Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Chagall in Russland’

Graphic Novels in den Medien – 7. August 2013

Mittwoch, den 7. August 2013

Ein iranischer Albtraum ist ein in jedem Sinne toller Trip durch die Hölle der Haft und das Labyrinth des grotesken politischen Verfahrens.” schreibt Alexandra Kedves im ZĂŒrcher Tagesanzeiger ĂŒber Mana Neyestanis Buch, das in der Edition Moderne erschienen ist: “Im Knast wegen einer dummen Kakerlake”.

Ralph Trommer zeigt sich von Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag) sehr angetan, da Fior darin “beweist, dass Science-Fiction auch jenseits von Klischees funktionieren kann.”. Der Artikel “Science Fiction, die schwebt” erschien in der tageszeitung.

Derselbe Autor stellt auf tagesspiegel.de “Reprobus” von Markus FĂ€rber vor (Rotopolpress) und findet nur lobende Worte: “Ein unheimlicher Heiliger”.

Im Reiseteil des Tagesspiegels erschien eine Reportage Erik Wenks zu den Handlungsorten des Buches “Alois Nebel” von Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (Voland & Quist): “Der Held sitzt immer am Tresen”.

Unter der Überschrift “Das Jahr der Comic-Kunst: Gut gemerzt!” stellte Christoph Huber in der Presse eine Reihe aktueller Titel vor, die sich von unterschiedlicher Seite dem Thema “Kunst & Comics” nĂ€hern: mehr oder weniger freie KĂŒnstlerbiografien wie Lars Fiskes “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz!”, Steffen Kvernelands “Munch”, “Chagall in Russland” von Joann Sfar (alle avant-verlag) und “Pablo” von Julie Birmant und ClĂ©ment Oubrerie, sowie Brecht Evens’ “Die Amateure” (beide Reprodukt), der die BeschĂ€ftigung mit Kunst in eine fiktionale Geschichte einbettet.

Im Standard stellte Martin Reiterer drei BĂ€nde vor, die sich mit gesellschaftlichen Problemen wie der FlĂŒchtlingspolitik auseinandersetzen: Joe Saccos “Reportagen” (Edition Moderne), Paula Bullings “Im Land der FrĂŒhaufsteher” (avant-verlag), sowie “Kafka fĂŒr Afrikaner. Sofie und der schwarze Mann” von Judith Vanistendael (Reprodukt): “Wie kann ich ein normal Mensch sein?”.

Im “Literaturforum” des Nordwest-Radios gab es ebenfalls eine themenbezogene Übersicht, hier geht es um “Graphic Novels aus der arabischen Welt und aus Israel”. Fazit hier: “Eine alternative, nicht gerade systemkonforme Form von Literatur. Höchst fantasievoll bietet sie Innenansichten aus einer fremden Welt”. Vorgestellt werden “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” von Sarah Glidden (Panini), “Metro” von Magdy El-Shafee, “Die Mauer” vom Maximilien Le Roy (beide Edition Moderne), “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle (Reprodukt), “Die besten Feinde” von Jean-Pierre Filiu und David B., “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached sowie dem Sammelband “Cargo” (alle avant-verlag).

Graphic Novels in den Medien – 8. MĂ€rz 2013

Freitag, den 8. MĂ€rz 2013

Der Hamburger Lokalsender Tide TV stellte vorgestern in einem lĂ€ngeren Beitrag die Hamburger Comicszene vor. Zu Wort kommen Carlsen-Redakteur Ralf Keiser sowie die Comic-AutorInnen Maria Luisa Witte und Larissa Bertonasco (“Spring”) sowie Arne Bellstorf (“BabyÂŽs in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”, Reprodukt).

FĂŒr Waldemar Kesler ist Joann Sfars “Chagall in Russland” (avant-verlag) ein “herausragender Comic”, wie er in der Welt schreibt: “Plötzlich ist Jesus ein GrĂŒner”. “Das Chagall-PortrĂ€t von Joann Sfar ist ein großer Wurf. Sfar betrachtet dessen Malerei durch die Brille seiner eigenen Wahrnehmung der jĂŒdischen Kultur.”

In der Frankfurter Rundschau befasste sich Christian SchlĂŒter ausfĂŒhrlich mit Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit): “Der Libido-Kick von ’68″. Sein Urteil ist eindeutig, der Band sei “in seiner eigenwilligen und, gemessen an dem zur Zeit vorherrschenden Graphic-Novel-Ernst, grotesk-komischen, bisweilen dilettantischen und durchweg eklektischen Machart schlichtweg großartig.”

“Krach! Bumm! Alltag! Deutschsprachige Comics und die Kunst der Reportage”. Das auf Deutschlandradio Kultur ausgestrahlte Radiofeature , das sich mit aktuellen Trends im Bereich der Graphic Novel auseinandersetzt, lĂ€sst sich leider nicht nachhören – dafĂŒr liegt das Manuskript in zwei Dateiformaten zum Nachlesen vor. Zu Wort kommen darin die AutorInnen Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”), Paula Bulling (“Im Land der FrĂŒhaufsteher”), Verleger Johann Ulrich (alle avant-verlag), David Schraven (“Kriegszeiten”) und der Ladeninhaber Torsten Alisch vom Groben Unfug in Berlin. Redakteurin des Beitrags war Anette Selg.

Update: Das Feature kann nun hier nachgehört werden.

Selg stellte im Radiofeuilleton des Deutschlandfunks auch “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached vor: “Illustrierte VergangenheitsbewĂ€ltigung”. Die Autorin kommt ausfĂŒhrlich zu Wort.

Auf tagesspiegel.de stellt Marc Röhling zwei Veröffentlichungen des amerikanischen Comic-Journalisten Joe Sacco vor, von der eine (“Reportagen”, Edition Moderne) in KĂŒrze auf deutsch erscheinen wird: “Sacco und wie er die Welt sieht”.

FĂŒr den in den vergangenen Tagen verstorbenen Comic-Autoren Didier ComĂšs schreibt Ralph Trommler auf tagesspiegel.de einen Nachruf: “Ein Pionier der Graphic Novel”.

Graphic Novels in den Medien – 29. Januar 2013

Dienstag, den 29. Januar 2013

Jonathan Schreiner schreibt in der JĂŒdischen Allgemeinen ĂŒber die beiden zuletzt von Joann Sfar erschienenen BĂ€nde “Chagall in Russland” und “Klezmer 4: TrapezschwĂŒnge” (beide avant-verlag): “Schwerelos in Jiddischland”. Sein Urteil fĂ€llt eindeutig aus: “Beide zĂ€hlen in zeichnerischer Hinsicht zum Aufregendsten, was Sfar bislang produziert hat.”

Auf dem Blog popkulturschock.de zeigt sich die Rezensentin DesirĂ©e Löffler in ihrer Besprechung von Camille Jourdys “Rosalie Blum” (Reprodukt) sehr angetan, sowohl was die Geschichte wie auch ihre Umsetzung angeht. Dabei bemerkt sie auch: “Es ist mir schleierhaft, warum Rosalie Blum in den Feuilletons untergegangen ist.”

Darauf hat die SĂŒddeutsche Zeitung postwendend reagiert und in der gestrigen Ausgabe eine Buchvorstellung des Bandes von Anja Perkuhn veröffentlicht. Auch hier werden die vielschichtigen Charaktere in den Vordergrund gestellt und ihre Suche nach Halt und ErfĂŒllung: “Äußerst unterhaltsames Stalking”.

Graphic Novels in den Medien – 8. Januar 2013

Dienstag, den 8. Januar 2013

AnlĂ€sslich der Veröffentlichung der letzten BĂ€nde von Joann Sfar – “Chagall in Russland” sowie “Klezmer, Band 4: TrapezschwĂŒnge” (beide avant-verlag) – widmet der freitag dem französischen Autoren ein Portrait, das vor allem seine Darstellung jĂŒdischen Lebens in den Mittelpunkt stellt: “Rettung im Comic”. Jonas Engelmann stellt dabei heraus, dass Sfar dabei einen Aspekt in den Mittelpunkt stellt: “die Errettung der vom deutschen Nationalsozialismus zerstörten europĂ€isch-jĂŒdischen Lebenswelt durch ihre ÜberfĂŒhrung in den Comic”.

Gleich zwei Graphic Novels wurden gestern im Deutschlandradio besprochen: In “Philosophierende Vögel” stellt Frank Meyer Anders Nilsens “Große Fragen” (Atrium) vor. Dem Rezensenten gefallen nicht nur die Zeichnungen: Dass Anders Nilsen seine meditative Fabel ĂŒber die “Großen Fragen” auch mit einer Aura aus Ironie, Witz und AbsurditĂ€t ausgestattet hat, das spricht zusĂ€tzlich fĂŒr dieses Buch. (Direkt zum Audiobeitrag geht es hier.) Die Buchempfehlung fĂŒr den Monat Januar ist “Quai d’Orsay” von Abel Lanzac und Christophe Blain (Reprodukt). Den Band besprach Dirk Fuhrig: “Christophe Blain zeichnet mit solcher PrĂ€zision und einem derart feinen GespĂŒr fĂŒr komische Situationen, dass ein gestochen scharfes Bild der Politikerkaste im Allgemeinen entsteht: Eitelkeiten, Etikette, Hierarchie und so manche SelbstĂŒberschĂ€tzung.”: “Pointenreiche Bilder ĂŒber die SchwĂ€chen der Politik”. (Audiobeitrag hier)

“WAMM macht die TĂŒr” ist Brigitte Helblings Beitrag auf culturmag.de betitelt, der sich ebenfalls mit “Quai d’Orsay” beschĂ€ftigt und indem die Autorin beschreibt, den Band unterschĂ€tzt zu haben: “Interessant, unterhaltsam, komisch, berĂŒhrend – man kommt mit den Adjektiven gar nicht hinterher, wenn man diesen Comic beschreiben will.”

“Aufrichtig und ganz und gar großartig” findet Mario Osterland “Die Kunst zu fliegen von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag), wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “Ein BlutsbĂŒndnis”. Dementsprechend wĂŒnscht er dem Band eine möglichst große Leserschaft ĂŒber die iberische Halbinsel hinaus.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Montag, den 17. Dezember 2012

Gleich vier neue Titel des avant-verlags werden in den nÀchsten Tagen an den Handel ausgeliefert.

“Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle” von Joe Daly

Im sonnengegerbten Kapstadt an der südafrikanischen Küste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und Affenfüssen gestraft hat, und seinen gammeligen Lebenskünstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hĂ€lt, und dann fĂ€ngt die Story erst richtig an…

Im bester „Big Lebowski“- Manier lĂ€sst Comic-Künstler und Humorist Daly sein BohĂšme-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die südafrikanische Hauptstadt los und erzĂ€hlt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen HergĂ©, Freak Brothers und „Magnum“ ein neues Genre eröffnen.

„Ein großer Spaß, der stets etwas mehr bietet, als man auf den ersten Blick vermuten würde, aber sich auch nicht zu schade ist, bisweilen einfach nur auf den Putz zu hauen.“ – Jeffrey Brown

Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, farbig, Softcover, EUR (D) 19,95

“Die falschen Gesichter” von David B. & HervĂ© Tanquerelle

Ein Februartag 1975 in Paris. WĂ€hrend eines Banküberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lĂ€sst und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern muss her – und die Lösung scheint so einfach: WĂ€hrend all die anderen BankrĂ€uber auf der Welt noch mit Damenstrümpfen über dem Gesicht in die Banken marschieren, fĂ€ngt die „Bande der falschen Gesichter“ an, sich mit Perücken, falschen BĂ€rten und Make-Up zu verkleiden und tĂ€uscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei. WĂ€hrend ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die „falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.

Inspiriert von wahren FÀllen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die AtmosphÀre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.

Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95

“Klezmer 4 – TrapezschwĂŒnge” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengeführt. Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch „Baron“ genannt, der mit seiner jüdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben
davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel Glück – auch ein wenig Bares wartet.  So entstand eine gelungene Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.

„So lebendig wie hier ist die jüdische Musik nur selten.“ – B5 Kulturnachrichten

„ â€șYam Bam Bom Bam Yom Schilibilibiliyomâ€č. So hat man Klezmer noch nie gehört und gesehen!“ – Jüdische Zeitung

Klezmer 4 – TrapezschwĂŒnge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, farbig, Softcover, EUR (D) 19,95

“Chagall in Russland” von Joann Sfar

Wer nach „Pascin“ eine weitere Künstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jüdischen Jüngling in Sfars bunt wuchernder ErzĂ€hlung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, vertrĂ€umter russischer Maler, dem nichts ferner lĂ€ge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das MĂ€dchen seiner TrĂ€ume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der TagtrĂ€umer seiner Tochter denn schon zu bieten? Soll Chagall für die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weiß auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verĂ€ndern wird.

In der Tradition seiner Serien „Klezmer“ und „Die Katze des Rabbiners“ entführt Sfar seine Leser einmal mehr in die jüdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, farbig, Softcover, EUR (D) 19,95

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Sonntag, den 27. Mai 2012

Von Juni bis Dezember 2012 erscheinen vierzehn neue Comics im Berliner avant-verlag. Das neue Programm startet im Juni mit sechs Neuheiten, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen werden. Von den französischen KĂŒnstlern David B. und Golo werden Titel vorgelegt, daneben erscheinen zwei Comics von jungen deutschen Zeichnerinnen: “Im Land der FrĂŒhaufsteher” von Paula Bulling und “HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck sowie mit “Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” ein neuer Titel des Duos Susanne Buddenberg und Thomas Henseler (“Grenzfall”) und “Noise”, so der Titel der neuen Anthologie von Tonto.

Susanne Buddenberg & Thomas Henseler, Paula Bulling, Sophia Martineck, Golo und David B. werden auf dem Comic-Salon zugegen sein, um ihre neuen Comics zu signieren.

“Die besten Feinde – Erster Teil 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiu & David B.

Der französische Historiker und Islamwissenschaftler Jean-Pierre Filiu erzĂ€hlt die Geschichte der amerikanischen Beziehungen zum Nahen Osten, und zwar von 1783, als die gerade entstandene amerikanische Nation gegen muslimische Piraten im Mittelmeer aktiv wurde, bis 1953, als die CIA den iranischen Premierminister Mossadegh stĂŒrzte und den Schah wieder an die Macht brachte. Immer wieder lassen sich erschreckende Parallelen zwischen der historischen und der aktuellen Politik ziehen… In einzelnen Episoden werden die wichtigsten Stationen beleuchtet und David B.s beeindruckende Bilder bieten die ideale ErgĂ€nzung zu diesem Geschichtscomic.

Jean Pierre Filiu ist ein französischer Kulturwissenschaftler und einer der angesehendsten Experten des Landes fĂŒr den modernen Islam. Sein Forschungsschwerpunkt sind die unterschiedlichen globalen Jihad-Bewegungen, vor allem die Al Qaida. Er unterrichtet am Institut d’Ètudes Politiques in Paris.

David B. ist GrĂŒndungsmitglied des renommierten Verlags L’Association und einer der virilsten Vertreter der neuen französischen Comiclandschaft.

Die besten Feinde, ISBN 978-3-939080-63-3, 120 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Chronik einer verschwundenen Stadt” von Golo & Dibou

Unweit von Luxor, einem der touristischen Hochzentren Ägyptens, liegt die kleine Stadt Qurna. Noch. Denn Qurna und seine Bewohner mĂŒssen den touristischen Strömen Luxors weichen. Die französischen ZeichnerInnen Golo und Dibou, die seit 10 Jahren in Qurna leben, dokumentieren in ihrer ambitionierten Comic-Arbeit die unausweichliche Zerstörung von Qurma, aber weitmehr die Kultur und das Wesen der Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben und nun von der Ă€gyptischen Regierung umgesiedelt werden. Mit Witz und Hingabe an ihre Nachbarn und all die Menschen, mit denen sie ihr Leben teilen, erzĂ€hlen Golo und Dibou von der Ohnmacht des Einzelnen gegenĂŒber der ökonomischen und bĂŒrokratischen Logik des Staates und von der Faszination und ihrer Liebe zu Ägypten und seinen Bewohnern.

Golo ist der KĂŒnstlername des 1948 geborenen französischen Zeichners Guy Nadaud. Seit Anfang der 70er veröffentlicht Golo bei verschiedenen Verlagen und Magazinen Comicgeschichten und Graphic Novels. Vor ca. zehn Jahren ist er nach Ägypten ausgewandert, wo er u.a. fĂŒr die “Kairo Times” arbeitet.

Chronik einer verschwundenen Stadt, ISBN 978-3-939080-59-6, 120 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 24,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Im Land der FrĂŒhausteher” von Paula Bulling

“Die Unterbringungen von FlĂŒchtlingen soll ihre Bereitschaft zur RĂŒckkehr in das Heimatland fördern“, steht es in der Bayerischen AsyldurchfĂŒhrungsverordnung. In anderen BundeslĂ€ndern braucht es diese zynische Amtsvorgabe gar nicht, wenn es um den Umgang mit Asylbewerberngeht. Vor allem Sachsen-Anhalt, das so genannte “Land der FrĂŒhaufsteher“, steht in dem Ruf, in FlĂŒchtlingsfragen die restriktivsten und unflexibelsten Auslegungen der Gesetzlage durchzusetzen.

Paula Bulling hat im Laufe mehrerer Jahre die FlĂŒchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen GesprĂ€chen und Begegnungen mit Asylbewerbern in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert. In sieben Kapiteln erzĂ€hlt sie vom Leben in Asylbewerberheimen, alltĂ€glichem Rassismus, dem Tod eines FlĂŒchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzĂ€hlerischen Haltung als weiße KĂŒnstlerin. “Im Land der FrĂŒhausteher“ entstand in naher kĂŒnstlerischer Zusammenarbeit mit den portrĂ€tierten Menschen, ihre Stimmen und ihr Wesen sind ebenso Teil von Puala Bullings mutiger Comic-Collage wie die Darstellung der politischen Situation in Sachsen-Anhalt, die als symptomatisch fĂŒr die neuen und den grĂ¶ĂŸten Teil der alten BundeslĂ€nder gelten kann.

Paula Bulling, 1986 in Berlin geboren, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (Halle) Illustration studiert. “Im Land der FrĂŒhaufsteher” ist ihr Comic-DebĂŒt.

Im Land der FrĂŒhaufsteher, ISBN 978-3-939080-68-8, 120 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck

Niederböhna ist ein typisch deutsches Dorf im 21. Jahrhundert. Es liegt zwischen HĂŒgeln, Seen und Feldern. Nur noch wenige Einwohner arbeiten heute in der Landwirtschaft, die meisten fahren zur Arbeit in die Stadt. Die Bevölkerungszahl sinkt, denn nur wenige Jugendliche wollen in Niederböhna bleiben. Niederböhna könnte auch Neuschwammelsburg, Obereichenberg oder Kleinmittelsbach heißen. Niederböhna gibt es nicht, denn es wurde fĂŒr dieses Buch erfunden. Auch die Personen und Namen sind fiktiv. Nur die Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten. Alle in diesem Buch geschilderten Ereignisse sind in deutschen Lokalzeitungen nachzulesen oder sie wurden mĂŒndlich ĂŒberliefert. Jedes deutsche Dorf könnte Niederböhna sein.

Sophia Martineck, Jahrgang 1981, studierte in Berlin, Liverpool und New York Visuelle Kommunikation. Ihre Arbeiten wurden unter anderem mit dem Hans-Meid-Förderpreis und dem Art Directors Club Young Guns Award ausgezeichnet.

HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei, ISBN 978-3-939080-62-6, 52 Seiten, vierfarbig, Klappenbroschur, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Noise” von Tonto (Hrsg.)

Anhand Arbeiten von Gmeindl, HĂ€ussle, Kaplan, Jordan, Strobl aus dem Tonto-Kernteam und BeitrĂ€gen von GĂ€sten wie Pakito Bolino (FR), Dice Industries (DE), Bill Griffith (USA), Kai Pfeiffer (DE), Marko Turunen (FI), Aleksandar Zograf (SRB), Igor Hofbauer (HR) und Nicolas Mahler (AT) entwickelt Helmut Kaplan auf 80 Seiten ein dichtes Bezugssystem zum Thema “Noise“ – das Ergebnis ist eine der schönsten aktuellen Anthologien fĂŒr Comics als kĂŒnstlerische und persönliche Ausdrucksform abseits jeglicher kommerzieller Intentionen. Ein Fest fĂŒr Augenmenschen und Aufgeschlossene!

Tonto: Aus dem Duo Strobl & Kaplan bildete sich vor 10 Jahren und 12 Ausgaben der “Tonto”-Anthologien eine Gruppe, die mittlerweile Teil eines ĂŒber Europa verstreuten Netzwerkes ist, das das Comic-Medium als ihre primĂ€re FlĂ€che der Auseinandersetzung gewĂ€hlt haben: “Tonto Comics”. “Tontos” Randlage (Graz) im deutschsprachigen Raum bedeutet gleichzeitig eine NĂ€he zu Europa – Berlin ist gleich fern wie Belgrad. So entstehen beispielsweise Kollaborationen mit Komikaze (HR), Le Dernier Cri (FR), “Electrocomics” (DE), Canicola (IT), “Stripburger” (SLO), “Turbo-Comix” (FR/RS), “Kush!” (LT), “Kuti” und “Glömp” (FI).

Noise, ISBN 978-3-939080-60-2, 80 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” von Susanne Buddenberg & Thomas Henseler

28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, riss Freunde und Familien auseinander. Die beiden Comic-Autoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler haben Zeitzeugen befragt und deren Erlebnisse aufgezeichnet. FĂŒnf wahre Geschichten erzĂ€hlen von einer Zeit, die noch nicht lange zurĂŒckliegt, aber heute kaum noch vorstellbar ist: Eine junge Frau versucht, mit einem falschen Ausweis die DDR zu verlassen. Ein Flüchtling wird an der Grenze erschossen, ohne dass RettungskrĂ€fte ihm helfen können. Eine ganze Familie versteckt sich in einem DDR-RegierungsgebĂ€ude in MauernĂ€he und hofft, von hier aus in den Westen zu entkommen. Ein junger Mann fotografiert heimlich die Grenzanlagen und gerĂ€t in die FĂ€nge der Staatssicherheit. Ein Ost-Berliner SchĂŒler erkundet nachts West-Berlin und feiert die Party seines Lebens. “Berlin – Geteilte Stadt“ fĂŒhrt auch an die Original-SchauplĂ€tze der Geschichten: Am Bahnhof Friedrichstraße, in der Bernauer Straße, in der Wilhelmstraße, am Brandenburger Tor und am ehemaligen GrenzĂŒbergang Bornholmer Straße kann man sich auf die Spuren der dramatischen Ereignisse begeben.

Susanne Buddenberg und Thomas Henseler studierten Design an der Fachhochschule Aachen und Film an der Hochschule fĂŒr Film- und Fernsehen “Konrad Wolf” in Potsdam-Babelsberg. Nach dem Studium grĂŒndeten sie die Zoom und Tinte Buddenberg und Henseler GbR, die sich auf Film und Illustration spezialisiert hat. Gemeinsam arbeiten sie in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Auftraggeber sind Filmproduktionen, Fernsehsender, Werbe- und Eventagenturen. 2011 erschien ihre erste Graphic Novel “Grenzfall”.

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten”, ISBN 978-3-939080-70-1, 96 Seiten, s/w, Softcover, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba & Kim

Das preisgekrönte Graphic-Novel-Meisterwerk aus Spanien! 2001 beging der Vater von Antonio Altarriba Selbstmord und zog damit einen Schlussstrich unter ein Leben, das er als ziellos und vergeblich empfand. Wie viele andere seiner Generation hatte sein Vater alles daran gesetzt, aus den TrĂŒmmern der Weltkriege eine gerechte Welt zu bauen und dem Unrecht zu entfliehen. Aber die Geschichte hat es schon immer verstanden, TrĂ€umern die FlĂŒgel zu stutzen…

Durch die Augen seines Vaters lĂ€sst uns Altarriba das spanische Jahrhundert durchleben: das Leid, das der BĂŒrgerkrieg und spĂ€ter die Deutschen ĂŒber das Land gebracht haben, Exil, Widerstand und das Leben in den Lagern, die Franco-Diktatur und ihr Ende, der wirtschaftliche Aufschwung und das AufblĂŒhen der Demokratie. Altarriba erzĂ€hlt eine unwahrscheinlich persönliche und zugleich universelle Geschichte ĂŒbers das Erinnern in einem Land, das wie kein zweites versucht, zu vergessen und zu verdrĂ€ngen. PrĂ€miert mit dem nationalen Comic-Preis des spanischen Kultusministeriums und dem Hauptpreis des Comicfestivals Barcelona.

Antonio Altarriba ist ein kĂŒnstlerischer Eckpfeiler der spanischen Comic- und Literaturgemeinde. Der baskische Schriftsteller und Literaturprofessor veröffentlicht seit den frĂŒhen Achtzigern Romane, Anthologien, Comics, Essays und Kritiken und wurde unter anderem mit dem Großen Baskischen Literaturpreis fĂŒr seinen Roman “La Memoria de la Nieve” ausgezeichnet.

Die Kunst zu fliegen, ISBN 978-3-939080-69-5, 208 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 24,95 Euro, erscheint im September 2012

Atar Gull“Atar Gull” von Fabien Nury & BrĂŒno

1830, Benin. Atar Gull ist der Sohn des Königs des Stammes der Kleinen Namaquas. Diese liegen in einem nicht endenden Krieg mit ihren Erzfeinden vom Stamm der Großen Namaquas. Durch eine Intrige gerĂ€t er in die HĂ€nde des grausamen Piraten und SklavenhĂ€ndlers KapitĂ€n Brulart. Nach einer schrecklichen Überfahrt, bei der nur 17 der 100 eingeschifften Gefangenen ĂŒberleben, wird er an den jamaikanischen Farmer Tom Will verkauft. Durch seine unterwĂŒrfige Haltung steigt er in der Hierarchie der Plantagenarbeiter auf, doch sein wahres Ziel ist die Rache an seinen Peinigern. Niemand erkennt den Schwelbrand, der letztlich dazu fĂŒhren wird, dass sich die Rollen vertauschen…
Nach dem Roman von EugĂšne Sue aus dem Jahre 1831, zu seiner Zeit ein Skandal, adaptiert Fabien Nury diese Geschichte ohne viele Schnörkel, direkt und unkompliziert. BrĂŒno setzt dies kongenial in flĂ€chigen, warm kolorierten Zeichnungen um.

Fabien Nury ist ein französischer Szenarist und Drehbuchautor. Auf Deutsch liegen von ihm vor: der Vampir-Spionagethriller “Ich bin Legion” bei Cross Cult und die Western-Reihe “W.E.S.T.” bei Piredda.

BrĂŒno hat als Zeichner von Comic-Serien wie “Commando Colonial“, “Biotope“, “Junk“ und “Inner City Blues“ bereits eine große Fangemeinde in Frankreich. “Atar Gull“ ist sein DebĂŒt auf dem deutschen Comicmarkt.

EugĂšne Sue ist heute weitesgehend vergessen, Mitte des 19. Jahrhunderts war er aber einer bekanntesten französischen Romanciers und Republikaner. Vor allem sein Fortsetzungsroman “Die Geheimnisse von Paris”, der in der Tageszeitung “Le Journal des DĂ©bats” erschien, etablierte ihn als eine zentrale Figur der französischen intellektuellen Opposition.

Atar Gull, ISBN 978-3-939080-65-7, 86 Seiten, vierfarbig, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Joe Daly“Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle” von Joe Daly

Im sonnengegerbten Kapstadt an der sĂŒdafrikanischen KĂŒste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und AffenfĂŒĂŸen gestraft hat, und seinen gammeligen LebenskĂŒnstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hĂ€lt, und dann fĂ€ngt die Story erst richtig an… In bester “Big Lebowski”- Manier lĂ€sst Comic-KĂŒnstler und Humorist Daly sein BohĂšme-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die sĂŒdafrikanische Hauptstadt los und erzĂ€hlt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen HergĂ©, Freak Brothers und “Magnum“ ein neues Genre eröffnen.

Joe Daly ist ein sĂŒdafrikanische Zeichner und Humorist. Seine Comics erscheinen u.a. im US-Verlag Fantagraphics.

Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Die falschen Gesichter“Die falschen Gesichter” von David B. & HervĂ© Tanquerelle

Ein Februartag 1975 in Paris. WĂ€hrend eines BankĂŒberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lĂ€sst und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern, muss her – und die Lösung scheint so einfach: WĂ€hrend all die anderen BankrĂ€uber auf der Welt noch mit DamenstrĂŒmpfen ĂŒber dem Gesicht in die Banken marschieren, fĂ€ngt die Bande “der falschen Gesichter“ an, sich mit PerĂŒcken, falschen BĂ€rten und Make-Up zu verkleiden und tĂ€uscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei selbst. WĂ€hrend ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die “falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.

Inspiriert von wahren FÀllen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die AtmosphÀre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.

HervĂ© Tanquerelle ist seit den spĂ€ten 90ern als Comiczeichner aktiv und hat u.a. mit Joann Sfar an der Mystery-Farce “Professor Bell” gearbeitet.

Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Chagall in Russland” von Joann Sfar

Wer nach “Pascin“ eine weitere KĂŒnstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jĂŒdischen JĂŒngling in Sfars bunt wuchernder ErzĂ€hlung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, vertrĂ€umter russischer Maler, dem nichts ferner lĂ€ge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das MĂ€dchen seiner TrĂ€ume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der TagtrĂ€umer seiner Tochter dennschon zu bieten? Soll Chagall fĂŒr die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weißt auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verĂ€ndern wird. In der Tradition seiner Serien “Klezmer“ und “Die Katze des Rabbiners“ entfĂŒhrt Joann Sfar seine Leser wieder in die jĂŒdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Joann Sfar ist wohl einer der renommiertesten und produktivsten Akteure der aktuellen französischen Comic-Szene. Bis dato liegen ĂŒber 100(!) Comic-Arbeiten von ihm in Frankfreich vor. Auf Deutsch sind “Die Katze des Rabiners”, “Pascin” und seine weit verzweigte Fantasy-Reihe “Donjon” erschienen.

Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengefĂŒhrt. Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron“ genannt, der mit seiner jĂŒdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel GlĂŒck – auch ein wenig Bares wartet.

Vierter Teil der gelungenen Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.

Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Vampir” von Joann Sfar

Neben den beliebten “Desmodus”-Comics fĂŒr junge Leser, hat Joann Sfar auch eine Ă€ltere Version seines freundlichen Blutsaugers geschaffen. WĂ€hrend der kleine Desmodus seine NĂ€chte mit Spukgeschichten und Streichen verbringt, sind es die Hormone, die ihn als großen Vampir auf Trab halten, und die Lethargie, die ihn an der Welt verzweifeln lĂ€sst. Joann Sfars “Vampir”-Geschichten sind wunderbare Coming-of-Age-MĂ€rchen, mit einem Slacker-Dracula, der alte Platten sammelt und von einer amourösen Katastrophe in die nĂ€chste stolpert. Mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Hintersinn, Fabulierlust, Humor, Melancholie und Philosophie liest Sfar das Gothik-Genre gegen den Strich

Neben allen Alben der Serie mit dem “Großen Vampir” enthĂ€lt diese ultimative Gesamtausgabe noch zusĂ€tzliche Kurzgeschichten und Skizzen!

Vampir, ISBN 9788-3-939080-74-9, 560 Seiten, vierfarbig, Flexcover, 49,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. GleichgĂŒltig fĂŒhrt er seine Arbeit fĂŒr ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmĂŒde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wĂŒtenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner ZurĂŒckgezogenheit gestört; muss er sich am Ende fĂŒr eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

“Eremit” ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung ĂŒber Zweifel, Tod und Obst.

Marijpol, bĂŒrgerlich Marie Pohl, wurde 1982 in Berlin geboren. Sie hat Visuelle Kommunikation und Illustration an der Hochschule fĂŒr bildende Kunst und an der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012