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“Holocaust im Comic – Tabubruch oder Chance?” – Fachtagung in Berlin

Freitag, den 26. September 2008

154db9b9f7.jpgEine eintägige Fachtagung des Berliner Anne-Frank-Zentrums, die in der Nordrhein-Westfälischen Landesvertretung in Berlin stattfinden wird, befasst sich am 10. Oktober 2008 mit dem pädagogischen Aspekt des Comics “Die Suche” von Eric Heuvel, Ruud van der Rol und Lies Schippers.

Im Jahr 2007 erschien im Anne-Frank-Haus der pädagogische Comic “Die Suche”, der in den Niederlanden entwickelt und erprobt wurde. Von Februar bis Juli 2008 testete das Anne-Frank-Zentrum den Einsatz von “Die Suche” im Geschichtsunterricht an verschiedenen Schulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Parallel zu der Testphase in Deutschland wurde das Material an Schulen in Polen und Ungarn erprobt.

Auf der Fachtagung werden in Vorträgen und Workshops Fragen zur pädagogischen Arbeit mit Graphic Novels zum Thema Holocaust diskutiert. Die Veranstaltung soll einen Diskurs über die historisch-politische Bildungsarbeit anregen und gleichzeitig eine Plattform für Erfahrungsaustausch unter Fachkolleginnen und -kollegen bieten.

74657c1226.jpgNeben verschiedenen Pädagogen, die aus der Praxis berichten, wird es eine Podiumsdiskussion und eine Signierstunde mit Co-Autor und Zeichner Erik Heuvel geben. Die Podiumsdiskussion befasst sich mit “Herausforderungen, Chancen und Grenzen der pädagogischen Arbeit mit Graphic Novels zum Thema Holocaust” und wird vom Kölner Comic-Publizisten Klaus Schikowski moderiert. Als Gäste geladen sind der Germanist Dr. Jens Birkmeyer (Münster), die Pädagogin Jutta Weiler (Düren), Thomas Heppener vom Anne Frank-Zentrum Berlin, die Publizistin und Comic-Herausgeberin Jutta Harms, und als Vertreter der Kultusministerkonferenz Robert Siegel.

Das Programmheft kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden, eine Anmeldung ist bis zum 30. September und online hier möglich. Das Buch kann im Online-Shop des Anne Frank-Zentrums bestellt werden.

Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Hiroshimastr. 12-16, D-10785 Berlin-Tiergarten

Abbildungen © Anne-Frank-Zentrum

“Die Suche” – Holocaust-Comic in der Presse

Mittwoch, den 27. Februar 2008

Die SucheDer Comic “Die Suche”, der im Zeichenstitl der belgischen Ligne Claire die Shoah thematisiert, wurde bereits vielerorts besprochen und als Phänomen wahrgenommen, beispielsweise auf Spiegel Online oder in “Die Welt”).

Jutta Harms, verantwortlich für die Pressearbeit von Editon Moderne, Reprodukt – und seit kurzem auch für den Berliner Avant-Verlag und die Wuppertaler Edition 52 –, wurde in der vergangenen Woche von Michael Kimmelmann von der “New York Times” zu diesem Thema befragt, nicht zuletzt, weil sie 2005 gemeinsam mit Katja Lüthge die Ausstellung “Mit Supermann fing alles an – Jüdische Künstler prägen den Comic” kuratiert hatte, die in der Galerie Neurotitan im Haus Schwarzenberg gezeigt wurde. Im Haus Schwarzenberg in Berlin ist auch das Berliner Anne Frank-Zentrum beheimatet, ein Pendant zum Anne Frank-Haus in der Niederlande, das als Herausgeber von “Die Suche” verantwortlich zeichnet. Pressestimmen zur Ausstellung “Mit Supermann fing alles an” von 2005 finden sich bei “Der Tagesspiegel” und www.hagalil.com.

Auch der Artikel der “New York Times” lässt sich online nachlesen:

No Laughs, no Thrills and Villains All Too Real

BERLIN — The other morning Jens Augner, slight and owlish, a schoolteacher in his 40s, quizzed his eighth-grade class of 13- and 14-year-olds at the Humboldt Gymnasium, a local school. As part of a trial program, he has just introduced a new history textbook into the curriculum: to be exact, a comic book about the Holocaust, called “The Search.”

Among other things, the book shows how far comics have come as a cultural medium taken seriously here, but also that the Holocaust has come a long way too, as a topic to be freshly considered by a new generation of German teenagers.

(…) Ask many Germans now in their 20s, 30s and 40s, and they will describe elementary and high school history classes that virtually cudgeled them into learning about Nazis and the Holocaust. The other morning Jutta Harms recalled her class in a small town in the north of West Germany during the late 1970s. Ms. Harms now works for Reprodukt, a leading Berlin publisher of graphic novels.

“Students had to fight to talk freely about the war,” she recounted, “and, being confronted in class by the emotions of the teachers, there wasn’t any space to feel for ourselves.” The comic book, she went on, is therefore a welcome sign of change.” mehr