Der Hamburger Comicautor Calle Claus wird am kommenden Samstag auf der Comic Börse Hamburg seinen neuen Band “White Line” (Edition 52) signieren. Die Börse findet im Haus Eimsbüttel statt.
Bereits im Januar war Paula Bulling (“Im Land der Frühaufsteher”, avant-verlag) in New York unterwegs und hat dort einige Wochen für ihr neues Comic-Projekt recherchiert, das sich mit der Occupy-Bewegung befasssen wird.
Etwas weiter hat es Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Mawil (“Die Band”, beide Reprodukt) verschlagen: Sie werden in den nächsten zwei Wochen in Neuseeland unterwegs sein. Am morgigen Freitag eröffnet in den Räumen der St. Paul St. Gallery die bereits in vielen Goethe-Instituten gezeigte Ausstellung “Comics, Manga & Co.” über die deutsche Comic-Szene. Parallel wird dort die Ausstellung “Nga Pakiwaituhi: New Zealand Comics and Graphic Novels” zu sehen sein, ein von Dylan Horrocks (“Hicksville”, Reprodukt) kuratierter Überblick über aktuelle Comics aus Neuseeland.
Zur Eröffnung sind Line Hoven und Mawil vor Ort, die in Auckland am 7. bzw. 8. März auch Comic-Workshops geben werden. Am 14. März wird es in der Massey University in Wellington dann noch ein Podiumsgespräch mit den beiden geben, bei dem sie zu sich und ihrem Schaffen befragt werden. Ergänzt wird diese Runde vom neuseeländischen Comic-Autor Mat Tait, die Moderation übernimmt Dr. Tim Bollinger.
Der Bielefelder Splitter Verlag hat sein Programm für Sommer/Herbst 2013 vorgestellt. Neben vielen frankobelgischen Albenproduktionen sind auch drei Graphic Novels unter den Neuerscheinungen zu finden:
“Eine Nacht in Rom” von Jim
Raphael und Sophia sind ein Paar. Einige Tage vor seinem Geburtstag erhält Raphael eine alte VHS-Kassette mit der Post. Als er sie anschaut, traut er seinen Augen kaum. Denn auf dem Band ist er selbst. Er und seine erste große Liebe Marie. Vor 20 Jahren hatten sie sich gegenseitig gefilmt und versprochen, ihren vierzigsten Geburtstag gemeinsam in Rom zu verbringen – egal was in ihrem Leben passieren wird.
Am nächsten Tag klingelt das Telefon: Es ist Marie. Dieselbe Stimme wie vor zwanzig Jahren. Derselbe Tonfall, dasselbe Lachen. Natürlich wäre es vollkommen albern, alles hinzuwerfen und sie in Italien wiederzutreffen. Es wäre dumm und unreif. Aber es ist auch ein unwiderstehlicher Gedanke. Aber wie soll er das Sophia erklären?
Eine Nacht in Rom, ISBN 978-3-86869-593-9, 112 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,80, erscheint im April
“Der Seewolf” nach Jack London, von Riff Reb’s
Nach einem Schiffbruch wird der etwas schöngeistige und wohlhabende Humphrey Van Weyden von dem Robbenschoner Ghost aus dem Meer gefischt. An Bord herrscht der brutale Kapitän Wolf Larsen, der Weyden, anstelle ihn an Land zu bringen, mit Gewalt als Küchenhilfe einsetzt.
Für Larsen ist der einzelne Mensch nichts wert und dementsprechend behandelt er seine Besatzung.
Doch nach und nach entwickelt der grobe, aber überaus intelligente Kapitän eine gewisse Wertschätzung für den gebildeten Humphrey.
Der Seewolf, ISBN 978-3-86869-636-3, 136 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,80, erscheint im Juni
“Ein Frühling in Tschernobyl” von Emmanuel Lepage
26. April 1986. In Tschernobyl beginnt der Reaktorkern des Atomkraftwerks zu schmelzen. Eine radioaktive Wolke zieht über mehrere tausend Kilometer hinweg, ohne dass irgendjemand davon weiß – und sich davor schützt. Es ist die größte Nuklearkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die zehntausende Opfer fordern wird.
Emmanuel Lepage ist zu dieser Zeit 19 Jahre alt. Ungläubig sieht und hört er die Nachrichten im Fernsehen. 22 Jahre später, im April 2008, fährt er nach Tschernobyl, um mit seinen Texten und Zeichnungen vom Dasein der Überlebenden und ihrer Kinder in dem hochverseuchten Gebiet zu erzählen. Als er beschließt, auf Anfrage des Vereins Dessin’acteurs dort hinzufahren, hat Lepage das Gefühl, dem Tod entgegenzutreten. Als er im Zug sitzt, der ihn in die Ukraine bringt, geht ihm eine Frage nicht mehr aus dem Sinn: Warum bin ich hergekommen?
Ein Frühling in Tschernobyl, ISBN 978-3-86869-619-6, 168 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 29,80, erscheint im August
Das Museum für Naturkunde in Berlin zeigt ab morgen die Ausstellung “Zukunft leben: Die demografische Chance”, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie gemeinschaftliches Leben in Zukunft gestaltet werden kann. Unter anderem illustrieren dort Comics verschiedene demografische Gruppen – diese stammen von Simon Schwartz. Weitere Comics gestalteten unter anderem Kati Rickenbach.
Die Ausstellung, die noch bis zum 7. April in Berlin gezeigt wird, wird im Anschluss in noch weiteren Museen zu sehen sein:
Römisch Germanisches Zentralmuseum, Mainz (18. April bis 2. Juni), Deutsches Hygiene-Museum, Dresden (13. Juni bis 21. Juli), Deutsches Bergbaumuseum, Bochum (19. September bis 27. Oktober), Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven (14. November 2013 bis 9. Januar 2014), Deutsches Museum, München (30. Januar 2014 bis 30. März 2014).
Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Invalidenstraße 43, D-10115 Berlin
Tel.: +49 (0)30 2093-8591 www.mfn-berlin.de, E-Mail: info@mfn-berlin.de
Am Freitag, dem 28. Februar, wird das Erscheinen von Moritz Stetters biografischer Graphic Novel “Luther” (Gütersloher Verlagshaus) gefeiert. Ab 19 Uhr stellt Stetter das Buch vor und wird Bände signieren. Ab 20:30 Uhr gibt es Livemusik von Frank.
Für “Die Schönheit des Scheiterns” von Andreas Eikenroth wurde auf der Website der Edition 52 nun auch eine Leseprobe veröffentlicht, die als PDF hier heruntergeladen werden kann.
Job und Uni sind nur einige lästige Unterbrechungen auf dem Weg zum gefeierten Künstler. Dabei stilvoll zu scheitern ist eine der leichtesten Übungen für Paul und seine Freunde. Ganz gleich ob beim Kickerturnier, der Ausstellungseröffnung oder dem Auftritt der Band, erst recht jedoch beim Überthema Liebe. Aber hat nicht schon Schlingensief das “Scheitern als Chance” gesehen? Zwischen Euphorie und Selbstzweifel schwankt auch der Promillespiegel bei der skurrilen Odyssee durch die Eckkneipen und Proberäume der Stadt.
Der Gießener Comic-Künstler Andreas Eikenroth (bekannt u.a. aus “Moga Mobo”, “Tentakel” und Mitbegründer des Comiclabels Pony-Express) legt hier seine erste Graphic Novel vor.
Die Schönheit des Scheiterns, ISBN 978-3-935229-64-7, ca. 110 Seiten, schwarzweiss, Softcover, EUR (D) 12, erscheint im Frühjahr 2013
Die Welt swingt im wilden Rhythmus des Songs „Love me do“. Es ist die erste Single einer bis dahin unbekannten Gruppe mit einem seltsamen Namen: The Beatles. Die Erfolgsstory der vier Jungs aus Liverpool kann beginnen… Im Schatten dieses Erfolgs steht ein einsamer Mann: Allan Williams. Allan verhalf den Beatles zu ihren ersten Auftritten, in den Kellern von Liverpool und den hippen Clubs von Hamburg. Glückloses Genie oder beautiful Looser? Hier ist die Geschichte des vergessenen Managers der zur Legende der größten Gruppe aller Zeiten beigetragen hat.
Ein Schicksal, erzählt mit Humor von den Franzosen Gihef und Damien Vanders.
“Liverfool – Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles”, ISBN 978-3-935229-99-9, 116 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 18, erscheint im Frühjahr 2013
In seinem Artikel für die Wiener Zeitung schlägt Martin Reiterer den Bogen von Joe Saccos und Marjane Satrapis Büchern, die politisches Geschehen im Nahen Osten reflektieren, hin zu aktuellen Veröffentlichungen, die ebenfalls und zum Teil sehr aktuelle das Geschehen aufgreifen: “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne), “Zahra´s Paradise” von Amir und Khalil (Knesebeck) sowie “Die besten Feinde” von Jean-Pierre Filiu und David B. (avant-verlag): “Subversive Bildwelten”.
“Graphic Novels aus Nahost” stehen auch im Radiobeitrag von Elise Landscheck für NDR Info. Sie sprach mit Zeina Abirached, deren “Das Spiel der Schwalben” im März im avant-verlag erscheint, Magdy El-Shafee über “Metro” und Maximilien LeRoy über “Die Mauer” (beide Edition Moderne).
“Jüliger ist ein Buch gelungen, das alles andere als ein luftleerer Raum, ein Vakuum, ist. Es entwickelt trotz der schreienden Einsamkeit seiner Hauptfiguren, viel Kraft. Ein Buch, das man verschlingt und sicher nicht so schnell vergessen wird.” Das schreibt Matthias Heller in seinem Beitrag für NDR Kultur. Er hat sich die Ausstellung zu Lukas Jüligers “Vakuum” (Reprodukt) am vergangenen Wochenende in Hamburg angesehen: “200 Bleistifte für ein Vakuum”.
Auf tagesspiegel.de betont Thomas Greven, dass “Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges” von Catel Muller und Autor José-Louis Bocquet (Splitter) ihre Spannung vor Allem aus der erzählten Handlung bezieht.
“Das Reizvolle an einem Comic ist, dass man völlig frei ist.” sagt der Filmemacher und Comicautor Helmut Wietz im Interview mit Paul-Philipp Hanske an gleicher Stelle: “Sex, Revolution und die Dialektik der Aufklärung”. Wietz´ vor rund vierzig Jahren begonnener Comic “Der Tod von Adorno” erscheint dieser Tage bei metrolit.
Dass bei Reprodukt demnächst Kindercomics erscheinen – zur Buchmesse in Leipzig werden sechs Titel präsentiert – meldet heute Börsenblatt.net: “Kindercomics bei Reprodukt”.
Am 1. März geht auf arte ein neues digitales Comicmagazin online: “Professor Zyklop”, erdacht und erstellt von den französischen Comicautoren und -zeichnern Gwen de Bonneval, Brüno (“Atar Gull”, avant-verlag), Cyril Pedrosa (“Portugal”, Reprodukt), Hervé Tanquerelle (“Die falschen Gesichter” avant-verlag), Fabien Vehlmann (“Spirou und Fantasio”, Carlsen) und Tangui Jossic.
Auszüge aus der französischen Originalversion werden jeden Monat neu auf arte.tv in einer deutschsprachigen Fassung zu lesen sein. Im Auftrag von Reprodukt zeichnen Volker Zimmermann (Übersetzung), Olav Korth (Lettering) und Heike Drescher (Redaktion) für die Umsetzung verantwortlich.
In der ersten deutschsprachigen Ausgabe des “monatlichen Periodikums für Comics und digitale Fiktionen” sind enthalten: “Die Experten (für alles)” von Anouk Ricard, “Zappotto” von Marion Montaigne, “Gymnasiastinnen” von Stephen Vuillemin (Bild oben), “Otto der Zauberer” von Pluttark und “Die Füchsin” von Chrisostome & Blandin.
Weitere Informationen gibt es auf arte unter folgenden Links: arte.tv/de | arte.tv/fr
Anfang März erscheint mit “Die große Transformation. Klima – Kriegen wir die Kurve?” bei Jacoby & Stuart ein Wissenschafts-Comic, der in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen (WBGU) entstanden ist.
In Anbetracht von Klimawandel, Artensterben und Ressourcenknappheit setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass wir unseren bisherigen Lebensstil nicht einfach beibehalten können. Wenn unsere Gesellschaften in fünfzig Jahren noch funktionieren sollen, müssen wir den Verbrauch von fossilen Brennstoffen drastisch reduzieren und ein nachhaltiges Wirtschaften lernen.
Wie das gehen soll, haben die neun Wissenschaftler erarbeitet, die den von der deutschen Bundesregierung bestellten Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen (WBGU) bilden. In Form von Graphic Interviews mit jedem von ihnen wird von ganz verschiedenen Seiten betrachtet, was Fakt und was zu tun ist. Denn Geo- und Klimawissenschaft, Wirtschaft und Technik, Politik und Alltagskultur müssen zusammenwirken, um die unumgängliche Große Transformation zu erreichen.
HerausgeberInnen des Bandes sind Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt und Reinhold Leinfelder, die Zeichnungen stammen von Jörg Hartmann, Jörg Hülsmann, Iris Ugurel, Robert Nippoldt, Christine Goppel und Astrid Nippoldt.
Umfangreiche Informationen zum Band finden sich auf der dafür eigens eingerichteten Website. Der WBGU lädt am 1. März um 12:30 Uhr ins Deutsche Theater zur Buchvorstellung ein. Dort stellen nach einem Grußwort von Wilfried Kraus (Leiter der Unterabteilung Nachhaltigkeit, Klima, Energie im BMBF) Verlagsleiter Edmund Jacoby und die WBGU-Mitglieder Reinhold Leinfelder, Stefan Rahmstorf und Jürgen Schmid den Band vor.
Anfang der Woche fand in Berlin die Veranstaltung “Books at Berlinale” statt, bei der zehn ausgewählte Bücher mit Verfilmungspotenzial Produzenten und Finanziers vorgestellt wurden. Katja Lüthge stellt in der Frankfurter Rundschau heraus, dass in diesem Jahr mit “Roxanne & George” von Carolin Walch (Reprodukt) “Jetzt auch Graphic Novels” vertreten waren.
Bereits am 6. Februar stellte Christian Schlüter in “Die große Ansteckung” ebenfalls in der Frankfurter Rundschau drei aktuelle politische Comics vor, deren Fähigkeit, das “totalitären Erbe des 20. Jahrhunderts” in Bilder zu fassen, er hervorhebt: “Ein Leben in China – Die Zeit meines Vaters“ von Li Kunwu und Philippe Otié (Edition Moderne), “Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag) sowie “Berichten aus Russland” von Igort (Reprodukt).
In der heutigen Ausgabe der tageszeitung stellt Amadeus Ulrich “Vakuum” von Lukas Jüliger vor: “Ockerfarbene Jugend”. Er resümiert: “Lukas Jüliger ist mit Vakuum ein grandios düsterer Comicroman über das Erwachsenwerden gelungen.” Ähnlich fällt das Urteil zum Buch in der heute erschienenen Ausgabe des Stern aus, wo das Buch für “in seiner erzählerischen Wucht so gekonnt wie überraschend” befunden wird.
Am morgigen Freitag laden der Carlsen Verlag, das Stadtmagazin “zitty” und der Comicshop Modern Graphics ins Kreuzberger Max und Moritz zur Buchpräsentation von Ataks “Der geheimnisvolle Fremde” (Text: Mark Twain, Carlsen) und anschliessender Party ein.
Zunächst gibt es eine bebilderte Lesung mit Tina Kemnitz, dann tragen Ahne und Jakob Hein Texte vor. Livemusik wird von Vert geboten und abschliessend legen DJ Atak, Ahne und Jakob Hein Tanzmusik auf.
Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt beträgt 3 EUR (erm. 2 EUR).
Unter dem Titel “Animate Europe!” hat die Friedrich Naumann-Stiftung einen Comic-Wettbewerb ausgeschrieben.
Gesucht werden Beiträge,die sich mit Vergangenheit und Zukunft Europas auseinandersetzen:
Europa blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück – wie sieht Europas Zukunft aus? Brauchen wir gar einen europäischen “Superhelden”, der die Union rettet? Wie sieht Ihr Szenario für Europa aus? Zeichnen Sie es!
In einer ersten Wettbewerbsphase werden sieben TeilnehmerInnen ermittelt, deren Beiträge im Folgenden zu ca. achtseitigen Geschichten ausgearbeitet werden.
Nach Diktatur und Bürgerkrieg geht der südamerikanische Staat Nascencio neue Wege und will den Dschungel urbar machen. Den Zuschlag bekommt das japanische Unternehmen Seshimo. Als dessen junger Präsident, Yuji Seshimo, das Gebiet inspizieren will, wird er entführt. Was steckt dahinter? Die US-Agrar-Lobby, die einen künftigen Konkurrenten ausschalten will? Ein letztes Aufbäumen der Parteigänger des Diktators? Eine Intrige im Hause Seshimo selbst? Yujis Bruder Kenichi macht sich auf nach Südamerika…
Enemigo, ISBN 978-3-943808-10-0, 296 S., s/w mit Farbseiten, Klappenbroschut, EUR (D) 16,95 , erscheint im März bei Schreiber & Leser
In einem einstündigen Feature wirft Redakteur Martin Zeyn im Bayerischen Rundfunk einen Blick auf den aktuellen Graphic Novel-Markt. Die Sendung wurde im Rahmen der Reihe “RadioFeature” am vergangenen Donnerstag auf Bayern 2 ausgestrahlt. Zu Wort kommen darin unter anderem Die Comic-AutorInnen Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), Joe Sacco (“Gaza”, Edition Moderne) und Craig Thompson (“Habibi”, Reprodukt) sowie Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (“Alois Nebel”, Voland & Quist).
Zum inzwischen sechsten Mal lädt der Comiczeichner und -verleger Christopher Tauber (“Die Toten”, Zwerchfell) am kommenden Donnerstag ins Frankfurter Museum für Kommunikation zu einer besonderen Comiclesung ein. Bei dieser „Comiclesung ohne Bilder“ wird, wie der Name schon sagt, ohne Projektionen gearbeitet, die Vortragenden erzählen die Comicgeschichten frei.
Als Thema wurde diesmal “Schule und Liebe” ausgewählt, als Vorleserinnen und -leser wurden Carolin Walch (“Roxanne & George”, Reprodukt) und Comic-Blogger Wolfgang Buechs gewonnen. Für die musikalische Untermalung sorgt die Band Boo Hoo.
Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt beträgt 4 EUR.
Am kommenden Freitag, dem 15. Februar 2013, laden Lukas Jüliger und Reprodukt zur “Vakuum”-Releaseparty ins Hamburger Hinterconti. Ab 20 Uhr wird dort die Veröffentlichung gefeiert. Zu sehen gibt es großformatige Originalseiten und der Autor signiert seine Bücher. Eigens für die Veranstaltung hat Lukas Jüliger zudem die Galerie gestaltet.
Die Ausstellung zu “Vakuum” ist auch am 16. und 17. Februar zwischen 12 und 19 Uhr zu sehen.
Am vergangenen Samstag ist in der Wiener Presse ein Artikel von Anne-Catherine Simon über Literaturadaptionen im Comic erschienen. In “‘Robinsons‘ erste Worte: ‘Tchack! Bumm!‘” schlägt sie dabei einen weiten Bogen von Literaturzitaten in “Asterix” oder Disney-Comics hin zu aktuellen Graphic Novels. Auch wenn sie insgesamt skeptisch bleibt, benennt sie den Reiz einer solchen Comicumsetzung: Es werde interessant, “wenn Bilder das Gedruckte vertiefen oder eine Spannung zwischen beidem entsteht, wenn Illustrationen Überraschendes zutage fördern oder auch wenn Autoren die Vorlage ungeniert, aber sinnvoll verändern.”
Waldemar Kesler zeigt sich auf zeit.de von Marc-Antoine Mathieus “3 Sekunden” (Reprodukt) angetan. “Es ist ziemlich atemberaubend, wie Mathieu das Licht und den Blick durch den Raum navigiert”: “Ein virtuos zersplitterter Krimi”.
An gleicher Stelle sagt Lukas Jüliger über sich “Ich bin der langweiligste Mensch der Welt!”. Michael Brake stellt ihn und sein bei Reprodukt erschienenen Comic “Vakuum” vor, den er ein “herausragendes Debüt” nennt: “Coming-of-Age-Geschichten wird es immer geben. Aber selten hat eine so deutlich gezeigt, was in diesem Genre noch alles möglich ist wie diese düsterzarte Außenseiterliebesgeschichte.”
Auf page-online.de findet sich auch ein Porträt Lukas Jüligers von Sabine Danek samt einer Bildergalerie.
“Marzi Band 2: 1989″ von Marzena Sowa & Sylvain Savoia
Ende der 1980er-Jahre ist Polen das erste Land des sowjetischen Blocks, das vom Kommunismus den Schritt in die Demokratie wagt. Eine ruhige Revolution, die die Zeit der Veränderungen im Osten eröffnet und ihren Höhepunkt 1989 im Fall der Berliner Mauer findet.
Marzena Sowa setzt die Erzählung ihrer polnischen Kindheit während dieser Schlüsseljahre fort, mit der leichten zeichnerischen Gestaltung von Sylvain Savoia.
Band 2 schließt mit umfangreichen Extras.
Marzi Band 2: 1989, ISBN 978-3-862014682, 224 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,95, erscheint im März 2013
Ende Januar ist es erschienen: das vom “Orang”-Kollektiv als letzte Ausgabe angekündigte “Orang X” zum Thema “Heavy Metal”, mit Beiträgen von Sharmila Banerjee, Verena Braun, Yan Cong, Anke Feuchtenberger, Aisha Franz, Jul Gordon, Anna Haifisch, Sascha Hommer, Angela Dalinger, Marlene Krause, Martina Lenzin, Zuo Ma, Marijpol, Klaas Neumann, Paul Paetzel, Till Thomas und Amanda Vähämäki.
Mit “Orang” verabschiedet sich ein Magazin vom deutschen Markt, das für einige Verlage ein wichtiges Forum für junge Talente war. Das gilt nicht nur für Reprodukt, unter dessen Label das von Arne Bellstorf und Sascha Hommer herausgegebene Magazin von der sechsten bis zur zehnten Ausgabe erschienen ist, sondern auch etwa für den avant-verlag. Viele in den letzten Jahren bekannt gewordene junge deutsche ZeichnerInnen haben mit einem Beitrag im “Orang” zum ersten Mal auf sich aufmerksam gemacht.
Das System “Orang” funktionierte folgendermaßen: Ein Redaktionskollektiv hat ausgewählt, wer zur Mitarbeit eingeladen wurde und ein Thema vorgegeben. In verschiedenen Arbeitsschritten – von der Ideenfindung über die Vorzeichnung bis zur Reinzeichnung – wurden die eingereichten Geschichten in Beisein des Autors mit dem Redaktionskollektiv besprochen. Beiträge wurden anschließend ein- oder mehrfach überarbeitet. Dieses Vorgehen war für manche ZeichnerIn eine sehr gute Vorbereitung auf eine spätere Zusammenarbeit mit einem Verlag.
Einen derartigen redaktionellen Austausch bieten die wenigsten deutschsprachigen Magazine. Auch deshalb wird “Orang” an der Schnittstelle zwischen studentischen und verlegerischen Projekten kaum zu ersetzen sein. Viele aus der ersten Generation der “Orang”-Schaffenden – Arne Bellstorf, Sascha Hommer, Line Hoven – haben schon früh bei Reprodukt eine verlegerische Heimat gefunden. Andere – Aisha Franz, Martina Lenzin, Moki, Carolin Walch – gehören neben den “Spring”-Zeichnerinnen zur neuen Generation junger Zeichnerinnen, die in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erhalten haben. Ebenso wie Kati Rickenbach, die bei der Edition Moderne verlegt wird. Weitere Arbeiten von regelmäßigen “Orang”-Zeichnerinnen – Marijpol, Sophia Martineck, Till Thomas – wurden oder werden in Kürze beim avant-verlag erscheinen.
“Orang” wurde Zeit seines Bestehens international sehr viel Aufmerksamkeit zuteil. Nicht nur gilt das Magazin als Aushängeschild für die junge deutsche Zeichnerszene. Auch durch die Beiträge aus aus anderen Ländern kann man in allen Ausgaben von “Orang” nachlesen, wie und wohin sich das Erzählen mit Comics weltweit entwickelt.
Arne Bellstorf und Sascha Hommer, die “Orang”-Botschafter, besuchen mit ihrem Englisch untertitelten Magazin Festivals in aller Welt und suchen den Austausch mit anderen Comic-Magazinen und Zeichnern, unter anderem aus China, Italien, Finnland, Frankreich oder Korea. In den vergangenen Jahren sind nicht wenige der “Orang”-ZeichnerInnen als Repräsentanten nicht nur der Comic-, sondern der deutschen Kulturszene unterwegs. Arne Bellstorf, Aisha Franz, Sascha Hommer oder Line Hoven werden vom Goethe-Institut überall in die Welt geschickt, um Ausstellungen zu präsentieren, Vorträge zu halten oder Workshops zu leiten.
Zum Erscheinen der neuen Ausgabe von “Orang” hat Herausgeber Sascha Hommer dem “Tagesspiegel” und “Page” Interviews gegeben. Und wie schon bei den letzten Veröffentlichungen gibt es auch dieses Jahr zum Erscheinen der neuen Ausgabe eine Reihe von Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten. Gelegenheit genug also, den Abschied gebührend zu feiern:
Am 15. März werden die amerikanischen Comic-Autoren Chris Ware und Scott McCloud in Berlin erwartet. Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” wird Anfang März bei Reprodukt erscheinen, Scott McClouds Comic-Theoriebände wie “Comics neu erfinden” liegen bei Carlsen vor.