet. Camille Jourdy lebt und arbeitet in Lyon.
Mit “Verbotene Kunst” erscheint in Kürze bei Matthes & Seitz ein Gerichtsreportage-Comic des russischen Autoren Anton Nikolajev und der Illustratorin Viktoria Lomasko.
Ein realer Gerichtsprozess liegt dieser künstlerischen Bildreportage zugrunde. Die Ausstellung »Verbotene Kunst 2006« zeigte nur durch Gucklöcher Werke, die aus religiösen, politischen oder weltanschaulichen Gründen im Laufe des Jahres in den Galerien und Museen nicht gezeigt wurden, und provozierte derart viele Anzeigen und Klagen, dass die Ausstellungsmacher vor Gericht gestellt wurden. Dieser an Schauprozesse erinnernde Prozess wurde zum Politikum.
Die Künstlerin Wiktoria Lomasko und der Journalist Anton Nikolajew verfolgten und dokumentierten die einzelnen Sitzungen im Gerichtssaal. Sie schildern den Prozess, der sich lange zog und teilweise groteske Züge annahm, mitsamt seinen Umständen. Ein in seiner Art einzigartiger Bericht, ein faszinierendes Spiel mit Engagement und Dokumentarismus, das die Berichterstattung zu einer eigenen, neuen Kunstform erhebt.
Bereis auf dem 15. Internationalen Comic-Salon wurden Originale von Viktoria Lomasko in Erlangen ausgestellt. Nach dieser Gruppenausstellung widmet ihr das Erlanger Poetenfest, das am Donnerstag beginnen wird, eine eigene Schau. Neben den Arbeiten, die in “Verbotene Kunst” zu sehen sein werden, werden im Kunstverein Erlangen – Neue Galerie ganz aktuelle Arbeiten zu sehen sein, die sie am Rande des Prozesses gegen die Punk-Band “Pussy Riot” angefertigt hat.
Am Freitag, dem 24. August, wird es eine Podiumsdiskussion mit Viktoria Lomasko geben. Wilfried F. Schöller unterhält sich ab 16 Uhr – ebenfalls in der Neuen Galerie – mit ihr über “Soziale Grafik und verbotene Kunst”. Der Eintritt dazu ist frei.
Verbotene Kunst – Eine Moskauer Ausstellung, ISBN 978-3-88221-984-5, 176 Seiten, schwarzweiss, Hardcover, 22,90 EUR (D), erscheint im September.
Kunstverein Erlangen – Neue Galerie, Hauptstraße 72, 91054 Erlangen www.poetenfest-erlangen.de
Donnerstag, 23.8. bis Samstag, 25.8., 16:00 bis 22:00 Uhr, Sonntag, 26.8., 12:00 bis 20:00 Uhr
In der aktuellen Ausgabe des Wiener Nachrichtenmagazins profil geht Philip Dulle der provokant formulierten Frage nach “Was bleibt vom Hype um die Graphic Novels?” Diese beantwortet er, indem er den Blick auf die KünstlerInnen der Comics richtet und sie zu Wort kommen lässt. So erzählen Sascha Hommer (“Dri Chinisin – Nach Erzählungn von Brigitte Kronauer”), Aisha Franz (“Brigitte und der Perlenhort”, beide Reprodukt), Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”) und Simon Schwartz (“Packeis”, beide avant-verlag) unter Anderem von den Spannungen zwischen der Arbeit an der Kunstform, die ihnen am Herzen liegt, dem Zwang, sich finanziell anderweitig versorgen zu müssen und den Auswirkungen, der Popularisierung von Graphic Novels.
Christopher Huber stellt in der Wiener Presse“3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) vor: “Der Zoom Gottes”. Für ihn ist der Band, der in einer einzigen langen Zoomfahrt erzählt wird ein “virtuoses philosophisches Bilderrätsel”.
“Der Osten, die Kindheit und der Karpfen im Bad” ist ein Artikel in der heutigen Ausgabe der Welt betitelt, in dem Matthias Heine“Marzi” von Marzena Sowa und Sylvain Savoia (Panini) bespricht. Dabei spart er nicht an Lob, stellt den Band neben die Erzählungen von Astrid Lindgren und resümiert zudem: “es ist ein Meisterwerk, das es mit Marjane Satrapis ähnlich gestrickter iranischer Jugenderinnerung “Persepolis” aufnehmen kann”.
Der von Baku Yuamemakura geschriebene und Jiro Taniguchi gezeichnete Ringer-Comics “Wie hungrige Wölfe” (Schreiber & Leser) wird auf tagesspiegel.de von Christian Endres vorgestellt. Er bemerkt dabei, dass das Werk eine andere, brachiale Seite Taniguchis gezeigt wird, die bei den sonst eher feingeistigen Titeln, die bisher auf deutsch vorliegen, nicht zum Tragen kommt: “Rabiate Ringer”.
“Eindrucksvoll erzählt die junge Illustratorin Paula Bulling in ihrem Comic-Debüt vom Leben in der gesellschaftlichen Peripherie.” So resümiert Laura Wösch in ihrem Artikel für das online-Frauenmagazin aviva-berlin.de am Fuße ihrer Besprechung von “Im Land der Frühaufsteher” (avant-verlag).
Am Freitag, dem 7. September, wird Aisha Franz in der Hamburger Comic-Buchhandlung Strips & Stories aus ihrem aktuellen Buch “Brigitte und der Perlenhort” (Reprodukt) lesen. Damit beschenken sich die Hamburger zum 2-jährigen Eröffnungsjubiläum.
Brigitte hat eine wichtige Mission: Sie soll die “Margarita”, eine sagenumrankte Perlenmuschel von unschätzbarem Wert, vor den gierigen Händen eines Mafia-Bosses bewahren. Fest entschlossen begibt sie sich auf die Jagd, doch ihre Schwäche für stürmische Romanzen erweist sich als gefährliches Hindernis…
Eine abenteuerliche Geschichte über Verlust, Rache und das Wunder der Liebe.
Im Anschluss an die Lesung findet ein Comic-Bingo statt, das von Aisha Franz co-moderiert wird. Die Veranstaltung ist Teil der Kreativ-Nacht St. Pauli. Beginn ist um 19 Uhr.
Die Vernissage zur Ausstellung fand bereits am 16. August statt, die Arbeiten sind im Künstlerhaus Dortmund noch bis zum 30. September zu sehen. Eine Website zur Ausstellung befindet sich in Arbeit.
Im Rahmen des 12. Internationales Literaturfestival Berlin präsenriert EUNIC Berlin (ein Zusammenschluss der europäischen Kulturinstiute in Berlin) eine Reihe von Veranstaltungen sowie eine Ausstellung im Zeichen des Comics.
Unter dem Titel “Die superreale Welt – Graphic Novels aus Europa” sind Anna Sailamaa (“Ollaan nätisti” – Finnland), Judith Vanistendael (“Kafka für Afrikaner” – Flandern), Fabienne Loodts (“Le livre des nuages” – Föderation Wallonie-Brüssel), Camille Jourdy (“Rosalie Blum” – Frankreich), Tasos Maragkos (“Hard Rock” – Griechenland), Igort (“Berichte aus der Ukraine” – Italien), Leśniak & Skarzyck (“Jez Jerzy” – Polen), Veronica Solomon (“Ein dunkles Fenster” – Rumänien) sowie Max (“Bardín der Superrealist” – Spanien) nach Berlin eingeladen, um über ihre jeweiligen Arbeiten zu sprechen.
Durch die verschiedenen Gesprächsrunden führt der Berliner Journalist Lars von Törne (“Der Tagesspiegel”). Lesungen und Künstlergespräche finden am 7. und 8. September an den “Graphic Novel Days” des ilb im Haus der Berliner Festspiele statt. Die genauen Veranstaltungstermine werden in Kürze auf der Homepage des ilb angezeigt.
Die Vernissage der Ausstellung wird am 8. September ab 19 Uhr in Anwesenheit der Künstler in der Galerie des Institut francais am Kurfürstendamm präsentiert. Die Arbeiten der ZeichnerInnen werden anschliessend noch bis zum 15. Oktober zu sehen sein.
Institut français Berlin, Kurfürstendamm 211, D-10719 Berlin (Charlottenburg-Wilmersdorf) www.institutfrancais.de/berlin
Öffnungszeiten: Di+Fr 14-19 Uhr, Mi+Do 12-19 Uhr, Sa 11-15 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, D-10719 Berlin
Tel. (030) 254 891 00 www.berlinerfestspiele.de
In diesem Jahr führen wir den 2011 begonnenen israelisch-iranischen Dialog fort. Der Fokus liegt dabei auf der Generation der 20–40-Jährigen. Was bewegt diese Generation in beiden Ländern? Wovor haben junge Menschen in Israel und dem Iran Angst? Welche Interessen haben sie? Wie gehen junge Menschen mit dem rigiden System der Mullahs um, welche Formen wählen sie, um Verbote zu umgehen? Wie reagieren junge Menschen in Israel auf Militär und den alltäglichen Überlebenskampf im modernen Israel? Was denken sie über die Orthodoxie? Wie stehen sie zueinander – Israelis und Iraner? Und wie weit greift die Propaganda gegeneinander?
Die Verantaltung findet im Jüdischen Museum Berlin statt und beginnt um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 12 EUR (ermäßigt 8 EUR).
Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, D-10969 Berlin
Tel: +49 (0)30 259 93 300, Fax: +49 (0)30 259 93 409 info@jmberlin.de, www.jmberlin.de
Öffnungszeiten: Mo 10-22 Uhr, Di-So 10-20 Uhr
Das Erscheinen des Comics “Wilsberg – in aller Freundschaft” Ende des Monats wird in Münster im Rahmen einer Ausstellung mit Originalen aus dem Buch, sowie Skizzen und verworfenen Ideen gefeiert.
Der in Münster lebende Illustrator Jörg Hartmann sorgte für die Umsetzung der Geschichte von Jürgen Kehrer in Comicform. “Wilsberg”, auch als Romanserie seit Langem erfolgreich, ist auch bekannt durch die im ZDF ausgestrahlte Krimi-Serie mit Jürgen Lansink.
Am 25. August wird es in der örtlichen Filiale der Buchhandelskette Thalia zunächst eine Lesung mit Hartmann und Kehrer geben. Und nur dort (aber nicht nur an diesem Termin) wird eine exklusive, limitierte, signierte Ausgabe des Bandes im Schuber erhältlich sein.
Zur Ausstellungseröffnung am selben Tag im Münsterschen Haus der Niederlande, werden dann neben Jürgen Kehrer und Jörg Hartmann auch der Fernseh-Darsteller Lansink erwartet, die Bücher signieren werden. Die Begrüßung spricht die Bürgermeistern Wendela-Beate Vilhjalmsson. Beginn ist um 18 Uhr. Im Anschluss ist die Ausstellung bis zum 26. September zu sehen.
Auch zur Nacht der Museen und Galerien am 1. September wird Zeichenr Hartmann ab 18 Uhr im Museum anwesend sein.
Die Arbeit am Comic begann bereits, als Hartmann noch Grafikdesign an der FH Münster studierte. Im Laufe der Zeit wurde er in der Stadt heimisch und zeichnete Münster aus ebenso vertrauten wie ungewöhnlichen Perspektiven: Wilsberg flaniert nicht nur vor den prunkvollen Fassaden des Prinzipalmarkts sondern auch vor dem maroden Charme der Plakatwände zwischen den Eisenbahnbrücken in der Hafenstraße. Bedingt durch den langen Entstehungszeitraum tauchen auch vergangene Orte wie die Germania-Therme und das alte Jovel wieder auf.
Bewusst hat Hartmann sich nicht an den Wilsberg-Filmen orientiert, sondern eine ganz eigene Version des Kultkrimis erschaffen: mit markanten Charakteren, allen voran dem knurrigen Privatdetektiv, viel trockenem Humor und einer mitreißenden Kriminalgeschichte. Gleichzeitig sind seine Grafiken auch außerhalb des Comics sehenswert: Aufwändig aquarellierte Tuschezeichnungen und scharf gestochene Radierungen fügen sich zu einem ausdrucksstarken und phantasievollen Portrait der Stadt Münster.
Haus der Niederlande im Krameramtshaus, Alter Steinweg 6/7, 48143 Münster www.hausderniederlande.de
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 12 – 18 Uhr, Samstag – Sonntag 10 – 16 Uhr
“Kaum eine andere Form des Erzählens hat in den letzten Jahren so viel an Aufmerksamkeit und Ansehen gewonnen wie die Graphic Novel, der Roman in Bildern.” So eröffnet ein Überblick über aktuelle Neuerscheinungen, der gestern im “Buchjournal” auf MDR Figaro ausgestrahlt wurde. Die Texte zu den fünf Titeln können hier nachgelesen und nachgehört werden:“Romane in Bildern”. Vorgestellt wurden: “Niemandsland” von Blexbolex (Jacoby & Stuart), “Traumnovelle” von Jakob Hinrichs (nach Arthur Schnitzler, Edition Büchergilde), “Tristram Shandy, Gentleman” von Martin Rowson (nach Laurence Sterne, Knesebeck), “Der Pirat und der Apotheker” von Henning Wagenbreth (nach R.L. Stevenson, Peter Hammer Verlag) und “Der Boxer” von Reinhard Kleist (Carlsen).
“Der Boxer” wurde ebenfalls in der Badischen Zeitung vorgestellt “Die Geschichte des Boxers im KZ”. Jürgen Schickinger resümiert: “Ausnahmeband”. Die Sogkraft der Erzählung stellt Schickinger bei David Smalls “Stiche” (Carlsen) heraus: “Die Geschichte des Kindes in Detroit”.
Auch tagesspiegel.de stellt wieder eine Graphic Novel vor: “Don Quijote” von Flix (nach Miguel de Cervantes, Carlsen), in dem Thomas Hummitzsch einen “famosen Schelmencomic” erkennt: “Wutbürger Don Quijote”.
In der gestern veröffentlichten Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit findet sich ein Artikel von Leonie Achtnich, in dem der Beruf Comiczeichner vorgestellt wird. Zu Wort kommen Künstler wie Flix (“Don Quijote”, nach Miguel de Cervantes, Carlsen), Birgit Weyhe (“Reigen”) und Simon Schwartz (“Packeis”, beide avant-verlag), Dirk Rehm von Reprodukt, sowie die Professoren Dietrich Grünewald und Hendrik Dorgathen. Auch wenn sich in den letzten Jahren viel getan habe, so wird in “Ächz, schuft, schwitz, grübel” resümiert, bleibe es doch ein Job für “leidensfähige Überzeugungstäter”.
Illustriert wird der Beitrag von einem Kurzcomic von Simon Schwartz.
In der Edition Büchergilde erscheint in Kürze eine Adaption von Arthur Schnitzlers “Traumnovelle” vom in Berlin lebenden Illustratoren Jakob Hinrichs. Der Autor präsentiert das Buch am Freitag, dem 14. September, ab 19:30 Uhr in der Berliner Galerie Re:Surgo! (ehemals Bongout). Gezeigt werden Originalseiten aus dem Buch, zudem wird Hinrichs Exemplare signieren.
Schnitzlers „Traumnovelle“ erzählt von den sonderbaren und erotisch aufgeladenen Geschehnissen, die dem Arzt Fridolin und seiner Frau Albertine widerfahren. Phantastisch und traumhaft beschreibt er die Entdeckung ihrer bisher verborgenen Begierden und ihres wahren Selbst. Jakob Hinrichs interpretiert die Novelle erstmals als Graphic Novel. Dabei löst er die Zeitgebundenheit der Geschichte gekonnt auf, so dass die Grenzen zwischen Traumwelt und Realität verschwimmen. Seine Bilder fangen die bizarre und aufgewühlte Stimmung von Schnitzlers Novelle wunderbar ein.