Graphic Novels
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Neue Graphic Novels im avant-verlag

“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached

Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist vom Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die “Green Line”, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, Militärpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus.

1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der “Rue Youssef Semaani”, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die während der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken.

Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzählt die libanesische Künstlerin von ihrer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. “Das Spiel der Schwalben” ist ihre erste Veröffentlichung in deutscher Sprache.

Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 182 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in welcher der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen, bei dem lebensmüde Senioren ihre letzte Reise buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel hat, aus.

Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine Hälfte seines Kopfes entscheiden?

Eremit ist eine symbolträchtige, mitunter verstörende Erzählung über Zweifel, Tod und Obst. Eine Erzählung wie sie wohl nur der Fantasie der 1982 in Berlin geborenen Marijpol entspringen kann. Für ihre erste Graphic Novel, “Trommelfels”, wurde sie 2012 mit dem ICOM-Preis für das “Beste Szenario” geehrt. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8,  216 Seiten, zweifarbig, Klappenbroschur mit Fold-Out, EUR (D) 19,95

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