Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Frankfurter Rundschau’

“BrĂĽste statt Kulleraugen”

Dienstag, den 6. November 2012

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau wirft Katja LĂĽthge einen Blick auf die bei Carlsen gestartete Reihe “Comics for Ladies”. In “BrĂĽste statt Kulleraugen” stellt sie zunächst heraus, dass Comics lange primär JungslektĂĽre waren, woran zunächst das Aufkommen der hauptsächlich von jungen Mädchen gelesenen Manga etwas änderte.

Ein älteres weibliches Lesepublikum will man nun bei Carlsen erschliessen mit bisher drei Titeln: “Paris” von Marten Vand Wiele, “Ich wär so gern Ethnologin” von Margau Motin sowie “Luft und Liebe” von Hubert und Marie Caillou. LĂĽthge sieht eine Gemeinsamkeit der drei BĂĽcher: Die Beschäftigung mit dem weiblichen Körper. Diesem Umstand und dessen Umsetzung in den drei Titeln kann sie nur bedingt etwas abgewinnen.

Comics in den Medien – 18. Oktober 2012

Donnerstag, den 18. Oktober 2012

Abel Lanzacs und Christophe Blains “Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” findet weiterhin Zuspruch in der Presse. So schreibt Christian SchlĂĽter in der Frankfurter Rundschau sowie der Berliner Zeitung unter der Ăśberschrift “Französischer Comic verulkt Weltpolitiker”: “Selten so gelacht: Der Polit-Comic „Quai d’Orsay“ von Christophe Blain ist ein meisterhafter Blick hinter die Kulissen der Macht. Eine krachend komische, dann aber auch wieder bitter-ernste Geschichte.”

“Ăśberspitzt, aber trotzdem glaubhaft” bezeichnet Kai Löffler Blains und Lanzacs Portrait des Politikbetriebs in seinem Beitrag fĂĽr den Deutschlandfunk: “Blick hinter die Kulissen der Diplomatie”. Hier kommt nicht nur Christophe Blain selbst zu Wort, Passagen aus dem Buch werden auch von Sprechern gespielt. Der Beitrag kann hier auch als MP3-Datei angehört werden.

“Einen interessanten Einblick in Thoreaus Denk- und Lebenswelt” gibt die Comic-Biografie “Henry David Thoreau – Das reine Leben” (Knesebeck) von A. Dan und Maximilen LeRoy, wie Lukas Meyer-Marsilius in der Basler Zeitung schreibt: “Die Pflicht zum Ungehorsam”.

Bereits Anfang des Monats schrieb Waldemar Kesler in der tageszeitung ĂĽber “Chronik einer verschwundenen Stadt” von Dibou und Golo (avant-verlag), wobei Kesler gerade die vielschichtige Art der Dokumentation hervorhebt: “Eine Totenstadt in Ă„gypten”.

Arne Bellstorf, Autor von “Baby´s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt), war im Mai auf Einladung des örtlichen Goethe-Instituts in Toronto zu Gast, wo er am Randes des Toronto Comic Arts Festivals sein auch in Nordamerika erschienenes Buch vorstellte und einen Einblick in die Entstehung des Bandes gab. Das rund einstündige Video ist hier zu sehen.

Auf der Frankfurter Buchmesse wurden eine Reihe von Redakteuren und Verlagsmitarbeitern unter dem Motto “Herz oder Hirn?” dazu befragt, was auch unter BerĂĽcksichtigung der Gestaltung, ein gutes Buch ausmacht. Christian Maiwald von Reprodukt stellt dort ab der sechsten Minute “Rosalie Blum” von Camille Jourdy vor.

Comics in der Presse – 5. September 2012

Mittwoch, den 5. September 2012

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau werden in einer Beilage die fĂĽr die auf der Frankfurter Buchmesse verliehenen Sondermann-Preise nominierten Titel vorgestellt. Begleitet wird die Vorstellung der Titel mit einleitenden Worten von Christian SchlĂĽter, der die zunehmende Dominanz von Graphic Novels herausstellt: “Eine hochseriöse Sache”.

“Ăśberheblichkeit, Besserwisserei und Appellation” sind Qualitäten, die Georg SeeĂźlen in den Arbeiten von Paula Bulling (“Im Land der FrĂĽhaufsteher”) und Sofia Martineck (“HĂĽhner, Porno, Schlägerei”, beide avant-verlag) gerade nicht findet. Er stellt die BĂĽcher in der Jungle World vor: “Country Noir”.

“Das göttliche Auge”

Dienstag, den 24. Juli 2012

Die Frankfurter Rundschau und die Berliner Zeitung berichten mit einem Feuilleton-Aufmacher ĂĽber das neue Buch von Marc-Antoine Mathieu, “3 Sekunden”, das bei Reprodukt erschienen ist. Redakteur Christian SchlĂĽter beleuchtet unter der Ăśberschrift “Das göttliche Auge” eine Reihe von Facetten des Buches, das in einer einzigen, langen Zommfahrt erzählt wird und in dem sich die Blickrichtung durch Spiegelungen verändert.

Unter anderem erkennt er in dem “leichthändig” erzählten Band “das philosophisch Anspruchsvollste, was als Comic in den letzten Jahren veröffentlicht wurde” und findet AnknĂĽpfungspunkte an den klassischen Bildungsroman bis zu Fragen der Theodizee.

Zum Beitrag gelangt man hier und hier.

Comics ĂĽber politische Inhalte in der Presse

Dienstag, den 12. Juni 2012

Nachträglich zu Erlangen erschienen heute zwei Artikel, die sich mit dem Politischen im aktuellen Comic beschäftigen. Lars von Törne stellt in “Vom Krieg gezeichnet” auf tagesspiegel.de aktuelle Titel vor, von denen viele zum Comic-Salon in Erlangen vorgestellt wurden, darunter “Wave and Smile” von Arne Jysch und “Der Boxer” von Reinhard Kleist (beide Carlsen). Letzterer feiert in Berlin noch einmal Buchpremiere, wenn Kleist in der Berliner Buchhandlung BuchBox eine illustrierte Lesung zu “Der Boxer” halten wird und sich den Frag von Törnes stellt.

Jens Baltzer schreibt heute in der “Frankfurter Rundschau” einen Artikel (“Nicht lustig”), in dem er den vergangenen Comic-Salon Erlangen Revue passieren lässt. Die vielen ernsthaften Themen der aktuellen Neuerscheinungen und der Comics, die in Erlangen im Mittelpunkt standen – wie in der Ausstellung zu Comics aus dem arabischen Raum – fĂĽhren ihn zu dem ungewöhnlichen Fazit, dass Comics doch wieder komischer werden sollten. Er fordert einen “Comical Turn”.

“Metro” in der Presse

Montag, den 4. Juni 2012

Passend zum Comic-Salon in Erlangen und der dort gezeigten Ausstellung ĂĽber Comics aus dem nahen Osten erscheint mit “Metro” die in Ă„gypten verbotene Graphic Novels von Magdy El Shafee in der ZĂĽrcher Edition Moderne, der damit sein Programm an Graphic Novels, die aktuelle politische Themen aufgreifen und reflektieren, erweitert.

Das Buch wurde bereits am Freitag in der “Berliner Zeitung” und in der “Frankfurter Rundschau” vorgestellt. Redakteur Christian SchlĂĽter stellt das Buch und seinen Autor sowie die Hintergrundgeschichte des Bandes vor. SchlĂĽter stellt heraus, wie das Buch ein GefĂĽhl fĂĽr die Situation in der es entstand vermittelt und das Buch den Geist der zur Entstehungszeit des Bandes erst langsam aufflammenden Revolution in sich trägt: “Raus aus dem Gefängnis”.

FĂĽr den Bayerischen Rundfunk hat Sammy Khamis den Autoren darĂĽber hinaus in Kairo getroffen und fĂĽr einen Beitrag interviewt, der sich hier nachlesen lässt: “Verbotener Comic – “Metro” von Magdy el Shafee”. Dort gibt es auch einen kurzen Ausschnitt des Interviews zu sehen, in dem sich El Shafee im O-Ton noch einmal die HintergrĂĽnde zur Entstehung von “Metro” erläutert.

Fünf Fragen: Michael Meier | “Das Inferno”

Samstag, den 21. April 2012

Michael Meier studierte Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel bei Hendrik Dorgathen und schloss sein Studium 2007 mit der Graphic Novel “Die Menschenfabrik” ab, einer Romanumsetzung nach Oscar Panizza. DafĂĽr wurde er auf der Frankfurter Buchmesse 2009 mit dem Sondermann als “Bester Newcomer” ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr hat Michael Meier den täglich auf der Rätselseite der “Frankfurter Rundschau” erschienenen Comic-Strip “Das Inferno” gezeichnet, der seit Februar gesammelt als Buch erhältlich ist. Neben seiner Tätigkeit als Comiczeichner und Illustrator fĂĽhrt er zusammen mit Lisa Röper und Rita FĂĽrstenau in Kassel den Verlag rotopolpress. Grund genug, ihm fĂĽnf Fragen zum Comiczeichnen und -verlegen zu stellen.

Wie kam es zu “Das Inferno”, und wie waren die Reaktionen auf das Buch?

Christian SchlĂĽter, dem ich unter anderem den Sondermann zu verdanken habe, rief mich eines Tages an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, den Daily Strip der “Frankfurter Rundschau” zu ĂĽbernehmen. Gemeinsam haben wir uns dann gefragt, ob es nicht auch möglich sei, einen bekannten Stoff als Comic-Strip umzusetzen. Anfangs haben wir mit dem Gedanken gespielt, den “Zauberberg” von Thomas Mann zu interpretieren. Das stellte sich dann allerdings als zu komplex fĂĽr dieses Projekt heraus, auĂźerdem hatte ich Lust auf eine Abenteuergeschichte, der die Leser ohne weiteres ein ganzes Jahr folgen können.

Bei der Suche nach einem geeigneten Stoff hat mich dann Lisa Röper auf die “Göttliche Komödie” gebracht, die ich bis dahin allerdings noch gar nicht gelesen hatte. Ich war ein bisschen skeptisch, weil es sich ja schlieĂźlich um einen Text aus dem ausgehenden Mittelalter handelt. Es hat mich dann aber sehr ĂĽberrascht, wie eingängig Alighieri die Geschichte geschrieben hatte, trotz der Versform. Und eine Fahrt in die Unterwelt ist natĂĽrlich eine tolle Vorlage fĂĽr einen Zeichner. Ich musste also nicht lange ĂĽberredet werden.

Christian SchlĂĽter war auf die selbe Idee gekommen und bei unserem nächsten Telefonat begrĂĽĂźten wir uns dann gegenseitig mit “Inferno”!


Viele Reaktionen hat es natĂĽrlich noch nicht gegeben, das Buch ist ja erst seit Februar im Handel. Aber das, was ich bisher gehört habe, war durchweg positiv. Am meisten habe ich mich ĂĽber die vielen netten E-Mails von “Rundschau”-Lesern gefreut, die den Strip regelmäßig verfolgt haben und denen die beiden Protagonisten Dante und Vergil ans Herz gewachsen sind.

Gibt es einen Unterschied in der Herangehensweise zwischen Comic-Strips und Graphic Novels bzw. längeren Erzählungen?

Comic-Strips haben im Vergleich zu längeren Erzählungen ihre ganz eigenen Schwierigkeiten. Jeder Strip ist eine kleine abgeschlossene Geschichte auf sehr komprimiertem Raum, bei der man einige Abstriche machen muss. Dante Alighieri hat eine sehr bildgewaltige Erzählweise, die beim Strip zum Problem wird, da ich alles auf 5 x 21 cm komprimieren musste. Außerdem kann man nicht, wie in längeren Geschichten, das Tempo variieren. Das schränkt die erzählerischen Mittel dann doch etwas ein.

Meines Erachtens wirken Comic-Strips deshalb oft ein bisschen gehetzt. Die Geschichte marschiert unaufhaltsam voran und man hat kaum Platz zum Verschnaufen oder um Atmosphäre aufzubauen. Der Leser sollte sich aber, auch ohne den Strip regelmäßig zu verfolgen, von der Episode, die er sich rausgepickt hat, unterhalten fühlen und der Geschichte zumindest halbwegs folgen können.

Am Ende mĂĽssen alle diese Mini-Geschichten auch noch als groĂźes Ganzes funktionieren. Diese Balance aufrecht zu erhalten war eine spannende Herausforderung, bei der ich viel dazugelernt habe.

Seit wann gibt es rotopolpress, und was waren die BeweggrĂĽnde, den Verlag zu grĂĽnden?

Rita FĂĽrstenau, Lisa Röper und ich haben den Verlag 2007 noch während unserer Zeit an der Kunsthochschule Kassel gegrĂĽndet. Die Idee dazu enstand aus der Frage, wie wir uns ein Leben als Illustratoren auĂźerhalb des schĂĽtzenden “Uni-Kokons” vorstellen. Wir wollten in erster Linie ein Netzwerk schaffen, das es Illustratoren, Comiczeichnern und anderen Kreativen ermöglicht, sich auszutauschen, Projekte zu realisieren und dabei die Grenzen dessen, was wir gemeinhin unter Illustration verstehen, abzutasten. Und das gerne in beide Richtungen: Die kommerzielle und die kĂĽnstlerische. Dass dabei auch ein Verlag, ein Studio und eine Galerie herausgekommen sind, war nur konsequent.

Im Studio haben wir die Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten, mit dem Verlag sind wir in der Lage, Projekte direkt zu veröffentlichen und zu vertreiben, und die Galerie dient als Treffpunkt für alle, die sich genauso für Illustration begeistern wie wir. Dieses Jahr können wir zwar schon unseren fünften Geburtstag feiern, aber rotopol soll auch weiterhin ein Experimentierfeld bleiben, auf dem wir viele unserer Ideen ausprobieren können.

Wie geht es mit dem Verlag weiter?

Ich denke, da wir ein von Illustratoren geführter Verlag sind und viele unserer persönlichen Vorlieben in die Verlagsarbeit einfließen, fällt es manchmal schwer, uns einzuordnen. Wir sind kein reiner Comic- oder Illustrationsverlag. Es geht uns um Illustration im Allgemeinen und um die vielen verscheidenen Facetten, die diese Kunstrichtung haben kann. Verlagssparten oder Genres sind uns dabei nicht wichtig. Der Stil und vor allem der Inhalt eines Projekts muss uns ansprechen und sich in den illustrativen Kontext einfügen. Am Ende kommen dann Comics, Illustrationsbücher, Giclée- und Siebdrucke oder Papierspielzeug dabei heraus.

Unser Ziel ist es, die Vielseitigkeit von Illustration abzutasten und das Interesse einer breiten Ă–ffentlichkeit dafĂĽr zu wecken. Darum freuen wir uns natĂĽrlich umso mehr, dass wir seit Anfang diesen Jahres Auslieferer und Verlagsvertretungen haben.

Momentan bereiten wir die nächsten Veröffentlichungen vor. Dann haben wir dieses Jahr, parallel zur Documenta, einige Einzelausstellungen geplant, unter anderem mit Bene Rohlmann, Hellen Jo und Mcbess. Außerdem werden wir mit einem Stand beim Comic-Salon Erlangen vertreten sein. Im Winter wird es traditionell wieder eine große Gruppenausstellung geben. Und natürlich sind wir immer auf der Suche nach neuen, interessanten Projekten.

Kannst du schon einen Ausblick auf die nächsten eigenen Projekte geben?

Ich glaube, ich habe momentan fünf Geschichten in meiner Schublade, die ich gerne realisieren möchte. Ganz konkret werde ich als nächstes zusammen mit Reprodukt an einem Projekt arbeiten. Worum es dabei genau geht, möchte ich aber noch nicht verraten. Darüber hinaus ist es mir allerdings sehr wichtig, nicht nur Comiczeichner zu sein, sondern auch weiterhin als Illustrator zu arbeiten.

“Ein Schwarzer in der weiĂźen Hölle”

Donnerstag, den 29. März 2012

In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” stellt Christian SchlĂĽter “Packeis” von Simon Schwartz (avant-verlag) vor.

Ein Schwarzer in der weißen Hölle

Matthew Alexander Henson war vermutlich der erste Mensch am Nordpol. Geehrt wurde er zunächst dafĂĽr nicht, denn Henson war Afroamerikaner. Seine Geschichte hat der Zeichner Simon Schwartz nun in seinem Comic “Packeis” verarbeitet.

Längst vergangene Geschichten, immer noch unglaublich, aber wahr: Matthew Alexander Henson (1866 bis 1955) war ein amerikanischer Polarforscher, der am 6. April 1909 vermutlich als erster Mensch den Nordpol erreichte, eine Leistung, für die allerdings nicht er, sondern andere geehrt wurden, weil er Afroamerikaner war. mehr

“Riekes Notizen”

Donnerstag, den 6. Oktober 2011

Seit dem gestrigen Dienstag druckt die “Frankfurter Rundschau” einen neuen, täglichen Comicstrip: “Riekes Notizen” der in Berlin lebenden Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt) portaitiert eine junge Frau, ihren Alltag als Illustratorin, das Hadern mit dem Dasein als Freiberuflerin und nicht zuletzt ihre Spleens.

Barbara Yelin folgt damit auf Thomas Wellmann (“Der Ziegensauger”), Michael Meier (“Die Menschenfabrik”, beide Rotopolpress) und Jan-Frederik Bandel und Sascha Hommer (“Im Museum”, Reprodukt), die zuvor bereits Strips fĂĽr die FR beisteuerten.

Derzeit weilt Barbara Yelin auf Einladung des Goethe-Instituts in Kairo, die ersten Strips entstanden bereits im Vorfeld.

(Zum Vergrößern Klick auf Strips.)

“Ornamentale Bilderpracht”

Samstag, den 24. September 2011

“Die erste Graphic Novel, die diesen Namen auch verdient” erkennt Christian SchlĂĽter in seinem Beitrag fĂĽr die Samstagsausgabe der “Frankfurter Rundschau” in Craig Thompsons “Habibi” (Reprodukt).

Ornamentale Bilderpracht

Nach seinen ersten großen Comic-Erfolgen verschwand der amerikanische Zeichner Craig Thompson schnell wieder von der Bildfläche. Mit „Habibi“ hat er jetzt dem Comic eine neue Dimension erschlossen.

Als der amerikanische Zeichner Craig Thompson vor acht Jahren seinen autobiografischen Comic „Blankets“ veröffentlichte, wurde das allenthalben als Sensation gefeiert. mehr

“Hey, lass uns reden!”

Dienstag, den 5. Juli 2011

FĂĽr die “Frankfurter Rundschau” hat sich Christian SchlĂĽter mit “Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger” beschäftigt, geschrieben und gezeichnet von der Amerikanerin Sarah Glidden, die ihr bei Panini veröffentlichtes Buch auch auf dem Comicfestival MĂĽnchen vorgestellt hat.

Hey, lass uns reden!

Sarah Gliddens Comic „Israel verstehen“ versucht sich an einem schweren Thema. Entschieden politisch möchte sich Gliddens dabei nicht verstehen. Ihr gelingt aber ein anregendes wie ehrgeiziges Debüt.

Sarah Glidden kennt Israel nur aus Büchern. Als sie dann mit einer Reisegruppe in das gelobte Land kommt, muss sie feststellen, dass alles ganz anders ist. Überhaupt nicht einfach. Stattdessen sehr vielfältig und sehr widersprüchlich. Wer hätte das gedacht? Sarah Glidden offenbar nicht, und so hat die 1980 in Boston geborene Zeichnerin aus ihrer Erfahrung gleich einen Comic gemacht: „Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger“. Auf einen Satz gebracht: „Ich denke, das Erste, was wir alle verstehen sollten, die nicht in Israel oder den besetzten Gebieten leben, ist, dass wir nicht dort leben.“ Nun ja, gegen diese Einsicht ist wenig einzuwenden. mehr

“Ohne Worte”

Dienstag, den 28. Juni 2011

In der “Frankfurter Rundschau” vom 28. Juni lenkt Christian SchlĂĽter den Blick auf die “GrenzĂĽberschreiter” moki (“Wandering Ghost”, Reprodukt) und Shaun Tan (“Der Vogelkönig”, Carlsen), deren gezeichnete Geschichten sich einer eindeutigen Kategorisierung verweigern.

Ohne Worte

Ist das noch Comic oder Bilderbuch oder graphische Literatur? Shaun Tans Figurenkosmos bewegt sich im Ăśbergang zwischen Mensch und Maschine. Mokis Geschichten fĂĽhren ins Irgendwo. Bezaubernd sind beide Bilderwelten.

Moki macht nicht viele Worte. Auch nicht über ihre Person. Sie hält sich im Hintergrund und meidet den öffentlichen Auftritt. Nicht mal ihren eigentlichen Namen will sie bekanntgeben. Wir wissen nicht viel mehr über sie, als dass sie 1982 im sauerländischen Brilon geboren wurde und seit geraumer Zeit in Hamburg lebt. In der Freien und Hansestadt studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste, einem Zentrum auch für zeitgenössische Comic-Kunst. mehr

“Der zeichnende Flaneur”

Montag, den 20. Juni 2011

In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” stellt Ole Frahm den Sammelband “New York” von Will Eisner (Carlsen) vor und erkennt in dem amerikanischen Autor einen “wĂĽrdigen Erben von Charlie Chaplin”.

Der zeichnende Flaneur

Nüchtern und schwärmerisch: Will Eisners meisterhafte Milieustudien „New York“. So sehr Eisners Werk ganz im Herzen Amerikas sich wiederfindet, seine Perspektive bleibt die eines Außenseiters.

New York ist unbestritten die Hauptstadt des 20. Jahrhunderts. Ihre Hochhäuser prägten eine neue Wahrnehmung der Straße, wurden Sinnbild einer Moderne, in der alles möglich erschien, und bildeten zugleich den Ort zahlloser Mythen. Eben hier entwickelten sich im späten 19. Jahrhundert Publikumsformen und Bildmedien, welche für lange Zeit bestimmend werden sollten: Film und Comic. Und so ist es kaum zufällig, dass der Comic-Autor Will Eisner in seinem Spätwerk diesem New York in zahlreichen Zeichnungen ein Denkmal gesetzt hat, das im zweiten Band seiner Werksausgabe nachzulesen ist. mehr

“Literatur und Graphik”

Dienstag, den 12. April 2011

In der “Frankfurter Rundschau” schreibt Ole Frahm ĂĽber Sascha Hommers Buch “Dri Chinisin” (Reprodukt), in dem dieser mehrere Erzählungen von Brigitte Kronauer in Comics ĂĽberträgt. FĂĽr den Autor eine “leichtfĂĽĂźige” und “souveräne” Adaption, die er auch zum Anlass nimmt, darĂĽber hinaus Betrachtungen ĂĽber Literatur im Comic anzustellen.

“Literatur und Graphik”

Behauptet seine eigene literarische Form: Im Comic-Band “Dri Chinisin” greift Sascha Hommer Erzählungen von Brigitte Kronauer auf. Ein schönes Beispiel dafĂĽr, wie sich zwischen Schrift und Bild ein Raum öffnet fĂĽr eine graphische Literatur. Nicht nur fĂĽr Kinder!

Comics als Literatur? Immer wieder wird diese Perspektive für die seriellen Bildchen eröffnet: Als würde es nicht genügen, dass sie mit ihren populären Figuren eine ganz eigene Ästhetik jenseits von Kunst und Literatur entwickelt haben. Und als hätten sich nicht schon Autoren wie Rolf-Dieter Brinkmann oder Elfriede Jelinek nach einer Literatur gesehnt, die sich an „Batman und Robin“ orientiert. mehr

“Tims unheimliche Seite”

Mittwoch, den 16. Februar 2011

Ole Frahm schreibt am Mittwoch, dem 16. Februar in der “Frankfurter Rundschau” ĂĽber “rpm” von Martina Lenzin (Reprodukt) und “X’ed Out” von Charles Burns.

Die Originalausgabe von “X’ed Out” ist bei Pantheon Books erschienen, eine deutsche Ausgabe ist fĂĽr den Herbst 2011 bei Reprodukt in Vorbereitung.

Tims unheimliche Seite

Und es geht doch: Die Comiczeichner Martina Lenzin und Charles Burns reflektieren die Jugendkultur jenseits der Kommerzialisierung.

Jugendkultur heute ist fest in der Hand kommerzieller Interessen. Nach Alternativen suchen zwei Comiczeichner auf sehr unterschiedliche Weise und setzen neue Maßstäbe für die Graphic Novel. Martina Lenzin zeichnet in ihrem Debüt „RPM“ die Geschichte des Post-Punk nach und beweist, dass der Comic ein ausgezeichnetes Medium auch zur Bergung vergessener historischer Momente ist. Charles Burns begibt sich in seiner neuen, noch nicht übersetzten Serie „X’ed Out“ in den Untergrund des Begehrens Jugendlicher, deren Phantasien zwischen dem asexuellen „Tim und Struppi“ und Klischees vom intensiven Leben durch Sex und Drogen changieren. Er streicht alles aus, was in den Comics von Hergé kindlicher Selbstvergewisserung dient. mehr

Weitere Artikel ĂĽber Graphic Novels

Montag, den 7. Februar 2011

Während an anderer Stelle schon in die Zukunft gedacht wird, wird in zwei jĂĽngst erschienen Artikeln noch Basisarbeit betrieben. So fĂĽhrt Sara Sundermann in ihrem Artikel fĂĽr die “Frankfurter Rundschau” in die Welt der Graphic Novels ein und stellt schlaglichtartig einige aktuelle Titel wie zum Beispiel Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) vor.

Mehr als 1000 Worte

Graphic Novels sind gezeichnete Romane. Einige von ihnen kommen ganz ohne Sprache aus. Unsere Autorin berichtet aus einer Welt zwischen Bild und Buchstabe.

Bilderbuchkino für Erwachsene: Man braucht nur einen Lesesessel, ein Stück Mandelschokolade und einen Graphic Novel. Während man sich derart gerüstet vor der Nahwelt in Sicherheit wähnt, wandern die Augen los und man blättert sich in die Ferne. Besser als gut geschriebene Geschichten sind nur noch: gut gezeichnete. mehr

Das Portal der “NĂĽrnberger Zeitung” und “NĂĽrnberger Nachrichten”, nordbayern.de, stellt eine Reihe von Graphic Novels vor, beschränkt sich dabei jedoch auf Literaturadaptionen. Zudem werden fragwĂĽrdigerweise Pop-Up-BĂĽcher hinzugezählt.

Lese-Tipps im Februar: Weltliteratur als Comic

“Graphic Novels” – Comic-Adaptionen groĂźer Werke der Weltliteratur

Das Genre boomt und findet immer mehr Anhänger. Vor allem fĂĽr junge Leser bietet die bildliche Umsetzung schwerer Stoffe eine leichtere Einstiegshilfe. Aber auch fĂĽr erfahrene Leseratten sind “Graphic Novels” absolut empfehlenswert. mehr

“Sprechblase fĂĽr Jack Kerouac”

Mittwoch, den 2. Februar 2011

In der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” wird “The Beats” von Harvey Pekar und Paul Buhle vorgestellt. Im Mittelpunkt der Kritik steht unter anderem die Aufmachung des Bandes. HinzugefĂĽgt sei noch, dass Pekar nicht der Erfinder des autobiografischen Comics ist, wie der Artikel behauptet.

Sprechblase fĂĽr Jack Kerouac

Aufgehängt an den Autoren Kerouac, Ginsberg und Burroughs, will das Buch “The Beats” einen Abriss der Geschichte dieser Bewegung liefern. Der Comic ist schon deshalb beachtenswert, weil es Harvey Pekars erste eigenständige Veröffentlichung im Deutschen ist.

Als Harvey Pekar im Juli 2010 starb, hatten ihn plötzlich alle lieb. Dabei war der verschrobene Clevelander im amerikanischen Kulturbetrieb eher eine Randfigur. Nicht ganz unkokett erzählte er gern, dass er mit der von ihm herausgegebenen Comicreihe „American Splendor“ in 25 Jahren nie einen Cent verdient habe. mehr

“Männer sind nur hinderlich”

Sonntag, den 16. Januar 2011

Bereits am 5. Januar stellte Christian SchlĂĽter in der “Frankfurter Rundschau” den Comic-Roman “Oh, diese Mädchen” (Splitter) vor. Der Autorin Sophie Michels und dem Zeichner Emmanuel Lepage (“Muchacho”) bescheinigt er, mit ihrer “mitreiĂźenden und lebendigen” Erzählung um die Lebenswege dreier Mädchen “genaue Milieustudie und gute Unterhaltung in einem” zu bieten.

Männer sind nur hinderlich

Drei Mädchen, eine Freundschaft: Emmanuel Lepages und Sophie Michels Comic „Oh diese Mädchen“ ist mitreiĂźend und lebendig. Sie ergreifen Partei fĂĽr Leila, Agnès und ChloĂ©, folgen ihrer Geschichte in groĂźer Treue – und machen jeden Blödsinn mit.

Drei Leben, drei Schicksale, drei Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Chloé lebt bei ihrer alleinerziehenden Mutter und möchte einmal Primaballerina werden. Leila ist mit ihrer Familie aus einem arabischen Land nach Paris gekommen und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Agnès kommt aus einem sehr reichen Elternhaus, doch statt ihre vielbeschäftigten Eltern kümmert sich eine Erzieherin um sie. Die drei Mädchen lernen sich beim Spielen kennen und werden bald unzertrennlich. mehr

“Deutschland. Ein Bilderbuch”

Donnerstag, den 13. Januar 2011

60 Jahre nach GrĂĽndung der Bundesrepublik hat Isabel Kreitz 2009 fĂĽr die “Frankfurter Rundschau” allwöchentlich eine Comic-Episode aus der jĂĽngeren deutschen Geschichte erzählt. Im März 2011 erscheinen ihre historischen Schlaglichter nun unter dem Titel “Deutschland. Ein Bilderbuch” im DuMont Buchverlag, fĂĽr den Isabel Kreitz 2010 bereits John von DĂĽffels Erzählung “Hotel Angst” illustrierte.

Von der EinfĂĽhrung des Farbfernsehens bis zum Mauerfall, von Rosemarie Nitribitt bis Rainer Barschel, von den “Hitler-TagebĂĽchern” bis zur Rechtschreibreform – Isabel Kreitz hat prägende Ereignisse deutscher Nachkriegsgeschichte in faszinierende Bildergeschichten von je einer Seite umgesetzt. Sie verpackt die groĂźe Geschichte in kleine Geschichten, kreiert Szenen, in denen sich zeigt, wie Historie den Alltag der BĂĽrger veränderte – sei es fĂĽr einen Tag, sei es fĂĽr ein ganzes Leben.

Ein Interview, das Christian SchlĂĽter zum Auftakt der Reihe mit Isabel Kreitz gefĂĽhrt hat, ist nach wie vor ĂĽber die Homepage der “Frankfurter Rundschau” abrufbar.

Deutschland. Ein Bilderbuch, ISBN 978-3-8321-9621-9, 100 Seiten, farbig, Hardcover, 19,99 EUR, erscheint am 16. März bei DuMont

“WelterschlieĂźende Kraft”

Freitag, den 7. Januar 2011

In der gestrigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” stellte Christian SchlĂĽter “Maria & ich” von Miguel Gallardo (Reprodukt) vor.

WelterschlieĂźende Kraft

Eine Form der Verständigung, die eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt: Maria und Miguel Gallardos hinreißende Bilderzählung „Maria und ich“ gibt Zeugnis von der Kommunikation zwischen einem zeichnenden Vater und seiner autistischen Tochter. Eine hinreißende Liebeserklärung.

Ganz einfach, dieser Comic ist eine Liebeserklärung. Aber was für eine: „Maria ist Maria und ich bin ihr Vater, manchmal ärgern wir einander, meistens lachen wir, wir reden pausenlos, vor allem sie. Ich zeichne gern für sie und mag es, auf diese Weise mit ihr zu kommunizieren. Maria ist die beste Tochter, die sich ein Vater wünschen kann.“ Das schreibt Miguel Gallardo und fügt eine Zeichnung hinzu, eine Vignette, die ihn als spitzohrigen, bebrillten Hund zeigt, den Maria – „Wie immer. Typisch!“ – an der Leine zu sich zerrt. Es ist eine seiner ersten Zeichnungen für sie. Im Laufe der Jahre sind sehr viele Zeichnungen entstanden. mehr