Mitte Januar ist Lukas Jüligers erster Comic “Vakuum” bei Reprodukt erschienen, eine Coming-of Age-Story, in der das Gefühl der letzten Wochen der Schulzeit destilliert wird, bevor sich alles für immer verändert.
Es sind die ersten warmen Tage des Sommers: Ein Junge langweilt sich. Erst als ein Mädchen auf ihn zukommt, scheint das Leben mit einem Mal interessant. Sie verbringen Zeit miteinander, die Welt wird verwirrend. Plötzlich erschüttet eine Tragödie die Stadt – ein junger Mensch stirbt. Als die beiden sich auf seine Spuren begeben, ahnen sie schon bald, dass es nicht nur ihre Schulzeit ist, die nun zu Ende geht…
In seiner fesselnden Erzählung um eine Gruppe von Teenagern geht Lukas Jüliger der Verunsicherung und diffusen Angst nach, die jenes Alter prägen. Dabei bettet er das vermeintlich alltägliche Geschehen in eine surreale, teils bedrückende Welt voller Geheimnisse ein.
“Ein mutiges Debüt, kraftvoll und mitreißend.” – Dirk Schneider, NDR Info
Lukas Jüliger, geboren 1988, studiert Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. “Vakuum” ist sein Buchdebüt. Lukas Jüliger, der auch als Kurzfilmmacher aktiv ist, hat allerdings mit einigen kürzeren Comics (unter anderem für den World Wildlife Fund) auf sich aufmerksam gemacht. Mehr Informationen und Zeichnungen des Autors sind unter www.laluq.de zu finden.
Anlässlich der Veröffentlichung von “Vakuum” gibt es für ein Wochenende – vom 15. Februar bis zum 17. Februar – im Hamburger Hinterconti eine Ausstellung mit Originalseiten aus dem Buch zu sehen. Die Vernissage findet am Freitag, dem 15. Februar ab 20 Uhr statt. Lukas Jüliger wird zugegen sein und seine Bücher signieren. Die Ausstellung ist am anschließenden Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 19 Uhr geöffnet.
Vakuum, ISBN 978-3-943143-15-7, 128 Seiten, farbig, 18,5 x 27 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erschienen bei Reprodukt
Hinterconti, Marktstraße 40A, D-20357 Hamburg www.hinterconti.de
Öffnungszeiten: Sa + So 12-19 Uhr
Chris Ware, Autor und Zeichner von “Building Stories“ kommt anlässlich des Erscheinens von “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“ (Reprodukt) im März nach Deutschland. Am 15. März wird Chris Ware in Berlin und am 16. März in Leipzig über seine Arbeit sprechen.
Als Chris Ware “Jimmy Corrigan” zur Milleniumswende veröffentlichte, löste er damit weit über die Grenzen der Comicwelt hinaus Begeisterung aus. Seitdem gilt das Buch als “Jahrhundertcomic”, der die Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Wort radikal ausschöpft und damit beweist: Es gibt große Literatur, die sich nur als Comic erzählen lässt.
Jimmy Corrigan ist ein linkischer und dauerkränkelnder Enddreißiger, der ein Dasein als unauffälliger Büroangestellter fristet. Sein soziales Leben beschränkt sich auf die täglichen Kontrollanrufe der Mutter – und findet ansonsten in seinen tagträumerischen Heldenfantasien statt. Ein Brief seines Vaters, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit die Beziehung wiederbeleben möchte, reißt ihn schließlich aus seinem lethargischen Alltag heraus.
Auf nahezu 400 Seiten breitet der Zeichner die generationenübergreifende Geschichte der Familie Corrigan aus, die bis ins Chicago des ausgehenden 19. Jahrhunderts zurückreicht.
Chris Ware kam 1967 in Ohama, Nebraska zur Welt. Art Spiegelman bewies ein gutes Auge, als er erste Arbeiten des Studenten Chris Ware in seiner Anthologie “RAW” veröffentlichte. Seither hat dieser mit einem einmaligen Gespür für Bildrhythmus, Gestaltung und Stimmungen den Comic im Alleingang zu neuen Horizonten geführt. 2001 wurde Chris Ware für “Jimmy Corrigan” mit dem “Guardian First Book Award” ausgezeichnet.
Chris Ware in Berlin
Am Freitag, dem 15. März 2013 trifft Chris Ware in Berlin für ein Künstlergespräch auf seinen Kollegen Christoph Niemann (“Abstract City – Mein Leben unterm Strich”, Knesebeck Verlag). Der Zeichner und Grafiker Christoph Niemann, der seit 2008 in Berlin lebt, ist vor allem bekannt für seine Arbeiten für “The New Yorker”.
Das Podiumsgespräch im Berliner Martin-Gropius-Baus am 15. März um 20 Uhr wird moderiert von Andreas Platthaus. Am selben Ort gibt es um 18 Uhr einen Vortrag von Scott McCloud, ein einleitendes Gespräch führt ebenfalls Andreas Platthaus. Frau Katharina Göllner-Sweet, Kultur-Attachée der amerikanischen Botschaft, wird Autoren und Gäste begrüßen.
Veranstaltungen am 15. März 2013
• 18 Uhr, Scott McCloud, Moderation: Andreas Platthaus
• 20 Uhr, Chris Ware und Christoph Niemann, Moderation: Andreas Platthaus
Martin-Gropius-Bau, Kinosaal, Niederkirchnerstraße 7, D-10963 Berlin
Eintritt: 18 und 20 Uhr: je 12 EUR / ermäßigt 8 EUR
Reservierung unter Tel. (030) 27 87 86 20;
email: ticket@literaturfestival.com
Eintritt: 18 und 20 Uhr: je 12 EUR | ermäßigt 8 EUR
Veranstaltungspartner: ilb internationales literaturfestival berlin, Carlsen Comics, Reprodukt, Modern Graphics, Martin-Gropius-Bau. Die Veranstaltungen werden gefördert von der US-Botschaft Berlin.
Chris Ware in Leipzig
Am Samstag, den 16. März um 15 Uhr stellt Chris Ware im Gespräch mit Thomas von Steinaecker “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“ auf der Buchmesse vor.
Leipziger Buchmesse, Literaturforum, Halle 5 Stand F600
Am selben Abend spricht spricht Chris Ware um 20 Uhr mit Andreas Platthaus über “Jimmy Corrigan”, seine Arbeit und seine Vorbilder.
Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
Eintritt: vor Ort, 7 Euro | ermäßigt 4 Euro, kein Vorverkauf.
Jonathan Schreiner schreibt in der Jüdischen Allgemeinen über die beiden zuletzt von Joann Sfar erschienenen Bände “Chagall in Russland” und “Klezmer 4: Trapezschwünge” (beide avant-verlag): “Schwerelos in Jiddischland”. Sein Urteil fällt eindeutig aus: “Beide zählen in zeichnerischer Hinsicht zum Aufregendsten, was Sfar bislang produziert hat.”
Auf dem Blog popkulturschock.de zeigt sich die Rezensentin Desirée Löffler in ihrer Besprechung von Camille Jourdys “Rosalie Blum” (Reprodukt) sehr angetan, sowohl was die Geschichte wie auch ihre Umsetzung angeht. Dabei bemerkt sie auch: “Es ist mir schleierhaft, warum Rosalie Blum in den Feuilletons untergegangen ist.”
Darauf hat die Süddeutsche Zeitung postwendend reagiert und in der gestrigen Ausgabe eine Buchvorstellung des Bandes von Anja Perkuhn veröffentlicht. Auch hier werden die vielschichtigen Charaktere in den Vordergrund gestellt und ihre Suche nach Halt und Erfüllung: “Äußerst unterhaltsames Stalking”.
“Satirisch zugespitzt, gewiss, komisch und böse – aber auch fundiert” werde der humoristische Blick auf den Politbetrieb gerichtet, wie Christian Gasser schreibt. Er hebt hervor, dass die Qualität des Bandes nicht nur in der Karikierung liegt ein, denn der Band sei darüber hinaus ein “brillant erzählter, zweihundert Seiten starker Comic.”
Im Programm des avant-verlags finden sich zahlreiche Publikationen, die dem Bereich Reportage-Comic zuzuordnen sind. Doch was macht einen Reportage-Comic eigentlich aus? Darüber diskutieren die Künstler Sophia Martineck, Tim Dinter, Ulli Lust, Susanne Buddenberg und Thomas Henseler aus dem avant-verlag am Samstag, den 26. Januar 2013 in der Galerie Neurotitan mit dem Comic-Wissenschaftler und Kunsthistoriker Jens Meinrenken, der die Veranstaltung moderiert. Der Eintritt ist frei.
neurotitan shop & gallery, Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Straße 39, D-10178 Berlin
Tel. (030) 308 725 76, Fax (030) 282 90 33
email: shop@neurotitan.de, www.neurotitan.de
Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-20 Uhr, So 14-19 Uhr
Im Rahmen der Jubiläumsausstellung des avant-verlags “11 Jahre, 11 Tage, 11 Sekunden” in der Berliner Galerie Neurotitan stellt Sophia Martineck heute Abend, am 25. Januar 2013, ihr erstes Buch “Hühner, Porno, Schlägerei” vor und gibt Einblick in dessen Entstehungsgeschichte. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.
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Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-20 Uhr, So 14-19 Uhr
Am Freitag und Samstag, dem 25. und 26. Januar, finden in Berlin-Kreuzberg die ersten “Graphic Days” in den Räumlichkeiten des KaterHolzig statt. Eingeladen sind nationale und internationale Grafiker, Illustratoren, Siebdrucker und Verlage. Hier erhält man ausgesuchte Editionen, buntbedruckte T-Shirts, handverlesene grafische Kunstwerke und vieles mehr.
Mit dabei sind Tigrowna, Bombina Studios, Julia Freund, Eboy, Klebeland, Daniel Wallner, Ines Vetter / Finkpink, Anne Groen, Das Beet, Andreas Hartung, Anna Zejmo, Sophia Halamoda Illustrations, Gogoplata, Reprodukt, Berlin Ink, Zwupp, Indyvisuals, Ticia & Mikymikaos, Palefroi, The Bargain Bookshop und viele andere mehr.
Der heutige Freitag Abend steht in der Wiener Buchhandlung Buchkontor ganz im Zeichen der Graphic Novel. Die örtlichen Buchhändlerinnen Maria Kaufmann und Stefanie Jaksch führen zusammen mit Sebastian Broskwa vom Comic-Vertrieb Pictopia in die Welt der Graphic Novels ein.
Sebastian Broskwa gibt dazu mit Prijektor-Unterstützung noch einen Überblick über das Comic-Medium im Allgemeinen und wichtige Graphic Novels im Besonderen.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.
Wie kam es, dass Martin Luther Mönch wurde, anstatt als Jurist Karriere zu machen? Welche inneren und äußeren Anfechtungen führten schließlich zum Bruch mit der Katholischen Kirche? Welche Position nahm Luther im Bauernkrieg ein? Und wie stand er zu den Juden?
In eindrucksvollen Bildern zeichnet Moritz Stetter wichtige Stationen im Leben des Reformators nach und ordnet sie in das Lebensgefühl und die politische Situation seiner Zeit ein.
Martin Luther begegnet nicht nur als Erneuerer und Theologe. Sichtbar wird auch der Mensch: von Zweifeln geplagt, von Entschlossenheit getrieben, Gemeinschaft suchend und – nicht zuletzt – das Leben genießend. So wird Geschichte lebendig.
Nach seiner graphic novel über den Theologen Dietrich Bonhoeffer widmet sich der Autor und Graphiker Moritz Stetter nun dem Leben Martin Luthers. In seinem typischen und extravaganten Zeichenstil beschäftigt er sich vor allem mit der Frage, warum ein tiefgläubiger Mönch anfing, an der römisch-katholischen Kirche zu zweifeln. Welche inneren Kämpfe führten schließlich zum Thesenanschlag und welche Auswirkungen hatte das auf Luthers Leben? Wie kam es, dass er ein Spielball von europäischen Fürstentümern wurde, die die Macht von Papst und Kaiser zurückdrängen wollten?
Luther, ISBN 978-3-579-07054-4, 160 Seiten, schwarzweiss, Softcover, EUR (D) 14,99, erscheint am 28. Januar im Gütersloher Verlagshaus
Noch bis zum 2. Februar läuft die Ausstellung “11 Jahre, 11 Tage, 11 Sekunden” in der Berliner Galerie Neurotitan anlässlich des elften Gründungsjubiläums des avant-verlags. Verlagsgründer Johann Ulrich stand aus diesem Anlass dem Comic-Blogger Tiberius Tarante Rede und Antwort. Auf micomics.de geht Ulrich auf Fragen zu Vergangenheit und Gegenwart ein: “Interview mit Johann Ulrich”.
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Mit der zehnten Ausgabe, die kürzlich bei Reprodukt erschienen ist, verabschiedet sich die Anthologie “Orang” – es wird die letzte Ausgabe sein. Als studentische Veröffentlichung an der HAW Hamburg gestartet, hat sich das “Orang” im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Forum entwickelt, in dem Zeichnerinnen und Zeichner Geschichten veröfentlichten. Hier erschienen Geschichten von unter anderem Arne Bellstorf (“Baby´s in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”), Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Sascha Hommer (“Vier Augen”), bevor sie eigene Buchveröffentlichungen angingen. Neben weiteren Zeichnerinnen und Zeichnern aus Deutschland – in der aktuellen Ausgabe finden sich Beiträge u.a. von Anke Feuchtenberger (“Die Spaziergängerin”), Aisha Franz (“Brigitte und der Perlenhort”, alle Reprodukt) und Marijpol (“Trommelfels”, avant-verlag) – kamen später auch internationale Gäste dazu, wie zum Beispiel Amanda Vähämäki aus Finnland, Ron Regé Jr. aus den USA und Yang Cong aus China.
Heute erschienen gleich zwei Interviews mit Herausgeber Sascha Hommer. Auf Page online fragt Claudia Gerdes unter der Überschrift “Letzte Ausgabe von »Orang«” direkt: “Hat die Welt genug »Orang« gehabt?”.
Ausführlich kommt Hommer im Interview auf tagesspiegel.de zu Wort. Ihm stellte Lars von Törne einige Fragen: In „Wir werden dem eigenen Anspruch nicht mehr gerecht“ geht Hommer unter anderem auf die Möglichkeiten der Veröffentlichungen ein, die sich in den letzten Jahren geändert haben.
Ein kurzer Videobeitrag gibt einen Einblick in die Strapazin-Ausstellung im Cartoonmuseum Basel. Anlässlich der Museumsnacht Basel am vergangenen Wochenende filmten dort Stascha Bader und Salome Wüllner.
Der avant-verlag hat mit seinem Frühjahrsprogramm eine Reihe neuer Graphic Novels angekündigt. Dabei sind unter anderem neue Bücher von Manuele Fior (“5000 Kilometer in der Sekunde”) und Marijpol (“Trommefels”), sowie mit “Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & Frédéric Rébéna eine Comic-Biografie des bekannten Thrillerautors.
“Geschichten aus dem Viertel” von Gabi Beltrán und Bartolomé Seguí
Palma de Mallorca 1980, Jahre vor der Transformation der spanischen Insel in einen der prominentesten Urlaubsorte Europas. Im chinesischen Viertel Palmas, Barrio Chino, versammeln sich die Underdogs der spanischen Gesellschaft, jede Straßenecke hat eine Geschichte zu erzählen. Gabi Beltrán erzählt in „Geschichten aus dem Viertel“ die seine. Mit kaum mehr als vierzehn Jahren fühlt Gabi sich schon alt. „Die Jungs in meinem Viertel leben schneller“, sagt er. Mit seinen Freunden Benjamín, Arnaud, Falen, Ramos und anderen wandert er nachts durch die Gassen seiner kleinen Welt und versucht, sie zu verstehen – und verstanden zu werden. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen die Halbstarken im Bordell – eine organisatorische Herausforderung, weil die Hälfte der Mütter aus dem Freundeskreis anschaffen geht. Mit Einbrüchen und Drogengeschäften halten die Jungs sich über Wasser und von zu Hause fern. Und immer wieder versuchen sie auszubrechen und hoffen auf ein besseres Leben jenseits des endlosen Meeres, das für die Freunde Projektionsfläche und zugleich eine unüberwindliche Barriere ist, die sie in ihrem Leben, in ihrem Viertel gefangen hält.
„Geschichten aus dem Viertel“ ist eine kleine Sensation, bewegend und einfühlsam erzählt. In kurzen, ineinander verwobenen Erzählungen sammeln Beltrán und der Zeichner Seguí Erinnerungen, traurige wie glückliche, an ein Palma, an das sich heute nur noch wenige erinnern werden.
Geschichten aus dem Viertel, ISBN 978-3-939080-76-3, 152 Seiten, farbig, Softcover EUR (D) 19,95, erscheint im Februar
“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached
Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist von einem Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die „Green Line“, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, Militärpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus. 1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der „Rue Youssef Semaani“, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die während der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken. Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzählt die libanesische Künstlerin von einer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.
Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. „Das Spiel der Schwalben“ ist ihre erste deutsche Veröffentlichung.
Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im März
“Eremit” von Marijpol
Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine Hälfte seines Kopfes entscheiden?
„Eremit“ ist eine symbolträchtige, mitunter verstörende Erzählung über Zweifel, Tod und Obst.
Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im März
“Das Interview” von Manuele Fior
Italien im Jahr 2048. Raniero ist ein Psychologe in den Fünfzigern, dessen Ehe in Trümmern liegt. Während in seinem Privatleben Sprachlosigkeit herrscht, fühlt er sich in den Gesprächen mit seiner Patientin Dora immer stärker in deren befremdliche und gleichzeitig faszinierende Gedankenwelt hineingezogen. Dora behauptet, telepathische Fähigkeiten zu besitzen und hat nächtliche Visionen von leuchtenden Dreiecken, die am Himmel erscheinen: Zeichen einer außerirdischen Zivilisation, die die Menschen auf eine große bevorstehende Veränderung aufmerksam machen sollen.
Das Bild der Zukunft, das Manuele Fior in „Das Interview“ entwirft, ist dystopisch und unscheinbar zugleich. Ferngesteuerte Autos verkehren zwischen streng überwachten urbanen Zentren, die „Nuclear Family“ als Pfeiler der gesellschaftlichen Ordnung ist der einzige erstrebenswerte Lebensentwurf. Dora gehört der „Neuen Vereinigung“ an, einer Bewegung junger Leute, die den alten Werten abgesagt haben und ihr Glück in neuen zwischenmenschlichen Bindungen suchen. Nach anfänglicher Skepsis fühlt sich Raniero immer mehr zu Dora hingezogen und gleichzeitig werden mehr und mehr Menschen auf die mysteriösen Lichter am Himmel aufmerksam…
Nach seinem zarten Liebescomicroman „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ („Bester Comic“ auf dem Comicfestival Angouleme, 2011) überrascht Manuele Fior mit einer psychologisch austarierten und brillant gezeichneten Science-Fiction-Graphic-Novel. Wie die europäischen Filmemacher Michelangelo Antonioni mit „L‘Eclisse“ oder Jean-Luc Godard mit „Alphaville“ wirft Fior einen Blick in die Zukunft, um gesellschaftliche und private Zäsuren und Konflikte der Gegenwart aufzudecken. Manuele Fior gehört zu den meist gefeierten jungen europäischen Comic-Künstlern. Er wurde in Italien geboren, hat in Norwegen und Deutschland gelebt und arbeitet zur Zeit hauptsächlich von Paris aus.
Das Interview, ISBN 978-3-939080-78-7, 170 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 24,95, erscheint im April
“Im Himmel ist Jahrmarkt” von Birgit Weyhe
Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.
Basierend auf Briefen, Gesprächen und Fotografien erzählt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern. Sie erzählt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biografie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Langsam enthüllen sich die Lebensgeschichten der emanzipierten Marianne, dem gebrochenen Friedrich Carl und den Eheleuten Herta und Edgar. Wie Puzzleteile fügt die Autorin das fragmentarische Wissen über ihre Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte Homosexualität,Verrat und Schuld.
Im Himmel ist Jahrmarkt, ISBN 978-3-939080-81-7, 200 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im Mai
“Kurt Schwitters – Von nun an nenne ich mich Herr Merz” von Lars Fiske
Kurt Schwitters (1887-1948), der als Maler, Dichter und Werbegrafiker in zahlreichen Kunstformen aktiv war, ist ein Pionier der Moderne. Mit dem Lautgedicht „Ursonate“ schockierte er Bourgeoisie und Dadaisten gleichermaßen, mit seinem Gesamtkunstwerk „Merzbau“ war er seiner Zeit weit voraus. Unter dem Kennwort „Merz“ entwickelte Schwitters ein dadaistisches Gesamtweltbild. Den „Merzbau“, eine grottenartige Collage-Skulptur mit Erinnerungsstücken, schuf Schwitters in zwanzigjähriger Arbeit in seiner Heimatstadt Hannover, im Haus seiner Eltern. Als die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen und seine Kunst als „entartet“ verfemt wurde, emigrierte er nach 1937 nach Norwegen, wo er noch zwei weitere Merz-Bauten anfertigte, bevor er 1940 weiter nach England fliehen musste.
Lars Fiske legt den Schwerpunkt seiner Erzählung auf die Jahre des Künstlers im norwegischen Exil und nutzt die radikale Skulptur des „Merzbau“ als Grundlage für die Erzählstruktur seiner Comic-Biografie. Der norwegische Comic-Künstler Lars Fiske (Jahrgang 1966) studierte Illustration und Grafikdesign in Stockholm und Los Angeles. Er publizierte zahlreiche Comics und Kinderbücher und arbeitet als Illustrator für verschiedene Zeitungen. Gemeinsam mit Steffen Kverneland schuf er die Künstlerbiografie „Olaf G.“, die auf Deutsch ebenfalls im avant-verlag vorliegt.
Kurz Schwitters, ISBN 978-3-939080-79-4, 112 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni
“Munch” von Steffen Kverneland
Edvard Munch (1863-1944) ist einer der wichtigsten Maler seiner Zeit. Der Norweger, der zeitweilig auch in Deutschland lebte und arbeitete, bekam bereits zu Lebzeiten Anerkennung für seine Werke und gilt heute als Wegbereiter des Expressionismus. Mit Munch liegt nun seine grafische Biografie vor – ein einzigartiges Projekt, in dem der Comic-Künstler Steffen Kverneland die Geschichte ausschließlich anhand von Zitaten Munchs und seiner Zeitgenossen erzählt. Kverneland zeichnet ein liebenswertes und überaus heiteres Portrait des großen Malers als auch der ihn umgebenden skandinavischen Bohème des späten 19. Jahrhunderts. Ein großer Spaß – nicht nur für Historiker und Kunstliebhaber!
Das erste Kapitel dieses Buches wurde von der Norwegischen Nationalgalerie für die Sammlung gekauft. Steffen Kverneland (Jahrgang 1963) zählt zu den herausragenden norwegischen Comic-Autoren. Im avant-verlag erschien bereits seine preisgekrönte Olaf-Gulbransson- iografie „Olaf G.“, die in Zusammenarbeit mit Lars Fiske entstand.
Munch, ISBN 978-3-939080-80-0, 270 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni
“Luchadoras” von Peggy Adam
Alma lebt mit ihrem gewalttätigen Ehemann Romel in der nordmexikanischen Millionenstadt Ciudad Juárez. Romel ist Mitglied einer lokalen Gang – den „Los Rebeldes“. Er ist eifersüchtig und gewalttätig und scheut auch nicht davor zurück, Alma zu verprügeln, sobald sie mit anderen Männern spricht. Doch Alma ist eine starke Frau, die sich nicht einschüchtern lässt. Durch die Beziehung mit dem jungen Touristen Jean bietet sich ihr plötzlich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen. Ciudad Juárez dürfte die bekannteste mexikanische Stadt weltweit sein. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2007 hält die Großstadt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Durchschnittlich sieben Menschen werden dort täglich ermordet. Aber schon lange vor dem Ausbruch des Drogenkriegs hat Ciudad Juárez weltweit für Schlagzeilen gesorgt – als Schauplatz einer bestürzenden Serie von Frauenmorden und Entführungen. Zwischen 1993 und 2005 wurden um die 350 Mädchen und Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren verschleppt, missbraucht und getötet, 400 gelten noch als vermisst. Zahlreiche Morde sind bis heute ungeklärt.
Die Graphic Novel „Luchadoras“ ist eine fiktive, aber an Tatsachen angelehnte Erzählung über das Leben von Frauen in einer Stadt, die zum weltweiten Symbol von misogyner Gewalt und einer von Desinteresse und Korruption geprägten Justiz geworden ist. Ein beeindruckendes und aufrüttelndes Plädoyer, das wie Roberto Bolanos Jahrhundertroman „2666“ den Femizid in Nordmexiko thematisiert. Peggy Adam ist eine französische Comic-Künstlerin und Illustratorin. Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. in Le Monde, Libération und Femme Actuelle. Mit „Luchadoras“ legt der avant-verlag das erste Buch der viel gepriesen Künstlerin auf Deutsch vor.
Luchadoras, ISBN 978-3-939080-83-1, 96 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 17,95, erscheint im Juli
“Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & Frédéric Rébéna
Mit der „Millennium“-Trilogie wurde der schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson zu einem der meist gelesenen und erfolgreichsten Autoren Europas. Den Erfolg seiner drei Romane, die nur die ersten von zehn geplanten Bänden sein sollten, erlebte der Vielschreiber und politische Kommentator nicht mehr – Larsson starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts. „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ wurden posthum veröffentlicht.
Der Filmemacher und Larsson-Experte Guillaume Lebeau erzählt zusammen mit Zeichner Rébéna aus dem kurzen Leben des getriebenen Autors, dessen politisches und journalistisches Vermächtnis im Hype um seine Erfolgsbücher oftmals zu kurz kommt. In drei Momentaufnahmen zeigen Lebeau und Rébéna, welche Ereignisse und Menschen die politische und künstlerische Laufbahn Larssons geprägt haben: So erweckt ein verschneiter Wintertag in den Wäldern von Nordschweden den Gerechtigkeitssinn des vierzehnjährigen Larsson, in den späten 1970ern verbringt er ein Jahr mit der Guerilla in Eritrea und schließlich veranlasst ihn ein blutiger Bombenanschlag von Neo-Nazis im Schweden der 1980er zu der Gründung der Expo-Stiftung und des gleichnamigen antifaschistischen Magazins, welches Pate stand für die Zeitschrift „Millennium“, für die seine Romanfigur Mikael Blomkvist arbeitet. Weniger eine Comic-Biografie als eine gezeichnete Verbeugung vor dem Leben und Wirken des schwedischen Autors, mit einem ausführlichen Anhang, der in die Veröffentlichungsgeschichte Larssons in Deutschland einführt.
Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie, ISBN 978-3-939080-82-4, 64 Seiten, teilweise farbig, Softcover, EUR (D) 14,95 Euro, erscheint im Juli
“Marsch der Krabben Bd. 1: Unter erschwerten Bedingungen” von Arthur de Pins
Seit 400 Millionen Jahren dürfen sich alle möglichen Arten fröhlich weiterentwickeln. Alle bis auf einen: der Krebs Simplicimus vulgaris, auch genannt »die quadratische Krabbe«. Diese Unterart der Krebstiere bewohnt die Ufer der Gironde-Mündung und ist seit Jahrtausenden mit einem seltsamen Fehler geschlagen: Sie kann niemals die Richtung ändern und ist dazu verdammt, auf ewig in einer Linie zu laufen. Doch an einem ganz normalen Sommertag wie jeder andere, während die Urlauber die Sonne und ihren bezahlten Urlaub genießen, beginnen drei kleine quadratische Krabben plötzlich zu rebellieren – und damit das gesamte Ökosystem zu stören!
Die Trilogie von Arthur de Pins wurde auf dem diesjährigen internationalen Comic-Salon in Erlangen mit dem »Francomics«-Preis ausgezeichnet. Dieser wird alle 2 Jahre durch das Institut français d‘Allemagne, der französischen Botschaft Berlin und dem deutsch-französischen Institut Erlangen verliehen.Der jeweilige Preisträger wird von einer Schüler-Jury ausgewählt. Dieses Jahr nahmen 3.737 Schüler aus 209 Schulen teil.
Marsch der Krabben Bd. 1: Unter erschwerten Bedingungen, ISBN 978-3-86869-511-3, 112 Seiten, farbig, Hardcover, 19,80 EUR (D), erschienen bei Splitter
In der 3Sat-“Kulturzeit” wurde am vergangenen Freitag “Die falschen Gesichter” von David B. und Hervé Tanquerelle (avant-verlag) vorgestellt und als “Krimibuchtipp” empfohlen.
Das arte-Magazin “Metropolis” berichtete am Samstag über den noch nicht erschienenen Band “Frontlinien” von David Möhring und Philip Rieseberg (Warum).
Auch in diesem Jahr findet wieder ein Gratis Comic Tag statt – wie immer am zweiten Mai-Samstag, der diesmal auf den 11. fällt. An diesem Tag – und nur an diesem Tag – werden in teilnehmenden Geschäften Comics gratis verteilt. Auch wenn sich mit dieser Aktion mehrheitlich der Comic-Fachhandel an die Kundschaft richtet, werden auch in diesem Jahr einige Buchhandlungen an der Aktion teilnehmen. Wie und wieviele der in diesem Jahr 30 unterschiedlichen Hefte pro Kunde abgegeben werden, ist den einzelnen Händlern überlassen.
Alle wichtigen Informationen können auf der Website www.gratiscomictag.de nachgelesen werden. Hier gibt es unter anderem eine Cover-Galerie aller Hefte sowie Informationen zu allen teilnehmenden Geschäften (die Liste wird laufend aktualisiert).
Die Hefte decken eine großes inhaltliches und stilistisches Spektrum ab. Von Superhelden- und klassischen Funny-Stoffen über eine Reihe von Kindercomics gibt es auch wieder einige Hefte, die Graphic Novels zumindest nahestehen bzw. einige Seiten daraus veröffentlichen – ganze Bücher können in den 32 bzw. 48 Seiten eines Heftes nicht veröffentlicht werden. So wird der avant-verlag ein Heft zu “Doppeltes Glück mit dem roten Affen” von Joe Daly anbieten und Schreiber & Leser einen Band mit exklusiven Kurzgeschichten von Jimmy Beaulieu (“Ein philosophisch pornografischer Sommer”). Von Flix (“Don Quijote”) wird es eine Leseprobe seines Kindercomics “Ferdinand” geben (Carlsen), von Frederik Peeters (“Blaue Pillen”) den ganzen ersten Band von “Koma” (Szenario: Pierre Wazem, Reprodukt).
Am gestrigen Freitag wurde ein Kulturpreis der in Berlin erscheinenden Tageszeitung B.Z. an Reinhard Kleist (“Der Boxer”, Carlsen) verliehen.
Der Preis, der an Berlinerinnen und Berliner verliehen wird, die das Kulturleben ntional und international Prägen, ging u.a. auch an die Schauspieler Matthias Schweighöfer und den Künstler Tino Sehgal.
Nach Max-und-Moritz-Preisen, Sondermann- und ICOM-Auszeichnungen ist der B.Z.-Kulturpreis eine weitere Auszeichnung für den gebürtigen Hürther.
Ab sofort sind die Bücher des französischen Verlages Warum auch in Deutschland erhältlich. Der schon seit einigen Jahren von Berlin aus betriebene Verlag wird von Indiebook vertreten und von der GVA (Gemeinsame Verlagsauslieferung Göttingen) ausgeliefert.
Für Juni dieses Jahres wurde eine erste Buchveröffentlichung in deutscher Sprache angekündigt:
“Frontlinien” von David Möhring und Philip Rieseberg
Es ist Krieg. Die französischen Soldaten schreiben aus Ihren Schützengräben an ihre Familien in Frankreich. Auf der Gegenseite der Deutsche, der Feind. Philip Rieseberg und David Möhring – beide aus Deutschland – haben mithilfe von Bildern der Gegenseite, der Deutschen, einen Text illustriert, der aus den Fragmenten originaler französischer Feldpostbriefe besteht.
Text und Bild verschmelzen und liefern uns die zwei Sichtweisen eines absurden, grausamen und blutigen Krieges. Man kann nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. So knüpfen die Gemeinsamkeiten zwischen Text und Bild an die Frage eines der Soldaten an: Wer ist der auf der Gegenseite? Ist er ein Mensch wie ich?
Die Bilder sind in einem klaren und düsteren fotografischen Stil gehalten. Sie verdeutlichen die Brutalität und den Wahnsinn der Kriegsszenen aus dem Blickwinkel der deutschen Soldaten und schaffen so den Kontrast zu der Zartheit und Menschlichkeit der Feldpostbriefe, zur bitteren Traurigkeit jener Männer, die jedesmal denken, daß dies ihr letzter Brief sein wird, ihr letzter Sturm aus dem Graben.
Dieses Buch ist zweisprachig erschienen, mit einer Hälfte auf Deutsch und einer auf Französisch.
Frontlinien, ISBN 978-2-365350-01-3, 112 Seiten, zweifarbig, EUR 12,20, erscheint im Juni 2013