Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Die Sputnik-Jahre’

“Jetzt mal wieder Klassenkampf”

Freitag, den 23. November 2012

In den heutigen Ausgaben der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau schreibt Christian Schlüter über die Comics des französischen Autoren Baru. Darin stellt er schlaglichartig seine bei der Edition 52 erschienenen Bände “Schönes neues Jahr”, “Elende Helden” (Szenario: Pierre Pelot) und “Hau die Bässe rein, Bruno!” sowie das bei Reprodukt erschienene Buch “Die Sputnik-Jahre”. Besonders angetan zeigt sich Schlüter  von Barus Fähigkeit, Milieustudien mit Eigenschaften des trivialen Comics zu verknüpfen und erklärt ihn zum “Meister der Milieu- und Alltagsgeschichten”: “Jetzt mal wieder Klassenkampf”.

Graphic Novels in den Medien – 25. September 2012

Dienstag, den 25. September 2012

Neben der umfangreichen Berichterstattung zu Art Spiegelman sind in den Medien weitere Graphic Novels erwähnt worden. Zum Beispiel schreibt heute Holger Kreitling in der “Welt” über “Die Sputnik-Jahre” von Baru (Reprodukt): “Spielt nicht mit den Schmuddelkindern”. Er sortiert das Buch als unlarmoyante Erzählung zwischen Kinderbuchklassikern wie “Der kleine Nick” und dem “Krieg der Knöpfe” ein und vergisst nicht zu erwähnen, dass Baru am Rande auch auf Tim & Struppi Bezug nimmt.

Auf seinem FAZ-Blog schreibt Andreas Platthaus voller Anerkennung über “Rosalie Blum” von Camille Jourdy (Reprodukt): Sie erzähle “souverän” und mit “psychologischer Tiefe” und vergesse dabei den Humor nicht. Er resümiert, dass der Band als Roman funktioniere, was nicht allen Graphic Novels gelinge, die sich in diese Richtung strecken: “Ein Stalker wird verfolgt”.

“Virtuos umgesetzt” findet Jürgen Schickinger “Packeis” von Simon Schwartz (avant-verlag), wie er in seinem Beitrag für die “Badische Zeitung” schreibt:  Mit seinem Beitrag kündigt er auch Schwartz´ Anwesenheit bei der 7. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung an, die an diesem Wochenende in Freiburg stattfinden wird.

Auf der Jugendseite der “Berliner Zeitung” stellten Lisa Brückner und Cordula Kehr “Im Land der Frühaufsteher” von Paula Bulling (avant-verlag) vor, die den Band nicht nur Comicliebhabern ans Herz legen, sondern auch denjenigen Leserinnen und Lesern, die sich für die derzeitige Asyl-Problematik interessieren. Der Beitrag “Bilder einer geschlossenen Gemeinschaft” kann nun auch online nachgelesen werden.

“Klassenkampf und Kinderspiele” – Baru in der taz

Sonntag, den 22. Juli 2012

Christoph Haas hat für die Wochenendbeilage der taz die 2012 erschienenen Bände “Schönes neues Jahr” (Edition 52) und “Die Sputnik-Jahre” (Reprodukt) des französischen Comickünstlers Baru besprochen, der “hierzulande noch als großer Stilist und Fürsprecher der Marginalisierten zu entdecken” sei. Mit “Schönes neues Jahr” (drei Kurzgeschichten aus Barus Frühzeit) und den ursprünglich 2003 in vier Bänden erschienenen Kindheitserinnernungen “Die Sputnik-Jahre” liegen nun zwei neue Bände von Baru auf Deutsch vor.

Besonders beeindruckt ist Haas von Barus Zeichenstil in “Die Sputnik-Jahre”: “Die sanfte Farbigkeit steht in reizvollem Kontrast zur karikaturistischen, von José Muñoz und Jean-Marc Reiser beeinflussten Figurendarstellung, und der fließende Wechsel von konventioneller zu freier Seitenaufteilung zeugt von einem gleich großen Sinn für Dramaturgie und den ökonomischen Einsatz spektakulärer Mittel. Als Fürsprecher der Marginalisierten kann man Baru schätzen, als Stilisten muss man ihn bewundern.” “Klassenkampf und Kinderspiele.”

“Die Sputnik-Jahre” von Baru

Mittwoch, den 9. Mai 2012

Ende Mai erscheint bei Reprodukt mit “Die Sputnik-Jahre” von Baru ein Werk, in dem er auf seine Kindheit in einer lothringischen Kleinstadt zurückblickt – das Hochofenwerk seines Heimatortes war in den Fünfzgerjahren Anziehungspunkt für Arbeitssuchende aus Italien, Polen, Algerien, Deutschland und anderen Ländern. Das Aufeinandertreffen der Kulturen auf engstem Raum bietet immer wieder Anlass auch für blutige Auseinandersetzungen – sowohl untereinander als auch mit der französischen Staatsmacht.

1957. Während die Menschheit neuerdings Nacht für Nacht in den Himmel starrt, um die Metallkugel zu entdecken, die die Russen in den Orbit geschossen haben, gilt Igors Begeisterung wesentlich weltlicheren Dingen: Fußball. Indianerspielen. Den Trotteln aus der Unterstadt auf die Mütze hauen. Bis das Weltraumfieber auch den 13-Jährigen und seine Kumpels packt: So schwer kann es doch wohl nicht sein, Professor Bienleins Rakete aus “Reiseziel Mond” nachzubauen…

Baru gelingt es mit leichter Hand, die Fünfzigerjahre in einem lothringischen Industriestädtchen aufleben zu lassen. Mitreißend erzählt und ohne jede nostalgische Verklärung.

“Baru beweist ein enormes Gespür für Atmosphäre und Authentizität.” – Siggi Seuss, Die Zeit

Baru, das ist Hervé Barulea, geboren 1947 in Thil (Meurthe-et-Moselle) in Lothringen, fand erst spät seine Berufung. Er debütierte in den frühen 1980er-Jahren als Comiczeichner im Magazin “Pilote” und veröffentlichte 1984 sein erstes Album “Quéquette Blues, Part Ouane”. In der Folge etablierte Baru sich mit Büchern wie “Cours, Camarade” (dt. “Lauf, Kumpel!”, Carlsen 1989) und “Le Chemin de l’Amérique” (dt. “Der Champion”, Carlsen 1991) als eine der wichtigsten Stimmen des europäischen Comics. 1991 begann Baru mit “Autoroute du Soleil” (Carlsen) eine umfangreiche Erzählung für das japanische Verlagshaus Kodansha, die exemplarisch für sein Schaffen steht und den Beweis erbringt, dass relevante gesellschaftliche Themen und rasante, unterhaltsame Geschichten auch im Comic wunderbar Hand in Hand gehen. “Die Sputnik-Jahre” erschienen von 1999 an zunächst in vier Alben, die auf Deutsch erstmals bei Carlsen verlegt wurden.

Barus Werke der jüngsten Zeit – “Wut im Bauch”, “Elende Helden” (mit Szenarist Pierre Pelot), “Hau die Bässe rein, Bruno!” oder “Schönes Neues Jahr” – erscheinen in deutscher Sprache bei Edition 52. Im Jahre 2010 wurde Baru mit dem “Grand Prix de la Ville d’Angoulême” geehrt, der höchsten Auszeichnung des europäischen Comics.

Die Sputnik-Jahre, ISBN 978-3-943143-10-2, 208 Seiten, farbig, 25,5 x 15 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im Mai 2012 bei Reprodukt