Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Büchergilde Gutenberg’

“Mit der Galeere von Traum zu Traum”

Mittwoch, den 14. November 2012

In der gestrigen Ausgabe druckte der Zürcher Tagesanzeiger ein ausführliches Interview mit Jakob Hinrichs: “Mit der Galeere von Traum zu Traum”.

Lukas Meyer-Marsilius stellte dem Berliner Illustrator Fragen zu seinem in der Büchergilde Gutenberg erschienenen Band “Traumnovelle” nach der Vorlage Arthur Schnitzlers.

Hinrichs gibt Auskunft darüber, wie er auf den Stoff gekommen ist, was er an ihm relevant findet und wie er bei der Umsetzung vorgegangen ist. Auch seine Inspirationen und die Wahl des speziellen Stils kommen zur Sprache.

Comics in den Medien – 7. Juli 2012

Samstag, den 7. Juli 2012

In den letzten Tagen erschienen wieder eine Reihe von Beiträgen in denen Graphic Novels im Mittelpunkt standen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Literaturadaptionen gewidmet.

Auch als Ankündigung der Ausstrahlung einer aufgezeichneten Podiumsdiskussion aus dem Literaturhaus Oberpfalz am morgigen Sonntag wird im Beitrag “Ächz, strichel, schreib – Literatur und Comic” auf der Website des Radiosenders Bayern 2 ein Bogen geschlagen von Literaturadaptionen in Comicform hin zu anspruchsvollen Graphic Novels. Gerade die vielfältigen Möglichkeiten, die die Comic-Form auch bei der Umsetzung von schriftliterarischen Vorlagen bietet, werden dort herausgebhoben. Neben den Umsetzung von Kurzgeschichten von Brigitte Kronauer (“Dri Chinisin” von Sascha Hommer, Reprodukt), Thomas Bernhard (“Alte Meister” von Nicolas Mahler) und E.T.A. Hoffmann (“Das Fräulein von Scuderi” von Drushba Pankow, Edition Gutenberg) werden eigenständige Werke wie “Maus” von Art Spiegelman (Fischer) sowie “Alois Nebel” von Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (Voland & Quist) genannt.

Einer Aussage des obigen Beitrags widerspricht der Artikel, den der Schriftsteller Georg Klein für die “Neue Zürcher Zeitung” geschrieben hat. Heisst es auf Bayern 2: “Die Zeiten, in denen Comics als jugendgefährdende Schriften auf den Index gesetzt und als Schundliteratur betrachtet wurden, sind vorbei. Auch die Kritik nimmt die “Graphic Novel” inzwischen durchaus ernst.”, so entgegnet dem Klein: “Der Literatur-Comic scheitert bereits, wenn er versucht, einen derartigen Trivialroman von Rang in gezeichnete Bilder umzusetzen. Was soll man da erst von den «graphic novels» halten, die sich inzwischen ungeniert an die wirklich grossen Werke unserer Weltliteratur machen und versuchen, deren durch die Zeit schimmernde Aura in ein halbes Hundert bunter Seiten hinüberzurauben?” Mit diesem Resumée beschliesst er seine kritische Besprechung des im Brockhaus-Verlag erschienenen Albums “In 80 Tagen um die Welt”, basierend auf der Vorlage von Jules Verne (“In wilden Bildern um die Welt”). Szenarist und Zeichner der Comic-Umsetzung werden vom Verlag und Im Artikel nicht genannt.

Moritz Honert erwähnt Kleins Besprechung in seiner Vorstellung der Literaturcomic-Reihe des Brockhaus Verlags auf tagesspiegel.de. Unter anderem schreibt er: “Wer Bildererzählungen als solche schon immer für Kinderkram gehalten hat, wird sich von dieser, aktuellen Entwicklungen weit hinterherhinkenden Reihe zwangsläufig bestätigt fühlen müssen.” Sein Urteil über die fünf derzeit erhältlichen Alben fällt aber ebenfalls wenig positiv aus: “Ungleiches Duell”.

Mit Charles Burns, dem Autor von “Black Hole” und zuletzt “Die Kolonie” (Reprodukt) sprach Alexander Daha für das Musikmagazin “intro”. Das kurze Interview mit “einem der maßgeblichsten Comiczeichner der Gegenwart” lässt sich hier nachlesen: “Den Schwebezustand rüberbringen”.

Weltliteratur fürs Auge

Sonntag, den 20. Mai 2012

“Die Welt” hat sich am 19. Mai gleich in mehreren Beiträgen mit der gegenwärtigen Vielzahl an Literaturadaptionen im Comic beschäftigt.

Im umfangreichsten Text der Strecke unterzieht der Schriftsteller Thomas von Steinaecker die Literaturadaption im Allgemeinen und speziell die Umsetzung von Literatur im Comic einer näheren Betrachtung. Dabei lässt ihn das Gros der zuletzt veröffentlichten Comicadaptionen unbefriedigt zurück, Titel wie “In der Strafkolonie” nach Franz Kafka (Sylvain Ricard, Mael, dt. bei Knesebeck) und die Proust-Adaption “Combray” (Stéphane Heuet, dt. bei Knesebeck) wertet er in ihrer vermeintlich werkgetreuen Umsetzung in weiten Teilen als derart “fantasielos”, dass die Wörter der Vorlage “jeglichen Zauber” verlören.

Auch der freieren Interpretation einer Vorlage wie Posy Simmonds’ nach Gustave Flaubert entstandenes “Gemma Bovery” (dt. bei Reprodukt) mag Thomas von Steinaecker kein gänzlich gutes Zeugnis ausstellen: Trotz eines “amüsanten intertextuellen Spiels” bliebe Posy Simmonds im Vergleich mit Flaubert “in jeder Hinsicht harmlos und oberflächlich”.

Einzig das Künstlerduo Alexandra Kardinar und Volker Schlecht weiß den Autor mit seiner Adaption von E.T.A. Hoffmanns “Das Fräulein von Scuderi” (Edition Büchergilde) zu überzeugen. Hier sei die Adaption “Bebilderung, Kommentar und Weiterführung in einem” – und durch die “Qualität der Panels und die formale Innovation” könne diese Version von “Das Fräulein von Scuderi” “gleichberechtigt neben der Vorlage bestehen und immer wieder neue Perspektiven auf Hoffmanns Text und seine Zeit” eröffnen”. Im Großen und Ganzen gelangt Thomas von Steinaecker zu dem Schluss, dass die Comicadaption zu oft die “Verkaufs- und Leseerwartungen an eine leichte Lektüre erfülle” und so Gefahr liefe, zu dem zu werden, wovor es schon Ray Bradbury in “Fahrenheit 451″ gegraut habe: “ein Abhaken der Höhepunkte eines Buches als Effektfeuerwerk”. Interessante Adaptionen wie “Das Fräulein von Scuderi” kommen, so das Fazit des Artikels “Das Beste in Bildern”, nur zustande, wenn sich der Comic auch in diesem Fall seiner “formalen und inhaltlichen Freiheit” bewusst werde.

Der kürzere Beitrag “Riesen zu Windmühlen” verweist auf die ersten fünf Bände einer neuen Reihe von Literaturcomics, die der Brockhaus-Verlag unlängst in die Buchhandlungen gebracht hat. Den in Frankreich entstandenen Titeln wie “Don Quijote” nach Miguel de Cervantes (David Pellet, Philippe Chanoinat, Djian) bescheinigt der nicht genannte Verfasser des Textes “brav und ordentlich gemacht” zu sein, wohingegen das englischsprachige Großprojekt “The Graphic Canon” (Russ Kick, Hg., Seven Stories Press) wesentlich “ambitionierter und ausgeflippter” sei. Zeichner wie Robert Crumb oder der bereits verstorbene Will Eisner tragen hier zu einem Kanon der gesamten Weltliteratur vom Gilgamesch-Epos bis zu David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” bei. Ob dies gelungen ist, wird der erste Band zeigen, der am 22. Mai erscheinen soll.

Auch der traditionsreiche Suhrkamp-Verlag hat 2011 mit Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” eine erste Graphic Novel auf den Markt gebracht – und angekündigt, diesem Erstling weitere Comics folgen zu lassen, die allesamt auf literarischen Vorlagen von Suhrkamp-Autorinnen und -Autoren basieren. Matthias Heine hat nun im Interview mit Winfried Hörning, der die Taschenbuchsparte bei Suhrkamp verantwortet, künftige Titel in Erfahrung gebracht. Neben der bereits bekannten Bearbeitung von Marcel Beyers “Flughunde” durch Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), arbeitet Nicolas Mahler an “Alice in Sussex” – “einer bearbeiteten Version beziehungsweise Kompilation aus ‘Alice im Wunderland’ und ‘Frankenstein in Sussex’ von H.C. Artmann.” Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als Männer”, Carlsen) hingegen zeichnet “eine moderne Fassung von ‘Huckleberry Finn’ – angesiedelt in Ostdeutschland”. In dem Gespräch “Brecht muss noch warten” gibt Winfried Hörning aber noch weitere konkrete Pläne und Namen preis. So offenbart er, dass Volker Reiche (“Strizz”, C.H. Beck, JNK) eine Graphic Novel ohne Bezug zum Suhrkamp-Universum beitragen wird – und dass der Verlag sich durchaus offen zeigt, auch im europäischen Ausland nach passenden Stoffen Ausschau zu halten.

20 Jahre “Die Tollen Hefte”

Montag, den 25. Juli 2011

Seit inzwischen 20 Jahren erscheinen die von Armin Abmeier herausgegebenen “Tollen Hefte” in der Edition Büchergilde. Hier trifft seit eh und je Literatur auf Comic und Illustration, aufwändig gedruckt in mehrfarbigem Flachdruck. Dazu liegt jedem Heft eine Grafik bei.

Zum Jubiläum hat sich der Herausgeber etwas Besonderes einfallen lassen: Armin Abmeier hat seine zwanzig Lieblingssätze aus der Literatur von allen Zeichnerinnen und Zeichner der bisherigen Hefte in Bilder umsetzen lassen. Das so entstandende “Tolle Heft 36: Charakter ist nur Eigensinn” ist ab sofort im Buchhandel und bei der Edition Büchergilde erhältlich.

Für die zeichnerische Umsetzung zeigen sich verantwortlich: ATAK, Rotraut Susanne Berner, Blexbolex, Sophie Dutertre, Wolf Erlbruch, Christoph Feist, Anke Feuchtenberger, Moritz Götze, Kitty Kahane, Yvonne Kuschel, Gosia Machon, Max, Thomas M. Müller, Franziska Neubert, Christoph Niemann, Volker Pfüller, Axel Scheffler, Stefanie Schilling, Katrin Stangl, Henning Wagenbreth. Die Sätze stammen unter anderem von Ambrose Bierce, Groucho Marx, Paul Scheerbart, Francis Picabia, Gertrude Stein, Kurt Schwitters, Walter Serner, Joris Karl Huysmans und Maurice Sendak.

Über das Jubiläum berichtet das “Börsenblatt des deutschen Buchhandels” und gibt in “Noch eine Messerspitze gelb, bitte!” mit einer Bildergalerie Einblick in den Druck des neuen Heftes.