Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Genesis’

“Im (sic!) Anfang war das Bild”

Dienstag, den 1. März 2011

FĂĽr das online-Magazin “telepolis” ordnet Tom Appleton in einem umfangreichen Artikel Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) in den Kontext seines Schaffens ein und kommt zu dem Schluss, das “Meisterwerk der Comic-Literatur” gehöre “in jedes Haus, in jede Bibliothek“.

Im (sic!) Anfang war das Bild

Wie der Comic-Künstler Robert Crumb unser Bibelverständnis verändert hat / 400 Jahre nach der klassischen King James Bibel gibt es nun die revolutionär neue Version vom Schöpfer von Fritz the Cat. Und auch Playboy-Chef Hugh Hefner (84) mischt ein wenig mit am neuen Bibelverständnis

Die englische Bibel des Jahres 1611 stellt eine editorische GroĂźtat ihrer Zeit dar. Von 1604 bis 1611 arbeiteten 47 Schriftgelehrte an einer umfassenden, offiziellen Version der “Heiligen Schrift”. Es war ein intellektuelles GroĂźprojekt, an dem das britische Königreich nicht zuletzt finanziell schwer zu knabbern hatte. Eine endgĂĽltige Fassung, nach vielen Querelen, erschien denn auch erst 1619. Das Resultat war ein gedrucktes “Buch”, ein technisch revolutionäres Produkt, ähnlich dem iPad unserer Tage, freilich nicht in jenem politischen Sinne revolutionär, wie ihn Martin Luther mit seiner deutschen BibelĂĽbersetzung verfolgt hatte, dass es ein “Volksbuch” gewesen wäre. mehr

«Das Alte Testament ist nicht witzig»

Montag, den 15. März 2010

Cover_GenesisFĂĽr die “Neue ZĂĽrcher Zeitung” vom 15. März 2010 hat Christian Gasser mit Robert Crumb ein Interview zu dessen Adaption der “Genesis” (Carlsen Verlag) gefĂĽhrt.

«Das Alte Testament ist nicht witzig»

Der Comic-Autor Robert Crumb im Gespräch über seine Comics und seine Illustrationen zur Genesis

Mit «Genesis» legt der 66-jährige amerikanische Underground-Comic-Autor Robert Crumb eine Comic-Adaption des ersten Buches Mose vor – und landete damit keinen Skandal, sondern einen Bestseller. Im Gespräch mit Christian Gasser erläutert er sein Vorgehen und sein Verhältnis zu Bibel und Religion. mehr

“Du lieber Himmel, ein Comic!”

Freitag, den 11. Dezember 2009

Cover_GenesisFĂĽr “Zeit online” zeigt Christina Rietz unter anderem, wie der fĂĽr seine nicht besonders zimperlichen Comics bekannte Robert Crumb im Bibelcomic “Genesis” (Carlsen) sich anbietende Gelegenheiten, Sex und Gewalt darzustellen, weitgehend auslässt.

Du lieber Himmel, ein Comic!

Mit Gott kann man reden: Der Underground-Comic-Künstler Robert Crumb hat sich die Genesis vorgenommen und zeigt den Schöpfer ganz menschlich.

Recht überlegt ist die Bibel nicht jugendfrei. Die Evangelien nicht, das Alte Testament noch weniger, und geradezu eklig geht es im Buch Genesis zu: Brudermord, Inzest, Masturbation – das wären die Aufreger in absteigender Reihenfolge. Es klingt wie geschaffen für einen meisterhaften Comiczeichner und Überzeichner wie Robert Crumb, die Legende der Underground-Comics aus den sechziger Jahren. Zurechtlegen könnte er sich die Genesis, Orgien kolorieren, mal richtig obszön werden. mehr

Neue Rezensionen – Dezember 2009 (1)

Donnerstag, den 10. Dezember 2009

Vor allem auf den Seiten von Online-Feuilletons und auf Blogs wurden in den vergangenen Wochen Graphic Novels vorgestellt und besprochen. Eine Auswahl findet sich hier.

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FĂĽr das Autorennetzwerk suite101.de wirft Marco Behringer einen Blick in Joe Saccos “Palästina” (Edition Moderne) und ordnet die “journalistische Graphic Novel ĂĽber den Alltag der Palästinenser” in das Graphic Novel-Subgenre der Comicreportage ein.

Das Interesse fĂĽr Simon Schwartz’ DebĂĽt “drĂĽben!” blieb auch in den vergangenen Wochen beständig hoch und weitere Medien berichteten ĂĽber die Ost-West-Familiengeschichte des Berliners. FĂĽr einheits-brei.de, ein Onlineprojekt des 6. Jahrgangs der electronic media school (ems) in Potsdam, wurde der Autor interviewt, der Text findet sich hier: “Endlich drĂĽben – eine Ausreisegeschichte als Comic”. Ein weiteres Interview fĂĽhrte Simon Schwartz mit einem Vertreter von visuellepolitik.at, das Ergebnis ist hier zu lesen: “Die DDR im Kopf”. Auch in Dänemark fand “drĂĽben!” Beachtung: Autor und Buch wurden von Benjamin Krasnik im “Kristeligt Dagsblad” unter dem Titel “Muren er vigtig for mig og landets historie” vorgestellt.

Kriminalcomics stehen im Mittelpunkt des Artikels “Crime and Punishment”, den Benjamin Vogt fĂĽr das österreichische Kulturportal “The Outfit” verfasst hat. Vorgestellt werden unter anderem “RG – Riad an der Seine” (Carlsen) von Pierre Dragon & Frederik Peeters sowie “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult) von Jon J. Muth.

“Ăśppig grĂĽnes Grauen” liest Brigitte Helbling in Fabien Vehlmanns und KerascoĂ«ts modern-morbiden Märchen “Jenseits” (Reprodukt) und schreibt darĂĽber auf der Website von titel-magazin.de. Ăśber den gleichen Titel schreibt auch Markus Dewes auf tagesspiegel.de und fasst dort zusammen: “Märchenfiguren im Blutrausch”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt der Politikwissenschaftler Thomas Greven in seiner Kolumne einen politischen Comic vor; den hierzulande noch unveröffentlichten “A.D. – New Orleans after the Deluge” (Pantheon Books) von Josh Neufeld, der sich mit der “Amerikanischen Sintflut” in New Orleans befasst. Ressortchef Lars von Törne schreibt an gleicher Stelle ĂĽber “Miller und Pynchon” (Luftschacht): “Männer weinen heimlich”.

Auf echo-online.de stellt Heide Germann fest, dass “Der Krieg der Knöpfe” (Kinderbuchverlag Wolff) von Mathieu Gabella & ValĂ©rie Vernay nach Louis Pergaud nicht nur fĂĽr Comicleser interessant ist.

Warum der Aufschrei angesichts der Bibel-Umsetzung “Genesis” (Carlsen) von Robert Crumb ausblieb, ist dem Schweizer Rundfunk DRS2 klar. Online kann nachgehört werden, warum: “Crumbs ‘Genesis’ schockiert kaum”.

fm4.at, die Website des Jugendsenders des ORF, präsentiert ein Interview mit dem Autor und Zeichner der Fussballer-Biografie “Der Papierene, Band 1″ von Sascha Dreier (Ueberreuter), das Christian Achatzi und Reinhard Krennhuber fĂĽr das Fussballmagazin “Der Ballesterer” fĂĽhrten. “Die sitzen alle auf meinem Tisch”, wird der Autor zitiert.

Guy Delisles Reisebericht “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt) bespricht FrĂ©dĂ©ric Villan fĂĽr spreeblick.de und kommt zu dem Schluss, dass es sich um “ein groĂźartiges, ein ausgezeichnetes Buch” handelt.

“Evas prachtvoller Körper”

Dienstag, den 17. November 2009

Auf “Welt Online” wirft Stefan Pannor einen Blick auf aktuelle, von der Bibel inspirierte Comics und findet dabei Parallelen zwischen Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) und Ralf Königs “Archetyp” (Rowohlt).

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Evas prachtvoller Körper

Die Comiczeichner Robert Crumb und Ralf König entdecken Gott und die Bibel

Am Anfang, die Geschichte ist bekannt, war das Nichts. Dann schuf Gott Himmel und Erde. Was da im Buch Genesis der Bibel geschildert wird, ist im Grunde der erste künstlerische Prozess. Aus einem blanken Irgendwas schafft Gott die Welt. Es ist nicht unbedingt die beste aller Schöpfungen. Jedenfalls nach der Lesart von Robert Crumb und Ralf König. Beide Comiczeichner haben sich in den letzten Jahren des Textes angenommen. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. mehr

“Wort um Wort, Bild um Bild”

Sonntag, den 15. November 2009

Cover_GenesisFĂĽr den Schweizer “Tagesanzeiger” hat Walter Niederberger am 12. November eine ausfĂĽhrliche Besprechung von Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) geschrieben.

Wort um Wort, Bild um Bild

Robert Crumb, der derbe Altmeister des Comic, hat die Genesis akribisch illustriert. Nicht als Wort Gottes, sondern als Lehrstück menschlicher Schwächen.

Als Lobpreisung des Schöpfers kann der Schutzumschlag zur Genesis – in der lange erwarteten Umsetzung durch Robert Crumb – nicht verstanden werden. Der Altmeister der US-Comic-Szene zeichnet den Gott des Alten Testamentes in der Gestalt seines Vaters, eines ehemaligen Drilloffiziers des Marinekorps, der seine Familie mit eiserner Härte dirigierte und dem jungen Robert so viel Schrecken einjagte, dass er bis heute Albträume hat. «Ich habe Gott nur einmal in meinen Traum gesehen, aber das reichte», erzählt der inzwischen 66-jährige, spindeldürre Künstler. mehr

“LĂĽstern im Paradies”

Montag, den 2. November 2009

Cover_GenesisBereits am Samstag, dem 31. Oktober schrieb Thomas von Steinaecker fĂĽr die “taz” ĂĽber die “Genesis” von Robert Crumb (Carlsen Verlag).

LĂĽstern im Paradies

ERZĂ„HLKRAFTWERK Robert Crumb adaptiert das Erste Buch Mose. Was will die Legende der U-Comix und der Inbegriff des Hippietums mit der Genesis?

Es gibt Dinge, die kann man nicht mehr sehen. Nicht etwa, weil sie zu schrecklich wären, sondern weil sie schrecklich erwartbar geworden sind. So trifft auf die vermeintlich großen historischen Ereignisse und Figuren des 20. und 21. Jahrhunderts der seltsame neudeutsche Begriff des Zu-Tode-fotografiert-Seins zu: Wer möchte sich schon einen weiteren Film über Hitler anschauen, wer zum x-ten Mal den Einsturz der Twin Towers? mehr

Weitere Tagungen zum Thema Comic

Mittwoch, den 28. Oktober 2009

Wie bereits berichtet, finden im nächsten Jahr zwei Fachtagungen statt, die sich mit dem Themenfeld Rechtsextremismus aus Comic-Perspektive beschäftigen. Schon im November finden zwei weitere Tagungen statt, die näher am Medium bleiben.

comfor_plak_4Vom 6. bis zum 8. November 2009 findet an der Universität zu Köln die 4. Wissenschaftstagung der Gesellschaft fĂĽr Comicforschung (ComFor) zum Thema “Erzählen im Comic” statt.

Die Geschichte des Comics ist auch eine vom Geschichtenerzählen. Die Form und die Art und Weise des Erzählens haben sich in der Geschichte des Comics ebenso immer wieder gewandelt wie Inhalte, Themen und Genres. Die Rolle des Erzählens im Comic und die damit einhergehenden Veränderungen sollen im Laufe der Tagung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Neben dem Eröffnungsvortrag von Herrn Professor Dr. Karl Clausberg werden sich vierzehn Wissenschaftler(innen) aus dem In- und Ausland mit dem Thema beschäftigen. Sieben jüngere Kolleginnen und Kollegen präsentieren ihre Thesen auf einem Forum der Nachwuchswissenschaftler(innen). Eine Führung durch die Mittelalterabteilung des Wallraf-Richartz-Museums, die dem sequentiellen Erzählen in der Kölner mittelalterlichen Malerei gilt, macht Sie zudem mit einigen Ahnen des Comic Strips bekannt.

Neben allgemein comictheoretischen Themen wie “Comics als interdiskursive Erzählungen” werden auch Graphic Novels und ihre Autoren in Vorträgen vorgestellt und einzelne Aspekte näher erläutert. So wird es unter anderem Beiträge zum Reportagecomic “Der Fotograf”, Allgemeines ĂĽber autobiografische Comics und Spezielles zu David B.s “Die heilige Krankheit” (beide Edition Moderne) geben. Das gesamte Programm und alle weiteren Details zur Tagung finden sich auf hier. Das Postermotiv stammt ĂĽbrigens von Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt).

genesiswelleAm 27. und 28. November lädt der Sonderforschungsbereich 826 “Ă„sthetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der KĂĽnste” der Freien Universität Berlin zur Tagung zum Thema: “Comics: Zum Stand der kulturellen Legitimität eines intermedialen Mediums”.

Ob Pop Art, Nouvelle Vague, Mangas oder Tarantino – der Comic gehört seit dem späten 20. Jahrhundert zum festen Bestandteil eines Spiels mit high and low culture. Comiczeichner haben nicht nur Plakate und Cover der Rockmusik von Jimi Hendrix bis Janis Joplin gezeichnet, die Ästhetik von bestimmten Musikrichtungen hat auch Autoren wie Robert Crumb in ihrem Zeichenstil inspiriert. In einem solchen Wechselspiel wird der Comic sowohl remedialisiert als auch selbst von intermedialen Praktiken neu definiert. Zu diesen Grenzüberschreitungen stellt sich eine neue soziale Legitimität des Comics ein. So wird Art Spiegelmans Holocaust-Comic Maus insbesondere von einer intellektuellen Leserschaft rezipiert. Mangas überschwemmen den Massenmarkt und heben aber ebenso den Anteil der weiblichen Leserschaft wie Marjane Satrapis Autorencomic Persepolis. Nicht nur die legitime Kunst benutzt damit das Spiel von high and low für ihre avantgardistischen Distinktionen gegen akademisch anerkannte Kunst, diese Strategie differenziert längst auch die Comicproduktion selbst. Die Konferenz wird der Frage nachgehen, wie diese Überschreitungen zwischen kulturellen und sozialen Grenzen im intermedialen Wechselspiel ästhetisch zu fassen sind.

Auch hier werden Graphic Novels ein zentraler Punkt der Betrachtungen sein. Vorträge befassen sich unter anderem mit Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) und Formen des epischen Erzählens und der Comic-Umsetzung von Morton Rhues “Die Welle” von Stefanie Kampmann (Ravensburger). Den genauen Veranstaltungsplan fĂĽr die öffentlichen Vortragsreihe samt Adressen- und Raumangaben kann man sich hier ansehen.

Neue Rezensionen – Oktober 2009 (3)

Mittwoch, den 28. Oktober 2009

Auch in den letzten Tagen wurde vielerorts ĂĽber Comics berichtet. An dieser Stelle wieder ein kleiner Ăśberblick.

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“Sex and Crime und Gottes Wort” betitel der Bayrische Rundfunk eine Artikel ĂĽber die neuen Comics von Ralf König (“Archetyp”, Rowohlt) und Robert Crumb (“Genesis”, Carlsen Comics). Passend dazu kann man noch Beiträge aus dem Radioprogramm anhören, die sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzen.

Crumbs “Genesis” greift auch “FAZ”-Feuilletonist und Comicblogger Andreas Platthaus auf und befasst sich dabei speziell mit der Ăśbersetzung. In “Die Genesis-Genese” geht er der Frage nach, warum man sich bei der deutschen Fassung an die Ăśbersetzung der Lutherbibel von 1912 hält.

Wie gestern angekĂĽndigt findet sich in der heutigen Ausgabe des “Tagesspiegels” erstmals eine eigene Comicseite, die ab jetzt regelmäßig erscheinen soll. Lars von Törne schreibt dort unter der Ăśberschrift “Geteilte Erinnerung” unter anderem ĂĽber die unterschiedlichen Comics, die sich mit der Wendezeit auseinandersetzen, darunter Simon Schwartz’ “drĂĽben!” (avant-verlag) und claire Lenkovas “Grenzgebiete” (Gerstenberg).

Reinhard Kleists Musikerbiografie “Cash – I see a Darkness” (Carlsen bzw. Edition 52) ist inzwischen auch in GroĂźbritannien erschienen. Ăśber die bei Self Made Hero erschienene Ausgabe schreibt in der englischen Tageszeitung “The Guardian” Michael Faber und ist vor allem vom kĂĽnstlerischen Wagemut des Autors beeindruckt.

“Die Bibel ist bizarr”

Montag, den 26. Oktober 2009

Cover_GenesisFĂĽr die “SĂĽddeutsche Zeitung” fĂĽhrte Titus Arnu ein Interview mit dem medienscheuen Robert Crumb anlässlich der Veröffentlich seiner Bibel-Adaptation “Genesis” (Carlsen). Das Interview erschien im Feuilleton in der heutigen Printausgabe und ist auf der Website der “SZ” im “jetzt”-Jugendbereich versteckt.

Die Bibel ist bizarr

Underground-Zeichner Robert Crumb ĂĽber seinen Genesis-Comic, Gott und die Welt

Robert Crumb war nie etwas heilig. Seine Comicfiguren “Fritz the Cat” und “Mr. Natural” setzen sich ĂĽber alle Konventionen hinweg, der Stil seiner Zeichnungen wirkt, vorsichtig ausgedrĂĽckt, recht drastisch. Nun hat er sich an der Bibel versucht: “Robert Crumbs Genesis” (Carlsen, 228 Seiten, 29,90 Euro) erzählt das erste Buch des Alten Testaments nach. Aus der Sicht seiner Fans sind Crumb-Comics meisterhaft gezeichnete, subversive Satire. Manche Kritiker halten seine Werke dagegen fĂĽr pornographischen, frauenfeindlichen Schrott. Vor allem ist Crumb ein ausgezeichneter Handwerker: In den sechziger Jahren zeichnete er zunächst GlĂĽckwunschkarten und psychedelische Poster, später illustrierte er Plattencover von Rockstars wie Janis Joplin. Einen Auftrag der Rolling Stones lehnte er ab, weil er deren Musik nicht mochte. Heute lebt der 66-Jährige zurĂĽckgezogen in einem Dorf in Frankreich. Er ist ziemlich medienscheu und gibt so gut wie nie Interviews. FĂĽr die SZ machte er eine Ausnahme. mehr

“Eigentlich eine lächerliche Geschichte”

Mittwoch, den 30. September 2009

Cover_GenesisFĂĽr die “Berliner Zeitung” war Christian SchlĂĽter in Paris bei der Pressekonferenz von Robert Crumb zugegen, der dort sein neues Buch “Genesis” vorgestellt hat, das im Oktober im Carlsen Verlag erscheint. Christian SchlĂĽter dazu in der heutigen Ausgabe der “Berliner Zeitung” :

Eigentlich eine lächerliche Geschichte

Der legendäre Undergroundzeichner Robert Crumb stellt in Paris seinen Bibelcomic “Genesis” vor

Robert Crumb ist ein scheuer Mensch. Er gibt nur ungern Pressekonferenzen. Interviews so gut wie nie. Dass er sich nun im Centre Pompidou einer – immerhin – kleineren Ă–ffentlichkeit vorstellte, lässt ein dringliches Anliegen vermuten: Crumb hatte einige europäische Journalisten nach Paris eingeladen, um seinen neuen Comic “Genesis” vorzustellen. Da saĂź er nun auf der schmalen BĂĽhne, zusammengekauert auf einem Stuhl, eine hagere Figur mit groĂźer Brille, braune Sandalen, dunkler, etwas abgetragener Anzug, weiĂźes Hemd, knallbunte Krawatte. mehr

“Die Genesis in Comic-Bildern”

Dienstag, den 29. September 2009

Cover_GenesisRobert Crumbs Comicumsetzung des Bibelkapitels “Genesis” (Carlsen) erscheint in der Woche nach der Buchmesse am 19. Oktober. Anläßlich der einzigen Pressekonferenz in Europa, die vor einigen Tagen in Paris statfand (der gebĂĽrtige Amerikaner lebt seit einigen Jahren in Frankreich auf dem Land), ist nun eine dpa-Meldung erschienen, die vielerorts aufgegriffen werden wird. So schreibt der “Kölner Stadt-Anzeiger”:

Die Genesis in Comic-Bildern

Robert Crumb ist für seine deftigen Sexfantasien bekannt. Doch jetzt hat der bekannte Comic-Autor ein neues Thema entdeckt. Der 66-jährige Amerikaner hat das erste Buch der Bibel, die Genesis, illustriert.

Sein jĂĽngstes Werk erinnert an Erbauungsliteratur christlicher Fundamentalisten in Comic-Form: Der fĂĽr seine wilden Sexfantasien bekannte Comic-Autor Robert Crumb hat das erste Buch der Bibel, die Genesis, illustriert. “Der Text ist so bizarr und schräg und gleichzeitig so verwurzelt in unserer Kultur”, sagte Crumb bei der Vorstellung des Bandes am Montag in Paris. “FĂĽr mich ist es kein heiliger Text, sondern ein Mythos voller kraftvoller Geschichten und Bilder”, erklärte der 66-Jährige US-Amerikaner, der seit fast zwei Jahrzehnten in SĂĽdfrankreich lebt und als Altmeister der alternativen Comic-Szene gilt. mehr

Neue Graphic Novels bei Carlsen Comics

Montag, den 21. September 2009

Bis zur Frankfurter Buchmesse im Oktober werden auch bei Carlsen Comics eine Reihe neuer Graphic Novels erscheinen, die hier kurz vorgestellt werden sollen. Mit “Der kleine Prinz” erscheint bereits in dieser Woche eine Adaptation des Kinderbuchklassikers von Antoine de Saint-ExupĂ©ry durch Joann Sfar (“Klezmer”, avant-verlag). “Von der Natur des Menschen” versammelt Kurzgeschichten des japanischen Autors Ryuichiro Utsumi, die Jiro Taniguchi (“Der Wanderer im Eis”, Schreiber & Leser) in Comics umgesetzt hat. Mit Spannung erwartet wird “Genesis”, die Bibeladaptation von Robert Crumb (“Fritz the Cat”, Reprodukt). Bemerkenswert ist das Buch allein deshalb, weil es sich dabei um die erste umfangreiche Erzählung des Underground-Urgesteins handelt.

Cover_DerkleinePrinz“Der kleine Prinz” des französischen Autors Antoine de Saint-Exupery ist ein Klassiker im besten Sinne: Seit ĂĽber 60 Jahren fasziniert das moderne Märchen ĂĽber Freundschaft und Menschlichkeit junge wie alte Leserinnen und Leser und ĂĽbt eine ungebrochene Anziehungskraft aus. Ebenso poetisch wie Saint-Exuperys Erzählung ist die Comic-Adaption von Joann Sfar, einem der bekanntesten und profiliertesten französischen Comiczeichner der Gegenwart. Mit seinem feinen und unverwechselbaren Strich verleiht er der Geschichte Saint-Exuperys neue und faszinierende Bilder. In Frankreich wurde der Band begeistert aufgenommen und 2008 im Rahmen des wichtigsten europäischen Comicfestivals in AngoulĂŞme als beste Graphic Novel fĂĽr junge Leser ausgezeichnet.

Cover_NaturdesMenschen“Von der Natur des Menschen” erzählt in acht Kurzgeschichten, wie Kinder und Erwachsene in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen mit schwierigen Herausforderungen im Leben umgehen. Jiro Taniguchi, preisgekrönter Zeichner von “Vertraute Fremde”, setzt in diesem Werk Episoden des japanischen Autors Ryuichiro Utsumi in gewohnt klare und sensible Bildgeschichten um. Wie schon in seinen bisherigen Werken sind es eher alltägliche Momente und Emotionen, die in seinen Comics eine ungeahnte erzählerische Kraft entfalten.

»Das Werk gehört zu den interessantesten Graphic Novels der letzten Jahrzehnte.« – Brigitte Helbling, Berliner Zeitung ĂĽber “Vertraute Fremde”

Cover_GenesisRobert Crumb, der Schöpfer von “Fritz the Cat” und Ikone des amerikanischen Undergroundcomics, ist zeitlebens ein kontroverser KĂĽnstler gewesen, der sowohl seine eigenen als auch die gesellschaftlichen AbgrĂĽnde schonungslos offengelegt hat. Charakteristisch ist auch sein kräftiger Strich, durch den er zu einem der stilprägendsten Illustratoren und Comiczeichner schlechthin wurde, dessen Arbeiten sogar im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt wurden. Nun wendet sich der Altmeister des Comics einem neuen Thema zu: der Genesis. Crumb adaptiert das erste Buch Mose in einer ebenso direkten wie schnörkellosen Art, dabei stets bildgewaltig und seinem eigenen Strich verpflichtet. Von der Erschaffung der Welt bis hin zu Jakob und Joseph gibt uns Crumb seine Version der christlichen Schöpfungsgeschichte.