“Die Damen auf dem Hügel”
In der heutigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” bespricht Thomas von Steinaecker Cyril Pedrosas Graphic Novel “Drei Schatten”:
Die Damen auf dem Hügel
Der Animationsfilm ist der große, zurückgebliebene Bruder des Comics. Beide erzählen mit gezeichneten Bildern, beide entstanden am Ende des 19. Jahrhunderts als Teil der Unterhaltungsindustrie. Doch während der Comic nach und nach erwachsen wurde und sich ernsteren Themen zuwandte, blieb der Zeichentrickfilm in erster Linie der Welt des Fantastischen verhaftet und richtet sich seitdem vor allem an Kinder, woran sein wichtigster Pionier wohl nicht ganz unschuldig ist: In der familientauglichen Umsetzung von Märchen fand Walt Disney eine magische Formel, die selbst in Zeiten von Pixar letztlich nicht grundlegend in Frage gestellt wird.

Diese mediale Verwandtschaft zum Film ist in dem grafischen Roman „Drei Schatten” des jungen Franzosen Cyril Pedrosa überall zu spüren. Schon auf den ersten Blick fällt die Ähnlichkeit der ausdrucksstarken Schwarzweißzeichnungen mit Disney-Produktionen auf: Die Konturen sind gerundet, die Physiognomie der Figuren spiegelt karikaturhaft übersteigert deren Charakter wider. Wiederholt werden cineastische Techniken wie Zoom oder Abblende eingesetzt, so dass stellenweise der Eindruck eines Storyboards entsteht. Das kommt nicht von ungefähr; hat doch Pedrosa für die Studios in Burbank als Zeichner an „Hercules” sowie an „Der Glöckner von Notre-Dame” mitgearbeitet. mehr
Auf den Artikel verweist auch der “Buchreport”.
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