Graphic Novels
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“Jetzt mal wieder Klassenkampf”

Freitag, den 23. November 2012

In den heutigen Ausgaben der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau schreibt Christian SchlĂĽter ĂĽber die Comics des französischen Autoren Baru. Darin stellt er schlaglichartig seine bei der Edition 52 erschienenen Bände “Schönes neues Jahr”, “Elende Helden” (Szenario: Pierre Pelot) und “Hau die Bässe rein, Bruno!” sowie das bei Reprodukt erschienene Buch “Die Sputnik-Jahre”. Besonders angetan zeigt sich SchlĂĽter  von Barus Fähigkeit, Milieustudien mit Eigenschaften des trivialen Comics zu verknĂĽpfen und erklärt ihn zum “Meister der Milieu- und Alltagsgeschichten”: “Jetzt mal wieder Klassenkampf”.

Comics in den Medien – 18. Oktober 2012

Donnerstag, den 18. Oktober 2012

Abel Lanzacs und Christophe Blains “Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” findet weiterhin Zuspruch in der Presse. So schreibt Christian SchlĂĽter in der Frankfurter Rundschau sowie der Berliner Zeitung unter der Ăśberschrift “Französischer Comic verulkt Weltpolitiker”: “Selten so gelacht: Der Polit-Comic „Quai d’Orsay“ von Christophe Blain ist ein meisterhafter Blick hinter die Kulissen der Macht. Eine krachend komische, dann aber auch wieder bitter-ernste Geschichte.”

“Ăśberspitzt, aber trotzdem glaubhaft” bezeichnet Kai Löffler Blains und Lanzacs Portrait des Politikbetriebs in seinem Beitrag fĂĽr den Deutschlandfunk: “Blick hinter die Kulissen der Diplomatie”. Hier kommt nicht nur Christophe Blain selbst zu Wort, Passagen aus dem Buch werden auch von Sprechern gespielt. Der Beitrag kann hier auch als MP3-Datei angehört werden.

“Einen interessanten Einblick in Thoreaus Denk- und Lebenswelt” gibt die Comic-Biografie “Henry David Thoreau – Das reine Leben” (Knesebeck) von A. Dan und Maximilen LeRoy, wie Lukas Meyer-Marsilius in der Basler Zeitung schreibt: “Die Pflicht zum Ungehorsam”.

Bereits Anfang des Monats schrieb Waldemar Kesler in der tageszeitung ĂĽber “Chronik einer verschwundenen Stadt” von Dibou und Golo (avant-verlag), wobei Kesler gerade die vielschichtige Art der Dokumentation hervorhebt: “Eine Totenstadt in Ă„gypten”.

Arne Bellstorf, Autor von “Baby´s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt), war im Mai auf Einladung des örtlichen Goethe-Instituts in Toronto zu Gast, wo er am Randes des Toronto Comic Arts Festivals sein auch in Nordamerika erschienenes Buch vorstellte und einen Einblick in die Entstehung des Bandes gab. Das rund einstündige Video ist hier zu sehen.

Auf der Frankfurter Buchmesse wurden eine Reihe von Redakteuren und Verlagsmitarbeitern unter dem Motto “Herz oder Hirn?” dazu befragt, was auch unter BerĂĽcksichtigung der Gestaltung, ein gutes Buch ausmacht. Christian Maiwald von Reprodukt stellt dort ab der sechsten Minute “Rosalie Blum” von Camille Jourdy vor.

Fünf Fragen: Michael Meier | “Das Inferno”

Samstag, den 21. April 2012

Michael Meier studierte Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel bei Hendrik Dorgathen und schloss sein Studium 2007 mit der Graphic Novel “Die Menschenfabrik” ab, einer Romanumsetzung nach Oscar Panizza. DafĂĽr wurde er auf der Frankfurter Buchmesse 2009 mit dem Sondermann als “Bester Newcomer” ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr hat Michael Meier den täglich auf der Rätselseite der “Frankfurter Rundschau” erschienenen Comic-Strip “Das Inferno” gezeichnet, der seit Februar gesammelt als Buch erhältlich ist. Neben seiner Tätigkeit als Comiczeichner und Illustrator fĂĽhrt er zusammen mit Lisa Röper und Rita FĂĽrstenau in Kassel den Verlag rotopolpress. Grund genug, ihm fĂĽnf Fragen zum Comiczeichnen und -verlegen zu stellen.

Wie kam es zu “Das Inferno”, und wie waren die Reaktionen auf das Buch?

Christian SchlĂĽter, dem ich unter anderem den Sondermann zu verdanken habe, rief mich eines Tages an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, den Daily Strip der “Frankfurter Rundschau” zu ĂĽbernehmen. Gemeinsam haben wir uns dann gefragt, ob es nicht auch möglich sei, einen bekannten Stoff als Comic-Strip umzusetzen. Anfangs haben wir mit dem Gedanken gespielt, den “Zauberberg” von Thomas Mann zu interpretieren. Das stellte sich dann allerdings als zu komplex fĂĽr dieses Projekt heraus, auĂźerdem hatte ich Lust auf eine Abenteuergeschichte, der die Leser ohne weiteres ein ganzes Jahr folgen können.

Bei der Suche nach einem geeigneten Stoff hat mich dann Lisa Röper auf die “Göttliche Komödie” gebracht, die ich bis dahin allerdings noch gar nicht gelesen hatte. Ich war ein bisschen skeptisch, weil es sich ja schlieĂźlich um einen Text aus dem ausgehenden Mittelalter handelt. Es hat mich dann aber sehr ĂĽberrascht, wie eingängig Alighieri die Geschichte geschrieben hatte, trotz der Versform. Und eine Fahrt in die Unterwelt ist natĂĽrlich eine tolle Vorlage fĂĽr einen Zeichner. Ich musste also nicht lange ĂĽberredet werden.

Christian SchlĂĽter war auf die selbe Idee gekommen und bei unserem nächsten Telefonat begrĂĽĂźten wir uns dann gegenseitig mit “Inferno”!


Viele Reaktionen hat es natĂĽrlich noch nicht gegeben, das Buch ist ja erst seit Februar im Handel. Aber das, was ich bisher gehört habe, war durchweg positiv. Am meisten habe ich mich ĂĽber die vielen netten E-Mails von “Rundschau”-Lesern gefreut, die den Strip regelmäßig verfolgt haben und denen die beiden Protagonisten Dante und Vergil ans Herz gewachsen sind.

Gibt es einen Unterschied in der Herangehensweise zwischen Comic-Strips und Graphic Novels bzw. längeren Erzählungen?

Comic-Strips haben im Vergleich zu längeren Erzählungen ihre ganz eigenen Schwierigkeiten. Jeder Strip ist eine kleine abgeschlossene Geschichte auf sehr komprimiertem Raum, bei der man einige Abstriche machen muss. Dante Alighieri hat eine sehr bildgewaltige Erzählweise, die beim Strip zum Problem wird, da ich alles auf 5 x 21 cm komprimieren musste. Außerdem kann man nicht, wie in längeren Geschichten, das Tempo variieren. Das schränkt die erzählerischen Mittel dann doch etwas ein.

Meines Erachtens wirken Comic-Strips deshalb oft ein bisschen gehetzt. Die Geschichte marschiert unaufhaltsam voran und man hat kaum Platz zum Verschnaufen oder um Atmosphäre aufzubauen. Der Leser sollte sich aber, auch ohne den Strip regelmäßig zu verfolgen, von der Episode, die er sich rausgepickt hat, unterhalten fühlen und der Geschichte zumindest halbwegs folgen können.

Am Ende mĂĽssen alle diese Mini-Geschichten auch noch als groĂźes Ganzes funktionieren. Diese Balance aufrecht zu erhalten war eine spannende Herausforderung, bei der ich viel dazugelernt habe.

Seit wann gibt es rotopolpress, und was waren die BeweggrĂĽnde, den Verlag zu grĂĽnden?

Rita FĂĽrstenau, Lisa Röper und ich haben den Verlag 2007 noch während unserer Zeit an der Kunsthochschule Kassel gegrĂĽndet. Die Idee dazu enstand aus der Frage, wie wir uns ein Leben als Illustratoren auĂźerhalb des schĂĽtzenden “Uni-Kokons” vorstellen. Wir wollten in erster Linie ein Netzwerk schaffen, das es Illustratoren, Comiczeichnern und anderen Kreativen ermöglicht, sich auszutauschen, Projekte zu realisieren und dabei die Grenzen dessen, was wir gemeinhin unter Illustration verstehen, abzutasten. Und das gerne in beide Richtungen: Die kommerzielle und die kĂĽnstlerische. Dass dabei auch ein Verlag, ein Studio und eine Galerie herausgekommen sind, war nur konsequent.

Im Studio haben wir die Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten, mit dem Verlag sind wir in der Lage, Projekte direkt zu veröffentlichen und zu vertreiben, und die Galerie dient als Treffpunkt für alle, die sich genauso für Illustration begeistern wie wir. Dieses Jahr können wir zwar schon unseren fünften Geburtstag feiern, aber rotopol soll auch weiterhin ein Experimentierfeld bleiben, auf dem wir viele unserer Ideen ausprobieren können.

Wie geht es mit dem Verlag weiter?

Ich denke, da wir ein von Illustratoren geführter Verlag sind und viele unserer persönlichen Vorlieben in die Verlagsarbeit einfließen, fällt es manchmal schwer, uns einzuordnen. Wir sind kein reiner Comic- oder Illustrationsverlag. Es geht uns um Illustration im Allgemeinen und um die vielen verscheidenen Facetten, die diese Kunstrichtung haben kann. Verlagssparten oder Genres sind uns dabei nicht wichtig. Der Stil und vor allem der Inhalt eines Projekts muss uns ansprechen und sich in den illustrativen Kontext einfügen. Am Ende kommen dann Comics, Illustrationsbücher, Giclée- und Siebdrucke oder Papierspielzeug dabei heraus.

Unser Ziel ist es, die Vielseitigkeit von Illustration abzutasten und das Interesse einer breiten Ă–ffentlichkeit dafĂĽr zu wecken. Darum freuen wir uns natĂĽrlich umso mehr, dass wir seit Anfang diesen Jahres Auslieferer und Verlagsvertretungen haben.

Momentan bereiten wir die nächsten Veröffentlichungen vor. Dann haben wir dieses Jahr, parallel zur Documenta, einige Einzelausstellungen geplant, unter anderem mit Bene Rohlmann, Hellen Jo und Mcbess. Außerdem werden wir mit einem Stand beim Comic-Salon Erlangen vertreten sein. Im Winter wird es traditionell wieder eine große Gruppenausstellung geben. Und natürlich sind wir immer auf der Suche nach neuen, interessanten Projekten.

Kannst du schon einen Ausblick auf die nächsten eigenen Projekte geben?

Ich glaube, ich habe momentan fünf Geschichten in meiner Schublade, die ich gerne realisieren möchte. Ganz konkret werde ich als nächstes zusammen mit Reprodukt an einem Projekt arbeiten. Worum es dabei genau geht, möchte ich aber noch nicht verraten. Darüber hinaus ist es mir allerdings sehr wichtig, nicht nur Comiczeichner zu sein, sondern auch weiterhin als Illustrator zu arbeiten.

Weitere Artikel ĂĽber Graphic Novels

Montag, den 7. Februar 2011

Während an anderer Stelle schon in die Zukunft gedacht wird, wird in zwei jĂĽngst erschienen Artikeln noch Basisarbeit betrieben. So fĂĽhrt Sara Sundermann in ihrem Artikel fĂĽr die “Frankfurter Rundschau” in die Welt der Graphic Novels ein und stellt schlaglichtartig einige aktuelle Titel wie zum Beispiel Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) vor.

Mehr als 1000 Worte

Graphic Novels sind gezeichnete Romane. Einige von ihnen kommen ganz ohne Sprache aus. Unsere Autorin berichtet aus einer Welt zwischen Bild und Buchstabe.

Bilderbuchkino für Erwachsene: Man braucht nur einen Lesesessel, ein Stück Mandelschokolade und einen Graphic Novel. Während man sich derart gerüstet vor der Nahwelt in Sicherheit wähnt, wandern die Augen los und man blättert sich in die Ferne. Besser als gut geschriebene Geschichten sind nur noch: gut gezeichnete. mehr

Das Portal der “NĂĽrnberger Zeitung” und “NĂĽrnberger Nachrichten”, nordbayern.de, stellt eine Reihe von Graphic Novels vor, beschränkt sich dabei jedoch auf Literaturadaptionen. Zudem werden fragwĂĽrdigerweise Pop-Up-BĂĽcher hinzugezählt.

Lese-Tipps im Februar: Weltliteratur als Comic

“Graphic Novels” – Comic-Adaptionen groĂźer Werke der Weltliteratur

Das Genre boomt und findet immer mehr Anhänger. Vor allem fĂĽr junge Leser bietet die bildliche Umsetzung schwerer Stoffe eine leichtere Einstiegshilfe. Aber auch fĂĽr erfahrene Leseratten sind “Graphic Novels” absolut empfehlenswert. mehr

“Sprechblase fĂĽr Jack Kerouac”

Mittwoch, den 2. Februar 2011

In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” wird “The Beats” von Harvey Pekar und Paul Buhle vorgestellt. Im Mittelpunkt der Kritik steht unter anderem die Aufmachung des Bandes. HinzugefĂĽgt sei noch, dass Pekar nicht der Erfinder des autobiografischen Comics ist, wie der Artikel behauptet.

Sprechblase fĂĽr Jack Kerouac

Aufgehängt an den Autoren Kerouac, Ginsberg und Burroughs, will das Buch “The Beats” einen Abriss der Geschichte dieser Bewegung liefern. Der Comic ist schon deshalb beachtenswert, weil es Harvey Pekars erste eigenständige Veröffentlichung im Deutschen ist.

Als Harvey Pekar im Juli 2010 starb, hatten ihn plötzlich alle lieb. Dabei war der verschrobene Clevelander im amerikanischen Kulturbetrieb eher eine Randfigur. Nicht ganz unkokett erzählte er gern, dass er mit der von ihm herausgegebenen Comicreihe „American Splendor“ in 25 Jahren nie einen Cent verdient habe. mehr

“Ich meiĂźele Pointen”

Samstag, den 3. Januar 2009

kreitz carlsenHeute beginnt die “Frankfurter Rundschau” ihre Serie “FR Deutschland Comic”, in der jeden Samstag Isabel Kreitz (“Die Sache mit Sorge”, Carlsen) eine Comicseite gestalten wird, die sich mit den letzten 60 Jahren Deutscher Geschichte befasst. EinfĂĽhrend dazu wurde sie von Redakteur Christian SchlĂĽter interviewt:

Frau Kreitz, Sie haben bisher vor allem Buchillustrationen und längere Comic-Geschichten gezeichnet. Der neue Comic in der Frankfurter Rundschau ist in sehr kurze Episoden aufgeteilt. Was ist das Besondere an einem Comic, der regelmäßig in einer Tageszeitung erscheint?

Zwischen einem regelmäßigen Zeitungs-Comic und einer Comic-Geschichte in Buchform liegen Welten! Und ein Zeitungs-Comic, der wöchentlich erscheint, ist auch wieder etwas ganz anderes als ein täglicher Comic. Ein Comic-Buch oder die sogenannte Graphic Novel kann mit allen dramaturgischen Mitteln arbeiten, die es auch in Romanen und Filmen gibt. Ein Zeitungs-Comic aber wird in kleineren Häppchen serviert und verlangt daher eine ganz andere Erzählform…

… er ist konzentrierter und bietet weniger Abschweifungen…

… der wöchentliche Comic muss abgeschlossene Geschichten auf einer Seite erzählen, da nicht zu erwarten ist, dass der Leser sich nach sieben Tagen noch an den Schluss der vorhergehenden Geschichte erinnert. Das ist beim Tages-Comic anders. Hier kann man, wie ja auch der tägliche Strip “Im Museum” auf der Rätselseite der Frankfurter Rundschau zeigt, kurze und lange Strecken erzählen, da der Zeitabstand knapp genug ist fĂĽr eine Fortsetzung. Kurzum, jede Erscheinungsform verlangt eine besondere Erzählweise. Es muss nicht nur ein Inhalt erfunden werden, sondern auch die passende Form dafĂĽr. Ich bin in erster Linie eine Geschichtenerzählerin und freue mich, wenn etwas herauskommt, das nicht nur mir SpaĂź macht! mehr

Foto © Carlsen Comics

“Reportage aus dem Reich des Bösen”

Montag, den 7. Januar 2008

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Christian SchlĂĽter schreibt in der “Frankfurter Rundschau” vom 28. Dezember eine erste Kurzrezension zu “Pjöngjang” von Guy Delisle:

Reportage aus dem Reich des Bösen

Viel war in der letzten Zeit von Marjane Satrapis “Persepolis” die Rede – warum auch nicht?! Der hier anzuzeigende Band “Pjöngjang” des kanadischen Zeichners Guy Delisle gehört ebenfalls in das Genre des aktuellen, die politische Gegenwart verarbeitenden Comics. Seine eher journalistische Herangehensweise zeigt sich in dem knappen, jeden Schnörkel vermeidenden Zeichenstil; festgehalten sind vor allem Alltagsszenen.

Entstanden ist so eine Reportage aus dem isolierten Nordkorea, Reich des Bösen inklusive Personenkult und Stromausfall. Hier arbeitete der Zeichner zwei Monate lang als Supervisor fĂĽr eine französische Trickfilmproduktion. Nach “Shenzhen” (2000) ist “Pjöngjang” der zweite autobiografische Reisebericht des 1966 in QuĂ©bec geborene Delisle – abermals ein unbedingt lesens- und sehenswerter Comic. mehr