Der Band “Trommelfels” (avant-verlag) der in Berlin lebenden Autorin Marijpol liegt nun auch auf Französisch vor. Der Genfer Verlag Atrabile hat den Band unter dem Titel “La Roche au Tambour” veröffentlicht. Bilder aus dem Band werden ab Donnerstag in der Pariser Buchhandlung und Galerie Le Monte-en-l’air zu sehen sein. Die Vernissage beginnt um 19:30 Uhr.
Le Monte-en-l’air, 71 rue de Ménilmontant / 2 rue de la Mare, D-75020 Paris facebook
Für das aktuelle Magazin der Süddeutschen Zeitung hat der italienische Comic-Autor Gipi sowohl das Cover als auch zahlreiche Illustrationen zur Titelstory um die Zustände in Pflegeheimen beigetragen. Gipis Bücher sind bei Reprodukt (“S.”) und dem avant-verlag (“Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte”) erschienen. Der Artikel mit dem Titel “Düstere Aussicht” kann online nachgelesen werden, inklusive der Comic-Illustrationen von Gipi.
Am Samstag, dem 8. Juni, findet in Berlin-Kreuzberg die 15. Lange Buchnacht statt. Wie immer stehen bei einem Teil der weit über 100 Lesungen und weiterer Buchevents Comics im Mittelpunkt. Neben Kindercomic-Präsentationen von Reprodukt und einer Projektions-Zeichenaktion stehen auch Graphic Novels und ihre Macher im Mittelpunkt:
19.00 Uhr, SO 36, Oranienstr. 190: Zeina Abirached und Paula Bulling – Autobiographische Graphic Novels zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen
Die Comiczeichnerinnen Zeina Abirached und Paula Bulling diskutieren Darstellung und Thematisierung von Politik und Zeitgeschichte aus ganz unterschiedlichen Perspektiven ihrer autobiographischen Graphic Novels: Erinnerung an eine Kindheit während des libanesischen Bürgerkriegs in “Das Spiel der Schwalben” und die Dokumentation der Situation von Asylbewerbern in Deutschland in “Im Land der Frühaufsteher” (beide avant-verlag).
21.00 Uhr, Modern Graphics, Oranienstr. 22: Graphic Novel Präsentation mit Bild – Birgit Weyhe: “Im Himmel ist Jahrmarkt”
Birgit Weyhe erzählt in ihrer brandneuen Graphic Novel “Im Himmel ist Jahrmarkt” (avant-verlag) die persönlichen Lebenswege ihrer Großeltern und ihres Großonkels Ititi vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Zur Buchpräsentation lässt uns Birgit Weyhe hinter die Kulissen schauen: mit dem Familienalbum und Anekdoten unter dem Arm schickt sie uns auf die Spuren ihrer Familie und erzählt wie das Buch entstanden ist.
Die norwegischen Comic-Künstler Lars Fiske und Steffen Kverneland sind am kommenden Dienstag am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Gast und werden dort im Rahmen der Henrik-Steffens-Vorlesungen über “Künstlerbiografien im Comic” sprechen.
Steffen Kverneland (geb. 1963) und Lars Fiske (geb. 1966) haben sich seit den frühen 1980ern als zwei von Norwegens markantesten Comic-Künstlern hervorgetan. 2006 erschien in Deutschland ihre gemeinsame Künstlerbiografie über Olaf Gulbransson (“Olaf G. – Auf den Spuren von Olaf Gulbransson”, avant-verlag). Danach setzten sie ihre Arbeit mit dem Albumprojekt “Kanon” fort. Die beiden Hauptfortsetzungsromane daraus – Kvernelands Comic-Biografie über Edvard Munch und Fiskes über Kurt Schwitters – wurden nun in zwei Büchern zusammengetragen: “Munch” von Steffen Kverneland und “Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” von Lars Fiske. Kverneland und Fiske werden über ihre Zusammenarbeit und ihre Arbeitsmethoden berichten, sowie Bilder zeigen. Der Hauptfokus wird dabei auf den Biografien von Munch und Schwitters liegen.
Der Vortrag wird auf Englisch gehalten. Beginn ist um 18:00 Uhr, der Eintritt ist frei!
Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente überzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.
Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde“. Im ergänzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die Hintergründe der Arbeit an dem Buch ein.
“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “Berührend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.
Susanne Harmsen hält es für einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe für die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.
“Bücher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. Bücher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.
Weniger eine Huldigung als eine Annäherung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und Clément Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.
Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de über den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.
An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kürzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.
Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlässlich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel über Gröpelingen”.
Wie bereits gemeldet, stellte Literaturkritiker Denis Scheck kürzlich “Jimmy Corrigan – Der klügte Junge der Welt” in der Sendung “Literatur im Foyer” des SWR vor. Besonders die Reaktion der offenbar nicht comic-affinen Thea Dorn sorgten im Anschluss für einige Reaktionen (u.a. hier und hier). Das Video der Buchvorstellung lässt sich nun auch auf youtube ansehen, bzw. direkt hier.
Im Medienmagazin “Zapp” des NDR befasste sich ein Beitrag mit Journalismus in Comic-Form. Darin kommen Autorin Ulli Lust (“Fashionvictims, Trendverächter”, avant-verlag) und Verleger Johann Ulrich zu Wort. Der Beitrag “Aufgezeichneter Journalismus” kann hier angesehen werden.
In einer nahen Zukunft ist die gesellschaftliche Entwicklung erstarrt. Während sich die reiche Oberschicht in Enklaven auf dem Land absondert, übernehmen die jungen Menschen die aufgegeben Stadtzentren und suchen dort nach einem anderen Leben. Raniero, ein Psychologe in den 50ern, kriegt mit der enigmatischen Dora, einem Mitglied der Bewegung “Die Neue Konvention”, eine neue Patientin, die ihn aus seinem schematischen Alltag reißt. Dora behauptet, telepathische Fähigkeiten zu haben und seltsame Formen am Himmel zu sehen – Zeichen einer außerirdischen Zivilisation. Visionen, die auch Raniero teilt …
“Die Übertragung” ist eine Science-Fiction-Erzählung, die nicht das All, sondern das komplexe Universum unserer Beziehungen erforscht. Eine Graphic Novel über notwendigen Wandel, den Dialog der Generationen und soziale Konflikte unserer Zeit.
Die Übertragung, ISBN 978-3-939080-78-7, 176 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, EUR (D) 24,95, erscheint Anfang Mai im avant-verlag
In der SWR-Büchersendung “Literatur im Foyer” stellte bereits am vergangenen Donnerstag Literaturkritiker Denis Scheck“Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt) vor und stellte dabei heraus: “Es handelt sich hier um große Literatur, um Weltliteratur.” Die Sendung mit Thea Dorn und Dirk Kurbjuweit lässt sich bis auf weiteres in der Mediathek vom SWR betrachten (ab Minute 21).
Als “Schlüsselwerk der jüngeren Comicgeschichte” bezeichnet Christoph Huber den Band in der Wiener Presse: “Generationen des Leids”.
In der heutigen Ausgabe der Welt stellt Matthias Heine die Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” von Ulli Lust (Suhrkamp) vor: “Es war eine durchaus gewagte Idee, den düsteren, in der Nazizeit spielenden Roman einer Zeichnerin anzuvertrauen, die zwar zu den besten im deutschsprachigen Raum gehört, bisher aber eher Gegenwartsstoffe illustriert hatte. Doch es hat funktioniert.”: “Kindertotenlieder im Bunker”.
Lars von Törne erkennt in dem Buch eine “kongeniale Adaption”, wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “Flüstern und Schreien”.
“Man wird zu einem Teil des Ortes” sagt Philip Cassirer, Autor des Reisecomics “Was kostet ein Yak?” (Carlsen) im Interview mit Thomas Hummitzsch, das an gleicher Stelle erschien. Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Nadine Lange Danielle de Picciotto vor, die über ihr Nomadenleben das Buch “We are Gypsies now” (metrolit) gemacht hat: “In tausend Tagen um die Welt”.
“Eine der schönsten Comic-Entdeckungen seit Langem” nennt Jens Balzer“Der Tod von Adorno” von Helmut Wietz (metrolit), wie er im Cicero schreibt: “Porno mit Adorno”.
Kai Löffler stellte auf WDR3 Zeina Abiracheds “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor. Der Beitrag kann hier nachgelesen und -gehört werden.
Das “Kulturgespräch” im HR mit Simon Schwartz (“Packeis”, avant-verlag) kann hier nachgehört werden.
Auf Spiegel Online stellt Hannah Pilarczyk den Autoren Luke Pearson vor, dessen “Hilda und der Mitternachtsriese” nun auch auf deutsch bei Reprodukt erschienen ist: “Gestatten, Welteroberin!” Ihr Resümée: “Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre.”
Gleich zwei Graphic Novels und ihre AutorInnen wurden kürzlich in der tageszeitung vorgestellt: Amadeus Ulrich besuchte Marijpol in ihrem Hamburger Atelier, um mit ihre über “Schwere Kost aus Altona” zu sprechen. Denn die Drastik des Dargestellten in ihrem Buch “Eremit” scheinen beim Autor des Artikels Spuren hinterlassen zu haben. Dass in Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügte Junge der Welt” auch Humor eine wichtige Rolle spielt, stellt Katja Lüthge heraus: “Anruf vom unbekannten Vater”.
Eine “kongeniale Adaption” erkennt Lars von Törne auf tagesspiegel.de in Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp), die heute in die Läden kommt: “Flüstern und Schreien”.
Wie Boris Kunz für das Titel Magazin schreibt, ist Joe Dalys “Doppeltes Glück mit Rotem Affen” (avant-verlag) ein Comic, “der sich zwar nicht ernst nimmt, aber nicht in bloßes Zitieren und Herumalbern ausartet.” Hier geht es zum Artikel.
Für die Wiener Presse stellt Cristoph Huber Paco Roca und seinen Band “Der Winter des Zeichners” (Reprodukt) vor: “melancholisch und bestürzend aktuell”. Der Artikel kann hier nachgelesen werden: “Der Aufstand der Zeichner”.
In der Kultursendung “Fidelio” auf hr2 war kürzlich Simon Schwartz zu Gast, um über seine Arbeit an seinem Buch “Packeis” (avant-verlag) zu sprechen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.
In der aktuellen Ausgabe von Le Monde Diplomatique befindet sich auf der letzten Seite wieder eine von einem Comic-Künstler gestaltete Seite. Nachdem sich in den vergangenen Monaten unter anderem Daniel Bosshart (“Metamorphosis”), Hendrik Dorgathen (“Space Dog”, beide Edition Moderne) und Aisha Franz (“Brigitte und der Perlenhort”, Reprodukt) für die Gestaltung verantwortlich zeichneten, stammt der Beitrag nun von Simon Schwartz (“Packeis”, avant-verlag).
Simon Schwarz befasst sich in seiner Comic-Kurzgeschichte mit dem Skizzenbuch seines Urgroßvaters. Die Comicseite kann auf der Seite von Le Monde Diplomatique angesehen werden, die Zeitung selbst liegt der Berliner tageszeitung bei und ist darüber hinaus auch separat am Kiosk erhältlich. Weiterhin lieferbar ist ein bei Reprodukt erschienener erster Sammelband der in der Le Monde Diplomatique veröffentlichten Comics.
Ein Interview mit Simon Schwartz erschien nun auf comicgate.de. In “Der Hamlet kommt auch ganz gut ohne Comics aus” unterhält er sich mit Stefan Svik ausführlich über seine Arbeit, die deutsche Comicszene und Literaturadaptionen.
Karin Krichamyr schreibt im Wiener Standard über “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached (avant-verlag): “Abirached skizziert die Kapsel ihrer Kindheit als eine behütete, enge Welt, in der ein trockener Witz gepflegt wird und sich die Tragik in kleinen Details offenbart.”: “In einer Kapsel in Beirut”.
“Daß man nur in der Jugend – für den Arbeitszwang weitgehend zu jung, für die Lügen der Lehrer und Eltern zu alt – die Zeit besitzt, an den Widersprüchen des Lebens geduldet zu verzweifeln, ruft diese Perle unter den hiesigen Comicproduktionen ziemlich radikal ins Gedächtnis zurück.” So schreibt Sven Jachmann in “Etwas Schönes Erleben” (Reprodukt) über Lukas Jüligers “Vakuum” (Reprodukt). Der Artikel erschien in der jungle World und auf satt.org.
Für den WDR hat sich Christian Möller mit dem Autor von “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt”, Chris Ware unterhalten, dem “geheimen König der Comicwelt”. Zum Beitrag, der in der Sendung “Scala” ausgestrahlt wurde, gelangt man hier: “Wunderzeichner”.
Den zuletzt bei Schreiber & Leser veröffentlichten Band “Enemigo” von M.A.T. und Jiro Taniguchi bespricht Christian Endres für tagesspiegel.de: “Blut, Blei und Bilderraub” und stellt dabei vor allem die zahlreichen Inspirationsquellen heraus, derer sich die Autoren für den Comic bedienten.
Auf der Kinder- und Jugendbuchseite der Süddeutschen Zeitung besprach Daniel Wüllner“Hilda und der Mitternachtsriese” von Luke Pearson, “ein wunderschönes Märchen mit der Botschaft, dass anders nicht gleich böse sein muss”: “Gulliver mal anders”.
Am Donnerstag, dem 11. April, feiert Autorin Marijpol beim Hamburger Graphic Novel-Fachhändler Strips & Stories die Veröffentlichung ihres zweiten Bandes im avant-verlag, “Eremit”. Ab 19 Uhr wird sie den Band vorstellen und signieren. Unter allen Käufern an dem Abend werden kleine Objekte und Originale verlost.
Im Frankfurter Weltkulturenmuseum wird Simon Schwartz am Freitag, dem 12. April, sein Buch “Packeis” (avant-verlag) vorstellen. Unter dem Titel “Packeis – Die Geschichte des afroamerikanischen Polarforschers Matthew Henson” gibt er einen Einblick in die Entstehung und Handlung der Graphic Novel. Tags darauf wird es einen Workshop für Kinder zwischen 7 und 12 Jahre mit Schwarz geben,
Als erster Mensch erreichte er 1909 den Nordpol und wurde Teil der Sagenwelt der Inuit, als der Mann, der den Teufel besiegte. Doch der verdiente Ruhm blieb ihm verwehrt – denn Matthew Henson war schwarz.
In seinem neuen Buch erzählt der preisgekrönte Comiczeichner und Autor Simon Schwartz die Geschichte des afroamerikanischen Polarforschers Matthew Henson. Auf bewegende Weise berichtet er vom Pioniergeist, Scheitern und Vergessenwerden eines großen Mannes.
Beginn der Lesung ist am 12. April um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 3 EUR (ermäßigt 1,50 EUR) inkl. Getränk. Der Workshop wird von 14 bis 17 Uhr stattfinden, der Eintritt beträgt hier 6 EUR, um Anmeldung wird gebeten.
Neben dem eigentlichen Evangelischen Buchpreis, der in diesem Jahr an Jenny Erpenbeck für ihren Roman “Aller Tage Abend” geht, wurde aus einer Longlist mit 136 Titel eine Empfehlungsliste mit vierzehn Büchern ausgewählt, die zur Lektüre empfohlen werden.
Darunter findet sich in der Kategorie Sachbuch mit Paula Bullings “Im Land der Frühaufsteher” auch eine Graphic Novel des avant-verlags. Zur Begründung: “Flüchtlingshilfe aus einem anderen Blickwinkel. Bildhaft wird nicht nur die bloße Kritik an der Residenzpflicht dargestellt, sondern vor allem berührende persönliche Geschichten von Menschen nach der Flucht.”
Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 in wechselnden Sparten verliehen, seit 2011 ohne besondere Spartenkennzeichnung. Er ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern beruht. Vorschläge werden über Büchereien, per Post und über diese Internetseite eingesandt. Ausgezeichnet werden Bücher, die dazu anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. In der Jury arbeiten Mitarbeitende aus Mitgliedsbüchereien, aus Landesverbänden der evangelischen Büchereiarbeit, zwei Jugendliche aus der kooperierenden Landeskirche und die Geschäftsführung des Ev. Literaturportals zusammen.
im Rahmen des NEXTCOMIC Festivals 2013.
21. März bis 20. April 2013
Der Berliner Künstler Felix Pestemer schuf mit “Der Staub der Ahnen” (avant-Verlag, 2012) eine grandios illustrierte Graphic Novel, für die er einige Jahre in Mexiko Sitten, Gebräuche und Folklore der Einwohner aufsog. Die heiter-morbide Atmosphäre der mexikanischen Totenkultur sprengt hier mit Reflexionen über Tod und Erinnerung die Grenzen des Comic-Mediums. Die bereits in mehreren Museen (u.a. Sepulkralmuseum Kassel) gezeigte Ausstellung „Staub der Ahnen“ bringt neben Originalgrafiken und Objekten auch exklusiv die im Stil des Magischen Realismus gehaltene Illustration des entfleischten Erzherzog Maximilian I. von Österreich.
Die Ausstellung ist zunächst Teil des NextComic-Festivals, das bis zum 28. März läuft, und wird im Anschluss bis zum 20. April 2013 zu sehen sein.
Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert über “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos überzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulärer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frühem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher Erzählstränge zulässt.”
An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulär, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale Lebensveränderung selbst versucht, stößt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”
Mit “So überzeugt Lisbeths Rücken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.
Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich für Die Presse mit Nicolas Huber über seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.
“So wünscht sich das der Laie: komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt, etwa Versicherungsverträge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel“Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.
Originalseiten aus Ulli Lusts autobiografischer Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) werden ab Dienstag, dem 12. März, in Rom gezeigt. Dann eröffnet das örtliche Goethe-Institut eine Ausstellung, die anschliessend bis zum 27. April geöffnet sein wird.
Zur Eröffnung am 12. März 2013 um 19 Uhr wird Ulli Lust anwesend ein und sich mit Moderatorin Laura Scarpa über das Buch unterhalten, das in italienischer Sprache beim Verlag Coconino Press unter dem Titel “Troppo non è mai abbastanza” vorliegt.
Der Hamburger Lokalsender Tide TV stellte vorgestern in einem längeren Beitrag die Hamburger Comicszene vor. Zu Wort kommen Carlsen-Redakteur Ralf Keiser sowie die Comic-AutorInnen Maria Luisa Witte und Larissa Bertonasco (“Spring”) sowie Arne Bellstorf (“Baby´s in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”, Reprodukt).
Für Waldemar Kesler ist Joann Sfars “Chagall in Russland” (avant-verlag) ein “herausragender Comic”, wie er in der Welt schreibt: “Plötzlich ist Jesus ein Grüner”. “Das Chagall-Porträt von Joann Sfar ist ein großer Wurf. Sfar betrachtet dessen Malerei durch die Brille seiner eigenen Wahrnehmung der jüdischen Kultur.”
In der Frankfurter Rundschau befasste sich Christian Schlüter ausführlich mit Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit): “Der Libido-Kick von ’68″. Sein Urteil ist eindeutig, der Band sei “in seiner eigenwilligen und, gemessen an dem zur Zeit vorherrschenden Graphic-Novel-Ernst, grotesk-komischen, bisweilen dilettantischen und durchweg eklektischen Machart schlichtweg großartig.”
Auf tagesspiegel.de stellt Marc Röhling zwei Veröffentlichungen des amerikanischen Comic-Journalisten Joe Sacco vor, von der eine (“Reportagen”, Edition Moderne) in Kürze auf deutsch erscheinen wird: “Sacco und wie er die Welt sieht”.
Für den in den vergangenen Tagen verstorbenen Comic-Autoren Didier Comès schreibt Ralph Trommler auf tagesspiegel.de einen Nachruf: “Ein Pionier der Graphic Novel”.
Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist vom Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die “Green Line”, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, Militärpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus.
1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der “Rue Youssef Semaani”, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die während der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken.
Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzählt die libanesische Künstlerin von ihrer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.
Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. “Das Spiel der Schwalben” ist ihre erste Veröffentlichung in deutscher Sprache.
Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 182 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95
“Eremit” von Marijpol
Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in welcher der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen, bei dem lebensmüde Senioren ihre letzte Reise buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel hat, aus.
Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine Hälfte seines Kopfes entscheiden?
Eremit ist eine symbolträchtige, mitunter verstörende Erzählung über Zweifel, Tod und Obst. Eine Erzählung wie sie wohl nur der Fantasie der 1982 in Berlin geborenen Marijpol entspringen kann. Für ihre erste Graphic Novel, “Trommelfels”, wurde sie 2012 mit dem ICOM-Preis für das “Beste Szenario” geehrt. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.
Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 216 Seiten, zweifarbig, Klappenbroschur mit Fold-Out, EUR (D) 19,95
Mit der ersten Ausgabe von “Professor Zyklop” ist heute ein neues digitales Comicmagazin online gegangen. “Professor Zyklop” wurde erdacht und erstellt von den französischen Comicautoren und -zeichnern Gwen de Bonneval, Brüno (“Atar Gull”, avant-verlag), Cyril Pedrosa (“Portugal”, Reprodukt), Hervé Tanquerelle (“Die falschen Gesichter” avant-verlag), Fabien Vehlmann (“Spirou und Fantasio”, Carlsen) und Tangui Jossic.
Auszüge aus der französischen Originalversion werden jeden Monat neu auf arte.tv in einer deutschsprachigen Fassung zu lesen sein. Im Auftrag von Reprodukt zeichnen Volker Zimmermann (Übersetzung), Olav Korth (Lettering) und Heike Drescher (Redaktion) für die Umsetzung verantwortlich.
In der ersten deutschsprachigen Ausgabe des “monatlichen Periodikums für Comics und digitale Fiktionen” sind enthalten: “Die Experten (für alles)” von Anouk Ricard, “Zappotto” von Marion Montaigne, “Gymnasiastinnen” von Stephen Vuillemin (Bild oben), “Otto der Zauberer” von Pluttark und “Die Füchsin” von Chrisostome & Blandin.
Weitere Informationen gibt es auf arte unter folgenden Links: arte.tv/de | arte.tv/fr