Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Camille Jourdy’

Graphic Novels in den Medien – 29. Januar 2013

Dienstag, den 29. Januar 2013

Jonathan Schreiner schreibt in der JĂĽdischen Allgemeinen ĂĽber die beiden zuletzt von Joann Sfar erschienenen Bände “Chagall in Russland” und “Klezmer 4: TrapezschwĂĽnge” (beide avant-verlag): “Schwerelos in Jiddischland”. Sein Urteil fällt eindeutig aus: “Beide zählen in zeichnerischer Hinsicht zum Aufregendsten, was Sfar bislang produziert hat.”

Auf dem Blog popkulturschock.de zeigt sich die Rezensentin DesirĂ©e Löffler in ihrer Besprechung von Camille Jourdys “Rosalie Blum” (Reprodukt) sehr angetan, sowohl was die Geschichte wie auch ihre Umsetzung angeht. Dabei bemerkt sie auch: “Es ist mir schleierhaft, warum Rosalie Blum in den Feuilletons untergegangen ist.”

Darauf hat die SĂĽddeutsche Zeitung postwendend reagiert und in der gestrigen Ausgabe eine Buchvorstellung des Bandes von Anja Perkuhn veröffentlicht. Auch hier werden die vielschichtigen Charaktere in den Vordergrund gestellt und ihre Suche nach Halt und ErfĂĽllung: “Ă„uĂźerst unterhaltsames Stalking”.

“Polarforscher und Sexfantasien: Die Comics des Jahres”

Mittwoch, den 19. Dezember 2012

Lina Kokaly vom Kulturradio des RBB hat drei Comics zu den Comics des Jahres gekĂĽrt: “Packeis” von Simon Schwartz (avant-verlag), “Rosalie Blum” von Camille Jourdy sowie “Brigitte und der Perlenhort” von Aisha Franz (beide Reprodukt). Sie resĂĽmiert: “Alle drei sind aber anspruchsvolle Comics fĂĽr Buchliebhaber, die beweisen, dass das Genre blĂĽht.”

Graphic Novels in den Medien – 20. November 2012

Dienstag, den 20. November 2012

Bereits am Freitag vergangener Woche stellte Christian Gasser in der Neuen ZĂĽrcher Zeitung “Hicksville” von Dylan Horrocks (Reprodukt) vor. In “Die Grösse, Magie und Erbärmlichkeit der Comics” resĂĽmiert er: “In einer Zeit, in der sich der Comic unter dem neudeutschen Gattungsbegriff «Graphic Novel» auch hierzulande eine neue Respektabilität und eine breite erwachsene Leserschaft erschliesst, bietet «Hicksville» den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern einen anregenden Streifzug durch den vielfältigen und widersprĂĽchlichen Kosmos der gezeichneten Geschichten.”

In der gestrigen Ausgabe druckte die tageszeitung ein ausfĂĽhrliches Interview von Michael Brake mit dem aus Schottland stammenden Comic-Autoren und Cartoonisten Tom Gauld ĂĽber sein Buch “Goliath” (Reprodukt) ab. Neben den BeweggrĂĽnden, sich auf humorvolle Art mit einer biblischen Vorlage zu befassen, verrät Gauld hier auch, wohin er mit einer Zeitmaschine reisen wĂĽrde: “„Die Bibel ist so einseitig“”.

Als “einen der herausragenden Comicromane des Jahres” bezeichnet Lars von Törne auf tagesspiegel.de “Rosalie Blum” von Camille Jourdy (Reprodukt). Er zeigt sich vor Allem von Jourdys so differenziert wie mit viel Humor und Wärme dargestellten Charakteren angetan, wie er “Die Leidenschaft des Friseurs” in schreibt.

In seinem FAZ-Blog stellt Andreas Platthaus den Abenteuercomics “Atar Gull” von Fabien Nury und BrĂĽno (avant-verlag) vor, der es ihm sichtlich angetan hat. FĂĽr ihn ist die Adaption des gleichnamigen Romans aus dem frĂĽhen 19. Jahrhundert ein einziges “LesevergnĂĽgen”: “Die Rache eines Sklaven”.

Graphic Novels in den Medien – 25. September 2012

Dienstag, den 25. September 2012

Neben der umfangreichen Berichterstattung zu Art Spiegelman sind in den Medien weitere Graphic Novels erwähnt worden. Zum Beispiel schreibt heute Holger Kreitling in der “Welt” ĂĽber “Die Sputnik-Jahre” von Baru (Reprodukt): “Spielt nicht mit den Schmuddelkindern”. Er sortiert das Buch als unlarmoyante Erzählung zwischen Kinderbuchklassikern wie “Der kleine Nick” und dem “Krieg der Knöpfe” ein und vergisst nicht zu erwähnen, dass Baru am Rande auch auf Tim & Struppi Bezug nimmt.

Auf seinem FAZ-Blog schreibt Andreas Platthaus voller Anerkennung ĂĽber “Rosalie Blum” von Camille Jourdy (Reprodukt): Sie erzähle “souverän” und mit “psychologischer Tiefe” und vergesse dabei den Humor nicht. Er resĂĽmiert, dass der Band als Roman funktioniere, was nicht allen Graphic Novels gelinge, die sich in diese Richtung strecken: “Ein Stalker wird verfolgt”.

“Virtuos umgesetzt” findet JĂĽrgen Schickinger “Packeis” von Simon Schwartz (avant-verlag), wie er in seinem Beitrag fĂĽr die “Badische Zeitung” schreibt:  Mit seinem Beitrag kĂĽndigt er auch Schwartz´ Anwesenheit bei der 7. Wissenschaftstagung der Gesellschaft fĂĽr Comicforschung an, die an diesem Wochenende in Freiburg stattfinden wird.

Auf der Jugendseite der “Berliner Zeitung” stellten Lisa BrĂĽckner und Cordula Kehr “Im Land der FrĂĽhaufsteher” von Paula Bulling (avant-verlag) vor, die den Band nicht nur Comicliebhabern ans Herz legen, sondern auch denjenigen Leserinnen und Lesern, die sich fĂĽr die derzeitige Asyl-Problematik interessieren. Der Beitrag “Bilder einer geschlossenen Gemeinschaft” kann nun auch online nachgelesen werden.

Camille Jourdy, Golo & Dibou zu Gast bei Zadig, Berlin

Montag, den 3. September 2012

Auf tagesspiegel.de wird ausfĂĽhrlich auf das Programm des Graphic-Novel-Tages eingegangen, der am kommenden Samstag im Rahmen des Internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) stattfinden wird: “Die Comic-Internationale”. Lars von Törne geht ausfĂĽhrlich auf die einzelnen KĂĽnstlerinnen und KĂĽnstler ein, mit denen er sich im Haus der Berliner Festspiele unterhalten wird.

Bereits fĂĽr den Freitag hat die Buchhandlung Zadig nun eine Veranstaltung mit den Beteiligten aus Frankreich angekĂĽndigt. Bei Kuchen und hoffentlich gutem Wetter lädt man zum gemĂĽtlichen Beisammensein ein, bei dem Camille Jourdy (“Rosalie Blum”, Reprodukt) sowie Golo und Dibou (“Chronik einer verschwundenenen Stadt”, avant-verlag) BĂĽcher signieren werden.

Beginn ist um 17:30 Uhr, der Eintritt dazu ist frei.

Vor einiger Zeit beantwortete Claudia Sandberg von Zadig uns unsere “FĂĽnf Fragen”.

Zadig, Linienstrasse 141, D-10115 Berlin-Mitte
T +49 (0)30. 280 999 05, F +49 (0)30. 280 999 06
www.zadigbuchhandlung.de, E-Mail: info@zadigbuchhandlung.de

Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, D-10719 Berlin
Tel. (030) 254 891 00
www.berlinerfestspiele.de

“Rosalie Blum” von Camille Jourdy

Donnerstag, den 23. August 2012

Ab sofort ist neben Manu Larcenets “Blast 1 – Masse” bei Reprodukt auch das Debut der französischen Zeichnerin Camille Jourdy erhältlich: “Rosalie Blum”. Der dritte Teil der in der französischen Originalausgabe bei Actes Sud auf drei Bände angelegten Reihe wurde auf auf dem Internationalen Comicfestival AngoulĂŞme 2010 mit dem Prix RĂ©vĂ©lation ausgezeichnet – bei Reprodukt erscheint nun eine 364 Seiten umfassende Gesamtausgabe von “Rosalie Blum”

Am 8. September wird Camille Jourdy ihren Comic auf dem “Graphic Novel Day” des 12. internationalen literaturfestival berlin vorstellen.

Wer ist nur diese Rosalie Blum? Diese Frage treibt Vincent, den schüchternen Friseur und Modellbauer, seit Tagen um. So beginnt er, der geheimnisvollen Unbekannten unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus zu folgen. Währenddessen bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter ständiger Beobachtung steht.

Die junge französische Autorin Camille Jourdy überzeugt in ihrem charmanten und clever konstruierten Buch vor allem durch ihre schrulligen Figuren, deren Leben durch die von Vincent in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen gerät. Ihre stimmigen Aquarellbilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.

Camille Jourdy, geboren 1979 in ChenĂ´ve, Frankreich, legte nach einer ersten Comicveröffentlichung und einigen von ihr illustrierten KinderbĂĽchern “Rosalie Blum” vor. FĂĽr das abschlieĂźende Kapitel der ursprĂĽnglich in drei Bänden erschienenen Geschichte wurde sie 2010 auf dem Comicfestival in AngoulĂŞme ausgezeichnet. Camille Jourdy lebt und arbeitet in Lyon.

Eine ausfĂĽhrliche Leseprobe gibt es hier.

Rosalie Blum, ISBN 978-3-943143-09-6, 364 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 29 EUR (D), erschienen bei Reprodukt

Neue Graphic Novels bei Reprodukt

Mittwoch, den 4. Januar 2012

Der Berliner Verlag Reprodukt hat sein FrĂĽhjahrsprogramm veröffentlicht. Neben Albenreihen, die fortgefĂĽhrt werden, wie “Agrippina” von Claire BretĂ©cher und “Koma” von Pierre Wazem und Frederik Peeters, bilden Graphic Novels einen Schwerpunkt der Veröffentlichungen.

“Die Sputnik-Jahre” von Baru

1957. Während die Menschheit neuerdings Nacht fĂĽr Nacht in den Himmel starrt, um die Metallkugel zu entdecken, die die Russen in den Orbit geschossen haben, gilt Igors Begeisterung wesentlich weltlicheren Dingen: FuĂźball. Indianerspielen. Den Trotteln aus der Unterstadt auf die MĂĽtze hauen. Bis das Weltraumfieber auch den 13-Jährigen und seine Kumpels erfasst: So schwer kann es doch wohl nicht sein, Professor Bienleins Rakete aus “Reiseziel Mond” nachzubauen…

Baru gelingt es mit leichter Hand, die Fünfzigerjahre in einem lothringischen Industriestädtchen aufleben zu lassen. Mitreißend erzählt und ohne jede nostalgische Verklärung.

Die Sputnik-Jahre, ISBN 978-3-941343-10-2, 208 Seiten, farbig, 25,5 x 19 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im Februar

“Lone Racer” von Nicolas Mahler

Schnelle Autos, schöne Frauen, Geld, Ruhm und Ehre… einst hatte der Lone Racer alles. Heute aber fährt er nur noch hinterher und fristet abseits der Rennstrecke ein monotones Dasein zwischen dem Krankenhausbett seiner Frau und dem Bartresen. Aus dieser Tristesse bleibt ihm letztlich nur ein Ausweg: das Comeback.

Lakonisch erzählt, minimalistisch gezeichnet und wie immer auf dem schmalen Grat zwischen Melancholie und absurder Komik wandelnd, ist “Lone Racer” nach einer stattlichen Reihe von Sammlungen kĂĽrzerer Episoden und Cartoons bei Reprodukt der erste Mahler in Langform.

Lone Racer, ISBN 978-3-941343-14-0, 96 Seiten, zweifarbig, 18,5 x 14,5 cm, Klappenbroschur, 14 EUR, erscheint im Februar

“Mach’s gut, Chunky Rice” von Craig Thompson

Wie unendlich schwer ein Abschied sein kann, wenn der liebste Freund abreist! Als Chunky Rice zu den Kahootney-Inseln aufbricht, bleibt Dandele untröstlich zurück. Chunky Rice ist eine Schildkröte. Er trägt nun einmal sein Haus auf dem Rücken und so hält ihn auch die tiefe Zuneigung zur Maus Dandele nicht davon ab, seinem Fernweh zu folgen. Er begibt sich auf eine abenteuerliche und gefährliche Seereise. Ob er je zurückkehren wird, ist ungewiss.

In der anrührenden Geschichte um Chunky Rice und seine Freunde lotet Craig Thompson zahlreiche Formen des Trennungsschmerzes und der Einsamkeit aus. Zugleich ist sie ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, seinen eigenen Weg zu gehen.

Mach’s gut, Chunky Rice, ISBN 978-3-941343-07-2, 128 Seiten, schwarzweiss, 20,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 16 EUR, erscheint im Februar

“Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle

Bereits 2005 begleitete Guy Delisle seine Frau, die für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Birma. Zwei Jahre später folgt ein einjähriger Aufenthalt der inzwischen vierköpfigen Familie in Israel. Zwischen Haushalt, Kinderpflege und dem Versuch, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, erkundet der Zeichner Jerusalem und kommt ganz allmählich hinter die Geheimnisse der Heiligen Stadt.

In gewohnt lakonisch-humorvoller Manier beobachtet Guy Delisle den Alltag in Jerusalem und zeichnet so ein sehr persönliches Bild eines Landes, das wie kein zweites von jahrzehntelangen blutigen Konflikten geprägt ist.

Aufzeichnungen aus Jerusalem, ISBN 978-3-941343-04-1, 336 Seiten, farbig, 24,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im März

“Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens” von JosĂ© Muñoz & Carlos Sampayo

Am 24. Juni 1935 verliert die Musik bei einem Flugzeugunglück einen ihrer ersten Weltstars: Carlos Gardel, die wichtigste Persönlichkeit des Tango, die Stimme Argentiniens, ein Mythos bereits zu Lebzeiten.

Seine Landsleute Carlos Sampayo und JosĂ© Muñoz (“Alack Sinner”) haben dem groĂźen Tangosänger und –komponisten nun einen Comic von unvergleichlicher Eleganz gewidmet, der die steifen Pfade der biografischen Comics weit hinter sich lässt. Atmosphärisch dicht, sinnlich, voller Leben und Musik, so zeigen sie den Aufstieg des geheimnisumwitterten Carlos Gardel in Buenos Aires und liefern darĂĽber hinaus ein eindrucksvolles Sittengemälde Argentiniens im frĂĽhen 20. Jahrhundert.

Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens, ISBN 978-3-941343-08-9, 124 Seiten, schwarzweiss, 29,5 x 22 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im März

“Paradies” von Ville Ranta

Es ist schwer, dem Herrn alles recht zu machen. Kaum haben Adam und Eva ihr Schicksal als göttlichen Plan akzeptiert, empört dieser sich über ihr Verhalten. Dabei hatten sie sich, umgeben von Engelstrompeten und Cherubim, doch nur dem Reiz der körperlichen Liebe hingegeben. Kurzerhand zerstört Gott den Garten Eden und jagt die vermeintlich missratenen Geschöpfe zum Teufel.

Wieso hat der liebe Gott uns mit Neugier geschlagen, wenn er nicht will, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen? Auf diese grundsätzliche Frage weiĂź auch Ville Ranta keine Antwort – aber sein “Paradies” ist dennoch tröstlich in seiner Heiterkeit und Farbenpracht.

Paradies, ISBN 978-3-941343-16-4, 72 Seiten, farbig, 24 x 17 cm, Klappenbroschur, 16 EUR, erscheint im März

“Portugal” von Cyril Pedrosa

Der Comiczeichner Simon Muchat steckt in einer Schaffenskrise. Ihm ist jede Inspiration abhanden gekommen, und langsam aber sicher treibt er seine Freundin Claire mit seiner Lethargie zur Verzweiflung – bis eines Tages eine Einladung ins Haus flattert: eine Cousine in Portugal heiratet. Das Land seiner Vorfahren, das er seit Kindertagen nicht mehr besucht hat, rührt ihn eigentümlich an, hier entdeckt er einen Lebensstil, der ihn fasziniert, und findet die Quelle neuer Lebenslust.

In warmen Aquarellfarben und mit impulsivem Strich zeichnet Cyril Pedrosa (“Drei Schatten”) die Geschichte einer Selbstfindung durch die Wiederentdeckung der Kindheit.

Portugal, ISBN 978-3-941343-05-8, 264 Seiten, farbig, 30 x 23 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, 39 EUR, erscheint im April

“S.” von Gipi

Mit Gipi begrüßt Reprodukt einen der spannendsten Erzähler des modernen italienischen Comics im Programm, dessen psychologisch dichte Bücher auch im deutschen Sprachraum für Furore gesorgt haben.

Gleichwohl Gipis Geschichten stets eng mit eigenen Lebenserfahrungen verknĂĽpft sind, stellt S seine bis dato wohl persönlichste Arbeit dar. In flĂĽchtigen, flirrenden Bildern erzählt Gipi hier von seinem Vater; von dessen Jugend im Zweiten Weltkrieg, den einschneidenden Momenten in ihrer Beziehung, seinem Tod. “S.” ist fragile Liebeserklärung und fesselnde Studie zugleich: Wie rĂĽckt die Erinnerung unsere Vergangenheit von Mensch zu Mensch in ein anderes Licht? Und wo liegt die Wahrheit?

S., ISBN 978-3-941343-11-9, 112 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im April

“3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu

Ein Mann, der eine SMS erhält, ein weiterer, der die Waffe auf ihn richtet, und eine Frau, die erschrocken ihre Puderdose zu Boden fallen lässt: Immer wieder kehrt die Geschichte zu dieser wie eingefrorenen Szene zurück. Dahinter jedoch verbirgt sich ein Drama viel größeren Ausmaßes, das diese Wohnung weit hinter sich lässt…

Marc-Antoine Mathieu verblĂĽfft einmal mehr: Er erzählt seinen Thriller in einem einzigen langen Zoom, wobei Reflexionen auf Spiegeln, Fenstern oder Metall den Blick des Betrachters in immer neue Richtungen und auf immer neue Details lenken und so in der Echtzeit von “Drei Sekunden” die entscheidenden Indizien eines Komplotts enthĂĽllen. Es ist am Leser, dieses schwindelerregende Puzzle zusammenzusetzen.

3 Sekunden, ISBN 978-3-941343-06-5, 80 Seiten, schwarzweiss, 24 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im April

“Blast” 1 von Manu Larcenet

Ein Mann steht unter Mordverdacht: Unförmig und abgerissen ist er, dieser Polza Manzini, der im Polizeiverhör freimĂĽtig seine Geschichte erzählt. Eine Geschichte der Verwahrlosung. Jahrelang ist er ĂĽber Land gezogen, nachdem er sein bĂĽrgerliches Leben ĂĽber Bord geworfen hatte, um das zu suchen, was er den “Blast” nennt – einen Moment der Erleuchtung, der ihn in Grenzregionen des Verstandes fĂĽhrt. Die Sehnsucht nach dem nächsten “Blast” scheint Polza zu allem zu befähigen… Auch dazu, einen Menschen zu töten?

“Blast” ist eine EtĂĽde in Grau, von Manu Larcenet meisterhaft in Tusche ausgefĂĽhrt und voller Allegorien, die in die AbgrĂĽnde seiner Figuren fĂĽhren.

Blast 1, ISBN 978-3-941343-12-6, 208 Seiten, Hardcover, schwarzweiss & farbig, 27 x 20,5 cm, 29 EUR, erscheint im Mai 2012

“Brigitte und der Perlenhort” von Aisha Franz

Brigitte ist Geheimagentin… aber auch ein Hund. Auf der Jagd nach der “Margarita”, der jungfräulichen Auster, der die Fähigkeit der endlosen Perlenproduktion innewohnt, begibt sie sich in manch brenzlige Situation. Als abgebrĂĽhter Profi kann sie sich dabei stets auf ihren weiblichen Charme verlassen – doch auch vor körperlicher Gewalt schreckt sie nicht zurĂĽck. Ihr stiller Kummer angesichts eines unerfĂĽllten Kinderwunschs lässt sich allerdings von beidem wenig beeindrucken…

Aisha Franz, die mit “Alien” eines der meistbeachteten deutschen Comic-DebĂĽts der vergangenen Jahre vorgelegt hat, erweist sich auch im Spiel mit Genre-Klischees als aufregende Erzählerin.

Brigitte und der Perlenhort, ISBN 978-3-941343-13-3, 192 Seiten, Klappenbroschur, schwarzweiss, 16 x 21 cm, 16 EUR, erscheint im Mai

“Die Kolonie” von Charles Burns

Doug gerät immer tiefer in den Sog seiner bizarren Albträume. Oder ist die Kolonie der Echsenwesen mit ihren Bruthöhlen womöglich doch ein realer Ort? Keine der Welten, in denen er sich nun bewegt, bietet ihm auch nur die geringste Sicherheit. Und als sei das nicht verstörend genug, plagen Doug die Erinnerungen an seinen Vater. Keine schönen Erinnerungen…

Wie schon im Vorgänger “X” lässt Charles Burns’ zeichnerische Präzision seine halluzinatorische Visionen ungeheuer real erscheinen. Mit dem Protagonisten finden wir uns dem schnellen Wechsel der Parallelwelten ausgesetzt, deren Faszination man sich gar nicht entziehen möchte.

Die Kolonie, ISBN 978-3-941343-18-8, 56 Seiten, Hardcover, farbig, 29,5 x 18 cm, 18 EUR, erscheint im Juni

“Rosalie Blum” von Camille Jourdy

Wer ist nur diese Rosalie Blum? Diese Frage treibt Vincent, den schüchternen Friseur und Modellbauer, seit Tagen um. So beginnt er, der geheimnisvollen Unbekannten unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus zu folgen. Währenddessen bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter ständiger Beobachtung steht.

Die junge französische Autorin Camille Jourdy überzeugt in ihrem charmanten und clever konstruierten Buch vor allem durch ihre schrulligen Figuren, deren Leben durch die von Vincent in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen gerät. Ihre stimmigen Aquarellbilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.

Rosalie Blum, ISBN 978-3-941343-09-6, 364 Seiten, Klappenbroschur, farbig, 23,5 x 16,5 cm, 29 EUR, erscheint im Juni