Graphic Novels
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Monatsarchiv für März 2013

“Schweiz hat absolut keine Comics-Nachwuchssorgen!”

Donnerstag, den 28. März 2013

Einen Blick auf die Comicszene in der Schweiz wirft Renat Kuenzi in seinem Beitrag für swissinfo.ch, das internationale Informationsportal des Schweizer Rundfunks. Anlass dafür ist das Comicfestival Fumetto in Luzern, das am vergangenen Sonntag zuende ging. Kuenzi unterhielt sich mit Fumetto-Mitorganisatorin Marta Nawrocka, Edition Moderne-Gründer und “Strapazin”-Mitherausgeber David Basler sowie dem Journalisten Christian Gasser. Interessant dabei die Beobachtung Gassers, das durch Graphic Novels die Comic-Traditionen der verschiedenen schweizer Landesteile einen gemeinsamen Nenner finden.

Zum Beitrag geht es hier: “Schweiz hat absolut keine Comics-Nachwuchssorgen!”

In einem weiteren Beitrag auf swissinfo.ch befasst sich Islah Bakhat mit der auf dem Fumetto gezeigten Ausstellung von Comics aus dem arabischen Raum: “Im arabischen Comic dauert der Frühling an“.

“Eine Reise ins Nichts – hin und retour”

Mittwoch, den 27. März 2013

Die Anthologie “Eine Reise ins Nichts – hin und retour” steht ganz im Zeichen der Comics aus Österreich: Versammelt werden in dem Band Geschichten von zehn aus Österreich stammenden Künstlerinnen und Künstlern wie zum Beispiel Ulli Lust (“Flughunde”, Suhrkamp), Nicolas Mahler (“Kunsttheorie versus Frau Goldgruber”, Reprodukt) und Thomas Kriebaum (“Kleiner Tod”, Luftschacht). Herausgeber sind Leopold Maurer und NÖART.

Der Begriff Comic beschreibt eine Folge von gezeichneten, oft mit Text kombinierten Bildern, die eine Geschichte erzählen, somit ist der Comic eine eigenständige Kunstform, die sich mit Literatur und Bildender Kunst überschneidet. Ursprünglich leitet sich der Begriff Comic vom englischen Begriff “comic strip” ab, was so viel heisst wie komischer Streifen, da Comics aber nicht unbedingt komisch sein müssen, wurde in letzter Zeit der neutrale Begriff “Sequenzielle Kunst” eingeführt.

In Österreich wurden und werden mit dem Begriff Comic oft nur Hefte mit lustigen bunten Bildern für Kinder und Jugendliche in Verbindung gebracht – die sogenannten “Hefterln” – und der Comic wurde im Großen und Ganzen als Schund abgetan. Comics mit künstlerischem Anspruch, die oft ausschliesslich an ein erwachsenes Publikum gerichtet sind, fristeten ein Nischendasein, unbeachtet von den Medien oder eines kunst- und literaturinteressierten Publikums.

Eine Reise ins Nichts – hin und retour, ISBN 978-3-902844-23-1, 104 Seiten, teilw. farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 23,, EUR (A) 23,60, erschienen bei Luftschacht

Graphic Novels in den Medien – 26. März 2013

Dienstag, den 26. März 2013

In der aktuellen Ausgabe des Freitag stellt Jonas Engelmann “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware vor. In “Auch unten ist er allein” zeigt er sich begeistert: “Die Erwartungen an den Comic als schnell konsumierbares Produkt der Massenkultur unterläuft er mit seiner Ästhetik der Verweigerung, die sich zu immer neuen, immer waghalsigeren Gebäuden formt, hin und wieder einzustürzen droht und doch die Story nie aus den Augen verliert. Seine Comicgebäude und deren Bewohner erschaffen für den Leser tatsächlich eine eigene Welt, verstörend, rührend, direkt, kritisch und dabei immer mit einer selten zu findenden Selbstironie”.

Für die Welt führte Thomas von Steinaecker mit Chris Ware ein Interview, in denen auch auf Chris Wares Einflüsse aus der Literatur eingegangen wird: “Sprechblasen der Erinnerung”.

Ebenfalls in der Welt wurde Sarah Leavitts “Das große Durcheinander” (Beltz) besprochen: “ein bedrückendes Protokoll des allmählichen Verschwindens einer Persönlichkeit”: “Mutters Schamhaare”.

“Tiefgründig und von morbider Schönheit”: Auf tagesspiegel.de stellt Lars von Törne Anders Nilsens “Große Fragen” (Atrium) vor: ” Aus der Vogelperspektive”.

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “White Line” von Calle Claus (Edition 52) vor: “Auf großer Fahrt”. Er fastt zusammen: “Rauschhaft, assoziativ, surreal”. Der Beitrag erschien auch in den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

“Aus dem Nichts steht plötzlich ein virtuoser deutscher Comicerzähler vor uns.” FAZ-Feuilletonis Andreas Platthaus zeigt sich von Lukas Jüligers Debut “Vakuum” (Reprodukt) beeindruckt, wie er in einem Blogbeitrag auf faz.net schreibt: “Liebe läuft Amok”.

Ähnlich sieht es Thomas Kögel auf comicgate.de, der resümiert: “Sehr starkes Debüt, das seine morbid-verstörende Teenage-Angst-Story souverän erzählt”

Neue Graphic Novels im Jaja Verlag

Montag, den 25. März 2013

“Earth unplugged” von Jennifer Daniel

Elektrizität ist aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken. In unserem Alltag setzen wir Energie ganz selbstverständlich ein, sie macht das Leben einfacher und bequemer. Doch was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt?

In der Geschichte von Jennifer Daniels ist der Stromausfall das Intro für eine Geschichte, die auf sich auf Planeten jenseits unseres Sonnensystems abspielt. Es ist die Geschichte der jungen Frau, die während dem Stromausfall bei Ihrer alten Nachbarin um eine Kerze bittet und in der vom Kaminfeuer beleuchteten Stube erzählt wird.

Jennifer Daniels erzählt diese Geschichte ohne viele Worte zu verschwenden, denn die Geschichte erzählt sich in Bildern und Farben. Jede Doppelseite des farbenprächtigen Comics ist eine elegante Komposition von Panels. Die jeweiligen Stimmungen und Spannungen werden durch die farbigen Flächen der fein gestalteten Bilder erzeugt und zeigen uns in aller Ruhe, wie die Dinge und die Natur sich entwickeln.

Earth unplugged, ISBN 978-3-943417-16-6, 48 Seiten, geheftet, farbig, 10 EUR (D)

“Hinter den sieben Burgen” von Alexander von Knorre

„Hinter den sieben Burgen“ beginnt mit einer Zugfahrt von Deutschland nach Rumänien, hier wird Alex seinen Zivildienst in einen Waisenhaus leisten. Das kleine rumänische Dorf ist eine andere Welt: Ein Pferdewagen rattert über das Pflaster, die Kinder des Heims sehen alle aus wie Jungen, weil kurze Haare Läusen vorbeugen, der Leiter des Waisenhauses ist wenig ambitioniert, die Erzieher sind überfordert, es ist laut und chaotisch.

In kleinen Episoden erzählt Alexander von Knorre von seinem Jahr in Siebenbürgen, von Begegnungen mit Bewohnern, freiwilligen Helfern und Reisenden, von der Weite des Landstriches, von wilden Kindern, knurrenden Hunden, Plumpsklos, miesen Telefonverbindungen, Wäschebergen und rumänischen (Bilder-)Hängungen.

Eine Graphic Novel über einen Landstrich, den es so nicht mehr gibt.

Hinter den sieben Burgen, ISBN 978-3-943417-23-4, 168 Seiten, Softcover, farbig, 20 EUR (D)

Zur Website des Jaja Verlags geht es hier. Der Jaja Verlag liefert über die GVA aus.

Chris Ware auf 3Sat

Freitag, den 22. März 2013

Am gestrigen Donnerstag zeigte das Magazin “Kulturzeit” auf 3Sat einen Beitrag über Chris Ware und sein Buch “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt). Das Video kann in der 3Sat-Mediathek noch angesehen werden.

Auf der begleitenden Website der “Kulturzeit” finden sich neben einem Text über Buch und Autor (“Mit Jimmy Corrigan hat Chris Ware bewiesen, dass die Komplexität eines Comic literarischen Werken in nichts nachstehen muss. Selbst dem letzten Zweifler dürfte nach der Lektüre dieses Buchs ein Licht aufgegangen sein.”) auch eine Leseprobe aus dem Band: “Geschichten-Zeichner – Chris Wares Comic Jimmy Corrigan.

“Packeis” – Lesung und Workshop in Frankfurt

Donnerstag, den 21. März 2013

Packeis

Im Frankfurter Weltkulturenmuseum wird Simon Schwartz am Freitag, dem 12. April, sein Buch “Packeis” (avant-verlag) vorstellen. Unter dem Titel “Packeis – Die Geschichte des afroamerikanischen Polarforschers Matthew Henson” gibt er einen Einblick in die Entstehung und Handlung der Graphic Novel. Tags darauf wird es einen Workshop für Kinder zwischen 7 und 12 Jahre mit Schwarz geben,

Als erster Mensch erreichte er 1909 den Nordpol und wurde Teil der Sagenwelt der Inuit, als der Mann, der den Teufel besiegte. Doch der verdiente Ruhm blieb ihm verwehrt – denn Matthew Henson war schwarz.
In seinem neuen Buch erzählt der preisgekrönte Comiczeichner und Autor Simon Schwartz die Geschichte des afroamerikanischen Polarforschers Matthew Henson. Auf bewegende Weise berichtet er vom Pioniergeist, Scheitern und Vergessenwerden eines großen Mannes.

Beginn der Lesung ist am 12. April um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 3 EUR (ermäßigt 1,50 EUR) inkl. Getränk. Der Workshop wird von 14 bis 17 Uhr stattfinden, der Eintritt beträgt hier 6 EUR, um Anmeldung wird gebeten.

Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29-37, D-60594 Frankfurt am Main
www.weltkulturenmuseum.de

“Baltic Comic” in Kiel und Rendsburg

Mittwoch, den 20. März 2013

Noch bis zum kommenden Sonntag läuft die Veranstaltungsreihe “Baltic Comic” in Kiel und Rendsburg, die aus einem Comic-Symposium, Ausstellungen, Vorträgen, einem Comic-Battle und noch mehr besteht. Beteiligt sind dabei Comicschaffende aus vielen Ostsee-Anrheinerstaaten, darunter: Mari Ahokoivu (Finnland), Ingrida Picukane (Lettland), Kristjan Paur (Estland), Akvile Miseviciute (Litauen) und Gregor Hinz (Deutschland).

Über das umfangreiche Programm informiert die “Baltic Comic”-Website.

Graphic Novels in den Medien – 20. März 2013

Mittwoch, den 20. März 2013

Bereits im Januar veröffentlichten die Vereinten Nationen das oben zu sehende Video von den Dreharbeiten zur Verfilmung von “Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” von Abel Lanzac und Christophe Blain (Reprodukt). Gedreht wurde an Originalschauplätzen wie hier dem UN Sicherheitsrat. Noch ist kein Termin bekannt, wann der Film von Bertrand Taverneier in die Kinos kommen wird.

Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter unter der Überschrift “Sterben Wegziehen Wiederkehren” den jüngt erschienenen Band “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor. Dabei stellt sie Ähnlichkeiten zu den Büchern von Marjane Satrapi und David B. heraus und resümiert dort: “Mit Zeina Abirached kommt jedenfalls eine interessante neue Geschichtenerzählerin in die deutschsprachige Comiclandschaft.”

Auch auf MDR Figaro wurde das Buch vorgestellt, wobei Zeina Abirached auch in ihrer Pariser Wohnung besucht wurde. Der Beitrag lässt sich hier nachhören.

Die Kunst zu fliegen ist ein überzeugendes Stück Sozialgeschichte, transportiert über das interessante Medium der Graphic Novel, welches sich als Mittel der biographischen Darstellung einmal mehr als sehr passend erweist.” Das schreibt Thomas Möller auf der Website der Rezensionsplattform kritisch-lesen.de über das Buch von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag): “Die kritischen Verlierer”.

Über den Besuch von Scott McCloud und Chris Ware in Berlin Ende vergangener Woche schreiben unter anderem die Süddeutsche Zeitung (“Wie man auf Glas skatet”) sowie Der Tagesspiegel (“Striche, die die Welt bedeuten”).

Auf tagesspiegel.de berichtet Thomas Hummitzsch über eine Podiumsdiskussion des Comic-Autoren Peer Meter auf der Leipziger Buchmesse. Mit Meter saßen die Zeichner David von Bassewitz, mit dem er aktuell noch an einem neuen Titel arbeitet, sowie Gerda Raidt, die das jüngst erschienene “Böse Geister” (Reprodukt) zeichnerisch umsetzte, auf dem Podium: “‘Die Sprechblase ist die Seele der Figur’”.

Nicht ganz zufrieden zeigt sich Thomas Greven an gleicher Stelle mit zwei der in Frankreich erschienenen, von Comic-Autorinnen und -Autoren illustrierten Reiseführern: “Mit Hugo Pratt und Isabel Kreitz um die Welt”. “Was kann da noch schiefgehen? Leider so einiges, wenn am Ende der Mut fehlt, etwas wirklich Außergewöhnliches zu versuchen.”

“Jimmy Corrigan” – Chris Ware in Berlin und Leipzig

Montag, den 18. März 2013

Knapp eine Woche nach Erscheinen von “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt), geschrieben und gezeichnet von Chris Ware, gibt es bereits einen ganzen Schwung Rezensionen in der Presse und auf “tagesspiegel.de” auch einen Bericht über ein von Andreas Platthaus moderiertes Podiumsgespräch mit Christoph Niemann und Chris Ware in Berlin.

“Ware ist ein Perfektionist; nicht umsonst habe ihn die Arbeit an Jimmy Corrigan rund neun Jahre gekostet: ‘Man muss die Inspiration ergreifen und verdichten, solange, bis man die reine Essenz gefunden hat.’“ – Erik Wenk, Der Tagesspiegel

“Es gibt gute und sehr gute Kunstwerke. Und es gibt Meilensteine. Zu der letzten Kategorie gehört die Graphic Novel ‘Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt‘’ des US-Amerikaners Chris Ware, die jetzt endlich, über dreizehn Jahre, nachdem sie in den USA erschien, auch auf Deutsch vorliegt.” – Thomas von Steinaecker, Süddeutsche Zeitung

“‘Jimmy Corrigan’ zu lesen ist ein ebenso beglückendes wie beklemmendes Erlebnis.” – Daniel Kothenschulte, Monopol

“Selbst überbordende Handlungsabschnitte wirken innerhalb dieser Bildkompositionen aufgeräumt und übersichtlich – und die Welten, die er dadurch schafft, zugleich wahrhaftig und künstlich.“ – Christian Neubert, Der Tagesspiegel

“In Amerika wurde ‘Jimmy Corrigan’ als Sofortklassiker gefeiert, der dem Genre eine neue Richtung wies. Nun ist es auf Deutsch in einer prächtigen Ausgabe herausgekommen.” – Matthias Heine, Die Welt

“Chris Wares Meisterwerk ‘Jimmy Corrigan’ ist endlich auf Deutsch erschienen. Über ein Jahrzehnt hat das gedauert – aber es hat sich gelohnt.” – Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau

“Chris Ware hat mit seiner Graphic Novel ein Epos über das menschliche Elend geschrieben, das an Melancholie schwer zu überbieten ist.” – Jan Tölva, Jungle World

Fünf Fragen: Minou Zaribaf | Reprodukt

Samstag, den 16. März 2013

Ab sofort ist Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) im Handel erhältlich. Wie der Verlag herausstellt, war der “Jahrhundertcomic.” (Thomas von Steinaecker, Die Welt) für Redaktion und Produktion ungemein aufwändig – zwei Blogeinträge gab es allein zur Korrektur und zum Druck.

Im Interview stellt sich Herstellerin Minou Zaribaf unseren “Fünf Fragen” und gibt einen Einblick in die besonderen Herausforderungen dieses Buches und darüber hinaus in die Besonderheiten der Comic-Produktion allgemein.

Neben ihrer Tätigkeit für Reprodukt arbeitet Minou Zaribaf auch freiberuflich als Mediengestalterin und Herstellerin. So zeigt sie sich für die Herstellung vieler bekannter Titel wie David Mazzucchellis “Asterios Polyp” (Eichborn), Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen) sowie “MetaMaus” von Art Spiegelman (Fischer) verantwortlich.

Zunächst eine allgemeine Frage: Was ist das Besondere bei der Produktion eines Comics?

Man nehme eine fantastische Redaktion, eine Tiptop-Übersetzung, ein hervorragendes Handlettering und eine sehr geduldige Herstellung. Wenn wir von Lizenzausgaben sprechen, so gibt es zu Beginn der Produktion zuerst einige offene Fragen zu klären, wie zum Beispiel sollen wir uns für Hard- oder Softcover entscheiden und warum – aber vor allen Dingen ob – für die übersetzten Texte im Comic Handlettering verwendet werden soll oder das Lettering mit einem Computerfont auch schön werden könnte. Im Hause Reprodukt wird in 99,9% der Fälle für Handlettering plädiert und wir haben hierfür einen ganzen Stab an tollen Leuten. Diese zeichnen dann nicht nur die Originalschrift so ähnlich wie möglich auf Transparentpapier nach, die übersetzten Texte wollen auch noch so passgenau wie irgend möglich über den Sprechblasen des Orginalbandes liegen. Hier muss die Übersetzung gute Vorarbeit leisten, damit die zumeist längeren Übersetzungstexte dennoch gut in die Blasen hineinpassen.

Irgendwann bekommt die Herstellung einen ganzen Haufen Transparentpapier mit Lettering zugeschickt und beginnt mit dem Scannen und dem anschliessenden Säubern dieser gescannten Texte. Dann folgt das Einmontieren in die Originaldaten und ein Austausch eventuell nicht so gelungener Buchstaben oder Umbrüche. Und irgendwann geht’s dann ab in den Korrekturlauf.

Nun haben Sie “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware hergestellt. Können Sie allgemein beschreiben, was das Besondere bei der Herstellung war? Gab es bei der Produktion spezielle Herausforderungen und vielleicht auch Überraschungen?

Bereits beim Sichten der amerikanischen Originaldaten war klar: Diese Produktion würde kein Zuckerschlecken werden. Wir hatten es mit antiken QuarkXpress-Dateien zu tun, die sich partout nicht in Indesign-Daten umwandeln lassen wollten – zudem waren etliche der Bilddaten beschädigt. Der Versuch, das 380 Seiten-Buch in wochenlanger Arbeit komplett neu aufzubauen, scheiterte an den vielen verschieden Bildebenen per Seite. Immer wieder stiess ich auf eine Ebene, die keine Bildinformation enthielt, wo aber eine hätte sein müssen. Dies waren dann die verlorengegangenen Daten. Im Endeffekt haben wir die Daten unsere holländischen Kollegen von Oog & Blik neu bearbeitet, doch auch hier mussten wir mit äußerster Vorsicht jede Seite und jede Ebene (380 Seiten multipliziert mit durchschnittlich 4 Ebenen per Seite macht 1520 Vorgänge) auf Vollständigkeit und Passgenauigkeit kontrollieren, ein eventuell eingestelltes “Überdrucken“ entfernen und sämtliche Farben von Sonderfarben in reguläre Druckfarben umwandeln. Eine heikle Prozedur.

Unser allergrößtes Staunen galt dem Umschlag, welcher aus mindestens 10 übereinanderliegenden Layern bestand. Vom heutigen technischen Standpunkt komplett unnötig – da hätten eine Farb- und Schwarzebene völlig ausgereicht. Von den Holländern erwarben wir auch einige Computerfonts. In “Jimmy Corrigan” verwendet Chris Ware ein ganzes Arsenal unterschiedlicher Schriften und Schriftarten, die alle zu imitieren ein übermenschliche Aufgabe für den Handletterer Michael Hau bedeutet hätte, der großartige Arbeit geleistet hat. Bei einigen Überschriften und Texten entschieden wir uns daher für einen Mix aus Font und Lettering, obwohl Chris Ware in seiner Originalausgabe unfassbarerweise tatsächlich alles selbst von Hand gezeichnet hat.

Wie lange hat die Arbeit an “Jimmy Corrigan” gedauert?

Waren es eventuell sechs Monate? Ich habe irgendwann aufgehört mitzuzählen.

Gibt es Projekte solcher Art und solchen Umfangs häufiger?

Die gesamte Produktion bei “Jimmy Corrigan” stellt an Aufwand schon eine herausragende Ausnahme dar. Aber fragen Sie mich doch noch mal, nachdem wir “Building Stories“ von Chris Ware fertig produziert haben. Jedenfalls freuen wir uns jetzt über das Erscheinen dieses wirklich sehr schön gewordenen Comics!

Heute in Berlin: Chris Ware und Scott McCloud

Freitag, den 15. März 2013

Am heutigen 15. März werden die amerikanischen Comic-Autoren Chris Ware und Scott McCloud in Berlin erwartet. Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” ist bei Reprodukt erschienen, Scott McClouds Comic-Theoriebände wie “Comics neu erfinden” liegen bei Carlsen vor.

Chris Ware wird morgen auf der Buchmesse in Leipzig zu Gast sein.

Evangelischer Buchpreis 2013

Freitag, den 15. März 2013

Neben dem eigentlichen Evangelischen Buchpreis, der in diesem Jahr an Jenny Erpenbeck für ihren Roman “Aller Tage Abend” geht, wurde aus einer Longlist mit 136 Titel eine Empfehlungsliste mit vierzehn Büchern ausgewählt, die zur Lektüre empfohlen werden.

Darunter findet sich in der Kategorie Sachbuch mit Paula Bullings “Im Land der Frühaufsteher” auch eine Graphic Novel des avant-verlags. Zur Begründung: “Flüchtlingshilfe aus einem anderen Blickwinkel. Bildhaft wird nicht nur die bloße Kritik an der Residenzpflicht dargestellt, sondern vor allem berührende persönliche Geschichten von Menschen nach der Flucht.”

Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 in wechselnden Sparten verliehen, seit 2011 ohne besondere Spartenkennzeichnung. Er ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern beruht. Vorschläge werden über Büchereien, per Post und über diese Internetseite eingesandt. Ausgezeichnet werden Bücher, die dazu anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. In der Jury arbeiten Mitarbeitende aus Mitgliedsbüchereien, aus Landesverbänden der evangelischen Büchereiarbeit, zwei Jugendliche aus der kooperierenden Landeskirche und die Geschäftsführung des Ev. Literaturportals zusammen.

Edition Moderne beim Fumetto

Donnerstag, den 14. März 2013

Am kommenden Wochenende eröffnet das Comicfestival Fumetto seine Pforten. Im Neubad wird es dabei einen sogenannten “Small Press Heaven” geben, bei dem Klein- und Kleinstverlage ihre Comics anbieten werden.

Mit dabei ist auch die Edition Moderne, die dort eine Auswahl aus dem Verlagsprogramm präsentieren wird. Mit im Gepäck ist das soeben erschienene Buch “Ein iranischer Albtraum” von Mana Neyestani. Eigentlich war vorgesehen, dass der Autor selbst vor Ort sein wird um das Buch vorzustellen. Dazu wird es aber nicht kommen. Der Verlag teilt mit;

“Leider konnte Mana Neyestani ja nicht aus Frankreich fürs FUMETTO ausreisen, weil er in Frankreich noch keine “Carte de Sejour” (Aufenthaltsbewilligung) erhalten hat. Seine Geschichte ist also immer noch nicht abgeschlossen…”

Bereits im Dezember 2010 unterhielt sich Alex Rühle für die Süddeutsche Zeitung mit dem Neyestani über dessen Situation als politisch Verfolgter: “Mit Glück Gefängnis”.

Fumetto, Small Press Heaven im Neubad, Bireggstrasse 36, CH-6005 Luzern
www.fumetto.ch

“Der Staub der Ahnen” – Ausstellung in Linz

Donnerstag, den 14. März 2013

Die Studiogalerie der Kunstsammlung Linz zeigt ab dem 21. März eine Ausstellung mit Arbeiten von Felix Pestemer.

im Rahmen des NEXTCOMIC Festivals 2013.
21. März bis 20. April 2013

Der Berliner Künstler Felix Pestemer schuf mit “Der Staub der Ahnen” (avant-Verlag, 2012) eine grandios illustrierte Graphic Novel, für die er einige Jahre in Mexiko Sitten, Gebräuche und Folklore der Einwohner aufsog. Die heiter-morbide Atmosphäre der mexikanischen Totenkultur sprengt hier mit Reflexionen über Tod und Erinnerung die Grenzen des Comic-Mediums. Die bereits in mehreren Museen (u.a. Sepulkralmuseum Kassel) gezeigte Ausstellung „Staub der Ahnen“ bringt neben Originalgrafiken und Objekten auch exklusiv die im Stil des Magischen Realismus gehaltene Illustration des entfleischten Erzherzog Maximilian I. von Österreich.

Die Ausstellung ist zunächst Teil des NextComic-Festivals, das bis zum 28. März läuft, und wird im Anschluss bis zum 20. April 2013 zu sehen sein.

Kunstsammlung Linz / Studiogalerie, Landstraße 31, A-4020 Linz
Telefon +4 (0) 732 / 7720 – 16395, Fax + (0)732 / 7720 – 216399
www.diekunstsammlung.at, E-Mail:diekunstsammlung.kd.post@ooe.gv.at,
Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18h, Sa 14-17h, Feiertags geschlossen, Eintritt frei

Graphic Novels auf der Leipziger Buchmesse – Das Veranstaltungsprogramm

Mittwoch, den 13. März 2013

Begleitend zur Präsentation der Graphic-Novel-Neuerscheinungen an den Ständen der Verlage wird auf der Leipziger Buchmesse vom 14. bis zum 17. März wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, bestehend aus Künstlergesprächen, Ausstellungen, Signierstunden und vielem mehr.

Auf die auf der Buchmesse präsentierten Neuheiten hatten wir hier hingewiesen.

Mittwoch, 13. MÄRZ

19.30 Uhr | Haus des Buches, Gerichtsweg 28, D-04103 Leipzig
“Alois Nebel – Leben nach Fahrplan” von Jaromir 99, Jaroslav Rudis. Ausstellungseröffnung, Lesung und Konzert

20.30 Uhr | Moritzbastei, Galerie Schwalbennest, Universitätsstraße 9 D-04109 Leipzig
“Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt – Ausstellungseröffnung

DONNERSTAG, 14. MÄRZ

12.30 Uhr | Die Bühne | Halle 5 | Stand C404
• Buchpräsentation “… und über uns kein Himmel” (Verlag Graswurzelrevolution) mit Daniel Daemgen und Robert Krieg

13.00 Uhr | Leseinsel Junge Verlage | Halle 5 | Stand D200
• Diskussion “Weltliteratur in Graphic Novels – Klassiker für Lesefaule?” mit Flix (“Don Quijote”, Carlsen) Michael Groenewald (Reprodukt), Ralf Keiser (Carlsen) und Detlef Wienecke-Janz (wissen media)

16.00 Uhr | Studium rund ums Buch | Halle 5 | Stand C510
“Was kostet ein Yak”, Lesung und Gespräch mit Autor Philip Cassirer (Carlsen)

17.30 Uhr | Leseinsel Junge Verlage | Halle 5 | Stand D200
• Lesung und Gespräch: “Alois Nebel – Leben nach Fahrplan” von Jaromir 99, Jaroslav Rudis (Voland & Quist)

17.30 Uhr | Sachbuchforum | Halle 3 | Stand E211
• Buchpräsentation “… und über uns kein Himmel” (Verlag Graswurzelrevolution) mit Daniel Daemgen und Robert Krieg

19.30 Uhr | Centraltheater, Bosestr.1, 04109 Leipzig
“We are Gypsies now” (metrolit) Performance-Lesung und Musik mit Danielle de Picciotto und Alexander Hacke.

20 Uhr | Hochschule für Grafik & Buchkunst, Wächterstr. 11, D-04107 Leipzig
• Ausstellung und Buchpräsentation “Böse Geister” in Anwesenheit von Peer Meter & Gerda Raidt.

21 Uhr | Hochschule für Grafik & Buchkunst, Wächterstr. 11, D-04107 Leipzig
• “Pop-Püree”, Konzert, Lesung und Projektion, u.a. mit Katharina Greve (“Patchwork”, Gütersloher Verlagshaus)

FREITAG, 15. MÄRZ

10:30 Uhr | Comic-Forum Schwarzes Sofa | Halle 2, | Stand E600
• “Comic-Künstler auf Tour”, Podiumsgespräch mit Birgit Weyhe, Reinhard Kleist, Markus Huber, Moderation: Andreas Platthaus (FAZ)

13.00 Uhr | Leseinsel Junge Verlage | Halle 5 | Stand D200
• Rundgang: “Graphic Novel-Verlage stellen sich vor” mit Sebastian Oehler (Reprodukt)

17 Uhr | Berliner Zimmer | Halle 5 | Stand E 315
• Knut Elstermann spricht mit Peer Meter, Gerda Raidt und David von Bassewitz über die Arbeit an “Böse Geister” und “Vasmers Bruder” (Carlsen).

20 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
“Orang”-Releaseparty mit Arne Bellstorf, Sascha Hommer und vielen anderen mehr.

SAMSTAG, 16. MÄRZ

12 – 18 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
“The Millionaire´s Club” – Comics und Graphics-Messe

15 Uhr | Literaturforum | Halle 5 | Stand F600
Chris Ware stellt im Gespräch mit Thomas von Steinaecker “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) vor.

16:30 Uhr | Anime-Kino | Halle 2 | Stand G603
• Filmvorführung: “Barfuß durch Hiroshima” nach dem gleichnamigen Manga von Keizi Nakazawa (Carlsen)

20 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
Chris Ware spricht mit Andreas Platthaus über “Jimmy Corrigan”, seine Arbeit und seine Vorbilder. Eintritt hier: 7 EUR | ermäßigt 4 EUR, kein Vorverkauf

SONNTAG, 17. MÄRZ

12 – 18 Uhr | Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
“The Millionaire´s Club” – Comics und Graphics-Messe

Graphic Novels in den Medien – 13. März 2013

Mittwoch, den 13. März 2013

In der Kulturzeit auf 3Sat wurden zu Beginn der Woche zwei Comic-AutorInnen und ihre neuen Bücher vorgestellt. Am Montag stand zunächst Nicolas Mahler im Mittelpunkt, dessen “Alice in Sussex” (nach H.C. Artmann und Lewis Carroll) gerade bei Suhrkamp erschienen ist. Der Wiener “Existenzialist des Humors” erzählt im Beitrag (oben zu sehen) über seine Arbeit und seine Sicht auf die Welt.

Am Dienstag gab es ein Spezial zum Thema Asyl, in dem auch Paula Bulling zu Wort kommt, die sich in ihrem Buch “Im Land der Frühaufsteher” (avant-verlag) mit der Situation von Asylbewerbern in Sachsen-Anhalt auseinandersetzt: “Zermürbende Enge”. Das Video lässt sich in der 3Sat-Mediathek ansehen.

Drei Neuerscheinungen stellt das Video-Buchmagazin lettra.tv vor: “Die falschen Gesichter” von David B. und Hervé Tanquerelle, “Das Cape” von Joe Hill (Panini) sowie “Der Process” nach Franz Kafka von David Zane Mairowitz und Chantal Montellier.

Vor allem die “poetische Ruhe” gefällt Rezensent Boris Kunz an “Im Dunkeln” von Pierre Wazem und Tom Tirabosco (avant-verlag), wie er auf dem Blog des Titel-Magazins schreibt: “Nomen est Omen”.

Graphic Novels auf der Leipziger Buchmesse

Dienstag, den 12. März 2013

Vom kommenden Donnerstag bis zum Sonntag zeigen die Verlage auf der Leipziger Buchmesse ihre Programme und vor allem die neuen Titel. Dabei stehen auch Graphic Novels wieder im Blickpunkt, weswegen wir wieder die Novitäten kurz zusammenfassen.

CARLSEN | Halle 2 F401

“Was kostet ein Yak?” von Philip Cassirer

Philip Cassirer hat sich nach seinem Grafikstudium mit zwei Freunden auf den Weg gemacht, um durch Nepal, Indien und Bangladesch zu reisen. Aus seinen Skizzen und Notizen während der Reise ist dieser Comic entstanden, der von den witzigen, charmanten und bisweilen chaotischen Abenteuern dreier Europäer in Asien berichtet. Jeder, der schon einmal als Backpacker unterwegs war, wird sich an eigene Erlebnisse erinnern, an skurrile Bekanntschaften und unerwartete Entdeckungen. Philip Cassirers Comic bringt das lebendig und in Technicolor zum Ausdruck und erzeugt automatisch Fernweh.

Was kostet ein Yak?, Hardcover, 64 Seiten, 29,5 x 22 cm, inklusive Download-Code für das eBook, EUR 14,90

“Wie ein leeres Blatt” von Pénélope Bagieu

Pénélope Bagieu variiert in “Wie ein leeres Blatt” das klassische Thema einer Heldin mit Gedächtnisverlust auf ebenso wunderbare wie originelle Weise. Die junge Pariserin Eloise kommt eines Abends auf einer Bank zu sich und weiß nicht mehr, wer sie ist. Langsam erforscht sie ihr eigenes, leider viel zu banales Leben, in dem sie sich weder als Geheimagentin noch als Klon ihrer Selbst oder als Verbrecherin entpuppt.

Ohne je herauszufinden, was ihr zugestoßen ist, ergreift sie die Chance und beginnt ihr Leben noch einmal neu – wie ein leeres Blatt.

Wie ein leeres Blatt, Hardcover mit Spotlack und Gummiband, 208 Seiten, EUR (D) 17,90

EDITION 52 | Halle 2 G313

“Liverfool –  Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles” von Gihef und Damien Vanders

Die Welt swingt im wilden Rhythmus des Songs „Love me do“.

Es ist die erste Single einer bis dahin unbekannten Gruppe mit einem seltsamen Namen: The Beatles. Die Erfolgsstory der vier Jungs aus Liverpool kann beginnen… Im Schatten dieses Erfolgs steht ein einsamer Mann: Allan Williams. Allan verhalf den Beatles zu ihren ersten Auftritten, in den Kellern von Liverpool und den hippen Clubs von Hamburg. Glückloses Genie oder beautiful Looser? Hier ist die Geschichte des vergessenen Managers der zur Legende der größten Gruppe aller Zeiten beigetragen hat.

“Liverfool –  Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles”, ISBN 978-3-935229-99-9, 116 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 18,–

“Die Schönheit des Scheiterns” von Andreas Eikenroth

Job und Uni sind nur einige lästige Unterbrechungen auf dem Weg zum gefeierten Künstler. Dabei stilvoll zu scheitern ist eine der leichtesten Übungen für Paul und seine Freunde. Ganz gleich ob beim Kickerturnier, der Ausstellungseröffnung oder dem Auftritt der Band, erst recht jedoch beim Überthema Liebe. Aber hat nicht schon Schlingensief das “Scheitern als Chance” gesehen? Zwischen Euphorie und Selbstzweifel schwankt auch der Promillespiegel bei der skurrilen Odyssee durch die Eckkneipen und Proberäume der Stadt.

Der Gießener Comic-Künstler Andreas Eikenroth (bekannt u.a. aus Moga Mobo, Tentakel und Mitbegründer des Comiclabels Pony-Express) legt hier seine erste Graphic Novel vor.

Die Schönheit des Scheiterns, ISBN 978-3-935229-64-7, ca. 110 Seiten, schwarzweiss, Softcover, EUR (D) 12,–

EDITION MODERNE | Halle 5 D106

“Ein Leben in China – Die Zeit der Partei” – von P. Ôtié und Li Kunwu

Kaum ist Mao 1976 gestorben, beginnt der Kampf um die Macht innerhalb der politischen Elite Chinas, den Deng Xiaoping für sich entscheidet. Ein neues China entsteht, das seiner Bevölkerung große Flexibilität abverlangt: Was während der Kulturrevolution verpönt war wie westliche Vergnügungen, Grundbesitz oder Luxus, wird zum neuen Lebensstil in einem Land, das gerade die «sozialistische Marktwirtschaft» entdeckt Xiao Li, der «Kleine Li», durchlebt diese Zeit erst als Soldat und Kuhhirte, dann als Propagandazeichner in der Armee. Schließlich schafft er es nach mehreren Anläufen, in die Kommunistische Partei Chinas aufgenommen zu werden.

Ein Leben in China – Die Zeit der Partei, ISBN 978-3-03731-104-2, 200 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 24,–, SFr. 29,80

“Ein iranischer Albtraum” von Maya Neyestani
Dass die harmlose Zeichnung einer Kakerlake für Aufruhr und Tote sorgt, hätte sich der iranische Cartoonist Mana Neyestani nicht träumen lassen. Er legt der Kakerlake ein Wort in den Mund, das in der Sprache der aserbaidschanischen Minderheit im Iran gelesen werden kann. Als die Aseri sich empören, weil sie sich mit Kakerlaken verglichen wähnen, kommt Neyestani ins berüchtigte Evin-Gefängnis. Er benutzt einen Hafturlaub um über Dubai und Malaysia Asyl im Westen zu erlangen – ein zweiter Albtraum beginnt … Neben dem menschenverachtenden Regime im Iran kritisiert Neyestani mit seiner Graphic Novel auch das internationale Asylwesen.

Ein iranischer Albtraum, ISBN 978-3-03731-106-6, 200 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 24,–, SFr. 29,80

REPRODUKT | Halle 5 D108

“Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware

Als Chris Ware “Jimmy Corrigan” zur Milleniumswende veröffentlichte, löste er damit weit über die Grenzen der Comicwelt hinaus Begeisterung aus. Seitdem gilt das Buch als “Jahrhundertcomic”, der die Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Wort radikal ausschöpft und damit beweist: Es gibt große Literatur, die sich nur als Comic erzählen lässt.

Jimmy Corrigan ist ein linkischer und dauerkränkelnder Enddreißiger, der ein Dasein als unauffälliger Büroangestellter fristet. Sein soziales Leben beschränkt sich auf die täglichen Kontrollanrufe der Mutter – und findet ansonsten in seinen tagträumerischen Heldenfantasien statt. Ein Brief seines Vaters, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit die Beziehung wiederbeleben möchte, reißt ihn schließlich aus seinem lethargischen Alltag heraus.

Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt, ISBN 978-3-938511-12-1, 384 Seiten, farbig, Hardcover mit Schutzumschlag,  EUR (D) 39,–

“Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt

Als der sechzigjährige Harry Wallmann erfährt, dass das Stadtviertel seiner Jugend vor dem Abriss steht, macht er sich auf den Weg zu seinem Elternhaus. Doch was als Abschiednehmen geplant ist, gerät zur Reise in eine dunkle Vergangenheit: Je stärker er sich einlässt auf jene Zeit, umso erschreckender treten tief in ihm verschüttete Erlebnisse zutage. Ganz unmerklich wird er eingesponnen von den bösen Geistern seiner Kindheit.

In atmosphärischen Zeichnungen gelingt es Gerda Raidt, Peer Meters spannend verschachteltes Drama um Schuld, Verlust und den “Gespenster-Harry” eindringlich zu inszenieren, ohne dabei den für ihr illustratives Schaffen so charakteristischen Charme einzubüßen.

Böse Geister, ISBN 978-3-943143-42-3, 104 Seiten, zweifarbig, 19 x 23 cm, Klappenbroschur, EUR(D) 20,–

“Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason

Gweny ist dazu verdammt, allein mit ihrer verrückten und lieblosen Mutter zu leben. Ihr Vater hat die Familie vor vielen Jahren verlassen – angeblich um einen versteckten Schatz auf der Insel der 100.000 Toten zu suchen. Als Gweny eines Tages eine Karte jener besagten Insel in die Hand fällt, bringt sie eine geldgierige Piratenbande dazu, sie zu ihrem Ziel zu führen. Hier gelingt es Gweny, nicht nur das Geheimnis ihres Vaters zu lüften, sondern auch das des sagenumwobenen Eilands.

Unkonventionell konterkarieren Jason und Fabien Vehlmann in “Die Insel der 100.000 Toten” das klassische Genreformat der Piratengeschichte mit ihrem trockenen Humor sowie äußerst reduzierten Zeichnungen.

Die Insel der 100.000 Toten, ISBN 978-3-943143-44-7, 56 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, EUR (D) 15

ATRIUM | Halle 5 F100

“Das Buch der  Offenbarung” von Matt Dorff und Chris Koelle

Ende des ersten Jahrhunderts schweben die Christen in höchster Gefahr: Der römische Kaiser Domitian macht Jagd auf die Anhänger Jesu, während er sich selbst als Gott anbeten lässt. Zu dieser Zeit befindet sich ein Christ namens Johannes in Verbannung auf der Insel Patmos. Dort ereilen ihn sechzehn Visionen, in denen Gott ihm seinen Plan für die Zukunft der Menschheit offenbart. Johannes erfährt von dem unmittelbar bevorstehenden Kampf zwischen Gott und Satan; er wird Zeuge, wie nie gesehene Ausgeburten der Hölle in die Schlacht ziehen – und sieht, wie Christus selbst in Gestalt eines Lamms erscheint und neben dem Thron Gottes seinen Platz einnimmt.

Das Buch der Offenbarung, ISBN 978-3-85535-072-8, 192 Seiten, farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 24,95

BELTZ | Halle 2 F101

“Das große Durcheinander – Alzheimer, meine Mutter und ich” von Sarah Leavitt

Erinnerungen, Gefühle und Träume dreier Menschen, die mit der Alzheimerkrankheit der Mutter konfrontiert sind. Was macht Alzheimer mit den Familien der Betroffenen? Was bedeutet es für eine Tochter, wenn die Mutter sie nicht mehr erkennt?

Die erste Graphic Novel zum Thema Alzheimer berührt durch Ehrlichkeit und Humor, und durch einen überwältigenden Realismus, der auch vor den dunklen Seiten des Lebens mit Demenzkranken nicht zurückschreckt. Wertvolle Informationen zum Umgang mit Alzheimer wechseln sich ab mit berührenden Bildern des Ehemanns und der zwei erwachsenen Töchter, die trotz allem darum kämpfen, ihr eigenes Leben weiterzuführen, und dabei immer wieder Momente des Glücks zu finden.

Das große Durcheinander – Alzheimer, meine Mutter und ich, ISBN 978-3-407-85968-6, 128 Seiten,schwarzweiss, Hardcover, EUR (D) 19,95

BÜCHERGILDE GUTENBERG | Halle 4 A201

“Jonas oder der Künstler bei der Arbeit” von Albert Camus und Katia Fouquet

Jonas ist ein glücklicher Mensch. Als seine Kunst immer mehr Anerkennung findet, sieht er sich zunehmend von seinem Alltag bedrängt und überfordert und versagt bei der Arbeit. Er zieht sich in einen Verschlag zurück, um das eine große Kunstwerk zu schaffen. Katia Fouquet seziert das Leben des Künstlers und fängt seine zunehmende Beengung eindrucksvoll ein. Im Wechsel zwischen Außen- und Innenperspektive schafft sie dabei einen Bogen zwischen Comic, Kunstkatalog und Skizzenbuch.

Die Graphic Novel spannt in ihrer Erscheinungsform einen Bogen zwischen Comic, Kunstkatalog und Skizzenbuch und schafft damit eine Parallele zwischen Katia Fouquets eigener Arbeit als Künstlerin und der Arbeit der fiktiven Figur des Jonas.

Jonas oder der Künstler bei der Arbeit, ISBN 978-3-86406-025-0, 160 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,95

KNESEBECK | Halle 4 C202

“Egon Schiele – Ein exzessives Leben” von Xavier Coste

Wien vor dem Ersten Weltkrieg: Die Donaumetropole steht auf dem Höhepunkt ihrer intellektuellen und künstlerischen Entfaltung. Ein junger Mann, eifrig und tollkühn, stürzt sich auf die Malerei, gefördert und unterstützt von Gustav Klimt. Egon Schiele ist ein Freigeist, doch seine Kunst beleidigt viele, und seine provokante Offenheit führt zum Skandal. Schieles expressive Akte und Selbstporträts, die in morbiden Farben und seltsamen Körperhaltungen dargebotenen Figuren gelten vielen als pornografisch. Bald wird er als »obszön« verurteilt und muss kurzzeitig ins Gefängnis. Mit nur 28 Jahren stirbt dieser geniale Künstler 1918 an der Spanischen Grippe. Der junge Zeichner Xavier Coste gibt mit der Biografie Egon Schieles sein außergewöhnliches und viel beachtetes Graphic-Novel-Debüt. Er lässt sich auf den Stil und die gedämpfte Farbigkeit Schieles ein und erzählt das bewegte Leben des Künstlers auf eine ganz eigene, neuartig faszinierende Weise.

Egon Schiele – Ein exzessives Leben, ISBN 978-3-86873-603-8, 72 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,95

“Der Process” von Franz Kafka, David Zane Mairowitz und Chantal Montellier

Der Process ist einer der bekanntesten Texte der Weltliteratur: Die Erzählung über Josef K., der eines Morgens ohne Grund verhaftet und in ein undurchschaubares Gerichtsverfahren verwickelt wird. Ein verwirrendes Ereignis löst das nächste ab, und K. versucht immer verzweifelter, seine Unschuld zu beweisen – bis ihm schließlich das fatale Urteil überbracht wird. Chantal Montelliers scharfe und detaillierte Art der Illustration, die an Radierungen erinnert, fängt den trocken-präzisen Ton von Kafkas beklemmendem Porträt ein und verbildlicht die düstere Welt der Gerichtsbarkeit und der absurd-grotesken Bürokratie auf beeindruckende Weise. Diese meisterhaft adaptierte Graphic Novel macht deutlich, dass Franz Kafkas zeitlose Schilderung eines ausweglosen Kampfes bis heute nichts von ihrer Aktualität und literarischen Stärke verloren hat.

Der Process, ISBN 978-3-86873-616-8, 130 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 22,–

JACOBY & STUART | Halle 4 B207

“Die große Transformation” von Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt und Reinhold Leinfelder (Hrsg.)

In Anbetracht von Klimawandel, Artensterben und Ressourcenknappheit setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass wir unseren bisherigen Lebensstil nicht einfach beibehalten können. Wenn unsere Gesellschaften in fünfzig Jahren noch funktionieren sollen, müssen wir den Verbrauch von fossilen Brennstoffen drastisch reduzieren und ein nachhaltiges Wirtschaften lernen.

Wie das gehen soll, haben die neun Wissenschaftler erarbeitet, die den von der deutschen Bundesregierung bestellten Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen (WBGU) bilden. In Form von Graphic Interviews mit jedem von ihnen wird von ganz verschiedenen Seiten betrachtet, was Fakt und was zu tun ist. Denn Geo- und Klimawissenschaft, Wirtschaft und Technik, Politik und Alltagskultur müssen zusammenwirken, um die unumgängliche Große Transformation zu erreichen.

Die große Transformation, ISBN 978-3-941087-23-1, 144 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 14,95

LUFTSCHACHT | Halle 4 E207

Als sein Vater plötzlich stirbt, erinnert sich ein 37-jähriger Künstler an seine Ankunft in den USA Anfang der 90er-Jahre. Als junger Mann voller Träume, will er im Filmgeschäft Fuß fassen. Eine furiose Graphic Novel in gewaltigen Bildern, die Aufsehen erregt.

Als sein Vater plötzlich stirbt, erinnert sich ein 37-jähriger Künstler an seine Ankunft in den USA Anfang der 90er-Jahre. Als junger Mann voller Träume, will er im Filmgeschäft Fuß fassen. Er durchläuft jedes Schlagloch, das eine Megacity wie Los Angeles zu bieten hat. Die dunkle Seite der Nacht beginnt, als Jerry an einem Wendepunkt in seinem Leben steht und erkennt, dass aus seinen Träumen Jahre geworden sind. Immer tiefer taucht er in den Strudel aus höchsten Höhen und Abgründen ein.

Chamäleon, ISBN 978-3-902844-20-0, 256 S. z.T. farbig, Softcover, EUR (D) 25,20, EUR (A) 25,90

METROLIT | Halle 5 E209

“Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf

Eine kraftvolle und psychologisch glaubwürdig erzählte Graphic Novel über die Jugendjahre eines der schrecklichsten Serienmörder der US-Geschichte.

Jeffrey Dahmer, (The Milwaukee Monster), war ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn Männer tötete. Erzählt wird seine Geschichte bis zum ersten Mord aus Sicht von Derf Backderf, der mit Dahmer zur Highschool ging.

“Mein Freund Dahmer” ist die Nummer 4 auf der Liste der besten non-fiction Bücher des Jahres 2012 des TIME MAGAZINE

Mein Freund Dahmer, ISBN 978-3-8493-0048-7, 224 S., schwarzweiß, Hardcover, EUR (D) 22,99

“We Are Gypsies Now: Der Weg ins Ungewisse” von Danielle de Picciotto

Wie ist das, wenn man seine Wohnung auflöst, auf unbestimmte Zeit auf Reisen geht, und dabei den großen Sinnfragen des Lebens nicht aus dem Weg geht? Picciotto hat es mit weiblich verträumten Blick und einer großen Portion Lebensklugheit aufgezeichnet.

Eine wundervoll illustrierte Graphic Diary über den Sinn des Lebens und die Verwirklichung eines Lebenstraums

Danielle de Picciotto ist eine in Berlin lebende Musikerin, Autorin und Künstlerin. Sie war Mitbegründerin der Loveparade in Berlin. 2006 heiratete sie Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten), mit dem sie seit drei Jahren um die Welt reist und Musik macht.

We Are Gypsies Now: Der Weg ins Ungewisse, ISBN 978-3-8493-0047-0, 240 S., schwarzweiß, Hardcover,  EUR (D) 22,99

“Der Tod von Adorno” von Helmut Wietz

Die im Stil der Pop-Art gezeichnete Graphic Novel wurde 1968 begonnen und erst jetzt wiederentdeckt und fertig gestellt. Erzählt wir von der 68er-Revolte, der Sexuellen Befreiung und einer Nazi-Parallelgesellschaft, die die Berliner Unterwelt beherrscht.

Helmut Wietz wurde 1945 in Hamburg-Altona geboren. Er studierte in den 1970er Jahren an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, und arbeitet seitdem als freischaffender Filmemacher und Producer.

Der Tod von Adorno, ISBN 978-3-8493-0049-4, 72 S., farbig, Hardcover, EUR (D) 19,99

SCHREIBER & LESER | Halle 2 G313

“Enemigo” von M.A.T. und Jiro Taniguchi

Nach Diktatur und Bürgerkrieg geht der südamerikanische Staat Nascencio neue Wege und will den Dschungel urbar machen. Den Zuschlag bekommt das japanische Unternehmen Seshimo. Als dessen junger Präsident, Yuji Seshimo, das Gebiet inspizieren will, wird er entführt.

Was steckt dahinter? Die US-Agrar-Lobby, die einen künftigen Konkurrenten ausschalten will? Ein letztes Aufbäumen der Parteigänger des Diktators? Eine Intrige im Hause Seshimo selbst? Yujis Bruder Kenichi macht sich auf nach Südamerika…

Enemigo, ISBN 978-3-943808-10-0, 296 S., s/w mit Farbseiten, Klappenbroschut, EUR (D) 16,95

SUHRKAMP | Halle 4 B102

 

“Alice in Sussex” von Nicolas Mahler, nach Lewis Carroll und H.C. Artmann

Alice findet sich im Traumland wieder. Dort trifft sie auf das weiße Kaninchen, das Alice in seinen unterirdischen Bau führt, um dort nach einer illustrierten Ausgabe von H.C. Artmanns Frankenstein in Sussex zu suchen. Im Laufe der Handlung trifft Alice wiederholt auf das Kaninchen, das auch aus anderen literarischen Werken zitiert, sei es von Herman Melville oder E.M. Cioran.

Anders als bei Carroll befindet sich diese Alice nicht im Wunderland, sondern in einem tiefen Haus unter der Erde. Dort begegnet sie in verschiedenen Stockwerken den bekannten Schöpfungen Lewis Carrolls: der pfeiferauchenden Raupe, der grinsenden Katze, der Suppenschildkröte und anderen mehr. Wiederholt werden von diesen Kreaturen die Schrecknisse der Kindheit und Jugend angesprochen. Als Alice, im Erdgeschoss des Hauses angekommen, Frankensteins Monster begegnet, erwacht sie aus ihrem schrecklichen Traum.

Alice in Sussex, ISBN 978-3-518-46386-4, Klappenbroschur, 144 Seiten, 18,99 (D) EUR

VOLAND & QUIST | Halle 5 D114

“Alois Nebel: Leben nach Fahrplan” von Jaroslav Rudiš und Jaromir 99

Neue Geschichten vom berühmtesten tschechischen Eisenbahner Alois Nebel! Aus der Bahnhofskneipe in Bílý Potok erklären er und seine Freunde mit typisch tschechischem Humor die Welt, sie lästern über die schnöseligen Prager, tauschen zwei tschechische Nachwuchsfußballer gegen einen polnischen Nachwuchspriester, machen Schmuggelgeschäfte und erleben, wie das Bahnhofsklo dank einer Marienerscheinung zur Pilgerstätte wird. Und all das spiegelt sich wie so oft in Tschechien im geliebten einheimischen Bier. Denn egal was in der Welt passiert: »Altvater bleibt Altvater.«

Alois Nebel: Leben nach Fahrplan, ISBN 978-3-863910-29-7, 104 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, EUR (D) 17,90

Graphic Novels in den Medien – 12. März 2013

Dienstag, den 12. März 2013

Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert über “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos überzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulärer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frühem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher Erzählstränge zulässt.”

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulär, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale Lebensveränderung selbst versucht, stößt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”

Mit “So überzeugt Lisbeths Rücken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.

Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich für Die Presse mit Nicolas Huber über seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.

“So wünscht sich das der Laie: komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt, etwa Versicherungsverträge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel “Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.

Auf satt.org stellt Felix Giesa drei Comics vor: “White Line” von Calle Claus (Edition 52), “Die Spaziergängerin” von Anke Feuchtenberger (Reprodukt) und “Holodeck” von Hendrick Dorgathen (Edition Moderne). Überzeugen können ihn nicht alle: “Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern”.

“Dieser Eskapismus macht viel Spaß.” So resümiert Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog die Vorstellung  von “Doppeltes Glück mit dem roten Affen” von Joe Daly (avant-verlag): “Südafrika aus Slacker-Sicht”.

Ulli Lust – Ausstellung in Rom

Sonntag, den 10. März 2013

Originalseiten aus Ulli Lusts autobiografischer Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) werden ab Dienstag, dem 12. März, in Rom gezeigt. Dann eröffnet das örtliche Goethe-Institut eine Ausstellung, die anschliessend bis zum 27. April geöffnet sein wird.

Zur Eröffnung am 12. März 2013 um 19 Uhr wird Ulli Lust anwesend ein und sich mit Moderatorin Laura Scarpa über das Buch unterhalten, das in italienischer Sprache beim Verlag Coconino Press unter dem Titel “Troppo non è mai abbastanza” vorliegt.

Goethe-Institut Rom, via Savoia, IT-15 Rom
Tel. +39 06 8440051
email: info@rom.goethe.org, rom.goethe.org

“Comics for equality” – Comicwettbewerb

Samstag, den 9. März 2013

“Comics for equality”, bzw “ComiX4=” ist ein Wettbewerb, bei dem die besten unveröffentlichten Comics von Autoren mit Migrationshintergrund gesucht werden. In den Kategorien Stereotypen, Migrationsgeschichten und Die Bekämpfung von Rassismus werden insgesamt sechs Preise zu je 1.000 EUR vergeben. Teilnehmen darf jede/r aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten. Genaue Informationen gibt es auf der Wettbewerbshomepage www.comix4equality.eu.