Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘David Prudhomme’

“Einmal durch den Louvre” von David Prudhomme

Mittwoch, den 28. August 2013

9783943143720Gerade in den Handel gekommen ist das neue Werk des französischen Comicautors David Prudhomme: In “Einmal durch den Louvre” lĂ€dt der Zeichner zu einem ungewöhnlichen Streifzug durch das Pariser Museum ein, bei dem er spielerisch die Rollen vertauscht und fragt: Wen betrachtet eigentlich die Mona Lisa? In seiner Hommage an den Louvre erscheinen die Kunstwerke in ihrer stillen Zeugenschaft als Betrachter und die Besucher aus aller Welt als die wahre Attraktion.

Die SchĂŒlergruppe, die unfreiwillig die SchiffbrĂŒchigen von ThĂ©odor GĂ©ricaults GemĂ€lde “Das Floß der Medusa” nachstellt; die Reiseleiterin, die ihre SchĂ€fchen fĂŒhrt wie EugĂšne Delacroix’ Freiheit das Volk; der Lesende vor der Skulptur des altĂ€gyptischen “Sitzenden Schreibers”: David Prudhomme fĂ€ngt Momente von skurrilem Witz ein und lĂ€sst in raffinierten Buntstiftzeichnungen die Bild- und RealitĂ€tsebenen verschwimmen.

“Prudhomme verschiebt die Perspektive, stellt die GemĂ€lde in den Hintergrund, sprengt ihren Rahmen, um sie als Zitat in seine Geschichte einzugliedern und im Kontext des Ausstellungsraumes zu betrachten. Was dabei entsteht, ist ein interessantes SpannungsverhĂ€ltnis zwischen Objekt und Beobachter, das die Frage aufwirft, wie wir Kunst ĂŒberhaupt aufnehmen?” – Johannes Spengler, SĂŒddeutsche Zeitung

David Prudhomme, geboren 1969 in Tours, Frankreich, besticht durch den mĂŒhelosen Wechsel zwischen einem kraftvoll-expressiven Strich und einer karikierenden LinienfĂŒhrung. Seine mit Pascal RabatĂ© entstandene Familiengeschichte “Die Plastikmadonna” (dt. bei Carlsen) wurde 2008 in AngoulĂȘme prĂ€miert, fĂŒr “Rembetiko” folgte 2010 eine weitere Auszeichnung des wichtigsten europĂ€ischen Comicfestivals.

Einmal durch den Louvre, ISBN 978-3-943143-72-0, 80 Seiten, farbig, 21,5 x 29 cm, Hardcover, 20 EUR, erschienen bei Reprodukt

Graphic Novels in den Medien – 27. August 2013

Dienstag, den 27. August 2013

In der gestrigen Ausgabe des “Kulturjournals” im NDR wurden Lars Fiske und sein biografischer Band “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” (avant-verlag) vorgestellt. Der Beitrag von Thorsten Ernst kann hier weiterhin angesehen werden (ab 17:20 min).

Über jenen Comic, sowie ĂŒber weitere aktuelle KĂŒnstlerbiografien, wurde im “Literaturforum” des Nordwestradios gesprochen. Im Studio zu Gast waren die Verlagsleiter Dirk Rehm von Reprodukt und Johann Ulrich vom avant-verlag. Auch dieses lĂ€ngere GesprĂ€ch mit Elke Schlinsog lĂ€sst sich nachhören: “Kunst im Comic – KĂŒnstler-Biografien boomen”.

Sowohl der Band ĂŒber Kurt Schwitters als auch die ebenfalls im avant-verlag erschienene Biografie “Munch” von Steffen Kverneland wurden auf culturmag.de vorgestellt. Hanspeter Ludwig schreibt: “Nerds nehmen Nerds ins Visier, das Ergebnis: Großartig.” Als “leichtfĂŒĂŸig” und “kongenial” wird Fiskes Band ĂŒber Kurt Schwitters von Leonie Krutzinna auf litlog.de bezeichnet: “Kongenial im Gleichschritt”.

Kunst ist auch das Thema in David Prudhommes “Einmal durch den Louvre” (Reprodukt), den Johannes Spengler auf sueddeutsche.de vorstellt: “Wo geht’s denn hier zur Kunst?”.

Ebenfalls mehrfach wurde “Luchadoras” von Peggy Adams (avant-verlag) vorgestellt und besprochen. Matthias Heine stellte den Band in Die Welt vor: “Wrestling mit dem Tod” und stellt fest, dass es gerade an der Hauptdarstellerin liege, dass “alles andere als ein StĂŒck Betroffenheitsliteratur herausgekommen” sei. Johanna Esch widmete sich dem Band im “Funkhaus Europa” des WDR und lĂ€sst dabei auch einen Menschenrechtsexperten fĂŒr Mexiko bei Amnesty International zu Wort kommen: “Die Stadt der toten Frauen”. Auf intro.de schreibt Bastian KĂŒllenberg. FĂŒr ihn ist Luchadoras “schonungslos und nachhaltig”. Zum Artikel geht es hier.

Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) stellte Mario Osterland auf fixpoetry.de vor: “Ein Comic der Superlative”.

“Majdanek steckt sogar Auschwitz in die Tasche” so zitiert Christian SchlĂŒter in der Berliner Zeitung aus Rutu Modans “Das Erbe” (Carlsen) und lobt das “Ă€sthetisch kluge, experimentierfreudige Ringen um eine angemessene Darstellungsform” der fortwĂ€hrenden Wirkung des Holocausts. Auf brikada.de attestiert Doris Losch dem Band “zart, amĂŒsant, melancholisch, ironisch” zu sein.

Mit Peer Meters und Gerda Raidts “Böse Geister” (Reprodukt) befasste sich Boris Kunz fĂŒr titelblog.de. FĂŒr ihn, wirkt der Comic trotz seiner Gruselelemente “wirklichkeitsnah und lebendig”: “Das Erbe der Bilderhefte”.

Matthias Heine macht in der Welt klar, was er von James Vance und Dan E. Burrs “Auf dem Drahtseil” (Metrolit) hĂ€lt: “Ein Meisterwerk”: “Dieser Comic macht Sie zum Kommunistenversteher”.

In der Wiener Presse stellte Christoph Huber “Flut!” (avant-verlag) und dessen Autor Eric Drooker vor: “GefĂŒhl, dass ein Sturm kommt”.

Wieder eine Reihe von BeitrĂ€gen gab es auf tagesspiegel.de: AnlĂ€sslich der Berlin Graphic Days am vergangenen Wochenende stellte Lars von Törne Annette Köhn und ihren Jaja-Verlag vor: “WundertĂŒte aus der Musenstube”. Trotz “Genre-VersatzstĂŒcken” findet Björn Bischoff im neuen Band von Matthias Schultheiss auch “Überraschendes”. “Woman on the River” ist bei Splitter erschienen, zur Buchvorstellung geht es hier: “Fluss ohne Wiederkehr”. Christian Endres wĂŒnscht Terry Moores nun bei Schreiber & Leser veröffentlichter Reihe “Strangers in Paradise” viel Erfolg – auch bei Nichtcomiclesern: “Dreiecksbeziehung im Paradies”. Moritz Honert macht in einem Artikel auf den Umstand aufmerksam, dass FinanzĂ€mter Comic-Verlage fĂŒr LagerbestĂ€nde zur Kasse beten, was im Fall von Cross Cult schon zur AnkĂŒndigung fĂŒhrte, dass viele Titel aus dem Programm und vernichtet werden mussten: “Das große Schreddern”.

“Bildergeschichten zum Pop-Kanon”

Montag, den 2. Juli 2012

Bereits am 22. Juli wurde in der “Neuen ZĂŒrcher Zeitung” vier Comics vorgestellt, in denen Musik ein wichtige Bestandteil ist. Der oder die zumindest online nicht namentlich nicht genannte AutorIn erkennt zunĂ€chst “regressive Tendenzen” darin, die (Pop-)Musikgeschichte in anderen Medien aufzugreifen. Philippe Thiraults und Steve Cuzors Albenreihe “OÂŽBoys” (Ehapa Comic Collection) wird aber dennoch wohlwollen beurteilt, was vor allem am “suggestiven, stimmigen Set” liegt.

David Prudhommes “Rembetiko” wird hier als “liebevolle Hommage” beschrieben und die Auswahl des Stoffes sowie die “kongeniale” Art, wie die Geschichte bei Arne Bellstorfs “BabyÂŽs in black – The Story of Astrid Kirchher & Stuart Sutcliffe” (beide Reprodukt) ins Bild gesetzt wird, gelobt. Die Anthologie “Bob Dylan revisited” (Carlsen) hingegen ĂŒberzeuge nicht ganz, da viele BeitrĂ€ge nicht ĂŒber eine bloße Illustration der Songtexte hinauskommen.

Der Beitrag kann hier nachgelesen werden: “Bildergeschichten zum Pop-Kanon”.

“Schunkel-Blues der Gangster”

Mittwoch, den 27. Juli 2011

In einem Beitrag fĂŒr “Spiegel Online” berichtet Stephan Ort aus Thessaloniki ĂŒber griechische Musiker, die den Rembetiko spielen, eine Art orientalisch angehauchten Blues, der in den 1920ern entstand. Ein Musiker, auf den sich im Artikel berufen wird – Markos Vamvakaris – ist auch einer der Protagonisten von David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), in dem die damalige Musikszene, ihr Lifestyle und ihre Querelen mit der Obrigkeit im Mittelpunkt stehen.

Schunkel-Blues der Gangster

In Haschisch-Höhlen und GefĂ€ngnissen entstand in Griechenland eine einzigartige Musik: der Rembetiko. Die Songs handeln von Liebe und Leid, vom Knast und von Drogen – wer sie in ihrer authentischen Form erleben will, entdeckt in dĂŒsteren Seitenstraßen-Spelunken die Seele des Landes.

Das Tombourlika hat geschlossen, und Vangelis kann sich kaum halten vor Lachen. Er deutet auf den handgeschriebenen Zettel hinter einem der Fenster des Lokals. “48 Stunden Generalstreik”, steht darauf. “Das ist so typisch Rembetiko, immer protestieren gegen die Obrigkeit”, gluckst der 22-JĂ€hrige. mehr

“Bildergeschichten zum Pop-Kanon”

Freitag, den 22. Juli 2011

FĂŒr die “Neue ZĂŒrcher Zeitung” schreibt Frank SchĂ€fer am Freitag, dem 22. Juli ĂŒber Comics und Musik. Im Fokus seiner Artikels stehen “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” von Arne Bellstorf (Reprodukt), “Bob Dylan – Revisited” (diverse Zeichner, Carlsen), “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt) sowie “O’Boys” von Philippe Thirault & Steve Cuzor (Ehapa).

Bildergeschichten zum Pop-Kanon
Musik-Comics thematisieren die Geschichte verschiedener Pop-Traditionen

Comics ĂŒber Geschichte und Geschichten unterschiedlicher Pop-Traditionen bilden auf dem Markt der Graphic Novel ein eigenstĂ€ndiges Genre. JĂŒngst erschienene Comics-BĂ€nde thematisieren Stile wie den griechischen Rembetiko und den Blues, aber auch Pop- und Rock-Legenden wie die Beatles oder Bob Dylan.

Pop ist sich selbst historisch geworden. Seit Jahren schon stĂŒrzt er sich in seine Ruhmeshallen und seine Asservatenkammern, weil Patina immer schon Relevanz verheisst, die in Zeiten zunehmender UnĂŒbersichtlichkeit immer schwerer herzustellen ist. Der Musik-Comic, der sich auf dem boomenden Graphic-Novel-Markt zu einem gar nicht mehr so kleinen und kommerziell mitunter erfolgreichen Untersegment gemausert hat, ĂŒbernimmt diese regressiven Tendenzen und arbeitet sich ebenfalls am Kanon ab. In den letzten Monaten sind wieder ein paar einschlĂ€gige BĂ€nde erschienen. mehr

“SommerbĂŒcher: Graphic Novels”

Mittwoch, den 6. Juli 2011

Korinna Hennig hat am 5. Juli auf NDR Info drei Buchtipps fĂŒr den Sommer vorgestellt: “In meinen Augen” von Bastien VivĂšs, “Rembetiko” von David Prudhomme (beide Reprodukt) und “Dantes Göttliche Komödie” von Seymour Chwast (Knesebeck).

In meinen Augen

Dieses Buch ist eine der beeindruckendsten Liebesgeschichten seit langem. Und das liegt gar nicht am Plot, der ist rasch erzĂ€hlt: Zwei junge Menschen verlieben sich, reden, gehen aus, und irgendwann wird es kompliziert – oder besser: sie wird irgendwie kompliziert, wie MĂ€dchen nun mal sind. Nein, dass “In meinen Augen” so großartig ist, liegt an der radikalen Perspektive. Denn die Geschichte ist allein aus der Sicht des verliebten ErzĂ€hlers geschrieben: Wie er die rothaarige Schöne in der Unibibliothek kennen lernt, mit ihr ins Kino und in den Zoo geht, sie fast kĂŒsst und dann doch nicht. Wie er beim Reden nur ihre Lippen sieht oder sie nach einer Partynacht, schon schlafend, fĂŒrsorglich auszieht – der Leser sieht und hört immer nur sie, die Antworten des ErzĂ€hlers bleiben ausgespart. mehr

David Prudhomme in “Le Monde diplomatique”

Mittwoch, den 13. April 2011

In der aktuellen Ausgabe der Monatszeitung “Le Monde diplomatique” findet sich diese großformatige ComicseĂ­te des französischen Zeichners David Prudhomme. Im vergangenen Jahr sind von David Prudhomme in deutscher Sprache erschienen: “Die Plastikmadonna” (Carlsen, mit Pascal RabatĂ©) und “Rembetiko” (Reprodukt).

“Siegeszug unter falscher Flagge”

Freitag, den 31. Dezember 2010

In der “FAZ” vom 30. Dezember 2010 macht sich Andreas Platthaus kritische Gedanken ĂŒber Graphic Novels und ihre Bedeutung fĂŒr den Buchmarkt. “Die Comicbranche wittere Morgenluft”, nimmt er an, und stellt im Folgenden drei Titel aus dem Jahr 2010 vor: “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt), “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou, sowie “Anne Frank” von Ernie Colon und Sid Jacobson (Carlsen).

Siegeszug unter falscher Flagge

Das ist ihre Chance bei Buchhandel und Publikum: Comics heißen jetzt „Graphic Novels“ und verĂ€ndern ihr Image. Der Mut bei den Verlagen wĂ€chst dementsprechend, doch von drei besonders hoch gehandelten Neuerscheinungen kann nur eine restlos ĂŒberzeugen.

Wenn es nur einen einzigen neuen Comic zu benennen gĂ€lte, der die VorzĂŒge dessen, was man heute „Graphic Novel“ nennt, beweisen mĂŒsste, dann hieße die Wahl: „Rembetiko“. Dieser Band, den der 1969 geborene David Prudhomme im vergangenen Jahr in seiner französischen Heimat herausgebracht hat, ist jetzt sehr schnell auch ins Deutsche ĂŒbersetzt worden: von Reprodukt, einem kleinen Berliner Verlag, der sich mit am kompromisslosesten dem neuen Genre der Graphic Novels verschreibt. Andere deutsche Verlage hatten „Rembetiko“, der in Frankreich gefeiert wurde, abgelehnt. Aber ist dieses Genre ĂŒberhaupt neu?  mehr

Comics in den Medien – Oktober 2010

Mittwoch, den 27. Oktober 2010

Neben zahlreichen Meldungen in der deutschsprachigen Presse, in Funk und Fernsehen, gab es in den vergangenen Wochen auch einige ErwĂ€hnungen deutscher Comics und ihrer Macherinnen und Macher in internationalen Medien. Zum Beispiel interviewte Tomasz Pstrągowski am Rande des Comicfestivals in Lodz den Berliner Zeichner Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt) fĂŒr das polnische Online-Comicmagazin komiksomania.pl: “Nie jestem bohaterem”.

Mit “Wanderlust” widmet Matthias Wivel auf dem amerikanischen “The Comics Journal”-Blog Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) eine ausfĂŒhrliche Besprechung. Darin wird Ulli Lusts autobiografischer Reisebericht eingeordnet zwischen Goethes “Italienische Reise” und Christiane F.s “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”: “a fascinating study of human behavior under duress”. Erfreulich zu sehen, dass deutsche Comics auch im Ausland immer breiter wahrgenommen werden.

“Schlicht grossartig” findet Bert Dahlmann Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52) in seiner kurzen Vorstellung auf westzeit.de. Das gegenwĂ€rtige Schaffen Barus, der im nĂ€chsten Jahr PrĂ€sident des Comicfestivals in AngoulĂȘme sein wird, stellt Andreas Platthaus auf seinem “FAZ”-Blog vor und spart in Bezug auf “Elende Helden” nicht mit lobenden Worten, wenn er in “Arme Typen, aber was fĂŒr ein Reichtum an Geschichten!” unter anderem ausfĂŒhrt, warum Baru “auch im Alter von ĂŒber sechzig immer noch einer der frischesten Comiczeichner der Welt ist”.

Ein weiterer Titel der Edition 52 wurde zuletzt ebenfalls besprochen: Die Veröffentlichung des ersten Teils von Jeff Lemires “Essex County”-Trilogie, “Geschichten vom Land”, nimmt Lars von Törne auf tagesspiegel.de zum Anlass, den Autor und sein Werk vorzustellen: “Nur wenige Autoren verbinden Elemente des Mainstream und der Comic-Avantgarde so gekonnt wie Jeff Lemire.” schreibt er in “Schöner Schmerz”. Auf comicgate.de vergleicht Benjamin Vogt in seiner Besprechung Jeff Lemires Stil lobend mit dem von Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen). Derselbe Rezensent bespricht auch Jiro Taniguchis Western-Manga “Sky Hawk” (Schreiber & Leser) und weist bei allem Lob auf einige SchwĂ€chem im Genre-Mix hin. In den ungefĂ€hr zur Zeit der großen Depression angesiedelten Geschichten in Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott und andere Geschichten” (Carlsen) erkennt Andreas Fisch – ebenfalls auf comicgate.de – eine Reihe von Parallelen zur heutigen Zeit. Die “Ur-Graphic Novel” nennt Fabian Kettner den Band in seiner ausfĂŒhrlichen Vorstellung auf literaturkritik.de.

In der Zeit ganz weit zurĂŒck geht Jens Harder in seiner Graphic Novel “Alpha – directions” (Carlsen), der Thomas Hummitzsch auf textem.de attestiert, “spektakulĂ€re Evolutionsbilder” zu finden. Marco Behringer stellt an gleicher Stelle “die Geschichte der Beat-Literatur als Graphic Novel” vor, namentlich “The Beats” (Walde+Graf) von den Herausgebern Harvey Pekar und Paul Buhle. Wer hĂ€tte gedacht, dass einmal “Bertrand Russel als Comicheld” erscheinen wĂŒrde, fĂŒhrt ebenfalls Marco Behringer in seiner Besprechung von Apostolos Doxiadis’ und Christos H. Papadimitrious’ “Logicomix” (Atrium) auf textem.de aus. Wolfgang Popp stellt “Logicomix” auf Ö1 vom ORF vor. Der dazugehörige Text lĂ€sst sich hier nachlesen und hier nachhören.

Christian Möller sprach anlĂ€sslich der Veröffentlichung einiger Comics, die sich mit religiösen Themen auseinandersetzen, mit dem Kölner Autor Ralf König (“Antityp”, Rowohlt) ĂŒber den “Boom des Göttlichen”. Der Beitrag lief im Deutschlandfunk. In einer kurzweiligen Bilderstrecke stellt WDR1 Live Arne Bellstorfs “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor.

In der “Welt” wurde Eric Corbeyrans Adaption von Franz Kafkas “Die Verwandlung” (Knesebeck) als gelungene Umsetzung kurz vorgestellt. FĂŒr die VogtlĂ€nder “Freie Presse” legt Oliver Seifert in “PĂŒnktchen, PĂŒnktchen, Komma Strich” dar, wie es StĂ©phane Heuet gelingt, aus Marcel Prousts Vorlage in “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” (Knesebeck) einen gelungenen Comic zu machen. Eher eine “LektĂŒrehilfe” erkennt darin jedoch Daniel WĂŒllner in seinem Artikel fĂŒr tagesspiegel.de: “Bis an die Grenzen der Zeit”. An gleicher Stelle stellt Waldemar Kesler die gelungene Zusammenarbeit zwischen David Prudhomme und Pascal RabatĂ© in “Die Plastikmadonna” (Carlsen) heraus: “Das Szenario und die Zeichnungen gehen bei der liebevollen Milieustudie so innig Hand in Hand, dass wir nur auf eine weitere Zusammenarbeit der beiden hoffen dĂŒrfen.”: “Die rote Maria”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de empfiehlt Comic-Autorin Elke R. Steiner (“Risiken und Nebenwirkungen”, GĂŒtersloher Verlagshaus) “Das Zeichen des Widders”, die Zusammenarbeit von Fred Vargas und Edmond Baudoin (Aufbau Verlag) als “Mitreißend, berĂŒhrend und voller ungewöhnlicher Charaktere”: “Kleiner Raub mit großen Folgen”.

Thomas Otts “R.I.P. – Best of 1985 -2004″ (Edition Moderne) stellt Christian Neubert auf titel-magazin.de vor. In diesen “Schattenseiten” erkennt der Autor “große Kunst”. Christian Neubert sprach am Rande der Frankfurter Buchmesse auch mit den frisch gekĂŒrten Sondermann-PreistrĂ€gern Felix Mertikat und Benjamin Schreuder ĂŒber die Auszeichnung und natĂŒrlich ĂŒber ihr gemeinsames DebĂŒt “Jakob” (Cross Cult): “Ein Konglomerat genialer Ideen”.

Comics zur Buchmesse in der Presse

Dienstag, den 5. Oktober 2010

In den Beilagen der großen Tageszeitungen anlĂ€sslich der Frankfurter Buchmesse finden Graphic Novels immer mehr Raum. In der “SĂŒddeutschen Zeitung” werden so heute “Die Verwandlung” (nach Franz Kafka, Erik Corbeyran) und “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” (nach Marcel Proust, StĂ©phane Heuet, beide erschienen bei Knesebeck) vorgestellt (im Internet noch nicht verfĂŒgbar).

In der “Berliner Zeitung” und der “Frankfurter Rundschau” befasst man sich mit gleich drei Neuerscheinungen. Christian SchlĂŒter wirft zunĂ€chst einen Blick in “Die Plastikmadonna” (Carlsen) von David Prudhomme (“Rembetiko”) und Pascal RabatĂ© (“BĂ€che und FlĂŒsse”, beide Reprodukt).

Ein Bilderstreit

„Die Plastikmadonna“ zeigt, wie wir Objekte mit religiöser Symbolik aufladen – um dann erbittert um unsere Ikonen zu kĂ€mpfen

Szenen einer Ehe: Émelie kehrt vollkommen beseelt von einer Reise zurĂŒck, es war eine Wallfahrt nach Lourdes, und muss sich bei ihrer Ankunft doch gleich Ă€rgern, weil ihr Mann sie nicht vom Bus abgeholt hat. Die streng glĂ€ubige Katholikin weiß auf ihre Weise Zeichen zu setzen. Sie hat eine Marienfigur mitgebracht und platziert sie kurzentschlossen auf dem Fernseher. Das wiederum bringt ihren Mann in Wallungen, denn Éduard ist streng glĂ€ubiger Kommunist. Der Streit weitet sich aus, sogar von Scheidung ist die Rede. Doch Émelie zeigt sich unbeeindruckt, und so greift der Mann zum letzten Mittel – er hĂ€ngt ein PortrĂ€t von Lenin ĂŒber dem Fernseher auf. mehr

Ebenfalls Christian SchlĂŒter stellt bei Peer Meters und Isabel KreitzÂŽ “Haarmann” (Carlsen) die “unerbittliche Genauigkeit” in der Umsetzung heraus:

Bleistift-Projekt

Wie fein, wie genau lÀsst sich mit dem Bleistift noch arbeiten? In einem Comic zumal? Die Hamburger Zeichnerin Isabel Kreitz schafft Bilder zu der Geschichte des Serienmörders Fritz Haarmann, die uns unerbittlich kein Detail ersparen.

Wie fein, wie genau lĂ€sst sich mit dem Bleistift noch arbeiten? In einem Comic zumal? Die Hamburger Zeichnerin Isabel Kreitz befindet sich seit geraumer Zeit auf dem Weg der Verfeinerung. Nicht, dass ihr das FlĂ€chige und Farbenfrohe nicht auch liegen wĂŒrde. Das zeigen allein schon ihre jĂŒngsten Arbeiten im Zeichen des von ihr hoch geschĂ€tzten Illustrators Walter Trier: die Erich-KĂ€stner-Adaptionen „Der 35. Mai“ (2006) sowie „PĂŒnktchen und Anton“ (2009). Doch nicht erst seit „Die Sache mit Sorge“ (2008) verfolgt Kreitz eine Art Bleistift-Projekt, das vor allem durch seine detailversessene Akkuratesse besticht. mehr

Und Jens Baltzer stellt die Parallelen zwischen der Comicgeschichte und der modernen mathematischen Logik heraus, die sich in “Logicomix” (Atrium) von Apostolos Doxiadis, Alecos Papadatos und Annie di Donna verbinden.

Logiker am Rande des Wahns

Wissenschaftsgeschichte in Bildern: Die „Logicomix“ zeichnen die Suche des Philosophen Bertrand Russell nach der reinen Vernunft nach

Der Comic ist genauso alt wie die moderne mathematische Logik; beide sind um das Jahr 1900 entstanden. WĂ€hrend damals Philosophen wie Bertrand Russell und Alfred North Whitehead in Großbritannien um eine NeubegrĂŒndung der Mathematik aus dem Geist der exakten Philosophie rangen, entstand in den Boulevardzeitungen der USA der Comic als moderne Form des ErzĂ€hlens mit Bildern. Beide Entwicklungen scheinen nur wenig miteinander zu tun zu haben. Und doch kreisen sie um ein und dasselbe PhĂ€nomen: die Unentscheidbarkeit. mehr

Auf einer Comic-Sonderseite berichtete der Berliner “Tagesspiegel” bereits in der letzten Woche ĂŒber Comics. Katja Schmitz-DrĂ€ger schreibt dort ebenfalls ĂŒber “Logicomix”:

Das Drama mit der Logik

„Logicomix“ erzĂ€hlt von der Suche nach der reinen und absoluten Wahrheit – virtuos, vielschichtig und unterhaltsam.

Ein paar Griechen machen sich auf, eine Geschichte ĂŒber Logik in Form eines Comicromans zu erzĂ€hlen – ein gewagtes Unterfangen. Dass die Autoren ausgerechnet einen Briten zum Protagonisten erkoren haben, anstatt unter den zahlreichen ehrwĂŒrdigen Denkern vor der eigenen TĂŒr zu suchen, ist die zweite ihrer erstaunlichen Entscheidungen. Noch erstaunlicher: Beide gehen auf. mehr

In einem Online-Interview mit Lars von Törne kam zudem Mitautor Apostolos Doxiadis zu Wort: “Ich hasste Mathematik”. Weitere Artikel befassten sich ebenfalls mit dem ersten Teil von StĂ©phane Heuets “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” sowie Jeff Lemires “Geschichten vom Land” (Edition 52). Die BeitrĂ€ge werden in den nĂ€chsten Tagen online im Comic-Bereich des Tagesspiegels veröffentlicht.

“Tanz den Metaxas”

Samstag, den 2. Oktober 2010

In der Samstagsausgabe der “taz” schreibt Waldemar Kesler heute ĂŒber “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt).

Tanz den Metaxas

FARBE DES GESANGS “Rembetiko” – der neue Comic von David Prudhomme erzĂ€hlt ein vergessenes Kapitel aus der Zeit der griechischen Obristendiktatur

Der französische Zeichner David Prudhomme erzĂ€hlt in seiner Comicgeschichte “Rembetiko” von der Freiheit von Musikern im faschistischen Griechenland 1936. Es ist eine elegische Geschichtsschau ĂŒber die Möglichkeiten und den Missbrauch der Kunst.

Bei einem Besuch in einem griechischen Restaurant mag es vorkommen, dass im Hintergrund unbemerkt eine Musik lĂ€uft, derentwegen im Griechenland der dreißiger Jahre Migranten aus Kleinasien von der faschistischen Diktatur verfolgt wurden. Diese Musik ist der “Rembetiko”, der mit seinem schwermĂŒtigen Klang dem Blues oder dem Fado verwandt ist. Er war die Musik der Außenseiter, der Halb- und Unterwelt, mit orientalischen Wurzeln, abgeklĂ€rt und melancholisch. mehr

“Die Plastikmadonna” bei WDR 5

Sonntag, den 29. August 2010

In der Sendung “Nachhören”, dem BĂŒchermagazin des WDR 5, hat Christian Möller bereits am 21. August Pascal RabatĂ©s und David Prudhommes Graphic Novel “Die Plastikmadonna” (Carlsen) mit einem sehr unterhaltsamen Beitrag vorgestellt.

Dass der Haussegen bei Familie Garnier schief hĂ€ngt, ist eigentlich nichts Neues. Großmutter Èmilie und Großvater Édouard haben sich stĂ€ndig in der Wolle. Kein Wunder: Sie ist strengglĂ€ubige Katholikin, er ein eingefleischter Kommunist. Als Émilie nun von ihrer Lourdes-Pilgerfahrt eine Madonnenfigur aus Plastik mitbringt und mitten auf dem Fernseher platziert, ist der Familienfrieden endgĂŒltig beim Teufel. Vor allem als die Kunststoff-Figur dann auch noch blutige TrĂ€nen weint. Mit viel Sinn fĂŒr Situationskomik erzĂ€hlen Pascal RabatĂ© und David Prudhomme diese verrĂŒckte Familiengeschichte, und mit einer spöttischen, aber immer liebevollen Sicht auf das Leben in der Provinz.

Nachhören lĂ€sst sich “Nachhören” hier (Der Beitrag zu “Die Plastikmadonna” beginnt etwa in der Mitte der Sendung.)

Comics in den Medien – August 2010 (2)

Freitag, den 20. August 2010

Graphic Novels ['gréfik 'nɔvəls] haben es in das Glossar der vom WDR betriebenen Website wissen.de geschafft. Die Kurzbeschreibung findet sich hier.

Zwei Fachzeitschriften haben sich in den vergangenen Wochen mit Graphic Novels befasst: FĂŒr “Spektrum der Wissenschaft” hat Lennart Pyritz Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) gelesen und attestiert dem Autor im Artikel “Comic-Evolution” eine “augenzwinkernde KreativitĂ€t”. Im “Deutschen Ärzteblatt” stellt Freddy Litten weniger erbauliche Inhalte vor: “Comics: Vergewaltigung, Krankheit und Tod”. Von den vorgestellten Comics ist einzig die Trilogie “Der Fotograf” von Didier LefĂšvre, Emmanuel Guibert und Pascal Lemercier (Edition Moderne) auf Deutsch erhĂ€ltlich.

In der laufenden Sommerserie des Berliner “Tagesspiegel” beantworten Comicautorinnen und -autoren einen 15 Punkte umfassenden Fragebogen. Bisher haben sich zu Wort gemeldet: Katharina Greve (“Ein Mann geht an die Decke”, die biblyothek), Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt), Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) und Flix (“Faust”, Carlsen).

An gleicher Stelle schreibt Christian Endres ĂŒber “Sky Hawk” (Schreiber & Leser), den neuen Band von Jiro Taniguchi. In Zwei Samurai bei den Sioux” lobt er die gelungene VerknĂŒpfung von Western und Manga. “Die Hölle PubertĂ€t” durchschreitet Melanie Gerland in ihrem autobiografischen DebĂŒt “Offene Arme” (Balance Verlag), wie Sven Jachmann ebenfalls auf tagesspiegel.de ausfĂŒhrt.

Leichtere Kost verspricht David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), auch wenn es dort “Zwischen Knast und Kneipe” heiß her geht. Thomas Klingenmaier schreibt ĂŒber das Buch in seinem Blogbeitrag auf der Seite der “Stuttgarter Zeitung”.

Im “Nordwestradio” von Radio Bremen hat Karolin Korthase ein weiteres Mal Peer Meters und Barbara Yelins Buch “Gift” (Reprodukt) vorgestellt. Der Beitrag lief in der Sendung “Literaturzeit” und kann hier noch einmal in ganzer LĂ€nge nachgehört werden.

“Comicautor Ralf König ist 50″ lautet die Überschrift des ausfĂŒhrlichen PortrĂ€ts, das auf der Website der Deutschen Welle zu finden ist. Dort resĂŒmiert die Autorin Gisa Funck: “Von einsetzender Altersmilde aber ist beim Altmeister glĂŒcklicherweise nichts zu spĂŒren, dessen Cartoons weiterhin erfrischend respektlos die Untiefen sozialer Konventionen ausloten.”.

Der “Stern”-Blogger Gerd Blank erkennt in Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) eine “herzergreifende, wundervoll gestaltete” Geschichte: “Die traurige Geschichte von ‘Jakob’”. Die beiden Kreativköpfe hinter dem Buch sind Absolventen der Filmhochschule Ludwigsburg und haben “Jakob” als medienĂŒbergreifendes Projekt gestartet, das “cinearte”, das Nachrichtenmagazin fĂŒr Filmschaffende, in der aktuellen Ausgabe vorstellt. Die Zeitschrift lĂ€sst sich komplett als PDF herunterladen.

“Nicolas Mahler. Sein Universum aus wenigen Strichen”

Dienstag, den 10. August 2010

Die aktuelle Ausgabe von “The Gap” glĂ€nzt mit einem Cover (und Cover-Story) von Österreichs Shooting Star Nicolas Mahler (Max und Moritz-PreistrĂ€ger 2006-2010). Auch ein Artikel zu “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt) ist in der August-Nummer des Magazins fĂŒr Glamour und Diskurs zu finden, leider beides nicht auf der Website www.thegap.at verlinkt.

Comics in den Medien – August 2010 (1)

Dienstag, den 3. August 2010

Am 6. August 1945 wurde ĂŒber dem Zentrum des japanischen Hiroshima die Atombombe gezĂŒndet. Den 65sten Jahrestag nahm Melanie Longerich im Deutschlandfunk zum Anlass, um in der Sendung “Andruck” den autobiografischen Manga von Keiji Nakazawa “Barfuß durch Hiroshima” (Carlsen) vorzustellen, in dem sich der Autor an seine Erlebnisse rund um den Abwurf und dessen verheerende Auswirkungen erinnert: “Atomkrieg als Manga”. Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) wurde bereits im Deutschlandradio Kultur vorgestellt, der Beitrag “Urknall im Comic” wird am heutigen Dienstag um 16:33h noch einmal im Deutschlandfunk im “Radiofeuilleton” wiederholt.  Zudem findet sich der Titel auf der August-Empfehlungsliste der Literaturredaktion: “Charles Darwin hĂ€tte sein Freude gehabt”.

Christian Möller hat Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) auf WDR 5 in der Sendung “Scala” vorgestellt und als “klug hintersinnig und höchstunterhaltsam” beschrieben. Zu einem etwas anderen Urteil ĂŒber den Band gelangt Waldemar Kesler auf “tagesspiegel.de”: “Göttliche Zumutung”. Weitere Kritik wird an gleicher Stelle gegenĂŒber Matthias Schultheiss’ “Die Reise mit Bill” (Splitter) geĂ€ußert: “Aus der Zeit gefallen” urteilt dort Klaus Schikowski, der sich in einem weiteren Artikel (“Der Zahn der Zeit”) mit Vampircomics beschĂ€ftigt. Unmittelbarer Anlaß ist die Veröffentlichung der Manga-Umsetzung des ersten Bandes der “Twilight”-Reihe von Stephenie Meyer: “Twilight: Biss zum Morgengrauen: Der Comic, Band 1″ (Carlsen). Mit “Sun Village” von Inio Asano widmet sich Lars von Törne einem weiteren Manga: In dieser “Jagd nach dem GlĂŒck” zeige sich ein Manga-Star in “Bestform”. Von Törne spach auch mit David Prudhomme, dem Autor und Zeichner von “Rembetiko” (Reprodukt) ĂŒber eben jenes Buch: “Ich habe im Atelier getanzt”.

FĂŒr den österreichischen Kultur-Blog wienerpost.at sprach Harald Havas mit Ulli Lust ĂŒber ihren Band “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag): “460 Comic-Seiten Leben”. Auf titel-magazin.de fragt Lida Bach “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?” und lobt die Neuausgabe von Jon J. Muths “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult).

“Mit „Gift“ ist der Comic nun endgĂŒltig in der Belletristik angekommen.” resĂŒmiert Felix Giesa auf satt.org in seiner Besprechung von Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” (Reprodukt): “Die VerfĂŒhrung der Ahnungslosen”. Lobendes hat er an gleichem Ort in “Todessehnsucht” auch ĂŒber Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) zu sagen.

Daniel Benedict schreibt in der “Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung” ĂŒber Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen): “Autobiografisches und Geschichtsschreibung fallen hier zusammen – ein Muster, das Schule macht.”: “Gotteskritik in der Sprechblase”. Auf cult:online, der Online-Ausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie stellt Cornelia Fiedler Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen) sowie die Luxusausgabe des Bandes (Edition 52) vor: “Hinterm HofbrĂ€uhaus das Jenseits”.

Aus dem NĂ€hkĂ€stchen plaudert Andreas Platthaus in zwei BeitrĂ€gen auf seinem Blog fĂŒr die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: Zum einen schreibt er dort ĂŒber ein in Frankreich erschienenes Reisetagebuch von David B. (“Auf dunklen Wegen”, avant-verlag”) und ĂŒber die Beteiligung von Art Spiegelman (“Die vollstĂ€ndige Maus”, S. Fischer) an einem Tanztheater vor projizierten Animationszeichnungen.

Comics in den Medien – Juli 2010 (3)

Freitag, den 16. Juli 2010

Nachdem beim Bayerischen Rundfunk im ZĂŒndfunk am 14. Juli ein Beitrag von Markus Köbnik ĂŒber “Alans Krieg” ausgestrahlt worden ist, kann man das Interview mit dem Autor Emmanuel Guibert auch online lesen: “Ein Soldat namens Alan Cope”

FĂŒr den Radiosender 1LIVE hat Christian Möller Alex Robinsons Graphic Novel “Unvergessene Zeiten” (Edition 52) gelesen: “Highschool-Hypnose”

Auf satt.org schreibt Felix Giesa unter dem Titel “Die VerfĂŒhrung der Ahnungslosen” ĂŒber das Medienecho auf “Gift” von Peer Meter & Barbara Yelin (Reprodukt) und Ă€ußert die These, dass der Comic nun endgĂŒltig in der Belletristik angekommen sei.

In der Rubrik “Comic” auf textem.de findet sich ein neuer Artikel von Marco Behringer, der seine Sicht auf “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) in aller KĂŒrze umreisst.

Auf den Comicseiten von tagesspiegel.de schreibt Markus Dewes ĂŒber “Und wir trĂ€umten von der Zukunft” von Brian Fies (Knesebeck Verlag”), die Überschrift lautet “Mein Vater, der Held”. Und Micha Wießler empfiehlt in seiner Kolumne “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt): “Rebellen der Nacht”.

Auf “Propellerinsel”, dem Kulturblog der “Stuttgarter Zeitung”, schreibt Thomas Klingenmaier ĂŒber “Der Geschmack von Chlor” des jungen französischen Zeichners Bastien VivĂšs (Reprodukt): “Der Geruch von Kinderpisse und alter Haut”

“Rembetiko” von David Prudhomme

Donnerstag, den 25. MĂ€rz 2010

Zum Comic-Salon Erlangen vom 3. bis zum 6. Juni 2010 werden, wie alle zwei Jahre wieder, viele Comiczeichner nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern und aus Übersee von den Verlagen eingeladen.

Am Stand von Reprodukt werden in diesem Jahr aus Frankreich KerascoĂ«t (Marie Pommepuy und SĂ©bastien Cosset, “Jenseits”), Marc-Antoine Mathieu (“Der Ursprung”), David Prudhomme (“Plastik Madonna”, mit Pascal RabatĂ© – erscheint in KĂŒrze bei Carlsen) und Bastien VivĂšs (“Der Geschmack von Chlor”) zu Gast sein. Grund genug, das ursprĂŒnglich fĂŒr eine Veröffentlichung im Herbst 2010 geplante Album “Rembetiko” von David Prudhomme vorzuziehen und schon im Juni – also rechtzeitig zum Comic-Salon Erlangen – vorzulegen. Eine zwanzigseitige Leseprobe gibt es jetzt vorab zum Download (8,2 MB): “Rembetiko”

Im aktuellen Newsletter des Buchservice Passe-Partout schreibt Kai Wilksen ĂŒber “Rembetiko”:

Es gibt BĂŒcher, geschriebene und gezeichnete, die sind ein kleines Wunder. Man taucht so tief in ihre Geschichte und ihre AtmosphĂ€re ein, dass man sie wie ein Erlebnis in Erinnerung behalten wird. RĂ©bĂ©tiko (La mauvaise herbe) ist so ein Buch. Geschildert werden vierundzwanzig Stunden im Leben von fĂŒnf Musikern im PirĂ€us des Jahres 1936, als der Rembetiko noch eine subversive Kraft entwickelte, die vom gerade an die Macht gekommenen Regime gefĂŒrchtet und bekĂ€mpft wurde. Stavros, Markos, Batis, Artemis und ‘Chien’ ziehen durch die Stadt, trinken, rauchen Haschisch, haben Probleme mit Frauen, Ganoven und Polizisten – und spielen natĂŒrlich ihre Musik, den “griechischen Blues”. David Prudhomme erzĂ€hlt all das so eindringlich wie beilĂ€ufig. Vor allem aber hat er in diesem Buch seinen flĂ€chigen Zeichenstil durch eine nuancenreichere LinienfĂŒhrung und eine leuchtende Farbgebung, die das strahlende mediterrane Licht ebenso einfĂ€ngt wie die Schatten der schummrigen Hafentavernen, zu einer Bildsprache weiterentwickelt, die eine IntensitĂ€t erzeugt, so hypnotisch wie der Rembetiko selbst.

Rembetiko, ISBN 978-3-941099-56-2, 104 Seiten, farbig, 29 x 22,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt

Die PreistrĂ€ger des Festival International de la Bande DessinĂ©e AngoulĂȘme 2010

Dienstag, den 2. Februar 2010

angou_preisAm vergangenen Wochenende fand im französischen AngoulĂȘme wie jedes Jahr das “Festival International de la Bande DessinĂ©e” statt, das grĂ¶ĂŸte Comicfestival Europas. Wieder strömten von Donnerstag bis Sonntag zehntausende Besucher in das beschauliche Stadtzentrum, um dort Ausstellungen, Diskussionen, Signierstunden oder weitere Veranstaltungen zu besuchen oder einfach um an den vielen VerlagsstĂ€nden die neuesten Veröffentlichungen zu erwerben. Höhepunkt war die Verleihung der Festivalpreise in unterschiedlichen Kategorien und die Vergabe des “Grand Prix”, der höchsten Festivalauszeichnung, die immer an einen Zeichner vergeben wird, der wiederum im Folgejahr als PrĂ€sident des Festivals mit einer großen Ausstellung gewĂŒrdigt wird.

baru_angou2010

Nachdem in diesem Jahr Blutch (“Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag, “Der kleine Christian”, Reprodukt) diese Ehre zuteil geworden war, fiel die Wahl fĂŒr 2011 auf Baru. Der als HervĂ© BarulĂ©a geborene französische Zeichner ist auch hierzulande bekannt, derzeit sind mit “Autoroute du soleil” (Carlsen) sein bekanntestes und mit “Elende Helden”(zusammen mit Autor Pierre Pelote, Edition 52) sein neuestes Werk auf Deutsch erhĂ€ltlich. DarĂŒber hinaus ist seine Boxergeschichte “Wut im Bauch” (Edition 52) in zwei BĂ€nden lieferbar.

gn_angou2010In den zum Teil neu geschaffenen Preiskategorien der “Selection Officielle” gewannen wieder eine Reihe Graphic Novels. Besonders erfreulich dabei war die Verleihung des “Prix de l’audace” an den Berliner Autor Jens Harder fĂŒr sein Buch “Alpha” (erscheint Ende Mai bei Carlsen). Nachdem die französische Veröffentlichung von “Alpha” auf dem Festival des Vorjahrs fĂŒr Aufsehen gesorgt hatte, war die Nominierung in diesem Jahr folgerichtig und die Auszeichnung natĂŒrlich sehr erfreulich.

Weitere Auszeichnungen gingen an Michel Rabagliati, der fĂŒr “Paul Ă  QuĂ©bec”, eine Fortsetzung von “Pauls Ferienjob” (Edition 52), den “Prix du public” erhielt. Der “Prix regards sur le monde” ging an David Prudhomme fĂŒr sein nach dem gleichnamigen griechischen Musikstil benanntes Album “RĂ©bĂ©tiko” (Futuropolis), das im Herbst dieses Jahres bei Reprodukt erscheinen wird.

Foto Baru © BDAngoulĂȘme.com

Carlsen Sommerprogramm 2010

Freitag, den 11. Dezember 2009

Von April bis September 2010 konzentriert man sich bei Carlsen Comics vor allem auf BewĂ€hrtes: Farbige Faksimile-Ausgaben von “Tim & Struppi” sowie Neuauflagen von “Spirou & Fantasio” und “Gaston” und neue BĂ€nde sattelfester Serien wie “Thorgal” oder “Prinz Eisenherz” dominieren das neue Programm.

zoo_im_winterAber auch im Segment Graphic Novels gibt es einige Neuerscheinungen anzukĂŒndigen: Mit “Ein Zoo im Winter” erscheint ein neuer Titel von Jiro Taniguchi, bekannt und beliebt durch “Vertraute Fremde” und “Die Sicht der Dinge”.

Der Verlag zu “Ein Zoo im Winter”: Der 2008 entstandene Band “Ein Zoo im Winter” ist das neueste Schwarzweiß-Werk von Jiro Taniguchi und mit Sicherheit eines seiner besten. Autobiographisch inspiriert, bietet dieses Buch keine autobiographisch-chronologische Nabelschau, sondern eine sehr stimmungsvolle, in sich geschlossene ErzĂ€hlung. Es geht um den jungen, introvertierten und etwas schĂŒchternen Fabrikarbeiter Hamaguchi, der von Kyoto aus nach Tokyo kommt und sich dort als Assistent in einem Comiczeichner-Team verdingt – und natĂŒrlich um zwischenmenschliche Beziehungen, ob beim Zeichnen im Studio, draußen in der Stadt oder im Nachtleben Tokyos. Nicht nur thematisch und erzĂ€hlerisch, auch grafisch ist dies eines der schönsten Taniguchi-BĂŒcher.

Der dritte und abschließende Band von Osamu Tezukas dĂŒsterem Thriller “Kirihito” erscheint im Juni 2010. Der erste Band der Serie wurde hier bereits vorgestellt.

faustAuch Jens Harders “Alpha – Directions” ist angekĂŒndigt und soll im Juni 2010 erscheinen, wie an anderer Stelle auf graphic-novel.info bereits erwĂ€hnt.

Ebenfalls im Segment Graphic Novel wird “Faust” von Flix prĂ€sentiert. In insgesamt 80 Strips ist Flix’ neue Serie von Juli bis Mitte Dezember 2009 in der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” vorveröffentlicht worden. Die Albenausgabe verweist gestalterisch auf die bekannten gelben Klassiker aus dem Reclam Verlag.

Eine ausfĂŒhrliche Vorstellung von Flix und “Faust” findet sich auf den Seiten der “FAZ” – einen weiteren umfangreichen Einblick in das neue Buch erhĂ€lt man aktuell auf der Startseite zur Homepage des Berliner Zeichners.

plastik-madonnaGezeichnet von David Prudhomme nach einem Szenario von Pascal RabatĂ© (“BĂ€che und FlĂŒsse”, Reprodukt) erscheint im September 2010 “Plastik Madonna”.

Begeistert schreibt Kai Wilksen auf www.pp-buch.de zum Inhalt der französischen Originalausgabe “La Marie en plastique”: In ihrem kleinen Haus mit Garten könnte die Familie Garnier glĂŒcklich und zufrieden leben, lĂ€gen sich die frömmelnde Großmutter und der kommunistische Großvater nicht stĂ€ndig in den Haaren. Nachdem er ein Bild von Lenin an die Wand hinter der von ihr aus Lourdes mitgebrachten Plastik-Madonna aufgehĂ€ngt hat, scheint ein wackliger Waffenstillstand erreicht zu sein. Doch dann beginnt die Figur, Blut zu weinen… Das alles ist mit leichter Hand und in beschwingten Bildern erzĂ€hlt – ein wirkliches kleines Wunder.

“Faust” von Flix, ISBN 978-3-551-78977-8, 96 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover € (D) 14,90, erscheint im April 2010
“Ein Zoo im Winter” von Jiro Taniguchi, ISBN 978-3-551-75284-0, 232 Seiten, 14,5 x 21 cm, Klappenbroschur, € (D) 16,-, erscheint im Mai 2010
“Alpha – Directions” von Jens Harder, ISBN 978-3-551-78980-8, Hardcover matt, 360 Seiten, 19,4 x 30,5 cm, € (D) 49,90, erscheint im Juni 2010
“Kirihito” 3 von Osamu Tezuka, ISBN 978-3-551-79182-5, 288 Seiten, 14,5 x 21 cm, Klappenbroschur, € (D) 16,90, erscheint im Juni 2010
“Plastik Madonna” von Pascal RabatĂ© & David Prudhomme, ISBN 978-3-551-78969-3, 128 Seiten, 17 x 24 cm, € (D) 18,90, erscheint im September 2010