Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Blutch’

Berichterstattung ĂŒber Comicfestival in AngoulĂȘme

Montag, den 30. Januar 2012

Am gestrigen Sonntag ging das Comicfestival im französischen AngoulĂȘme zu Ende. Über das Festival, zu dem wieder ĂŒber 200.000 Besucher erwartet wurden, berichteten im Vorfeld und im Laufe der letzten Tage einige Medien in erfreulicher Breite. Andreas Platthaus wies in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” unter anderem darauf hin, dass die dem diesjĂ€hrigen PrĂ€sidenten Art Spiegelman gewidmete Retrospektive nicht nur auf dem Festival zu sehen sein wĂŒrde:

Art Spiegelman im Spiegel seiner selbst

Niemand hat so viel fĂŒr den Comic geleistet wie er: Retrospektiven in Paris und Köln warten auf den Zeichner Art Spiegelman. 2012 soll endlich sein Befreiungsjahr werden. mehr

FĂŒr den Berliner “Tagesspiegel” war Redakteur Lars von Törne wĂ€hrend des gesamten Festivals vor Ort. In einem ersten Bericht gibt er einen Überblick ĂŒber die Stadt, das Festival allgemeine und die disjĂ€hrige Ausgabe im Besonderen.

AngoulĂȘme: Stadt der Sprechblasen

Das französische AngoulĂȘme hat sich dem Comic verschrieben. Davon profitieren auch Berliner KĂŒnstler. mehr

Der deutsch-französische Kulturkanal arte berichtete in den vergangenen Tagen mehrmals und ausfĂŒhrlich ĂŒber verschiedene Aspekte des Festivals. Erste BeitrĂ€ge fasst der YouTube-Kanal Mediacontainer in einem Video zusammen, darunter zusĂ€tzlich ein Bericht ĂŒber das Comicfestival, der Ende der 1980er Jahre fĂŒr das schweizer Fernsehen entstand. In einem weiteren Beitrag kommen Zeichner wie Blutch (“Der kleine Christian”, Reprodukt; “Peplum”, avant-verlag) und Winshluss (“Pinocchio”, avant-verlag)  zu Wort. Das Video ist ganz oben zu sehen.

In der Sendung “28 Minuten” diskutierten Experten ĂŒber das Thema “Können Comics die Wirklichkeit besser vermitteln?”. Zu Gast: Guy Delisle, dessen “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (erscheint im MĂ€rz bei Reprodukt) auf dem Festival mit dem Preis fĂŒr das beste Buch ausgezeichnet wurde. Weitere Berichte können online angesehen und nachgelesen werden. DafĂŒr richtete der Sender eigens das Special “arte wirft Blasen” ein.

Ein Bericht ĂŒber die weiteren PreistrĂ€ger des diesjĂ€hrigen Festivals folgt in KĂŒrze.

“Die Frau im Eis” & “Baby’s in Black”

Dienstag, den 22. Februar 2011

Zwei BeitrÀge im Radio, beziehungsweise Fernsehen, stellen aktuelle Grpahic Novels vor.

Frank Meyer zeigt sich von der Bildsprache in Blutchs “Peplum” (avant-verlag) beeindruckt, wie er in seinem Beitrag fĂŒr das “Radiofeuilleton” im Deutschlandradio Kultur ausfĂŒhrt.

Die Frau im Eis

Mit harten, drĂ€ngenden, surrealen Bildern stĂŒrmt der Comic-Autor Blutch hinein in diese Geschichte. Sie spielt an der Ă€ußersten Grenze des römischen Imperiums, im Jahr der Ermordung Julius CĂ€sars.

Dick vermummte MÀnner, kurz davor, einander an die Gurgel zu gehen, kÀmpfen sich durch einen Sturm, bis sie eine Höhle erreichen. Dort herrscht Stille, und vor allem wartet SIE dort: eine fantastisch schöne Frau, vielleicht eine Göttin, eingeschlossen in einen anscheinend unzerstörbaren Eisblock. mehr

Hier geht es zur Audio-Version des Beitrags.

In der Sendung “LeseZeichen” des Bayerischen Rundfunks wurde am gestrigen Montag Arne Bellstorfs biografische Graphic Novel “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Suttcliffe“ (Reprodukt) vorgestellt.

Arne Bellstorf – Baby’s in Black

Eigentlich hört Astrid nur Jazz. Aber an diesem Abend, Oktober 1960, geht sie auf die Große Freiheit. Und sie hört eine neue Band aus Liverpool … Und da passiert es. Da sieht sie ihn: Den Mann, den sie nie mehr vergessen wird. Ein Comic erzĂ€hlt jetzt die Liebesgeschichte von Astrid Kirchherr und Stuart Sutcliffe, dem ersten Bassisten der Beatles.

“Seine Coolness”, sagt Astrid Kirchherr, “spĂ€ter dann, als ich ihn kennenlernte, seine Intelligenz, sein kĂŒnstlerisches Sein und einfach die Liebe zwischen uns. Das hat mich fasziniert. Dieses Einmalige. Und dieses nie wieder Gefundene.” mehr

Der Beitrag wird heute um 23 Uhr und am kommenden Samstag um 22 Uhr auf BR-alpha wiederholt.

“Peplum” von Blutch und “Klezmer” 3 von Joann Sfar

Mittwoch, den 15. Dezember 2010

Zwei neue Titel liefert der avant-verlag ab Montag aus: “Peplum” von Blutch und den dritten Band der Reihe “Klezmer” von Joann Sfar.

Blutch: Peplum

Peplum fĂŒhrt uns an die Ă€ußersten Grenzen des römischen Reiches, in eine barbarische und feindliche Umgebung. Publius Cimber, Nachkomme einer angesehenen Patrizierfamilie, wurde ins Exil in diese unwirtliche Gegend geschickt. Er findet in einer Höhle eine geheimnisvolle Frau, schön wie eine Göttin, die in einem Eisblock gefroren ist. Fasziniert vom Antlitz dieser Frau nehmen er und seine Band von Vagabunden sie mit auf die Reise.

Dieses Epos in zehn Kapiteln strotzt vom zeichnerischen Können des Autors und der faszinierenden Darstellung der Schönheit der Antike, gepaart mit Szenen extremer Gewalt: ein ĂŒppiger Comic-Roman, inspiriert durch Passagen des “Satyricon” von Petronius, entfesselt einen unvergesslichen Bildersturm.

Blutch, 2009 geehrt mit der wichtigsten europĂ€ischen Comic-Auszeichnung, dem Grand Prix der französischen Stadt Angouleme, zeigt mit Peplum eine neue Facette seines Schaffens: nicht die bitterböse Ironie eines “Blotch – Der König von Paris” oder die humorvollen Jugenderinnerungen aus “Der kleine Christian” (Reprodukt), sondern die Grausameit der antiken Welt, die UnterdrĂŒckung und die Qual stehen im Mittelpunkt dieses ausdrucksstarken und experimentellen Werks.

Eine Leseprobe des Bandes lÀsst sich hier als PDF herunterladen (4,4 MB).

Peplum, ISBN 978-3-939080-44-2, Softcover, schwarzweiß, 160 Seiten, 25 EUR

Joann Sfar: Klezmer Band 3: Diebe, alles Diebe!

Die turbulente ErzĂ€hlung ĂŒber die bunte Klezmergruppe findet ihre Fortsetzung. Im Haus ihrer Gönnerin in Odessa finden unsere Freunde ein paar Tage Erholung, aber die örtlichen Kriminellen wittern leichte Beute… Im Russland der Zarenzeit bekommen sie es mit Anarchisten und dem legendĂ€ren jĂŒdischen Gangsterboss Mischka Japontschik zu tun.

Joann Sfar gehört derzeit sicherlich zu den interessantesten europĂ€ischen Szenaristen und begabtesten französischen Zeichnern. Der rĂŒhrige Franzose wechselt bestĂ€ndig die Genres: Fantastische Geschichten, Abenteuer, Mystische Folklore, Science Fiction, Autobiografisches und Heroic-Fantasy wechseln sich im Werk von Sfar bestĂ€ndig ab. Zudem ist er mittlerweile zu einem bekannten Kinderbuchautoren avanciert und ist mit dem auch in Deutschland gezeigten Publikumserfolg “Gainsbourg” auch unter die Filmemacher gegangen.

Eine Leseprobe des Bandes lÀsst sich hier als PDF herunterladen (4,2 MB).

Klezmer Band 3: Diebe, alles Diebe!,  ISBN 978-3-939080-47-3, Softcover, farbig, 160 Seiten, 19,95 EUR

“BĂŒchermarkt” ĂŒber Graphic Novels

Mittwoch, den 18. August 2010

In der gestrigen Sendung “BĂŒchermarkt” des Deutschlandradios standen drei Graphic Novels im Mittelpunkt: “drĂŒben!” von Simon Schwartz, “Blotch” von Blutch (beide avant-verlag) und “Gift” von Peer Meter und Barbara Yelin (Reprodukt). Als GĂ€ste hatte Literaturkritiker Denis Scheck den Comic-Journalisten und -Herausgeber Andreas C. Knigge sowie Daniela Seel, Herausgeberin und Lektorin des kookbook-Verlags, eingeladen.

Der Beitrag kann in ganzer LÀnge hier nachgehört werden.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Mittwoch, den 30. Juni 2010

In letzter Zeit wurden gleiche eine ganze Reihe der beim avant-verlag erschienenen Graphic Novels mit Preisen ausgezeichnet: “Pinocchio” von Winshluss erhielt auf dem Comic-Salon in Erlangen den Max und Moritz-Preis als “Bester internationaler Comic”, Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” wurde ebenfalls in Erlangen mit dem Publikumspreis bedacht und gewann zudem den ICOM Independent Comic Preis fĂŒr den “Besten Independent Comic”. Simon Schwartz’ “drĂŒben!” ist noch im Rennen fĂŒr den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch. Nun hat der Berliner Verlag fĂŒr die nĂ€chsten Monate wieder eine ganze Reihe interessanter Neuveröffentlichungen angekĂŒndigt.

“Der König der Fliegen” von Mezzo & Pirus

Die VorstĂ€dte, die der Handlungsort der Kurzgeschichten von Mezzo und Pirus sind, könnten ĂŒberall und nirgends sein. Die einzelnen Geschichten werden jeweils von einem anderen Protagonisten erzĂ€hlt, aber bald wird offensichtlich, dass sie miteinander verwoben sind und in ihrer Gesamtheit eine einzige große ErzĂ€hlung ergeben. So formt sich das Bild von Erik, einem drogenkonsumierenden Teenager, der nicht nur mit seinem Stiefvater, sondern mit der ganzen Welt im Streit lebt.

Hyperdetaillierte Bilder, hypnotische Farben und knallharte Geschichten. Die beiden französischen Autoren bringen die Kraft und den Punch eines Charles Bukowski in die Welt der Comics.

Der König der Fliegen 1: Hallorave, ISBN 978-3-939080-38-1, 64 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im Herbst 2010

Der König der Fliegen 2: Die Entstehung der Welt, ISBN 978-3-939080-49-7, 64 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im FrĂŒhjahr 2011

“Klezmer 3: Alles Diebe!” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengefĂŒhrt.

Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron” genannt, der mit seiner jĂŒdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel GlĂŒck – auch ein wenig Bares wartet. So entstand eine gelungene Mischung aus “Die Katze des Rabbiners” und “Der Kurier des Zaren”.

“Joann Sfars politischer â€șKlezmerâ€č Comic verdient eine Hymne.” – Tages-Anzeiger

“So lebendig wie hier ist die jĂŒdische Musik nur selten.” – B5 Kulturnachrichten

“â€șYam Bam Bom Bam Yom Schilibilibiliyomâ€č. So hat man Klezmer noch nie gehört und gesehen!” – JĂŒdische Zeitung

Klezmer 3: Alles Diebe!, ISBN 978-3-939080-47-3, 148 Seiten, farbig, Softcover, 19,95 EUR, erscheint im Herbst 2010

“Hair Shirt” von Patrick McEown

Ein Buch ĂŒber das Ende der Kindheit und das Erwachsenwerden. In einer kanadischen Kleinstadt spielt die Geschichte von John und Naomi, die sich schon als Kinder kannten und nun als Jugendliche wieder begegnen.

Sie verlieben sich, mĂŒssen aber erkennen, dass sie die Erinnerung an die Vergangenheit aus sentimentalen StreifzĂŒgen, ersten sexuellen Erfahrungen, aber auch der Kindheitstraumata einholt. Denn schmerzliche Erfahrungen und dunkle Geheimnisse von frĂŒher treten plötzlich wieder in ihr Leben und ihre schlimmsten AlptrĂ€ume sind zurĂŒck…

Patrick McEown schafft mit lockerem Strich die AtmosphÀre eines David-Lynch-Films.

Hair Shirt, ISBN 978-3-939080-46-6, 128 Seiten, farbig, Softcover, 17,95 EUR, erscheint im Herbst 2010

“Peplum” von Blutch

Peplum fĂŒhrt uns an die Ă€ußersten Grenzen des römischen Reiches, in eine barbarische und feindliche Umgebung. Publius Cimber, Nachkomme einer angesehenen Patrizierfamilie, wurde ins Exil in diese unwirtliche Gegend geschickt. Er findet in einer Höhle eine geheimnisvolle Frau, schön wie eine Göttin, die in einem Eisblock gefroren ist. Fasziniert vom Antlitz dieser Frau nehmen er und seine Bande von Vagabunden sie mit auf ihre Reise.

Dieses Epos in zehn Kapiteln besticht durch das zeichnerische Können des Autors und die faszinierende Darstellung der Schönheit der Antike, gepaart mit Szenen extremer Gewalt: Ein ĂŒppiger Comic-Roman, inspiriert durch Passagen des “Satyricon” von Petronius, entfesselt einen unvergesslichen Bildersturm.

Blutch, 2009 geehrt mit der wichtigsten europĂ€ischen Comicauszeichnung, dem Grand Prix der französischen Stadt AngoulĂȘme, zeigt in “Peplum” eine neue Facette seines Schaffens: nicht die bitterböse Ironie eines “Blotch” oder die humorvollen Jugenderinnerungen aus “Der kleine Christian” (Reprodukt), sondern die Grausamkeit der antiken Welt, die UnterdrĂŒckung und die Qual stehen im Mittelpunkt dieses ausdrucksstarken und experimentellen Werks.

Peplum, ISBN 978-3-939080-34-3, 1044 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 EUR, erscheint im FrĂŒhjahr 2011

“B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten” von Golo

Wenig bis nichts ist ĂŒber den bekannten Autor B. Traven bislang bekannt. Er fĂŒhrt Zeit seines Lebens ein schattenhaftes Dasein, zurĂŒckgezogen von der Öffentlichkeit: Ret Marut, Otto Feige, Traven Torsvan, Hal Croves alias B. Traven. FĂŒnf Namen fĂŒr ein und dieselbe Person. Der Schriftsteller und sein bewegtes Leben erscheinen wie die Vorlage fĂŒr eine seiner Romanfiguren.

Er war Schauspieler, Regisseur, Anarchist, AnhĂ€nger der MĂŒnchner RĂ€terepublik, ZuchthĂ€usler, Matrose und Schriftsteller im Exil, aber auch gefeierter Drehbuchautor in Diensten Hollywoods. Einige seiner bekanntesten Werke erreichten Millionenauflagen, doch durch ein umfangreiches System von Deckadressen und PostschließfĂ€chern entzog er sich seinem Publikum. Nach der Emigration aus Deutschland fand er in Mexiko eine neue Heimat, wo er mit der indigenen Bevölkerung lebte, deren Probleme er auch in seinen BĂŒchern thematisierte. John Huston verfilmte 1947 seine Romanvorlage “Der Schatz der Sierra Madre” mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle.

Aber wer war dieser B. Traven wirklich? Der französische Comic-Autor Golo macht sich auf die schwierige Spurensuche in seiner beeindruckenden Graphic Novel ĂŒber den berĂŒhmten Unbekannten.

B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten, 144 Seiten, farbig, Hardcover, 24,95 EUR, erscheint im FrĂŒhjahr 2011

Graphic Novels in den Medien – April 2010 (1)

Samstag, den 3. April 2010

Der WDR Jugendsender 1Live stellt in seiner Sendung “Plan B” gleich drei mal Comic-Neuerscheinungen vor: Der Anfang wurde am Donnerstag mit Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” gemacht. Eine Bildergalerie kann hier angesehen werden. Am Ostermontag folgt “Engelmann” von Nicolas Mahler und am Mittwoch dann “Faust” (alle erschienen bei Carlsen) von Flix.

In der Sendung “Dschungel” auf SWR2 hat Christian Gasser “Der kleine Christian” (Reprodukt) von Blutch vorgestellt. Den Text dazu kann man hier nachlesen.

JĂŒrgen Schickinger bespricht in der “Badischen Zeitung” ausfĂŒhrlich Posy Simmonds’ “ironische und wunderbar leichte Mischung von ErzĂ€hlung und Comic”, die Graphic Novel “Tamara Drewe” (Reprodukt): “Der Bauer, der Dung, die Nasenoperation”

“In Wessex geht die Post ab” schreibt Brigitte Helbling auf “titel-magazin.de” ĂŒber das gleiche Buch: “Und ĂŒber der ganzen Unterhaltung könnte man beinah ĂŒbersehen, dass Posy Simmonds hier gelingt, was kaum einer vor ihr geschafft hat, nĂ€mlich Prosa und BilderzĂ€hlung auf eine Weise zu kombinieren, die sich vollkommen eingĂ€ngig liest.”

Boris Bausch schreibt an gleicher Stelle in “MĂ©lange Ă  trois” ĂŒber Nicolas de CrĂ©cys “Prosopopus” (Reprodukt): “De CrĂ©cy bekommt mit Prosopopus eine Mischung aus Wucht und SubtilitĂ€t hin, die glĂ€nzend unterhĂ€lt und nachhaltig beeindruckt.”

“Punk lebt” stellt Katrin Richter in ihre Besprechung fĂŒr die “JĂŒdische Allgemeine” von Gabriel S. Moses “Spunk” (Archiv der Jugendkulturen) fest. In der aktuellen Ausgabe der Popkultur-Theoriereihe “testcard 29: BlĂŒhende Nischen” (Ventil Verlag) befasst sich Jonas Engelmann mit der israelischen Comicszene. Der Artikel ist leider nicht online verfĂŒgbar.

Auf literaturkritik.de nimmt Fabian Kettner das Erscheinen von Tim Hamiltons Comicumsetzung von Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ (Eichborn) zum Anlass, allgemeine Überlegungen zum Buch anzustellen. In “Von der Kulturindustrie zur Kulturkritikindustrie” will er nicht in den Kanon derer einstimmer, die die Aussage der Buchvorlage bedenkenlos feiern.

Nicolas Sarkozy hat Barack Obamas Töchtern Sasha und Maloa bei einem Staatsbesuch “Asterix”-Comics mitgebracht. Das nimmt Kirsten Reinhardt in ihrem Kommentar “Wildschwein fĂŒr Obamas Töchter” fĂŒr die “tageszeitung” zum Anlass, geeignetere, zeitgemĂ€ĂŸere Comics vorzuschlagen. Sie schlĂ€gt unter anderem Joann Sfars “Die Katze des Rabbiners” (avant-verlag) oder Titel von Lewis Trondheim (Reprodukt) vor.

“Blutch for President”

Freitag, den 5. Februar 2010

presse_blutchBereits am 29. Januar berichtete “Arte Journal” ĂŒber den französischen Zeichner Blutch (“Blotch – Der König von Paris”, “Der kleine Christian”), der Ende Januar als PrĂ€sident der Jury in AngoulĂȘme auch mit einer Ausstellung seiner Zeichnungen gewĂŒrdigt wurde. Auf der ARTE-Website wird eine Videoreportage von Christophe Brunella und Alexis de Favitski prĂ€sentiert.

„Blutch“ for President

Christian Hincker, besser bekannt unter seinem Pseudonym Blutch, gilt als einer der einflussreichsten französischen Comic-Zeichner seiner Generation. FĂŒr seine Werke hat er schon diverse Preise abgerĂ€umt. Beim 37. Comic-Festival von AngoulĂȘme ist er dieses Jahr PrĂ€sident der Jury. FĂŒr Arte Journal hat ihn Christophe Brunella dort getroffen. mehr

Abbildung © Blutch

Die PreistrĂ€ger des Festival International de la Bande DessinĂ©e AngoulĂȘme 2010

Dienstag, den 2. Februar 2010

angou_preisAm vergangenen Wochenende fand im französischen AngoulĂȘme wie jedes Jahr das “Festival International de la Bande DessinĂ©e” statt, das grĂ¶ĂŸte Comicfestival Europas. Wieder strömten von Donnerstag bis Sonntag zehntausende Besucher in das beschauliche Stadtzentrum, um dort Ausstellungen, Diskussionen, Signierstunden oder weitere Veranstaltungen zu besuchen oder einfach um an den vielen VerlagsstĂ€nden die neuesten Veröffentlichungen zu erwerben. Höhepunkt war die Verleihung der Festivalpreise in unterschiedlichen Kategorien und die Vergabe des “Grand Prix”, der höchsten Festivalauszeichnung, die immer an einen Zeichner vergeben wird, der wiederum im Folgejahr als PrĂ€sident des Festivals mit einer großen Ausstellung gewĂŒrdigt wird.

baru_angou2010

Nachdem in diesem Jahr Blutch (“Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag, “Der kleine Christian”, Reprodukt) diese Ehre zuteil geworden war, fiel die Wahl fĂŒr 2011 auf Baru. Der als HervĂ© BarulĂ©a geborene französische Zeichner ist auch hierzulande bekannt, derzeit sind mit “Autoroute du soleil” (Carlsen) sein bekanntestes und mit “Elende Helden”(zusammen mit Autor Pierre Pelote, Edition 52) sein neuestes Werk auf Deutsch erhĂ€ltlich. DarĂŒber hinaus ist seine Boxergeschichte “Wut im Bauch” (Edition 52) in zwei BĂ€nden lieferbar.

gn_angou2010In den zum Teil neu geschaffenen Preiskategorien der “Selection Officielle” gewannen wieder eine Reihe Graphic Novels. Besonders erfreulich dabei war die Verleihung des “Prix de l’audace” an den Berliner Autor Jens Harder fĂŒr sein Buch “Alpha” (erscheint Ende Mai bei Carlsen). Nachdem die französische Veröffentlichung von “Alpha” auf dem Festival des Vorjahrs fĂŒr Aufsehen gesorgt hatte, war die Nominierung in diesem Jahr folgerichtig und die Auszeichnung natĂŒrlich sehr erfreulich.

Weitere Auszeichnungen gingen an Michel Rabagliati, der fĂŒr “Paul Ă  QuĂ©bec”, eine Fortsetzung von “Pauls Ferienjob” (Edition 52), den “Prix du public” erhielt. Der “Prix regards sur le monde” ging an David Prudhomme fĂŒr sein nach dem gleichnamigen griechischen Musikstil benanntes Album “RĂ©bĂ©tiko” (Futuropolis), das im Herbst dieses Jahres bei Reprodukt erscheinen wird.

Foto Baru © BDAngoulĂȘme.com

“Zerrbild des reaktionĂ€ren BĂŒrgertums”

Donnerstag, den 22. Oktober 2009

blotch coverDie in Berlin erscheinende “tageszeitung” berichtet in ihrer heutigen Ausgabe ĂŒber einen weiteren Comic. Sven Jachmanns Artikel ist zwar eine Übernahme seines Artikels fĂŒr das Online-Feuilleton satt.org, soll hier aber doch noch einmal ErwĂ€hnung finden, denn wenn sich eine ĂŒberregionale Tageszeitung bestĂ€ndig mit Graphic Novels beschĂ€ftigt, ist das sehr erfreulich.

Zerrbild des reaktionĂ€ren BĂŒrgertums

In “Blotch – Der König von Paris” erzĂ€hlt Blutch, also Christian Hincker, eine Geschichte aus dem Pariser Kunst- und Intellektuellenmilieu von 1936. Dort sieht sich der wahre Geist Frankreichs umweht von Intrigen und Machtspielen, von Kubisten und Bolschewisten – und zu allem Überfluss von Friedensmahnern

Blotch ist der selbst ernannte Liebhaber alles Schönen. Aber eigentlich ist er bloß das karikaturesk nicht sonderlich verfremdete Zerrbild des reaktionĂ€ren BĂŒrgertums. Blotch ist auch der selbst ernannte Rubens der Neuzeit. Aber eigentlich ist er das Alter Ego seines Schöpfers Christian Hincker, besser bekannt als Blutch, nach AngoulĂȘme zuletzt beim Fumetto Comic Festival gefeierter Comicautor und ErzĂ€hltausendsassa aus Frankreich. mehr

Neue Rezensionen – Oktober 2009 (1)

Freitag, den 9. Oktober 2009

Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse, die mit vielen Neuveröffentlichungen aufwartet, gab es in den letzten Tagen noch einige Besprechungen von Graphic Novels, die in den vergangenen Monaten erschienen waren.

presse_okt_2009

Sascha Dreiers Fussballer-Biografie “Der Papierne” (Ueberreuter), in der der Weg “Vom Straßenfussballer zum Massenidol” nachgezeichnet wird, wird von Lars von Törne auf itagesspiegel.de vorgestellt, inklusive einer mehrseitigen Leseprobe. An gleicher Stelle stellt Micha Wießler vom Berliner Comicladen Modern Graphics unter dem Titel “Ein ReaktionĂ€r aus dem Bilderbuch” die fiktive Biografie des französischen Zeichners “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag) aus der Feder des französischen Zeichners Blutch vor.

Sven Jachmann beschreibt die gleiche Figur im Online-Feuilleton satt.org als “ReaktionĂ€r am Zeichentisch”. Ebenfalls auf satt.org befasst sich Anja Johanning im “Zonenkinder” ĂŒberschriebenen Artikel mit Nadja Buddes “Such Dir was aus, aber beeil Dich!” (Fischer).

Dörte Staudt hat fĂŒr anlĂ€sslich der Ausstellung mit Werken Shaun Tans in Troisdorf die “Kölnische Rundschau” mit dem KĂŒnstler gesprochen. Sie stellt sein Schaffen in einem Bericht mit dem Titel “Ein neues Land in Bilderwelten” vor.

“Lebe lieber ungewöhnlich” / “Ausserordentlich gewöhnlich”

Dienstag, den 9. Juni 2009

Zwei heute in der Presse erschienene Rezensionen von Graphic Novels entwickeln – zumindest in den Überschriften – eine eigene Poesie. Auf Thomas Grevens Besprechung von Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma” auf tagesspiegel.de folgt Christian Gassers Text zu Blutchs “Der kleine Christian” (Reprodukt) und “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag) in der heutigen Ausgabe von “Der Bund”:

9783941099012Lebe lieber ungewöhnlich

Guy Delisle verbrachte ein Jahr im von einer MilitĂ€rjunta beherrschten Birma. Seine Erlebnisse in dem sĂŒdostasiatischen Land sind liebevolle, manchmal verstörende Alltagsgeschichten aus einer fremden Kultur

Ganz frĂŒher gab es die Abenteuer des Reporters Tim, von Asterix, dem Gallier, von Prinz Eisenherz – alles strahlende Helden ohne Fehl und Tadel. Dann kamen die Abenteuer komplexerer Charaktere wie Blueberry und Corto Maltese, manchmal arg vereinfachend „Anti-Helden“ genannt. Eine Weile lang gab es dann fast gar keine Abenteuercomics mehr.

Mit Harvey Pekar, Chester Brown, Joe Matt und vielen anderen entdeckten Comic-Schaffende und Leser die KomplexitĂ€t des „normalen“ Alltags und des eigenen Lebens. Das war gut so 
 aber vermisst habe ich sie schon, die Abenteuer. Nur realistischer sollten sie sein, irgendwie erwachsener. mehr

kleiner_christianAusserordentlich gewöhnlich

Endlich liegen zwei Werke des französischen Comic-Autors Blutch auch auf Deutsch vor.

Der kleine Christian starrt Cati an, ein verliebter, also dĂ€mlicher Ausdruck verzerrt sein Gesicht, er bringt kein Wort heraus – in ihm aber rumort es gewaltig, aus seinem Bauch drĂ€ngt ein weiterer Christian, der, fĂŒr die Angebetete leider unhörbar, diese mit leidenschaftlichen BanalitĂ€ten bestĂŒrmt: «Ich könnte weinen, so schön bist du!» Doch das Ende der Ferien naht, die Trennung ist unvermeidlich, und der 13-jĂ€hrige JĂŒngling erlebt den Alltag als feindliche WĂŒste, durch deren Ödnis und StĂŒrme er sich kĂ€mpft wie weiland der wackere Tim. Wenig spĂ€ter klagt er dem Liebes- und Sexguru Marlon Brando sein Leid und lĂ€sst sich von ihm einer strengen «LiebesprĂŒfung» unterziehen . . . mehr

“Strapazin” 95 zum Thema Musik

Mittwoch, den 3. Juni 2009

strapazincover-95Das renommierte deutsch-schweizerische Comicmagazin “Strapazin” widmet sich in Ausgabe 95, die in diesen Tagen erscheint, dem Thema “Playlist Comic und Musik”. DafĂŒr haben sich die Redakteure dieser Ausgabe – Strapazin-Herausgeberin Anja LuginbĂŒhl (Edition Moderne) und Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”, Reprodukt) – eine Reihe interessanter ComiczeichnerInnen an Bord geholt, die in dieser Ausgabe zum Großteil mit exklusiven Arbeiten vertreten sind, darunter Anna Sommer (“Die Wahrheit und andere Erfindungen”, Edition Moderne), ATAK (“WondertĂŒte”, Reprodukt) und Blutch (“Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag und “Der kleine Christian”, Reprodukt). Letzterer gestaltete auch das Titelbild.

Hier ein Auszug aus dem Vorwort:

Nur selten hört man von Zeichnerinnen oder Zeichnern, denen Musik nicht wichtig ist. Musik lĂ€uft beim Zeichnen, inspiriert durch ihre Haltung, Struktur oder Stimme, dient als Referenz, unterstĂŒtzt die Formfindung, und wird manchmal von der KĂŒnstlerin, dem KĂŒnstler selbst gemacht.

Verschiedene Spielarten von Literatur, Film, Theater und sogar der Oper wurden und werden als Ausdrucksformen bemĂŒht, um den Comic fassen, einschĂ€tzen und einordnen zu können. Wer solche Kategorisierungsversuche nicht allzu ernst nimmt, schliesst sich vielleicht meiner These an, dass sich in dieser weitlĂ€ufigen Verwandtschaft Comic und Musik am nĂ€chsten stehen.

Rhythmus und Struktur, Sound und Stimme – es ist das spezielle SpannungsverhĂ€ltnis in der Durchdringung zweier gleichzeitig wahrgenommener Ebenen, das die Musik in den Bildergeschichten ausmacht. Es ist der Raum zwischen Musik und Text bzw. Bild und Text, der – um allmĂ€hlich zur Sache zu kommen – dem Song als auch der Bildergeschichte die poetische QualitĂ€t verleiht. Das ist es, was wir Comiczeichner suchen und manchmal sogar erreichen.

Das Heft ist im Comic- und Bahnhofsbuchhandel oder in Deutschland auch via Mailorder erhÀltlich.

“Leben und Lieben im Elsass”

Samstag, den 30. Mai 2009

Der kleine ChristianFelix Giesa bespricht fĂŒr das Kulturportal satt.org Blutchs “Der kleine Christian” (Reprodukt):

Leben und Lieben im Elsass

Schon bevor der eigentliche Comic beginnt, macht Blutch eindeutig klar, um was es in seinem „Kleinen Christian“ gehen wird: Auf der ersten und dritten Seite findet sich je eine kleine Vignette mit einer Sequenz von drei Bildern. Dort sieht man jemand getroffen zu Boden gehen. Beim ersten Mal ist Lucky Luke, beim zweiten Mal ist es ein kleiner Junge, vermutlich Christian, der seinem großen Cowboy-Idol nacheifert. Luke durchschreitet eine SaloontĂŒr, seine Sporen klirren, er packt sich an die Brust und fĂ€llt vorn ĂŒber. Christian hat keine Sporen, aber die Posen imitiert er perfekt und das Klirren kann man sich ja auch vorsagen: „klang, klang, kling“. Christian ist also ein Comicfan, aber auch ein Cowboyfan und „Kaubeu“ sein, ist das GrĂ¶ĂŸte fĂŒr ihn. Als jemand, der in den 1970er Jahren aufwĂ€chst, ist man dann aber auch Westernfan. Und als solcher behauptet man sich als „einsamer RĂ€cher“ auch gerne „Fern des Rio Grande“ in der Grundschule. mehr

“Der einzig wahre Rivale ist Picasso”

Sonntag, den 17. Mai 2009

blutchbuevherFĂŒr “Die Welt” stellt Brigitte Preissler am 16. Mai den französischen Comicautor Christian “Blutch” Hincker vor und dazu seine beiden soeben auf deutsch erschienenen BĂ€nde “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag) und “Der kleine Christian” (Reprodukt):

Der einzig wahre Rivale ist Picasso

Der französische Zeichner und Autor Christian Hincker alias Blutch gewinnt zurzeit alle großen Comicpreise – mit Recht. Nun erscheinen zwei seiner BĂŒcher auf Deutsch

“Blotch”, das klingt verdĂ€chtig nach “Blutch”. Und wenn der französische Comiczeichner Christian Hincker, der unter dem Pseudonym Blutch arbeitet, eine seiner Figuren Blotch nennt, so liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein SelbstportrĂ€t handeln könnte. Nur: Blotch ist fett, hĂ€sslich, selbstgefĂ€llig und grĂ¶ĂŸenwahnsinnig. Und vor allem kann er nicht zeichnen. mehr

“tracks” berichtet vom Fumetto

Donnerstag, den 30. April 2009

Zeichnung von BlutchDie empfehlenswerte Kultursendung “tracks”, die der deutsch-französische Kulturkanal arte regelmĂ€ĂŸig ausstrahlt, bringt am morgigen Freitag, dem 1. Mai, einen Beitrag ĂŒber das Comicfestival “Fumetto”, das vor kurzem in Luzern stattfand. Berichtet wird unter anderem ĂŒber Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und Blutch (“Der kleine Christian”, Reprodukt und “Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag). Die Sendung beginnt um 23.10 Uhr, wird am folgenden Samstag um 3 Uhr wiederholt und kann eine Woche lang im Videoarchiv arte+7 online angesehen werden.

Fumetto

Bunte Bilder und Sprechblasen: Von Gestern ist, wer bei Comics allein nur an Disney denkt. Das Genre hat sich entwickelt und mit den sogenannten Graphic Novels schon lange den Auszug aus dem Kinderzimmer in die Literaturwelt angetreten. Comics haben sich als eigene Kunstform etabliert und prĂ€sentieren sich in speziellen Ausstellungen. Eine der grĂ¶ĂŸten ist das Internationale Comic-Festival „Fumetto“ in Luzern. Hier treffen Bildergeschichten auf GemĂ€lde, Literatur auf Sprechblasen. Eine ganze Woche lang trifft sich das „Who Is Who“ der internationalen Comicszene und zeigt der interessierten Welt die neuesten Geschichten und die kreativsten Panels. „Tracks“ wirft sich ins GetĂŒmmel. mehr

Zeichnung © Blutch

“Aus Blutch werde Blotch: Zwei sensationelle autobiographische Fiktionen”

Dienstag, den 28. April 2009

Weiter geht es mit positiven Besprechungen der beiden gerade in deutscher Sprache veröffentlichten Graphic Novels von Blutch (“Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag und “Der kleine Christian”, Reprodukt).

Diesmal ist “FAZ”-Autor Andreas Platthaus voll des Lobes fĂŒr die beiden BĂŒcher:

Aus Blutch werde Blotch: Zwei sensationelle autobiographische Fiktionen

Manchmal braucht man als Verlag ein bißchen GlĂŒck. Von Blutch alias Christian Hincker, war auf Deutsch so gut wie nichts erschienen, als Reprodukt, das nimmermĂŒde Haus fĂŒr anspruchsvolle Comics vor allem aus Frankreich, und Avant, der gleichfalls unermĂŒdliche Verlag fĂŒr ebenjene, nahezu zeitgleich die Übersetzungen von jeweils einem Titel des 1967 geborenen Zeichners ankĂŒndigten: „Le petit Christian” (Reprodukt) und „Blotch” (Avant). Dann gewann Blutch im Januar den Großen Preis der Stadt AngoulĂȘme, die bedeutendste Comic-Auszeichnung Frankreichs (und damit Europas und eigentlich auch – analog zur Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes – der ganzen Welt), und plötzlich hatten die beiden Verlage einen Autor im Programm, mit dem man zumindest gut Reklame machen konnte. Die deutschen Leser allerdings haben sich durch AngoulĂȘme noch nie beeindrucken oder gar beeinflussen lassen; fĂŒr französische oder auch andere Comic-Meisterwerke der letzten Jahre gibt es hier einfach immer noch kein großes Publikum. Seltene Ausnahmen wie Marjane Satrapis „Persepolis” bestĂ€tigen die Regel. mehr

“Heiliger Steve McQueen”

Montag, den 27. April 2009

cover der kleine christianAuf dem Literatur-Portal “goldmag” gibt es seit dem 26. April eine ebenso umfassende wie charmante Rezension ĂŒber “Der kleine Christian” von Blutch zu lesen, geschrieben von Nikolai Preuschoff.

Heiliger Steve McQueen

Blutchs „Kleiner Christian“ erzĂ€hlt vom Leben in Bildern

“Ich bin der einsame RĂ€cher von Texas. / Ich habe zwei Pistolen. / (Wahnsinn, Banditen!) Wie ist Dein Name, Fremder? / Mein Name spielt keine Rolle!”

Doch, der Name spielt eine Rolle! Christian ist nĂ€mlich nicht nur der ‚Held‘ eines Comic-Buches ĂŒber einen ganz normalen Jungen, der im Elsass in einer ganz normalen Phantasiewelt aufwĂ€chst. Christian (sprich: ChristiĂĄn) ist auch Christian Hincker (wie Blutch mit bĂŒrgerlichem Namen heißt), Autor und Zeichner der zwei BĂ€nde des „kleinen Christian“, die jetzt, in einem vereint, auf deutsch bei Reprodukt erscheinen. mehr

“Kaubeus kennen sich aus”

Donnerstag, den 16. April 2009

Cover Blotch Blutch cover der kleine christianFĂŒr den “Tagesspiegel” befasst sich Katja Schmitz-DrĂ€ger mit den beiden soeben erschienenen Graphic Novels von Blutch, “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag) und “Der kleine Christian” (Reprodukt):

Kaubeus kennen sich aus

Mit gleich zwei auf Deutsch ĂŒbertragenen BĂ€nden kann man den französischen Comic-Autoren Blutch jetzt auch bei uns kennenlernen – und in eine höchst wunderbare Welt einsteigen

Gleich zwei Titel des französischen Comic-Autoren Blutch sind dieser Tage auf Deutsch erschienen: “Der kleine Christian” im Reprodukt-Verlag, der damit zwei in Frankreich 1998 und 2008 erschienene BĂŒcher in einer Gesamtausgabe vorlegt. Dazu wartet der avant-Verlag mit “Blotch – Der König von Paris” auf.

Der soeben mit dem Grand Prix de la Ville d’AngoulĂȘme, dem wichtigsten europĂ€ischen Comicpreis ausgezeichnete Blutch, mit bĂŒrgerlichem Namen Christian Hincker, ist in Deutschland bisher noch kaum wahrgenommen worden. Die beiden Publikationen, die das nun Ă€ndern könnten, haben auch ĂŒber das zufĂ€llige Zusammenfallen der deutschen Erscheinungstermine hinaus einige Gemeinsamkeiten, darunter die episodenhafte ErzĂ€hlstruktur, die SelbstreferenzialitĂ€t des Mediums Comic, oder, wie die Titel bereits nahelegen, das Spiel mit der Autorenpersönlichkeit. mehr

Blutch auf arte.tv

Donnerstag, den 2. April 2009

Zeichnung von BlutchAnlĂ€sslich des aktuellen Fumetto-Festivals in der Schweiz hat sich “Arte Kultur” mit dem französischen Zeichner Blutch getroffen, der als Artist in Residence in Luzern weilt. In einem Video-Beitrag, der auch online abgerufen werden kann, werden der Zeichner und seine Arbeit vorgestellt.

Das grĂ¶ĂŸte Comictreffen der Schweiz.

In Luzern lĂ€uft seit diesem Wochenende und noch bis zum 5. April das 18. Internationale Comix Festival Fumetto. Das familiĂ€re Sprechblasentreffen in der Schweiz ist – fern aller Großverlage – die wichtigste Leistungsschau des alternativen Comics in Europa. Gezeigt werden moderne Bilderwelten und ComickĂŒnstler zum Anfassen, kreuz und quer durch die ganze Stadt , in 18 Haupt- und 58 Satellitenausstellung. Arte Kultur traf in Luzern den Ehrengast des diesjĂ€hrigen Festivals, den französischen Zeichner Blutch. mehr

Blutch in der Schweizer Presse

Freitag, den 27. MĂ€rz 2009

blutch angoulemeBemerkenswerterweise am selben Tag berichten heute die beiden grĂ¶ĂŸten Tageszeitungen der Schweiz ĂŒber die Neuerscheinungen des französischen Autors Blutch (“Blotch – der König von Paris” im avant-verlag und “Der kleine Christian” bei Reprodukt) und dessen Gastaufenthalt beim Comicfestival Fumetto.

FĂŒr die “NZZ” schreibt Christian Gasser:

Die gewöhnlichen Geschichten des Lebens

Der Comic-Autor Blutch kommt als Artist in Residence ans Luzerner Comix-Festival Fumetto

Im Januar erhielt Blutch den Grossen Preis der Stadt AngoulĂȘme. Ausserhalb Frankreichs hingegen ist der Comic-Zeichner wenig bekannt. Vielleicht Ă€ndert sich das nun: Dieser Tage erscheinen seine witzigsten BĂŒcher, «Der kleine Christian» und «Blotch», auf Deutsch. Überdies ist er Artist in Residence am Luzerner Comix-Festival Fumetto 2009.

Er stecke in einer unkomfortablen Situation, sagt Blutch: «In der Comic-Welt bin ich kein junger Marquis mehr, aber auch noch kein alter Baron.» Er sitzt auf einem Sofa, in sich zusammengesunken. «Ehrlich gesagt», fÀhrt er nach einer Pause fort, «ich weiss nie, ob meine Geschichten interessant sind oder nicht. Ich bezweifle es. Deshalb mache ich immer noch ein nÀchstes Buch, um das vorherige zu korrigieren.»  mehr

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Im “Tagesanzeiger” berichtet Alexandra Kedves:

Comics als Grundnahrungsmittel fĂŒr die Fantasie

Blutch ist einer der ganz Grossen des französischen Autoren-Comics – und einer der ganz Scheuen im Medienzirkus. Jetzt kommt er zum Fumetto-Festival nach Luzern.

Im kleinen Christian steckt ein grosser Kerl: ein Held mit Hut, Revolver und Hengst. Zu dumm, dass Maman dafĂŒr einfach blind ist. Sie schickt John Wayne ins Bett, wenn der Western im Fernsehen lĂ€uft, und Tintin in die Schule, wenn der WĂŒstenwind weht; sie zwingt Lucky Luke zum Aufessen, wenns Spinat gibt, und, am allerschlimmsten, sie konfisziert die Comic-Hefte, in denen edle, wilde KĂ€mpfer edle, wilde Dinge tun. Aber so leicht lĂ€sst sich der Stoff, aus dem BubentrĂ€ume sind, nicht liquidieren: Der kleine Christian und seine Freunde haben die Familie, die Schule – und ausserdem ein Paralleluniversum ganz fĂŒr sich allein. mehr