Im Verlag Ch. Links ist “Tunnel 57 – Eine Fluchtgeschichte als Comic” von Thomas Henseler und Susanne Buddenberg erschienen, die neben der Comicgeschichte weitere Materialien für den Schulunterricht enthält.
Anhand von Zeitzeugeninterviews, Originalfotos und Dokumenten haben die Comic-Autoren die Ereignisse um den legendären Fluchttunnel unter der Bernauer Straße detailgetreu rekonstruiert und grafisch umgesetzt. Ein Beitrag zu den historischen Hintergründen weitet den Blick auf das Fluchtgeschehen, Interviews mit einem Fluchthelfer und seiner geflüchteten Freundin veranschaulichen die Ereignisse aus deren Perspektive. Ergänzende Materialien für den Schulunterricht vertiefen die Thematik.
Mit “Mein Ärger mit den Frauen” legt Reprodukt nun den zweiten Band einer themengebundenen Buchreihe mit Geschichten der Underground-Ikone Robert Crumb vor. Die hierin gesammelten Episoden tragen noch stärkere autobiografische Züge als die Literaturadaptionen in “Nausea”, beschreibt Robert Crumbs “Mein Ärger mit den Frauen” doch sein ureigenstes Thema.
Ob die ersten pubertären Annäherungsversuche unter der Schulbank, die LSD-geschwängerten Freizügigkeiten des “Summer of Love” oder die Plagen der Midlife-Crisis: Robert Crumbs Schwäche für das weibliche Geschlecht bleibt seit nunmehr einem halben Jahrhunderteine der wichtigsten Inspirationsquellen seiner polarisierenden Comics. “Mein Ärger mit den Frauen” sammelt erstmals eine Auswahl der stilprägendsten Geschichten, in denen er tiefe Einblicke in seine Neurosen und Obsessionen gewährt.
“Robert Crumb hat Mitte des 20. Jahrhunderts unter dem Begriff Comix eine Erzählform vorangetrieben, die als tiefe Penetration des amerikanischen Unbewussten gelten muss.” – Catrin Lorch, Süddeutsche Zeitung
Robert Crumb wurde am 30. August 1943 in Philadelphia geboren. 1968 begann er in San Francisco die Herausgabe seiner ersten Heftreihe, “Zap Comix”. Figuren wie Fritz the Cat oder Mr. Natural, und nicht zuletzt die kompromisslose Offenlegung seiner sexuellen Obsessionen, machten ihn schon bald zum Protagonisten der Underground Comix – kontrovers diskutiert und künstlerisch unerreicht.
Robert Crumb, dem Terry Zwigoff 1994 einen preisgekrönten Dokumentarfilm widmete, gilt heute als einer der bedeutendsten Autoren und Zeichner, die der Comic je hervorgebracht hat. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York. Robert Crumb und seine Frau Aline Kominsky-Crumb leben in einem kleinen Dorf in Frankreich.
Mein Ärger mit den Frauen, ISBN 978-3-943143-40-9, 96 Seiten, schwarzweiss, 22 x 29 cm, Hardcover, erscheint im Juni bei Reprodukt
Am heutigen Mittwoch beginnen die Heidelberger Literaturtage. Samstag wird dort der in Frankreich lebende Autor Guy Delisle aus seinem bei Reprodukt erschienenen Band “Aufzeichnungen aus Jerusalem” lesen und sich mit Thomas Hummitzsch (Tagesspiegel) über sein Leben und Werk unterhalten. Die Abbildung oben stammt aus dem für den Herbst angekündigten “Ratgeber für schlechte Väter”.
Die Veranstaltung beginnt um 22 Uhr, der Eintritt beträgt EUR 9, (erm. EUR 7).
Heidelberger Literaturtage, Spiegelfeld auf dem Universitätsplatz, Heidelberg
Der Band “Trommelfels” (avant-verlag) der in Berlin lebenden Autorin Marijpol liegt nun auch auf Französisch vor. Der Genfer Verlag Atrabile hat den Band unter dem Titel “La Roche au Tambour” veröffentlicht. Bilder aus dem Band werden ab Donnerstag in der Pariser Buchhandlung und Galerie Le Monte-en-l’air zu sehen sein. Die Vernissage beginnt um 19:30 Uhr.
Le Monte-en-l’air, 71 rue de Ménilmontant / 2 rue de la Mare, D-75020 Paris facebook
Gerade erschienen ist das neue Album des Autorenduos Ruppert & Mulot: Die große Odaliske” (Reprodukt). Mit Unterstützung von Bastien Vivès (““Der Geschmack von Chlor”), – der sowohl für die Konzeption der Geschichte mitverantwortlich zeichnet als auch für Augen, Münder und Nasen der Protagonisten – hat das Team eine elegante Action-Komödie vorgelegt.
Die Beutezüge der Einbrecherinnen Alex und Carole könnten spektakulärer kaum sein – haben die beiden es doch nur auf die besten Museen und die teuersten Meisterwerke der Kunstgeschichte abgesehen. Bei ihrem neuen Auftrag stoßen die Diebinnen aber an ihre Grenzen. Um Ingres’ “Die große Odaliske“ am Sicherheitssystem des Louvre vorbeizuschleusen, brauchen sie Verstärkung. Als die Motorrad-Akrobatin Sam das Team komplettiert, setzt das Trio einen waghalsigen Plan in Gang…
Florent Ruppert und Jérôme Mulot haben sich während ihres Studiums in Dijon kennengelernt und arbeiten seither als Zeichner- und Autoren-Duo. Im Dialog entwickeln und zeichnen sie ihre intelligenten und oft absurden Geschichten.
Ruppert & Mulot gehören zu den wichtigsten jungen Künstlern des französischen Autorenverlages L’Association. In deutscher Sprache liegt bei der Zürcher Edition Moderne der Band “Affentheater” vor.
Bastien Vivès studierte Grafik und Animation an der École des Gobelins. Bereits in jungen Jahren kann der Zeichner auf ein umfangreiches und stetig wachsendes Werk zurückblicken. Dabei bestechen seine Arbeiten wie “In meinen Augen”, “Polina”, “Für das Imperium” oder “LastMan“ durch eine enorme stilistische Bandbreite auf hohem Niveau.
Die große Odaliske, 128 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erschienen bei Reprodukt
Für das aktuelle Magazin der Süddeutschen Zeitung hat der italienische Comic-Autor Gipi sowohl das Cover als auch zahlreiche Illustrationen zur Titelstory um die Zustände in Pflegeheimen beigetragen. Gipis Bücher sind bei Reprodukt (“S.”) und dem avant-verlag (“Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte”) erschienen. Der Artikel mit dem Titel “Düstere Aussicht” kann online nachgelesen werden, inklusive der Comic-Illustrationen von Gipi.
Der britische Zeichner Luke Pearson (“Everything we miss”, NoBrow; “Hilda und der Mitternachtsriese”, Reprodukt) ist im Anschluss an das Münchner Comicfestival unterwegs auf einer kleinen Signiertour durch Deutschland.
Am Dienstag, dem 4. Juni signiert Luke Pearson von 17 bis 19 Uhr bei T3 Terminal Entertainment in Frankfurt und am Donnerstag, dem 6. Juni im Groben Unfug in der Torstraße in Berlin (ebenfalls von 17 bis 19 Uhr). Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es auf den jeweiligen Websites der Comicläden.
In der darauf folgenden Woche ist Luke Pearson dann noch einmal zu Gast bei “Sprechende Bilder – Hamburger Graphic Novel-Tage. Am Montag, dem 10. Juni ab 19.30 Uhr findet im Hamburger Literaturhaus ein von Christian Gasser und Andreas Platthaus moderiertes Gespräch zwischen Luke pearson und dem deutschen Zeichner Ulf K. (“Dolomiti Jahre”, Edition 52) zum Thema “Comics für Menschen zwischen 7 und 77″ statt.
Mehr Informationen zu den Arbeiten des Zeichners gibt es auf lukepearson.com.
T3 Terminal Entertainment, Große Eschenheimer Str. 41a, D-60313 Frankfurt am Main
Tel. (069) 28 75 69, Fax (069) 28 75 84
email: info@t3ffm.de, www.t3ffm.de
Am vergangenen Sonntag endete das Comicfestival München. Ein abwechslungsreiches Programm aus Ausstellungen, Künstlergesprächen und Verlagsmesse lockte ca. 10.000 Besucherinnen und Besucher an die diversen Veranstaltungsorte. Im Rahmn des Festivals wurden auch Preise verliehen. Mit dem Münchner Comicpreis Peng! wurden auch einige Graphic Novels bedacht. So gewann Reinhard Kleist mit “Der Boxer: Die wahre Geschichte des Hertzko Haft” (Carlsen) in der Kategorie “Bester deutschsprachiger Comic”. Den Preis für den “Besten europäischer Comic” konnte Luke Pearson für sein “Hilda und der Mitternachtsriese” (Reprodukt)persönlich in Empfang nehmen. Darüber hinaus wurde Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) als “Bester nordamerikanischer Comic” ausgezeichnet. Zur gesamten Liste der Ausgezeichneten gelangt man hier.
Desweiteren wurden auch in diesem Jahr ICOM-Independent-Preise verliehen. Hier wurde Carolin Walchs “Roxanne & George” (Reprodukt) mit dem Preis für das Beste Szenario bedacht. Darüber hinaus gab es lobende Erwähnungen für “White Line” von Calle Claus (Edition 52) sowie “Earth Unplugged” von Jennifer Daniel (Jaja Verlag). Alle Preisträgerinnen und Preisträger finden sich hier.
Über das Festival wurde breit berichtet, hier eine Auswahl der online lesbaren Artikel:
Am Freitag, den 7. und Samstag, den 8. Juni lädt das Literaturlokal Punto Buchowski in Bern zum Comicwochenende ein.
Unter anderem werden dort am Freitag, dem 7. Juni um 20 Uhr Christoph Schuler (Strapazin), Mathias Bremgartner (Uni Bern) und David Basler (Edition Moderne) ein Podiumsgespräch zum Thema “Sprech- & Denkblasen” führen. Der Eintritt ist frei.
Am Samstag, dem 8. Juni, findet in Berlin-Kreuzberg die 15. Lange Buchnacht statt. Wie immer stehen bei einem Teil der weit über 100 Lesungen und weiterer Buchevents Comics im Mittelpunkt. Neben Kindercomic-Präsentationen von Reprodukt und einer Projektions-Zeichenaktion stehen auch Graphic Novels und ihre Macher im Mittelpunkt:
19.00 Uhr, SO 36, Oranienstr. 190: Zeina Abirached und Paula Bulling – Autobiographische Graphic Novels zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen
Die Comiczeichnerinnen Zeina Abirached und Paula Bulling diskutieren Darstellung und Thematisierung von Politik und Zeitgeschichte aus ganz unterschiedlichen Perspektiven ihrer autobiographischen Graphic Novels: Erinnerung an eine Kindheit während des libanesischen Bürgerkriegs in “Das Spiel der Schwalben” und die Dokumentation der Situation von Asylbewerbern in Deutschland in “Im Land der Frühaufsteher” (beide avant-verlag).
21.00 Uhr, Modern Graphics, Oranienstr. 22: Graphic Novel Präsentation mit Bild – Birgit Weyhe: “Im Himmel ist Jahrmarkt”
Birgit Weyhe erzählt in ihrer brandneuen Graphic Novel “Im Himmel ist Jahrmarkt” (avant-verlag) die persönlichen Lebenswege ihrer Großeltern und ihres Großonkels Ititi vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Zur Buchpräsentation lässt uns Birgit Weyhe hinter die Kulissen schauen: mit dem Familienalbum und Anekdoten unter dem Arm schickt sie uns auf die Spuren ihrer Familie und erzählt wie das Buch entstanden ist.
Anya ist ein ganz normaler Teenager. Zu Hause nerven sie ihre Mutter und ihr kleiner Bruder und in der Schule muss sie sich mit den üblichen Problemen herumschlagen. Sie schwänzt lieber, als im Unterricht aufzupassen, und ihr Schwarm erwidert ihre Gefühle nicht. Doch ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie in einen Brunnen fällt und dort den Geist von Emily trifft. Diese weicht ihr fortan nicht mehr von der Seite. Zunächst scheint so ein Geist recht praktisch zu sein. Emily sagt ihr die Lösungen der Klassenarbeiten vor und flüstert ihr die richtigen Worte ins Ohr, um ihren Schwarm für sich zu erobern. Doch dann stößt sie auf Emilys dunkle Vergangenheit…
Anyas Geist, ISBN 978-3-8420-0777-2, 224 Seiten, zweifarbig, Klappenbroschur, EUR (D) 14,95, erscheint im Oktober 2013 bei Tokyopop
Unter dem Titel “Swimming Pool im Zeichenfeld: Autorencomics zwischen Bildgedicht und Graphic Novel” zeigtdas xm:lab (Experimental Media Lab) der Universität Saarbrücken Kooperation mit dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes eine Ausstellung mit Arbeiten internationaler Comic-KünstlerInnen. Von Sonntag, dem 9. Juni, bis Sonntag, dem 23. Juni, werden im Pingusson-Bau Arbeiten von Dominique Goblet & Kai Pfeiffer, Oliver Grajewski, Ulli Lust, Sascha Hommer, Nicolas Mahler, Marijpol, Tonto Comics, Marko Turunen und Birgit Weyhe gezeigt. Die Vernissage findet am 9. Juni um 11 Uhr statt.
Parallel zur Ausstellung wird es vor Ort eine “Comic-Lounge” geben, bei der rund 100 Independent-Comics zur Lektüre einladen.
Am 10. Juni gibt es dann ein Symposium zum Thema “Autorencomics zwischen Bildgedicht und Graphic Novel” auf dem einige in der Ausstellung gezeigten KünstlerInnen in Vorträgen, Lesungen und Gesprächsrunden ihre Arbeit vorstellen. Darüber hinaus sind der französische Zeichner und Verleger Jean-Christophe Menu sowie der amerikanische Zeichner Eric Drooker, derzeit Frans Masereel Gastprofessor an der HBKsaar, eingeladen. Die Moderation übernehmen Dozent Kai Pfeiffer und Klaus Schikowski.
Hier eine Programmübersicht:
10:00 Ulli Lust, Marijpol und Sascha Hommer
11:30 Birgit Weyhe und Oliver Grajewski
14:00 Tonto Comics: Edda Strobl, Helmut Kaplan, Michael Jordan und Simon Häussle
15:00 Dominique Goblet, Jean-Christophe Menu und Marko Turunen
17:00 Eric Drooker
Die Hamburger Autorin Anke Feuchtenberger wird am kommenden Wochenende am Festival Copenhagen Comics teilnehmen. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Dänemark sind Podiumsgespräche geplant.
Held der Geschichte, die in den 1970ern spielt, ist der Junge Joachim, der auf einem Bauernhof in Frankreich lebt. Er träumt davon, der Gangsterboss Aniello Dellacroce zu sein, mit dem er sich so sehr identifiziert, dass er permanent Selbstgespräche mit ihm führt. Durch Zufall stolpert er über die etwa 10 Millionen Franc schwere Beute des echten amerikanischen Gangsters Jimmy Cobb, der auf der Flucht vor der Polizei und seinen ehemaligen Kumpanen auf dem Bauernhof Zuflucht sucht…
Wie eine Initialzündung tritt das Verbrechen in das noch nicht einmal mehr scheinbar geordnete Leben der bäuerlichen Familie ein. Mit knappen Texten und eindringlichen Bildern gelingt es Baru, die Geschichte präzis und spannend zu erzählen, wobei er seinen Protagonisten Joachim mit erschreckender Logik tatsächlich die Laufbahn des Verbrechers einschlagen lässt.
Bleierne Hitze, ISBN 978-3-935229-88-3, 116 Seite, farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 20, erscheint bei Edition 52
Am kommenden Donnerstag öffnet das Comicfestival München seine Pforten, das größte seiner Art dieses Jahr im deutschsprachigen Raum: In Ausstellungen werden die Arbeiten internationaler KünstlerInnen ausgestellt, es gibt Künstlergespräche, Preisverleihungen, Verlagsmessen und Vieles mehr.
Signierstunden werden vor Ort bekannt gegeben (Robert Crumb wird nicht signieren).
AUSSTELLUNGEN
25 Ausstellungen werden im Rahmen des Festivals gezeigt, darunter eine zu amerikanischen “Underground-Comix”, in der unter anderem Originale von Robert Crumb zu sehen werden, und eine weitere, Crumb gewidmete Schau: “A Tribute to Robert Crumb”. Darüber befassen sich weitere Ausstellungen mit dem Schaffen von Baru, Ralf König, den Künstlerbiografien von Lars Fiske und Steffen Kverneland, “Riekes Notizen” von Barbara Yelin, “Trabanten” von Frank Schmolke und zeigen einen Überblick über italienische Comics. Ebenso werden die Preisträger des Gramic-Preises ausgestellt.
VERANSTALTUNGEN
Mittwoch, 29. Mai, 19:30 Uhr, Jüdisches Museum: “Drawn together” – Robert Crumb im Gespräch mit seiner Frau Aline Kominsky-Crumb über deren langjährige Zusammenarbeit. Das Gespräch moderiert die Literaturagentin Lora Fountain, es findet im Jüdischen Museum statt.
Donnerstag, 30. Mai
15:00 Uhr, Bühne Altes Rathaus, Podiumsdiskussion: “Independent Verlage – Quo vadis?”, Teilnehmer: Stefan Dinter (Zwerchfell), Adrian vom Baur (Jazam), Myriam Denise Engelbrecht (Fireangels Verlag) und David Basler (Editon Moderne).
15:00 Uhr, Bier- und Oktoberfestmuseum, Buchvorstellung: “Ewiger Himmel – Ein Schweizer in Amerika” von David Boller.
15:00 Uhr, Bühne Altes Rathaus, Podiumsdiskussion: “Wie kann man mit Comics in Deutschland Geld verdienen”, Welche Möglichkeiten haben Comiczeichner im deutschsprachigen Raum? Präsentation verschiedener Modelle, Teilnehmer: Sarah Burrini (“Das Leben ist kein Ponyhof!”), David Boller (Virtual Graphics), Gerhard Schlegel (Laska) und Timo Wuerz.
15:00 Uhr, Bier- und Oktoberfestmuseum, Lesung: “Was kostet ein Yak?” mit Philip Cassirer.
15:00 Uhr, Altes Rathaus: “Wie bewirbt man sich als Zeichner erfolgreich bei einem Verlag”, Stefan Dinter (Zwerchfell Verlag) und Michael Groenewald (Reprodukt) geben Bewerbungstipps.
12:00 Uhr, Bühne Altes Rathaus: “Graphic Novels Standpunkte 2013″
Was wird von einem Künstler erwartet, wenn er sich bei einem Graphic Novel Verlag bewirbt?
Podiumsgespräch mit Stefan Dinter (Zwerchfell), Klaus Schikowski (Egmont Graphic Novel), Christian Maiwald (Reprodukt) und Barbara Yelin.
13:00 Uhr, Künstlerhaus: Buchpräsentation: “Flughunde” von Ulli Lust.
In diesem Jahr finden sich die Verlagsstände an gleich zwei Orten: Dem Künstlerhaus am Lenbachplatz sowie im Alten Rathaus. Welcher Verlag sich wo befindet, kann den Übersichtsplänen entnommen werden. Der Eintritt zum Alten Rathaus ist frei.
Details zu allen Veranstaltungen, den Veranstaltungsorten, Ausstellungen und weiteren Aktionen gibt es auf der Festivalhomepage.
Künstlerhaus am Lenbachplatz, Lenbachplatz 8, D-80333 München Altes Rathaus, Marienplatz 15, D-80331 München
email: info@comicfestival-muenchen.de, www.comicfestival-muenchen.de
Öffnungszeiten: Do 12-19 Uhr, Fr + Sa 10-19 Uhr, So 10-18 Uhr
Künstlerhaus am Lenbachplatz – Eintritt: 15 EUR bzw. 20 EUR für 4 Tage | Altes Rathaus: Eintritt frei
Die norwegischen Comic-Künstler Lars Fiske und Steffen Kverneland sind am kommenden Dienstag am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Gast und werden dort im Rahmen der Henrik-Steffens-Vorlesungen über “Künstlerbiografien im Comic” sprechen.
Steffen Kverneland (geb. 1963) und Lars Fiske (geb. 1966) haben sich seit den frühen 1980ern als zwei von Norwegens markantesten Comic-Künstlern hervorgetan. 2006 erschien in Deutschland ihre gemeinsame Künstlerbiografie über Olaf Gulbransson (“Olaf G. – Auf den Spuren von Olaf Gulbransson”, avant-verlag). Danach setzten sie ihre Arbeit mit dem Albumprojekt “Kanon” fort. Die beiden Hauptfortsetzungsromane daraus – Kvernelands Comic-Biografie über Edvard Munch und Fiskes über Kurt Schwitters – wurden nun in zwei Büchern zusammengetragen: “Munch” von Steffen Kverneland und “Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” von Lars Fiske. Kverneland und Fiske werden über ihre Zusammenarbeit und ihre Arbeitsmethoden berichten, sowie Bilder zeigen. Der Hauptfokus wird dabei auf den Biografien von Munch und Schwitters liegen.
Der Vortrag wird auf Englisch gehalten. Beginn ist um 18:00 Uhr, der Eintritt ist frei!
Drei neue Graphic Novels erscheinen dieser Tage im avant-verlag. Alle drei AutorInnen werden auf dem Comicfestival in München präsent sein.
“Im Himmel ist Jahrmarkt” von Birgit Weyhe
Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen.
Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.
Basierend auf Briefen, Gesprächen und Fotografien erzählt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern. Sie erzählt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biographie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat.
Langsam enthüllen sich die Lebensgeschichten der emanzipierten Marianne, dem gebrochenen Friedrich Carl und den Eheleuten Herta und Edgar. Wie Puzzleteile fügt die Autorin ihr Wissen über die Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte Homosexualität, Verrat und Schuld.
Im Himmel ist Jahrmarkt, ISBN 978-3-939080-81-7, 280 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 22,–
“Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. HERR MERZ” von Lars Fiske
Kurt Schwitters (1887 – 1948) begann 1919 seine eigene dadaistische Kunstrichtung Merz in seiner Heimatstadt Hannover zu etablieren und wurde zu einem der wichtigsten Pioniere des Modernismus. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde seine Kunst als entartet betrachtet und Schwitters sah sich gezwungen ins Exil nach Norwegen zu gehen …
Trotzdem, oder gerade deswegen, ist ein Werk voller Humor entstanden – eine Biografie, gleichermassen eine Hommage an den großen Dadaisten. rakete rinnzekete …
Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. HERR MERZ, ISBN 978-3-939080-79-4, 112 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 29,95
“Munch” von Steffen Kverneland
Steffen Kverneland widmet sich in seiner stattlichen 1,5 kg schweren Biografie mit dem schlichten Titel “Munch” dem norwegischen Maler der zu den bedeutendsten Künstlern des 19 Jahrhunderts gezählt werden muss. Seine Ausstellungen waren von Skandalen begleitet und lösten gar Handgemenge aus.
Seine Tage und Nächte als getriebener Maler in Berlin waren seine wichtigste Schaffensperiode und bieten Stoff für Legenden. Steffen Kverneland setzt dem Künstler und Lebemann Munch ein gezeichnetes Denkmal.
Munch, ISBN 978-3-939080-80-0, 270 Seiten, farbig, Hardcoverm EUR (D) 34,95
Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erzählt die gebürtige Iranerin Marjane Satrapi von der islamischen Revolution von 1979 und vom Krieg mit dem Irak – und zwar in einer einfachen, aber effektiven Bildsprache.
Um dem iranisch-irakischen Krieg zu entkommen, wird sie als Jugendliche von ihren Eltern aus Teheran nach Wien geschickt. Nach vier Jahren kehrt sie trotz der Faszination der europäischen Jugendkultur wegen Heimweh nach Teheran zurück, wo sie als dekadent gilt und mit den täglichen Widerwärtigkeiten des islamischen Regimes konfrontiert wird. Von nun an ist sie nirgendwo mehr zuhause.
Persepolis – Gesamtausgabe, ISBN 978-3-03731-117-2, 356 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, EUR (D) 25,–, SFr. 35,–, erscheint im Oktober 2013
“Ein Leben in China 3: Die Zeit des Geldes” von Philippe Ôtié und Li Kunwu
Die Zeit nach 1980 bringt ungeahnte Veränderungen mit sich, China erfindet die “soziale Marktwirtschaft” und holt den Vorsprung des Westens mit Riesenschritten auf. Xiao Li, der “Kleine Li”, ist unterdessen zu Lao Li, dem «Alten Li» gereift, er hat eine gute Stelle als Illustrator bei einer großen Zeitung gefunden, eine Wohnung in Kunming bekommen und eine Familie gegründet. Einige seiner Freunde und Bekannten stürzen sich ins Abenteuer Kapitalismus, eröffnen Billardsalons, Restaurants oder sogar ein Mineralwasserunternehmen, für das Lao Li bald als Werbezeichner tätig wird.
Ein Leben in China 3: Die Zeit des Geldes, ISBN 978-3-03731-105-9, 272 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, EUR (D) 28,–, Sfr. 39,80, erscheint im Oktober 2013
“Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB” von Jacques Tardi
Am 22. Mai 1940 wurde René Tardi, der Vater von Jacques Tardi, als Panzerfahrer in Lothringen gefangengenommen und verbrachte danach fast fünf Jahre im Stalag IIB, einem Stammlager für Kriegsgefangene in Hinterpommern im heutigen Polen. Ein Stalag war kein KZ und ans Leben wollte man den Franzosen nicht. Der erlittene Hunger, die Demütigungen, die Willkür, der Schmutz waren nach dem Krieg nicht so wichtig angesichts der sonstigen Gräuel. So schwieg ein verbitterter René Tardi, bis er auf Drängen seines Sohnes in den 80er-Jahren seine Erlebnisse in drei Schulheften niederschrieb. Seine Geschichte ist die der Besiegten, der ruhmlosen Helden.
Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB, ISBN 978-3-03731-112-7, 200 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 35,–, SFr. 49,–, erscheint im September 2013
“Mit dem Elefantendoktor in Laos” von Olivier Kugler
Olivier Kugler begleitet den Tierarzt Bertrand Bouchard auf einer Reise durch die Berge und den Dschungel im Norden von Laos, wo er sich mit einer mobilen Klinik um die Gesundheit der Arbeitselefanten in den entlegenen Holzfäller-Camps kümmert. Kugler führt uns durch diese faszinierende Welt, zeichnet Natur und Leute und vor allem Elefanten, aber er zeigt auch die Einfl üsse der internationalen Wirtschaftsinteressen, die bis tief in diese abgelegenen Wälder in den Bergen von Laos reichen.
Mit dem Elefantendoktor in Laos, ISBN 978-3-03731-113-4, 48 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,80, SFr. 28,–, erscheint im September 2013
“Dark Country” von Tab Murphy, Thomas Jane und Thomas Ott
Eine Hochzeitsreise mit tragischem Ausgang, erzählt in gewohnter Ott-Manier.
Das frisch verheiratete Paar fährt nachts über die Landstraße, als plötzlich ein Schatten vor dem Wagen auftaucht. Ein dumpfer Schlag, der Fahrer hält das Auto an. Ein Mann liegt auf der Strasse. Sie nehmen den Schwerverletzten auf und setzen ihn auf den Hintersitz.
Doch als der vermeintlich Bewusstlose plötzlich den Bräutigam am Steuer erwürgen will, wird diese Hochzeitsreise endgültig zum Albtraum!
Dark Country, ISBN 978-3-03731-114-1, 56 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, EUR (D) 19,80, SFr. 28,–, erscheint im Oktober 2013
“Es ist eine neue, eigene Erzählung des Autors und Zeichners zum Ursprungsmythos der Christophorus-Legende – ikonografisch angereichert, verwoben, rätselhaft, ja geradezu bildmagisch inszeniert.”
Wie auf Börsenblatt.net gemeldet wird, hat die Stiftung Buchkunst die Liste der “schönsten deutschen Bücher 2013″ bekannt gegeben. Unter den 25 ausgezeichneten Titeln in fünf Kategorien befindet sich mit Markus Färbers “Reprobus” (Rotopolpress) auch eine Graphic Novel unter den ausgezeichneten Titeln – in der Kategorie “Allgemeine Literatur”. Die Liste der Preisträger und den gesamten Text zur Auszeichnung von “Reprobus” findet man hier.
Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente überzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.
Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde“. Im ergänzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die Hintergründe der Arbeit an dem Buch ein.
“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “Berührend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.
Susanne Harmsen hält es für einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe für die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.
“Bücher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. Bücher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.
Weniger eine Huldigung als eine Annäherung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und Clément Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.
Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de über den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.
An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kürzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.
Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlässlich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel über Gröpelingen”.