Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Chris Ware’

Abstimmung zur Hotlist mit “Jimmy Corrigan”

Dienstag, den 9. Juli 2013

141 Verlage haben sich in diesem Jahr mit je einem Titel beworben, um auf die “Hotlist 2013″ der besten BĂŒcher aus unabhĂ€ngigen Verlagen zu kommen. Diese 2009 ins Leben gerufene Aktion will die Arbeit von unabhĂ€ngigen Verlagen fördern und ist “eine Einladung, Entdeckungen zu machen” (FAZ).

Nun wurde eine Vorauswahl von 30 Titeln veröffentlicht. Mit “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt) ist auch ein Comic vertreten. Ab sofort kann abgestimmt werden, welche Titel es dann auf die zehn BĂŒcher umfassende Hotlist schaffen. Daraus werden dann die Titel bestimmt, die einen der zwei mit mehreren Tausend Euro dotierten Preise bekommen.

Über alle Titel und die Details der Preisvergabe informiert die Website der Hotlist 2013, man gelangt hier direkt zur Abstimmung. Der Preis wird auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Graphic Novels in den Medien – 23. Mai 2013

Donnerstag, den 23. Mai 2013

Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente ĂŒberzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.

Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde. Im ergĂ€nzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die HintergrĂŒnde der Arbeit an dem Buch ein.

“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “BerĂŒhrend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.

Susanne Harmsen hĂ€lt es fĂŒr einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe fĂŒr die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.

“BĂŒcher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. BĂŒcher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.

Weniger eine Huldigung als eine AnnĂ€herung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und ClĂ©ment Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.

Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de ĂŒber den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.

An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kĂŒrzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.

Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlĂ€sslich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel ĂŒber Gröpelingen”.

Graphic Novels in den Medien – 13. Mai 2013

Montag, den 13. Mai 2013

Über die Probleme, die der Comicautor Magdy El-Shafee (“Metro”, Edition Moderne) in Ägypten mit der Staatsmacht hatte und weiterhin hat, schreibt Anna Gabai in der Welt: “Er hasste Mubarak, jetzt jagen ihn Mursis Schergen”.

Ebenfalls in der Welt schreibt Waldemar Kesler ĂŒber den vom in Berlin lebenden Franzosen Wandrille Leroy betriebenen Verlag Warum und dessen Veröffentlichungen: “Bilder fĂŒr die neue Stadt”.

JĂŒrgen Schickinger schreibt in der Badischen Zeitung ĂŒber “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt), fĂŒr den Redakteur ein “Jahrhundertwerk”: “Chris Wares “Jimmy Corrigan”: Alt schon als Kind”.

Christoph Huber stellt in der Wiener Presse die “Essex County”-Trilogie von Jeff Lemire vor (Edition 52), die “große Saga eines Milieus und einer lĂ€ndlichen MentalitĂ€t”: “Einsame Eigenbrötler”.

Ulli Lust ermöglicht in ihrer “Flughunde”-Adaption nach der Vorlage von Marcel Beyer (Suhrkamp) “einen beklemmenden Eindruck von der BanalitĂ€t, aber auch der LĂ€cherlichkeit des Bösen”, wie Katja LĂŒthge in der tageszeitung schreibt: “Die Fratzen der Goebbelstöchter”.

AnlĂ€sslich der Solothurner Literaturtage und der Ausstellung im Kulturhaus S11 schreibt Eva Buhrfeind in der Solothurner Zeitung: “Grafic Novels: eine Kunst zwischen Bild und Wort”.

Tabea Grzeszyk stellte im “Radiofeuilleton” des Deutschlandfunks “Das große Durcheinander – Alzheimer, meine Mutter und ich” von Sarah Leavitt (Beltz) vor und meint: “Ihre kindlich wirkenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind erschĂŒtternd realistisch und voll emotionaler Wucht.”: “Ein Mensch zerfĂ€llt, sein Kind schaut zu”.

“Eine grandiose ErzĂ€hlung, die alle Rahmen sprengt” ist Mana Neyestanis „Ein iranischer Albtraum“, das schreibt Thomas Hummitzsch auf tagesspiegel.de: “Dreistes Ungeziefer”. Selbiger Autor stellt einer frĂŒheren lobenden Besprechung von Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit) harte Kritik entgegen: “Was avantgardistisch sein will, ist am Ende nur StĂŒckwerk, das nicht zusammengeht.”: “PrĂŒgeln und vögeln”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Erik Wenk “Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason vor, zu dem er feststellt: “Allein die grafische Eleganz der anthropomorphen Tierfiguren ist ein Genuss”.

Zwei Videos ĂŒber Graphic Novels

Donnerstag, den 25. April 2013

Wie bereits gemeldet, stellte Literaturkritiker Denis Scheck kĂŒrzlich “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgte Junge der Welt” in der Sendung “Literatur im Foyer” des SWR vor. Besonders die Reaktion der offenbar nicht comic-affinen Thea Dorn sorgten im Anschluss fĂŒr einige Reaktionen (u.a. hier und hier). Das Video der Buchvorstellung lĂ€sst sich nun auch auf youtube ansehen, bzw. direkt hier.

Im Medienmagazin “Zapp” des NDR befasste sich ein Beitrag mit Journalismus in Comic-Form. Darin kommen Autorin Ulli Lust (“Fashionvictims, TrendverĂ€chter”, avant-verlag) und Verleger Johann Ulrich zu Wort. Der Beitrag “Aufgezeichneter Journalismus” kann hier angesehen werden.

Graphic Novels in den Medien – 23. April 2013

Dienstag, den 23. April 2013

In der SWR-BĂŒchersendung “Literatur im Foyer” stellte bereits am vergangenen Donnerstag Literaturkritiker Denis Scheck “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt) vor und stellte dabei heraus: “Es handelt sich hier um große Literatur, um Weltliteratur.” Die Sendung mit Thea Dorn und Dirk Kurbjuweit lĂ€sst sich bis auf weiteres in der Mediathek vom SWR betrachten (ab Minute 21).

Als “SchlĂŒsselwerk der jĂŒngeren Comicgeschichte” bezeichnet Christoph Huber den Band in der Wiener Presse: “Generationen des Leids”.

In der heutigen Ausgabe der Welt stellt Matthias Heine die Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” von Ulli Lust (Suhrkamp) vor: “Es war eine durchaus gewagte Idee, den dĂŒsteren, in der Nazizeit spielenden Roman einer Zeichnerin anzuvertrauen, die zwar zu den besten im deutschsprachigen Raum gehört, bisher aber eher Gegenwartsstoffe illustriert hatte. Doch es hat funktioniert.”: “Kindertotenlieder im Bunker”.

Lars von Törne erkennt in dem Buch eine “kongeniale Adaption”, wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “FlĂŒstern und Schreien”.

“Man wird zu einem Teil des Ortes” sagt Philip Cassirer, Autor des Reisecomics “Was kostet ein Yak?” (Carlsen) im Interview mit Thomas Hummitzsch, das an gleicher Stelle erschien. Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Nadine Lange Danielle de Picciotto vor, die ĂŒber ihr Nomadenleben das Buch “We are Gypsies now” (metrolit) gemacht hat: “In tausend Tagen um die Welt”.

“Auch in Grautönen politisch” ist die Autorin Paula Bulling, wie es im Beitrag auf der Website der Deutschen Welle heisst, in dem die in Berlin lebende KĂŒnstlerin sowie ihr Buch “Im Land der FrĂŒhaufsteher” (avant-verlag) vorgestellt wird. In einer Bildergalerie werden darĂŒber hinaus aktuelle Arbeiten gezeigt: “Auf den Spuren einer Protestbewegung”.

“Eine der schönsten Comic-Entdeckungen seit Langem” nennt Jens Balzer “Der Tod von Adorno” von Helmut Wietz (metrolit), wie er im Cicero schreibt: “Porno mit Adorno”.

Kai Löffler stellte auf WDR3 Zeina Abiracheds “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor. Der Beitrag kann hier nachgelesen und -gehört werden.

Das “KulturgesprĂ€ch” im HR mit Simon Schwartz (“Packeis”, avant-verlag) kann hier nachgehört werden.

Lobende Worte findet FAZ-Blogger Andreas Platthaus fĂŒr “Wie ein leeres Blatt” von Boulet und PĂ©nĂ©lope Bagieu (Carlsen): “Wie man sein Leben wiederaufbaut”.

Graphic Novels in den Medien – 15. April 2013

Montag, den 15. April 2013

Auf Spiegel Online stellt Hannah Pilarczyk den Autoren Luke Pearson vor, dessen “Hilda und der Mitternachtsriese” nun auch auf deutsch bei Reprodukt erschienen ist: “Gestatten, Welteroberin!” Ihr ResĂŒmĂ©e: “Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre.”

Gleich zwei Graphic Novels und ihre AutorInnen wurden kĂŒrzlich in der tageszeitung vorgestellt: Amadeus Ulrich besuchte Marijpol in ihrem Hamburger Atelier, um mit ihre ĂŒber “Schwere Kost aus Altona” zu sprechen. Denn die Drastik des Dargestellten in ihrem Buch “Eremit” scheinen beim Autor des Artikels Spuren hinterlassen zu haben. Dass in Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgte Junge der Welt” auch Humor eine wichtige Rolle spielt, stellt Katja LĂŒthge heraus: “Anruf vom unbekannten Vater”.

Eine “kongeniale Adaption” erkennt Lars von Törne auf tagesspiegel.de in Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp), die heute in die LĂ€den kommt: “FlĂŒstern und Schreien”.

Wie Boris Kunz fĂŒr das Titel Magazin schreibt, ist Joe Dalys “Doppeltes GlĂŒck mit Rotem Affen” (avant-verlag) ein Comic, “der sich zwar nicht ernst nimmt, aber nicht in bloßes Zitieren und Herumalbern ausartet.” Hier geht es zum Artikel.

FĂŒr die Wiener Presse stellt Cristoph Huber Paco Roca und seinen Band “Der Winter des Zeichners” (Reprodukt) vor: “melancholisch und bestĂŒrzend aktuell”. Der Artikel kann hier nachgelesen werden: “Der Aufstand der Zeichner”.

“Ich war immer von dunklen Geschichten fasziniert” sagt Lukas JĂŒliger im GesprĂ€ch mit Sören Sgries, der den Autor von “Vakuum” (Reprodukt) fĂŒr die Rhein-Neckar-Zeitung interviewte.

Ein weiteres Autorenportrait erschien im Gießener Anzeiger, denn die “Comic-Zeichnerin Elke Steiner stellt ihre Arbeit am Werk „Die anderen Mendelssohns“ vor”. Darin wird es um Carl Mendelssohn Bartholdy, Sohn des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy gehen.

In der Kultursendung “Fidelio” auf hr2 war kĂŒrzlich Simon Schwartz zu Gast, um ĂŒber seine Arbeit an seinem Buch “Packeis” (avant-verlag) zu sprechen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.

“Jimmy Corrigan” in der Presse

Samstag, den 13. April 2013

Vor rund einem Monat zur Leipziger Buchmesse erschienen, sorgt Chris Wares Meisterwerk “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) fĂŒr anhaltendes Interesse in den Medien. Auf YouTube wurde das Interview archiviert, das Thomas von Steinaecker am 21. MĂ€rz auf der Leipziger Messe mit dem amerikanischen Zeichner gefĂŒhrt hat.

Aktuell schreibt Katja LĂŒthge in der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” ĂŒber das Buch und ihre EindrĂŒcke von Chris Wares PodiumsgesprĂ€ch im Berliner Martin Gropius Bau: “Anruf vom unbekannten Vater”

Weitere Besprechungen sind in den vergangenen Wochen in verschiedenen Medien erschienen:

“Ein Werk, das durch virtuose Experimentierfreude wie emotionale Tiefe beeindruckt und berĂŒhrt.” – Christian Möller, WDR5

“Mit «Jimmy Corrigan» hat Chris Ware neue MassstĂ€be gesetzt, formal und inhaltlich, als ErzĂ€hler und als Gestalter. Er hat die Ausdrucksmöglichkeiten des Comics erweitert und revolutioniert, und damit hat er entscheidend dazu beigetragen, dass der Comic heute als literarische Gattung ernster genommen wird, als je zuvor.” – Christian Gasser, SRF

“ÜberwĂ€ltigend. Es gibt in der Geschichte des Comics eine Zeit vor Chris Ware, und es gibt die Zeit danach.” – Brigitte Helbling, culturmag

Graphic Novels in den Medien – 8. April 2013

Montag, den 8. April 2013

Karin Krichamyr schreibt im Wiener Standard ĂŒber “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached (avant-verlag): “Abirached skizziert die Kapsel ihrer Kindheit als eine behĂŒtete, enge Welt, in der ein trockener Witz gepflegt wird und sich die Tragik in kleinen Details offenbart.”: “In einer Kapsel in Beirut”.

“Daß man nur in der Jugend – fĂŒr den Arbeitszwang weitgehend zu jung, fĂŒr die LĂŒgen der Lehrer und Eltern zu alt – die Zeit besitzt, an den WidersprĂŒchen des Lebens geduldet zu verzweifeln, ruft diese Perle unter den hiesigen Comicproduktionen ziemlich radikal ins GedĂ€chtnis zurĂŒck.” So schreibt Sven Jachmann in “Etwas Schönes Erleben” (Reprodukt) ĂŒber Lukas JĂŒligers “Vakuum” (Reprodukt). Der Artikel erschien in der jungle World und auf satt.org.

FĂŒr den WDR hat sich Christian Möller mit dem Autor von “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt”, Chris Ware unterhalten, dem “geheimen König der Comicwelt”.  Zum Beitrag, der in der Sendung “Scala” ausgestrahlt wurde, gelangt man hier: “Wunderzeichner”.

Den zuletzt bei Schreiber & Leser veröffentlichten Band “Enemigo” von M.A.T. und Jiro Taniguchi bespricht Christian Endres fĂŒr tagesspiegel.de: “Blut, Blei und Bilderraub” und stellt dabei vor allem die zahlreichen Inspirationsquellen heraus, derer sich die Autoren fĂŒr den Comic bedienten.

Auf der Kinder- und Jugendbuchseite der SĂŒddeutschen Zeitung besprach Daniel WĂŒllner “Hilda und der Mitternachtsriese” von Luke Pearson, “ein wunderschönes MĂ€rchen mit der Botschaft, dass anders nicht gleich böse sein muss”: “Gulliver mal anders”.

Die finale Ausgabe des Comicmagazins “Orang” stellt Brigitte Helbling auf culturmag.de vor und zollte den Machern Respekt, da sie “Aufhören, wenn’s am Schönsten ist”.

Graphic Novels in den Medien – 26. MĂ€rz 2013

Dienstag, den 26. MĂ€rz 2013

In der aktuellen Ausgabe des Freitag stellt Jonas Engelmann “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware vor. In “Auch unten ist er allein” zeigt er sich begeistert: “Die Erwartungen an den Comic als schnell konsumierbares Produkt der Massenkultur unterlĂ€uft er mit seiner Ästhetik der Verweigerung, die sich zu immer neuen, immer waghalsigeren GebĂ€uden formt, hin und wieder einzustĂŒrzen droht und doch die Story nie aus den Augen verliert. Seine ComicgebĂ€ude und deren Bewohner erschaffen fĂŒr den Leser tatsĂ€chlich eine eigene Welt, verstörend, rĂŒhrend, direkt, kritisch und dabei immer mit einer selten zu findenden Selbstironie”.

FĂŒr die Welt fĂŒhrte Thomas von Steinaecker mit Chris Ware ein Interview, in denen auch auf Chris Wares EinflĂŒsse aus der Literatur eingegangen wird: “Sprechblasen der Erinnerung”.

Ebenfalls in der Welt wurde Sarah Leavitts “Das große Durcheinander” (Beltz) besprochen: “ein bedrĂŒckendes Protokoll des allmĂ€hlichen Verschwindens einer Persönlichkeit”: “Mutters Schamhaare”.

“TiefgrĂŒndig und von morbider Schönheit”: Auf tagesspiegel.de stellt Lars von Törne Anders Nilsens “Große Fragen” (Atrium) vor: ” Aus der Vogelperspektive”.

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “White Line” von Calle Claus (Edition 52) vor: “Auf großer Fahrt”. Er fastt zusammen: “Rauschhaft, assoziativ, surreal”. Der Beitrag erschien auch in den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

“Aus dem Nichts steht plötzlich ein virtuoser deutscher ComicerzĂ€hler vor uns.” FAZ-Feuilletonis Andreas Platthaus zeigt sich von Lukas JĂŒligers Debut “Vakuum” (Reprodukt) beeindruckt, wie er in einem Blogbeitrag auf faz.net schreibt: “Liebe lĂ€uft Amok”.

Ähnlich sieht es Thomas Kögel auf comicgate.de, der resĂŒmiert: “Sehr starkes DebĂŒt, das seine morbid-verstörende Teenage-Angst-Story souverĂ€n erzĂ€hlt”

Chris Ware auf 3Sat

Freitag, den 22. MĂ€rz 2013

Am gestrigen Donnerstag zeigte das Magazin “Kulturzeit” auf 3Sat einen Beitrag ĂŒber Chris Ware und sein Buch “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt). Das Video kann in der 3Sat-Mediathek noch angesehen werden.

Auf der begleitenden Website der “Kulturzeit” finden sich neben einem Text ĂŒber Buch und Autor (“Mit Jimmy Corrigan hat Chris Ware bewiesen, dass die KomplexitĂ€t eines Comic literarischen Werken in nichts nachstehen muss. Selbst dem letzten Zweifler dĂŒrfte nach der LektĂŒre dieses Buchs ein Licht aufgegangen sein.”) auch eine Leseprobe aus dem Band: “Geschichten-Zeichner – Chris Wares Comic Jimmy Corrigan.

“Jimmy Corrigan” – Chris Ware in Berlin und Leipzig

Montag, den 18. MĂ€rz 2013

Knapp eine Woche nach Erscheinen von “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt), geschrieben und gezeichnet von Chris Ware, gibt es bereits einen ganzen Schwung Rezensionen in der Presse und auf “tagesspiegel.de” auch einen Bericht ĂŒber ein von Andreas Platthaus moderiertes PodiumsgesprĂ€ch mit Christoph Niemann und Chris Ware in Berlin.

“Ware ist ein Perfektionist; nicht umsonst habe ihn die Arbeit an Jimmy Corrigan rund neun Jahre gekostet: ‘Man muss die Inspiration ergreifen und verdichten, solange, bis man die reine Essenz gefunden hat.’“ – Erik Wenk, Der Tagesspiegel

“Es gibt gute und sehr gute Kunstwerke. Und es gibt Meilensteine. Zu der letzten Kategorie gehört die Graphic Novel ‘Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt‘’ des US-Amerikaners Chris Ware, die jetzt endlich, ĂŒber dreizehn Jahre, nachdem sie in den USA erschien, auch auf Deutsch vorliegt.” – Thomas von Steinaecker, SĂŒddeutsche Zeitung

“‘Jimmy Corrigan’ zu lesen ist ein ebenso beglĂŒckendes wie beklemmendes Erlebnis.” – Daniel Kothenschulte, Monopol

“Selbst ĂŒberbordende Handlungsabschnitte wirken innerhalb dieser Bildkompositionen aufgerĂ€umt und ĂŒbersichtlich – und die Welten, die er dadurch schafft, zugleich wahrhaftig und kĂŒnstlich.“ – Christian Neubert, Der Tagesspiegel

“In Amerika wurde ‘Jimmy Corrigan’ als Sofortklassiker gefeiert, der dem Genre eine neue Richtung wies. Nun ist es auf Deutsch in einer prĂ€chtigen Ausgabe herausgekommen.” – Matthias Heine, Die Welt

“Chris Wares Meisterwerk ‘Jimmy Corrigan’ ist endlich auf Deutsch erschienen. Über ein Jahrzehnt hat das gedauert – aber es hat sich gelohnt.” – Christian SchlĂŒter, Frankfurter Rundschau

“Chris Ware hat mit seiner Graphic Novel ein Epos ĂŒber das menschliche Elend geschrieben, das an Melancholie schwer zu ĂŒberbieten ist.” – Jan Tölva, Jungle World

FĂŒnf Fragen: Minou Zaribaf | Reprodukt

Samstag, den 16. MĂ€rz 2013

Ab sofort ist Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) im Handel erhĂ€ltlich. Wie der Verlag herausstellt, war der “Jahrhundertcomic.” (Thomas von Steinaecker, Die Welt) fĂŒr Redaktion und Produktion ungemein aufwĂ€ndig – zwei BlogeintrĂ€ge gab es allein zur Korrektur und zum Druck.

Im Interview stellt sich Herstellerin Minou Zaribaf unseren “FĂŒnf Fragen” und gibt einen Einblick in die besonderen Herausforderungen dieses Buches und darĂŒber hinaus in die Besonderheiten der Comic-Produktion allgemein.

Neben ihrer TĂ€tigkeit fĂŒr Reprodukt arbeitet Minou Zaribaf auch freiberuflich als Mediengestalterin und Herstellerin. So zeigt sie sich fĂŒr die Herstellung vieler bekannter Titel wie David Mazzucchellis “Asterios Polyp” (Eichborn), Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen) sowie “MetaMaus” von Art Spiegelman (Fischer) verantwortlich.

ZunÀchst eine allgemeine Frage: Was ist das Besondere bei der Produktion eines Comics?

Man nehme eine fantastische Redaktion, eine Tiptop-Übersetzung, ein hervorragendes Handlettering und eine sehr geduldige Herstellung. Wenn wir von Lizenzausgaben sprechen, so gibt es zu Beginn der Produktion zuerst einige offene Fragen zu klĂ€ren, wie zum Beispiel sollen wir uns fĂŒr Hard- oder Softcover entscheiden und warum – aber vor allen Dingen ob – fĂŒr die ĂŒbersetzten Texte im Comic Handlettering verwendet werden soll oder das Lettering mit einem Computerfont auch schön werden könnte. Im Hause Reprodukt wird in 99,9% der FĂ€lle fĂŒr Handlettering plĂ€diert und wir haben hierfĂŒr einen ganzen Stab an tollen Leuten. Diese zeichnen dann nicht nur die Originalschrift so Ă€hnlich wie möglich auf Transparentpapier nach, die ĂŒbersetzten Texte wollen auch noch so passgenau wie irgend möglich ĂŒber den Sprechblasen des Orginalbandes liegen. Hier muss die Übersetzung gute Vorarbeit leisten, damit die zumeist lĂ€ngeren Übersetzungstexte dennoch gut in die Blasen hineinpassen.

Irgendwann bekommt die Herstellung einen ganzen Haufen Transparentpapier mit Lettering zugeschickt und beginnt mit dem Scannen und dem anschliessenden SĂ€ubern dieser gescannten Texte. Dann folgt das Einmontieren in die Originaldaten und ein Austausch eventuell nicht so gelungener Buchstaben oder UmbrĂŒche. Und irgendwann geht’s dann ab in den Korrekturlauf.

Nun haben Sie “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware hergestellt. Können Sie allgemein beschreiben, was das Besondere bei der Herstellung war? Gab es bei der Produktion spezielle Herausforderungen und vielleicht auch Überraschungen?

Bereits beim Sichten der amerikanischen Originaldaten war klar: Diese Produktion wĂŒrde kein Zuckerschlecken werden. Wir hatten es mit antiken QuarkXpress-Dateien zu tun, die sich partout nicht in Indesign-Daten umwandeln lassen wollten – zudem waren etliche der Bilddaten beschĂ€digt. Der Versuch, das 380 Seiten-Buch in wochenlanger Arbeit komplett neu aufzubauen, scheiterte an den vielen verschieden Bildebenen per Seite. Immer wieder stiess ich auf eine Ebene, die keine Bildinformation enthielt, wo aber eine hĂ€tte sein mĂŒssen. Dies waren dann die verlorengegangenen Daten. Im Endeffekt haben wir die Daten unsere hollĂ€ndischen Kollegen von Oog & Blik neu bearbeitet, doch auch hier mussten wir mit Ă€ußerster Vorsicht jede Seite und jede Ebene (380 Seiten multipliziert mit durchschnittlich 4 Ebenen per Seite macht 1520 VorgĂ€nge) auf VollstĂ€ndigkeit und Passgenauigkeit kontrollieren, ein eventuell eingestelltes “Überdrucken“ entfernen und sĂ€mtliche Farben von Sonderfarben in regulĂ€re Druckfarben umwandeln. Eine heikle Prozedur.

Unser allergrĂ¶ĂŸtes Staunen galt dem Umschlag, welcher aus mindestens 10 ĂŒbereinanderliegenden Layern bestand. Vom heutigen technischen Standpunkt komplett unnötig – da hĂ€tten eine Farb- und Schwarzebene völlig ausgereicht. Von den HollĂ€ndern erwarben wir auch einige Computerfonts. In “Jimmy Corrigan” verwendet Chris Ware ein ganzes Arsenal unterschiedlicher Schriften und Schriftarten, die alle zu imitieren ein ĂŒbermenschliche Aufgabe fĂŒr den Handletterer Michael Hau bedeutet hĂ€tte, der großartige Arbeit geleistet hat. Bei einigen Überschriften und Texten entschieden wir uns daher fĂŒr einen Mix aus Font und Lettering, obwohl Chris Ware in seiner Originalausgabe unfassbarerweise tatsĂ€chlich alles selbst von Hand gezeichnet hat.

Wie lange hat die Arbeit an “Jimmy Corrigan” gedauert?

Waren es eventuell sechs Monate? Ich habe irgendwann aufgehört mitzuzÀhlen.

Gibt es Projekte solcher Art und solchen Umfangs hÀufiger?

Die gesamte Produktion bei “Jimmy Corrigan” stellt an Aufwand schon eine herausragende Ausnahme dar. Aber fragen Sie mich doch noch mal, nachdem wir “Building Stories“ von Chris Ware fertig produziert haben. Jedenfalls freuen wir uns jetzt ĂŒber das Erscheinen dieses wirklich sehr schön gewordenen Comics!

Heute in Berlin: Chris Ware und Scott McCloud

Freitag, den 15. MĂ€rz 2013

Am heutigen 15. MĂ€rz werden die amerikanischen Comic-Autoren Chris Ware und Scott McCloud in Berlin erwartet. Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” ist bei Reprodukt erschienen, Scott McClouds Comic-TheoriebĂ€nde wie “Comics neu erfinden” liegen bei Carlsen vor.

Chris Ware wird morgen auf der Buchmesse in Leipzig zu Gast sein.

Graphic Novels in den Medien – 12. MĂ€rz 2013

Dienstag, den 12. MĂ€rz 2013

Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert ĂŒber “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos ĂŒberzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulĂ€rer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frĂŒhem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher ErzĂ€hlstrĂ€nge zulĂ€sst.”

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulĂ€r, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale LebensverĂ€nderung selbst versucht, stĂ¶ĂŸt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”

Mit “So ĂŒberzeugt Lisbeths RĂŒcken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.

Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich fĂŒr Die Presse mit Nicolas Huber ĂŒber seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.

“So wĂŒnscht sich das der Laie: komplexe ZusammenhĂ€nge verstĂ€ndlich erklĂ€rt, etwa VersicherungsvertrĂ€ge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel “Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.

Auf satt.org stellt Felix Giesa drei Comics vor: “White Line” von Calle Claus (Edition 52), “Die SpaziergĂ€ngerin” von Anke Feuchtenberger (Reprodukt) und “Holodeck” von Hendrick Dorgathen (Edition Moderne). Überzeugen können ihn nicht alle: “Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern”.

“Dieser Eskapismus macht viel Spaß.” So resĂŒmiert Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog die Vorstellung  von “Doppeltes GlĂŒck mit dem roten Affen” von Joe Daly (avant-verlag): “SĂŒdafrika aus Slacker-Sicht”.

Chris Ware und Scott McCloud in Berlin

Donnerstag, den 7. Februar 2013

Am 15. MĂ€rz werden die amerikanischen Comic-Autoren Chris Ware und Scott McCloud in Berlin erwartet. Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” wird Anfang MĂ€rz bei Reprodukt erscheinen, Scott McClouds Comic-TheoriebĂ€nde wie “Comics neu erfinden” liegen bei Carlsen vor.

Chris Ware in Berlin und Leipzig

Dienstag, den 29. Januar 2013

Chris Ware, Autor und Zeichner von “Building Stories“ kommt anlĂ€sslich des Erscheinens von “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt“ (Reprodukt) im MĂ€rz nach Deutschland. Am 15. MĂ€rz wird Chris Ware in Berlin und am 16. MĂ€rz in Leipzig ĂŒber seine Arbeit sprechen.

Als Chris Ware “Jimmy Corrigan” zur Milleniumswende veröffentlichte, löste er damit weit ĂŒber die Grenzen der Comicwelt hinaus Begeisterung aus. Seitdem gilt das Buch als “Jahrhundertcomic”, der die Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Wort radikal ausschöpft und damit beweist: Es gibt große Literatur, die sich nur als Comic erzĂ€hlen lĂ€sst.

Jimmy Corrigan ist ein linkischer und dauerkrĂ€nkelnder Enddreißiger, der ein Dasein als unauffĂ€lliger BĂŒroangestellter fristet. Sein soziales Leben beschrĂ€nkt sich auf die tĂ€glichen Kontrollanrufe der Mutter – und findet ansonsten in seinen tagtrĂ€umerischen Heldenfantasien statt. Ein Brief seines Vaters, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit die Beziehung wiederbeleben möchte, reißt ihn schließlich aus seinem lethargischen Alltag heraus.

Auf nahezu 400 Seiten breitet der Zeichner die generationenĂŒbergreifende Geschichte der Familie Corrigan aus, die bis ins Chicago des ausgehenden 19. Jahrhunderts zurĂŒckreicht.

Chris Ware kam 1967 in Ohama, Nebraska zur Welt. Art Spiegelman bewies ein gutes Auge, als er erste Arbeiten des Studenten Chris Ware in seiner Anthologie “RAW” veröffentlichte. Seither hat dieser mit einem einmaligen GespĂŒr fĂŒr Bildrhythmus, Gestaltung und Stimmungen den Comic im Alleingang zu neuen Horizonten gefĂŒhrt. 2001 wurde Chris Ware fĂŒr “Jimmy Corrigan” mit dem “Guardian First Book Award” ausgezeichnet.

Chris Ware in Berlin

Am Freitag, dem 15. MĂ€rz 2013 trifft Chris Ware in Berlin fĂŒr ein KĂŒnstlergesprĂ€ch auf seinen Kollegen Christoph Niemann (“Abstract City – Mein Leben unterm Strich”, Knesebeck Verlag). Der Zeichner und Grafiker Christoph Niemann, der seit 2008 in Berlin lebt, ist vor allem bekannt fĂŒr seine Arbeiten fĂŒr “The New Yorker”.

Das PodiumsgesprĂ€ch im Berliner Martin-Gropius-Baus am 15. MĂ€rz um 20 Uhr wird moderiert von Andreas Platthaus. Am selben Ort gibt es um 18 Uhr einen Vortrag von Scott McCloud, ein einleitendes GesprĂ€ch fĂŒhrt ebenfalls Andreas Platthaus. Frau Katharina Göllner-Sweet, Kultur-AttachĂ©e der amerikanischen Botschaft, wird Autoren und GĂ€ste begrĂŒĂŸen.

Veranstaltungen am 15. MĂ€rz 2013

‱ 18 Uhr, Scott McCloud, Moderation: Andreas Platthaus
‱ 20 Uhr, Chris Ware und Christoph Niemann, Moderation: Andreas Platthaus

Martin-Gropius-Bau, Kinosaal, Niederkirchnerstraße 7, D-10963 Berlin
Eintritt: 18 und 20 Uhr: je 12 EUR / ermĂ€ĂŸigt 8 EUR
Reservierung unter Tel. (030) 27 87 86 20;
email: ticket@literaturfestival.com
Eintritt: 18 und 20 Uhr: je 12 EUR | ermĂ€ĂŸigt 8 EUR

Veranstaltungspartner: ilb internationales literaturfestival berlin, Carlsen Comics, Reprodukt, Modern Graphics, Martin-Gropius-Bau. Die Veranstaltungen werden gefördert von der US-Botschaft Berlin.

Chris Ware in Leipzig

Am Samstag, den 16. MĂ€rz um 15 Uhr stellt Chris Ware im GesprĂ€ch mit Thomas von Steinaecker “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt“ auf der Buchmesse vor.

Leipziger Buchmesse, Literaturforum, Halle 5 Stand F600

Am selben Abend spricht spricht Chris Ware um 20 Uhr mit Andreas Platthaus ĂŒber “Jimmy Corrigan”, seine Arbeit und seine Vorbilder.

Galerie KUB, Kantstraße 18, D-04275 Leipzig
Eintritt: vor Ort, 7 Euro | ermĂ€ĂŸigt 4 Euro, kein Vorverkauf.

“Jenseits des Mainstreams”

Donnerstag, den 10. Januar 2013

Zwei Mal religiöser Bezug, einmal Provinz: Drei fĂŒr den Rezensenten erfreuliche Comics stellte Christian Gasser heute in der Sendung “Corso” im Deutschlandradio vor: “Goliath” von Tom Gauld (Reprodukt), “Buddha” von Osamu Tezuka (Carlsen) sowie “Die Essex-County-Trilogie” von Jeff Lemire (Edition 52). Mit Spannung erwartet er die Veröffentlichung von “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt), dem seiner Meinung nach “besten Comic der letzten 20 Jahre”. Direkt zum Audiobeitrag gelangt man hier: “Jenseits des Mainstreams”.

Neue Graphic Novels bei Reprodukt

Mittwoch, den 12. Dezember 2012

Der Berliner Comicverlag Reprodukt hat die Titel seines FrĂŒhjahrsprogramms 2013 bekannt gegeben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt mit Titeln von Chris Ware, Robert Crumb und Daniel Clowes dabei auf Comics aus den USA. DarĂŒber hinaus startet man mit der Veröffentlichung der Comics des “Simpsons”-Schöpfers Matt Groening. Comics aus dem französischen Sprachraum bilden den zweiten StĂŒtzpfeiler des Programms: Baru, Julie Birmant & ClĂ©ment Oubrerie, Manu Larcenet, Ruppert & Mulot und Bastien VivĂ©s sind genauso mit neuen Titeln vertreten wie der Flame Brecht Evens und der Norweger Jason.

Mit “Böse Geister”, einem neuen Buch von Peer Meter (Szenario) und Gerda Raidt (Zeichnungen), wird auch eine Graphic Novel Deutscher KĂŒnstler vorliegn. Neben Alben und einer neuen Ausgabe der von Arne Bellstorf und Sascha Hommer herausgegebenen Anthologie “Orang” werden mit “Riekes Notizen” von Barbara Yelins vielgelobte Comics-Strips aus der “Frankfurter Rundschau” erscheinen.

Das Titelbild fĂŒr die Buchhandelsvorschau FrĂŒhjahr 2013 stammt von Chris Ware (“Jimmy Corrigan”). Die Buchhandelsvorschau kann als PDF-Datei (11,4 MB) hier heruntergeladen werden: Vorschau FrĂŒhjahr 2013. Einen Überblick ĂŒber sĂ€mtliche Titel gibt es auch in der online einsehbaren Vorschau.

“Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware

Als Chris Ware “Jimmy Corrigan” zur Milleniumswende veröffentlichte, löste er damit weit ĂŒber die Grenzen der Comicwelt hinaus Begeisterung aus. Seitdem gilt das Buch als “Jahrhundertcomic”, der die Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Wort radikal ausschöpft und damit beweist: Es gibt große Literatur, die sich nur als Comic erzĂ€hlen lĂ€sst.

Jimmy Corrigan ist ein linkischer und dauerkrĂ€nkelnder Enddreißiger, der ein Dasein als unauffĂ€lliger BĂŒroangestellter fristet. Sein soziales Leben beschrĂ€nkt sich auf die tĂ€glichen Kontrollanrufe der Mutter – und findet ansonsten in seinen tagtrĂ€umerischen Heldenfantasien statt. Ein Brief seines Vaters, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit die Beziehung wiederbeleben möchte, reißt ihn schließlich aus seinem lethargischen Alltag heraus.

Auf nahezu 400 Seiten breitet Chris Ware die generationenĂŒbergreifende Geschichte der Familie Corrigan aus, die bis ins Chicago des ausgehenden 19. Jahrhunderts zurĂŒckreicht. Eine epische ErzĂ€hlung ĂŒber hundert Jahre Einsamkeit – in Bildern von berĂŒhrender Tiefe.

“Chris Ware – das ist eine Ein-Mann-Revolution des ErzĂ€hlens in Bildern.” – Andreas Platthaus, FAZ

Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt, ISBN 978-3-938511-12-1, 384 Seiten, farbig, 20,5 x 16,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, 39 EUR, erscheint im MĂ€rz 2013

“Liebe ist die Hölle” von Matt Groening

Mit den Simpsons hat Matt Groening die wohl bekannteste Familie Amerikas erschaffen. Ihre Vorfahren waren drei scheue, vom Leben ĂŒberforderte Hasen – Binky, Bongo und Sheba –, die ihr Dasein in der Hölle fristeten. So nĂ€mlich sah der junge Matt Groening seinen Alltag, als er Ende der Siebzigerjahre nach Los Angeles zog. Mit dem Comic-Strip “Life in Hell” wollte er dieses “Leben in der Hölle” ursprĂŒnglich nur seinen Freunden nahebringen. Am Ende begeisterte sein gezeichnetes Inferno aus Jungsein, LiebesmĂŒh und Arbeit Zeitungsleser auf der ganzen Welt.

Der schwarze und gesellschaftskritische Humor seiner Alltagssatiren war fĂŒr viele nachfolgende KĂŒnstler eine Offenbarung. Vor allem aber waren die bald wortgewaltigen, bald verspielten “Life in Hell”-Seiten stets Matt Groenings ganz persönliche Spielwiese, auf der er sich ungehindert auslebte und so einen der lustigsten und tiefsinnigsten Comics unserer Zeit schuf.

In “Liebe ist die Hölle”, dem ersten Sammelband der Serie, unternimmt Matt Groening einen Streifzug durch die Niederungen zwischenmenschlicher Verstrickungen und liefert Antworten auf alle Fragen, die das Herz bewegen. Allen voran: “Was ist Liebe und wie kommst du darauf, dass du sie verdienst?“

Liebe ist die Hölle, ISBN 978-3-943143-47-8, 48 Seiten, schwarzweiss, 22,5 x 22,5 cm, Hardcover, 12 EUR, erscheint im Mai 2013

“Mein Ärger mit den Frauen” von Robert Crumb

Nach “Nausea” legt Reprodukt nun den zweiten Band einer Buchreihe mit Geschichten der Underground-Ikone Robert Crumb vor. Die hierin gesammelten Episoden tragen noch stĂ€rkere autobiografische ZĂŒge als die Literaturadaptionen in “Nausea”, beschreibt Robert Crumbs “Mein Ärger mit den Frauen” doch sein ureigenstes Thema.

Ob es nun die ersten pubertĂ€ren AnnĂ€herungsversuche unter der Schulbank sind, seine vom LSD geprĂ€gte Sicht auf die FreizĂŒgigkeiten des Summer of Love oder aber die Plagen der Midlife-Crisis: Robert Crumbs SchwĂ€che fĂŒr dralle Frauenhintern und stramme Waden bleibt seit nunmehr einem halben Jahrhundert die wichtigste Inspirationsquelle seiner polarisierenden Comics.

Mein Ärger mit den Frauen, ISBN 978-3-943143-40-9, 96 Seiten, schwarzweiss, 22 x 29 cm, Hardcover, 29 EUR, erscheint im Juni 2013

“Kafka fĂŒr AnfĂ€nger” von David Zane Mairowitz & Robert Crumb

In ihrem Sachcomic “Kafka fĂŒr AnfĂ€nger” haben David Zane Mairowitz und Robert Crumb höchst anschaulich all das zusammengetragen, was Sie ĂŒber Franz Kafka wissen sollten: von seiner Kindheit bis zum posthumen Kafka-Kult; ĂŒber die Konflikte, die der Schriftsteller mit sich selbst und anderen, allen voran mit seinem Vater auszutragen hatte. Immer wieder geht es um Kafkas Zerrissenheit vor dem Hintergrund seiner deutsch-tschechischen NationalitĂ€t und der jĂŒdischen Kultur. Die Stationen von Kafkas Leben werden ergĂ€nzt durch Briefe und AuszĂŒge aus seinen Romanen und Kurzgeschichten.

Die Biografie von David Zane Mairowitz mit den Zeichnungen von Robert Crumb ist mittlerweile selbst ein Klassiker. Lange vergriffen, legt Reprodukt das Buch nun neu ĂŒberarbeitet vor.

“Kafkas Themen wie der Selbsthass, seine Beziehung zu Frauen, die Schuldfrage sind auch meine. Er ist mein Bruder im Geiste.” – Robert Crumb

Kafka fĂŒr AnfĂ€nger, ISBN 978-3-943143-54-6, 176 Seiten, schwarzweiss, 14 x 21 cm, Klappenbroschur, 17 EUR, erscheint im Mai 2013

“Die Amateure” von Brecht Evens

Der KĂŒnstler Pieterjan ist zu einer Biennale auf dem Land eingeladen. Als er sich dort inmitten einer Gruppe illustrer HobbykĂŒnstler wiederfindet beschließt er, das Kommando zu ĂŒbernehmen. Denn Pieterjan hat eine Vision: Zur medienwirksamen Eröffnungsfeier soll ein riesiger Gartenzwerg – als Symbol flĂ€mischer IdentitĂ€t – errichtet werden. Das Projekt nimmt schließlich babylonische Ausmaße an, und auch die unterschiedlichen Ambitionen und BedĂŒrfnisse der KĂŒnstler prallen aufeinander.

In malerisch-bunten, expressionistisch ausufernden Szenerien fĂ€ngt Brecht Evens die GefĂŒhle und Verhaltensweisen seiner KĂŒnstlercharaktere ein: Geltungsdrang und Individualismus, Ängste und Zweifel. “Die Amateure” ist ein feinsinniges Kaleidoskop moderner Befindlichkeiten, und dabei selbst ein kleines Kunstwerk.

Die Amateure, ISBN 978-3-943143-46-1, 224 Seiten, farbig, 21 x 26 cm, Flexcover, 34 EUR, erscheint im Mai 2013

“Pablo 1 – Max Jacob” von Julie Birmant & ClĂ©ment Oubrerie

Im Jahr 1900, bei seiner Ankunft in Paris, kennt man Picasso einfach nur als Pablo. Die vierbÀndige Biografie von Julie Birmant und Clément Oubrerie erzÀhlt von dieser Anfangszeit, als der junge Katalane seinen Weg gerade erst findet.

In “Max Jacob”, dem ersten Band, durchlebt der KĂŒnstler ein bewegtes Auf und Ab zwischen kleineren Erfolgen und großen Zweifeln. Doch der Dichter Max Jacob, sein heimlicher Verehrer, glaubt an Pablos neue Kunst…
LeichthĂ€ndig verknĂŒpfen die Autoren Pablos Geschichte mit der Biografie der wohl bekanntesten Muse des Malers, Fernande Olivier. “Pablo” wird so zum PortrĂ€t einer aufblĂŒhenden Epoche mit all ihren Lichtmomenten und Schattenseiten.

Pablo 1 – Max Jacob, ISBN 978-3-943143-49-2, 88 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 22 x 29 cm, 20 EUR, erscheint im MĂ€rz 2013

“Der Todesstrahl” von Daniel Clowes

Der schmĂ€chtige Außenseiter Andy muss im Alter von 17 Jahren feststellen, dass ihm seine erste Zigarette ĂŒbermenschliche KrĂ€fte verleiht. Von dieser nikotingegebenen Macht bereits ĂŒberfordert, fĂ€llt ihm wenig spĂ€ter ein Erbe seines Vaters in die HĂ€nde: ein Todesstrahler wie aus einem Ed-Wood-Film. Nur allzu bald lernt er, dessen zerstörerische Kraft fĂŒr seine egoistischen und gĂ€nzlich banalen Zwecke einzusetzen.

Was als Coming-of-Age-ErzĂ€hlung beginnt, wandelt sich rasant zur abgrĂŒndigen Satire. Indem Daniel Clowes einen orientierungslosen Teenager ĂŒber Gut und Böse entscheiden lĂ€sst, entlarvt er die moralische ZwiespĂ€ltigkeit jeder einfachen Heldengerechtigkeit.

“Clowes zertrĂŒmmert die Welt auf höchstem Ă€sthetischen Niveau.” – Alexander Braun, Die Woche

Der Todesstrahl, ISBN 978-3-943143-52-2, 48 Seiten, farbig, 23 x 30,5 cm, Hardcover, 20 EUR, erscheint im April 2013

“Böse Geister” von Peer Meter & Gerda Raidt

Als der sechzigjĂ€hrige Harry Wallmann erfĂ€hrt, dass das Stadtviertel seiner Jugend vor dem Abriss steht, macht er sich auf den Weg zu seinem Elternhaus. Doch was als Abschiednehmen geplant ist, gerĂ€t zur Reise in eine dunkle Vergangenheit: Je stĂ€rker er sich einlĂ€sst auf jene Zeit, umso erschreckender treten tief in ihm verschĂŒttete Erlebnisse zutage. Ganz unmerklich wird er eingesponnen von den bösen Geistern seiner Kindheit.

In atmosphĂ€rischen Zeichnungen gelingt es Gerda Raidt, Peer Meters spannend verschachteltes Drama um Schuld, Verlust und den “Gespenster-Harry” eindringlich zu inszenieren, ohne dabei den fĂŒr ihr illustratives Schaffen so charakteristischen Charme einzubĂŒĂŸen.

Böse Geister, ISBN 978-3-943143-42-3, 104 Seiten, zweifarbig, 19 x 23 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im MÀrz 2013

“Die große Odaliske” von Bastien VivĂšs | Ruppert & Mulot

Die BeutezĂŒge der Einbrecherinnen Alex und Carole könnten spektakulĂ€rer kaum sein – haben die beiden es doch nur auf die besten Museen und die hier ausgestellten Meisterwerke der Kunstgeschichte abgesehen. Wobei das clevere Duo selbst vor dem Louvre nicht haltmacht. Doch um Ingres’ “Die Große Odaliske” am Sicherheitssystem vorbeizuschleusen, brauchen sie VerstĂ€rkung. Dass die Motorrad-Akrobatin Sam das Team komplettiert, verspricht einen kĂŒhnen Plan…

FĂŒr “Die Große Odaliske” haben sich Ruppert & Mulot, die Meister des subversiven Independentcomics, mit Bastien VivĂšs zusammengetan. Das Resultat ĂŒberzeugt mit zeichnerischer Eleganz und erzĂ€hlerischer Finesse.

“Ruppert und Mulot geben dem Comicgenre eine lange nicht mehr so deutlich gespĂŒrte subversive Kraft zurĂŒck.” – Elise Graton, Zeit Online

Die Große Odaliske, ISBN 978-3-943143-43-0, 128 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Mai 2013

“Blast 2 – Die Apokalypse des Heiligen Jacky” von Manu Larcenet

Polza Mancini steht unter Mordverdacht. Die Ermittler ekeln sich vor diesem unförmigen und heruntergekommenen Riesen, den sie schlicht fĂŒr einen Psychopathen halten. Und doch sind sie gezwungen, sich seine ErzĂ€hlung anzuhören. Es ist die Geschichte einer Verwahrlosung, die Mancini im Verhör bis ins abgrĂŒndigste Detail offenlegt: Auf der Suche nach dem “Blast”, einem Moment höchster Erleuchtung, hat er sein bĂŒrgerliches Leben ĂŒber Bord geworfen und sich in die Wildnis zurĂŒckgezogen.

“Blast” ist eine EtĂŒde in Grau, von Manu Larcenet meisterhaft in Tusche ausgefĂŒhrt und voller Allegorien, die in die AbgrĂŒnde seiner Figuren fĂŒhren.

Blast 2 – Die Apokalypse des Heiligen Jacky, ISBN 978-3-943143-41-6, 208 Seiten, teilweise farbig, 20,5 x 27 cm, Hardcover, 29 EUR, erscheint im April 2013

“ZurĂŒck auf der Straße” von Baru

Edith ist nach zwanzig Jahren Beziehung verschwunden. Auf der Suche nach einem GefĂŒhl von Freiheit hat sie sich wieder auf den Weg gemacht. Und ihr Freund AndrĂ© folgt ihr dorthin – auf die Straße. Die vermeintliche Flucht entwickelt sich zu einem Roadtrip durch RaststĂ€tten, triste Hotelzimmer und Bars, tief hinein in das Frankreich der einfachen Arbeiter, Prostituierten und Kleinkriminellen.

Was Jack Kerouac mit “On the Road” noch als Verheißung fĂŒr eine ganze Generation niederschrieb, lĂ€sst Baru zwei Erben dieser Zeit aufs Neue durchleben. Seine ungeschönte Sozialstudien, gewĂŒrzt mit Spannung und Komik, sind beste Unterhaltung.

“Wer also Frankreich besser verstehen will, der lese Baru. Einen der besten ComicerzĂ€hler und -zeichner lernt man dabei auch kennen – wenn man ihn nicht lĂ€ngst schon liebt.” – Andreas Platthaus, FAZ

ZurĂŒck auf der Straße, ISBN 978-3-943143-53-9, 104 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni 2013

“Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann & Jason

Gweny ist dazu verdammt, allein mit ihrer verrĂŒckten und lieblosen Mutter zu leben. Ihr Vater hat die Familie vor vielen Jahren verlassen – angeblich um einen versteckten Schatz auf der Insel der 100.000 Toten zu suchen. Als Gweny eines Tages eine Karte jener besagten Insel in die Hand fĂ€llt, bringt sie eine geldgierige Piratenbande dazu, sie zu ihrem Ziel zu fĂŒhren. Hier gelingt es Gweny, nicht nur das Geheimnis ihres Vaters zu lĂŒften, sondern auch das des sagenumwobenen Eilands.

Unkonventionell konterkarieren Jason und Fabien Vehlmann in “Die Insel der 100.000 Toten” das klassische Genreformat der Piratengeschichte mit ihrem trockenen Humor sowie Ă€ußerst reduzierten Zeichnungen.

Die Insel der 100.000 Toten, ISBN 978-3-943143-44-7, 56 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 15 EUR, erscheint im MĂ€rz 2013

“Orang 10 – Heavy Metal” von Sascha Hommer und Arne Bellstorf [Hrsg.]

Die subversive, gewalttĂ€tige Ästhetik des Heavy Metal hat sich nicht nur im gleichnamigen Musikstil, sondern ebenso in Filmen, Romanen und Comics als kĂŒnstlerische Ausdrucksform der 70er- und 80er-Jahre etabliert.
Die zehnte und letzte Ausgabe des Comicmagazins “Orang” eignet sich Motive des Heavy Metal an, um zu ganz eigenen Narrationen zu gelangen.

In “Orang” 10 zeigen Zeichnerinnen und Zeichner aus Berlin, Hamburg, Leipzig, Helsinki und Beijing Szenen des Schreckens, die sich in ProberĂ€umen und SupermĂ€rkten abspielen, in Polizeistaaten, in der ostdeutschen Provinz – und an sonstigen Orten des Grauens.

Mit Comics von Anke Feuchtenberger, Aisha Franz, Anna Haifisch, Sascha Hommer, Marijpol, Till Thomas, Amanda VÀhÀmÀki und vielen anderen.

Orang 10, ISBN 978-3-943143-48-5, 144 Seiten, farbig & schwarzweiss, 21 x 24 cm, Softcover, 18 EUR, erscheint im Januar 2013

“Bitte nicht in den Spiegel schauen!”

Freitag, den 3. August 2012

Noch bis zum 12. August zeigt das Oakland Museum of California die Ausstellung “Modern Cartoonist: The Art of Dan Clowes”, einem Überblick ĂŒber das Schaffen des amerikanischen Autors (“Wilson”, Eichborn; “David Boring”, Reprodukt). KĂŒrzlich waren Clowes selbst und sein Zeichnerkollege Chris Ware vor Ort zu Gast, um ĂŒber ihr Schaffen zu sprechen. DarĂŒber berichtete die Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit einem ausfĂŒhrlichen Artikel in der gestrigen Ausgabe.

Redakteur Patrick Bahners stellt in “Bitte nicht in den Spiegel schauen!” beide Autoren kurz vor, berichtet von der Ausstellung und der Podiumsveransaltung und vergisst nicht zu erwĂ€hnen, dass es eine Verfilmung von “Wilson” geben wird, bei der Alexander Payne Regie fĂŒhren wird, dessen preisgekrönter Film “The Descendants” zuletzt erfolgreich im Kino zu sehen war.

Graphic Novels in der “New York Times”

Mittwoch, den 13. August 2008

Bereits seit einigen Monaten werden in der “New York Times” Woche fĂŒr Woche einzelne Kapitel von Kurzgeschichten rennomierter Graphic Novel-AutorInnen veröffentlicht. BeitrĂ€ge der unter dem Namen “The Funny Pages” laufenden Serie stammen u.a. von Seth (“Eigentlich ist das Leben schön”, Edition 52), Daniel Clowes (“Ghost World”, Reprodukt), Jason (“Pssst”, Schwarzer Turm) und Chris Ware (“Jimmy Corrigan”, in Vorbereitung bei Reprodukt). Die derzeitig fortgefĂŒhrte Geschichte “The Terminal Patient” stammt von Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne). Alle BeitrĂ€ge sind online verfĂŒgbar und lassen sich als PDF-Dokumente abrufen.

New York Times Rutu Modan

DarĂŒber hinaus ist online eine unterhaltsame und informative Flash-PrĂ€sentation mit dem Titel “The Visual Language of Comics” abrufbar, in der verschiedene Graphic Novel-Autoren von sich und ihrer Herangehensweise ans Schreiben und Zeichnen berichten. Chester Brown, Joe Sacco, Art Spiegelman, Seth und Chris Ware berichten dabei nicht nur aus der Werkstatt, sondern legen auch die besonderen QualitĂ€ten der ErzĂ€hlweise in Form von Graphic Novels dar.

New York Times Graphic Novels

Abbildungen © 2008 nytimes.com