Graphic Novels
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Monatsarchiv für MĂ€rz 2013

“Schweiz hat absolut keine Comics-Nachwuchssorgen!”

Donnerstag, den 28. MĂ€rz 2013

Einen Blick auf die Comicszene in der Schweiz wirft Renat Kuenzi in seinem Beitrag fĂŒr swissinfo.ch, das internationale Informationsportal des Schweizer Rundfunks. Anlass dafĂŒr ist das Comicfestival Fumetto in Luzern, das am vergangenen Sonntag zuende ging. Kuenzi unterhielt sich mit Fumetto-Mitorganisatorin Marta Nawrocka, Edition Moderne-GrĂŒnder und “Strapazin”-Mitherausgeber David Basler sowie dem Journalisten Christian Gasser. Interessant dabei die Beobachtung Gassers, das durch Graphic Novels die Comic-Traditionen der verschiedenen schweizer Landesteile einen gemeinsamen Nenner finden.

Zum Beitrag geht es hier: “Schweiz hat absolut keine Comics-Nachwuchssorgen!”

In einem weiteren Beitrag auf swissinfo.ch befasst sich Islah Bakhat mit der auf dem Fumetto gezeigten Ausstellung von Comics aus dem arabischen Raum: “Im arabischen Comic dauert der FrĂŒhling an“.

“Eine Reise ins Nichts – hin und retour”

Mittwoch, den 27. MĂ€rz 2013

Die Anthologie “Eine Reise ins Nichts – hin und retour” steht ganz im Zeichen der Comics aus Österreich: Versammelt werden in dem Band Geschichten von zehn aus Österreich stammenden KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstlern wie zum Beispiel Ulli Lust (“Flughunde”, Suhrkamp), Nicolas Mahler (“Kunsttheorie versus Frau Goldgruber”, Reprodukt) und Thomas Kriebaum (“Kleiner Tod”, Luftschacht). Herausgeber sind Leopold Maurer und NÖART.

Der Begriff Comic beschreibt eine Folge von gezeichneten, oft mit Text kombinierten Bildern, die eine Geschichte erzĂ€hlen, somit ist der Comic eine eigenstĂ€ndige Kunstform, die sich mit Literatur und Bildender Kunst ĂŒberschneidet. UrsprĂŒnglich leitet sich der Begriff Comic vom englischen Begriff “comic strip” ab, was so viel heisst wie komischer Streifen, da Comics aber nicht unbedingt komisch sein mĂŒssen, wurde in letzter Zeit der neutrale Begriff “Sequenzielle Kunst” eingefĂŒhrt.

In Österreich wurden und werden mit dem Begriff Comic oft nur Hefte mit lustigen bunten Bildern fĂŒr Kinder und Jugendliche in Verbindung gebracht – die sogenannten “Hefterln” – und der Comic wurde im Großen und Ganzen als Schund abgetan. Comics mit kĂŒnstlerischem Anspruch, die oft ausschliesslich an ein erwachsenes Publikum gerichtet sind, fristeten ein Nischendasein, unbeachtet von den Medien oder eines kunst- und literaturinteressierten Publikums.

Eine Reise ins Nichts – hin und retour, ISBN 978-3-902844-23-1, 104 Seiten, teilw. farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 23,, EUR (A) 23,60, erschienen bei Luftschacht

Graphic Novels in den Medien – 26. MĂ€rz 2013

Dienstag, den 26. MĂ€rz 2013

In der aktuellen Ausgabe des Freitag stellt Jonas Engelmann “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware vor. In “Auch unten ist er allein” zeigt er sich begeistert: “Die Erwartungen an den Comic als schnell konsumierbares Produkt der Massenkultur unterlĂ€uft er mit seiner Ästhetik der Verweigerung, die sich zu immer neuen, immer waghalsigeren GebĂ€uden formt, hin und wieder einzustĂŒrzen droht und doch die Story nie aus den Augen verliert. Seine ComicgebĂ€ude und deren Bewohner erschaffen fĂŒr den Leser tatsĂ€chlich eine eigene Welt, verstörend, rĂŒhrend, direkt, kritisch und dabei immer mit einer selten zu findenden Selbstironie”.

FĂŒr die Welt fĂŒhrte Thomas von Steinaecker mit Chris Ware ein Interview, in denen auch auf Chris Wares EinflĂŒsse aus der Literatur eingegangen wird: “Sprechblasen der Erinnerung”.

Ebenfalls in der Welt wurde Sarah Leavitts “Das große Durcheinander” (Beltz) besprochen: “ein bedrĂŒckendes Protokoll des allmĂ€hlichen Verschwindens einer Persönlichkeit”: “Mutters Schamhaare”.

“TiefgrĂŒndig und von morbider Schönheit”: Auf tagesspiegel.de stellt Lars von Törne Anders Nilsens “Große Fragen” (Atrium) vor: ” Aus der Vogelperspektive”.

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “White Line” von Calle Claus (Edition 52) vor: “Auf großer Fahrt”. Er fastt zusammen: “Rauschhaft, assoziativ, surreal”. Der Beitrag erschien auch in den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

“Aus dem Nichts steht plötzlich ein virtuoser deutscher ComicerzĂ€hler vor uns.” FAZ-Feuilletonis Andreas Platthaus zeigt sich von Lukas JĂŒligers Debut “Vakuum” (Reprodukt) beeindruckt, wie er in einem Blogbeitrag auf faz.net schreibt: “Liebe lĂ€uft Amok”.

Ähnlich sieht es Thomas Kögel auf comicgate.de, der resĂŒmiert: “Sehr starkes DebĂŒt, das seine morbid-verstörende Teenage-Angst-Story souverĂ€n erzĂ€hlt”

Neue Graphic Novels im Jaja Verlag

Montag, den 25. MĂ€rz 2013

“Earth unplugged” von Jennifer Daniel

ElektrizitÀt ist aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken. In unserem Alltag setzen wir Energie ganz selbstverstÀndlich ein, sie macht das Leben einfacher und bequemer. Doch was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfÀllt?

In der Geschichte von Jennifer Daniels ist der Stromausfall das Intro fĂŒr eine Geschichte, die auf sich auf Planeten jenseits unseres Sonnensystems abspielt. Es ist die Geschichte der jungen Frau, die wĂ€hrend dem Stromausfall bei Ihrer alten Nachbarin um eine Kerze bittet und in der vom Kaminfeuer beleuchteten Stube erzĂ€hlt wird.

Jennifer Daniels erzÀhlt diese Geschichte ohne viele Worte zu verschwenden, denn die Geschichte erzÀhlt sich in Bildern und Farben. Jede Doppelseite des farbenprÀchtigen Comics ist eine elegante Komposition von Panels. Die jeweiligen Stimmungen und Spannungen werden durch die farbigen FlÀchen der fein gestalteten Bilder erzeugt und zeigen uns in aller Ruhe, wie die Dinge und die Natur sich entwickeln.

Earth unplugged, ISBN 978-3-943417-16-6, 48 Seiten, geheftet, farbig, 10 EUR (D)

“Hinter den sieben Burgen” von Alexander von Knorre

„Hinter den sieben Burgen“ beginnt mit einer Zugfahrt von Deutschland nach RumĂ€nien, hier wird Alex seinen Zivildienst in einen Waisenhaus leisten. Das kleine rumĂ€nische Dorf ist eine andere Welt: Ein Pferdewagen rattert ĂŒber das Pflaster, die Kinder des Heims sehen alle aus wie Jungen, weil kurze Haare LĂ€usen vorbeugen, der Leiter des Waisenhauses ist wenig ambitioniert, die Erzieher sind ĂŒberfordert, es ist laut und chaotisch.

In kleinen Episoden erzĂ€hlt Alexander von Knorre von seinem Jahr in SiebenbĂŒrgen, von Begegnungen mit Bewohnern, freiwilligen Helfern und Reisenden, von der Weite des Landstriches, von wilden Kindern, knurrenden Hunden, Plumpsklos, miesen Telefonverbindungen, WĂ€schebergen und rumĂ€nischen (Bilder-)HĂ€ngungen.

Eine Graphic Novel ĂŒber einen Landstrich, den es so nicht mehr gibt.

Hinter den sieben Burgen, ISBN 978-3-943417-23-4, 168 Seiten, Softcover, farbig, 20 EUR (D)

Zur Website des Jaja Verlags geht es hier. Der Jaja Verlag liefert ĂŒber die GVA aus.

Chris Ware auf 3Sat

Freitag, den 22. MĂ€rz 2013

Am gestrigen Donnerstag zeigte das Magazin “Kulturzeit” auf 3Sat einen Beitrag ĂŒber Chris Ware und sein Buch “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt). Das Video kann in der 3Sat-Mediathek noch angesehen werden.

Auf der begleitenden Website der “Kulturzeit” finden sich neben einem Text ĂŒber Buch und Autor (“Mit Jimmy Corrigan hat Chris Ware bewiesen, dass die KomplexitĂ€t eines Comic literarischen Werken in nichts nachstehen muss. Selbst dem letzten Zweifler dĂŒrfte nach der LektĂŒre dieses Buchs ein Licht aufgegangen sein.”) auch eine Leseprobe aus dem Band: “Geschichten-Zeichner – Chris Wares Comic Jimmy Corrigan.

“Packeis” – Lesung und Workshop in Frankfurt

Donnerstag, den 21. MĂ€rz 2013

Packeis

Im Frankfurter Weltkulturenmuseum wird Simon Schwartz am Freitag, dem 12. April, sein Buch “Packeis” (avant-verlag) vorstellen. Unter dem Titel “Packeis – Die Geschichte des afroamerikanischen Polarforschers Matthew Henson” gibt er einen Einblick in die Entstehung und Handlung der Graphic Novel. Tags darauf wird es einen Workshop fĂŒr Kinder zwischen 7 und 12 Jahre mit Schwarz geben,

Als erster Mensch erreichte er 1909 den Nordpol und wurde Teil der Sagenwelt der Inuit, als der Mann, der den Teufel besiegte. Doch der verdiente Ruhm blieb ihm verwehrt – denn Matthew Henson war schwarz.
In seinem neuen Buch erzĂ€hlt der preisgekrönte Comiczeichner und Autor Simon Schwartz die Geschichte des afroamerikanischen Polarforschers Matthew Henson. Auf bewegende Weise berichtet er vom Pioniergeist, Scheitern und Vergessenwerden eines großen Mannes.

Beginn der Lesung ist am 12. April um 19 Uhr, der Eintritt betrĂ€gt 3 EUR (ermĂ€ĂŸigt 1,50 EUR) inkl. GetrĂ€nk. Der Workshop wird von 14 bis 17 Uhr stattfinden, der Eintritt betrĂ€gt hier 6 EUR, um Anmeldung wird gebeten.

Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29-37, D-60594 Frankfurt am Main
www.weltkulturenmuseum.de

“Baltic Comic” in Kiel und Rendsburg

Mittwoch, den 20. MĂ€rz 2013

Noch bis zum kommenden Sonntag lĂ€uft die Veranstaltungsreihe “Baltic Comic” in Kiel und Rendsburg, die aus einem Comic-Symposium, Ausstellungen, VortrĂ€gen, einem Comic-Battle und noch mehr besteht. Beteiligt sind dabei Comicschaffende aus vielen Ostsee-Anrheinerstaaten, darunter: Mari Ahokoivu (Finnland), Ingrida Picukane (Lettland), Kristjan Paur (Estland), Akvile Miseviciute (Litauen) und Gregor Hinz (Deutschland).

Über das umfangreiche Programm informiert die “Baltic Comic”-Website.

Graphic Novels in den Medien – 20. MĂ€rz 2013

Mittwoch, den 20. MĂ€rz 2013

Bereits im Januar veröffentlichten die Vereinten Nationen das oben zu sehende Video von den Dreharbeiten zur Verfilmung von “Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” von Abel Lanzac und Christophe Blain (Reprodukt). Gedreht wurde an OriginalschauplĂ€tzen wie hier dem UN Sicherheitsrat. Noch ist kein Termin bekannt, wann der Film von Bertrand Taverneier in die Kinos kommen wird.

Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter unter der Überschrift “Sterben Wegziehen Wiederkehren” den jĂŒngt erschienenen Band “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor. Dabei stellt sie Ähnlichkeiten zu den BĂŒchern von Marjane Satrapi und David B. heraus und resĂŒmiert dort: “Mit Zeina Abirached kommt jedenfalls eine interessante neue GeschichtenerzĂ€hlerin in die deutschsprachige Comiclandschaft.”

Auch auf MDR Figaro wurde das Buch vorgestellt, wobei Zeina Abirached auch in ihrer Pariser Wohnung besucht wurde. Der Beitrag lÀsst sich hier nachhören.

Die Kunst zu fliegen ist ein ĂŒberzeugendes StĂŒck Sozialgeschichte, transportiert ĂŒber das interessante Medium der Graphic Novel, welches sich als Mittel der biographischen Darstellung einmal mehr als sehr passend erweist.” Das schreibt Thomas Möller auf der Website der Rezensionsplattform kritisch-lesen.de ĂŒber das Buch von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag): “Die kritischen Verlierer”.

Über den Besuch von Scott McCloud und Chris Ware in Berlin Ende vergangener Woche schreiben unter anderem die SĂŒddeutsche Zeitung (“Wie man auf Glas skatet”) sowie Der Tagesspiegel (“Striche, die die Welt bedeuten”).

Auf tagesspiegel.de berichtet Thomas Hummitzsch ĂŒber eine Podiumsdiskussion des Comic-Autoren Peer Meter auf der Leipziger Buchmesse. Mit Meter saßen die Zeichner David von Bassewitz, mit dem er aktuell noch an einem neuen Titel arbeitet, sowie Gerda Raidt, die das jĂŒngst erschienene “Böse Geister” (Reprodukt) zeichnerisch umsetzte, auf dem Podium: “‘Die Sprechblase ist die Seele der Figur’”.

Nicht ganz zufrieden zeigt sich Thomas Greven an gleicher Stelle mit zwei der in Frankreich erschienenen, von Comic-Autorinnen und -Autoren illustrierten ReisefĂŒhrern: “Mit Hugo Pratt und Isabel Kreitz um die Welt”. “Was kann da noch schiefgehen? Leider so einiges, wenn am Ende der Mut fehlt, etwas wirklich Außergewöhnliches zu versuchen.”

“Jimmy Corrigan” – Chris Ware in Berlin und Leipzig

Montag, den 18. MĂ€rz 2013

Knapp eine Woche nach Erscheinen von “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt), geschrieben und gezeichnet von Chris Ware, gibt es bereits einen ganzen Schwung Rezensionen in der Presse und auf “tagesspiegel.de” auch einen Bericht ĂŒber ein von Andreas Platthaus moderiertes PodiumsgesprĂ€ch mit Christoph Niemann und Chris Ware in Berlin.

“Ware ist ein Perfektionist; nicht umsonst habe ihn die Arbeit an Jimmy Corrigan rund neun Jahre gekostet: ‘Man muss die Inspiration ergreifen und verdichten, solange, bis man die reine Essenz gefunden hat.’“ – Erik Wenk, Der Tagesspiegel

“Es gibt gute und sehr gute Kunstwerke. Und es gibt Meilensteine. Zu der letzten Kategorie gehört die Graphic Novel ‘Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt‘’ des US-Amerikaners Chris Ware, die jetzt endlich, ĂŒber dreizehn Jahre, nachdem sie in den USA erschien, auch auf Deutsch vorliegt.” – Thomas von Steinaecker, SĂŒddeutsche Zeitung

“‘Jimmy Corrigan’ zu lesen ist ein ebenso beglĂŒckendes wie beklemmendes Erlebnis.” – Daniel Kothenschulte, Monopol

“Selbst ĂŒberbordende Handlungsabschnitte wirken innerhalb dieser Bildkompositionen aufgerĂ€umt und ĂŒbersichtlich – und die Welten, die er dadurch schafft, zugleich wahrhaftig und kĂŒnstlich.“ – Christian Neubert, Der Tagesspiegel

“In Amerika wurde ‘Jimmy Corrigan’ als Sofortklassiker gefeiert, der dem Genre eine neue Richtung wies. Nun ist es auf Deutsch in einer prĂ€chtigen Ausgabe herausgekommen.” – Matthias Heine, Die Welt

“Chris Wares Meisterwerk ‘Jimmy Corrigan’ ist endlich auf Deutsch erschienen. Über ein Jahrzehnt hat das gedauert – aber es hat sich gelohnt.” – Christian SchlĂŒter, Frankfurter Rundschau

“Chris Ware hat mit seiner Graphic Novel ein Epos ĂŒber das menschliche Elend geschrieben, das an Melancholie schwer zu ĂŒberbieten ist.” – Jan Tölva, Jungle World

FĂŒnf Fragen: Minou Zaribaf | Reprodukt

Samstag, den 16. MĂ€rz 2013

Ab sofort ist Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) im Handel erhĂ€ltlich. Wie der Verlag herausstellt, war der “Jahrhundertcomic.” (Thomas von Steinaecker, Die Welt) fĂŒr Redaktion und Produktion ungemein aufwĂ€ndig – zwei BlogeintrĂ€ge gab es allein zur Korrektur und zum Druck.

Im Interview stellt sich Herstellerin Minou Zaribaf unseren “FĂŒnf Fragen” und gibt einen Einblick in die besonderen Herausforderungen dieses Buches und darĂŒber hinaus in die Besonderheiten der Comic-Produktion allgemein.

Neben ihrer TĂ€tigkeit fĂŒr Reprodukt arbeitet Minou Zaribaf auch freiberuflich als Mediengestalterin und Herstellerin. So zeigt sie sich fĂŒr die Herstellung vieler bekannter Titel wie David Mazzucchellis “Asterios Polyp” (Eichborn), Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen) sowie “MetaMaus” von Art Spiegelman (Fischer) verantwortlich.

ZunÀchst eine allgemeine Frage: Was ist das Besondere bei der Produktion eines Comics?

Man nehme eine fantastische Redaktion, eine Tiptop-Übersetzung, ein hervorragendes Handlettering und eine sehr geduldige Herstellung. Wenn wir von Lizenzausgaben sprechen, so gibt es zu Beginn der Produktion zuerst einige offene Fragen zu klĂ€ren, wie zum Beispiel sollen wir uns fĂŒr Hard- oder Softcover entscheiden und warum – aber vor allen Dingen ob – fĂŒr die ĂŒbersetzten Texte im Comic Handlettering verwendet werden soll oder das Lettering mit einem Computerfont auch schön werden könnte. Im Hause Reprodukt wird in 99,9% der FĂ€lle fĂŒr Handlettering plĂ€diert und wir haben hierfĂŒr einen ganzen Stab an tollen Leuten. Diese zeichnen dann nicht nur die Originalschrift so Ă€hnlich wie möglich auf Transparentpapier nach, die ĂŒbersetzten Texte wollen auch noch so passgenau wie irgend möglich ĂŒber den Sprechblasen des Orginalbandes liegen. Hier muss die Übersetzung gute Vorarbeit leisten, damit die zumeist lĂ€ngeren Übersetzungstexte dennoch gut in die Blasen hineinpassen.

Irgendwann bekommt die Herstellung einen ganzen Haufen Transparentpapier mit Lettering zugeschickt und beginnt mit dem Scannen und dem anschliessenden SĂ€ubern dieser gescannten Texte. Dann folgt das Einmontieren in die Originaldaten und ein Austausch eventuell nicht so gelungener Buchstaben oder UmbrĂŒche. Und irgendwann geht’s dann ab in den Korrekturlauf.

Nun haben Sie “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware hergestellt. Können Sie allgemein beschreiben, was das Besondere bei der Herstellung war? Gab es bei der Produktion spezielle Herausforderungen und vielleicht auch Überraschungen?

Bereits beim Sichten der amerikanischen Originaldaten war klar: Diese Produktion wĂŒrde kein Zuckerschlecken werden. Wir hatten es mit antiken QuarkXpress-Dateien zu tun, die sich partout nicht in Indesign-Daten umwandeln lassen wollten – zudem waren etliche der Bilddaten beschĂ€digt. Der Versuch, das 380 Seiten-Buch in wochenlanger Arbeit komplett neu aufzubauen, scheiterte an den vielen verschieden Bildebenen per Seite. Immer wieder stiess ich auf eine Ebene, die keine Bildinformation enthielt, wo aber eine hĂ€tte sein mĂŒssen. Dies waren dann die verlorengegangenen Daten. Im Endeffekt haben wir die Daten unsere hollĂ€ndischen Kollegen von Oog & Blik neu bearbeitet, doch auch hier mussten wir mit Ă€ußerster Vorsicht jede Seite und jede Ebene (380 Seiten multipliziert mit durchschnittlich 4 Ebenen per Seite macht 1520 VorgĂ€nge) auf VollstĂ€ndigkeit und Passgenauigkeit kontrollieren, ein eventuell eingestelltes “Überdrucken“ entfernen und sĂ€mtliche Farben von Sonderfarben in regulĂ€re Druckfarben umwandeln. Eine heikle Prozedur.

Unser allergrĂ¶ĂŸtes Staunen galt dem Umschlag, welcher aus mindestens 10 ĂŒbereinanderliegenden Layern bestand. Vom heutigen technischen Standpunkt komplett unnötig – da hĂ€tten eine Farb- und Schwarzebene völlig ausgereicht. Von den HollĂ€ndern erwarben wir auch einige Computerfonts. In “Jimmy Corrigan” verwendet Chris Ware ein ganzes Arsenal unterschiedlicher Schriften und Schriftarten, die alle zu imitieren ein ĂŒbermenschliche Aufgabe fĂŒr den Handletterer Michael Hau bedeutet hĂ€tte, der großartige Arbeit geleistet hat. Bei einigen Überschriften und Texten entschieden wir uns daher fĂŒr einen Mix aus Font und Lettering, obwohl Chris Ware in seiner Originalausgabe unfassbarerweise tatsĂ€chlich alles selbst von Hand gezeichnet hat.

Wie lange hat die Arbeit an “Jimmy Corrigan” gedauert?

Waren es eventuell sechs Monate? Ich habe irgendwann aufgehört mitzuzÀhlen.

Gibt es Projekte solcher Art und solchen Umfangs hÀufiger?

Die gesamte Produktion bei “Jimmy Corrigan” stellt an Aufwand schon eine herausragende Ausnahme dar. Aber fragen Sie mich doch noch mal, nachdem wir “Building Stories“ von Chris Ware fertig produziert haben. Jedenfalls freuen wir uns jetzt ĂŒber das Erscheinen dieses wirklich sehr schön gewordenen Comics!

Heute in Berlin: Chris Ware und Scott McCloud

Freitag, den 15. MĂ€rz 2013

Am heutigen 15. MĂ€rz werden die amerikanischen Comic-Autoren Chris Ware und Scott McCloud in Berlin erwartet. Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” ist bei Reprodukt erschienen, Scott McClouds Comic-TheoriebĂ€nde wie “Comics neu erfinden” liegen bei Carlsen vor.

Chris Ware wird morgen auf der Buchmesse in Leipzig zu Gast sein.

Evangelischer Buchpreis 2013

Freitag, den 15. MĂ€rz 2013

Neben dem eigentlichen Evangelischen Buchpreis, der in diesem Jahr an Jenny Erpenbeck fĂŒr ihren Roman “Aller Tage Abend” geht, wurde aus einer Longlist mit 136 Titel eine Empfehlungsliste mit vierzehn BĂŒchern ausgewĂ€hlt, die zur LektĂŒre empfohlen werden.

Darunter findet sich in der Kategorie Sachbuch mit Paula Bullings “Im Land der FrĂŒhaufsteher” auch eine Graphic Novel des avant-verlags. Zur BegrĂŒndung: “FlĂŒchtlingshilfe aus einem anderen Blickwinkel. Bildhaft wird nicht nur die bloße Kritik an der Residenzpflicht dargestellt, sondern vor allem berĂŒhrende persönliche Geschichten von Menschen nach der Flucht.”

Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 in wechselnden Sparten verliehen, seit 2011 ohne besondere Spartenkennzeichnung. Er ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf VorschlĂ€gen von Leserinnen und Lesern beruht. VorschlĂ€ge werden ĂŒber BĂŒchereien, per Post und ĂŒber diese Internetseite eingesandt. Ausgezeichnet werden BĂŒcher, die dazu anregen ĂŒber uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. In der Jury arbeiten Mitarbeitende aus MitgliedsbĂŒchereien, aus LandesverbĂ€nden der evangelischen BĂŒchereiarbeit, zwei Jugendliche aus der kooperierenden Landeskirche und die GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Ev. Literaturportals zusammen.

Edition Moderne beim Fumetto

Donnerstag, den 14. MĂ€rz 2013

Am kommenden Wochenende eröffnet das Comicfestival Fumetto seine Pforten. Im Neubad wird es dabei einen sogenannten “Small Press Heaven” geben, bei dem Klein- und Kleinstverlage ihre Comics anbieten werden.

Mit dabei ist auch die Edition Moderne, die dort eine Auswahl aus dem Verlagsprogramm prĂ€sentieren wird. Mit im GepĂ€ck ist das soeben erschienene Buch “Ein iranischer Albtraum” von Mana Neyestani. Eigentlich war vorgesehen, dass der Autor selbst vor Ort sein wird um das Buch vorzustellen. Dazu wird es aber nicht kommen. Der Verlag teilt mit;

“Leider konnte Mana Neyestani ja nicht aus Frankreich fĂŒrs FUMETTO ausreisen, weil er in Frankreich noch keine “Carte de Sejour” (Aufenthaltsbewilligung) erhalten hat. Seine Geschichte ist also immer noch nicht abgeschlossen
”

Bereits im Dezember 2010 unterhielt sich Alex RĂŒhle fĂŒr die SĂŒddeutsche Zeitung mit dem Neyestani ĂŒber dessen Situation als politisch Verfolgter: “Mit GlĂŒck GefĂ€ngnis”.

Fumetto, Small Press Heaven im Neubad, Bireggstrasse 36, CH-6005 Luzern
www.fumetto.ch

“Der Staub der Ahnen” – Ausstellung in Linz

Donnerstag, den 14. MĂ€rz 2013

Die Studiogalerie der Kunstsammlung Linz zeigt ab dem 21. MĂ€rz eine Ausstellung mit Arbeiten von Felix Pestemer.

im Rahmen des NEXTCOMIC Festivals 2013.
21. MĂ€rz bis 20. April 2013

Der Berliner KĂŒnstler Felix Pestemer schuf mit “Der Staub der Ahnen” (avant-Verlag, 2012) eine grandios illustrierte Graphic Novel, fĂŒr die er einige Jahre in Mexiko Sitten, GebrĂ€uche und Folklore der Einwohner aufsog. Die heiter-morbide AtmosphĂ€re der mexikanischen Totenkultur sprengt hier mit Reflexionen ĂŒber Tod und Erinnerung die Grenzen des Comic-Mediums. Die bereits in mehreren Museen (u.a. Sepulkralmuseum Kassel) gezeigte Ausstellung „Staub der Ahnen“ bringt neben Originalgrafiken und Objekten auch exklusiv die im Stil des Magischen Realismus gehaltene Illustration des entfleischten Erzherzog Maximilian I. von Österreich.

Die Ausstellung ist zunÀchst Teil des NextComic-Festivals, das bis zum 28. MÀrz lÀuft, und wird im Anschluss bis zum 20. April 2013 zu sehen sein.

Kunstsammlung Linz / Studiogalerie, Landstraße 31, A-4020 Linz
Telefon +4 (0) 732 / 7720 – 16395, Fax + (0)732 / 7720 – 216399
www.diekunstsammlung.at, E-Mail:diekunstsammlung.kd.post@ooe.gv.at,
Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18h, Sa 14-17h, Feiertags geschlossen, Eintritt frei

Graphic Novels auf der Leipziger Buchmesse – Das Veranstaltungsprogramm

Mittwoch, den 13. MĂ€rz 2013

Begleitend zur PrĂ€sentation der Graphic-Novel-Neuerscheinungen an den StĂ€nden der Verlage wird auf der Leipziger Buchmesse vom 14. bis zum 17. MĂ€rz wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, bestehend aus KĂŒnstlergesprĂ€chen, Ausstellungen, Signierstunden und vielem mehr.

Auf die auf der Buchmesse prÀsentierten Neuheiten hatten wir hier hingewiesen.

Mittwoch, 13. MÄRZ

19.30 Uhr | Haus des Buches, Gerichtsweg 28, D-04103 Leipzig
‱ “Alois Nebel – Leben nach Fahrplan” von Jaromir 99, Jaroslav Rudis. Ausstellungseröffnung, Lesung und Konzert

20.30 Uhr | Moritzbastei, Galerie Schwalbennest, UniversitĂ€tsstraße 9 D-04109 Leipzig
‱ “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt – Ausstellungseröffnung

DONNERSTAG, 14. MÄRZ

12.30 Uhr | Die BĂŒhne | Halle 5 | Stand C404
‱ BuchprĂ€sentation “… und ĂŒber uns kein Himmel” (Verlag Graswurzelrevolution) mit Daniel Daemgen und Robert Krieg

13.00 Uhr | Leseinsel Junge Verlage | Halle 5 | Stand D200
‱ Diskussion “Weltliteratur in Graphic Novels – Klassiker fĂŒr Lesefaule?” mit Flix (“Don Quijote”, Carlsen) Michael Groenewald (Reprodukt), Ralf Keiser (Carlsen) und Detlef Wienecke-Janz (wissen media)

16.00 Uhr | Studium rund ums Buch | Halle 5 | Stand C510
‱ “Was kostet ein Yak”, Lesung und GesprĂ€ch mit Autor Philip Cassirer (Carlsen)

17.30 Uhr | Leseinsel Junge Verlage | Halle 5 | Stand D200
‱ Lesung und GesprĂ€ch: “Alois Nebel – Leben nach Fahrplan” von Jaromir 99, Jaroslav Rudis (Voland & Quist)

17.30 Uhr | Sachbuchforum | Halle 3 | Stand E211
‱ BuchprĂ€sentation “… und ĂŒber uns kein Himmel” (Verlag Graswurzelrevolution) mit Daniel Daemgen und Robert Krieg

19.30 Uhr | Centraltheater, Bosestr.1, 04109 Leipzig
‱ “We are Gypsies now” (metrolit) Performance-Lesung und Musik mit Danielle de Picciotto und Alexander Hacke.

20 Uhr | Hochschule fĂŒr Grafik & Buchkunst, WĂ€chterstr. 11, D-04107 Leipzig
‱ Ausstellung und BuchprĂ€sentation “Böse Geister” in Anwesenheit von Peer Meter & Gerda Raidt.

21 Uhr | Hochschule fĂŒr Grafik & Buchkunst, WĂ€chterstr. 11, D-04107 Leipzig
‱ “Pop-PĂŒree”, Konzert, Lesung und Projektion, u.a. mit Katharina Greve (“Patchwork”, GĂŒtersloher Verlagshaus)

FREITAG, 15. MÄRZ

10:30 Uhr | Comic-Forum Schwarzes Sofa | Halle 2, | Stand E600
‱ “Comic-KĂŒnstler auf Tour”, PodiumsgesprĂ€ch mit Birgit Weyhe, Reinhard Kleist, Markus Huber, Moderation: Andreas Platthaus (FAZ)

13.00 Uhr | Leseinsel Junge Verlage | Halle 5 | Stand D200
‱ Rundgang: “Graphic Novel-Verlage stellen sich vor” mit Sebastian Oehler (Reprodukt)

17 Uhr | Berliner Zimmer | Halle 5 | Stand E 315
‱ Knut Elstermann spricht mit Peer Meter, Gerda Raidt und David von Bassewitz ĂŒber die Arbeit an “Böse Geister” und “Vasmers Bruder” (Carlsen).

20 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
‱ “Orang”-Releaseparty mit Arne Bellstorf, Sascha Hommer und vielen anderen mehr.

SAMSTAG, 16. MÄRZ

12 – 18 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
‱ “The MillionaireÂŽs Club” – Comics und Graphics-Messe

15 Uhr | Literaturforum | Halle 5 | Stand F600
‱ Chris Ware stellt im GesprĂ€ch mit Thomas von Steinaecker “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) vor.

16:30 Uhr | Anime-Kino | Halle 2 | Stand G603
‱ FilmvorfĂŒhrung: “Barfuß durch Hiroshima” nach dem gleichnamigen Manga von Keizi Nakazawa (Carlsen)

20 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
‱ Chris Ware spricht mit Andreas Platthaus ĂŒber “Jimmy Corrigan”, seine Arbeit und seine Vorbilder. Eintritt hier: 7 EUR | ermĂ€ĂŸigt 4 EUR, kein Vorverkauf

SONNTAG, 17. MÄRZ

12 – 18 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
‱ “The MillionaireÂŽs Club” – Comics und Graphics-Messe

Graphic Novels in den Medien – 13. MĂ€rz 2013

Mittwoch, den 13. MĂ€rz 2013

In der Kulturzeit auf 3Sat wurden zu Beginn der Woche zwei Comic-AutorInnen und ihre neuen BĂŒcher vorgestellt. Am Montag stand zunĂ€chst Nicolas Mahler im Mittelpunkt, dessen “Alice in Sussex” (nach H.C. Artmann und Lewis Carroll) gerade bei Suhrkamp erschienen ist. Der Wiener “Existenzialist des Humors” erzĂ€hlt im Beitrag (oben zu sehen) ĂŒber seine Arbeit und seine Sicht auf die Welt.

Am Dienstag gab es ein Spezial zum Thema Asyl, in dem auch Paula Bulling zu Wort kommt, die sich in ihrem Buch “Im Land der FrĂŒhaufsteher” (avant-verlag) mit der Situation von Asylbewerbern in Sachsen-Anhalt auseinandersetzt: “ZermĂŒrbende Enge”. Das Video lĂ€sst sich in der 3Sat-Mediathek ansehen.

Drei Neuerscheinungen stellt das Video-Buchmagazin lettra.tv vor: “Die falschen Gesichter” von David B. und HervĂ© Tanquerelle, “Das Cape” von Joe Hill (Panini) sowie “Der Process” nach Franz Kafka von David Zane Mairowitz und Chantal Montellier.

Vor allem die “poetische Ruhe” gefĂ€llt Rezensent Boris Kunz an “Im Dunkeln” von Pierre Wazem und Tom Tirabosco (avant-verlag), wie er auf dem Blog des Titel-Magazins schreibt: “Nomen est Omen”.

Graphic Novels auf der Leipziger Buchmesse

Dienstag, den 12. MĂ€rz 2013

Vom kommenden Donnerstag bis zum Sonntag zeigen die Verlage auf der Leipziger Buchmesse ihre Programme und vor allem die neuen Titel. Dabei stehen auch Graphic Novels wieder im Blickpunkt, weswegen wir wieder die NovitÀten kurz zusammenfassen.

CARLSEN | Halle 2 F401

“Was kostet ein Yak?” von Philip Cassirer

Philip Cassirer hat sich nach seinem Grafikstudium mit zwei Freunden auf den Weg gemacht, um durch Nepal, Indien und Bangladesch zu reisen. Aus seinen Skizzen und Notizen wÀhrend der Reise ist dieser Comic entstanden, der von den witzigen, charmanten und bisweilen chaotischen Abenteuern dreier EuropÀer in Asien berichtet. Jeder, der schon einmal als Backpacker unterwegs war, wird sich an eigene Erlebnisse erinnern, an skurrile Bekanntschaften und unerwartete Entdeckungen. Philip Cassirers Comic bringt das lebendig und in Technicolor zum Ausdruck und erzeugt automatisch Fernweh.

Was kostet ein Yak?, Hardcover, 64 Seiten, 29,5 x 22 cm, inklusive Download-Code fĂŒr das eBook, EUR 14,90

“Wie ein leeres Blatt” von PĂ©nĂ©lope Bagieu

PĂ©nĂ©lope Bagieu variiert in “Wie ein leeres Blatt” das klassische Thema einer Heldin mit GedĂ€chtnisverlust auf ebenso wunderbare wie originelle Weise. Die junge Pariserin Eloise kommt eines Abends auf einer Bank zu sich und weiß nicht mehr, wer sie ist. Langsam erforscht sie ihr eigenes, leider viel zu banales Leben, in dem sie sich weder als Geheimagentin noch als Klon ihrer Selbst oder als Verbrecherin entpuppt.

Ohne je herauszufinden, was ihr zugestoßen ist, ergreift sie die Chance und beginnt ihr Leben noch einmal neu – wie ein leeres Blatt.

Wie ein leeres Blatt, Hardcover mit Spotlack und Gummiband, 208 Seiten, EUR (D) 17,90

EDITION 52 | Halle 2 G313

“Liverfool –  Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles” von Gihef und Damien Vanders

Die Welt swingt im wilden Rhythmus des Songs „Love me do“.

Es ist die erste Single einer bis dahin unbekannten Gruppe mit einem seltsamen Namen: The Beatles. Die Erfolgsstory der vier Jungs aus Liverpool kann beginnen
 Im Schatten dieses Erfolgs steht ein einsamer Mann: Allan Williams. Allan verhalf den Beatles zu ihren ersten Auftritten, in den Kellern von Liverpool und den hippen Clubs von Hamburg. GlĂŒckloses Genie oder beautiful Looser? Hier ist die Geschichte des vergessenen Managers der zur Legende der grĂ¶ĂŸten Gruppe aller Zeiten beigetragen hat.

“Liverfool –  Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles”, ISBN 978-3-935229-99-9, 116 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 18,–

“Die Schönheit des Scheiterns” von Andreas Eikenroth

Job und Uni sind nur einige lĂ€stige Unterbrechungen auf dem Weg zum gefeierten KĂŒnstler. Dabei stilvoll zu scheitern ist eine der leichtesten Übungen fĂŒr Paul und seine Freunde. Ganz gleich ob beim Kickerturnier, der Ausstellungseröffnung oder dem Auftritt der Band, erst recht jedoch beim Überthema Liebe. Aber hat nicht schon Schlingensief das “Scheitern als Chance” gesehen? Zwischen Euphorie und Selbstzweifel schwankt auch der Promillespiegel bei der skurrilen Odyssee durch die Eckkneipen und ProberĂ€ume der Stadt.

Der Gießener Comic-KĂŒnstler Andreas Eikenroth (bekannt u.a. aus Moga Mobo, Tentakel und MitbegrĂŒnder des Comiclabels Pony-Express) legt hier seine erste Graphic Novel vor.

Die Schönheit des Scheiterns, ISBN 978-3-935229-64-7, ca. 110 Seiten, schwarzweiss, Softcover, EUR (D) 12,–

EDITION MODERNE | Halle 5 D106

“Ein Leben in China – Die Zeit der Partei” – von P. ÔtiĂ© und Li Kunwu

Kaum ist Mao 1976 gestorben, beginnt der Kampf um die Macht innerhalb der politischen Elite Chinas, den Deng Xiaoping fĂŒr sich entscheidet. Ein neues China entsteht, das seiner Bevölkerung große FlexibilitĂ€t abverlangt: Was wĂ€hrend der Kulturrevolution verpönt war wie westliche VergnĂŒgungen, Grundbesitz oder Luxus, wird zum neuen Lebensstil in einem Land, das gerade die «sozialistische Marktwirtschaft» entdeckt Xiao Li, der «Kleine Li», durchlebt diese Zeit erst als Soldat und Kuhhirte, dann als Propagandazeichner in der Armee. Schließlich schafft er es nach mehreren AnlĂ€ufen, in die Kommunistische Partei Chinas aufgenommen zu werden.

Ein Leben in China – Die Zeit der Partei, ISBN 978-3-03731-104-2, 200 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 24,–, SFr. 29,80

“Ein iranischer Albtraum” von Maya Neyestani
Dass die harmlose Zeichnung einer Kakerlake fĂŒr Aufruhr und Tote sorgt, hĂ€tte sich der iranische Cartoonist Mana Neyestani nicht trĂ€umen lassen. Er legt der Kakerlake ein Wort in den Mund, das in der Sprache der aserbaidschanischen Minderheit im Iran gelesen werden kann. Als die Aseri sich empören, weil sie sich mit Kakerlaken verglichen wĂ€hnen, kommt Neyestani ins berĂŒchtigte Evin-GefĂ€ngnis. Er benutzt einen Hafturlaub um ĂŒber Dubai und Malaysia Asyl im Westen zu erlangen – ein zweiter Albtraum beginnt 
 Neben dem menschenverachtenden Regime im Iran kritisiert Neyestani mit seiner Graphic Novel auch das internationale Asylwesen.

Ein iranischer Albtraum, ISBN 978-3-03731-106-6, 200 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 24,–, SFr. 29,80

REPRODUKT | Halle 5 D108

“Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware

Als Chris Ware “Jimmy Corrigan” zur Milleniumswende veröffentlichte, löste er damit weit ĂŒber die Grenzen der Comicwelt hinaus Begeisterung aus. Seitdem gilt das Buch als “Jahrhundertcomic”, der die Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Wort radikal ausschöpft und damit beweist: Es gibt große Literatur, die sich nur als Comic erzĂ€hlen lĂ€sst.

Jimmy Corrigan ist ein linkischer und dauerkrĂ€nkelnder Enddreißiger, der ein Dasein als unauffĂ€lliger BĂŒroangestellter fristet. Sein soziales Leben beschrĂ€nkt sich auf die tĂ€glichen Kontrollanrufe der Mutter – und findet ansonsten in seinen tagtrĂ€umerischen Heldenfantasien statt. Ein Brief seines Vaters, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit die Beziehung wiederbeleben möchte, reißt ihn schließlich aus seinem lethargischen Alltag heraus.

Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt, ISBN 978-3-938511-12-1, 384 Seiten, farbig, Hardcover mit Schutzumschlag,  EUR (D) 39,–

“Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt

Als der sechzigjĂ€hrige Harry Wallmann erfĂ€hrt, dass das Stadtviertel seiner Jugend vor dem Abriss steht, macht er sich auf den Weg zu seinem Elternhaus. Doch was als Abschiednehmen geplant ist, gerĂ€t zur Reise in eine dunkle Vergangenheit: Je stĂ€rker er sich einlĂ€sst auf jene Zeit, umso erschreckender treten tief in ihm verschĂŒttete Erlebnisse zutage. Ganz unmerklich wird er eingesponnen von den bösen Geistern seiner Kindheit.

In atmosphĂ€rischen Zeichnungen gelingt es Gerda Raidt, Peer Meters spannend verschachteltes Drama um Schuld, Verlust und den “Gespenster-Harry” eindringlich zu inszenieren, ohne dabei den fĂŒr ihr illustratives Schaffen so charakteristischen Charme einzubĂŒĂŸen.

Böse Geister, ISBN 978-3-943143-42-3, 104 Seiten, zweifarbig, 19 x 23 cm, Klappenbroschur, EUR(D) 20,–

“Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason

Gweny ist dazu verdammt, allein mit ihrer verrĂŒckten und lieblosen Mutter zu leben. Ihr Vater hat die Familie vor vielen Jahren verlassen – angeblich um einen versteckten Schatz auf der Insel der 100.000 Toten zu suchen. Als Gweny eines Tages eine Karte jener besagten Insel in die Hand fĂ€llt, bringt sie eine geldgierige Piratenbande dazu, sie zu ihrem Ziel zu fĂŒhren. Hier gelingt es Gweny, nicht nur das Geheimnis ihres Vaters zu lĂŒften, sondern auch das des sagenumwobenen Eilands.

Unkonventionell konterkarieren Jason und Fabien Vehlmann in “Die Insel der 100.000 Toten” das klassische Genreformat der Piratengeschichte mit ihrem trockenen Humor sowie Ă€ußerst reduzierten Zeichnungen.

Die Insel der 100.000 Toten, ISBN 978-3-943143-44-7, 56 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, EUR (D) 15

ATRIUM | Halle 5 F100

“Das Buch der  Offenbarung” von Matt Dorff und Chris Koelle

Ende des ersten Jahrhunderts schweben die Christen in höchster Gefahr: Der römische Kaiser Domitian macht Jagd auf die AnhĂ€nger Jesu, wĂ€hrend er sich selbst als Gott anbeten lĂ€sst. Zu dieser Zeit befindet sich ein Christ namens Johannes in Verbannung auf der Insel Patmos. Dort ereilen ihn sechzehn Visionen, in denen Gott ihm seinen Plan fĂŒr die Zukunft der Menschheit offenbart. Johannes erfĂ€hrt von dem unmittelbar bevorstehenden Kampf zwischen Gott und Satan; er wird Zeuge, wie nie gesehene Ausgeburten der Hölle in die Schlacht ziehen – und sieht, wie Christus selbst in Gestalt eines Lamms erscheint und neben dem Thron Gottes seinen Platz einnimmt.

Das Buch der Offenbarung, ISBN 978-3-85535-072-8, 192 Seiten, farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 24,95

BELTZ | Halle 2 F101

“Das große Durcheinander – Alzheimer, meine Mutter und ich” von Sarah Leavitt

Erinnerungen, GefĂŒhle und TrĂ€ume dreier Menschen, die mit der Alzheimerkrankheit der Mutter konfrontiert sind. Was macht Alzheimer mit den Familien der Betroffenen? Was bedeutet es fĂŒr eine Tochter, wenn die Mutter sie nicht mehr erkennt?

Die erste Graphic Novel zum Thema Alzheimer berĂŒhrt durch Ehrlichkeit und Humor, und durch einen ĂŒberwĂ€ltigenden Realismus, der auch vor den dunklen Seiten des Lebens mit Demenzkranken nicht zurĂŒckschreckt. Wertvolle Informationen zum Umgang mit Alzheimer wechseln sich ab mit berĂŒhrenden Bildern des Ehemanns und der zwei erwachsenen Töchter, die trotz allem darum kĂ€mpfen, ihr eigenes Leben weiterzufĂŒhren, und dabei immer wieder Momente des GlĂŒcks zu finden.

Das große Durcheinander – Alzheimer, meine Mutter und ich, ISBN 978-3-407-85968-6, 128 Seiten,schwarzweiss, Hardcover, EUR (D) 19,95

BÜCHERGILDE GUTENBERG | Halle 4 A201

“Jonas oder der KĂŒnstler bei der Arbeit” von Albert Camus und Katia Fouquet

Jonas ist ein glĂŒcklicher Mensch. Als seine Kunst immer mehr Anerkennung findet, sieht er sich zunehmend von seinem Alltag bedrĂ€ngt und ĂŒberfordert und versagt bei der Arbeit. Er zieht sich in einen Verschlag zurĂŒck, um das eine große Kunstwerk zu schaffen. Katia Fouquet seziert das Leben des KĂŒnstlers und fĂ€ngt seine zunehmende Beengung eindrucksvoll ein. Im Wechsel zwischen Außen- und Innenperspektive schafft sie dabei einen Bogen zwischen Comic, Kunstkatalog und Skizzenbuch.

Die Graphic Novel spannt in ihrer Erscheinungsform einen Bogen zwischen Comic, Kunstkatalog und Skizzenbuch und schafft damit eine Parallele zwischen Katia Fouquets eigener Arbeit als KĂŒnstlerin und der Arbeit der fiktiven Figur des Jonas.

Jonas oder der KĂŒnstler bei der Arbeit, ISBN 978-3-86406-025-0, 160 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,95

KNESEBECK | Halle 4 C202

“Egon Schiele – Ein exzessives Leben” von Xavier Coste

Wien vor dem Ersten Weltkrieg: Die Donaumetropole steht auf dem Höhepunkt ihrer intellektuellen und kĂŒnstlerischen Entfaltung. Ein junger Mann, eifrig und tollkĂŒhn, stĂŒrzt sich auf die Malerei, gefördert und unterstĂŒtzt von Gustav Klimt. Egon Schiele ist ein Freigeist, doch seine Kunst beleidigt viele, und seine provokante Offenheit fĂŒhrt zum Skandal. Schieles expressive Akte und SelbstportrĂ€ts, die in morbiden Farben und seltsamen Körperhaltungen dargebotenen Figuren gelten vielen als pornografisch. Bald wird er als »obszön« verurteilt und muss kurzzeitig ins GefĂ€ngnis. Mit nur 28 Jahren stirbt dieser geniale KĂŒnstler 1918 an der Spanischen Grippe. Der junge Zeichner Xavier Coste gibt mit der Biografie Egon Schieles sein außergewöhnliches und viel beachtetes Graphic-Novel-DebĂŒt. Er lĂ€sst sich auf den Stil und die gedĂ€mpfte Farbigkeit Schieles ein und erzĂ€hlt das bewegte Leben des KĂŒnstlers auf eine ganz eigene, neuartig faszinierende Weise.

Egon Schiele – Ein exzessives Leben, ISBN 978-3-86873-603-8, 72 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,95

“Der Process” von Franz Kafka, David Zane Mairowitz und Chantal Montellier

Der Process ist einer der bekanntesten Texte der Weltliteratur: Die ErzĂ€hlung ĂŒber Josef K., der eines Morgens ohne Grund verhaftet und in ein undurchschaubares Gerichtsverfahren verwickelt wird. Ein verwirrendes Ereignis löst das nĂ€chste ab, und K. versucht immer verzweifelter, seine Unschuld zu beweisen – bis ihm schließlich das fatale Urteil ĂŒberbracht wird. Chantal Montelliers scharfe und detaillierte Art der Illustration, die an Radierungen erinnert, fĂ€ngt den trocken-prĂ€zisen Ton von Kafkas beklemmendem PortrĂ€t ein und verbildlicht die dĂŒstere Welt der Gerichtsbarkeit und der absurd-grotesken BĂŒrokratie auf beeindruckende Weise. Diese meisterhaft adaptierte Graphic Novel macht deutlich, dass Franz Kafkas zeitlose Schilderung eines ausweglosen Kampfes bis heute nichts von ihrer AktualitĂ€t und literarischen StĂ€rke verloren hat.

Der Process, ISBN 978-3-86873-616-8, 130 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 22,–

JACOBY & STUART | Halle 4 B207

“Die große Transformation” von Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt und Reinhold Leinfelder (Hrsg.)

In Anbetracht von Klimawandel, Artensterben und Ressourcenknappheit setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass wir unseren bisherigen Lebensstil nicht einfach beibehalten können. Wenn unsere Gesellschaften in fĂŒnfzig Jahren noch funktionieren sollen, mĂŒssen wir den Verbrauch von fossilen Brennstoffen drastisch reduzieren und ein nachhaltiges Wirtschaften lernen.

Wie das gehen soll, haben die neun Wissenschaftler erarbeitet, die den von der deutschen Bundesregierung bestellten Wissenschaftlichen Beirat globale UmweltverĂ€nderungen (WBGU) bilden. In Form von Graphic Interviews mit jedem von ihnen wird von ganz verschiedenen Seiten betrachtet, was Fakt und was zu tun ist. Denn Geo- und Klimawissenschaft, Wirtschaft und Technik, Politik und Alltagskultur mĂŒssen zusammenwirken, um die unumgĂ€ngliche Große Transformation zu erreichen.

Die große Transformation, ISBN 978-3-941087-23-1, 144 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 14,95

LUFTSCHACHT | Halle 4 E207

Als sein Vater plötzlich stirbt, erinnert sich ein 37-jĂ€hriger KĂŒnstler an seine Ankunft in den USA Anfang der 90er-Jahre. Als junger Mann voller TrĂ€ume, will er im FilmgeschĂ€ft Fuß fassen. Eine furiose Graphic Novel in gewaltigen Bildern, die Aufsehen erregt.

Als sein Vater plötzlich stirbt, erinnert sich ein 37-jĂ€hriger KĂŒnstler an seine Ankunft in den USA Anfang der 90er-Jahre. Als junger Mann voller TrĂ€ume, will er im FilmgeschĂ€ft Fuß fassen. Er durchlĂ€uft jedes Schlagloch, das eine Megacity wie Los Angeles zu bieten hat. Die dunkle Seite der Nacht beginnt, als Jerry an einem Wendepunkt in seinem Leben steht und erkennt, dass aus seinen TrĂ€umen Jahre geworden sind. Immer tiefer taucht er in den Strudel aus höchsten Höhen und AbgrĂŒnden ein.

ChamÀleon, ISBN 978-3-902844-20-0, 256 S. z.T. farbig, Softcover, EUR (D) 25,20, EUR (A) 25,90

METROLIT | Halle 5 E209

“Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf

Eine kraftvolle und psychologisch glaubwĂŒrdig erzĂ€hlte Graphic Novel ĂŒber die Jugendjahre eines der schrecklichsten Serienmörder der US-Geschichte.

Jeffrey Dahmer, (The Milwaukee Monster), war ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn MÀnner tötete. ErzÀhlt wird seine Geschichte bis zum ersten Mord aus Sicht von Derf Backderf, der mit Dahmer zur Highschool ging.

“Mein Freund Dahmer” ist die Nummer 4 auf der Liste der besten non-fiction BĂŒcher des Jahres 2012 des TIME MAGAZINE

Mein Freund Dahmer, ISBN 978-3-8493-0048-7, 224 S., schwarzweiß, Hardcover, EUR (D) 22,99

“We Are Gypsies Now: Der Weg ins Ungewisse” von Danielle de Picciotto

Wie ist das, wenn man seine Wohnung auflöst, auf unbestimmte Zeit auf Reisen geht, und dabei den großen Sinnfragen des Lebens nicht aus dem Weg geht? Picciotto hat es mit weiblich vertrĂ€umten Blick und einer großen Portion Lebensklugheit aufgezeichnet.

Eine wundervoll illustrierte Graphic Diary ĂŒber den Sinn des Lebens und die Verwirklichung eines Lebenstraums

Danielle de Picciotto ist eine in Berlin lebende Musikerin, Autorin und KĂŒnstlerin. Sie war MitbegrĂŒnderin der Loveparade in Berlin. 2006 heiratete sie Alexander Hacke (EinstĂŒrzende Neubauten), mit dem sie seit drei Jahren um die Welt reist und Musik macht.

We Are Gypsies Now: Der Weg ins Ungewisse, ISBN 978-3-8493-0047-0, 240 S., schwarzweiß, Hardcover,  EUR (D) 22,99

“Der Tod von Adorno” von Helmut Wietz

Die im Stil der Pop-Art gezeichnete Graphic Novel wurde 1968 begonnen und erst jetzt wiederentdeckt und fertig gestellt. ErzÀhlt wir von der 68er-Revolte, der Sexuellen Befreiung und einer Nazi-Parallelgesellschaft, die die Berliner Unterwelt beherrscht.

Helmut Wietz wurde 1945 in Hamburg-Altona geboren. Er studierte in den 1970er Jahren an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, und arbeitet seitdem als freischaffender Filmemacher und Producer.

Der Tod von Adorno, ISBN 978-3-8493-0049-4, 72 S., farbig, Hardcover, EUR (D) 19,99

SCHREIBER & LESER | Halle 2 G313

“Enemigo” von M.A.T. und Jiro Taniguchi

Nach Diktatur und BĂŒrgerkrieg geht der sĂŒdamerikanische Staat Nascencio neue Wege und will den Dschungel urbar machen. Den Zuschlag bekommt das japanische Unternehmen Seshimo. Als dessen junger PrĂ€sident, Yuji Seshimo, das Gebiet inspizieren will, wird er entfĂŒhrt.

Was steckt dahinter? Die US-Agrar-Lobby, die einen kĂŒnftigen Konkurrenten ausschalten will? Ein letztes AufbĂ€umen der ParteigĂ€nger des Diktators? Eine Intrige im Hause Seshimo selbst? Yujis Bruder Kenichi macht sich auf nach SĂŒdamerika


Enemigo, ISBN 978-3-943808-10-0, 296 S., s/w mit Farbseiten, Klappenbroschut, EUR (D) 16,95

SUHRKAMP | Halle 4 B102

 

“Alice in Sussex” von Nicolas Mahler, nach Lewis Carroll und H.C. Artmann

Alice findet sich im Traumland wieder. Dort trifft sie auf das weiße Kaninchen, das Alice in seinen unterirdischen Bau fĂŒhrt, um dort nach einer illustrierten Ausgabe von H.C. Artmanns Frankenstein in Sussex zu suchen. Im Laufe der Handlung trifft Alice wiederholt auf das Kaninchen, das auch aus anderen literarischen Werken zitiert, sei es von Herman Melville oder E.M. Cioran.

Anders als bei Carroll befindet sich diese Alice nicht im Wunderland, sondern in einem tiefen Haus unter der Erde. Dort begegnet sie in verschiedenen Stockwerken den bekannten Schöpfungen Lewis Carrolls: der pfeiferauchenden Raupe, der grinsenden Katze, der Suppenschildkröte und anderen mehr. Wiederholt werden von diesen Kreaturen die Schrecknisse der Kindheit und Jugend angesprochen. Als Alice, im Erdgeschoss des Hauses angekommen, Frankensteins Monster begegnet, erwacht sie aus ihrem schrecklichen Traum.

Alice in Sussex, ISBN 978-3-518-46386-4, Klappenbroschur, 144 Seiten, 18,99 (D) EUR

VOLAND & QUIST | Halle 5 D114

“Alois Nebel: Leben nach Fahrplan” von Jaroslav RudiĆĄ und Jaromir 99

Neue Geschichten vom berĂŒhmtesten tschechischen Eisenbahner Alois Nebel! Aus der Bahnhofskneipe in BĂ­lĂœ Potok erklĂ€ren er und seine Freunde mit typisch tschechischem Humor die Welt, sie lĂ€stern ĂŒber die schnöseligen Prager, tauschen zwei tschechische Nachwuchsfußballer gegen einen polnischen Nachwuchspriester, machen SchmuggelgeschĂ€fte und erleben, wie das Bahnhofsklo dank einer Marienerscheinung zur PilgerstĂ€tte wird. Und all das spiegelt sich wie so oft in Tschechien im geliebten einheimischen Bier. Denn egal was in der Welt passiert: »Altvater bleibt Altvater.«

Alois Nebel: Leben nach Fahrplan, ISBN 978-3-863910-29-7, 104 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 17,90

Graphic Novels in den Medien – 12. MĂ€rz 2013

Dienstag, den 12. MĂ€rz 2013

Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert ĂŒber “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos ĂŒberzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulĂ€rer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frĂŒhem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher ErzĂ€hlstrĂ€nge zulĂ€sst.”

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulĂ€r, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale LebensverĂ€nderung selbst versucht, stĂ¶ĂŸt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”

Mit “So ĂŒberzeugt Lisbeths RĂŒcken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.

Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich fĂŒr Die Presse mit Nicolas Huber ĂŒber seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.

“So wĂŒnscht sich das der Laie: komplexe ZusammenhĂ€nge verstĂ€ndlich erklĂ€rt, etwa VersicherungsvertrĂ€ge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel “Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.

Auf satt.org stellt Felix Giesa drei Comics vor: “White Line” von Calle Claus (Edition 52), “Die SpaziergĂ€ngerin” von Anke Feuchtenberger (Reprodukt) und “Holodeck” von Hendrick Dorgathen (Edition Moderne). Überzeugen können ihn nicht alle: “Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern”.

“Dieser Eskapismus macht viel Spaß.” So resĂŒmiert Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog die Vorstellung  von “Doppeltes GlĂŒck mit dem roten Affen” von Joe Daly (avant-verlag): “SĂŒdafrika aus Slacker-Sicht”.

Ulli Lust – Ausstellung in Rom

Sonntag, den 10. MĂ€rz 2013

Originalseiten aus Ulli Lusts autobiografischer Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) werden ab Dienstag, dem 12. MĂ€rz, in Rom gezeigt. Dann eröffnet das örtliche Goethe-Institut eine Ausstellung, die anschliessend bis zum 27. April geöffnet sein wird.

Zur Eröffnung am 12. MĂ€rz 2013 um 19 Uhr wird Ulli Lust anwesend ein und sich mit Moderatorin Laura Scarpa ĂŒber das Buch unterhalten, das in italienischer Sprache beim Verlag Coconino Press unter dem Titel “Troppo non Ăš mai abbastanza” vorliegt.

Goethe-Institut Rom, via Savoia, IT-15 Rom
Tel. +39 06 8440051
email: info@rom.goethe.org, rom.goethe.org

“Comics for equality” – Comicwettbewerb

Samstag, den 9. MĂ€rz 2013

“Comics for equality”, bzw “ComiX4=” ist ein Wettbewerb, bei dem die besten unveröffentlichten Comics von Autoren mit Migrationshintergrund gesucht werden. In den Kategorien Stereotypen, Migrationsgeschichten und Die BekĂ€mpfung von Rassismus werden insgesamt sechs Preise zu je 1.000 EUR vergeben. Teilnehmen darf jede/r aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten. Genaue Informationen gibt es auf der Wettbewerbshomepage www.comix4equality.eu.