Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Ben Katchor’

“Helden, Freaks und Superrabbis” – Ausstellung eröffnet

Freitag, den 30. April 2010

Am gestrigen Donnerstag Abend wurde im Jüdischen Museum Berlin die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis – Die jüdische Farbe des Comics” eröffnet. Wir waren vor Ort und haben eine gelungene Schau gesehen, die einen guten Überblick über die bedeutende Rolle jüdischer Künstler in der Comicgeschichte bietet. Die Ausstellung kulminiert in einem Graphic-Novel-Schwerpunkt, in dem viele aktuelle Beispiele vorgestellt werden.

Begleitend zur Ausstellung gibt das JĂĽdische Museum Berlin einen Katalog heraus (siehe Cover links): Durchgehend farbig bebildert werden die Themen der Ausstellung aufgegriffen und in sieben Texten vertieft.

Einleitende Worte von Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des JĂĽdischen Museums Berlin.

Ansprechende Präsentation: Gut ausgewählte und nicht zu zahlreiche Exponate laden zur Lektüre ein, wie hier frühe Zeitungscomics.

Ebenfalls gelungen: Die Ausstellungsgestaltung.

Besonderes Exponat: Das Original der ersten Seite der Kurzgeschichte “Maus” von Art Spiegelman, aus der die bekannte Graphic Novel gleichen Namens (dt. bei Fischer) entstand.

Neben den Comics von Joann Sfar (hier je eine Skizze, getuschte und finale Version einer Seite aus “Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag), bilden unter anderem die Werke – und dementsprechende Exponate – von Ben Katchor (“Der Jude von New York”, avant-verlag), Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und natĂĽrlich Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott”, Carlsen).

Helden, Freaks und Superrabbis – Die jĂĽdische Farbe des Comics von JĂĽdisches Museum Berlin (Hrsg.), ISBN 978-3-9813045-1-0, 128 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 19,80 EUR, erhältlich nur im JĂĽdischen Museum Berlin

JĂĽdisches Museum Berlin, LindenstraĂźe 9-14, D-10969 Berlin
Tel: +49 (0)30 259 93 300, Fax: +49 (0)30 259 93 409
e-mail: info@jmberlin.de, www.jmberlin.de
Ă–ffnungszeiten: Mo 10-22 Uhr, Di-So 10-20 Uhr

“Helden, Freaks und Superrabbis” im JĂĽdischen Museum Berlin

Montag, den 8. März 2010

Das JĂĽdische Museum Berlin zeigt ab dem 30. April die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis – Die jĂĽdische Farbe des Comic”, die sich mit der Vielzahl jĂĽdischer Comiczeichner und ihren Zugang zum Medium widmen wird. Von den Anfangstagen des Comic wird dabei ein Bogen zu aktuellen Graphic Novels geschlagen.

Superman, Batman, die Fantastic Four – die großen Figuren des Comics stammen aus der Feder jüdischer Zeichner. Sie sind zwar keine jüdischen Helden, aber Belege für eine Populärkultur, an der besonders in den USA viele Juden beteiligt waren. Mit dem Ende der 70er Jahre entstehenden Comic-Roman werden schließlich explizit jüdische Themen aufgegriffen. „Maus – Die Geschichte eines Überlebenden“ von Art Spiegelman stellt die bislang radikalste Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Shoa dar.

Anhand der Werke von mehr als 40 Künstlern folgt die Ausstellung der Spur jüdischer Zeichner, Texter und Verleger der Comic-Kunst. Sie zeigt Helden und Antihelden, schlagkräftige Kämpfer gegen Hitler und neurotische Kleinbürger. Mit mehr als 400 Objekten spannt sie einen Bogen von den ersten Comicstrips des frühen 20. Jahrhunderts über die kindlichen Superhelden der 30er und 40er Jahre, der Undergroundbewegung der 60er Jahre bis hin zu der literarisch anspruchsvollen Graphic Novel unserer Zeit. Neben Altmeistern wie Rube Goldberg, Will Eisner und Harvey Kurtzman sind auch zeitgenössische Künstler wie Art Spiegelman, Rutu Modan, Joann Sfar und Ben Katchor mit zahlreichen Originalen in der Ausstellung vertreten.

Offiziell wird die Ausstellung,  die in Zusammenarbeit mit dem in Zusammenarbeit mit dem Musée d’art et d’histoire du Judaïsme Paris und dem Joods Historisch Museum Amsterdam entstand,  am 29. April eröffnet und danach bis zum 8. August zu sehen sein.

JĂĽdisches Museum Berlin, LindenstraĂźe 9-14, 10969 Berlin
Tel: +49 (0)30 259 93 300
Fax: +49 (0)30 259 93 409
www.jmberlin.de, info@jmberlin.de
Ă–ffnungszeiten: Montags 10-22 Uhr, Dienstags bis Sonntags 10-20 Uhr

Superman, Heft 26, Januar-Februar 1944: Superman mit Goebbels und der amerikanischen Freiheitsglocke. (Cover: Wayne Boring). © 2010 DC Comics. All rights reserved.

Neue Rezensionen – Februar 2010 (3)

Samstag, den 27. Februar 2010

Bis auf die Titelseiten der überregionalen Presse schaffte es die Meldung, dass am vergangenen Montag das Comic-Heft mit dem ersten Auftritt Supermans für unerhörte 1.000.000 Dollar den Besitzer wechelte. Davon einmal abgesehen, dass Batman am Donnerstag mit 1.075.500 Dollar nachgelegt hat, gab es in den vergangenen Tagen viele weitere Artikel über Comics bzw. Graphic Novels.

FĂĽr die “SĂĽdwest Presse” wirft Markus Kirzynowski anlässlich der Wiederveröffentlichung von Joe Saccos “Palästina” (Edition Moderne) einen schlaglichtartigen Blick auf verschiedene Comic-Reportagen, jene “Kriegsberichte mit Tusche und Feder”.

“Die Welt ist schlecht, ungelogen!” warnt Nils KurfĂĽrst auf titel-magazin.de in seiner Besprechung von Winshluss’ Version des “Pinocchio” (avant-verlag). Wie er ausfĂĽhrt, geht es dem Autor jedoch nicht um eine negative Utopie: “Politische, soziale und ökologische BezĂĽge machen aus Pinocchio eine sehr offenkundige Gesellschaftskritik.” Nicht nur im Inhalt sieht Alexander Frank an gleicher Stelle ein Abenteuer, vielmehr erkennt er in den drei Teilen von Guiberts, Lefèvres und Lemerciers Reportage-Trilogie “Der Fotograf” (Edition Moderne) ein “Abenteuerliches Kunstwerk”.

Wie unter anderem an dieser Stelle gezeigt, haben unterschiedliche Medien aus aktuellem Anlass Olivier Kas und Alfreds Buch “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen) aufgegriffen. Das autobiografische Buch, in dem Olivier Ka sexuelle Ăśbergriffe eines katholischen Geistlichen verarbeitet, stellt Christian SchlĂĽter unter der Ăśberschrift “Der Ăśbergottesmann” auch in der “Frankfurter Rundschau” vor und betont, dass Autor Olivier Ka mit UnterstĂĽtzung von Zeichner Alfred im “Comic jene Bilder-Sprache (findet), die ihn das Trauma verarbeiten” lässt.

“Ein anderer Traum von Israel” sei Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag), so Thomas Hummitzsch auf textem.de: “Ben Katchor ist es in seinem viel gelobten Comic gelungen, die Vielfalt der jĂĽdischen Eigenart in schlichte, aber geniale Tuschezeichnungen zu ĂĽbertragen und dabei zugleich ein StĂĽck amerikanisch-jĂĽdische Geschichte zu erzählen.”

Eine ganz eigenwillig-unterhaltsame Rezension der Comic-Umsetzung von Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ (Eichborn) schreibt Christoph Manel auf literaturmarkt.info mit “2327,78 Grad Celsius”. Obwohl er das Buch rundweg positiv bespricht, schiesst er sich mit dem ResĂĽmĂ©e selbst ins Knie: “Am Ende bleibt auf einer Art metaphysischer Ebene jedoch die Frage im Raum stehen, ob eine Comicfassung von “Fahrenheit 451″ nicht vielleicht ein erster Schritt zu der im Buch thematisierten Degeneration von Literatur sein könnte?” Oha, das liest sich wie Comic-Kritik der 1950er-Jahre.

Als Antwort darauf könnte man Moritz Honerts Beitrag fĂĽr tagesspiegel.de lesen, legt er doch dar, warum Bradburys “Flammender Appell” auch als Comic funktioniert. DafĂĽr kritisiert er in “Jahreszeiten der Gewalt” die Neuauflage von Hugo Pratts und Milo Manaras Geschichte “Ein indianischer Sommer” (Panini), deren frivolen Ton er mit dem zum Teil gewalttätigen Inhalt kollidieren sieht. Sven Jachmann erkennt an gleicher Stelle in der Neuauflage des von Neil Gaiman geschriebenen und von Dave McKean zeichnerisch umgesetzten “Black Orchid” (Panini) “Esoterisches Flaschendrehen”: Eindimensionale Mythisierung drohe in Reaktionismus umzukippen.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de, ebenfalls eine Neuauflage, dafĂĽr wieder lobende Worte: Katja Schmitz-Dräger schaut bei Craig Thompsons “Blankets” (Carlsen) “Unter der Decke” nach, ob das Buch ĂĽber die Jahre an Reiz verloren hat, kommt aber zum SchluĂź: “Meisterwerk”.

Das gleiche Fazit formuliert Frank Schäfer, der eben jenen Titel in der “Jungen Welt” bespricht. Der umfangreiche Band hat tatsächlich mehr als “Zeichen hinterlassen”, so ergriffen sieht der Rezensent Craig Thompson neben Art Spiegelman und scheut nicht, “Blankets” mit der Bibel zu vergleichen.

FĂĽr die “Kölnische Rundschau” sprach Barbara Buchholz mit Robert Venditti, dem Autor des mit Bruce Willis in der Hauptrolle verfilmten “The Surrogates” (Cross Cult, Zeichnungen von Brett Weidele). Mittelpunkt der Geschichte ist die Idee, dass in Zukunft mit Robotern “Ein zweite Ich fĂĽr Jedermann” angeboten wird.

Zum AbschluĂź noch ein Video des britischen Verlages “Self Made Hero”, der Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen) auf Englisch veröffentlicht und den Berliner KĂĽnstler unter anderem beim Zeichnen beobachtet hat.

Reinhard Kleist – The Man in Black and White from SelfMadeHero on Vimeo.

“Schalom! – Neue jĂĽdische Seiten”

Mittwoch, den 2. Dezember 2009

cover-jude-von-new-york-neu2-287x300Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag) wurde in der Sendung “Seite EINS” auf “radioeins” vom rbb vorgestellt. Die Sendung mit dem Titel “Schalom! – Neue jĂĽdische Seiten” stellte aktuelle Literatur-Neuerscheinungen aus Israel vor und dazu die einfallsreiche Graphic Novel des New Yorker Zeichners. Der Beitrag lässt sich auf der Seite der Sendung online nachhören.

Schalom! – Neue jĂĽdische Seiten

New York im Jahre 1830: ein Tummelplatz für verrückte Projekte und unglaubliche Typen. Einer davon will den Eriesee mit Kohlensäure versetzen um eine natürliche Mineralwasserquelle zu schaffen. Ein Anderer verkauft den amerikanischen Juden Originalerde aus Palästina für die ewige Ruhestätte und jüdische Schauspieler proben ein antisemitisches Theaterstück: „Der Jude von New York“.
So heißt auch die Graphic Novel  von Ben Katchor . Ein bizarres „Was-wäre-wenn-Szenario“ und doch eine plausible Fiktion. mehr

Neue Rezensionen – November 2009 (2)

Freitag, den 20. November 2009

Auch wenn die Medien 20 Jahre nach dem Fall der Mauer den Fokus auf thematisch passende Comics wie “drĂĽben!”, “GrenzĂĽberschreitungen” oder “Da war mal was…” gelegt haben, gab es eine ganze Reihe weiterer Besprechungen in Print und im Web, die nicht unerwähnt bleiben sollen.

cover_november2FĂĽr die Comicwebsite des Berliner “Tagesspiegels” schreibt Markus Dewes ĂĽber Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne). Der Geschichte, die “Nach dem Knall” spielt, attestiert er, “sensibel, unkonventionell und jenseits aller Stereotypen” erzählt zu sein.

Brigitte Helbling wĂĽnscht sich von Sascha Hommer nach seiner autobiografischen Erzählung “Vier Augen” (Reprodukt) eine RĂĽckkehr ins Heute und eine aktuelle, nicht zurĂĽckschauende Geschichte. “Kein Superheld. Nirgends.” ĂĽberschreibt sie ihren Artikel fĂĽr das Titel-Magazin. Weitaus harscher geht Comicrezensent und Prosaautor Thomas von Steinaecker mit dem Buch ins Gericht. Wie er auf jetzt.de in seiner “SpĂĽrst Du schon was?” betitelten Rezension ausfĂĽhrt, hatte er sich von Sascha Hommers neuem Buch mehr versprochen.

Ein “wahrhaft fabelhaftes PersonenstĂĽck” erkennt Benjamin Vogt in Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag). “Aufbruchstimmung im Frack und Zylinder” titelt er im österreichischen Online-Feuilleton “The Outfit”.

Auf “Spiegel Online” stellt David Kleingers die vor allem in den USA erfolgreiche Teenager-Serie “Scott Pilgrim” (Oni Press) von Bryan Lee O´Malley vor, die er als “GroĂźe Oper im Garagensound” beschreibt.

Publisher’s Weekly empfiehlt in einer Kurzrezension die englischsprachige Ausgabe von Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen, bzw. Abrams ComicArts) jedem, der sich nur vage fĂĽr den Musiker Johnny Cash interessiert. Bevor er am Wochenende zum Comicfestival Comica 09 in London reist, sprach Mitorganisator und Comicjournalist Paul Gravett mit Reinhard Kleist ĂĽber seine Arbeit. Das Interview kann auf Paul Gravetts Website gelesen werden.

Auf textem.de wurde auf zwei Comics verwiesen: Thomas Hummitzsch schreibt dort unter der Ăśberschrift “Verschollen in MĂĽnchen” ĂĽber Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen). In der zeichnerischen Umsetzung erkennt er unter anderm Anleihen bei George Grosz und Otto Dix. “Weiter im Bibeltext” geht es mit Ralf König und seiner neuen Adaptation einer Bibelgeschichte in “Archetyp” (Rowohlt). Thomas Hummitzsch fragt sich abschliessend, welcher “Typ” nun folgen wird.

Neue Rezensionen – November 2009 (1)

Donnerstag, den 5. November 2009

Eine ganze Reihe von Rezensionen und weiteren Presseerwähnungen von Graphic Novels und ihren Autoren gab es in den letzten Tagen.

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Als Meisterwerk des Comics bezeichnet Christopher Pramstaller Ben Katchors Geschichten “Aus der neuen Welt”. “Der Jude von New York” (avant-verlag) wird von ihm auf satt.org besprochen.

Katharina Greves Debut “Ein Mann geht an die Decke” (Die Biblyothek) feiert Lars von Törne auf tagesspiegel.de als “zauberhafte Erzählung”, die “Zwischen Himmel und Erde” spielt. Neben der Besprechung wird das Buch mit einer Leseprobe vorgestellt.

Eine Reihe frankobelgischer Alben, die man auch den Graphic Novels zurechnen kann, wurden ebenfalls in der Presse erwähnt. FĂĽr das Online-Magazin “the title” wirft Hans Keller einen AusfĂĽhrlichen Blick auf den die Abenteuer des “Kapitän ohne Schiff”, Corto Maltese, dessen Abenteuer (teilweise erhältlich bei Kult Editionen) Klassiker der Comicgeschichte sind, und dessen Schöpfer Hugo Pratt.

“Reisende im Wind” von Francois Bourgeon, ebenfalls ein Klassiker der frĂĽhen 1980er findet derzeit seine Fortsetzung beim Splitter-Verlag, worĂĽber Lutz Göllner unter dem Titel “Auf der Flucht” fĂĽr den Onlinebereich des “Tagesspiegels” schreibt.

An gleicher Stelle schreibt Moritz Honert ĂĽber “Die Ruhe vor dem Krieg”, die im zweiten Teil von Jean-Michel Beuriots und Philippe Richelles  “Unter dem Hakenkreuz” (Schreiber & Leser) beschrieben wird.

Ein Trend, der Comics frankobelgischer Prägung buchartigen Charakter geben soll, ist die Veröffentlichung mehrerer Alben in einem Band. So geschehen bei der Comicumsetzung von Leo Malets “Die schwarze Trilogie” (Ehapa) von Philippe Bonifay und Youssef Daoudi, worĂĽber Jörg Böckem fĂĽr “Spiegel Online” berichtet: “Im Land der gebrauchten Sonne”.

Auch die Sekundärliteratur findet Erwähnung: Den von Heinz Ludwig Arnold und Andreas C. Knigge herausgegebene Sonderband der Reihe “text + kritik” zum Thema “Comics, Mangas, graphic novels” (edition text & kritik) bespricht Stefan Höppner unter dem Titel “Vom Leben gezeichnet” fĂĽr Literaturkritik.de.

Abschliessend noch als Bonus ein Verweis auf Flix, der anlässlich des Mauerfalljubiläums fĂĽr “arte Kultur” interviewt wurde. Der Beitrag kann hier eine Woche lang online angesehen werden.

“Lieber Biber”

Mittwoch, den 26. August 2009

cover-jude-von-new-york-neu2-287x300Thomas von Steinaecker feiert in der heutigen Ausgabe der “SĂĽddeutschen Zeitung” Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag) als einen “Höhepunkt in der Geschichte des Comics”.

Lieber Biber

Höhepunkt in der Geschichte des Comics: Ben Katchors Hauptwerk “Der Jude von New York”

Mit überwältigendem Erfolg zeigte vor einiger Zeit eine Ausstellung in Frankfurt die Geschichte einer auf den ersten Blick ungewöhnlichen, in Wirklichkeit aber logischen und sehr folgenreichen Verbindung: die des Comics und des Judentums. Ungewöhnlich vor allem angesichts der zentralen Stellung, die das Bildverbot im Judentum einnimmt. Zugleich logisch, weil im New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts, während der Anfangphase des Comics, im Sprachgewirr der jüdischen Einwanderer Bilder die Kommunikation erleichterten. mehr

Neue Rezensionen – August 2009 (2)

Dienstag, den 11. August 2009

In den vergangenen Tagen wurden wieder einige Comics und Graphic Novels in der ĂĽberregionalen Presse und in Internetfeuilletons besprochen.

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Thomas Hummitzsch widmete sich bereits am 4. August der Neuauflage von Alan Moores und Eddie Campbells Jack the Ripper-Version “From Hell” (Cross Cult) und schreibt auf der Seite des Onlinefeuilletons “Berliner Literaturkritik” ĂĽber diese “Höllenfahrt in Schwarz-WeiĂź”.

FĂĽr das online erscheinende “Titel-Magazin” hat sich Alexander Frank am 6. August die beiden bei Schreiber & Leser erhältlichen Bände “blue” und “Liebe und andere Kleinigkeiten” der japanischen Autorin Kiriko Nananan angesehen und fasst sie unter der Ăśberschrift “Preziöse Krisen” zusammen.

In der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau findet sich eine Besprechung von Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag). Ole Frahm, Redakteur und Mitgleid der ArGL (Arbeitsstelle fĂĽr graphische Literatur) an der Universität Hamburg, sieht den “Klang der Erleichterung” ein zentrales Motiv des Bandes.

“Mineralwasser aus dem See”

Montag, den 27. Juli 2009

cover-jude-von-new-york-neu2-287x300Am Freitag besprach Christian Gasser in der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag):

Mineralwasser aus dem See

In «Der Jude von New York» schildert Ben Katchor die Suche nach einer jüdischen Identität in der neuen Welt um 1830. Sein Comic-Roman ist allerdings kein Geschichtsbuch, sondern ein irrwitziges Kaleidoskop von kuriosen Charakteren und abstrusen Utopien.

1825 in New York: Der Politiker und Amateur-Theatermann Mordechai Noah will, angeregt von der Überzeugung, die Indianer seien einer der verloren gegangenen zehn Stämme Israels, auf einer Insel im Hudson einen sozialistischen jüdischen Staat nach indianischem Vorbild gründen. Eine Kampagne gegen die Masturbation warnt junge Männer vor den zersetzenden Nebenwirkungen ihrer einsamen Genüsse, während in den Wäldern um New York luftanbetende Aussteiger ihrem Glauben halbnackt in Häusern ohne Wände frönen. mehr

“Von Geschichte gezeichnet”

Dienstag, den 7. Juli 2009

illu_90_mFrank Meyer bespricht Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant verlag) am 6. Juli fĂĽr “Deutschlandradio Kultur”.

Von Geschichte gezeichnet

In seinem Comicroman “Der Jude von New York” erzählt der 1951 geborene jĂĽdische Cartoonist Ben Katchor skurrile Geschichten aus dem New York des 19. Jahrhunderts. Dabei dreht sich alles um das jĂĽdische Leben in der entstehenden Metropole, das gleichsam von Glauben und Aberglauben erfĂĽllt ist.

Ben Katchors Comicroman führt in das New York der Jahre 1830, in ein Panoptikum des jüdischen Lebens dieser Zeit, ein dichtes Gewebe aus Wirklichkeit und Fantasie, aus jüdischen Legenden und judenfeindlichen Klischees. Die Gestalten, die Ben Katchor aufmarschieren lässt, sind allesamt höchst merkwürdig. mehr

Der gesendete Beitrag lässt sich bei “Deutschlandradio Kultur” als mp3-Datei anhören.

“Kriege, Kulturen, Katharsis”

Donnerstag, den 25. Juni 2009

FĂĽr das Online-Magazin “The Title” bespricht Hans Keller gleich drei Graphic Novels: “Der Fotograf” von Didier Lefèvre, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier, “Affentheater” von Florent Ruppert und JĂ©rĂ´me Mulot (beide Edition Moderne) und Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag).

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Kriege, Kulturen, Katharsis

Kriegsschauplätze im gebirgigen Afghanistan der 1980er-Jahre, verrückte Genre-Bilder aus dem jüdischen New York um 1830 und ebenso verrückt-exzessive, von unserer Gegenwart angeregte Phantasien: drei Neuerscheinungen demonstrieren die gekonnte Bild/Text-Umsetzung von Kriegsthematik und Gesellschaftlichem durch versierte Comicschöpfer. mehr

“Ben Katchor: Comics that tell the little stories of a big city”

Samstag, den 9. Mai 2009

Wer vor kurzem die beiden Vorträge von Ben Katchor in Berlin und Hamburg verpasst hat, hat nun noch einmal die Gelegenheit, sich einen Vortrag des amerikanischen Autors (“Der Jude von New York”, avant-verlag) online anzusehen. Die Multimediapräsentation findet sich auf dem Vortragsportal ted.com, auf dem sich eine Vielzahl von Vorträgen zu den verschiedensten Themen ansehen lässt. Ben Katchors unterhaltsame Schilderungen wurden bereits 2002 aufgezeichnet und im April diesen Jahres online gestellt. Der Vortrag lässt sich hier im MP4-Format herunterladen (40 MB) oder durch einen Klick auf das Bild unten ansehen.

Ben Katchor: Comics that tell the little stories of a big city

In this captivating talk from the TED archive, cartoonist Ben Katchor reads from his comic strips. These perceptive, surreal stories find the profound hopes and foibles of history (and modern New York) preserved in objects like light switches and signs.


“Chronist der Träumer”

Donnerstag, den 7. Mai 2009

jude-von-new-yorkDie Zeitungskrise scheint auch hierzulande erste Spuren zu hinterlassen: Schriftsteller und Kritiker Thomas von Steinaecker, der bislang regelmäßig Besprechungen fĂĽr die “SĂĽddeutsche Zeitung” geschrieben hat, rezensiert Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag) am 7. Mai 2009 fĂĽr www.titel-magazin.de.

Chronist der Träumer

Zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in den USA erscheint die Übersetzung dieses Comic-Klassikers. Endlich.

„Ein Plan, den man zu verwirklichen beabsichtigt; doch es ist ein weiter Weg vom Projekt zur Ausführung & und ein noch weiterer Weg von der Ausführung zum Erfolg. Wie oft verfällt der Mensch auf unsinnige Unternehmungen!“ So definiert 1746 Denis Diderot in seiner Enzyklopädie das Wort „Projekt“. Tatsächlich sind Projekte seltsame Zwittergeburten. Sie stehen zwischen der handfesten Wirklichkeit und einer Fiktion, von der unklar ist, ob sie jemals realisiert werden kann. Scheitern Projekte (und die leicht negativ gefärbte Konnotation des Begriffs verrät, dass dies nicht selten geschieht), dann bleibt ein seltsames Vakuum zurück: Einerseits hat da jemand ja tatsächlich gearbeitet und geplant; andererseits ist oft von den Früchten dieser Arbeit kaum mehr etwas zu sehen. mehr

“Wir sind keine mythologischen Kreaturen” und “Theater der neuen Welt”

Montag, den 27. April 2009

katchor2Anlässlich seines Deutschlandbesuchs sprach Lars von Törne fĂĽr den “Tagesspiegel” mit dem Autor Ben Katchor ĂĽber Pressedrucktechnik, Papiertheater und sein soeben erschienenes Buch “Der Jude von New York” (avant-verlag), das an gleicher Stelle auch besprochen wurde (siehe unten).

“Wir sind keine mythologischen Kreaturen”

Ben Katchor ist der Literat unter den US-amerikanischen Comicautoren. Derzeit ist er in Berlin, um die deutsche Ăśbertragung des Buches “Der Jude von New York” vorzustellen. Im Tagesspiegel-Interview beschreibt er seine Arbeitsweise, seinen Blick auf die jĂĽdische Identität – und verrät, wieso aus dem einst geplanten Berlin-Comic dann doch nichts wurde

Herr Katchor, nach der Lektüre Ihres Buches „Der Jude von New York“ hat man den Eindruck, die USA der Gründerjahre zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren ein Tummelplatz für Exzentriker und schräge Charaktere, bei denen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion fließend sind…

Ja, und viele meiner Charaktere sind fiktiv, bis auf ein, zwei Ausnahmen. Aber sie sind so angelegt, dass es sie wirklich hätte geben können, wie ich sie beschreibe. Das ist das Faszinierende an jener Zeit für mich, in der so viele Menschen mit so vielen heute absurd erscheinenden Ideen versuchten Ihren Platz in der Neuen Welt zu finden: Alles schien damals möglich. mehr

cover-jude-von-new-york-neu2Die Besprechung des Buches fĂĽr den “Tagesspiegel” stammt von Jens Meinrenken:

Theater der Neuen Welt

Ben Katchors Comic “Der Jude von New York” gibt es endlich auf Deutsch

Elf Jahre nach der amerikanischen Originalausgabe ist Ben Katchors Comic “Der Jude von New York” endlich auf Deutsch erschienen. Veröffentlicht vom Berliner Avant-Verlag, der bereits mit Joan Sfars “Die Katze des Rabbiners” eine wundervolle Comicserie ĂĽber die jĂĽdische Kultur publiziert, liest sich “Der Jude von New York” als feinsinniges und herrlich schräges TheaterstĂĽck ĂĽber die nationale Identität und Heimatlosigkeit der Juden. mehr

Foto  © David Heerde

Ben Katchor in Berlin

Donnerstag, den 23. April 2009

katchor_klWer seinen Vortrag “Halftone Printing in the Yiddish Press and Other Objects of Idol Worship”, den er dieser Tage im Rahmen der “Vattenfall Lesetage” in Hamburg hielt, verpasst hat, hat am kommenden Montag, dem 27. April, die Gelegenheit Ben Katchor dabei zuzuhören, wenn er den Diavortrag noch einmal im JĂĽdischen Museum Berlin halten wird. Im Anschluss ist ein KĂĽnstlergespräch mit Jens Balzer (“Berliner Zeitung”) geplant.

Derweil hat “FAZ”-Feuilletonist und Kulturblogger Andreas Platthaus ĂĽber den Hamburger Vortrag samt anschliessendem Podiumsgespräch, dem Buch “Der Jude von New York” (avant-verlag) und seinem insgesamt bemerkenswerten Treffen mit Ben Katchor bereits einen Eintrag auf seiner Website gewidmet:

Comiczeichner auf Salat: Das bizarre Ansinnen an Ben Katchor

Gestern abend saĂź ich in einem Hamburger Hotel mit Ben Katchor zusammen. Wir hatten im Rahmen der Lesetage in der Hansestadt eine Veranstaltung hinter uns gebracht, die sich dem gerade ins Deutsche ĂĽbersetzten Comic „Der Jude von New York” widmen sollte, doch wie bei Ben Katchor kaum anders zu erwarten, interessierte ihn die eigene Arbeit als Zeichner weniger als seine neuesten Ăśberlegungen zur amerikanischen Pressegeschichte. Unter dem Titel „Graven Images in the Yiddish Press” fĂĽhrte er das staunende Publikum in die Welt der billigen Rasterreproduktionen von jiddischen Zeitungen und BĂĽchern ein, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Amerika erschienen sind. mehr

JĂĽdisches Museum Berlin, LindenstraĂźe 9-14, D-10969 Berlin
Tel. (030) 259 93 445, Fax (030) 259 93 333
email: info@jmberlin.de

Foto © Ben Katchor

Ben Katchors “Der Jude von New York” – Cover und Leseprobe

Freitag, den 17. April 2009

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Seit dieser Woche ist Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag) im Handel erhältlich. (Zu Ben Katchors Lichtbildvortrag in Hamburg nächste Woche siehe hier). Da an dieser Stelle bisher ein vorläufiges Cover gezeigt wurde, soll an dieser Stelle mit dem neuen Cover noch einmal ansehnlich auf das Buch und auch die Leseprobe daraus (12 Seiten als PDF, 2 MB) hingewiesen werden.

Graphic Novels bei den Vattenfall Lesetagen

Mittwoch, den 15. April 2009

Am morgigen Donnerstag beginnen in Hamburg die Vattenfall Lesetage, ein Literaturfestival, das in diesem Jahr mit Lesungen, Vorträgen und Gesprächen auch mit einem Comic- bzw. Graphic Novel-Schwerpunkt aufwartet. Zwei angekĂĽndigte Veranstaltungen sind bereits ausgebucht: FĂĽr Reinhard Kleists Vorstellung seines Buches “Havanna” (Carlsen) am 18. April im Casa de Cuba im CafĂ© Buenos Aires und das Gespräch von Sascha Hommer (“Insekt”, Reprodukt) mit Peter Gaymann (“Herzklopfen”, Mosaik bei Goldmann) am 21. April im Museum fĂĽr Kommunikation sind leider keine Karten mehr erhältlich. FĂĽr die folgenden Programmpunkte kann man sich noch Karten reservieren:

cover geister“Geister” – Thomas von Steinaecker im Gespräch mit Simon Stockhausen

Eine „tricky“ Mischung aus Roman und Comic. Die Geschichte um Jürgen, einen Mann, den über Jahrzehnte hinweg die Bilder der vor seiner Geburt verschollenen Schwester verfolgen, die ihn an einem Leben in der Gegenwart hindern. Erst als er die Comiczeichnerin Cordula trifft, die seine Schwester zur Heldin einer Graphic Novel macht, sie also als Comicfigur auferstehen lässt, findet er Erlösung und flüchtet sich in die Bilderwelt. Jürgen und Cordula scheitern letztlich beim Versuch, ihre wirklichen Leben mit Wunsch- und Comicbildern zu verschmelzen, aber das experimentelle Spiel, die Verknüpfung von Text- und Bildebene, ist nicht nur „tricky“, sondern ganz einfach gut.

Scharlatan Theater, Gotenstr. 6, D-20097 Hamburg
Freitag, 17. April, 19-21 Uhr, Eintritt: 5 EUR

Die Sache mit Sorge

“Die Sache mit Sorge: Stalins Spion in Tokio” – Isabel Kreitz im Gespräch mit Frank Giese und Jörg Böckem


Kaum ein Spion des 20. Jahrhunderts ist ähnlich geheimnis- und legendenumwittert wie Richard Sorge, Stalins Agent an der deutschen Botschaft in Tokio. 1941 sagte er den verbrecherischen Angriff der Deutschen auf die Sowjetunion voraus, doch seine Warnungen wurden ignoriert. Brillant recherchiert und ungemein dicht erzählt, zeichnet Isabel Kreitz in ihrer neuen Graphic Novel das Psychogramm des Spions Richard Sorge: eines kühlen Analytikers, charismatischen Draufgängers und unbeirrbaren Idealisten auf der einen, eines zerrissenen Menschen auf der anderen Seite, der sein tragisches Ende schließlich selbst vorantrieb.

Warburg-Haus, HeilwigstraĂźe 116, D-20249 Hamburg
Montag, 20. April, 19-21 Uhr, Eintritt: 5 EUR

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Halftone Printing in the Yiddish Press and Other Objects of Idol Worship – Dia-Vortrag von Ben Katchor mit anschliessendem Gespräch mit Andreas Platthaus

Einer der internationalen Größen unter den Comickünstlern zu Gast in Hamburg: Ben Katchor aus New York. Katchors Strips basieren auf einem Dialog zwischen Gegenwart/Bild und Vergangenheit/Text. Sie wollen Wort und Bild den gleichen Rang verschaffen. Laut Katchor ist dies nur im Comic möglich. Schaffen möchte er vor allem ein Bewusstsein für Geschichte. Der Vortrag basiert auf dem Buch „Der Jude von New York“ (avant-verlag), das von einer misslungenen utopischen Vision und dem Aufkommen der Populärkultur im New York der 1830er Jahre erzählt. Große Kunst.

Kulturgut GauĂźstraĂźe , GauĂźstraĂźe 190, D-22756 Hamburg
Mittwoch, 22. April, 19-21 Uhr, Eintritt: 5 EUR

Das Gesamtprogramm des Festivals lässt sich hier als PDF-Datei herunterladen. Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen lassen sich über die Reservierungs-Hotline 01 80 1-63 87 67 (3,9 Cent/Min. aus dem Festnetz der T-Com) vorbestellen.

“Sieh an, es ist ein Roman!”

Mittwoch, den 11. März 2009

262394_m1t1w350q80v63034.jpgAuf www.tagesspiegel.de berichtet Martin Jurgeit vorab ĂĽber die wichtigsten Neuerscheinungen im Comicbereich auf der Leipziger Buchmesse, die morgen beginnt.

Sieh an, es ist ein Roman!

Leipzig, Stadt der Comics: Wie eine populäre Kunst in die Regionen der Literatur vordringt

Seit Jahren strömen Tausende von Comic-Interessierten auf die Frühjahrsbuchmesse. Ihr wichtigster Anlaufpunkt ist der Bereich „Comics in Leipzig“, der ihnen nun zum neunten Mal ein eigenes Domizil in Halle 2 bietet. Doch die Veranstaltung kommt inzwischen einer Mogelpackung gleich, auf der besser das Etikett „Mangas in Leipzig“ prangen sollte, so dominant sind die japanischen Comics. Nun aber scheint sich eine Wende abzuzeichnen. Kleinere Comic-Aussteller wie die Berliner Verlage Reprodukt und Avant haben die Halle mit den Mangas verlassen und suchen Zuflucht in der Nachbarschaft der Belletristik. Sogar der Großverlag Carlsen, der früher die Manga-Ausrichtung der Messe forciert hat, schmückt sich in diesem Jahr bei der Buchmesse mit gleich mehreren Künstlern, die ganz dem klassischen Comic zuzurechnen sind. mehr

Abbildung © Uli Oesterle / Carlsen

“Der Jude von New York” – Leseprobe online

Dienstag, den 27. Januar 2009

Cover Jude von New York ben katchoWie kĂĽrzlich berichtet erscheint im März mit “Der Jude von New York” (avant-verlag) erstmals ein Buch des bekannten amerikanischen Comicautoren Ben Katchor in deutscher Sprache. Nun lassen sich zehn Seiten des Inhalts in Form einer PDF-Leseprobe online ansehen, bzw. herunterladen (ca. 2MB).

Besessen von einer utopischen Vision rief Mordecai Noah, ein New Yorker Politiker und Amateurdramatiker, im Jahre 1825 alle verlorenen Stämme Israels auf, sich zu einer Insel nahe Buffalo zu begeben, um dort einen jüdischen Staat zu errichten. Sein fehlgeschlagener Plan, eine bloße Fußnote der jüdisch-amerikanischen Geschichte, ist der Ausgangspunkt für Ben Katchors brillant imaginiertes Epos, das sich einige Jahre später auf den Straßen von New York entfaltet.jude von new york beispiel

Der Jude von New York, 120 Seiten, Klappenbroschur, s/w, 19,95 EUR, erscheint im März

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Freitag, den 23. Januar 2009

Auch der Berliner avant-verlag veröffentlicht im FrĂĽhjahr 2009 eine Reihe interessanter Graphic Novels. Mit “Der Jude von New York” wird dabei erstmals ein Buch des international renommierten amerikanischen Zeichners Ben Katchor vorgelegt, der bereits mit einer Reihe von Comicvorträgen in Deutschland zu Gast war und im April diesen Jahres wieder fĂĽr einen Vortrag ins Berliner JĂĽdische Museum eingeladen wurde. In “Klezmer – Band 2″ setzt Joann Sfar (“Die Katze des Rabbiners”) die Geschichte um eine jĂĽdische Musikgruppe im frĂĽhen 20. Jahrhundert fort. Mit “Blotch – Der König von Paris” erscheint nun im FrĂĽhjahr gleich ein zweites Buch des französischen Autors Blutch bei einem deutschen Verlag. Im Gegensatz zum autobiografisch inspirierten “Der kleine Christian” (Reprodukt) erzählt Blutch hier eine fiktive Geschichte um einen erfolgreichen Karikaturisten im Paris der 30er-Jahre.

Mit “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” wird auch wieder eine Graphic Novel einer deutschsprachigen Autorin vorgelegt. Ulli Lust (“Fashionvictims, Trendverächter”) erzählt darin vom Erwachsenwerden vor dem Hintergrund der Punkkultur in Wien und einer Reise nach Sizillien in den 80er-Jahren. Im August folgt dann mit “Das Ende der Welt” ein traumhaft-melancholischer Comicroman des Schweizer Pierre Wazem und Italieners Tom Tirabosco, die dafĂĽr auf dem Comicfestival in AngoulĂŞme in der kommenden Woche mit dem Prix Ĺ“cumĂ©nique de la BD ausgezeichnet werden.

Cover Jude von New York ben katcho“Der Jude von New York” von Ben Katchor

Besessen von einer utopischen Vision rief Mordecai Noah, ein New Yorker Politiker und Amateurdramatiker, im Jahre 1825 alle verlorenen Stämme Israels auf, sich zu einer Insel nahe Buffalo zu begeben, um dort einen jüdischen Staat zu errichten. Sein fehlgeschlagener Plan, eine bloße Fußnote der jüdisch-amerikanischen Geschichte, ist der Ausgangspunkt für Ben Katchors brillant imaginiertes Epos, das sich einige Jahre später auf den Straßen von New York entfaltet.

Ein in Ungnade gefallener koscherer Schlachter, ein Importeur religiöser Artikel und Strumpfwaren, ein Pilger, der mit Erde aus dem gelobten Land hausieren geht, ein moderner Kabbalist, ein Mann mit dem Plan, den Erie-See mit Kohlensäure zu versetzen – dies sind nur einige der Charaktere, die sich durch Ben Katchors Universum bewegen und deren Lebenswege miteinander verknüpft sind. Ihnen gemeinsam ist das Bemühen, einen Platz in der Neuen Welt zu finden, als diese einem wirtschaftlichen Rausch verfällt, der unsere Helden genauso leicht in die Zukunft tragen, wie bankrott zurücklassen kann.

Der Jude von New York, 120 Seiten, Klappenbroschur, s/w, 19,95 EUR, erscheint im März

Cover Klezmer Sfar“Klezmer – Band 2″ von Joann Sfar

Die Fortsetzung der abenteuerlichen Odysee. Die uneinheitlichen Mitglieder der Klezmergruppe hatten sich im ersten Band gefunden und gemeinsam Odessa erreicht. Nach einem Auftritt werden sie als Musiker zur Geburtstagsfeier einer alten Dame eingeladen. Dieses Fest wird die ganze Nacht über andauern und bietet Joann Sfar Gelegenheit, einige Geschichten innerhalb der Geschichte zu erzählen: Geschichten von Kosaken, Wölfen, Rabbinern und Pogromen.

Die alte Dame erweist sich nicht nur als Musikfreundin sondern auch als groĂźzĂĽgige Gönnerin. Sie bietet den Musikern eine luxuriöse Bleibe fĂĽr die Nacht und im Verlauf des Abends kommen sich Jaacov und Chava bei einem gemeinsamen Bad mit verbundenen Augen näher. Aber auch der Engel des Todes streicht um das Haus…

“Klezmer” ist Joann Sfars osteuropäisches Pendant zu “Die Katze des Rabbiners”. Vor allem aber ist es fĂĽr den Autor eine Möglichkeit, seine Zeichnungen mit leuchtenden Aquarellfarben zu kolorieren. In einem ausfĂĽhrlichen Nachwort geht Joann Sfar auf seine persönliche Sicht der Aquarellmalerei ein.

Klezmer – Band 2, 128 Seiten, Softcover, vierfarbig, 17,95 EUR, erscheint im März

Cover Blotch Blutch“Blotch – Der König von Paris” von Blutch

Paris 1936. Frankreich ist am Boden: Die Volksfront regiert, bolschewistische BĂĽcher vergiften den französischen Geist und zudem wird die Grande Nation von teuflischen Kubisten heimgesucht. Blotch entschlieĂźt sich, sein Talent in den Dienst der satirischen Zeitschrift “Fluide Glacial” zu stellen. Er ist das Bollwerk, das Frankreich vor dem Schlimmsten zu bewahren sucht. Sicher, sein Heiligenschein ist nicht ganz makellos, aber dennoch verkörpert Blotch wie kein anderer den “wahren Geist” Frankreichs. Er sieht sich wahlweise als einen “Rubens der Neuzeit”, einen “Prinz der KĂĽnstler” oder schlicht als den “König von Paris”. In Wirklichkeit aber befindet er sich in einem endlosen Strudel an Intrigen um Macht und Anerkennung. Umgeben von kĂĽnstlerischem MittelmaĂź macht es Blotch rasend, dass sein Genie zu wenig gewĂĽrdigt und sein Name nicht allnächtlich in feurigen Buchstaben vom Himmel ĂĽber Paris herabregnet.

Ausgezeichnet in AngoulĂŞme mit dem Alph´Art fĂĽr das “Beste humoristische Album”.

Blotch – Der König von Paris, 96 Seiten, Softcover, s/w, 17,95 EUR, erscheint im April

Cover Ulli Lust Letzte Tag Rest“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” von Ulli Lust

Ein komödiantisches Drama um Geschlechterkonflikte und Vertrauensverluste.
 Die Autorin berichtet aus ihrer vom “Unwertesystem” des Punk 
motivierten Jugend in Wien und Italien. Zwei Mädchen, die glauben, wenn man nichts mitnimmt auf die Reise, dann hat man auch nichts zu verlieren. 
”Nichts” ist allerdings auch der Wert einer männerlosen Frau im Sizilien der 80er-Jahre.

Ein autobiografischer Comicroman von epischem AusmaĂź.

Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens, 400 Seiten, Softcover, zweifarbig, 24,95 EUR, erscheint im Juli

Cover Ende Welt Tirabosco Wazem“Das Ende der Welt” von Pierre Wazem und Tom Tirabosco

Eine regnerische Nacht. Eine Familie ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Bei der schwangeren Mutter haben die Wehen eingesetzt. Ein Baum fällt vom Blitz getroffen auf die StraĂźe. Zwei Jahrzehnte später. Eine junge Frau liegt auf dem Boden ihrer Wohnung und hört dem prasselnden Regen zu. Einige Augenblicke später erfährt sie, dass ihr Vater einen Herzinfarkt erlitten und ins Krankenhaus gebracht wurde. Trotz des Regens und der Warnung vor Hochwasser macht sich die junge Frau auf den Weg, um im Haus ihres Vaters die verwaiste Katze zu fĂĽttern. Durch die steigenden Wassermassen wird ihr der RĂĽckweg abgeschnitten und dann taucht plötzlich eine alte Frau in ihrem RĂĽcken auf, die mit Katzen sprechen kann und die sich scheinbar gut in dem Haus auskennt. Unter dem Dach befindet sich ein Zimmer, das nie betreten wurde…

Ein melancholisch-traumhafter Comicroman von Pierre Wazem mit wunderbaren Monotypie-Bildern von Tom Tirabosco.

Das Ende der Welt, 118 Seiten, Softcover, zweifarbig, 17,95 EUR, erscheint im August