Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Emmanuel Guibert’

Emmanuel Guibert in Berlin

Donnerstag, den 5. September 2013

Emmanuel Guibert ist eine der renommiertesten Stimmen des europäischen Comics. Der Franzose besticht als Zeichner wie als Autor und erbringt in seinen Büchern regelmäßig den Beweis, dass der Comic relevante gesellschaftliche Theman differenziert und spannend in Szene setzen kann.

Bekannt wurde er im deutschsprachigen Raum mit “Der Fotograf”, einer beeindruckenden Comic-Dokumentation ĂĽber den Fotografen Didier Lefèvre und dessen Arbeit in Afghanistan. “Reisen zu den Roma” ist ein nicht minder aufrĂĽttelnder Bericht ĂĽber das Unrecht an den europäischen Roma, und in “Alans Krieg” schildert Emmanuel Guibert die Kriegserinnerungen eines amerkanischen GIs. Alle Titel sind bei der Edition Moderne erschienen.

Emmanuel Guibert begeistert als Autor aber auch junge Leser. Gemeinsam mit dem Zeichner Marc Boutavant erzählt er in “Ariol” (dt. bei Reprodukt) von “einem kleinen Esel wie du und ich”. Mit Ariols hochamĂĽsanten und aus dem Leben gegriffenen Erlebnissen können sich Schulkinder ab sechs Jahren bestens identifizieren.

Im Gespräch am Dienstag, dem 17. September um 19 Uhr will “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne herausfinden, wie Guibert sich fĂĽr ein Thema entscheidet, wie diese unterschiedlichen Themen sich vereinbaren lassen – und wie dabei Zeit bleibt fĂĽr das internationale Austauschprojekt, an dem der Autor gerade in Berlin teilnimmt.

Institut francais Berlin, Salle Boris Vian, 4. Stock, KurfĂĽrstendamm 211, D-10719 Berlin
Eintritt frei
www.institutfrancais.de/berlin

Edition Moderne in der Presse

Montag, den 30. April 2012

Gleich zwei Artikel im ZĂĽrcher “Tagesanzeiger” befassten sich aus aktuellem Anlass mit der Edition Moderne:

Der ebenfalls in ZĂĽrich beheimatete Verlag feierte bereits im vergangenen Jahr das dreissigste Verlagsjubiläum. Das nimmt Alexandra Kedves zum Anlass, die Edition Moderne in einem Portrait vorzustellen: Das Besondere am Verlagsprogramm, besonders erfolgreiche Titel und nicht zuletzt Verleger David Basler werden vorgestellt: “Visionen des Realen”.

Drei aktuelle Titel werden in einem weiteren Beitrag von Alexandra Kedves vorgestellt “BilderbĂĽcher fĂĽr Erwachsene”. Alle drei sind Comicreportagen: “Reisen zu den Roma” von Alain Keler, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier, “Die Mauer” von Maximilien Le Roy sowie “Out of Somalia” von Andrea Caprez und Christoph Schuler (letzterer nur im Vertrieb der Edition Moderne). Kedves stellt hier besonders heraus, wie unterschiedlich die Autoren sachlichen Bericht mit persönlicher Reportage vermengen.

“Bedrängte Minderheit”

Montag, den 5. März 2012

Das Prädikat “inhaltlich wie formal herausragend” verleiht Steffen Vogel in seiner Besprechung fĂĽr “Der Freitag” dem Band “Reisen zu den Roma” von Alain Keler, Emmanuel Guibert und FrĂ©dĂ©ric Lemercier.

Bedrängte Minderheit

Alain Kelers inhaltlich wie formal herausragender Reportageband “Reisen zu den Roma” ist Comic, Dokumen­tation und Sachbuch in einem

Alain Keler ist ein etablierter Profifotograf, als er im Juli 1999 erstmals eine Reportagereise zu den Roma unternimmt. Im Kosovo dokumentiert er ihre Vertreibung durch albanische Nationalisten kurz nach dem Sieg der Nato über Serbien. Keler betritt ein Flüchtlingslager, sieht gebrandschatzte Häuser und trifft erschöpfte Familien auf einem fast verlassenen Bahnhof. mehr

Neue Graphic Novels in der Edition Moderne

Donnerstag, den 12. Januar 2012

Neben den Jubiläumsangeboten hat die Zürcher Edition Moderne natürlich auch neue Titel im Frühjahrsprogramm.

“Reisen zu den Roma” von Emmanuel Guibert, Alain Keler und Alain Lemercier

Seit zehn Jahren hat der Fotograf Alain Keler sich ausführlich mit den Roma beschäftigt und sie in ihren armseligen Lagern und Ghettos im Kosovo, in Serbien, in Tschechien und der Slowakei, aber auch in Italien und in Frankreich besucht. Er hat dabei das Elend und die Diskriminierung mit seiner Kamera dokumentiert. Aber es gibt auch wunderbare Bilder voller Lebenslust und Hoffnung.

Wie beim erfolgreichen Titel “Der Fotograf” hat Emmanuel Guibert die Fotos und den Text mit Zeichnungen ergänzt und der Gestalter FrĂ©dĂ©ric Lemercier alles zu einer eindrucksvollen Geschichte zusammengefĂĽgt.

Reisen zu den Roma, ISBN 978-3-03731-090-8, 88 Seiten, farbig, Hardcover, 25 EUR, 32 SFr., erscheint im Februar

“Die Mauer – Bericht aus Palästina” von Maximilien Le Roy

2008 trifft der Franzose Maximilien Le Roy den Palästinenser Mahmoud Abu Srour im Rahmen eines Zeichenworkshops im Kulturzentrum des Flüchtlingslagers Aida bei Bethlehem. Beide sind 22 Jahre alt und verstehen sich auf Anhieb. Ein Jahr später reist der Autor Le Roy noch einmal zu Mahmoud.

Aus dieser Begegnung entstand dieses eindringliche Buch, in dem Mahmoud aus seinem Alltag erzählt, der von den israelischen Sperranlagen um das Westjordanland geprägt ist.

Mit einem Interview von Alain Gresh, “Le Monde dilpomatique”, im Anhang zur Lage im Nahen Osten.

Die Mauer, ISBN 978-3-03731-091-5, 104 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 19,80 EUR, 24,80 SFr., erscheint im März

“Das Seidenband” von Hannes NĂĽsseler

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlässt Kaiser Napoleon Bonaparte eine Einfuhrsperre gegen Grossbritannien. Unter dem Wirtschaftskrieg leidet ganz Europa: Es ist die Stunde der Schmuggler und Profiteure.

Um ihre zwielichtigen Geschäfte aufzudecken, schickt Paris auch einen Spion in die Schweizer Grenzstadt Basel. Was er dort findet, übertrifft seine schlimmsten Erwartungen.

Das Seidenband, ISBN 978-3-03731-089-2, 112 Seiten, s/w, Hardcover, 25 EUR, 29,80 SFr., erscheint im März

Ein PDF der gesamten FrĂĽhjahrsvorschau der Edition Moderne findet sich hier.

“The top five political comic books”

Montag, den 23. Mai 2011

FĂĽr den amerikanischen Nachrichtensender CNN hat der englische Comicexperte Paul Gravett eine Liste der fĂĽnf besten Comics mit politischen Inhalten zusammengestellt. Darunter finden sich auch vier hierzulande veröffentlichte Titel: “Maus” von Art Spiegelman (Fischer), “Persepolis” von Marjane Satrapi, “Palästina” von Joe Sacco sowie “Der Fotograf” von Guibert/Lefèvre/Lemercier (alle Edition Moderne).

The top five political comic books

The word “comic” typically conjures up images of muscly men in colorful tights who possess superhuman powers.

But over the last few decades a growing number of artists have used the medium of graphic novels to tackle real stories of a more serious, earthbound nature. mehr

Abbildung © CNN

Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

Donnerstag, den 30. Dezember 2010

Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfältige Berichterstattung ĂĽber Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite fĂĽllenden Bericht ĂĽber die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natĂĽrlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausfĂĽhrlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube fĂĽr Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel Kreitz´ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann ĂĽber eben jenen Band unter der Ăśberschrift “Ratten im Hirn …”.

Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prägten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefährlich” fĂĽr “Die Welt” ĂĽber die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin fĂĽr Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der LektĂĽre von Bastien Vivès´ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

Gleich zwei Bände von Bastien Vivès finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner wĂĽrde sich wĂĽnschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau ĂĽberhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue Bände von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale Menschenknäuel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “Kapitän Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation ĂĽber Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

“Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu ĂĽberbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloĂź ein Geschäft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff Reb´s (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

“Die Tochter des Professors” von Joann Sfar und Emmanuel Guibert

Donnerstag, den 28. Oktober 2010

Der bisher fĂĽr seine Klassiker-Nachdrucke wie die “Prinz Eisenherz”-Gesamtausgabe bekannte Verlag Bocola veröffentlicht mit “Die Tochter des Professors” einen ersten Band zeitgenössischer Comic-Autoren. Das Szenario dazu stammt von Joann Sfar (“Klezmer”, avant-verlag), fĂĽr die zeichnerische Umsetzung zeigt sich Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne) verantwortlich. Der Band ist ab sofort erhältlich.

Wie soll man – verloren im nebligen London des XIX. Jahrhunderts und seit drei Tausend Jahren mumifiziert – um die Hand von Miss Liliane, der Tochter des Professors, anhalten? Das scheint unmöglich, und doch ist Imhotep IV., ein ägyptischer FĂĽrst, wahnsinnig verliebt und zu allem entschlossen, mit seiner Geliebten das verrufene Ufer der Themse zu verlassen, um an die sonnigen Gestade des heimatlichen Nils zurĂĽckzukehren. Doch als das Schicksal und Ihre gnädige Majestät (Königin Victoria) dazwischenkommen, wird alles so verwickelt und verzwickt, dass er sich nach der Ruhe seines reich ausgestatteten Sarkophags zurĂĽcksehnt. Diese romantische und amĂĽsante von Joann Sfar getextete und von Emmanuel Guibert gezeichnete Graphic Novel ist ein kleines Meisterwerk.

Die Tochter des Professors, ISBN 978-3-939625-32-2, 64 Seiten, Hardcover,
14,90 EUR [D], 15,40 EUR [A], 24,95 SFr [CH], erschienen bei Bocola

Comics in den Medien – August 2010 (2)

Freitag, den 20. August 2010

Graphic Novels ['græfik 'nɔvəls] haben es in das Glossar der vom WDR betriebenen Website wissen.de geschafft. Die Kurzbeschreibung findet sich hier.

Zwei Fachzeitschriften haben sich in den vergangenen Wochen mit Graphic Novels befasst: FĂĽr “Spektrum der Wissenschaft” hat Lennart Pyritz Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) gelesen und attestiert dem Autor im Artikel “Comic-Evolution” eine “augenzwinkernde Kreativität”. Im “Deutschen Ă„rzteblatt” stellt Freddy Litten weniger erbauliche Inhalte vor: “Comics: Vergewaltigung, Krankheit und Tod”. Von den vorgestellten Comics ist einzig die Trilogie “Der Fotograf” von Didier Lefèvre, Emmanuel Guibert und Pascal Lemercier (Edition Moderne) auf Deutsch erhältlich.

In der laufenden Sommerserie des Berliner “Tagesspiegel” beantworten Comicautorinnen und -autoren einen 15 Punkte umfassenden Fragebogen. Bisher haben sich zu Wort gemeldet: Katharina Greve (“Ein Mann geht an die Decke”, die biblyothek), Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt), Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) und Flix (“Faust”, Carlsen).

An gleicher Stelle schreibt Christian Endres ĂĽber “Sky Hawk” (Schreiber & Leser), den neuen Band von Jiro Taniguchi. In Zwei Samurai bei den Sioux” lobt er die gelungene VerknĂĽpfung von Western und Manga. “Die Hölle Pubertät” durchschreitet Melanie Gerland in ihrem autobiografischen DebĂĽt “Offene Arme” (Balance Verlag), wie Sven Jachmann ebenfalls auf tagesspiegel.de ausfĂĽhrt.

Leichtere Kost verspricht David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), auch wenn es dort “Zwischen Knast und Kneipe” heiĂź her geht. Thomas Klingenmaier schreibt ĂĽber das Buch in seinem Blogbeitrag auf der Seite der “Stuttgarter Zeitung”.

Im “Nordwestradio” von Radio Bremen hat Karolin Korthase ein weiteres Mal Peer Meters und Barbara Yelins Buch “Gift” (Reprodukt) vorgestellt. Der Beitrag lief in der Sendung “Literaturzeit” und kann hier noch einmal in ganzer Länge nachgehört werden.

“Comicautor Ralf König ist 50″ lautet die Ăśberschrift des ausfĂĽhrlichen Porträts, das auf der Website der Deutschen Welle zu finden ist. Dort resĂĽmiert die Autorin Gisa Funck: “Von einsetzender Altersmilde aber ist beim Altmeister glĂĽcklicherweise nichts zu spĂĽren, dessen Cartoons weiterhin erfrischend respektlos die Untiefen sozialer Konventionen ausloten.”.

Der “Stern”-Blogger Gerd Blank erkennt in Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) eine “herzergreifende, wundervoll gestaltete” Geschichte: “Die traurige Geschichte von ‘Jakob’”. Die beiden Kreativköpfe hinter dem Buch sind Absolventen der Filmhochschule Ludwigsburg und haben “Jakob” als medienĂĽbergreifendes Projekt gestartet, das “cinearte”, das Nachrichtenmagazin fĂĽr Filmschaffende, in der aktuellen Ausgabe vorstellt. Die Zeitschrift lässt sich komplett als PDF herunterladen.

Eisner Awards fĂĽr “Der Fotograf” und Joe Sacco

Donnerstag, den 29. Juli 2010

Am vergangenen Wochenende wurde wie in jedem Jahr am Rande der Comics Convention in San Diego mit den Eisner Awards Nordamerikas wichtigste Comic-Auszeichnungen verliehen. Eine der begehrten Trophäen ging dabei an die amerikanische Ausgabe von “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Pascal LĂ©mĂ©rcier und Didier Lefèvre, die in der Kategorie “Best U.S. Edition of International Material” ausgezeichnert wurde. Auf deutsch erschien der Reisebericht aus dem kriegszerrĂĽtteten Afghanistan der 1980er-Jahre in der Edition Moderne, die US-Version bei First Second.

Weitere Auszeichnungen fĂĽr “Der Fotograf” allein in den USA umfassen: ALA Notable Books – Winner • YALSA Great Graphic Novel for Teens • Barnes & Noble Best Graphic Novel • Shelf Awareness Best of the Year • Washington Post Best Books of the Year • Amazon.com Best Graphic Novel of the Year • Booklist Top Ten Graphic Novel • Library Media Connection Best of the Best • School Library Journal Best Adult Book for High School Students

In der Kategorie “Best Writer Non-Fiction” gewann Joe Sacco fĂĽr seinen journalistischen Reisebericht “Footnotes from Gaza”, das bei der Edition Moderne angekĂĽndigt ist. Von Joe Sacco ist auf deutsch “Palästina” bereits erschienen, der Folgeband “Bosnien” erscheint im September.

Eine vollständige Liste der Gewinner der Eisner Awards findet sich hier.

“Kapitän Scharlach” – Leseprobe online

Freitag, den 2. Juli 2010

Nachdem auf die Leseprobe von David B.’s “Auf dunklen Wegen” (avant-verlag) bereits hingewiesen wurde, folgt nun die nächste: “Kapitän Scharlach” lässt die Köpfe fliegen!

Von David B. (“Die heilige Krankeit”, Edition Moderne) in Szene gesetzt und von Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne) gezeichnet, wird der 1905 mit 38 Jahren verstorbene Schriftsteller Marcel Schwob zur Hauptfigur dieses Albums. Mit zahlreichen mysteriösen Morden konfrontiert, scheint es als wäre eine seiner Romanfiguren zum Leben erweckt worden. Und tatsächlich: Die Piraten sind in Paris eingefallen! Ein Dreimaster gleitet zwischen den Fassaden des Faubourg Saint-Germain. An Bord entfesselt Kapitän Scharlach Blitze und KanonenschĂĽsse.

Die PDF-Leseprobe zu “Kapitän Scharlach” umfasst 15 Seiten und kann hier heruntergeladen werden (2,7 MB). Die vierzehnseitige Leseprobe zu “Auf dunklen Wegen” ist hier zu finden (2,8 MB).

“Erinnerungen eines GIs”

Samstag, den 26. Juni 2010

Christoph Haas in der “taz” vom 26. Juni ĂĽber “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert (Edition Moderne).

Erinnerungen eines GIs

Nach Afghanistan nun Zweiter Weltkrieg – Emmanuel Guiberts spannender autobiografischer Comic “Alans Krieg”.

Zum Kriegsfilm, zum Kriegscomic gehört das Pathos der Froschperspektive. Nicht um den distanzierten Blick der Generäle und Heeresberichte geht es, sondern um das, was die Männer im Feld erleben, hinter ein Maschinengewehr gekauert oder das Bajonett zum Stoß erhoben. Dieser Ansatz kann kritisch oder sogar subversiv sein: Durch den fehlenden Blick aufs große Ganze wird der Sinn des grausigen Geschehens angezweifelt, wenn nicht negiert. Aber das muss nicht zwangsläufig der Fall sein. mehr

Comics in den Medien – Juni 2010

Dienstag, den 22. Juni 2010

Gleich zwei Radiobeiträge widmeten sich zuletzt “Gift” (Reprodukt) von Peer Meter und Barbara Yelin. Karolin Korthase stellte das Buch im Nordwestradio von Radio Bremen vor und unterhielt sich dafĂĽr mit dem Szenaristen Peer Meter: Gift – Eine Graphic Novel ĂĽber Gesche Gottfried”. Die Zeichnerin Barbara Yelin war bei radio eins des rbb zu Gast und wurde in der Sendung “Seite EINS” von Moderator Knut Elstermann zum Buch befragt.

“Wir sind nicht der Weisheit letzter Schluss” resĂĽmiert Jens Harder im Interview zu “Alpha – Directions” (Carlsen) mit Markus Köbnik auf on3 vom Bayerischen Rundfunk. Dort liefert eine Bildergalerie zusätzliche Einsichten. Alle Radiobeiträge lassen sich auf den jeweiligen Seiten nachhören. Zumindest nachgelesen werden kann Christian Möllers Beitrag “iGott” zu Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” auf der Website des Radiosenders 1Live des WDR.

Jens Harders Buch war auch Aufmacher des Kulturteils der “Jungle World”: Heike Karen Runge stellt es in “Vor uns die Sintflut” ausfĂĽhrlich vor. An gleicher Stelle hat Michael Saager Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) besprochen: “Die Angst kommt später”.

Auf titel-magazin.de klopft Jens Essman in “Zwischenstopp Bremen” Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” daraufhin ab, ob die vielversprechenden Zutaten auch einen Selbstläufer ergeben. “Verstörend vergnĂĽglich” findet Sven Jachmann Fane und Jims “Sonnenfinsternis” (Splitter), das er an gleicher Stelle in “Infantile Fluchten” vorstellt.

Neben einer neuen Comicseite in der Printausgabe des “Tagesspiegels” gab es in den vergangenen Wochen auch eine Menge neue Besprechungen und Interviews auf tagesspiegel.de zu lesen. Die Luxusausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra” (Edition 52) ist fĂĽr Lars von Törne Anlass, den “Taumelnden Totentanz” noch einmal vorzustellen. Politikwissenschaftler Thomas Greven etwa befasst sich in “Stellungskrieg des Lebens” mit Emmanuel Guiberts Weltkriegsmemoiren “Alans Krieg” (Edition Moderne). “Spielland ist abgebrannt” fasst Markus Dewes den Max und Moritz-Preisträger “Pinocchio” (avant-verlag) von Winshluss zusammen. Anlässlich des Comic-Salons Erlangen wurde das KĂĽnstlerpaar Maryse und Jean-François Charles von Lars von Törne zu ihrem Band “War and Dreams” (Splitter) interviewt.

Abschliessend noch ein Blick ins Ausland: Ulli Lust wurde vom englischen Blog avoidthefuture.com zu ihrem Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” und ihrer Website electrocomics.com befragt und gibt so der englischsprachigen Welt einen Einblick in ihr Schaffen und ihre Motive.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/spielland-ist-abgebrannt/1847732.html

“Ohne Landkarte durch Europa”

Dienstag, den 18. Mai 2010

In der heutigen Ausgabe der “SĂĽddeutschen Zeitung” bespricht Thomas von Steinaecker Emmanuel Guiberts “Alans Krieg” (Edition Moderne):

Ohne Landkarte durch Europa

Dokumentation und Comic – auf den ersten Blick widerspricht sich das. Jeder Film, jedes Foto liefert ein akkurateres und schnelleres Bild von der Wirklichkeit als eine Zeichnung. Umso erstaunlicher erscheint es daher, dass sich der anhaltende Boom des Comics in den letzten Jahren in erster Linie ausgerechnet dem dokumentarischen Genre verdankt: Ohne den überwältigenden künstlerischen und kommerziellen Erfolg der autobiographischen Werke Art Spiegelmans oder Marjane Satrapis wäre es um die öffentliche Wahrnehmung des Mediums schlecht bestellt. Beide Autoren zeigen dabei exemplarisch, warum gerade Comics sich so gut für die Wiedergabe von Realität eignen. mehr

“Alans Krieg” erschienen, Leseprobe online

Donnerstag, den 29. April 2010

Passend zum Beginn des Comicfestival “Fumetto” in Luzern an diesem Wochenende ist in der ZĂĽrcher Edition Moderne “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert (“Der Fotograf”, ebenfalls Edition Moderne) erschienen.

“When I turned eighteen, Uncle Sam said he’d like me to put on a uniform and go fight a guy by the name of Adolf. So I did.” (Alan Ingram Cope)

Als Achtzehnjähriger wurde Alan Cope 1943 eingezogen, um in den Krieg zu ziehen. Er landete 1945 in Frankreich, überquerte den Rhein und fuhr mit General Patton bis nach Prag, um schliesslich 1946 in Bad Wiessee am bayrischen Tegernsee stationiert zu werden.


Fünf Jahre lang hat der einfache amerikanische Soldat Alan Cope dem Autor seine Sicht des II. Weltkrieges erzählt. Herausgekommen ist dabei eine grossartige und detailreiche Geschichte von unten.

Auf der Website der Edition Moderne kann man sich eine mehrseitige Leseprobe des Bandes ansehen, zur ihr gelangt man hier. Der zunächst in französischer Sprache erschienene Band liegt auch in einer englischen Version beim amerikanischen Verlag First Second vor, der wiederum in einem kurzen Video Emmanuel Guiberts erstaunliche Zeichentechnik vorstellt.

Alans Krieg, ISBN 978-3-03731-056-4, 336 Seiten, schwarzweiss, Klappenbroschur, 26 EUR / SFr. 39.80, erschienen bei Edition Moderne

Graphic Novels auf dem Fumetto

Freitag, den 16. April 2010

Vom 1. bis zum 9. Mai findet in Luzern das Internationale Comix-Festival Fumetto statt, das auch in diesem Jahr mit einem so umfangreichen wie stilistisch breit gefächerten Programm zu einem Besuch der Stadt am Vierwaldstätter See einlädt. Neben der Hauptausstellung, die in einer ersten umfangreichen Schau in Europa Werke des vor allem für seine Marvel-Superheldencomics bekannten amerikanischen Zeichner Jack Kirby zeigen wird, wird es mehr als ein Dutzend weiterer Ausstellungen mit nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstler geben.

Das Rahmenprogramm wartet wie gewohnt mit einem Filmprogramm, Diskussionsrunden, Künstlergesprächen und Signierstunden auf und über die Stadt verteilt sind auch in diesem Jahr Satellitenausstellungen weiterer Künstler zu finden, die zum Teil in Geschäftsräumen unterschiedlicher Firmen untergebracht sind.

Auch in diesem Jahr bilden Graphic-Novel-Autoren einen Schwerpunkt des Festivals. So wird in einer Ausstellung die bei der Edition Moderne verlegte Trilogie “Der Fotograf” von Didier Lefèvre und Emmanuel Guibert gezeigt. Eine weitere Schau widmet sich Nicolas Mahlers bei Carlsen erschienener Superheldenparodie “Engelmann”. Eine aufwändige Installationsausstellung wird es von Thomas Ott (“The Number 73304-23-4153-6-96-8″, Edition Moderne) zu sehen geben und in einer ersten Ausstellung ĂĽberhaupt wird der belgische KĂĽnstler Brecht Evens (“Am falschen Ort”, erscheint im Herbst bei Reprodukt) vorgestellt.

Das vollständige Festivalprogramm ist auf der Website des Fumetto einsehbar.

“Kapitän Scharlach” von David B. & Emmanuel Guibert

Mittwoch, den 24. März 2010

Im April erscheint beim Berliner avant-verlag  mit “Kapitän Scharlach” ein neuer Band von David B. (“Babel”, avant-verlag) und Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne).

Emmanuel Guibert und David B. lieben Wörter und Bilder. Ganz besonders die von Marcel Schwob, der 1905 mit 38 Jahren starb. Schwob war einer der großen Gelehrten seiner Zeit. Er wird in Chaville bei Paris in eine großbürgerliche Familie von Rabbinern und Ärzten geboren. Sein Onkel bekleidete das Amt des Leitenden Bibliothekars der Bibliothèque Mazarine; er selbst wird sämtliche Bücher verschlingen.

Schwob liebt die Sprache; den mittelalterlichen Argot des Dichters und Räubers François Villon, dem er geistreiche Studien widmet; die Sprache François Rabelais’, über den er ebenfalls schreibt. Schwob liebt alle Sprachen und alle Geschichten: das Altgriechische der klassischen Philosophen, die Märchen und Legenden des buddhistischen Fernen Ostens, die höfischen Romane um die Tafelrunde. Aus diesen Gedankenwelten nährt Schwob seine Phantasie, aus ihnen schöpft er die Ideen, verwebt die Kulissen, entlehnt seine Worte für Das gespaltene Herz, Der verschleierte Mann, Der König mit der goldenen Maske, Das blaue Land, Novellen, so fein gearbeitet wie kostbare Juwelen.

Aber nun wird dieser Marcel Schwob zur Hauptfigur dieses Albums von David B. und Emmanuel Guibert: Marcel Schwob wird mit zahlreichen mysteriösen Morden konfrontiert. Es scheint als wäre eine seiner Romanfiguren zum Leben erweckt worden. Und tatsächlich: Die Piraten sind in Pairs eingefallen! Ein Dreimaster gleitet zwischen den Fassaden des Faubourg Saint-Germain. An Bord entfesselt Kapitän Scharlach Blitze und Kanonenschüsse.

Nehmen Sie sich in Acht vor der stürmischen Phantasie des David B. und den getuschten Windstößen des Emmanuel Guibert. Sie lassen die Köpfe fliegen.

Kapitän Scharlach, ISBN 978-3-939080-42-8, Softcover, 64 Seiten, vierfarbig, 19,95 EUR, erscheint im April bei avant-verlag

“Ex oriente pix”

Samstag, den 6. März 2010

Bereits im April 2009 erschien in der Zeitschrift “Literaturen” ein umfangreicher Artikel von Jens Balzer zum Thema “Dokumentarische Comics”. Erst mit einiger Verzögerung ist der Text nun in seiner ganzen AusfĂĽhrlichkeit auf www.kultiversum.de online abzurufen, wie ĂĽbrigens auch eine ganze Menge weiterer Artikel zum Thema Comics, die im Lauf der Zeit in “Literaturen” erschienen sind.

Aus diesem Anlass hier noch mal der Hinweis auf den kenntnisreich geschriebenen Aufsatz, in dem Jens Balzer sich unter anderem mit Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma”, “Shenzhen” (beide Reprodukt), Joe Saccos “Safe Area Gorazde”, “Palästina” (Edition Moderne) oder Emmanuel Guiberts “Der Fotograf” (ebenfalls Edition Moderne) beschäftigt.

Ex oriente pix

Die «Aufzeichnungen aus Birma» des Kanadiers Guy Delisle sind das jüngste Produkt eines vielfältigen Genres: Westliche Doku-Comics berichten aus dem unbekannten Osten – aus Pjöngjang und Persepolis, aus Afghanistan, Palästina oder China

Eines Morgens erzittert die stille Stadt plötzlich unter gewaltigem Motorenlärm. Eine endlose Schlange aus Lastkraftwagen windet sich aus dem Regierungsviertel heraus. «Die Hauptstadt wird verlegt!», heißt es am Abend in einem Kommuniqué, und zwar ein paar hundert Kilometer weit nach Norden. Sämtliche Ministerien und Institutionen werden über Nacht dorthin umgesiedelt; sämtliche Regierungsgebäude werden dort neu aufgebaut. Eine Vorankündigung gab es nicht. Nur 24 Stunden bleiben dem Heer der Regierungsbeamten, um Abschied von den Familien zu nehmen und sich am neuen Wohnort häuslich einzurichten – einer entlegenen Wüstenei, die von giftigen Tieren nur so wimmelt. Wie die neue Hauptstadt heißen wird? Ein Staatsgeheimnis. Was die Beweggründe sind? Ein Staatsgeheimnis. mehr

Neue Rezensionen – Februar 2010 (3)

Samstag, den 27. Februar 2010

Bis auf die Titelseiten der überregionalen Presse schaffte es die Meldung, dass am vergangenen Montag das Comic-Heft mit dem ersten Auftritt Supermans für unerhörte 1.000.000 Dollar den Besitzer wechelte. Davon einmal abgesehen, dass Batman am Donnerstag mit 1.075.500 Dollar nachgelegt hat, gab es in den vergangenen Tagen viele weitere Artikel über Comics bzw. Graphic Novels.

FĂĽr die “SĂĽdwest Presse” wirft Markus Kirzynowski anlässlich der Wiederveröffentlichung von Joe Saccos “Palästina” (Edition Moderne) einen schlaglichtartigen Blick auf verschiedene Comic-Reportagen, jene “Kriegsberichte mit Tusche und Feder”.

“Die Welt ist schlecht, ungelogen!” warnt Nils KurfĂĽrst auf titel-magazin.de in seiner Besprechung von Winshluss’ Version des “Pinocchio” (avant-verlag). Wie er ausfĂĽhrt, geht es dem Autor jedoch nicht um eine negative Utopie: “Politische, soziale und ökologische BezĂĽge machen aus Pinocchio eine sehr offenkundige Gesellschaftskritik.” Nicht nur im Inhalt sieht Alexander Frank an gleicher Stelle ein Abenteuer, vielmehr erkennt er in den drei Teilen von Guiberts, Lefèvres und Lemerciers Reportage-Trilogie “Der Fotograf” (Edition Moderne) ein “Abenteuerliches Kunstwerk”.

Wie unter anderem an dieser Stelle gezeigt, haben unterschiedliche Medien aus aktuellem Anlass Olivier Kas und Alfreds Buch “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen) aufgegriffen. Das autobiografische Buch, in dem Olivier Ka sexuelle Ăśbergriffe eines katholischen Geistlichen verarbeitet, stellt Christian SchlĂĽter unter der Ăśberschrift “Der Ăśbergottesmann” auch in der “Frankfurter Rundschau” vor und betont, dass Autor Olivier Ka mit UnterstĂĽtzung von Zeichner Alfred im “Comic jene Bilder-Sprache (findet), die ihn das Trauma verarbeiten” lässt.

“Ein anderer Traum von Israel” sei Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag), so Thomas Hummitzsch auf textem.de: “Ben Katchor ist es in seinem viel gelobten Comic gelungen, die Vielfalt der jĂĽdischen Eigenart in schlichte, aber geniale Tuschezeichnungen zu ĂĽbertragen und dabei zugleich ein StĂĽck amerikanisch-jĂĽdische Geschichte zu erzählen.”

Eine ganz eigenwillig-unterhaltsame Rezension der Comic-Umsetzung von Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ (Eichborn) schreibt Christoph Manel auf literaturmarkt.info mit “2327,78 Grad Celsius”. Obwohl er das Buch rundweg positiv bespricht, schiesst er sich mit dem ResĂĽmĂ©e selbst ins Knie: “Am Ende bleibt auf einer Art metaphysischer Ebene jedoch die Frage im Raum stehen, ob eine Comicfassung von “Fahrenheit 451″ nicht vielleicht ein erster Schritt zu der im Buch thematisierten Degeneration von Literatur sein könnte?” Oha, das liest sich wie Comic-Kritik der 1950er-Jahre.

Als Antwort darauf könnte man Moritz Honerts Beitrag fĂĽr tagesspiegel.de lesen, legt er doch dar, warum Bradburys “Flammender Appell” auch als Comic funktioniert. DafĂĽr kritisiert er in “Jahreszeiten der Gewalt” die Neuauflage von Hugo Pratts und Milo Manaras Geschichte “Ein indianischer Sommer” (Panini), deren frivolen Ton er mit dem zum Teil gewalttätigen Inhalt kollidieren sieht. Sven Jachmann erkennt an gleicher Stelle in der Neuauflage des von Neil Gaiman geschriebenen und von Dave McKean zeichnerisch umgesetzten “Black Orchid” (Panini) “Esoterisches Flaschendrehen”: Eindimensionale Mythisierung drohe in Reaktionismus umzukippen.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de, ebenfalls eine Neuauflage, dafĂĽr wieder lobende Worte: Katja Schmitz-Dräger schaut bei Craig Thompsons “Blankets” (Carlsen) “Unter der Decke” nach, ob das Buch ĂĽber die Jahre an Reiz verloren hat, kommt aber zum SchluĂź: “Meisterwerk”.

Das gleiche Fazit formuliert Frank Schäfer, der eben jenen Titel in der “Jungen Welt” bespricht. Der umfangreiche Band hat tatsächlich mehr als “Zeichen hinterlassen”, so ergriffen sieht der Rezensent Craig Thompson neben Art Spiegelman und scheut nicht, “Blankets” mit der Bibel zu vergleichen.

FĂĽr die “Kölnische Rundschau” sprach Barbara Buchholz mit Robert Venditti, dem Autor des mit Bruce Willis in der Hauptrolle verfilmten “The Surrogates” (Cross Cult, Zeichnungen von Brett Weidele). Mittelpunkt der Geschichte ist die Idee, dass in Zukunft mit Robotern “Ein zweite Ich fĂĽr Jedermann” angeboten wird.

Zum AbschluĂź noch ein Video des britischen Verlages “Self Made Hero”, der Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen) auf Englisch veröffentlicht und den Berliner KĂĽnstler unter anderem beim Zeichnen beobachtet hat.

Reinhard Kleist – The Man in Black and White from SelfMadeHero on Vimeo.

Emmanuel Guibert in ZĂĽrich

Mittwoch, den 21. Oktober 2009

fotograf_podiumAn diesem Wochenende findet in ZĂĽrich, Winterthur und Umgebung bereits zum fĂĽnften Mal die Lange Nacht der kurzen Geschichten statt. Thema der diesjährigen Veranstaltungsreihe sind “Lebensgeschichten”. Die Edition Moderne veranstaltet dazu am Samstag eine Podiumsdiskussion zur Comic-Trilogie “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Pacal LĂ©mĂ©rcier und Didier Lefèvre, bei der unter anderem der Zeichner Emmanuel Guibert zu Gast sein wird

Die Geschichte “Der Fotograf” erzählt von einem Einsatz der MĂ©decins Sans Frontières/Ă„rzte ohne Grenzen (MSF) 1986 in Afghanistan, der vom jungen Fotograf Didier Lefèvre begleitet wurde. Aus dessen Fotos und Tagebuchnotizen schuf Guibert gemeinsam mit Lefèvre Jahre später die fesselnde Geschichte einer humanitären Aktion im Kriegsgebiet.

fotograf2_bspGesprächspartner Emmanuel Guibert werden sein: Prof. Dr. Albert A. Stahel, Titularprofessor an der Universität ZĂĽrich und GeschäftsfĂĽhrer und Vizepräsident des Forums “Humanitäre Schweiz”; Juliette Fournot, die 1986 die in der Trilogie beschriebenen MSF-Mission in Afghanistan leitete und der Politikwissenschaftler Emmanuel Tronc, der in der jĂĽngeren Vergangenheit immer wieder in fĂĽr MSF in Afghanistan arbeitete.

Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, CH-8001 ZĂĽrich
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Neue Rezensionen – September 2009 (2)

Mittwoch, den 9. September 2009

Auch in den letzten Tagen gab es wieder eine Reihe von Besprechungen von Graphic Novels in Print und Netz.

presse_2_september09

FĂĽr die Wochenzeitung “freitag” besprach am 7. September Steffen Vogel Jon J. Muths Comic “M – eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult), der nach der Filmvorlage von Fritz Lang entstand. “Die Stadt und der Mörder” lässt sich online nachlesen.

Lars von Törne warf fĂĽr die Comicseite des Berliner “Tagesspiegels” unter dem Titel “Allein unter Freunden” einen Blick in Fane & Jims bei Splitter erschienene Graphic Novel “Sonnenfinsternis”.

Interessante Beiträge gab es in der letzten Zeit auch auf dem Blog des Literatur-Scouts Bettina von BĂĽlow, bzw. ihrem Unternehmen  “Spirograf”. Schon im Juni widmete sie sich unter dem Titel “Minga Laba” Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt). Kurz darauf folgte mit “War? It´s Like This” eine Betrachtung von Emmanuel Guiberts Umsetzung der Kriegsmemoiren von Alan Ingram Cope. Das im französischen Original 2008 abgeschlossene “La guerre d´Alan” wird 2010 in deutscher Spache bei der ZĂĽrcher Edition Moderne erscheinen.

Auf der Website spirograf.de wird angekĂĽndigt, in Zukunft auch Graphic Novels zu scouten, wobei mit Titeln von Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”, beide Reprodukt) begonnen werden soll.