Graphic Novels
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Fünf Fragen: Torsten Alisch vom Comicladen Grober Unfug, Berlin

Grober Unfug, das sind zwei auf Comics spezialisierte Läden in Berlin mit umfangreichem Nebenangebot an allem, was mit Comics im weiteren Sinne zu tun hat: DVDs, Soundtrack-CDs, Sekundärliteratur, Merchandise, Street-Art und Graphic-Design. In der Filiale in Berlin-Mitte wird auf ca. 100 qm ein umfangreiches internationales Sortiment (vor allem Importe aus USA und Japan) angeboten. Die Filiale in Berlin-Kreuzberg, der ursprüngliche “Stammladen”, führt auf ca. 60 qm das komplette deutschsprachige Comic-Angebot, ergänzt durch Merchandise-Artikel und ausgewählte Comic-Importe aus Frankreich und den USA.

Mitinhaber Torsten Alisch hat sich die Zeit genommen, fünf Fragen zum Thema Graphic Novels zu beantworten.

Wie und wo präsentieren Sie Graphic Novels?

Deutschsprachige Graphic Novels werden in beiden Filialen in eigenen Regalen angeboten, bei den Importen aus USA sind die Graphic Novels bei den jeweiligen Verlagsregalen präsentiert. Eine wechselnde Auswahl von ca. 10 – 15 Titeln wird auf einem zentralen Tisch in den beiden Eingangsbereichen besonders präsentiert.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Graphic Novels?

Graphic Novels waren schon immer für Kunden interessant, die sich sonst nicht für bestimmte Comic-Serien oder -Genres interessiert haben. Durch die intensive Medienpräsenz der Graphic Novels in den letzten Jahren kommen nun aber auch verstärkt Kunden, die nur den oder die vorgestellten Titel einer Rezension in Augenschein nehmen wollen. Intensive Beratung kann dazu führen, dass sie auch Graphic Novels ähnlicher Thematik in die Hand nehmen, die Kaufentscheidung für den oder die gesuchten Titel scheint aber fast immer schon vor Betreten des Ladens gefallen zu sein.

An wen werden Graphic Novels hauptsächlich verkauft?

Der typisierte Comicserien-Fan (“nerd”) kümmert sich um Graphic Novels nur, wenn es sich um Sondertitel zur gesammelten Reihe handelt. Zwischen “normalen” Comicfans und dem sonstigen Nichtcomicleser gibt es keine großen Unterschiede in der Wahrnehmung der Graphic Novel: Bei manchen kommt es auf das Thema an, andere sind mehr grafisch interessiert, und viele suchen einfach ein gutes bzw. ausgefallenes Geschenk! Das Verhältnis der Graphic Novel-interessierten Männer und Frauen ist ziemlich ausgeglichen, das Alter der meisten Kunden liegt zwischen 25 und ca. 55.

Wie informieren Sie sich und Kunden über Graphic Novels?

Neuheiten erfahre ich über Verlagsprospekte, Internetpräsenzen der Verlage und spezialisierte Web-Seiten (für deutsche Titel auf jeden Fall: www.graphic-novel.info). Ansonsten ist es wichtig, die Medien- und v.a. Presselandschaft aufmerksam zu beobachten, da jede aktuelle Rezension zu verstärkten Nachfragen (und oft Kaufentscheidungen) führt.

Haben Sie einen Lieblingstitel, den Sie besonders gerne empfehlen?

Bei Empfehlungen muss man schon sehr auf die Kundenwünsche achten, mit dem eigenen “Lieblingstitel” kann da so einiges schiefgehen… Neuerscheinungen der letzten Monate, die ich besonders interessant fand (es sind aber nicht alles Graphic Novels): “Peking – Zehn Gesichter einer Stadt” (Tokyopop), “Logicomix – An Epic Search for Truth” (Bloomsbury USA), “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant) von Ulli Lust und an erster Stelle eine DVD: “Fil & Sharkey – Die Show”!

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